Berlin, 16. März. Ter Kaiser hat heute nach- imittag 2 Uhr 25 Minuten Kiel verlassen und gedenkt abends achteinviertel Uhr hier wieder einzutreffen.
— Die „Nordd. Alla. Ztg." bezeichnet die Mitteilung einer hiesigen Korresponoenz als unzutreffend, wonach die neue Kanalvorlage dem Abgeordnetenhause morgen zugehen soll, und wonach die Frage erwogen worden sei, ob es sich nicht empfehle, den Bau des Großschifsahrtsweges Berlin-Stettin zuerst, also getrennt von der Gesamtvorlage zu behandeln. , v
— Ter „Kreuzztg." zufolge ist zum Nachfolger des verstorbenen Freiherrn v. Huene, Präsidenten der Zentralgenossenschaftskasse, der Abgeordnete Dr. Heiligenstadl, der bereits Tirektionsmitglied der Kasse ist, in Aussicht genommen.
— Ter dem Bundesrat zugegangene Gesetzentwurf, betreffend die privatenBersicherungsUnternehmung en, enthält .in neun Abschnitten 124 Paragraphen. Zweck der Vorlage ist die Regelung der öffentlich-rechtlichen Seite des Privatversicherungswesens.
— Der „Dtsch. Tgsztg." wird versichert, daß maßgebende Regierungsstellen von der Annahme des Fleisch- beschaugesetzes eine ungünstige Rückwirkung auf die Flottenvorlage befürchten, da die Arbeitermassen durch die vom Fleischbeschaugesetz au erwartende Fleischverteuerung aufs heftigste erregt werden würden.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Von einer Reihe von landwirtschaftlichen Vereinigungen sind an den Kaiser Telegramme gerichtet worden, welche zum Zweck der Aufrechterhaltung der zu dem Fleischbeschaugesetz von der Reichstagskommission beschlossenen Vereinbarungen die Hilfe des Kaisers anrufen. Es konnte umsoweniger vorausgesetzt werden, daß in dieser schwebenden Frage der Kaiser eine persönliche Initiative ergreifen würde, als die verbündeten Regierungen zu den im Reichstag gefaßten Beschlüssen Stellung zu nehmen noch nicht in der Lage gewesen sind. Wie wir hören, sind alle diese Kundgebungen ohne Beantwortung geblieben.
— In hiesigen unterrichteten Kreisen wird, der „Nat.- Ztg." zufolge, angenommen, daß die Entschädigungsfrage aus Anlaß der Beschlagnahme deutscher Schiffe durch englische Kriegsschiffe in befriedigender Weise gelöst werden wird. Die Regelung dieser Angelegenheit ziehe sich naturgemäß länger hin, da es sich nicht blos um die unmittelbaren Ansprüche der betroffenen Rhedereien, sondern auch um Privatforderungen einzelner Passagiere handelt. Wenn letztere Ausländer seien, verwickele sich die Prüfung der erhobenen Forderungen noch mehr, zumal da diese zunächst der Rhederei vorgelegt werden müssen, die dann in der Lage ist, an zuständiger Stelle den gesamten erlittenen Schaden zu liquidieren.
— Die Versuche, ein Kompromiß betreffs des Flei s ch- beschaugesetzes herbeizuführen, sind, wie die „Nat.- Ztg." meldet, vorläufig gescheitert. Infolgedessen ist die ursprüngliche Absicht, die dritte Lesung für morgen auf die Tagesordnung des Reichstages zu setzen, aufgegeben und die Angelegenheit auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Es werde aber weitergearbeitet, um etwas von den Einfuhrverboten zu retten.
— Die Verschiebung der Beratung der Flotten- Vorlage in der Budgetkommission auf die übernächste Woche wird nach der „Nat.-Ztg." im Reichstage nicht als ungünstiges Zeichen betrachtet. Die Aussichten auf eine positive Verständigung sollen sich im Gegenteil verbessert haben.
— Dem Bundesrat ist ein Nachtragsetat für das Rechnungsjahr 1900 zugegangen. An einmaligen Ausgaben werden 5 881057 Mark gefordert, für die Kolonialverwal- tnug 997 300 Mark und für Kamerun 865 300 Mark. Der Etat für Samoa balanziert mit 252 000 Mark, wovon durch Einnahmen aus Zöllen, direkten Steuern und sonstigen Abgaben 200 000 Mark gedeckt werden.
