Ausgabe 
18.7.1900 Zweites Blatt
 
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griff eine Abteilung von 1000 Japanern unter dem Befehl des Generals Fakuschima, von 550 Mann britischer Infan­terie, 400 britischen Marinesoldaten, 100 Amerikanern und 400 Russen y-nter dem Kommando des Generals Donvard die feindlichen Stellungen im Südwesten der Stadt an. Dieselben wurden rasch genommen, wobei der Feind an Toten 300 Mann verlor und vier kleine Geschütze einbüßte. Sodann griffen die verbündeten Trup­pen das W e st a r s e n a l an, das nach kurzer Beschießung von Amerikanern und Japanern erstürmt wurde. Das ganze Gelände westlich des Arsenals war von den Chinesen unter Wasser gesetzt, ein weiteresBordringen in dieser Richtung war somit unmöglich. Der Zweck des Vorstoßes, der darin bestanden hatte, die feindlichen Ge­schütze zu beseitigen und den Feind mehr in westliche Rich­tung zu drängen, war vollkommen erreicht. Die Ehre des Tages hatten die Japaner und Amerikaner. Während Vieser Vorgänge wurden die brittsche und die französische Niederlassung von den im Nordosten stehenden chinesischen Batterien heftig mit Granaten beschossen. Die Engländer hatten kleine Verluste, die Russen und Amerikaner gar keine. Das Telegramm Donvards bespricht sodann einen Angriff der Chinesen auf die Bahnstation und be­merkt, daß auf dem Bahnhofe 100 Engländer, 100 Fran­zosen und 100 Japaner stationiert sind. Nach vierstüw- digem harten Kampfe wurde der Angriff zurückge­schlagen. Auf s eiten der Engländer wurden drei ManÜ getötet und 16 verwundet. Die Verluste der Franzosen und Japaner sind aber viel erheblicher.

Än früheres Telegramm aus Tientsin lautet: In der Nacht zum 6. Juli machte der Feind einen sehr heftigen Angriff und versuchte, sich der Nordbrücke zu bemächtigen, die von Franzosen und Russen gehalten war. Nach' fünf­stündigem Gerecht, bei dem die Chinesen acht vortrefflich bediente Geschütze in Aktion gebracht hatten, mußte sich die vereinigte Streitmacht zurüc^iehen.

Aus Tschistr wird endlich vom 15. Juli berichtet: Hier ist die Nachtricht verbreitet: Das! Fort und die Chinesen- stadt von Tientsin sind am 15. von den Verbündeten unter japanischem Oberbefehl mit schwerem Verlust ge­nommen. Angeblich kämpften auch Truppen des Shan- tungkorps gegen die Verbündeten.

Seymour telegraphierte aus Taku vom 14. Juli, er glaube, daß die vereinigten Truppen von allen Forts, mit Ausnahme des Forts von Tientsin, Besitz ergriffen hatten. Die Stärke der bei Taku und Tientsin am 10. Juli bereinigten Truppen der Mächte: Russen 149 Offiziere, 8200 Mann, Japaner 124 5100, England 175 2400, Frankreich 103 2400, Deutschi and 36 2400, Amerikaner 10 1300, außerdem noch kleine Abteilungen Oesterreicher und Italiener, so daß die Gesamtstärke der Vereinigten Truppen fei: 604 Offiziere und 20 700 Mann.

Die Blättermeldung von der angeblichen Desertion der Chinesen-Kompagnie in Kiau tscho u be­ruht derNordd. Allg. Ztg." zufolge nach, den letzten bis zum 12. t>. reichenden Nachrichten vom deutschen Gou­verneur in Tsingtau auf Erfindung.

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Der deutsche DampferWittekind" ist mit dem 1. Seebataillon unter dem Befehl des Transportführers Major v. Madai in der Nacht zum Sonntag im Hasen von Port Said eingetroffen und hat bereits am Sonn­tagmiltag die Weitersahrt zum Suez'-Kanal angetreten. Dort wirdWittekind" mit der das 2. See-Bataillon be­förderndenFrankfurt" zusammentreffen und gemeinsam die Reise nach dem Kriegsschauplatz in China fortsetzen. Neber die Ankunft des DampferWittekind" in Port Said meldet man noch, daß, da Port Said pestverdächtig ist, niemand das Land betreten durste.

