rind daß Ladysmith entsetzt sei, entbehren jeder amtlichen Bestätigung. Im Gegenteil meldet die „Daily Mail" aus Moritzburg, daß die Buren bei Groblers Kloos ein schweres Geschütz aufstellten.
— Der ..Central News" zufolge gingen am Montag in Durban Gerüchte von einem verzweifelten Kampfe um, worüber jedoch noch keine Bestätigung vorliegt. Man wird sämtliche Nachrichten so lange unterdrücken, bis General Buller das Resultat seiner jetzigen Operationen begannt gibt. — Wie dem „Morning Leader" berichtet wird, befand sich Bullers Kolonne am Montag noch in Springfield, während die Division des Generals Warren eine Position auf dem Hügel zwischen Springfield und Bethany bezogen hat. Der Uebergang über den Tugela ist noch nicht erfolgt und dürfte so lange verschoben werden, bis der Fluß gefallen ist.
— Wie aus Ladysmith gemeldet wird, machen die Buren die größten Anstrengungen, um für den bevorstehenden Kampf gerüstet zu sein. Alle Londoner Blätter drücken die Ansicht aus, daß entscheidende Gefechte stattfinden und eine definitive amtliche Mitteilung stündlich zu erwarten sei. Die „Times" fordert auf, diese mit Ruhe und Würde auf- zunchmen, gleichviel, ob sie einen Sieg oder eine Niederlage verkünden.
— Wie aus Lourenzo Marques mitgeteilt wird, ist daselbst am 14. Januar der deutsche Dampfer „Condor" eingetroffen.
London, 16. Januar. Wie aus Prätoria gemeldet wird, bestätigt „Bolksstem" die Nachricht, wonach die Buren beschlossen haben, die Goldminen mit einer 3O°/oigen Kriegssteuer zu belegen.
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Telegramme bed „Gießener Anzeiger".
London, 17. Januar. Das KriegSamt beschloß eine weitere Einschränkung der Kriegs-Depeschen. Diese Anordnung erregt allgemeine Angst, da ersichtlich schlimme Nachrichten vom Kriegsschauplätze vorliegen. Ueber- haupt hat damit die Unruhe den höchsten Grad erreicht. Man ist zwar äußerlich ruhig, aber niemand denkt und spricht von etwas anderem, als von der jetzt augenscheinlich stattfindenden Schlacht bei Ladysmith. In Durban ist seit fünf Tagen kein Wort von der Front eingetroffen. Es werden keinerlei Meldungen durchgelassen. Infolge dessen herrscht die tiefste Erbitterung unter denjenigen, welche Verwundeten bei den englischen Truppen haben.
London, 17. Januar. Aus Pietermaritzburg wird vom 16. d. M., 4 Uhr 30 Min. nachmittags, gemeldet: Ein heftiges Artilleriefeuer ist zwischen dem Lager von Frere und Chieveley im Gange. Das Resultat ist noch unbekannt.
London, 17. Januar. Aus Johannesburg wird gemeldet: Trotz der strengen Ueberwachung der Delagoa Bai gelang es, 20 Feldgeschütze als Kriegs-Kontrebande über die Grenze zu schaffen. Dieselben sind unbehelligt hier eingetroffen.
London, 17. Januar. In Offizierskreisen hält man die bevorstehende Rückberufung des Generals Ga- tacre für wahrscheinlich. Lord Methuen soll durch Lord Kitchener ersetzt werden, vielleicht auch durch General Tucker, der in Indien ein Korps befehligt.
London, 17. Januar. Die Regierung beschloß, die aus Südafrika einlaufenden Telegramme über Niederlagen der Eng- Zander erst dann zu veröffentlichen, wenn sie nicht mehr länger verschwiegen werden können.
London, 17. Januar. Die Morgenblätter veröffentlichen nicht ein einziges bemerkenswertes Telegramm vom Kriegsschauplatz. Die meisten Korrespondenten begnügen sich mit mehr oder weniger wahrscheinlichen Gerüchten. Ein Telegramm vom 16. d. M. aus Pietermaritzburg meldet, daß ein heftiges Artilleriefeuer am Tugelafluß stattfinde. General Buller stehe im Begriff, den Fluß zu überschreiten. Er wirft zahlreiche Granaten gegen den Feind. Einem Gerücht zufolge soll eine englische Kolonne vor Ladysmith eingetroffen sein. „Daily Telegraph" meldet aus Kapstadt: Am vergangenen Sonntag hat Lord Roberts dem Gottesdienst beigewohnt und während desselben eine große Anzahl Telegramme erhalten, von deren Inhalt er sofort Kenntnis nahm. — Die „Times" veröffentlichen ein Telegramm ihres Korrespondenten aus Ladysmith, nach welchem aus sicherer Quelle verlautet, daß Mafeking vor sechs Tagen noch Widerstand leistete. ES seien genügend Lebensmittel vorhanden.
