Manchem stehen noch die ausgestandenen Strapazen auf dem Gesicht geschrieben, Mancher hat beim Sturm auf die Taku-Forts ein Glied seines Körpers verloren. Der Kaiser, umgeben von den in Berlin anwesenden Prinzen des königlichen Hauses, der Generalität von Berlin, sämtlichen hiesigen Marine-Offizieren, den militärischen Bevollmächtigten der deutschen auswärtigen Staaten, sowie Abordnungen aller Offizier-Korps der Garnison Berlin, erwartete vor dem Zeughause die heimgekehrten Krieger. Unter dem Spiel der beiden Musik Korps schritt der Kaiser die Front ab und befahl den Einmarsch der Marine in den Lichthof des Zeughauses, wo sich dieselbe aufstellte. Der Kaiser ließ sämtliche verwundete und dekorierte Mannschaften vortreten und unterhielt sich mit jedem Einzelnen über die Art der Verwundung und der Gelegenheit, aus der die Dekorierung erfolgte. Jedem Einzelnen schüttelte der Kaiser kräftig die Hand. Alsdann hielt er ungefähr folgende Ansprache:
Als Ich Euch mit banger Spannung ziehen ließ, konnte man noch nicht überblicken, wie sich die Verhältnisse gestalten würden; aber ich wußte, daß ich mich auf Euch verlassen konnre. Im Namen des deutschen Volkes sage ich Euch hiermit Dank. Ihr habt Euren Fahneneid gehalten und jeder von Euch wird in schwerer Stunde an den Fahneneid gedacht haben und es wird Euch die Bedeutung desselben klar geworden sein. Eure Land hat nicht gezittert und das Auge hat sich nicht getrübt, und so habt Ihr in schwerem Kampf den Sieg errungen. Der Herr der Heerschaaren hat Euch geführt und hat Euch geschützt und Euch wieder glücklich und sicher in die Heimat zurückkehren lassen. Dafür seid Ihr und müssen wir ihm dankbar sein. Das Auge des hochseligen Kaisers Wilhelm und seines edlen Sohms ruht» auf Euch. Ich habe Euch in die Reichshauptstadt einziehen lassen, damit auch das deutsche Volk Ge legenheit habe, Euch seinen enthusiastischen Willkommengruß zu bieten. Von heute an ist kein Zweifel mehr darüber, daß Heer und Marine eins sind, eine kann sich auf die andere verlassen, eine zollt der andern die gleiche Achtung, und darüber soll niemand mehr im Zweifel sein (hier sprach der Kaiser mit erhobener Stimme und schwenkte mit der Rechten den Marschallstab), daß, wo ich meine blauen Jungen hinsetze, sich niemand darüber setzt. Nun seid Gott befohlen und empfängt nochmals meinen kaiserlichen Dank.
Der Feierlichkeit im Zeughaus wohnte die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria Luise bei. Nach Schluß der Feier nahm der Kaiser vor dem Zeughaus über die Marine-Abteilung und die Ehren-Kompagnie den Parademarsch ab. Vorher hatte der Kaiser die eroberten Geschütze in Augenschein genommen.
Sitzung der Stadtverordneten
Gießen am 15. Dezember 1900.
Einziger Gegenstand der Tagesordnung: Einführung des Herrn Bürgermeisters Mecum.
Beigeordneter Georgi eröffnete die Sitzung um 5 Uhr nachmittags, und schlug vor, die beiden amtsältesten Stadtverordneten, Petri und Wallenfels, zu beauftragen, Provinzialdirektor Geh. Rat v. Bechtold und Bürgermeister Mecum einzuführen.