Wie dieDeutsche Tageszeitung" erfährt, sollen für den chinesischen Feldzug auch die Offiziere mit Ge­wehren, und zwar mit Karabinern, ausgerüstet werden. Die in Berlin formierten Bataillone beginnen heute (Dienstag), wie man uns telegraphiert, in Döberitz ihre Hebungen.

Ferner meldet man aus Kiel: Die für den Kriegs­schauplatz bestimmten Torpedoboote erhalten statt deS sonst für diese Fahrzeuge vorgeschriebenen schwarzen einen Hellen Anstrich. Die Boote werden gleichzeitig mit allen anderen Einrichtungen für den Tropenaufenthalt versehen.

Zu dem in Potsdam neuformierten ostasiatischen Reiterregiment trafen in diesen Tagen von den ver­schiedenen Kavallerie-Regimentern die Freiwilligen und die Ofsiziere ein. Die Einschiffung des Regiments erfolgt am 27. Juli ohne Pferde.

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Telegramme des Gietzerrer Anzeigers.

Kiel, 17. Juli. Das Reichs-Marineamt ordnete die Beschleunig ung der Arbeiten zur Seebereitschaft des neuen Kreuzers Gazelle an. Derselbe wird nach dem Kriegsschauplatz ab gehen.

Bremerhaven, 17. Juli. Hier sind 20 für China bestimmte Schiffs-Pontons eingetroffen.

London, 17. Juli. Die hiesige chinesische Ge­sandtschaft hat noch keine Nachricht über die SLragöbie in Peking, doch wird allgemein das Schick­sal der Fremden als besiegelt angesehen. Eine Differenz besteht nur noch betreffs des Datums der schrecklichen Vor­gänge. Wie aus Hongkong gemeldet wird, trafen die Konsuln, durch die geplante Abreise Li-hung-Tschangs be­unruhigt, Vorbereitungen, die europäischen Niederlassungen zu verteidigen.

London, 17. Juli. Mehrere Blätter fordern die Entsendung von 50000 Mann nach China, andere dagegen warnen vor einem solchen Vorhaben unter Hinweis auf die bedenkliche augenblickliche Lage in Südafrika und etwaige Verwickelungen in Europa.

Paris, 17. Juli. Eine Privatmeldung ans Shanghai besckgt> daß das kaiserliche Dekret, das seiner Zeit die Behörden aufforderte, die Fremden zu schützen und die Boxer auszurotten, von den Verteidigern der Distrikte Hupeh, Hunan und Huan infolge neuerlicher Instruktionen des Prinzen Tuan für aufgehoben erklärt wurde In allen diesen Distrikten wurden die Enropä er massa­

kriert. Das Beispiel sand in Tschekiang südlich' von Shanghai Nachahmung. Nach einem Telegramm aus Tientsin wird gemeldet: Der englische Kreuzer Terrible sei nach Shanghaikwan geschickt worden, um die dortigen in der Hand der Boxer besindlichen Forts zu bombardieren. Eine andere Depesche besagt, die Geschwader der ver­einigten Mächte versammeln sich zu einem Angriff auf die Forts von Shanghaikwan, das am nord­westlichen Punkte der großen chinesisschen Mauer liegt. In Shanghai wird angenommen, daß ein Vormarsch gegen Peking längs der Mauer versucht werden soll.

P a r i s, 17. Juli. iDer Kriegsminister und der Marine­minister befiirworten die Bildung eines Armee-Korps von 60 000 Mann, um dasselbe nach China zur Be- sttafung der Mörder der Gesandten und übrigen Fremden zu entsenden. Es heißt, die Kammer müsse zu diesem Zweck weitere 40 Millionen Franks bewilligen. Die Bildung dieses Korps würde längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Regierung will jedoch, zunächst die Beschlüsse der Ka­binette in Berlin, London und Petersburg abwarten.

