Ausgabe 
20.3.1900 Erstes Blatt
 
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* Vom Kriegsschauplatz.

Loudon, 18. März. DieTimes" berichtet aus Bloem­fontein vom Freitag abend: Der deutsche Konsul drückte sein Erstaunen und seine wärmste Bewunderung über die ruhige Art und Weise aus, in der Bloemfon­tein besetzt worden ist. Er erklärte, daß auch nicht die geringste Plünderung vorgekommen sei, und daß man kaum geglaubt hätte, daß die Stadt jetzt im Besitz des Feindes sei. Eine große Anzahl von Gewehren ist heute abgeliefert worden. DieTimes" melden aus Aliwal North: Dewet, Mitglied des Kap-Parlaments für Wedehouse und sein Bruder sind heute unter der Anklage des Hochver­rats verhaftet worden.

London, 18. März. Cecil Rhodes hat einem Mit­arbeiter derDaily Mail" in Kapstadt eine Reihe interes­santer Mitteilungen gemacht. Darnach bestand in Kimberley während der Belagerung zwischen den regulären Truppen und den lokalen Aufgeboten ein sehr gespanntes Verhältnis, obgleich auf einen Mann der regulären Truppen neun Mann lokaler Freiwilliger kamen. Schließlich sagte Rhodes, die Anzahl der kämpfenden Buren habe nie mehr als 30 000 betragen; die Zahl sei nur geflissentlich über­trieben angegeben worden, um die Unfähigkeit der englischen Generäle geringer erscheinen zu lassen.

London, 18. März. Aus Kapstadt wird vom 17.März gemeldet: Ein Priester begab sich heute an der Spitze einer Delegation zum Gouverneur Milner, um ihn zu ersuchen, keine gefangenen Buren nach St. Helena zu schicken. Millner antwortete, man werde nur einen Teil derselben dahin bringen. Es ist in der That beschlossen worden, nur Trans­vaal-Buren nach St. Helena zu senden.

London, 18. März. Nach Meldungen aus Prätoria wird die Friedens-Delegation Transvaals unter Führung des Staalsrates Fischer morgen nach Laurenzo Marquez abgehen, und sich nach Paris, Berlin, Petersburg und Washington begeben, um mit den dortigen Regierungen betreffs der FriedenS-Bermittelung zu verhandeln.

London, 18. März. Hier cirkulierte nachts das Ge­rücht, daß Mafeking entsetzt sei. Die Buren hätten sich ohne Kampf zurückgezogen.

London, 18. März. Hier cirkuliert das Gerücht, daß die Generäle Lukas Meyer und Schalk Burgher auf ihre Farmen zurückgekehrt sind.

London, 18. März. Heute liegen verschiedene Mel­dungen über die Lage in Transvaal vor.Central- News" melden aus Bethulie vom Donnerstag Nach­mittag: General Gatacre erklärte Bethulie für britisches Territorium, hißte die englische Flagge und brachte Hoch­rufe duf die Königin aus. Auch die letzte Burenabteilung ist jetzt abgerückt. Gatacre riet den Einwohnern, sie sollten ihrem Gewerbe nachgehen. Die Engländer führten den Krieg mit der Regierung, nicht mit der Bevölkerung des Freistaates.

London, 18. März. Wie demBert. Lokalanz." aus London telegraphiert wird, hat die gesamte Zivilbevölker­ung von Ladysmith Befehl erhalten, sofern sie nicht durch dringende Geschäfte festgehalten wird, die Stadt zu verlassen. Da die Reparatur der Eisenbahnbrücke über den Tugela noch Wochen in Anspruch nehmen wird, sind die Transportgebühren nach Ladysmith immer noch sehr hoch und die Preise in der Stadt entsprechend.

London, 18. März. Einer Meldung aus Petersburg zufolge wird dem General Cronje von der russischen Gesellschaft eine kostbare Bowle gestiftet als Anerkennung seiner tapferen Verteidigung gegen Roberts. 1000 Rubel sind durch Unterschriften gesammelt worden.

