Ausgabe 
20.6.1900 Erstes Blatt
 
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Telegramme deS Gießener Anzeigers.

London, 19. Juni. Lord Roberts telegraphierte: Baden-Powell kam Montag mittag in Pretoria an. Die Central News berichten, Baden-Powell sei für einen sehr wichtigen Posten auSersehen, wahrscheinlich für den des Militär -Gouverneurs des Oranje-Freistaates. - Ein an Bord des Dampfers Herzog zurückgekehrter belgischer Krankenträger, der unter VilleboiS bei BoShof focht, versichert, daß Joubert wegen seines ewigen Zau­derns und lauer Betreibung der Belagerung von Ladysmith bei Krüger in Ungnade fiel und wenige Tage nach dem erfolgten Zerwürfnis durch Gift freiwillig seinem Leben ein Ende machte. (DaS ist offenbar wieder eine der oben Sommerenten. D. Red.)

Der Krieg iu Südafrika.

Nach einerTimeS"-Meldung aus Lourenzo Marquez hat Präsident Krüger sein Hauptquartier nach Alkmaar bei Nelspruit verlegt. Bisher hatten die englischen Truppen unter der Hitze zu leiden. Mit dem Naherücken des Winters m Transvaal werden sie noch mehr durch die Kälte mitge- nommen werden. Bereits wird aus Bullers Hauptquartier darüber geklagt, daß jetzt sehr kaltes Wetter eilige- treten ist. a

Das Reutersche Bureau meldet aus Scheepernek: Eine Burentruppe rückte gegen FickSburg vor, wurde aber durch Artillerie zurückgetrieben. Seitdem ist alles ruhig. Aus dem Hauptquartier am Laingsnek meldete dasselbe Bureau: Die Buren haben sich von den BolkSrust beherr­schenden Hügeln zurückgezogen. ES heißt, daß einige Buren- KommandoS sich bei Walkerstroom zeigen. Bis jetzt haben sich etwa 100 Buren iu BolkSrust ergeben. Eine Depesche Lord Roberts aus Pretoria vom 16. d. M. besagt: 800 Buren griffen am 14. d. M. die Posten am Zandriver an, wurden aber von Knox, der von Kroonstad aus anrückte, verjagt (?). Auf britischer Seite wurden ein Offizier und 2 Mann getötet und ein Offizier und 8 Mann verwundet.

In Kapstadt ist das neue Kabinett gebildet. Gordon Sprigg ist Schatzminister, Graham Kolonialsekretär, Ros- caunes Generalanwalt, Smart öffentliche Arbeiten, Faure Ackerbau, Frost Minister ohne Portefeuille.

Deutsches Keich.

Berlin, 18. Juni. Aus Helgoland wird vom heutigen Tage gemeldet: Der Kaiser landete heute vor­mittag mit Gefolge an der Düne, besichtigte unter Führung des Oberbaudirektors Franzius-Bremen die Buhnenbauten und verweilte bis gegen 12 Uhr an der Nordwestseite der Dune. Am Nachmittag reiste der Kaiser nach Wilhelms­haven.

Das Kanzler-Amt des Deutschen Flotten- Vereins teilt mit: Bei Gelegenheit der Eröffnung des Elbe-Trave-Kanals in Lübeck hat der Kaiser dem Prä­sidenten des deutschen Flottenvereins Fürsten zu Wied den Allerhöchsten Auftrag erteilt, allen Mitgliedern des deutschen Flottenvereins seinen Dan k für die treue, erfolg­reiche M i t a r b e i t an der Lösung der Flottenfraaö auszusprechen.

Kaiser Wilhelm wird Mitte August im, strengsten Inkognito in Ober-Ammergau zum Besuche der Passionsspiele eintreffen.

Der Kaiser ernannte nach der Besichtigung des Konigs-Ulanen-Regiments auf der Vohrenwalder Heide den bekannten Herrenreiter, Major v. Heyden-Linden zu fernem Flügeladjutanten.

Am 7. September trifft der K a i s e r in S t e t t i n folgenden Tage findet die Kaiserparade in Att, tcknd am 9. September begiebt sich der Kaiser ifri das Manovergelände. Die Kaiserin wird, wie verlautet, in den ersten Julitagen in Kiel eintreffen und von dort aus mit ihren Kindern auf ihrer YachtIduna" ,

Wien, 19. Juni. Nach Linern aus Shanghai hier ein­getroffenen Telegramm wird bei Peking und Taku gekämpft.

