Ausgabe 
18.10.1900 Erstes Blatt
 
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KMische Tagesschau.

Die jüngste Rede des Kaiser- auf der Saalburg zu drehen und zu deuteln, ist jetzt die beliebte Beschäftigung ver­schiedener Blätter. Da sagt ein freikonservatives Blatt, wenn der Kaiser von einemWeltreich" gesprochen habe, so habe er nicht gemeint, Deutschland solle Rom. in der Ausdehnung seines Gebietes nacheifern, sondern danach streben, durch sein 'geistiges Uebergewicht die Welt zu be- herrschen. Ferner lieft man in derBoss. Ztg.":

Daß der Zar 1895 in Berlin erschien und Fürst Gortschakosf in alle Welt meldete, ützt sei der Friede gesichert, «ls hebe Alexander II. in der deutschen Hauptstadt den Frieden geboten und nach dem Wunsche des Generals £;flo schützend sein Schwert über Frankreich gehalten, das war nach dem Zeugnis des ersten Kanzlers der Hauptgrund für die später eingetretene tiefe Entfremdung zwischen Deutschland und Rußland. Führen aber schon diplomatische Ein­mischungen zu bedrohlichem Unfrieden, wohin sollte heutzutage ein Versuch führen, die Weltherrschaft zu erringen? Napoleon I. hat den Versuch gemacht. Er hat ihn auch den Rusten zugetrsut. Das Testament Peters des Großen, ob <6 echt oder falsch ist, hat die rusfische Politik vielfach bestimmt. Das Moskowitertum steht in dem Zaren den berechtigten Nachfolger der byzantinischen Kaiser, und erwartet, daß er einst das griechische Kreuz auf der Hagia Sophia aufpflanze. Als aber der erste Napoleon, über die Karte gebeugt, nachsann, ob er das russtsche Bündnis mit der Auslieferung Kon­stantinopels erkaufen solle, da kam er zu dem Schluß:Niemals, das bedeutete die Weltherrschaft." Und auch andere französische Staatsmänner haben später gesagt, wenn der russtsche Koloß den einen Fuß auf den Belt und den anderen auf den Bosporus setze, dann sei eS vorbei mit der Selbständigkeit Europas, und die Frei­heit könne nach Amerika auswandern. Hüben Rußland, drüben Eng­land, Weltreiche, aber ohne Weltherrschaft. Und da will man dem Deutschen Kaiser unterstellen, er denke an die Weltherrschaft, wo Deutschland nicht einmal ein Weltreich ist?

Wir finden, daß das, was der Kaiser gesagt hat, fe unzweideutig und klar ist, daß es gar keiner Auslegung und Kommentierung bedarf. Der Kaiser hat nach dem amtlichen Bericht gesagt, daß es dem deutschen Vaterlande beschieden sein möge, in künftigen Zeiten durch das ein­heitliche Zusammenwirken der Fürsten und Völker, ihrer Heere und ihrer Bürger so gewaltig, so fest geeint und so maßgebend zu werden, wie es einst das rö­mische Weltreich war, damit es auch in Zukunft dereinst heißen möge, wie in alter Zeitcivia Romanus aum, nunmehr:Ich bin ein deutscher Bürger". Klarer kann man sich doch nicht ausdrücken. DaS deutsche Reich soll auf dieselbe Stufe gebracht werden, wie das vergangene römische Weltreich, eS soll auch sogewaltig" und so maßgebend" werden wie früher jenes war!

Durch das Gewerbe-Unfallverficherungsgesetz vom 30. Juni 1900 ist die Versicherungspslicht auf viele Betriebe ausgedehnt worden, die seither nicht versicherungspflichtig waren, und es erfährt dadurch der Kreis der Personen, die der Wohlthaten der Versicherung teilhaftig sind, eine be­deutende Erweiterung. Zu jenen Betrieben gehören in der Hauptsache die der gewerblichen Brauereien, der Fensterputzer, der Schlosser und Schmiede, sowie der Fleisch er meister, die bisher nur unter gewissen Voraussetzungen der Versicherung unterlagen, nun aber unter der einzigen Voraussetzung der Beschäftigung einer oder mehrerer Hilfspersonen versicherungspflichtig sind. Das Reichs Versicherungsamt hat bereits durch eine Be­kanntmachung zur Anmeldung der neu versicherungspflichtigen

Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die unterfertigte Behörde von Donnerstag dem 18. l.MtS. ab aus Grünbergerstraße 5 in das frühere Rentamts- gebäude Senkenbergftraße 7 verlegt wird, und daß daselbst infolge dieser Veränderung der nächste Zahltag erst wieder Sawstag den 20. l. Mts. abgehalten werden kann.