Brüssel, 17. Januar. Eine amtliche Note der Transvaal-Gesandtschaft tritt der neuerlichen Meldung von einer dreiprozentigen Besteuerung der Goldminen entgegen. Dr. LeydS versichert, er wisse nichts davon, und glaube auch nicht daran. ES sei unmöglich, daß die Regierung in Prätoria aus Geldnot Zahlungen auferlege, die jedoch nur einen temporären Charakter tragen. Die fremden Aktionäre müßten schadlos gehalten werden.
worden ist, hat beschloffen, das Mandat nicht für erloschen zu erklären, da ein solcher Fall in der Verfassung nicht vorgesehen ist.
— In der Budget-Kommission des Reichstages wurde heute die Beratung des Postetats fortgesetzt. Bei Titel 22 gelangte eine freisinnige Resolution, betreffend die Gehaltsstufen, zur Annahme. Bei Titel 25 (Unterbeamten) teilte Staatssekretär v. PodbielSki mit, die Litewken hätten sich bewährt. Bei der Forderung für Vervollständigung der Telegraphenanlagen machte der Staatssekretär vertrauliche Mitteilungen technischer Art. Die Weiterberatung wurde alsdann auf Freitag vertagt.
— Die Fl ölten Vorlage ist heute im Bundesrate eingebracht worden. Ihr Inhalt ist bis jetzt nicht näher bekannt, doch unterliegt es, der „Nat.-Ztg." zufolge, feinem Zweifel, daß sie in der früher entwickelten Art die Verdoppelung der Schlachtflotte und die Vermehrung der großen Auslandsschiffe bezweckt, und daß die künftige Flottenstärke gesetzlich festgestellt werden soll.
Berlin, 16. Januar. Dem „Lokal-Anzeiger" zufolge wird über den Inhalt der heute dem Bundesrat zugegangenen Flortennovelle solange Stillschweigen beobachtet, bis derselbe die Vorlage genehmigt hat. Sie dürfte zeitraubende Verhandlungen kaum erfordern, da die verbündeten Regierungen bereits vor der definitiven Ausarbeitung des gegenwärtigen Entwurfs sich über dessen Grundlagen und Ziele verständigt halten.
— Nach der „Germ." wird die Interpellation wegen Beschlagnahme deutscher Dampfer durch Engländer offiziell im Reichstage eingebracht werden,sobaldderText fertiggestellt setnwird. Bei dem Auswärtigen Amt sei neuerdings in dieser Angelegenheit verhandelt worden. Dasselbe habe den Wunsch geäußert, daß nach Beendigung der zweiten Beratung des Etats des Reichsamts des Innern der Etat des Reichsjustizamtes zur zweiten Beratung gestellt werden soll. Staatssekretär Graf Bülow trage sich mit der Hoffnung, daß er dann im Besitz der englischen Antwort auf die deutschen Vorstellungen sein könnte. Wann die Interpellation zur Verhandlung gelangen solle, darüber werde erst entschieden werden, wenn sie wirklich vorliegt.
— Der „Volksztg." wird mitgeteilt, daß der Kaiser zu seiner diesjährigen Geburtstagsfeier eine Amnestie zu erlassen gedenke für solche Vergehen, welche mit Strafen bis zu sechs Monaten zu verbüßen sind.
— Wie die „Berl. Reuest. Nachr." melden, ist die Einbringung der Flottennovelle in den Reichstag noch im Laufe dieses Monats zu erwarten.
