größte Erregung hervorgerufen; aber sobald die Einzelheiten bekannt wurden, legte sich die Bestürzung so schnell als sie gekommen war. Aus Wien liegt uns folgende Meldung vor: Alle Bevölkerungsschichten find auf das höchste befriedigt über das Mißlingen des auf den deutschen Kaiser verübten Attentats. Zahlreiche hohe Würdenträger sprachen in der deutschen Botschaft vor. Kaiser Franz Josef richtete sofort ein Glückwunschtelegramm an seinen hohen Verbündeten._______
Die Beerdigung der Opfer der Eisenbahn- katastrophe.
Offenbach, 16. November.
Unweit der Stätte, wo vor acht Tagen auf offener Bahnstrecke die verhängnisvolle Brandtätastrophe mit ihren furchtbaren Folgen sich ereignete, aus dem neuen, an der Bebraer Bahnlinie gelegenen Teil des Offenbacher Friedhofs wurden heute in einem Massengrabe die damals ums Leben gekommenen Personen beerdigt oder vielmehr die wenigen Ueberreste, die dem vernichtenden Element nicht zum Opfer gefallen waren.
Schon lange vor dem auf 3 Uhr nachmittags festgesetzten Beginn der Beerdigung strömten ungezählte Tausende nach dem unmittelbar an der Stadt gelegenen Friedhos. Die große Beteiligung der Bevölkerung mag als ein Zeichen der herzlichen Anteilnahme weitester Kreise an dem traurigen Geschick der auf fo_ tragische Weise plötzlich aus dem Leben geschiedenen Opfer gelten. Feierliches Geläut erschallte von den Türmen der Kirchen und verkündete des Dramas letzten Akt. Bor der glasüberdachten Leichenhalle hatten die Angehörigen der Verunglückten, die Vertreter der staatlichen, städtischen und kirchlichen Behörden und die Offiziere der Garnison Aufstellung genommen. Unter ihnen befanden sich als Repräsentanten des Großherzoglichen Ministeriums Ministerialrat Ewald aus Darmstadt und Kreisrat v. Hom- bergt Der Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 168, Oberst Wunsch, Eisenbahndirektions-Präsident Thome, Oberamtsrichter Landmann mit dem gesamten Richterpersonal, Beigeordneter Wolff in Vertretung des verreisten Oberbürgermeisters Brink, für die Handelskammer Geheimer Kommerzienrat O e h l e r, die evangelische, katholische und israelitische Geistlichkeit und die Offenbacher Stadtverordneten. Unter der Glashalle standen die kranzgeschmückten Särge, zehn an der Zahl. Einer von ihnen barg die sterblichen Ueberreste der beiden Russen, deren Agnoszierung noch in letzter Stunde gelungen ist. Der eine von ihnen ist der 20 jährige Fabrikantensohn Paul Koschewynkow, der andere der etwa 35 Jahre alte Fabrikant Nikolai Michailoff; beide wohnten in St. Petersburg und befanden sich auf einer Besuchjsreise nach Davos in der Schweiz. Die Bestattungsfeier nahm vor 3 >Uhr mit der Einsegnung des die Russen bergenden Sarges ihren Anfang. In Anwesenheit ihrer aus Davos herbeigeeilten Angehörigen zelebrierte der griechisch - katholische Probst von Protopop o f f, der erste Geistliche an der griechischen Kapelle zu Wiesbaden, unter Assistenz eines zweiten Priesters eine Messe, deren Gesänge ein Männetquartett vom Ehor der Kapelle ausführte. Nachdem sodann der katholische Geistliche, Kirchlicher Rat Schäfer-Offenbach, ein kurzes Gebet verrichtet, hielt der evangelische Pfarrer Zaubitz die Träuerrede.