Rom, 17. Juli. Das italienische Rote Kreuz beschloß, die deutschen Truppen, die sich in Genua einschiffen werden, mit Zigarren und dergleichen zu beschenken.

Prag, 17. Juli. Wie verlautet, werden auf den Zügen der Staatsbahn-Gesellschaft Vorbereitungen zu deut­schen Trnppen-Transporten ergriffen. Diese Sendungen- welche Ehren Anfang in Glatz nehmen, werden als End­punkt einen italienischen Hafen haben, in welchem die Ein­schiffung der Truppen nach China erfolgt

Petersburg, Ü7. Juli. Hier ist die Nachricht ein­getroffen, daß einige russische Schiffe, die mit Ar­tillerie und Munition an der chinksischen Stadt Alguru vor- überfuhren, pin gehalten und ihnen verboten wurde, die Fahrt auf dem Amur fortzusetzen.

Deutsches Keich.

Berlin, 16. Juli. Wie aus Drontheim draht­lich gemeldet wird, hielt der Kais er am Sonntag Gottes­dienst an Bord derHohenzollern" ab und begab sich dann von Drontheim nach der Villa des deutschen Konsuls Jenssen in Gjilstad zum Frühstück. Später arbeitete der Kaiser mit den Vertretern der Kabinette. Das Wetter war herrlich, an Bord alles wohl. Dos Musikkorps derHohen­zollern" gab abends im Parke zu Drontheim ein Konzert. Heute soll der Drontheimer Dom besichttgt und nachher ein Ausflug nach Fjeldsaeter unternommen werden.

Ein Besuch des Kaisers tn Bremerhaven steht gutem Vernehmen zufolge für Anfang August dieses Jahres bevor. Wie verlautet, beabsichtigt der Monarch unmittelbar nach der Rückkehr von der Nordlandreise dort einzutreffen, um sich von den mit den gecharterten Lloyd- dampfern nach den chinesischen Kriegsschauplatz abgehen­den Truppen persönlich zu verabschieden.

Wie dieFranks. Ztg." einem Privatbriefe ent­nimmt, hat sich der Reichskanzler Fürst Hohenlohe am Samstag von Ragaz nach Flins begeben, wo er dem dort mit Frau und Töchtern zur Erholung sich aufhalten­den Centtumsführer Dr. Lieber einen Besuchs abstattete. Man darf woyl annehmen, daß in der Unterhaltung der beiden Politiker ^nch die.Ereignisse in China und die Ein­berufung des Reichstages eine Rolle gespielt haben.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des früheren Gesandten in Peking, Freiherrn v. H e y - fing, zum Gesandten in Mexiko.

Zu dem neuen deutsch-amerikanisch en) Handelsabkommen schreibt dieKreuzztg.": Aus den letzten deutsch-offiziösen Kundgebungen gehe hervor, daß man unter allen Umständen vermeiden »volle, mit 9iorbamerita in handelspolitische Verwickelungen zu ge­raten. Diese Furcht sei kaum begreiflich, wenn man be­denke, daß Nordamerika nach den Wertziffern ungefähr dreimal soviel Waren an Deutschland abgiebt, als Deutsch­land Waren in Nordamerika absetzt. Die jetzigen Abmach­ungen wollen dem genannten Blatte einstweilen prinzi­piell nicht viel mehr bedeuten, als die Erneuerung des alten Saratoga-Verttages, den Deutschland in seiner Gut­mütigkeit bisher als für sich bindend erachtet hatte. Allem Anschein nach habe die deutsche Jndusttie Amerika gegen­über zum mindesten ebenso auf der Hut zu sein, wie die Landwirtschaft, und es sei nicht unwahrscheinlich, daß gerade hier die heimische Jndusttie und Landwirtschaft an einem Strang zu ziehen haben.

Nach den zuletzt eingegaugeneu Meldungen aus Kamerun beftäHgt es sich, wie dieNordd. Attgem. Ztg." tzneldet, daß Hauptmann v. Besser am 7. Juni ein glückliches Gefecht gegen die Ekoi bestanden hat. Herr v. Besser ist am rechten Arm und an der linken Hand verwundet worden. Doch scheinen seine Ver­letzungen nicht ernster Natur zu fein, da er das Kommando' nicht niedergelegt hat.