Gießen, den 16. Oktober 1900.

Großh. Distrikts Einnehmern Gießen I.

Hansult.

Kang-yih.

Nach den jüngsten Nachrichten scheint es wahrschein- daß Kang-yih, einer der Führer der fremden- Partei am chinesischen Hof, seine unheilvolle -Lhatlgkelt wird mit dem Tode büßen müssen. Unter diesen Umstanden dürfte das folgende Charakterbild Kang-Yihs, das ein Shanghaier Korrespondent giebt, auf allgemeines Interesse rechnen können, zumal da es überhaupt charak- terytyche Einblicke in das Wesen des chinesischen Beamten- ^Um^re^^ne^' ö°nt 8. 0. M. datierte Bericht lautet: Auch Kang-yih ist Mandschu und, wie die meisten seines Volkes ein ungebildeter Mensch. Er schreibt und liest nicht einmal chinesisch, wenn er es auch sprechen kann. Er hat schlechterdings keine wissenschaftliche Vorbildung, und em Verständnis für den Wert und die Bedeutung zeitgemäßer Reformen geht ihm vollständig ab. Für ihn ist jeder, der mit einem Europäer in nähere Be­ziehungen tritt, ein Verräter. Die Entfernung Weng- Tung-Ho's von seinem Posten als Lehrer und Berater des Kaifer. Kwang-Hsü ist in erster Linie auf Kang-Yih zurück- zusuhren; es ist bekannt, daß er seit jenem Erfolg einer der Führer in Peking war.

Kang-yih hat seine Karriere als gewöhnlicher Schreiber begonnen. Es gelang ihm, die Aufmerksamkeit seiner Vor- S.^etzten auf sich zu ziehen, die ihm sehr bald das Amt eines Mandschufekretärs in einem Ministerium übertrugen. DS bauerte nicht lange und Kang-yih war erster Sekretär un Finanzministerium. Tann kehrte er der Hauptstadt TnnM-nl9e Ack ben Rücken. Er wurde hintereinander Weitfchu, Swatau und Kayinchau im Hakka- 8nffp' plrbJnhreJ ld) Provinzialrichter in Kwangtung. Nun e.rnen Posten erreicht, der ihm die Wege W^rd^u öu weiterem Ansehen und neuen

Meaenheit w Provinzialrichter hat man überall

$robi?ni m S1* Schatzmeister dieser reichen e^to^6^ « Kn Grund zu seiner Macht und seinem erließ,um selbst dL GouL^en " Lkr B inz zuerst ^chansis und dann KiancnuZProvinz Den Weg dorthin hatte ihm ^r

Kaiserin-Witwe, Li-Lien-ying, gebahn? Diese?^b ^im vergangenen Sommer mit einer Hinterlassensebn 100 Millionen Mark, einer Summe, die er sieb nfarl -erspart" hatte. Li-Lien-ying Ikbte

der Art Kang-Yihs. Er sorgte für sie. Eines Taqes^wurde Kang-yrh Gouverneur von Canton. Als solcher Ham er persönlich nady Peking, um der Kaiserin-Witwe aus Anlaß ihres Geburtstages seine Glückwünsche und ein Geschenk zu überbringen. Tas Geschenk bestand seltsam genug für den ausgesprochenen Fremdenhasser Kang-yih r aus je 100 Goldmünzen jeder Art und jedes Landes,

Bekanntmachung

Betr.: Vorträge über Obstbau.

