Ausgabe 
18.7.1900 Zweites Blatt
 
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Bei der Berichterstattung über die Verhandlungen, die rnit der Siegerländer Herdbuchgesellschaft geführt iworden find, erwähnte Landrat v. Heimburg, daß bte Waldecker aus der Ausstellung nicht vertreten seien. Sie wollten nicht an die Oefsentlichkeit treten, ehe fie nicht unter sich gearbeitet hätten. Vielleicht war das nicht ganz richtig, denn erst durch die Ausstellung und den Anschluß an den Verband sehe man, wie zu züchten sei. Die Siegerländer hätten Tiere geschickt und wollten in den Verband aus­genommen werden. Gestern sei aber ein Brief des betr. Vorsitzenden angekommen, in dem gesagt werde, die Sieger­länder müßten erst noch weiter unter sich arbeiten, damit fie nicht wieder so minderwertig beurteilt würden tote gestern. Man werde nun abwarten müssen, bis die Siegerländer wieder von selbst kommen. Es entspann sich nun eine längere Debatte darüber, welche Farbe beim Vogelsberger Vieh die richtige sei. Svarkassendirektor Schlabach- Wetzlar und ebenso Inspektor Kaiser waren für eine em- heitliche'Farbe. Landrat v. N e g e l e i n sprach sich in gleichem Sinn aus; er hielt rot bis braunrot für die Farbe, aus die man bei der Zucht achten müsse. Besondere Helligkeit gehöre nicht zu dem Zuchtziel.

Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde nunmehr zum Drt für die nächste Generalversammlung BiedenloPf ge­wählt, da dort zu gleicher Zeit ein lokales landwirtschaft­liches Fest geplant sei. Die Verbands-Ausstellung in zwei Jahren dürste wieder nach dem Großherzogtum Hessen ver­legt werden. Hiermit hatte die Versammlung ihr Ende er­reicht. Mit einem Hoch aus die Herdbuchgesellschaft wurde die Sitzung geschlossen. Nachmittags um 3 Uhr sand die Vorführung der preisgekrönten Tiere statt.

Auf dem Festplatze und dessen Umgebung entwickelte sich bis in die späten Nachtstunden hinein ein lebhaftes Treiben. Der Menschenandrang war so gewaltig, daß der .große Festplatz, dessen Wirtschaftshallen dicht besetzt waren, kaum für die Passanten reichte. Trotz der großen Hitze wurde auf den beiden Tanzböden wacker das Tanzbein geschwungen.

Bei der Preisverteilung fielen folgende Preise nach Oberhessen:

1. Gruppe. Für Bullen bis zu 2 Jahren: 2. Preis, 90 Mk., Zuchthof Bingmühle, Kr. Gießen.

Eine Anerkennung in Höhe von 10 Mk. erhielt Karl Fischer, Zwiefalten bet Schotten.

2. Gruppe. Für Bullen über 2 Jahre: 2. Preis, 90 Mk., Stationsbulle Großen-Linden, Kr. Gießen; 2. Preis, 90 Mk., Gemeinde BelterSheim, Kreis Gießen; 3. Preis, 60 Mk., Karl Fischer, Zwiefalten, Kr. Schotten; 3. Preis, -60 Mk., Gemeinde Sellnrod, Kr. Schotten.

Eine Anerkennung in Höhe von 10 Mk. erhielt: Gemeindebulle Allendorf a. d. L., Kr. Gießen.

3. Gruppe. Für Kühe mit 3 und mehr Kälbern: 1. Preis, 100 Mk., Karl Fischer, Zwiefalten, Kr. Schotten; 2. Preis, 90 Mk., Wilh. Kunkel, Eichenrod, Kr. Schotten; 4. Preis, 50 Mk., Jul. Zimmer, Bingmühle, Kr. Gießen.

Je eine Anerkennung in Höhe von 10 Mk. er­hielten : Jakob Weller VII., Heuchelheim, Kr. Gießen, Johs. Weigand IV., Großen Linden.

Ein Diplom erhielt: Karl Fischer, Zwiefalten, Kr. Schotten.

4. Gruppe. Für Küh e mit 1 bis 2 Kälbern: 2. Preis, 90 Mk., Karl Fischer, Zwiefalten, Kr. Schotten; 3. Preis, <50 Mk., Ehr. Pitz, Lauter, Kr. Gießen; 4. Preis Wilh. Runkel, Eichenrod, Friedrich Göbel, Laubach, Kr. Gießen, je 50 Mk.