Ausland.
Wien, 16. März. Gerüchtweise verlautet, daß die HochzeitderKronprinzessinStephanie wegen Erkrankung des Grafen Lonyay verschoben ist.
Wien, 16. März. Eine Meldung der „Polit. Korr." aus Rom verzeichnet Gerüchte, daß die Dreibundmächte Vereinbarungen wegen freundschaftlicher Ver- mittelungimTransvaalkriege getroffen hätten.
Wien, 16. März. In der heutigen Sitzung des A b - -geordnetenhauses inszenierte die Schönerergruppe, weil der Präsident Fuchs eine von dieser Gruppe gestern eingebrachte Interpellation nicht zur Verlesung gebracht hat, derartige Skandalszenen, daß die Sitzung zeitweilig sistiert werden mußte. Die Abgg. Schönerer, Jro und Kittel beschimpften den Präsidenten und bezeichneten ihn als einen scheinheiligen Betbruder und einen Schuft, oer zum Staatsanwalt in die Schule gehen solle. Dieselben Abgeordneten forderten die beiden Vizepräsidenten auf, ihre Stellung niederzulegen.
Paris, 16. März. Die gestrige Rede Delcasses überdieauswärtigePolitikFrankreichs wird vom „Temps" und vom „Journal des Debats" einer längeren Besprechung unterzogen. Beide Blätter drücken ihre Befriedigung über die Worte Delcasses aus. Die „Debats" sagen, diese Worte seien die eines weisen Staatsmannes. Frankreich habe nicht mehr nötig, wie zur Zeit der Kreuzzüge, eine sentimentale Politik zu treiben, sondern thue wohl daran, dem Prinzipe des Grafen Bülow nachzuahmen, nämlich eine Politik auf der Grundlage eines gesunden Egoismus zu treiben. Tie Rede Delcasses erinnere übrigens aufs frappanteste an die jüngste Rede des deutschen Ministers des Aeußern. — Auch der „Temps" gebraucht ähnliche Worte in seiner Replik. Er sagt, Frankreich dürfe sich nicht für andere ins Zeng werfen, da es sonst Gefahr laufe, sich die Finger zu verbrennen.
Paris, 16. März. Dem „Matin" zufolge herrscht in Marinekreisen die größte Unruhe über das Aus- ble iben des Dampfers „Pauliac", der seit 22 Tagen überfällig ist. Außer 51 Mann Besatzung befand sich an Bord ein großer Teil von Materialien, welche für die Ausstellung bestimmt waren.
London, 16. März. Die „Times" veröffentlichen ein Telegramm aus Konstantinopel, wonach die ru s s i s ch e Regierung bei der türkischen Regierung die Ueber- l a s s u n g einer K o h l e n st a t i o n auf einer der Inseln Lesuna, Jmbro oder Mytilene verlangt. Die türkische
Regierung soll infolge dieser Forderung bei der russischen Regierung Schritte gethan haben, damit dieselbe zurückgezogen werde. Die Antwort des Grafen Murawiew soll derartig kategorisch gewesen sein, daß der Sultan einen Minister- und Kriegsrat einberufen hat.
Konstantinopel, 16. März. Zwischen der Türkei und Rußland ist schon in der Angelegenheit des Baues von Eisenbahnen im nordöstlichen Kleinasien ein vollständiges Einvernehmen erzielt. Ter türkische Ministerrat nahm in seiner jüngsten Sitzung die letzten Vorschläge Rußlands an, worauf der Sultan ein Jrade zur Unterzeichnung einer Konvention mit dem russischen Botschafter erließ. Die Unterzeichnung dürfte in ein bis zwei Tagen erfolgen. Als besonders wesentlich erscheint die Ausdehnung der russischen Sphäre bis zum Paß nach Konstantinopel, sowie andererseits das Fallenlassen der zuerst mit Starrheit vertretenen Forderungen, daß die Konzession der russischen Regierung, anstatt wie jetzt, einem russischen Syndikat verliehen werde.
Lokales und Nrovinstetles.