Nach Eintritt der genannten Herren ergriff Provinzialdirektor v. Bechtold zunächst das Wort. Nach der am 18. Oktober erfolgten Wahl des seitherigen 1. Beigeordneten von Solingen, Heinrich Anton Mecum, an Stelle des zum Präsidenten des Finanzministeriums ernannten Oberbürgermeisters Feodor Gnauth, und nachdem die Wahl die Bestätigung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs gefunden, liege ihm ob, den neuen Bürgermeister der Pro- vinzialhauptstadt Gießen in Eid und Pflicht zu nehmen. Bevor er zu dieser Amtshandlung schreite, weise er auf die hohe Bedeutung dieses Amtes hin. Den erfreulichen Fort- schritten, die die Stadt in ihrer Entwickelung gemacht, seien neue Aufgaben gefolgt. Er habe die Neberzeugung, daß Herr Mecum das Vertrauen, das die Stadtverordneten durch seine Wahl in ihn gesetzt, zum Wohle der Stadt rechtfertige Er rufe ihm ein herzliches Willkommen entgegen. Möge der Segen Gottes ihn begleiten. Er ersuche nunmehr den Bürgermeister, den vorgeschriebenen Eid abzulegen.
Bürgermeister Mecum that dies mit den Worten: „Ich schwöre, das mir anvertraute Amt eines Bürgermeisters der Provinzialhauptstadt Gießen mit Treue, Eifer und Gewissenhaftigkeit zu verwalten, so wahr mir Gott helfe." Nach Verlesung oes über die Amtsverpflichtung ausgefertigten Protokolls übergab der Herr Provinzialdirektor Herrn Bürgermeister Mecum die Insignien, die er als Bürgermeister zu tragen berechtigt ist.
Die Ansprache, die Bürgermeister Mecum an die Versammlung richtete, lautet:
Hochverehrter Herr Geheimer Rat!
Meine sehr geehrten Herren Beigeordneten und Stadtverordneten!
Ihnen, Herr Geh. Rat, darf ick wohl in erster Linie meinen wärmsten, tiefgefühlten Dank dafür aussprechen, daß Sie in eigener Person meine Verpflichtung entgegengenommen und mich in mein verantworlungsreicheS Amt eingeführt haben. Ich möchte diese Ge- legenbeit nicht vorübergehen taffen, ohne namens der Stadt Gießen das Gelöbnis unverbrüchlicher Treue und unwandelbaren Gehorsams gegen den angestammten Landesfürsten und die Großherzogliche Staalsregterung zu erneuern. Ihnen gegenüber, Herr Geh. Rat, möchte ich die Bitte aussprechen, daß Sie wie bisher, so auch in Zukunft der Stadt und deren Verwaltung Jbr freundliches Wohlwollen bewahren und ihr auch fernerhin mit Rat und That zur Seite stehen. Umgekehrt gebe ich namens der Stadt, welche ich jetzt zu vertreten die Ehre habe, die Versicherung ab, daß Staats- regierung, Provinzial- und Kreisverwaltung diese Stadt stets auf ihrem Posten finden werden, namentlich wenn es sich um die Verbesserung der Lage der wirklich Hilfsbedürftigen und Notleidenden handelt
Der städtischen Vertretung gegenüber sageüch hierdurch herzlichsten Dank für das Vertrauen, welches sie mir bei meiner Wahl entgegenbrachte, indem sie mich für fähig und würdig erachtete an der Spitze der Verwaltung dieses aufblühenden Gemeinwesens zu stehen. Es bedarf wohl keiner besonderen Versicherung, daß es mir vornehmste Pflicht sein wird, so viel an mir liegt, das Wohl der Allgemeinheit und jedes einzelnen Bürgers zu fördern. Für den einzelnen Beamten wird es kaum möglich sein rechtzeitig zum einzelnen Punkt zu erkennen, wo eine Verbesserung oder ein Fortschritt wünschenswert ist, er wird auch nicht immer in der Lage fein, sofort und mit unfehlbarer Sicherheit das beste Mittel zur Abhülfe zu finden. Ich bitte deswegen jeden einzelnen um seine Mitarbeit, ich bin jedem dankbar für eine freie Meinungsäußerung und nehme einen guten Rat jederzeit und von jedem gern entgegen, wie ich mich auch von meiner einmal gefaßten Meinung gern zur befferen Ansicht bekehren lasse.