Eine Anerkennung in Höhe von je 10 Mk. er­hielten : Karl Fischer, Zwiefalten, Joh. Faber X., Großen- Linden.

5. Gruppe. Für tragende Rinder. 1. Preis, 100 Mk., Karl Fischer, Zwiefalten; 2. Preis, 90 Mk., derselbe; 2. Preis Theodor Stein, Grünberg; 4. Preis Heinrich Weber X., Eschenrod b. Schotten, Ludwig Faber X., Großen-Linden, je 50 Mk.

6. Gruppe. Für Sammlungen, bestehend aus mindestens einem sprungfähigen Bullen und 10 Stück über 1 Jahr alten weiblichen Tieren, wovon die Hälfte Kühe: einen Preis im Werte von 500 Mk. erhielt Karl Fischer, Zwiefalten.

Für Familien: 1. Preis, 150 Mk., Karl Fischer, Zwiefalten; 2. Preis, 100 Mk., Julius Zimmer, Bingmühle, Kr. Gießen.

Eine Anerkennung im Werte von 30 Mk. erhielt Johs. Faber X in Großen-Linden.

Der Zuchtviehmarkt begann heute morgen gegen <5 Uhr. Es war prächtiges Vieh ausgestellt und deshalb konnte sich auch ein lebhafter Handel entwickeln. Käufer und Händler waren genügend vorhanden. Zur Verlosung wurden 31 Tiere zum Gesamtpreise von über 7000 Mk. ungekauft.

In Rücksicht auf die große Hitze fiel der für heute -nachmittag vorgesehene Festzug aus. (Oberh. Ztg.)

Aus Stadt und Land.

Sieben, 17. Juli 1900.

** Perfonaluachrichten. An Stelle des zum juristischen Hilfsarbeiter im Ministerium der Finanzen ernannten KreiSamtmanns Freiherrn v. Schenk zu SchWeinsberg äst, wie uns telephonisch aus Darmstadt mitgeteilt wird, bet Kreisamtmann Dr. Heinrichs zu Gießen bis auf weiteres unb für bie Dauer bes bermaligen von chm be- Heibeten Amtes znm Vorsitzenden des SchiebSgerichtS ber land- unb forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft bes Großherzogtums Hessen für ben Bezirk ber Provinz Ober­hessen, sowie zum Stellvertreter des Vorsitzenben beS SchiebSgerichtS für bie Sektion VI ber Hessen-Nassauischen Baugewerks - Berufsgenossenschaft ernannt worben. Der Rechner an ber Technischen Hochschule, RechnungSrat Jakob

Petry von Darmstadt wurde zum Sekretär an dieser Hochschule, ber Sekretariatsgehilfe an ber Technischen Hoch- chule, Karl Reischel aus Darmstadt, zum Sekretariats- llssistenten, der Bureaugehilfe bet ber Technischen Hoch- chule, August Tram er aus Darmstabt, zum Rechner an biefer Hochschule mit Wirkung vom 1. August l. IS. an ernannt.

** Hauptmann Bartsch ist, wie berRhein. Courier- schreibt, in Frankfurt mit ber Bilbung ber 8. Kompagnie deS 2. ostafiatischen Infanterie-Regiments beschäftigt.

-s- Heuchelheim, 17. Juli. Gestern nachmittag würbe ber Taglöhner Peter Uhl aus Laufdorf auf ber Wiese bes Herrn Schlenke auf bem Harbthof bei Gießen beim Heuauflaben von einem Hitzschlag betroffen. Da bei dem Unglücklichen noch Lebenszeichen vorhanben waren, ver­brachte man ihn in bie Klinik nach Gießen. Auf diesem Transport starb Uhl alsbald. Die Leiche wurde ber Klinik übergeben.

-t. Dorheim, 16. Juli. Gestern mittag zwischen 12 und 1 Uhr erhängte sich ber hier wohnhafte unb verheiratete Werner Büttne r in der oberen Stube seines Hauses. Büttner nahm noch seine MittagSmahlzeit ein; und als seine Tochter um 1 Uhr in der oberen Stube eintrat, fand fie dort ihren Vater schon tot. Was dem Lebensmüden hierzu Veranlassung gegeben hat, ist bis jetzt noch nicht bekannt.