Die Kapelle des 168. Infanterieregiments intonierte nach! dieser Ansprache einen Choral, worauf sich der Trauerzug formierte. Voran schritt die Musikkapelle, dann folgten die zehn Särge, getragen von je acht Eisenbahnbeamten. Die Geistlichkeit aller in Offenbach vertretenen Konfessionen schloß sich an, ihnen folgten die Angehörigen, Behörden, der Gesangverein Liederzweig, Offiziere, Bahnbeamte in großer Zahl, Feuerwehr usw. Auf dem Wege zum Massengrabe bildeten Tausende von Menschen Spalier. Das Hinablassen der Särge in das etwa 40 Quadratmeter große Grab wurde in der Weise bewerkstelligt, daß in der vorderen Reihe sechs, in der Hinteren vier Särge zu stehen kamen. Die Klänge des Chopin'schen Trauermarsches begleiteten das tzinabsinken der Sarge. Als" erster Redner ergriff Kirchlicher.Rat
Schäfer das Wort. Wir sind, so führte er aus, an einer Grabstätte versammelt, um elf unserer Mitmenschen zur letzten Ruhe zu betten. Wie das Geschick die Verunglückten vor ad)it Tagen aus verschiedenen Landen zusammengeführt chat, so ruhen sie hier gemeinsam im Grabe. Ganz Deutschland durchbebte Schmerz und Teilnahme, ja die ganze Welt nahm innigen Anteil an der Katastrophe. Für die verunglückten Israeliten sprach Rabbiner Dr. Goldschmidt. Nun folgte Probst von Protopopoff mit einer Trauer- und Trostrede in russischer Sprache, die mit dem „Vaterunser" in deutscher Sprache schloß. Der Männergesangverein Liederzweig sang daraus den Trauerchor „Wie sie so sanft rühm". Einigen kurzen Worten des Pfarrers Zaubitz folgte eine Ansprache des Eisenbahn-Präsidenten Thome. Unter den Klängen der Jnfanteriekapelle, die „Es ist bestimmt in Gottes Rat" zum Schsluß der ergreifenden Trauerfeierlichkeit intonierte, folgte eine Kondolation der Spitzen der Behörden bei den anwesenden Angehörigen der Verunglückten. Bis in die späten Abendstunden war das blumengeschmückte Massengrab der Zielpunkt Tausender von Menschen.
Prozeß Sternberg.
Berlin, 16. November.
Staatsanwalt Brant teilt mit: Die Staatsanwaltschaft hat sich wegen der Ladung der Margarethe Fischer telegraphisch nach New York gewandt. Diese hat fidy bereit erklärt, sofort zu reisen, aber unter folgenden Bedingungen: 1. freies Geleit, 2. Zahlung von 5000 Mark, 3. 'freie Fahrt 2. Klasse und freie Verpflegung für sich und ihre Begleiterin Helene Fischer. Der Staatsanwalt bemerkt, daß er bereit sei, soweit dies innerhalb der gesetzlichen Grenzen geht, die Hand dazu zu bieten, tv-ft die Fischer hier in Berlin an Gerichts stelle erscheine. (£-3 werde sich fragen, ob der preußische Staat, unter ixfl'en Steckbrief die Fischer stehe, diese erfüllen könne, t^anz unerfüllbar erscheine ihm die Zahlung von 5000 Mark, dagegen wäre freie Her- und Rückfahrt 2. Kajüte zu gewähren.
Der Gerichtsbeschluß lautet: Ter Gerichtshof weist die Zumutung, einer als Zeugin vorgeladenen Person g ewisse Bedingungen zu erfüllen, zurück, namentlich auch die Zumutung, ihr 5000 Mark zu zahlen. Der Gerichtshof erklärt sich ferner für unzuständig, die Gewährung freien Geleits zu beschließen, weil die Strafsache Fischer sich erst im Vorverfahren befindet und eine Verbindung dieser Sache mit der Sternberg'schen durch die Strafkammer nicht beschlossen werden kann. Der Gerichtshof giebt dem Staatsanwalt anheim, die Aufhebung des Haftbefehls durch das Amtsgericht herbeizuführen, und ist bereit, diejenigen Gebühren anzuweisen, die angemessen und gesetzlich sind. Dazu sind auch die Gebühren für die Mitreise einer Gesellschafterin zu rechnen.