M. H. Es möchte manchem. scheinen, als ob die Entwickelung unserer Stadt nach Vollendung der jetzt in Ausführung begriffenen und
demnächst in Angriff zu nehmenden Arbeiten einen gewiffen Abschluß erreicht haben würde ; aber ich meine, daß ein im Fortschritt begriffenes Gemeinwesen, wie Gießen, auch in Zukunft nicht ruhen und nicht rasten darf, denn Stillstand ist Rückschritt. Es wird Pflicht der Verwaltung sein, mit offenem Auge zu wachen, und die Entwicklung anderer Gemeinden sorgfältig zu beobachten, damit wir von diesen nicht Überflügelt werden. Die Verwaltung muß Ihnen über neue Fragen immer frühzeitig Vortrag halten, auch wenn die Zeit zur Lösung derselben noch nicht gekommen sein sollte, denn je früher man die Neuerungen ins Auge faßt, desto besser können sie vorbereitet und durchgeführt werden, wenn die Bedürfnisfrage sich nicht länger verneinen läßt. Ich rechne dahiu namentlich solche Anlagen, welche die sanitären Verhältnisse der Stadt zu derbeffetn ober durch zu erhoffenden Gewinn die Einnahmen zu 'S’ben im Stande sind.
Nack) der eifrigen und vorsorglichen Tätigkeit meines AmtS- vorgängers wird es mir kaum möglich fein, in gleichem Maße nutzbringend zu arbeiten wie dieser; ater er soll mir allezeit ein leuchtendes Beispiel sein, welchem nachzueifern ich jederzeit eifrig bestrebt sein werde.
Auch Sie, meine Herren Beamten, bitte ich um Ihre eifrige Mitarbeit. Der Rat und die Anregung eines alten, erfahrenen Beamten sind jederzeit wertvoll und schätzenswert und werden von mir immer gern entgegengenommen. Ich versichere Sie, daß jeder Beamte bei mir ein offenes Ohr finden wird.
Sie alle, meine Herren, welche in diesem Saale versammelt siud, bitte ich nochmals herzlichst um ein einmütiges Zusammenwirken, dann wird es zum Wohle und Gedeihen unserer ltebm Stadt Gießen fein.
Beigeordneter Georgi ergreift hierauf das Wort zu folgender Ansprache:
Hochgeehrter Herr Bürgermeister!
Nach Einführung in Ihr Amt, habe ich die Ehre, Sie im Namen des Stadtvorstandes als nunmehrigen Bürgermeister der Stadt Gießen zu begrüßen. Sie sind in diese verantwortungsvolle Stelle durch freie Wahl der Stadtvorstandes berufen worden und wird derselbe allezeit bereit sein, im Verein mit Ihnen die Interessen unserer Vaterstadt zu. fördern. Es erwarten Sie große, wichtige und schwierige Aufgaben, deren Vorbereitung und Ausführung der Stadtvorstand vertrauensvoll in Ihre Hände legt, und ist sich jeder Einzelne von uns bewußt, daß zur gedeihlichen Entwickelung unseres Gemeinwesens seine getreue Mitarbeit erforderlich ist.
Sie finden zu Ihrer Unterstützung eine geschäftskundige, arbeitsfreudige Beamtenschaft. Nach Schluß der Sitzung werde ich mir erlauben, Ihnen die Herren einzeln vorzustellen, und gebe ich der Hoffnung Ausdruck, daß das seitherige gute Einvernehmen zwischen Verwaltung und Beamten fortbestehen möge.
Nun, meine Herren, liegt mir noch eine weitere Pflicht ob.
Wahrend der bürgermeisterlosen Zeit hat Herr Beigeordneter Wolff die Geschäfte der Verwaltung mit großer Umsicht und Hingabe geführt, und ist eS mir eine angenehme Pflicht, ihm dafür Anerkennung und Dank des Stadtvorstandes auszusprechen. Indem ich dies hiermit thue, möge er mir gestatten, bei dieser Gelegenheit wiederholt der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß seine bewährte Arbeitskraft unserer Verwaltung noch recht lange erhalten bleiben wolle.