Bleidenrod, 16. Juli. Gestern feierten wir das Be - zirks-Kri eget fest des Bezirks Homberg, verbunden mit dem 25jährigen Stiftungsfest des Kriegervereins Bleidenrod. Nach gemeinsamem Kirchgang ber hiesigen Kameraben empfingen biefe die Bezirksvereine. Nachmittags bewegte sich der Festzug nach dem Festplatz. Der Präsi­dent des Kriegervereins Bleidenrod, Friedrich, entbot den Festgästen Gruß und Willkommen und schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Frl. Auguste Friedrich überreichte dem Jubel-Verein eine Fahnenschleife mit ge­reimter Ansprache. Der Präsident dankte im Namen des Vereins für die Gabe der Frauen unb Jungfrauen Bleiben- robs. Pfarrer Schick von Burg Gemünden ergriff nun bas Wort zur Festrebe unb schloß mit einem Hoch auf Deutschland Im weiteren Verlauf des Nachmittags nahm Postsekretär i. P. Mayer von Gießen als Präsibial- Mitglied berHassia" die Überreichung verschiedener von derHassia" verliehenen Ehrentafeln vor. Herr Mayer begleitete diesen Akt durch eine mit lebhaftem Beifall aus­genommene Ansprache, bie neben bem Ernst auch den Hu­mor zu seinem Rechte kommen ließ. Der Redner wandte sich zunächst an den Kriegerverein Bleidenrod, der als Er­innerung an seine 25jährige Zugehörigkeit zurHassia" von letzterer ein Diplom verliehen worben sei. Er wünschte bem Verein ein ferneres Blühen unb Gebeihen unb gab der Zuversicht Ausdruck, daß derselbe auch fernerhin ein treues Glied des großen hessischen KriegerverbandeS sein möge. Zum zweiten sind ben Herren Friebrich, Vorsitzenber, sowie dem Kassier Wehrwein. Diplome aus Anlaß ihres 25jährigen Jubiläums als Vorstandsmitglieder zu Teil ge­worben. Herr Friebrich bankte für die Ehrungen bes Vereins, seiner Person unb bie des Herrn Wehrwein und brachte ein Hoch aus auf das Präsidium berHassia" unb bas gesamte Kriegervereinswesen. Vvm Bezirksvorstanb waren anwesenb: 1) Bezirkspräsident Schildwächter von Homberg, welcher Herrn Poftsekretär Mayer als Präsidial« Mitglied derHassia" ber Festversammlung vorstellte; 2) Bezirksrechner Schweißguth von Ober Ofleiden; 3) Be zirksschriftführer Bürgermeister Stroh von Lehrbach.

-o- Ober Mörlen, 16. Juli. Heute morgen 4 Uhr sand man in dem durch unseren Ort fließenden Haingraben eine männliche Leiche. Wie sich herausgestellt hat, ist ber 26 Jahre alte, lebige Jakob Joseph Peppler von hier, ber wegen Krankheit noch am Tage zuvor das Bett hüten mußte, in ber Nacht in ben Haingraben ge­gangen unb hat sich bort ertränkt. Die Leiche war nur mit einem Hemde bekleidet. Ob Peppler im Fieber- zustand ober mit Vorsatz in ben Tod gegangen ist, konnte nicht ermittelt werden.

-z- Herbstei«, 16. Juli. Am Sonntag nachmittag zwischen 4 unb 5 Uhr ging ber lebige Friebrich August Schreiner von hier in einen in hiesiger Gemarkung ge­legenen Teich, um zu haben. Als gegen 5 Uhr einige junge Burschen ben Weg nach dem Teich passierten, fanden sie die Kleider des Schreiner am Ufer liegend. Bei einer Durchsuchung des Teiches fand man die Leiche. Der Ver­unglückte ist anscheinend beim Ueben des Schwimmens er­müdet und infolgedessen ertrunken.