Der Obstbautechniker des Oberhessischen Obstbauver- tin5, Herr Metz aus Friedberg beabsichtigt die nachstehend verzeichneten Orte des Kreises Gießen zur Abhaltung von Borträgen über Obstbau^und praktischen Unterweisungen an Obstbäumen zu besuchen.

An Wochentagen beginnen die Vorträge abends 8 Uhr, an Sonntagen nachmittags 3 Uhr; die praktischen Unter­weisungen nach Maßgabe besonderer Mitteilungen an die Herren Obmänner bezw. Großh. Bürgermeistern.

Donnerstag 18. Oktober Utphe Freitag 19. Oktober Trais-Horlof Samstag 20. Oktober Steinheim Sonntag 21. Oktober Hungen Montag 22. Oktober Inheiden Dienstag 23. Oktober Bellersheim Mittwoch 24. Oktober Obbornhofen.

Zahlreiche Beteiligung von Mitgliedern des Oberheff. Obstbauvereins und sonstiger Freunde des Obstbaues erwünscht.

Gießen, den 12. Oktober 1900. Der Vorsitzende des Vereins^ Bezirks.

I. V.: Dr. Heinrichs.

Bekanntmachung.

Zur Verhütung der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche wird die Abhaltung des auf den 17. Oktober dss. Js. in Wetzlar anstehenden Viehmarktes an die Bedingungen geknüpft, welche durch meine, den Markt zu Leun betreffende Bekanntmachung in Nr. 168 des dies­jährigen Kreisblattes veröffentlicht worden sind.

Aus der Provinz Oberheffen des Großherzogtums Heffen und den preußischen Kreisen Marburg, Biedenkopf, Usingen, Dillenburg und den Orten Hochelheim und Kleim Rechtenbach des diesseitigen Kreises dürfen Rindvieh, Schweine und Schafe nicht aufgelrieben werden.

Ferner ist das Durchtreiben von Tieren dieser Arten durch Hochelheim und Klein-Rechtenbach diesseitigen Kreises verboten.

Wetzlar, den 12. Oktober 1900.

Der Landratsamtsverwalter.

I das die Goldwährung eingeführt hat. Weniger bekannt, aber gut verbürgt ist, daß damals ein ganz ebensolches | Geschenk an Li-Lien-ying ging. Nun dauerte es nicht lange, bis Kang-yih in den Staatsrat berufen wurde.

Somit kehrte Kang-yih nach einer langen Reihe von Jahren wieder nach Peking zurück, wo er bald einer der Vertrauten seiner kaiserlichen Herrin wurde. In der Hauptstadt zählte man Kang-yih schon nach ganz kurzer Zeit zu den Hauptförderern der Maudschu-Bewegung. Diese ist eigentlich nicht fremdenfeindlich, sondern gegen das Chinesentum gerichtet. Mit Schrecken gewahrten die Mand- schus, daß die Chinesen die Kultur des Westens zu be­greifen begannen, und daß sie aus dieser Kraft schöpften, sich thatsächlick) wieder zum Herren des Landes zu machen und die Mandschus an die Wand zu drücken. Tas mußte verhindert werden; man mußte die fremden Schulen schließen, man mußte dem Einfluß der Fremden den Boden unter den Füßen wegziehen. An die Spitze dieser Mand- fchu-Bewegung stellte sich Kang-yih. Inzwischen rasteten aber auch die Chinesen nicht. Sie übten durch Kung-yu- weih einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf den Kaiser aus, der sich den Reformbestrebungen der Chinesen keines­wegs abhold erwies. Im Sommer 1898 führten diese einen Hauptschlag gegen die Mandschus; der Kaiser gab seine Zustimmung zu einem Edikt, das die Sinekuren abschaffte, die gewisse Mandschufamilien in Anerkennung von Diensten inne hatten, die ihre Vorfahren einst der Dynastie im Kampfe gegen die Chinesen geleistet hatten. Die Ant­wort der Mandschupartei war der Staatsstreich, durch den die Regierungsgewalt dem Kaiser Kwang-shü genommen wurde und auf die Kaiserin-Witwe überging. Es braucht an dieser Stelle nicht wiederholt zu werden, daß es seit­dem wieder Kang-yih gewesen ist, der der Kaiserin-Witwe Millionen von Taels aus den Pangtse- und den südlichen Provinzen verschafft hatte, eine Summe, die von großer s Deutung angesichts der Rüstungen sein mußte, die man in Peking seit langem im geheimen betrieb.