Hierauf wird die Vernehmung der Frau Valeska Hausmann fortgesetzt. Sie verbessert ihre Aussage dahin, daß das Mädchen Callis ihr schau vor ihrer ersten polizeilichen Vernehmung den Namen Sternberg genannt habe. Die Callis bestreitet dies. Die Zeugin Hausmann erklärt ferner, daß der Angeklagte Luppa auf sie nie Beeinflussungsversuche gemacht habe, sie seien vielmehr nur vom Kapitän Wilson ausgegangen. Dieser habe sich auf dem Gerichtskorridor an*, dem Tage, als sie vor dem Untersuchungsrichter vernommen wurde, au sie herangemacht und in einem osfenstehenden „Zimmer der Angeklagten" viel Bier getrunken. Daß der Krimiual- schutzmann Stierstädter öfter in ihrer Wohnung gewesen und auch über den Prozeß Sternberg mancherlei gesprochen habe, giebt sie zu, verweigert aber ihre Aussage über ihren weiteren Verkehr mit Stierstädter. Richtig' sei es, daß er mit der Zeugin Brauer in Verkehr gestanden hat. Die Zeugin hatte eines Tages mit Stierstädter verabredet, unter dem Vorgeben, eine Reise nach Holland machen zu wollen, den Kapitän Wilson nach dem Bahnhofe zu locken, wo ihn Stierstädter verhaften wollte. Sie ist dann zu dem aus einem Bureau Sternbergs damals thätigen Rechtsanwalt Dr. M ö h p i n g gegangen umd hat ihm die Absicht, zu verreisen, mitgeteilt. Dr. Möhrung habe ihr gesagt, es wäre sehr gut, ir e n n f i c nach Holland gehe. Wenn sie drüben sei, würde er ihr eine Likörstube schenken.
etwas von der lithauischen Erdschwere an sich selber und bemüht sich immer aufs neue, sie loszuwerden, indem er sie an seine poetischen Gestalten abgiebt.
Das Stück hatte bei uns einen starken Erfolg. Frl. Schoelermann bot als Marikke sicher ihr Bestes. Sie wirkte mit den feinsten künstlerischen Mitteln, sehr zu Gunsten ihres Rollencharakters, ihrer „Melodie", wie Sudermann sagt, und machte es voll begreiflich, warum man ihr in dem Gutshause den Beinamen „Heimchen" gegeben hat. Frl. Sch. versteht auch das stumme Spiel. Allerdings steckt ja wohl ein Weniges von der stehlenden und schnapsenden Mutter in Marikke; sie sagt von sich selber, daß der Teufel wohl immer in ihr saß. Das hätte Frl. Sch. vielleicht ein wenig mehr betonen können. Im ganzen genommen aber war'S eine wahrhaft künstlerische Leistung, die sie bot. Hingebende Wärme und wilde Leidenschaftlichkeit schienen bei ihr gleich echt. Auch der alte Bogelreuter des Herrn Ramsey er hat gefallen. Er brachte den derben ostelbischen Landwirt m,t gesundem Nachempfinden auf die Bühne, wenn diese Figur wohl auch ein Mehr an Wärme vertragen kann. Frl. Kugler schien uns die kleine Trude um eine Kleinigkeit zu weit nach der naiven Seite gefaßt zu haben; eS wäre hier Aufgabe der Künstlerin gewesen, nicht zu über- tveiben, sondern zu mildern. Aber sie war dabei von rührender Einfalt und dabei so liebenswürdig, daß sie den guten Gesamteindruck nur vervollkommnete. Herr di Bal- thyni war zu wenig einfach, wie es das Milien verlangt, zu pathetisch, er stand zu sehr Pose. Herr Reinhardt als Prediger Haffke sprach ein überraschend echtes Ostpreußisch und hatte eine Reihe glücklicher Momente, die dann freilich durch eine gewisse Monotonie abgelöst wurden. Frau Helm war eine durchaus gelungene Weszkalnene (der allgemein bekannte lithauische Name heißt übrigens WeszkalnieS, z» deutsch Krebsberg). Die Damen Ernst, Kruse und
Estchenwald und Herr Kirchner-Kirchberg in kleinen Nebenrollen dürfen mit Lob erwähnt werden.
Es macht uns eine Freude festzustellen, daß, alles in allem genommen, Regisseur und Darsteller miteinander wetteiferten, auch das kleinste der bisweilen nicht leicht zu bewältigenden Dichtung zur Geltung zu bringen, und zwar mit dem besten Erfolge.