*• Versteigerung städtischer Bauplätze. Die am Dienstag zur Veräußerung gelangten städtischen -4 Bauplätze an der Crednerstraße, je rund 480 Quadratmeter groß, erzielten Gebote 4010, 4240, 4320 und 4340 Mark. Als Höchstbietender verblieb für 3 der Plätze der Maurermeister Hrch. Winn, für einen der Plätze Dachdeckermeister Carls. Das Gelände war zur Taxe von Mk. 8.— pro Quadratmeter geschätzt. Bei der am selben Tage stattgehabten Versteigerung 3 städtischer Bauplätzte an der Grünbergerstraße (Taxe 6 und 7 Mk. pro Quadratmeter) wurden bei 2 der Baustellen pro Quadratmeter 5,10 und 5,50 Mk. geboten, währei zu dem dritten Bauplatz sich überhaupt kein Liebhaber fand.
*• Anl der Ausstellung für Krankenpflege in Frankfurt a M. wurden von Gießener Ausstellern ausgezeichnet: Mit der silbernen Medaille der Stadt Frankfurt: die Korsettsabrik Koch u. Eichenauer; mit der goldenen Medaille der Hufeland'schen Gesellschaft: die Metallwarenfabrik (Bade- einrichtungSgeschäft) Heinr. Schaffstaedt; mit dem Ehrendiplom: die Großh. Universitäts-Augenklinik. (Ausführliches Verzeichnis s. unter Frankfurt).
A Grüuberg, 15. März. Der seit mehreren Jahren hier bestehende „Verkehrsverein", welcher sich die Verschönerung der Stadt und ihrer Umgebung, die Verbesserung und Neuanlage von Spazierwegen u. s. w. zur Aufgabe macht, hielt gestern abend im Gasthaus „Zum TaunuS" seine diesjährige Hauptversammlung. Wie aus dem erstatteten Rechenschaftsbericht ersichtlich, ist die Mitgliederzahl auf 131 gestiegen. Die sich aus den Beiträgen der Mitglieder, dem Ertrag einer Abendunterhaltung und dem Zuschuß aus der Stadtkasse zusammensetzende Einnahme pro 1899 beziffert sich auf 461 Mk.; hiervon wurden 381 Mk. verausgabt, sodaß ein Kassevorrat von rund 80 Mk. verbleibt. Auch in diesem Jahre soll die Verbesserung und Herstellung von Weganlagen fortgesetzt werden. — Die Vorstandswahl ergab Wiederwahl der seitherigen Mitglieder. Vorsitzender des Vereins ist Herr Kaufmann Louis Moll.
m. Treysa, 15. März. In unserem Nachbardorfe Wasenberg wurde vergangene Nacht die Frau des Tagelöhners Hafer von 3 kräftigen Mädchen entbunden. Mutter und Töchter besinden sich den Umständen nach recht wohl. — Der Mühlenbesitzer Han weg im benachbarten Dorfe Schlierbach wurde heute früh in der Schwalm, in unmittelbarer Nähe seiner Mühle tot aufgefunden. Hanweg steht im 72. Lebensalter, ist geborener Waldecker (Wrexen) und hat erst vor einigen Jahren die Mühle käuflich übernommen. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, muß als fraglich bezeichnet werden.
[] Wabern, 15. März. In der heute stattgehabten Wahl der Gemeindeverordneten wurden wiedergewählt in der 1. Abteilung: Dr. med. Rothfuchs und Herr Buchhalter Hocke; in der 2. Abteilung: Herr Landwirt Vonhold; in der 3. Abteilung findet Stichwahl statt zwischen dem bisherigen Gemeindeverordneten Herrn Landwirt Konrad Hansmann und Herrn Landwirt Adam Otto V.
Gerichtssaal.