In diesem Augenblick ist Kang-yih von der Bildfläche verschwunden. Man darf annehmen, daß er sich in der unmittelbaren «Umgebung der Kaiserin-Witwe befindet. Trifft das zu, so darf man daraus allein schon ermessen, wie schuldbewußt sich Kang-yih selbst fühlt und wie sehr er bemüht fein muß, den fremden Mächten aus dem Wege zu gehen. Kang-yih war nämlich bereits als Nachfolger Li-Hung-Tschangs zum Generalgouverneur der Kwangprovinzen ernannt; aber Kang-yih hat diesen ebenso wichtigen, wie einträglichen Posten nicht angetreten. Offenbar fühlt er sich in Santon nicht sicher und zieht es vor, seine Person in den schwer erreichbaren Bergen Schansis oder Schensis zu verbergen, bis wieder ein anderer Wind in Peking weht und er Hoffnung und Aus-, sicht hat, feiner Politik wieder Geltung zu verschaffen.

Betriebe bis spätestens 15. November aufgefordert. Auch für die versicherten Personen im allgemeinen bedeutet das Gesetz einen nicht zu unterschätzenden Fortschritt, indem eS die Ansprüche derselben wesentlich erweitert. ES möge m dieser Beziehung nur darauf hingewiesen sein, daß die Be­rufsgenossenschaften unter Umständen verpflichtet sind, den Verletzten schon vor Ablauf der 13. Woche im Anschluß an die Krankenunterstützung Renten zu gewähren, daß der Jshres- arbeitsverdienst bis zum Betrage von 1500 Mk. voll und nur ein Mehrbetrag mit einem Dritteil zum Ansatz kommt, daß den Verletzten in allen Fällen vor der BescheiderteilunL die Unterlagen für die Renten-Feststellungen, -Ermäßigungen, -Aufhebungen rc. mitgeteilt werden müffen und den Ge­nossenschaften ein beschleunigtes Rentenfeststellungsverfahren zur Pflicht gemacht ist. Für die Berufsgenoffenschaften ist es keine leichte Aufgabe, das Gesetz, das in so kurzer Zeit nach Verabschiedung in Kraft gesetzt wurde, von Anfang ab und in ganzem Umfange zur Ausführung zu bringen. Doch geben sich in dieser Beziehung die Berufsgenoffenschastep, alle Mühe. So ist uns z. B. von der Fleischerei-BerufS- genoffenschaft bekannt, daß sie schon auf den 1. Oktober die vierteljährliche Vorauszahlung der Renten bis zu 60 Mk. jährlich (an etwa 450 Personen) veranlaßt hat und im Entschädigungsverfahren seit 1. Oktober vollständig im Sinne des neuen Gesetzes handelt. Auch sucht sie durch möglichst weite Verbreitung der Aufforderung zur Betriebs- anmeldung die beteiligten Betriebsunternehmer vor Geld­strafen zu schützen, womit sie die löbliche Absicht verbindet, die Interessen der neu versicherten Hilfspersonen (zu denen auch die im Betriebe beschäftigten Verwandten, mit Aus­nahme der Ehegatten gehören) thunlichst zu wahren.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 17. Oktober 1900.