Laubach, 16. Juli. Der engere Festausschuß für die Feier des 25jährigen Jubiläums des Gymnasiums hat nunmehr das Programm des Festes endgiltig aufgestellt. Donnerstag, 2. August findet Fackelzug statt, mit an­schließender geselliger Vereinigung. Freitag, 3. August ist morgens Festaktus im Gymnasium, mittags großes Fest­mahl, 5 Uhr Waldfest auf dem RamSberg, abends 9 Uhr großer Kommers im Schützenhof. Samstag, 4. August finden Ausflüge in die Umgegend statt. Die Festteilnehmer erhalten eine geschmackvoll illustrierte Festschrift, bie von Professor Röschen verfaßt ist. Sie enthält eine Geschichte der alten 1555 gegründeten Lateinschule unb bes Gym­nasiums Fribericianum, außer sechs Beilagen: alten Lehr­plänen, Listen, Statuten zc.

-na. Darmstadt, 17. Juli. (Tel. Meld, desGieß. Anz." 10 Uhr norm.) Heute nacht 1% Uhr brach in der Dampf­schreinerei von Flander in ber Arheilgenstraße ein Großfeuer aus, bas genährt durch den reichlich vor­handenen Brennstoff binnen kurzer Zeit die Schreinerei bis auf ben Grunb zerstörte. Die zeitweilige Winbstille war sehr günstig für bie Lokalisierung bes Feuers. Die ge­samten Feuerwehren waren ausgerückt.

-ch. Eberstadt, 16. Juli. Am Freitag ist Lehrer R. Oßwalb aus unserer Gemeinde wieder ausgeschieden,

nachdem er am 20. April v. I. die hiesige Schulstelle als Schuloerwalter Übernommen hatte. Er hat sich in dieser kurzen Zeit nicht nur die allgemeine Liebe und Achtung der ganzen Gemeinde, sondern auch die treue Anhänglichkeit seiner Schüler erworben. Herr Oßwalb hat bie neu­errichtete zweite Lehrerstelle in Weitershain erhalten. Unsere Schulstelle ist nun befintio bem Lehrer H. Junker von Lich übertragen worden.

bm. Aus Rheinhessen, 15. Juli. In Alzey haben letzter Tage die Landpoltzeidiener von Rhcinheffen eine Ver­sammlung abgehalten, in der sie beschlossen Haben, an die zweite Kammer der Stände und an das Staatsministerium eine Petition zu richten, dafür einzutreten, daß bie Polizei- biener vom Staat angestellt und ihre Gehälter nach Zahl ber Ortseinwohner geregelt werden. In der Versammlung wurde ein komisches Bild über bie heutige Besoldung ber Lanbpolizeibiener und deren vielseitige Beschäftigung entrollt.