Washington, 19. Juni. Der amerikanische Ad- mrral hat den Befehl erhalten, im Einvernehmen mit den europäischen Mächten zu verhandeln und die amerikanischen Interessen zu schützen. DaS englische KanonenbootDaphne" ist gestern nachmittag nach Taku abgegangen.

nach dem Vorbilde des Sonnenkönigs sich ein kleines Ber- bauten führte die deutsche Dichtung ein von oben unbeachtetes Dasein, und wäre heimlos geblieben, hätte Jittstenhof ihr nicht eine Stätte bereitet.

1E bie Engländerei gefolgt. Nachdem Rudyard Kipling durch ein kaiserliches Telegramm geehrt * ^orden war wurde dieser Dichter des exotischen Slang in «reutschlcnchMode, /und man beeilte sich, seine uns Deutschen ziemlich unverständlichen Kolonialromane einem kritiklosen Lesepublikum der Reihe nach vorzusetzen. Zum Dank für d^se überflüssige Reklame giebt dieser weit über Gebühr gepriesene Herr jetzt in Bloemfontein ein Winkelblättchen a?al' l?.on Lüsten Brandreden gegen Deutschland strotzt. Auch für Herrn Sullivan, über den, außer daß er eme mäßige Operette komponiert hat, nichts Nachteiliges Vt,Y.hnJb ble kaiserliche Auszeichnung wohl zunächst den Erfolg haben, daß die deutschen Bühnen nichtumhin" können, die rührende Geschichte aus Titistu neu einstudieren zu lassen. Es ist immer dasselbe Lied, der Ausländer und besonders der Engländer, wenn er nur mit der nötigen Ungeniertheit auftritt, ist seines Erfolges sicher von vorn- herein. Und selbst von ambulanten fremden Militärkapellen Nimmt das deutsche Selbstbewußtsein Rücksichtslosigkeiten in den Kauf, die, von Deutschen im Auslande begangen, mindestens eine derbe Zurückweisung erfahren würden. Wie vielen deutschen Schriftstellern, die kaum das tägliche Brot haben, würde auch nur ein Bruchteil solcher Hulder­weise den ihnen für ihr Schaffen so notwendigen Sonnen­schein geben können! Aber für die so kärglich, oft auch gar Nicht belohnte geistige Arbeit in Deutschland gilt auch heute noch das bittere Wort, das Bauernfeld dem achtziq- lahrigen Grillparzer widmete:Zählt ein Dichter achtzig Jahr, kommt er hier zu hohen Ehren, auch zu höherem Salar es im Jenseits zu verzehren".