* Postalisches. Deutsche Postanstalten im Aus­land sind neu errichtet in Han kau und Futscha« (China). Die letztere befaßt sich vorerst nur mit gewöhn­lichen und eingeschriebenen Briessenduligen, Zeitungen und Packeten ohne Wert. Der GeschästskreiS der Postanstalt Hankau dagegen erstreckt sich außer aus den Briefpost' und Zeitungsdienst, auch aus den PostanweisungSdienst, den Aus­tausch von Wertbliesen, Postpacketen mit und ohne Wert und mit oder ohne Nachnahme. Nachnahmen sind zulässig bis 800 Mk. Die Beförderung der Packete kann über Bremen und Hamburg oder über München erfolgen. Bei der Beförderung über Hamburg oder Bremen beträgt die Gebühr bis 1 Kgr. 1.60 Mk., über 1 bis 5 Kgr. 2.40 Mk. Bei der Beförderung über München: bis 1 Kgr. 2.40 Mk über 1 bis 5 Kgr. 3.20 Mk. Schriftliche Mitteilungen bezüglich der Sendung sind auf dem Abschnitt der Begleit- abreffe zulässig. Aus dem Weg über Bremen oder Ham bürg werden auch Poftpackete mit und ohne Wert nach Wladiwostock befördert. In diesen Fällen sind dann die Kosten für die Beförderung der Packete von Shanghai ab vom Empfänger zu zahlen. Die Beförderungskosten von Shanghai nach Wladiwostock betragen je nach der Größe der Packete 50 Dollar-Cents bis 1 mexikan. Dollar. Im Falle des Verlustes eines Packets auf der Strecke Shanghai- Wladiwostock wird eine Entschädigung von 10 mexikan. Dollars gezahlt. Den Postpacketen mit Wertangabe nach Egypten ist fortan zum Gebrauch der egyptischen Zollbehörde außer den'Deklarationen eine Rechnung beizu- sügen, die genaue Angabe über den Inhalt der Sendungen enthalten muß.

** Personalnachrichteu. Der Regierungsassessor H a b e r - körn in Mainz wurde mit der Aushilfeleistung bei dem Großh. Kreisamt Dieburg beauftragt.

Friedberg, 16. Oktober. Am Sonntagabend wurde ein hiesiger Einwohner, der einen Freund ein Stückwegs nach Hause begleiten wollte, mit diesem in der Wolfengaffe von einer Rotte junger Burschen angefallen unb durch sieben Messerstiche verletzt. Die Polizei ist eifrig aus der Suche nach den Thätern.

Gninberg, 16. Oktober. Eine rege Thätigkeit entfaltet der rührige Vorstand des hiesigen Gewerbevereins. Die früher ganz außer Acht gekommenen Monatsver- Sammlungen sollen ganz besonders in den Wintermonaten regelmäßig abgehalten werden. Die umfangreiche Bibliothek des Vereins steht den Mitgliedern zur Verfügung. Außer den zwei seitens der Zentralstelle gewährten Vorträgen wird Herr Grünig (Lehrer an der hiesigen Sonntags­zeichenschule) dem Verein unentgeltlich einen hochinteressanten Vortrag über bis Pariser Weltausstellung halten. Derselbe hat die Ausstellung ca. drei Wochen lang besucht und ge­denkt seine dort gesammelten Kenntnisse und gemachten Skizzen mittelst eines größeren Projektionsapparates vor­zuführen. Der SonntagSzeichenschule wendet der Vorstand seine ganze Ausmerksamkeit zu und darf man nunmehr hoffen, daß sich dieselbe unter der strebsamen Leitung der Herren Grünig und Kunkel bald den Anstalten anderer Städte würdig zur Seite stellen kann.

-11- Hungen, 16. Oktober. Am Sonntag fand hier unter Vorsitz des KreiSamtsmannS Boeckmann-Gießen der Feuerwehrtag des Bezirks 1 des Kreises Gießen statt. Vertreten waren 35 Wehren. Nach Begrüßung der Vertreter und der Gäste und Feststellung der Präsenzliste erteilte der Vorsitzende dem Kreisfeuerwehrinspektor Loos- Gießen das Wort zu Punkt 1 ter Tagesordnung: Stand der sreiwilligenFeuerwehren imKreise Gießen. Das Wesentlichste aus diesem Referat wurde bereits in dem in Nr. 237 desGießener Anzeigers" enthaltenen Bericht über den am 6. Oktober in Grünoerg abgehaltenen Kreis- feuerwehrtag mitgeteilt. Der Kreisfeuerwehrinfpektor sprach auch hier den Wunsch aus, daß im Kreise Gießen noch mehr freiwillige Feuerwehren gegründet werden möchten; an der Unterstützung seitens der Landesbrandkammer werde es nicht sehlen. Zurzeit bestehen im Kreise Gießen nur