Eine Jugenderinnerung möchte ich hier anknüpfen. Der Prediger Haffke in Sudermanns Drama zitiert die ersten Zeilen eines Brautkranzgedichtes. Dieses Poem Sudermanns ist keineswegs ein „Torso"; es stammt aus dem Winter 1877/78. Sudermann hatte oamals, soweit ich mich erinnere, soeben fein erstes philologisches Examen hinter sich und brachte den Winter bei seinen Ellern zu, die eine kleine Brauerei in dem ostpreußischen Dorfe Szibben besaßen. Sudermann war damals als flotter Tänzer und auffallend hübscher junger Mensch auch in den Nachbarorten wohl bekannt und erhielt nicht nur eine Einladung zu der Hochzeit der Apothekerstochter in dem benachbarten Kreisorte Heydekrug, sondern, als Poet im engeren Kreise schon damals geschätzt, auch die Aufforderung zur Abfassung des Brautkranzgedichtes. Auch meine Eltern und Schwestern nahmen an jener Hochzeit teil, und so ist das wohl aufbewahrte Gedicht, das wohl bisher noch nicht gedruckt worden ist, in meine Hände geraten. Es lautet:
„Die Blumen find der Jungfrau Freudgenofsen, Sie schling« fanft sich durch ihr L:nzesglück, Und Lust ur.b Leid, wie beide sie enUprossen, Sie spiegelt hell ein Blumenkelch zurück.
Da ist die Rose, Königin der Freuden, Die unser Haar beim Festesretgen schmückt, Vergißmeinnicht, dav stille, daS beim Scheiden Die Freundin weinend an die Lippen drückt;
Wenn sie wollte, würde er Wilson abends auf den Bahnhof schicken. Als sie abends mit Stierstädter zum Bahnhofe kam, hätten sie vergeblich auf Wilson gewartet und seien unverrichteter Sache nach Hause gegangen. Alle» in allem habe sie bei verschiedenen Gelegenheiten von einzelnen Vertretern der „Partei Sternberg" etwa 83 Mark erhalten. Diese sollten nur fürUeberlassunW der Photographie sein.
Nach einem alsdann erstatteten Gutachten des Schreib- sachverständigen Rechnungsrat Junge rühren die beiden anonymen Briefe, die die ganze Strafsache in Fluß gebracht haben, nicht von der Hand des Herrn Stierstädter her. Die Schriftform und Schriftlage des Letzteren ser eine wesentlich andere.
Die nächste Zeugin ist die 16jährige Martha Schn ör- wan ge, die aus Anregung der Zeugin Callis auch ber tier Fischer verkehrte. Sie bezeichnet bestimmt als den Mann, den sie dort getroffen, und behauptet, daß auch die Callis wifseu müsse, daß Sternberg der Maler aus Frankfurt a. O. gewesen sei. Äuch dieser Behauptung widerspricht die Callis nachdrücklichst, und es kommt zu einem heftigen Wortgefecht zwischen den beiden. Auch die Teichert soll der Schnörwange allerlei über ihre Erlebnisse mit dem Maler erzählt haben. Den behaupteten Inhalt dieser Erzählungen bestreitet dre Teichert energisch Ihre Erregung gegen die Zeugin steigert sich so, daß sie ihr zuruft: „Das ist nicht wahr, lüge hier nicht so frech!" Präs.: Angeklagter Sternberg, was sagen Sie zu dieser Schnörwange? — Angekl. Sternberg: Es wiederholt sich hier dasselbe toid mit der Ehlert, alles, was sie (Zeugin) hier gesagt hat, ist von A bis Z erfunden und unwahr, wie viele andere genaue Einzelheiten, die das Mädchen früher zu Protokoll gegeben hat und die sie heute selbst als unwahr zugiebt' Zeugin Schnörwange giebt zu, diese Unwahrheiten früher zu Protokoll gegeben zu haben, behauptet aber, daß die Ehlert ihr diese weiteren Unwahrheiten an die Hand gegeben habe. Die Schnörwange bleibt trotz eindringlicher Warnung vor dem Meineide bei ihren Behauptungen. Eingewirkt fei auf sie insofern, als eine Frau Stabs mit Herrn Wolf bei ihr gewesen sei. Letzterer habe ihr gesagt, sie solle nur die Wahrheit sagen, und wenn alles 'gut gehe, wurde sie ihr Gutes haben. Während der jetzigen Gerichtsverhandlung habe Frau Stabs, die mit Fenstermoos handle, mehrere Male in der Konditorei für sie und eine Anzahl anderer Mädchen die Zeche in Höhe von 3 Mark bezahlt. Auch Frau Wolf habe der Teichert und Callis in der Kon-, ditorei etwas spendiert. .