I r Das amtliche Kolonialblatt enthält die Berichte des: I Hauptmanns v. Besser über den Strafzug gegen | die Bangwa und den des Hauptmanns v. Dannen- I berg gegen die Buli. Nachdem auf ersterem Strafzuq I die drei Offiziere leicht und der Assistenzarzt Dr. I Dittmer tätlich verwundet worden waren, wandte I sich die Truppe im Februar gegen die Banyang, die sich | als unzuverlässig gezeigt hatten. Die Expedition hatte mit I Tragerschwierigkeiten zu kämpfen, die Banyang hatten die I Wege nicht gereinigt und gaben der Truppe keine Unter- I stutzung. Auf dem mühsamen Weitermarsch fand die Truppe die Flußübergänge auf Betreiben des Bangwa- hauptlings Fontem durch Holzverschläge und Steinmauern verbarrikadiert; die Eingeborenen verteidigten sie mehrere Tage lang hartnäckig gegen die 80 fechtenden Soldaten. Der Gegner war bei der Ankunft in Fontem geflohen, tvahrckheinlich in östlicher Richtung; es war nicht möglich, mit ihm Fühlung zu gewinnen. Im März wandte Haupt­mann v. Besser sich nach der Richtung der Croßschnellen. Der Bericht des Hauptmanns v. Dannenberg ist aus Kribi an der Südküste vom 24. März datiert. Es ist auffällig, mie lange die Berichte vor der Veröffentlichung eingehalten werden; jder vorliegende Bericht mußte spätestens am 27 April in Berlin sein. Leutnant v. M a d a i fand im Februar bei dem Unternehmen, das die Wiederherstellung mit Ebolowa bezweckte, starken Widerstand; von seinen 80 Mann wurden 17 verwundet. Nachdem er Ebolowa erreicht hatte, b'efahl er Leutnant v. Bülow, der mit 91 Soldaten den Strafzug von Ebolowa aus in der Richtung nach Efulen geführt, und in einem Kampfe acht Verwun- I bete gehabt hatte, nach Efulen zu kommen. Es stellte sich heraus, daß die Buli von dort vielfach nach Süden geflohen I waren. Leutnant v. Bülow setzte dann die Operationen, I südlich von Efulen vom März an fort. Hauptmann von I Dannenberg ließ ihn zurück, um die Gegend besetzt zu I Ijatteu, und marschierte nach der Küste zurück. Die Buli I waren noch nicht überall in ihre Dörfer zurückgekehrt. I Eine Patrouille nach den Elefantenbergen bewirkte noch I die Unterwerfung der dortigen Buli. Der stellvertretende I Kommandeur v. Dannenberg bemerkt schließlick), daß eine I Sicherung gegen die Wiederkehr eines Raubzuges der Buli I nur in der Anlage von Stationen und in der dau- I ernden Ueberwachung gefunden werden kann. Auch hält I er eine dauernde stärkere militärische Besetzung der ver-» I schiedenen Küstenpunkte für notwendig. Er berichtet ferner I über einen im Oktober und November von Leutnant von I Lottner mit 50 Mann unternommenen Strafzug gegen I die Bakoe in dem nähern Küstenstrich. Es war ein I harter Strauß. Der Führer Leutnant v. Köttner wurde I schwer verwundet und überließ es dem Sanitäts- | Unteroffizier Kneisel, die Operation durchguführen, was I diesem auch nach zwölf Tagen gelang. Leutnant v. Lottner I erwartet, daß die Bakoe sich der Station Kribi unterwerfen I werden.

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Oldenburg, 18. Juni. Der Kaiser hat dem jetzt regierenden Großherzog seine Teilnahme an der Bei- setzung des verstorbenen Groß Herzogs in folgendem Telegramm mitgeteilt:

Aus alter Verehrung und Anhänglichkeit an Deinen verewigten Vater will ich persönlich an der Beisetzungsfeier teilnehmen, obgleich das Datum des gewählten Tages mich der Teilnahme an der Elbregatta und dem Fest des Senats von Hamburg für mich aufFürst Bismarck" beraubt. Ich werde von Wilhelmshaven aus kommen und gleich nack der Beisetzung wieder gbreisen. Innige Grüße an Elisabeth und Lotta. Wilhelm."

Elisabeth ist die Gemahlin des jetzt regierenden Groß- Herzogs Friedrich August, geborene Prinzessin von Mecklen­burg-Schwerin. Lotta ist die Herzogin Sophie Charlotte, Tochter des regierenden Großherzogs aus erster Ehe. Der Großherzog antwortete dem Kaiser:

Sr. Majestät dem Kaiser, Hannover, Schloß. Für die zarte Rücksichtnahme, die Du für meinen verewigten Vater nimmst, danke ich Dir herzlichst, auch zugleich im Namen meiner Oldenburger, die mit mir Dir stets dafür in Dankbarkeit verbunden sein werden. Ich hoffe, daß Deine Abfahrt pon hier zwischen 11 Uhr und Mittag möglich sein wird. Elisabeth und Lotta grüßen herzlichst dankend mit mir vereint. Friedrich August.

Nach dem Staatsgrundgesetz hat im Falle einer Re- gierungserledigung der Regierungsnachifolger die Re­gierung des Großherzogtums mittels einesPatents" an- zutteten. In diesem Patent, das der Großherzog so- eben erlassen hat, und das von den drei Ministern Jansen, Flor Und Heumann gegengezeichnet ist, heißt es:

Da kraft der in unserem großherzoglichen Hause be­stehenden Erbfolgeordnung die Regierung des Großherzog­tums auf uns übergegangen ist, so geben wir unfern nun­mehrigen Unterthanen unfern Regierungsantritt hiermit zu erkennen, indem wir zugleich eidlich versprechen: die Staatsverfassung unverbrüchlich aufrechtzuerhalten und in Gemäßheit der grundgesetzlichen Bestimmungen sowie nacb den Gesetzen zu regieren."