London, 18. März. Bekanntlich wurde gestern ge­meldet, deutscheMatrosen hätten in Portsmouth drei Hochrufe auf die Buren ausgebracht. Aus diesem Anlaß sieht sich der Vertreter des Grafen Hatzfeldt, Graf Metter­nich, veranlaßt, heute in derTimes" festzustellen, daß an dieser Behauptung kein wahres Wort sei, daß es sich vielmehr um Dankeshurras handelte, welche die deutschen Matrosen auf die englischen Matrosen ausbrachten, die ihnen bis zum Boot ein freundliches Geleit gegeben hatten.

London, 18. März. Nach Meldungen aus Kap­stadt erließ Präsident Krüger eine Proklamation, in welcher er den Oranjefreistaat als zu Transvaal gehörig bezeichnet.

Einen energischenProtest gegen die Ein­verleibung der Burenrepubliken erhebt dieRossija". Das Blatt schreibt:

Weshalb glaubt- England, daß ein internationaler Raub", der in Europa unmöglich wäre, in Afrika möglich ist, und daß man ihm vollen Willen lassen wird, zwei Staaten von der Karte fortzuwischen, welche zwar einstweilen nicht zum System des allgemeinen politischen Gleichgewichts ge­hören, die aber doch eine christliche Bevölkerung weißer Rasse haben, welche Mann für Mann bereit ist, ihre Unabhängigkeit zu verteidigen und der ausländischen Er­oberung Widerstand zu leisten. Glaubt etwa England, daß es hinsichtlich der südafrikanischen holländischen Kolonien so verfahren kann, wie mit Dahomey oder dem Besitz irgend eines Negerfürstleins in Inner- Afrika? In Europa selbst ist seit der Zeit Napoleons I., der gleichfalls fremde Staaten durch einen Federstrich vernichtete, nichts dem ähnliches geschehen, waS jetzt Eng­land sinnt. Jedoch auch Napoleons Verfahren gegen Olden­burg gab bekanntlich eine der Ursachen des Krieges von 1812 ab. Zu Anfang unseres Jahrhunderts beschränkte sich, streng genommen, das Gleichgewicht des politischen Systems erst nur auf das Gebiet unseres Kontinents. Jetzt aber haben sich die Kreise der Weltgeschichte erweitert, und die europäische Diplomatie wird sorgfältig zu überlegen haben, ob nicht bei der endgiltigen Abrechnung mit England für den von ihm ungerecht angezettelten Krieg Europa seine Stimme zu erheben und die Briten an den Berliner Kongreß zu erinnern hat."

In ähnlichem Sinne äußert sich auch die übrige russische Presse und fordert immer von neuem eine euro­päische Intervention. Warum rührt denn aber Rußland in dieser Richtung nicht den kleinen Finger?

Telegramme deSGießener Anzeiger".

l L o n d o n, 19. März. Das K r i e g s a m t veröffent- I licht heute folgendes Telegramm aus Bloemfontein I von Lord Roberts vom 18. ds. 4 Uhjr 6 Min. nachmittags. I Die Brigade der Königsgarde ist gestern von Normals Pont I zurückgekehrt. Eine Anzahl Freistaatler hat "sich ergeben. I Unsere Offiziere berichten, daß eine Anzahl Buren ein I Geschütz und eine Maschinen-Kanone in unser Lager I gebracht haben. Die Königs-Kavallerie-Brigade ist nach I Thalochu abgegangen, um unter den dortigen Einwohnern I eine letzte Proklamation so viel wie möglich zu verbreiten. I Die Proklamation findet bereits großen Absatz.

London, 19. März. Aus Pretoria wird vom 16. I d. M. gemeldet: Die Verluste der Buren seit Beginn I des Krieges sind von amtlicher Seite wie folgt veranschlagt: I 672 Tote, 2129 Verwundete, 24 durch Unfall Getötete, I 171 durch Unfall Verwundete. An Krankheit gestorben 99, | sonstige Kranke 1071, im ganzen 4371.