r- Herborn, 15. Juli. Gestern beging unser Steno- graphen-VereinStolze-Schrey" abends im Saal des Hotels zum Ritter die Feier seines 1. Stiftungs­festes im Rahmen eines Kommerses. In seiner Be­grüßungsrede hob der Vorsitzende, Herr Rühl, die Wichtig­keit der Stenographie für alle Stände, namentlich für den Kaufmann, hervor, gedachte kurz der Entstehungsgeschichte des Vereins und hoffte auf weitere Förderung durch Jung und Alt. Namens der erschienenen Vereine wurde für bie freundliche Einladung gedankt. Rechtsanwalt Raab- Gießen sprach fein Erstaunen unb seine Freude über die zahlreiche Beteiligung aus und sah in dieser einen Beweis, mit welchem Interesse weite Kreise der Entwicklung der Stenographie folgten. Der junge Verein Herborn sei keine neue Blüte ber Vereinsmeierei, er habe sich von ber richtigen Erkennt­nis leiten lassen, baß es ben Zusammenschluß aller Kräfte zu gemeinsamer Arbeit gelte. Die Stenographie sei nicht nur für Leute wichtig, bie berufsmäßig viel zu schreiben haben, sie müsse baS tägliche Gebrauchsmittel, ein richtiges Hausmittel in unserem schriftlichen Verkehr werben. Lehrer Schn ei ber-Marburg warf einen Blick auf frühere Zeiten, als man im stillen Dillthal von Stenographie noch nicht- wußte. Herr Büren, Rektor i. P. ber vereinigten VolkS- unb Realschule unb Kreisschulinspektor in Herborn, gab seiner Freube barüber Ausbruck, seine ehemaligen Schüler jetzt im Verein unb in den Reihen der Stenographen zu sehen, und bedauerte, daß er selbst in seiner Jugend noch nicht Gelegenheit gehabt, so leicht die Stenographie zu er­lernen. Lehrer Bender-Wetzlar knüpfte an die erwähnte Oede des stenographischen Lebens im Dillthal an. GS sei eine Lücke zwischen Hessen, Westfalen unb Rheinlanb ge­wesen; jetzt sei bie Verbinbung hergestellt. Die Entwicklung sei nicht sprungweise, sonbern allmählich unb systematisch fortgeschritten. Allenthalben rege sich ber Sinn für Steno­graphie, unb er hoffe, baß bie durch Konkurrenz anbercr Systeme brohende Zersplitterung glücklich übertounben werde, und baß ber Zug nach Vereinheitlichung, bem schon die Schulen Stolze und Schrey nachgegeben hätten, endlich zur Vereinheitlichung der deutschen Stenographie führen möge. Freund«Dillenburg beglückwünschte den Verein zu weiterem Wachsen, Blühen und Gedeihen. Wilker«Gießen sprach über ben Aufschwung ber Stenographie in jüngster Zeit, über die Schwierigkeit der Frage, welches System das beste sei. Die praktische Erfahrung sei hier die sicherste Führerin. Als mächtigste Rivalen könnten nur die Systeme GabelS- berger und Stolze-Schrey in Betracht kommen. Die Gabels- berger Schule sei erstarrt in veralteten Dogmen, bie ver­einfachte deutsche Stenographie von Stolze-Schrey aber sei ber Neuzeit entsprungen, bas Beste aus Gabelsberger neh- menb, aber auf ganz neuen Grunblagen aufgebaut, em wirklich wissenschaftliches System. Er appelliere an die Gäste, die wenn auch nicht alle als aktive Stenographen sich beteiligen, doch als passive Mitglieder dem Verein bei­treten tonnten, ben Verein fördern unb ihm ihr Interesse erhalten möchten. Nach ;ben Ansprachen kamen Musik unb humoristische Vorträge zu ihrem Recht, unb bas ge­mütliche Zusammensein gab vielen Gelegenheit, ber fteno» graphischen Sache Interesse und Berstänbnis abzugewinnen.

Vermischtes.

* Paris, 16. Juli. Die Hitze hat hier einen un­gewöhnlichen Grad erreicht. Heute würben 20 Fälle von Sonnenstich gemeldet.

* Paris, 16. Juli. Heute nacht verunglückte ein Sohn des Bankiers Albert E l i s s e n, der 27jährige Jacques Elissen, auf einer Automobilfahrt in der Nähe von Saint Cloud. Der junge Mann blieb auf der Stelle tot.

* Sunt Brandunglück von Hoboken. Der Norddeutsche Lloyd hat die Geretteten der Hobokener Brand­katastrophe für den Verlust ihrer Effekten entschädigt. Ste­wards, Matrosen, Heizer und Kohlenzieher haben je 200 Mark, die Unteroffiziere je 300 Mark und die Offiziere je 500 Mark erhalten. Außerdem ist allen eine volle Extra- Monatsgage als Gratifikation ausgezahlt worden. Ferner gewährt der Lloyd den Hinterbliebenen aller Verunglück­ten neben der gesetzlich vorgeschriebenen Rente noch eine besondere aus freien Stücken.

Sport, Spiel, Jagd.

Rad»Reu«e« zu Gieße«. Die am nächsten Sonntage auf dem hiesigen Sportplätze stattfindenden Radrennm versprechen nach den vorliegenden Meldungen guter Fahrer ein sportliches Schauspiel von hervorragender Bedeutung zu werden. DaS Programm, über daS wir schon früher berichtet haben und d«S nunmehr auch aus den auSHSngenden Rennplakaten ersichtlich ist, enthält viele hochinter- esiante Nummern. Der schärfste Kampf wird aber sicher wohl um die Ehrengabe der Stadt Gießen entbrennen, da insbesondere ein Frankfurter Verein, ber sich die Pflege des RennsporieS pari besonders angelegen sein läßt, alles aufbieten will, um gerade diesen Preis jetzt zu erringen, nachdem er bei dem vorjährige» Start im gleichen Rennen ganz knapp unterlegen war. Andererseits werden auch andere Vereine, und insbesondere bie Verteidiger, die Gieße­nerWanderer", ihre besten und zuverlässigsten Fahrer an den Start bringen. Und da sich hiernach daS Endresultat im Voraus