— Der „Lokal-Anz." meldet aus Brüssel, daß die Audienz, welche der Präsident der belgischen Kammer Bernaert am Sonntag bei Kaiser Wilhelm hatte, mit einer Mission des Königs Leopold zusammenhängt. Bernaert hatte vor seiner Abreise nach Berlin eine längere Unterredung mit dem König, welche angeblich der Beilegung einer Etikettenfrage zwischen Senat und Kammer bei den üblichen Neujahrsempfängen im Palais galt. Man glaubte, daß die Mission mit dem Wunsche König Leopolds und der Königin Wilhelmine im Zusammenhang stehe, gemeinsam auf den Kaiser behufs endlicher Vermittlung zwischen Transvaal und England einzuwirken.
AustimS.
Wien, 16. Januar. Im weiteren Verlause seiner Delegationsrede replizierte Graf Goluchowski auf die Angriffe gegen den Dreibund. Er rügte scharf, daß die Person des deutschen Kaisers in unstatthafter Weise in die Debatte gezogen wurde. Deutschland habe sich nie in die innerpolitischen Verhältnisse Oesterreich-Ungarns gemischt. Der Dreibund habe keine anderen Ziele, als die Sicherung des Friedens, und daß Deutschland für den Aufschwung seiner wirtschaftlichen Interessen sorge, daraus könne man ihm keinen Vorwurf machen.^
Paris, 16. Januar. Nach einer Meldung aus Rom ist augenblicklich eine Cirkularnote, welche von mehreren Großmächten unterzeichnet ist, den verschiedenen Kabinetten unterbreitet; in derselben soll die englische Negierung aufgefordert werden, eine genaue Erklärung abzugeben über den Begriff „Kriegskontrebande". Wie es heißt, verweigert die Regierung der Vereinigten Staaten die Unterzeichnung dieser Note. Ende dieser Woche soll die Note der englischen Regierung zugesandt werden.
London, 16. Januar. Die Meldung eines Brüsseler Blattes, daß der Staatsminister Beernaert, welcher am Sonntag beim Kaiser Wilhelm eine Audienz hatte, damit beauftragt gewesen sei, auf den Kaiser behufs endlicher Vermittlung zwischen Transvaal und England einzuwirken, wird hier nicht ernst genommen.
Mauser- und Lee-Metford-Gewehr.
Deutsches Keich.
Berlin, 16. Januar. Heute vormittag hörte der Kaiser die Borträge des Chefs des Militärkabinetts v. Hahnke und des Chefs des Admiralstabes der Marine Vizeadmirals v. Diederichs und nahm später die Meldung des Vizeadmirals Bendemann entgegen. Das Frühstück nahm der Kaiser bei dem Generalintendanten Grafen Hochberg ein.
— Der Kaiser wird morgen mittag 1 Uhr die Präsidien der beiden Häuser des preußischen Landtages in Audienz empfangen.
— Die Geschäftsordnungs.Kommission des Reichstages, welcher bekanntlich der Antrag der freisinnigen VolkSpartei, das Mandat des Abg. Jacobsen wegen seines Konkurses für erloschen zu erklären, überwiesen
Im südafrikanischen Kriege benutzen die Buren das Mauser- die Engländer dagegen das Lee Metford-Gewehr die wir in ihrem Mechanismus beide im Bild vorführen' England war die letzte Macht, die sich zur Einführung eines Magazingewehrs entschloß, während alle übrigen Mächte Frankreich voran, schon lange Magazingewehre einaeführ! hatten. Der Unterschied zwischen den beiden Gewehren ist für den Laien kaum wahrnehmbar; er beruht vor allem in der größeren Treffsicherheit und der leichteren Land- habung des Mauser-Gewehrs, dessen Kaliber 0 311 »oll
. 2“ = . Gewehr ein Kaliber von
0 303 Zoll hat. Das Gewicht des Lee Metsord-Gewebrs 1K-l°gr°mm während das Mauser- Gewehr 3>, Kilogramm wiegt. Da die Engländer em Bajonett benutzen, für das ungefähr 450 Gramm Ge- miajt gerechnet werden, beträgt der Gewichtunterschied der
beiden Waffen, da die Buren kein Bajonett tragen, fast 1 Kilogramm. Die Kugel des Mausergewehrs wiegt 219 Gramm, die des Lee-Metford-Gewehrs 215 Gramm. Die Buren benutzen für ihre Gewehre das rauchschwache Pulver, von welchem jede Patrone 42 Gramm enthält. Da die Buren schon seit längerer Zeit mit dem Mausergewehr vertraut sind, ist es leicht begreiflich, daß sie gegenüber den schlecht eingeübten englischen Schützen stet- im Vorteil bleiben werden, zumal die anerkannte Treffsicherheit der Buren und die größere Tragfähigkeit ihrer Büchsen in Betracht gezogen werden muß.