Gießen, 17. März. Fünf junge Burschen zwischen 18 bis 20 Jahren aus Lollar hatten sich gestern wegen schwerer Körperverletzung vor dem Schöffengericht zu verantworten. Ludwig Moos, Ehrhard Frank, Karl Münch, Wilhelm Erbe und Heinrich Klinke! waren beschuldigt, eines Abends nach der Feierabendstunde mit Gießener Burschen auf der Dorfstraße in Lollar angebändelt zu haben, ihren Gegnern dann bis in das Stationsgebäude der Main-Weserbahn gefolgt zu sein, wo es zu einem Treffen kam, bei dem es infolge des Gebrauches eines zugeklappten Messers und eines Lattenstückes seitens der Lollarer für die Gießener nicht ohne blutende Verletzungen abging. Der Amtsanwall wies darauf hin, daß es in letzter Zeit in Lollar sehr häufig vorgsskommen sei, daß die halbwüchsige Jugend des Ortes, nach Eintritt der Feierabendstunde, statt nach Hause zu gehen, sich als Herr der Straße gebärde und friedliche Passanten belästige. Dem müsse energisch begegnet werden. Er sei zwar dafür, den Angeklagten auch diesmal noch mildernde Umstände zuzubilligen, dieselben aber wegen gemeinsam verübter schwerer Körperverletzung zu folgenden Strafen zu verurteilen. Moos zu 6 Wochen, Frank zu 2 Wochen, Münch zu 1 Woche Gefängnis, Klinket zu einer Geldstrafe von 50 Mark eventuell 10 Tagen Gefängnis. Der Angeklagte Erbe aber sei schuldig der Anstiftung zur Körperverletzung und daher mit 40 Mark eventuell 8 Tagen Gefängnis zu bestrafen. Der Gerichtshof erkannte wegen der Angeklagten Münch und Erbe auf Freisprechung. Moos wurde zu 4 Wochen, Frank zu 2 Wochen Gefängnis und Klinkel zu einer Geldstrafe von 50 Mark eventuell 10 Tagen Gefängnis verurteilt.
Gießen, 17. März. In einer der letzten Sitzungen verhandelte die Strafkammer als Berufungs-Instanz
gegen Dr. Friedländer, einen der beschäftigsten Aerzte zu Bad-Nauheim. Tas Schöffengericht hatte denselben wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt zu einer Gefängnisstrafe von fünf Tagen verurteilt. Dr. Friedländer hätte einen Schutzmann in Zivil, der angeblich einer größeren Gesellschaft Ruhe gebietend entgegengetreten sein will, in der sich auch der Angeklagte befand, dessen Schutzwaffe, einen starken Gummischlauch entrissen, den der Beamte in der Hand hatte, und. damit diesen bearbeitet. Er will den Beamten als solchen nicht gekannt, ihn vielmehr für einen Stromer gehalten haben, obgleich derselbe erklärt hatte, er sei Schutzmann, und obgleich der Nachtwächter bei ihm stand. Die Strafkammer hielt nach Lage des Falles die erkannte Strafe für zu gering, hob dasSchpffenurteil auf und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 14 Tagen. — Gestern hatte es die Strafkammer mit einem Schwindler zu thun. Der angeklagte 23 Jahre alte Knecht Henze aus Magdeburg ist geständig, seinem Arbeitgeber aus dem verschlossenen Kasten 20 Mark gestohlen- zu haben. Er hat in Ober- und in Nieder-Wöllstadt und auf der Dickmühle bei Rodheim seine werte Person in fünf Fällen als Knecht vermietet und überall Mietsgeld angenommen, ohne den Dienst anzutreten. Henze will dieses Engros- Geschäft gemacht haben, um, falls es ihm hier und da nicht gefalle, gleich wieder Arbeit zur Hand zu haben. Er ist übrigens wegen Diebstahl und auch wegen Betrug rückfällig und hätte daher mit Zuchthaus bestraft werden müssen. Der Gerichtshof billigte ihm aber noch einmal mildernde Umstände zu und verurteilte den Angeklagten zu zwei Jahren zwei Monaten Gefängnis.
Vermischtes.
* Berlin, 16. März. Nach einer Meldung aus Köln hat sich bei Kreuttingen nahe Hayingen (Lothringen) ein großes Eisenbahnunglück ereignet; es werden der „Köln. Vztg." zufolge, bis jetzt drei Tote und zehn Verwundete gezählt.
Umversltill und Hochschule.
— Berufenr Der o. Profeffor Finger in Prag als Nachfolger des Professor Oetker auf den Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozeß der Würzburger Hochschule. Er hat jedoch abgelehnt.