London, 19. März. Aus Lorenzo Marquez I wird vom 17. d. M. gemeldet: Die portugiesischen Behörden I verweigerten einem Telegramm aus Beida zufolge das | Auslaufen eines großen Quantums Proviant von I Maultieren usw., welche nach Rhodesia bestimmt waren.

Deutsches Reich.

Berlin, 18. März. In parlamentarischen Kreisen wird demBerl. Tagebl." zufolge angenommen, daß die am Samstagabend unterbrochene Weiterberatuag der lex H ei nze und die Gesamtabstimmung über dieselbe vom Präsidenten zu gelegener Zeit, nämlich erst nach Ostern auf die Tagesordnung im Reichstage gesetzt werden wird. Vorderhand soll in erster Linie die Etat­beratung soweit gefördert werden, daß der Etat rechtzeitig fertiggestellt werden kann.

DasBerliner Tageblatt" berichtet, daß Pastor Weingart der Einladung des Berliner Magistrats zu einer Gaftpredigt für die zweite Predigerstelle an der Markus Kirche nicht Folge leisten wird, da er sicher zu sein glaubt, nicht bestätigt zu werden.

Der Direktor der Marine-Akademie, Kapitän z. S Freiherr v. Maltzahn, wurde zum Kontre-Admiral befördert.

Von einer englischen Unverschämtheit gegen den deutschen Kaiser wird aus London berichtet. Dort ist soeben ein neues illustriertes Bilderbuch für eng­lische Kinder erschienen und in diesem findet sich u. a. ein Bild: Her Most Gracious Majesty. Aus ihrem erhöhten Thron fitzt, die Krone auf dem Haupt, die Königin Viktoria imponierend durch Leibesfülle. Vor dem Thron, aber wesentlich tiefer als der Fuß des Thrones, steht unser Kaiser, eine Figur, wie etwa ein mäßig großer, schlechtgenährter Schulknabe, in der Uniform der Garde du Corps, mit dem Helm der Garde du Corps, der aber statt des Adlers als Helmzier einen Papageien trägt. Er stützt die Linke in die Hüfte und macht der Königin mit der Rechten eine Faust. Sein Gesicht drückt Unmut und Drohung aus. Der indische Diener der Königin, der hinter ihrem Thron steht, grinst spöttisch über den Kaiser. Daneben die Verse: Unsere Königin und Kaiserin Ist größer und weiser, Als alle fremden Herrscher, Einschließlichder Kaiser". Die letzten Worte haben im Original auch die Gänsefüßchen. Eine solche Darstellung ist, deutsch heraus gesagt, eine Unver­schämtheit, fast ebenso stark, wie die Unverschämtheiten, die dem Kaiser vor vier Jahren von England aus gesagt und angethan wurden, nachdem er das bekannte Telegramm an den Präsidenten Krüger gesandt hatte.

Berlin, 18. März. Die diesjährige M ä r z f e i e r ist ruhig verlaufen. Auf dem Friedhöfe der März­gefallenen war trotz des strömenden Regens der An­drang ziemlich groß. Die Seitenzugänge zum Friedhöfe waren abgesperrt und ein großes Polizeiaufgebot zur Stelle. Gegen Mittag waren etwa 200 Kränze niedergelegt. Die streikenden Tischler ausieinzelnen Fabriken waren ziem­lich zahlreich vertreten. Die Inschrift ihres Kranzes lautete: Von den streikenden Tischlern. Auch von den An­archisten waren mehrere Kränze mit schwarzen Schleifen niedergelegt. Die Polizei entfernte auch diesmal eine An­zahl Schleifen mit Inschriften. Von liberaler Seite hatten der Verein Waldeck, der freisinnige Volks-Verein und der liberale Bezirks-Verein Kränze niedergelegt. Ferner war ein Kranz niedergelegt von der sozialistischen Reichstags- Fraktion. Heute mittag fanden mehrere sozialistische Fest­versammlungen statt.

Osnabrück, 18. März. Das Landeskonsistorium soll im Zusammenhänge mit dem Fall Weingart die Dis- ziplinaruntersuch ung gegen einen zweiten Geistlichen eingeleitet haben.

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Eudglarrdfeirrdliche Kuudgebuugeu in Dresden.