Provinzialdirektor v. Bechtold sprach hierauf dem Beigeordneten Wolff Namens der Kreisverwaltung seine Anerkennung für die Führung der Bürgermeistereigeschäfte aus. — Nach Aufhebung der Sitzung stellte Beigeordneter Georgi die Stadtverordneten einzeln dem Herrn Bürgermeister vor.
Prozeß Sternberg.
Berlin, 15. Dezember.
In der heutigen Verhandlung wird zunächst Rechtsanwalt M o d l e r vernommen. Er erzählt, eines Tages sei die Pfeffer zu ihm gekommen und habe ihn in Sachen des Sternbergprozesses um Rat gefragt. Sie habe gesagt, daß Freunde Sternbergs an sie heranträten, um Briefe, die in ihrer Hand seien, gegen Bezahlung zu erhalten. Sie wisse nicht, was Sternberg von ihr wolle, in den Briefen stehe rstckst viel belastendes; sie habe auch mit der Woydasache gar nichts zu thun. Er habe ihr geraten, die Hand davon zu lassen, da'sie sich event. einer Begünstigung schuldig machen würde. Frl. Pfeffer habe dann den Wunsch ausgedrüüt, daß er einmal mit Dr. Werthauer Rücksprache nehme. Er habe dies auch gethan und zugleich Dr. Werthauer gefragt, was denn da vorgehe. Als Frl. Pfeffer noch ein zweites Mal bei ihm gewesen sei, habe er, Zeuge, wiederum geraten, die Hände ganz davon zu lassen. Beim ersten Besuche schon habe die Pfeffer gesagt, daß die Freunde Sternbergs ihr den Vorschlag gemacht hätten, den Justizrat Kleinholz als Schiedsrichter damit zu betrauen, zunächst die Briefe selbst zu prüfen.
Der Staatsanwalt glaubt hier feststellen zu können, daß Dr. Werthauer gestern die Sache so dargestellt habe, als ob Modler ihm gewissermaßen angeboten habe, Briefe zu kaufen.
Rechtsanwalt-M o d l er entgegnet, das gerade Gegenteil sei der Fall.
Rechtsanwalt Dr. W e r t h a u e r bemerkt, er habe die feste Meinung gehabt, daß oie Briefe vielleicht wieder solche Belastungen enthielten, deren Unzutreffendes und Unmögliches sofort nachzuweisen wäre, sodaß sie zur Entlastung Sternbergs dienen könnten.
Staatsanwalt Braut fragt Dr. Werthauer, ob er denn wirklich glaube, daß jemand die ganze etwas phantastische Schilderung von dem Umwege, Belastungsmaterial zum Entlastungsmaterial zu machen, ernst nehme. Vielleicht könne Dr. Werthauer dies als Vertreter Sternbergs sagen — aber als Zeuge!
Zeuge Dr. Wert Hauer : Ich muß doch sehr bitten, daß das, was ich als Zeuge hier sage, als durchaus ernst genommen wird.
Der Vorsitzende fragt den Zeugen, ob er die Briefe, ioenii er sie verlangt haben würde, dem Gerichte überreicht hätte, wenn sie Betastendes enthalten hätte?
Dr. W e r t h a u e r entgegnet, er würde, wenn Belastendes in den Briefen gestanden hätte, ohne Zustimmung seines Mandanten und der übrigen Verteidiger nichts mitgeteilt haben. Da er aber überzeugt sei, daß Sternberg nichts mit der Woyda vorgehabt habe, so glaube er, daß er die Briefe auch mit etwaigen Belastungen dem Gerichte überreicht haben würde.
Rechtsanwalt W r o n k e r bemerkt, wenn Dr. Werthauer sage, er würde es für seine Pflicht gehalten haben, auch Belastendes dem Gerichtshöfe zu unterbreiten, so müsse er im Standesinteresse und im öffentlichen allgemeinen Interesse hiergegen Einspruch erheben. Die Verteidigung leide in diesem Prozesse so viel, daß es nötig sei, den Standpunkt der ehrenwerten Verteidigung klar zu stellen. Wenn in einem solchen Briefe Belastendes für den Klienten eines Verteidigers stehe, so gebe es für den Letzteren nur einen Weg: er dürfe darüber nicht sprechen, sondern müsse in einem solchen Falle seine Ver-
der
teihigung niederlegen. Er, Wronker, sage hiermit öHPh lich, daß es eine Pflichtverletzung des Ver digers fein würde, wenn er Briefe mit belastend Inhalt dem Gerichte mitteilen würde.