Der Kaiser von Rußland hat dem Großherzog aus Zarskoje Selo heute folgendes Telegramm gesandt:

Zum Gedächtnis an Deinen verewigten Vater und als Beweis unserer Freundschaft ernenne ich Dich zum Ehrenchef des 67. Regiments von Tarutino. Tausend Gruße

Politische Tagesschau.

Ueber die Veröffentlichung seiner Unter­redung mit euHit)an soll, wie wir gestern nach einem in Essen erscheinenden Blatte meldeten, der Kaiser sehr erstaunt und unangenehm berührt gewesen sein da die rein privaten Bemerkungen in einer Färbung wieder­gegeben wurden, die ihnen ein völlig verändertes Gepräge

Aber diese Unterredung und die brillantenen Man^ die Herr Sullivan nach der Aufführung m ^lf?r2.lnr^erhn erhalten hat, ließe sich gar manches Nachdenkliche sagen. Sullivan ist innerhalb Jahresfrist ber zwecke auf dem Gebiete der Kunst und Litteratur thatiqe Engländer, der durch kaiserliche Gunst in hervorragendem "^gezeichnet wird. In Deutschland kann sich d^- fetten Vorzuges nur der Major Laufs, der dramatisrüe Interpret der Hohenzollerngeschichte rühmen. Die Bewun­derung des Fremden und alles dessen, was , weit fier" ift ift ein Zug, der sich nur in der geistigen Geschichte des deutschen Volkes findet, denn keines unserer Nac^arländer hat Perioden in feiner Litteraturgeschichte aufzuweisen die so sehr den Stempel fremder Beeinflussung tragen wie das Volk der Dichter und Denker. Der deutschen Dichtung hat aber auch noch nie einaugustisch Alter" geblüht. Wäh­rend Frankreichs und Voltaires Einfluß in Berlin ton­angebend war, und andere Fürsten des heiligen Reiches

. London, 19. Juni. Aus Peking wird berichtet: Die Befestigungen von Taku sind von den russischen T r^ip p e n b e s e tz t worden. Die ch i ne f i sche Besatzung, ist nach dem Norden geflohen, nachdem sie alle tele^ graphischen Verbindungen zerstört und mehrere Dörfer in 23ranb gesteckt hatte. Die Chinesen ermorbeten einen Eisenbahn Unternehmer

Paris, 19. Juni. Der chinesische Botschafter richtete sofort nach einer Unterredung mit Delcaffö eine lange Depesche an den Vizekönig von Yüennan. In der chinesischen Gesandtschaft ist man sicher, eine befriedigende Antwort unverzüglich zu erhalten, umsomehr, als der Vize­könig durchaus kein Franzosengegner ist. Wenn er dem Konsul Francois nicht gestattete, abzureisen, war er viel­leicht von der Ansicht geleitet, daß der Konsul und seine Begleiter auf der weiten Reise nach Tonking in die Hände der Hände der Aufständischen fallen könnte. (Die Ausrede ist nicht ungeschickt. D. Red.)

Paris, 19. Juni. DieAgence nationale" veröffent­licht ein Telegramm aus Shangai von gestern, wonach die fremden Gesandtschaften in Peking dreimal hinter­einander von den chinesischen Truppen angegriffen, diese aber von den europäischen Truppen mit großen Verlusten zurückgeschlagen worden sind. Wie verlautet, wurden mehrere I höhere Beamte getötet. Die Kaiserin-Mutter kehrte nach ihrem Palast nach Tefu zurück, wo sie die Ereignisse abwartet. In Tientsin und Shangai herrscht vollständige Ruhe. Die Haltung der chinesischen Truppen ist jedoch noch immer drohend.