Straßburg, 16. Juli. DerFr. Pr." zufolge be­schloß eine gestern stattgehabte Versammlung der Sozia­listen des Mülhauser Wahlvereins einstimmig die früheren Reichstagsabgeordneten Hickel und Bueb aus der sozialdemokratischen Partei auszu­schließen.

Ausland.

Paris, 16. Juli. Die von Minister LeygueS gestern abend in der großen Oper anläßlich der Weltausstellung veranstaltete Galasoiröe, wozu das diplomatische Korps und sämtliche Ausstellungskommissare erschienen waren, verlief äußerst glänzend. Unter den zahlreichen fremden Gästen befand sich Staatssekretär Graf Posadowsky, der mit dem Reichskommissar Richter und Regierungsrat Lewald in der Loge des deutschen Geschäftsträgers von Schloezer der Vorstellung beiwohnte.

Der Municipalrat hat gestern nachmittag die De­putation des Prager Gemeinderats unter Führung des Bürgermeisters im Stadthause festlich empfangen.

Wien, 16. Juli. Die im Handelsministerium statt­gehabte Konferenz der Delegierten sämtlicher österreichischer Handelskammern stimmten der von der Regierung geplanten Errichtung einer österreichischen Handelsagentur in Hamburg zu.

Eger, 16. Juli. Zwischen Militär-Veteranen

und Schönerianern fanden gestern abend auf den Straßen heftige Zusammenstöße statt, weil die Veteranen gegen Schönerer, Jro, Hofer und die Stadtvertretung tags­über demonstriert hatten.

Brüuu, 16. Juli. Die gestern abgehaltenen stark be­suchten Versammlungen der alt-fortschrittlichen Par­teien Mährens und der tschechischen Bolkspartei in Mähren, nahmen Resolutionen an, in denen sie die Körber'schen Sprachengesetzentwürfe als völlig un­annehmbar bezeichnen.

Zweite Verbandsausstellung der Heerdbuch- gesellschaften für das Vogelsberger Riad.

Marburg, 16. Juli.

Am SamStag nachmittag sand das Festessen statt. Oberpräsident v. Zedlitz-Trützschler brachte den Toast auf den Kaiser und den Großherzog aus. Den zweiten Trinkspruch brachte Landrat v. Negelein auf die Ehren­gäste aus. Regierungspräsident von Trott zu Sokz dankte im Namen der Ehrengäste für die Begrüßung und Einladung zum Besuch der Ausstellung.

Landrat v. He im bürg, der Vorsitzende des Ver­bandes, dankte für die Anerkennung, die den Bestrebungen des Verbandes von Seiten des Regierungspräsidenten ge­zollt worden sei.

Es folgte noch eine Reihe weiterer Toaste. KreiS- amtmann Boekmann-Gießen erwiderte auf die Rede des Herrn v. Heimburg mit einem Hoch auf die preußischen Mitglieder des Verbandes. Landrat Goe decke-Wetzlar toastete auf die Mitglieder des ausführenden Komitees; Landrat Schenck zu Schweinsberg-Kirchhain gedachte der Preisrichter und brachte auf sie ein Hoch aus. Es folgten Toaste auf Landrat v. Heimburg und auf die Aussteller.

Der zweite Tag der Ausstellung verlief ebenfalls ungetrübt und schön. Schon vom frühen morgen an war die Ausstellung das Ziel zahlreicher Fremder und Ein­heimischer. In der Festhalle begann um 11 Uhr die Generalversammlung des Verbandes der Heerdbuchgesell- schasten. Den Vorsitz führte Landrat v. Heimbnrg- Biedenkopf. Er begrüßte die Erschienenen und erteilte dann zunächst Landrat von Regel ein-Marburg das Wort. Dieser gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß man Marburg als Ort der diesmaligen Ausstellung gewählt. Das Fest-Komitee habe sich der ihm gestellte Aufgabe gern unterzogen und versucht, ihr in vollstem Maße gerecht zu werden. Bei der ersten Verbands-Ausstellung in Gießen habe der Vorsitzende des Oberhessischen landwirtschaftlichen Provinzial-Vereins, Graf Friedrich zu SolmS-Laubach in aufopferndster Weise mitgewirkt. Heute sei dieser Herr leider durch Gesundheitsrücksichten an der Mitarbeit ver­hindert. Dem Vorschläge deS Landrats v. Negelein, dem Grasen ein Telegramm zu übermitteln, wurde zugestimmt.