Ehe die Vernehmung der Sachverständigen beging er klärt Rechtsanwalt Wronker, in einem- AM-/ „Post" werde der gestrige Tag als ein Unglüchtag hu- die Gesamtverteidigung bezeichnet, da Dr. Werthavu n-^ enthüllt habe, daß der Brieshandel unter Zustimmung iw Verteidiger stattgefunden; Dr. Sello werde als er huf re r Söldner des V e r b r e,ch e n s bezeichnet und sämtlich^ übrigen Verteidiger ebenso. Er, Wronker, bc- zeichnet diesen Vorwurf der „Post" als völlig unzutreffend; alle beteiligten Ohrenzeugen würden das Unzutreffende bestätigen können.
Es folgen die Gutachten der medizinischen Lach verständigen. Physikus Dr. Puppe giebt als Schluß gutachten, das die vier Sachverständigen schon vor dcei Wochen einstimmig gefaßt haben, dahin ab: „Die pü chiatrische Untersuchung und Beobachtung der Friede Woyda haben ergeben, daß ihr Seelenleben insofern von dem normalen abweicht, als sie ihrer körperlich krank haften Beschaffenheit und der beginnenden Pubertal- entwickelung wegen zu Fehlern der Auffassung und Wiedergabe des Erlebten disponiert ist. Dieser Mang.'! und der daraus entstehende Hang zur Unwahrheit roerbüi wahrscheinlich unterstützt durch eine abnorme sexuelle Anlage. Inwiefern danach die Aussagen der WmA glaubwürdig sind, ist im Einzelfalle diesen ärztlichen Feststellungen gemäß zu entscheiden.
Gerichtsphysikus Dr. Stürmer erklärt: Dieses Kind befinde sich, in einer bedeutungsvollen Lebensphoü', in der Pubertät. Bekanntlich komme es hierbei im Crga nismus nicht nur zu • einer Unmasse iwdtfigiict körperlicher, sondern auch äußerst tiefgreifender scher Veränderungen, aus denen sich je nach den Umständen die edelsten und gemeinsten Seiten der weiblichen Natur entwickeln könnten. Frieda Woyda lei ein sehr begabtes, mit vorzüglichem Gedächtnis ausgestatteler, zum Sinnlichen geneigtes Kind. Dazu komme,datzcs in einer Umgebung gelebt habe, und es obskure Buder zu sehen Gelegenheit gehabt habe, die es vollends zu vergiften geeignet waren. Er bemerke nochmals, daj; er bei seinem früheren Gutachten verbleibe.
Sachverständiger Dr. Albert Moll schließt sich dem allgemeinen Gutachten durchaus aus. Frieda Woyda sei ein .And von deutlich; krankhafter Veranlagung, die eine sexuelle Grundlage habe. Ihre unwahren Darstellungen hätten ein sexuelles Beigemisch, sie sei degeneriert und diese Grundlage weise deutlich auf ihre Unglaubwürdigkeit hin.
Geh. Med. Rat' Prof. Dr. Eulenburg behandelt in einem längeren wissenschaftlichen Vortrag die UrfiiiM/. denen Frieda Woydas Hang zur Unwahrheit entst-nw und giebt eine nähere psychiatrische Analyse über ihre Geisteskräfte. Ihr Gemütsleben und ihr Triebslebeu zeun anormal. Liebe, Freundschaft und RespektsgeM seun ihr vollkommen fremd. Auch von Scham und Reue IW man nichts an ihr bemerkt. Auch er schließe sich dem allgemeinen Gutachten voll an.
Der Vorsitzende teilt nun den Eingang einer anonymen Karte' mit, in der behauptet wird, Fneoa Woyda seien 500 000 Mark für eine günstige Aussage versprochen worden und daß sie nach Schluß der Verhano- lung nach Amerika abgeschoben werden solle.