— Geftorbenr In Bern der a.-o. Professor der Theologie und Oberbibliothekar der Berner Stadtbibliothek, Dr. E. Blösch. — Der Profeffor der Physik Geh. Reg.-Rat Dr. Karsten in Kiel, früherer Landtags- und Reichstagsabgeordneter. — Der hervorragende Mathematiker Elwin Bruno Christoffel im Alter von 70 Jahren. Er gehörte bis zum Jahre 1894 dem Lehrkörper der Kaiser-Wilhelm-Universität Straßburg an. — Der o. Prof, für Kirchengeschichte in der theologischen Fakultät der Hochschule in Basel Dr. Rudolf Stähelin (geboren 1841) an einem Schlaganfalle. Stähelin, deffen Arbeitsgebiet vorzüglich die Reformationsgeschichte war, hat sich durch seine in den letzten Jahren erschienene mehrbändige Zwingli-Biographie besonders bekannt gemacht.
— Verschiedenes r Aus Remscheid bringt die Rheinisch-Westfälische Zeitung folgende Nachricht: Dem Pastor Lic. Wilhelm THümmel ist die Erlaubnis erteilt worden, an der theologischen Fakultät der königlichen Universität Berlin als Privatdozent zu wirken.
Arbeiterbewegung.
A Mainz, 16. März. Der jetzt bereits zwei Wochen währende Aus stand der hiesigen Tüncher wird aller Voraussicht nach mit einer Niederlage der streikenden Gesellen enden. Letztere haben das Gewerbegericht als Vermittelungsamt angerufen, die Meister sind indes gar nicht erschienen und haben es kurzer Hand abgelehnt, überhaupt in Unterhandlung zu treten.
Telegramme des »Gießener Anzeiger-.
Berlin, 17. März. Wie aus Teplitz gemeldet wird, versuchten gestern 600 Streikende durch Drohungen die Einstellung der Arbeit in den Austria- Johannes- und Britannia-Schächten zu erzwingen. Militär mußte requiriert werden, um die Ruhe wieder herzustellen. Es wurden zwei Verhaftungen vorgenommen.
Berlin, 17. März. Die „BossischeZeitung" meldet aus Prag: Gestern fanden in dem Ausstandsrevier große Ausschreitungen statt. Die Ausständischen zogen in großen Waffen zu den Schächten, oer» hinderten die Einfahrt der Arbeitswilligen und vertrieben dieselben mit Steinwürfen.
Karwin, 17. März. Im hiesigen Kohlen-Revier herrscht unter den Streikenden eine äußerst erregte Stimmung. An einzelnen Orten sind bereits Unruhen ausgebrochen.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Gieße«, 17. März. Marktbericht. Auf dem heuugen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.80—0.90, Hühnereier per St. 5—6 2 St. 00—00 H, Enteneier 1 St. 6—0 H, »ansi-
eiet per St. 11—12 H, Küse 1 St. 5—7 Käsematte 2 St. 5-6 Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 30 H, Tauben per Paar X 6.8.-1.00, Hühner per St. X 1.30-2.20, Hahnen per X 1.30—2.20, Enten per St. X 2.00—2.50, Gänse per Pflmb X 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 Kuh» und Audsteisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 60—72 4, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 76 H, Kalbfleisch per Pfd. 64—«6 4 Halmnetzeisch ver Pfd. 50-64 Kartoffeln per 100 Kilo 4^0 A 4.50 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 8 00-8.50, Milch per Liter 16 4-___
Wetterb richt. Der niedere Druck hat sich von. Norden her noch weiter gegen den Kontinent ausgebreitet, wobei das Barometer in Zentral-Europa allgemein starr gesunken ist. Das Haupt-Zentrum Her Depression liegt heute über dem südlichen Norwegen. Ein sekundäres Minimum macht sich über dem Golfe von Genua bemerkbar. Der Witterungs-Charakter ist in den kontinentalen Lagen unbeständig, der Himmel zumeist bedeckt. Stellenweise fallen Niederschläge, die Temperaturen haben zumeist zu- genommen. - Voraussichtliche Witterung: Zunächst unbeständiges, ziemlich mildes Wetter mit einzelnen Nieder- schlügen, dann wieder Abkühlung.
Ärmste Meldungen.
Depesche» dos Bureau .Herold".
Berlin, 17. März. Nach einem Telegramm auS Ko nstantinopel des „Lokal Anzeiger" ist in dem Befinden des schwer erkrankten und von Dem „Berliner Tageblatt bereits totgesagten Ghazi Osman Pascha eine Besserung eingetreten.
Budapest, 17. März. Die Absicht einer Unabhängig^ keits-Erklärung Bulgariens wird hier nicht ernp