Der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer zu Kaffel, Herr von Stockhausen, beglückwünschte den Verband zu seinen Erfolgen.

Man trat alsdann in die eigentliche Tagesordnung ein. Der Vorsitzende gab einen Rückblick auf die Thätigkeit des Vereins von der Gießener Aus­stellung bis heute. Die 2. Auflage des Heerdbuches sei zur Drucklegung fertig und dürste in aller Kürze erscheinen. Wer solle das aber bezahlen? Die Verbandskaffe habe nur die auf den Ausstellungen der Deutschen Landwirtschafts­gesellschaft errungenen Preise. Diese Summe lange aber nicht. Falls die Marburger Ausstellung einen Ueberschuß erziele, mögen die Veranstalter auch wohlwollend der Ver­bandskasse gedenken. Die Heerdbuchgesellschast Marburg, die sich bei der Gießener Ausstellung noch kaum ge­zeigt, habe ganz bedeutende Fortschritte zu verzeichnen. Sie habe die zweitbeste Leistung gezeigt und sei deshalb mit der bronzenen Staatsmedaille ausgezeichnet worden. Das Material sei in jeder Beziehung vorzüglich. Das rasche Tempo im Fortschritt sei die beste Gewähr, daß die Zucht des Vogelsberger Höhenviehes gut angefaßt würde.

Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf eine Kritik und Besprechung der Ausstellung. Land­wirtschafts-Inspektor Kaiser, der hierzu das Wort ergriff, bemerkte, daß seit der Gießener Ausstellung ein Fort­schritt nach zwei Richtungen hin zu konstatieren sei. Die Vogelsberger Rindviehzucht habe sich von den Kreisen Gießen und Biedenkopf strahlenförmig weiter und weiter ausbreitet. Der zweite Fortschritt liegt mehr auf technischem Gebiete. Das ausgestellte Vieh sei im Allgemeinen abge­rundeter und schwerer geworden. Auch sei zu konstatieren, daß eine Reihe von Tieren vorhanden sei, deren gestreckter Körperbau auf große Milchergiebigkeit schließen laffe.

Oekonomierat Leith iger-Alsfeld, trat den Aus- sührungen des Vorredners bei. Der Vogelsberger Rind- viehschlag sei für die Landwirte Mitteldeutschlands von der größten Bedeutung.

Herr v. Stockhaus en-Caffel erwähnte, daß man jetzt schon bedeutend schwerere Exemplare züchte wie früher. Das sei eine Raffen-Bervollkommnung, nicht, wie einzelne meinten, ein Verlassen der Raffen-Eigentümlichkeiten. Man solle so sortfahren. Der Kreis der Abnehmer würde sich, wenn die Landwirte gutes Vieh hätten, bedeutend erweitern. Oekonomierat Leit Higer-Alsfeld wies darauf hin, daß bei dem Jungvieh manchmal große Fehler gemacht würden. Er habe viele Tiere gesehen, die in ihrer Jugend nicht ge­nügend ernährt worden seien. Man setze die Tiere oft zu früh ab. Bürgermeister Ruth-Bellnhausen meinte hierzu, daß man die Tiere auch nicht zu früh zum Bullen lassen solle. Gleichzeitig wünsche er noch, daß bei den Tieren die Geburtsregister ganz genau geführt würden. Bürgermeister Groß- Niederweidbach wünscht, daß an den engeren Landes grenzen beim Ausbruch der Maul- und Klauenseuche den Landwirten beim Viehhandel rc. nicht so überflüssige Hemm« nisse gemacht würden.