Gerichtsphysikus Dr. S t ö r m e r hält die Ehlert iyeM für zurechnungsfähig noch für eidesfähig unt) enippen • deren Unterbringung in eine Anstalt. Die Ehlert ‘ eine „rüdige Kröte", aber eine krankhafte, schwachsmni-w Ueber die Callis könne er sich nicht äußern, weil nicht genügendes Material besitze.
Nack)dem die Verteidiger noch verschiedene W an die Sachverständigen gestellt, werden diese entw'* ■ Cs wird bann nochmals Dr. Möhring verrinn Er rickstet scharfe Angriffe gegen die GlaubwürdW der F r a u L i e b e r t, die Feindseliges gegen den W vorgebracht hatte. Bei dem Wortgefecht, das sich zwlM dem Zeugen und der Zeugin entspinnt, bricht: h’lj» in einen derart heftigen Weinkrampf aus, daß t>tc Handlung auf einige Zeit unterbrochen werden W’ . Danach tritt die Schwägerin der Liebert, die jetzige b" Dr. Mö'hring, vor, um gleichfalls die Aussagen der b Liebert als falsch hinzustellen. .
Die Angeklagte Sch Bing, die außer der günstigung auch der Beleidigung angeklagt ist, grem -' daß sie bei einem den Blümke's gemachten Besuch Polizeibeamten beleidigt habe. c
FrauMiller wird über einen von ihr gestern ave in Begleitung ihres Mannes dem Tr. Werthauer a g statteten Besuch befragt. Sie bekundet, daß der Bl, der Erörterung von Rechtsfragen, betreffend ihre -- usw., gegolten habe. Als sie das Gespräch aus Prozeß habe bringen wollen, habe Dr. Werthauer gl i 0I» er würde sich nur in Gegenwart zweier Zeugen dieso z v
$ Die^Beweisaufnahme ist. damit geschlosseu.
der Vereidigung der noch nicht vereidigten 30 Z 9 führt zu längeren Erörterungen. , w-ibe
Staatsanwalt Braut beantragt, eine dieser Zeugen nicht zu vereidigen, da sie der T verdächtig erscheinen. Darunter befinden sich d
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Herrn Schulze tlj» ; v. m Lternbergschen I Sic ^erausforderu« «lueil bildet den & Ieilens der teflfeft/
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lüftet Dr. Sell nc.dpcm der Gerichtshof (Hei Begiinstigunc rffch! plaidieren. An S ffuitsanwalt Tr. Fuch Lngellagte Wender wir! D /Angeklagte Schedinc tii idigt werden. Tie Pla linde 'geführt : hto \W\\. M erwartet rund Äenoffen wurde i wernommen. Bei der -genommenen Angeklag! maä Briefschaften abg mgstnislos verlausen, b ri Prozeß, nicht ein, - k Aufwendungen des Hin iniiih 20000 Mark b>
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Rechtsanwalt Dr. Werthauer entgegnet er ausdrücklich gesagt, daß er ohne Zusti'mniuV, fernes Klienten und der M i t v e r t e i d i g c r nicht-- geethan haben würde. Als bei verschiedenen Fragen db der Rechtsanwalt Fuchs I. an den Rechtsanwalt ' ler stellt, der erstere öfter vom „Kollegen" Wertha^ spricht, wirft Reechtsanwalt Wronker halblaut hc zwischen: „Rechtsanwalt Werthauer."
Rechtsanwalt Dr. Werthauer weist dies- Zwischenruf mit gehobener Stimme als eine Ungei zurück, die er sich nicht gefallen lasse. Er halte die oes Anwaltstandes ebenso hoch, wie Wronker. Re§ anwalt Wronker nimmt hierauf den Zwischenruf zurüj
Sternberg setzt in längerer Ausführung ausciv ander, daß es nicht unlogisch sei, wenn seine Freunde st in den Besitz des Briefes hätten setzen- wollen, mit dessen Hilfe es vielleicht hätte gelingen können, die Fäden de- Komplotts zu entwirren.
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