Dresden, 17. März. Entgegen den in den Londoner Times" in der letzten Zeit aufgetauchten Meldungen von englandfeindlichen Kundgebungen seitens der Dresdener Bevölkerung veröffentlichen heute die Dresdener Neuesten Nachrichten" einen längeren Artikel, in welchem auf Grund der in Dresden allgemein bekannten Thatsachen der Beweis erbracht wird, daß englische Unter- thanen, welche in Dresden wohnen, sich während der Dauer des südafrikanischen Krieges mehrfach in provozierender Weise benommen haben, und die Empfindungen der Dresdener Bevölkerung dadurch in hervorragendem Maße gereizt wurden. Es wird im einzelnen auf ein Vorkommnis hingewiesen, welches sich vor der Einfahrt des Dresdener Sportplatzes abspielte, wo junge Engländer sich provozierend benahmen, sodaß sie schließlich vom Sportplätze gejagt werden mußten. Es wird weiter ein Vorgang im Residenz-Theater angeführt, wo Engländer, die sich mit den nationalen Farben geschmückt hatten, sich provozierend benahmen. Endlich wird eines Vorgangs im Zentral-Theater Erwähnung gethan, wo eng­lische Provozierungen ebenfalls allgemeinen Unwillen des Publikums erregten. Die Dresdener Preffe hat seinerzeit die Verunreinigung der englischen Kirche durch Sudelei' v

| einmütig als dumme Jungenstreiche verurteilt. (Wir lommec | morgen auf die Sache näher zurück. D. Red.)

Ausland.

I Wien, 18. März. Die gesamte hiesige Preffe mit I Ausnahme der antisemitischen drückt ihre volle Befrie. I digung aus über die Niederlage, welche bie Ur | Heber der lex Heinze gestern im deutschen Reich- | tage erlitten haben. DasNeue Wiener Tageblatt' I schreibt: Ueberall wo freiheitliche Gesinnung und fortschriw I liche Empfindung herrscht, wird die Ablehnung dieser re» I aktionären Schöpfung große Befriedigung Hervorrufen.

Wien, 18. März. Wie verlautet, wird am Dienstag I die Vertagung des Reichsrats öffentlich bekannt ge.- I geben werden.

Wien, 18. März. Aus der Veröffentlichung einer amtlichen Anzeige der Verlobung der Kronprinzessin Stephanie mit dem Grafen Lonyay in derWiener Zeitung" schließt man, daß dir I Vermählung in Miramare in den ersten Tagen der nächsten I Woche stattfinden wird. Die Verlobung soll übrigens for- I mell erst in den letzten Tagen vollzogen worden sein, nach­dem Graf Lonyay beim Obergespan des Zempliner Komi- I lates, wo er begütert ist, den Dispens vom Aufgebote er­wirkt hatte, das durch ungarisches Ehegesetz von 1894 auch für Eheschließungen ungarischer Staatsangehöriger im Aus- lande vorgeschrieben ist. Graf Lonyay soll bereits voll­kommen genesen sein.

Prag, 17. März. Der heute vormittag stattgehabten feierlichen Installation des neuen Bürgermeisters Dr. Lob wohnte auch der deutsche Konsul Freiherr von Seckendorf bei.

Paris, 18. März. DasMemorial Diplomatique- ! schreibt: Eine große Gefahr droht England in Egypten. Der Führer der Senuffi-Sekte, welche neun Millionen bewaffneter Anhänger zählt, und nicht nur Ver­treter in Kairo, sondern auch in Alexandrien und Konstan­tinopel und in allen größeren europäischen Städten zählt, steht im Begriff, den Engländern im Nilthale denheiligen Krieg" zu erklären, Sidi Muhamed, der Führer der Sekte, hat nichts mit dem getöteten Khalifen im Sudan gemein und stand sogar immer in recht freundschaftlichen Beziehungen mit dem Mahdi von Khartum. Sidi Muhamed kann, wenn er will, eine mit den besten Waffen ausgerüstete Armee von 500 000 Mann auf Egypten und den Sudan werfen. Die Senuffi-Sekte erklärte den türkischen Sultan als ihren Khalifen.