A Juni. Naich einer Pivatmeldung aus I ließ der portugiesische Vertreter in Macao ftyen 5Hnten passieren, die jetzt die Piraten be--

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Fahrten im westlichen Teile der Ostsee unternehme £er Hecken Hälfte des Julimonats soll eine Grfurfin v' die ostlrche Ostsee erfolgen. Exkursion lD

~ 3U Ehren des hier anwesenden Prinren bo n apan fand heute abend beim Reich/kamckr ' ^-^ere Abendtafelstutt/ zu welcher per japanisch LL dre Begleitung des Prinzen, die Mitglieder bei Gesandtschaft, Staatssekretär Graf Bülow, UnteS^1 f"C ra«* Lichthöfen unb anbere hochgestellt/^ sonlichkeiten Einladungen erhalten hatten. te *er

DemBerl. Tgbl." zufolge ist an fiiefioen Stellen von einer geplanten ®erHnfr aUr/te^Uf59 "ichts bekannt. Auch Oberbü meister Kirschner weiß nichts davon. ur9er-

Der Bundesrat wird nur noch einige Sitzung abhalten luid dann gleich den Parlamenten ebenfalls die Ferren gehen. Im Reichsamt des Innern wird7 bem Entwurf der Ausführungs - Bestimmungen 2 ^^'rl^hb.schaugesetz gearbeitet Die Fertigstellun, desselben wird lange Zeit in Anspruch nehmen, sodaß V Bundesrat erst bei seinem Wiederzusammentritt im herbi Stellung nehmen kann. Voraussichckich wird dan auch der Bundesrat erst Beschluß fassen über die VorscL der Kommission der Arbeiterstatistik bett, die Rea7L der A r b e 11 s r u h e i m G a st w i r t - u n d S ch a n k - G? ?ZT?.e- Die Mehrzahl der preußischen Minister wird schon un ^uh den Sommer-Urlaub antreten. Der Reick­kanzler Fürst Hohenlohe gedenkt sich nach Bad Ra^ in der Schweiz zu begeben.

r. ~ preuß. Herrenhaus hat die Warenhau- m^^^b-snivie die Vorlage zur Beseitigung von hock wasseychadeii m Schlesien nach den Beschlüssen des Abae ordnetenhauses unverändert angenommen. Unter dem üb lichen Zeremoniell und mit einem dreimaligen Hoch auf der König i chloß die Sitzung Um, 4 einhalb Uhr, Um. 5 Ubr fant bie gemeinsame Schlußsitzung der beider Hauser des Landtages statt Ministerpräsidem Hohenlohe verlas bie königliche Botschaft, burch die der Sessionsschluß erfolgt. Mit einem dreimaligen Hoch au- ben Kaiser unb König gingen bie Anwesenberi auseinander L r ~ ^ine Deputation des 1. Garde-Dragoner-Reaiment bestehend aus dem Kommandeur und zwei Rittmeistern da sich zur Beisetzung des Groß Herzogs von Old en - [ bürg nach Oldenburg begeben.

Als ein Opfer der Flottenagitation k- zeichnet derVorwärts" den Generalleutnant Freihew von Meerscheibt-Hüllessem. Er ist bekanntlich ir Genehmigung seines Abschiebsgesuck)es zur Disposition ae lleckt worben. Man geht wohl nicht fehl, meint derVor warts", wenn man ben rafchen Wechsel im Straßburger Korpskommando Freiherr v. Meerscheibt hatte basselb« nur etwa 11 Monate inne barauf zurückführt, baß der jetzt zur Disposition gestellte General vor einigen Monatcr ben Offizieren seines Armeekorps ben Beitritt zuw beutschen Flotten verein untersagte. Diese? Verbot wurde übrigens auf höhere Weisung bald wiedei aufgehoben.

r Minister v. Thielen soll bei dem Lübecker Festr bezügliche des Kanals unter stürmischem Beifall ben Ausspruch gethan haben:Gebaut wird er doch!" Die Rhein-To rpedoboots-Division ist um Mitternacht nach Wilhelmshaven zurückgekehrt

Ja das preuß. Kultusministerium ist, wie dieKreuzztg." vernimmt, mit Rücksicht auf die gesteigerte Arbeitslast infolge der neuen Reformpläne der Oberlehrer Dr Naht vom hiesigen Luisen-Gymnasium als Hilst- arbeiter berufen worden. Dr. Naht ist M a t h e m a t i ker Nach einer Meldung aus Saarbrücken beschloß die Hpndelskammer Saarbrücken, der Kanalisation ber Mo sel zuzustimmen.

Jvi August werden es 50 Jahre, daß erstmalig von der Postverwaltung ein amtliches Reichskursbuck herausgegeben wurde. Die diesjährige August-Septembei'- Ausgabe wird deshalb besonders ausgestattet werben.