Lokales und Provinzielles.
(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, 17. Januar 1900.
•* Stadttheater. Das neue dreiaktige Volksstück von Victor Leon: „Gebildete Menschen", an vielen Bühnen, u. a. in Frankfurt a. M., Gärtnerpatztheater.in München, Hof- und Nationaltheater in Mann- heim, Raimundtheater in Wien, Thaliatheater in Berlin re. mit glänzendem Erfolge aufgeführt, geht im hiesigen Stadttheater am Freitog dem 19. d. M. erft- malig in Szene.
** Der Direktion unseres Stadttheaters, den Herren Kruse u. Helm, ist, wie wir hören, für die Sommersaison 1900 die Leitung des Kurtheaters in Neuenahr unter einer Anzahl von Bewerbern übertragen worden.
** Akademischer Gesangverein Gießen. Mathilde Haas, lieber Mathilde Haas, welche in dem Konzert des Akademischen Gesangvereins kommenden Sonntag znm ersten Mal in Gießen auftreten wird, liegen eine Reihe von begeisterten Konzertberichten vor, die alle darin übereinstimmen, daß diese Sängerin über eine äußerst sympathische, prächtige Altstimme und eine ausgezeichnete Vortragsweise verfügt. So schrieb beispielsweise das „Wiesbadener Tageblatt" am 19. Dezember 1898: „Und dann Frl. Mathilde Haas auf Mainz, welche wir unbegreiflicherweise in Wiesbaden s- wenig zu hören bekommen: sie zeigte sich von neuem als selten begnadete Künstlerin. Welch' eine Fülle des Reichtums in dieser Stimme: eine wahrhaft königliche Altistin! Im Ausdruck des ernsten, weihevollen und erhabenen findet Mathilde Haas nicht sobald ihres gleichen. Schubert's „Sei mir gegrüßt" war gestern von besonders vornehmer und dabei ganz unmittelbarer Wirkung." lieber ein Auftreten. der Sängerin in Berlin berichtet die Musik- und Theater- w-It Berlin" vom 2. fjebtnar 1899: „Die Mezzosopranistin Mathilde Haas ist ein ungewöhnliches Vortragstalent. Sieber von Schubert, Schumann, Brahms, Richard Strauß u. a. erklangen in eigentümlicher melodiöser Klarheit und mit
Echtheit der Empfindung, daß man das unsterbliche Alte fast wie ein herrliches Neues und das schöne Neue wie etwas traut Bekanntes begrüßte. Ohne technische wird von der Künstlerin das geistige und gemüt- 'nr der kleinen Tonschöpfungen dargelegt und eine ^P'ton von unzweideutiger poetischer Macht erregt. DaS ist ein wohliger, ganz unabsichtlich dunkel gefärbter Mezzosopran, in dessen Umfang es keine Register- wuche und musikalische Geschmacksbeleidigungen giebt. ES ist ein Können, das allem seine Bedeutung, bie aIIem seine Schönheit giebt." 3^ schrieb der „Berliner Lokalanzeiger":
U) in och schöne Altstimmen. Das erfuhr man bei jtl. JJiatljtlbe Haas, deren Liederabend eine gewisse Sen- a wn hcrvorrief. Die junge Künstlerin, eine imposanle cheinnng, nennt ein nngewöhnlich schönes Organ ihr „Aen; c’n.enk Schatz von unermeßlichem Werte. Vollkrästig i!.»,doch durchaus sympathisch entströmen die Töne den dankbar wohlthuendsten Eindruck hinter. “’Lnb-, Das musikalische Publikum Gießens kann hier- K”11 freubiger Erwartung dem hiesigen Auftreten dieser
Sängerin entgegensehen, und wird diese Erwartung sicherlich volle Befriedigung finden.
.Oberheffischer GefchichtLverein. Unsere Leser, von S b1em Zeschichtsverein angehört, machen
an t.an c1' Bekanntmachung des Vorstandes
nb.nÄ « baia“* ^smerksam, daß am 18. d. MS., Kuden wird hr Hauptversammlung des Vereins statt- puden wird. Nach jener Bekanntmachung soll in ihr über
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» ** Von hessische
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