Dublin, 18. März. Anläßlich des Umzuges des neuen Lordmayors, welcher beabsichtigte der Königin bei ihrem Besuch in Dublin eine Adresse zu überreichen, fanden seitens der Nationalisten und Intransigenten ernste Straßen- excesse statt. Der Wagen des Lordmayors wurde mit Steinen bombardiert und feine Fenster zertrümmert. Es wurden viele Verhaftungen vorgenommen.

Kokales und PravinMes.

** Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 13. März l I- den Registraturassistenten, Forstassessor Karl Fleck und den Registraturassistenten Philipp Jünger, beide zu Darmstadt, zu Ministerialregistratoren bei oem Mini­sterium der Finanzen zu ernennen.

* Stadttheater. Bezüglich der gestrigen Aufführung desRattenfänger" sei nachträglich bemerkt, daß in­folge plötzlicher Erkrankung des Herrn Kirchhoff Herr Wilhelmi die umfangreiche Titelpartie erst morgens während der Probe übernahm, und muß man unter diesen Umständen konstatieren, daß die Aufführung trotzdem eine wohlgelungene war. Morgen Dienstag findet als Bolksvorstellung auf besonderen Wunsch eine Wieder­holung des SchwankesCharleyS Tante" statt. DaS zuerst angesagte TrauerspielEmilia Galotti" wird in nächster Woche als letzte Bolksvorstellung gegeben werden.

** Ritter Haus-Konzert. Die Konzertmüdiakcit des Gießener Publikums muß in dieser Saison besonders groß geworden sein; denn wohl selten hat ein berühmter Künstler vor einer so wenig zahlreichen Zuhörerschaft ge­sungen, wie vorgestern AlfredRitterhausimgroßen Saale des Gesellschaftsvereins. Freilich waren Jahreszeit und Tag für die hiesigen Verhältnisse so ungünstig wie möglich gewählt, aber trotzdem hätte man bei dem guten Klang, den der Name Alfred Ritterhaus überall hat, einen besseren Besuch des Konzertes erwarten sollen. Alfied Rittershaus ist in der That ein Tenorist von eminenten Fähigkeiten, der unter seinen Kollegen einen der hervor­ragendsten Plätze mit Recht beanspruchen darf. Er verfügt nicht nur über ein klangvolles, in allen Lagen vorzüglich ausgeglichenes Organ, das der verschiedensten Tonschattie­rungen fähig ist, sondern besitzt auch die Gabe, dasselbe dem Charakter der verschiedenen Tondichtungen, die er vorträgt, entsprechend zu verwerten. Daß er hierbei in einer vorzüglichen Textaussprache eine wesentliche Unter­stützung findet, ist leicht begreiflich. Das feurige Tempe­rament des Künstlers findet seine schönste Bethittigung in den dramatischen Szenen seiner Programme. Die Szene und Arioso des Canio ausBajazzo" und die Erzählung vom Gral ausLvhengrin" erfuhren durch ihn eine Wieder gäbe, die über jede Kritik erhaben ist, und die selbst den verbissensten Nörgler zum Schweigen bringt. Von seinen Liederspenden standen die ersten nicht auf gleicher Höhe nur den dramatischen Vorträgen, doch waren hieran in erster Linie eine kleine Indisposition, mit der der Künstler rin Anfang des Konzertes zu kämpfen hatte, wie auch das wenig ermutigende Bewußtsein schuld, vor so wenig zahl­reichem Publikum singen zu müssen. Ganz wundervoll sang Herr Rittershaus nach dem Postillonslied von Adam das als Zugabe gespendete LiedchenUnd der Hans schleicht umher." Die Begleitung zu den Gesängen hatte Fräulem Marie Kleinhanns aus Hannover übernommen, die sich dieser zum Teil nicht leichten Aufgabe mit Geschick und Glück entledigte und sich zugleich mit einer Reihe der ver- schiedenartigpen Solovorträge für Klavier als eine Pia­nistin von nicht unbedeutenden Fähigkeiten einführte.

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