Hierauf wird Frau Auguste Teichert, die Mutter der T., darüber vernommen, ob ihr ober ihrer Tochter von irgendwelcher Seite Geldversprechungen gemacht worden sind. Sie bestreitet dies, wiederholt aber dre von ihrer Tochter gegebene Erzählung, daß Stierstädter eines Tages bei ihr gewesen sei und ihrer Tochter einen Konfirmationsanzug, ihr selbst Leinenzeug ?c. in Aussicht gestellt habe. Dabei habe er von Sternberg gesprochen uni ihre Tochter ermahnt, die Wahrheit zu sagen.
Hierauf wird die Sitzung auf Samstag halb 10 Uhr vertagt. ______________
Aus Stadt und Zand.
Gießen, 17. November.
•* Projektiousvorträge für Damen. Der erste Vortrag von Prof. Sauer (Polygnot und die altgriechische Malerei) findet am Montag den 19. November 4 bis 5 Uhr, bezv. Dienstag 20. November 6 bis 7 Uhr statt; für Montag gelten die roten, für Dienstag die grünen Karten. I« übrigen verweisen wir auf den Inseratenteil.
♦♦ Elektrizitätswerk. Wie wir erfahren, hat nunmehr die Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft vorm. Schuckert u. Co., die mit dem Bau des hiesigen Elektrizitätswerks Betraut ift, im Neubau des Herrn Julius Bach, Plockstraße, geeignete Räume gemietet, um alsbald mit ihren Arbeiten am hiesigen Platze zu beginnen. Die Gesellschaft beabsichtigt, außer dem für das städtische Werk erforderlichen Baubmeau ein JnstallationSbureau zu errichten, das sich speziell mit
D,s Maßlieb, dem wir lächelnd anoertrauen, Waö uns so thöricht heiß im Herzen schwillt, Und endlich dann die Lilie, edler Frauen Wehmütig stolzes, unschuldsvolles Bild. Doch alles überstrahlt in mildem Glanz Der Frauen Lorbeer, er, der Myrthevkränz.
In einer einz'gen von des Lebens Stunden, Set es am Sarge, sei es am Altar, Schlingt er, von lieber Hand gewunden, Sich ernst und feierlich durch unser Haar. Nur einmal darf als ew'ger Liebe Zerchen Die Freundin scheidend ihn der Freundin reich«.
So nimm ihn hin. Wohl keine schön're Spende Kann ich Dir jemals, Traut«, wrth'n hinied«, Ich leg' ihn freudig stolz in Deine Hände — Und dennoch trauernd, denn nun hetßtS — geschieden!
Geschieden nun! Wie eine düst're Klage Umhüllt dies Wort das jubelhelle Glück — Geschieden nun! Der Heimat Jugendtaae, Sie kehren nimmer, nimmer Dir zurück!
Du warst unS Freundin, Schwester! Deinem Herzen Erschloß ich treulich mich in Lust unb Leid Und stets hast Du in Klagen oder Schmerzen Ein Wort des Trosts, der Liebe mir geweiht.
Un8 allen wirst Du fehlen, allen, allen, Set es im träumrisch düster» Kämmerlein, Se»'s in der Feste klangdurchwogten Hallen — Und doch — wir müssen ja zufriedm sein!
Denn eine schön're Heimat beut Dir Schatten, Da3 neue stolze Glück, das Du erkorst, Schenkt Dir im treuen Herzen Deines Gatt« Viel tausendfach zurück, was Du verlorst Der Myrthenkranz, der sich in Abichicdsthränen spiegel., •f sei rs« der Dein neues Lebenöglück besiegelt 1*
P, Witiko.


