Soldaten entfernen und die Mandschurei verlassen sollten. Darauf gab der Hauptingenieur alsbald folgende telegraphische Antwort: .
„Gemäß dem mit der chinesischen Regierung abgeschlossenen Vertrag sind die Russen verpflichtet, die Eisenbahn Au bauen. D-eswegen kamen sie nach der Mandschurei, wo sie drei Jahre hindurch mit der Bevölkerung rm besten Einvernehmen gelebt haben. Jetzt sind in der Provrnz Mulden Boxer aufgetaucht, die die chinesischen Christen «ngegriffen und die Eisenbahnarbeiter, Bewachungsmannschaften und Ingenieure nicht verschont haben, während i)k Beamten in Mulden nichts thaten, um das zu verhindern. Um den Unordnungen sofort ein Ende zu macheil, ist der Gouverneur in Mukden verpflichtet, die Rebellen zu vernichten. Kann er das nicht mit den ihm zu Gebote stehenden Machtmitteln, so soll er sich wegen Hilfe von feiten der russischen Regierung an den Chef der Provinz Kwantung (Port Arthur) wenden. Der chinesische Gouverneur hat kein Recht, den Russen vorzuschlagen, die Eisenbahnarbeiten aufzugeben, da die Eisenbahn im Einvernehmen von Rußland und China gebaut ist. Ich sehe, daß der Gouverneur von Mukden die Pflicht des treuen Dienstes zum Kaiser vergessen hat, wenn er solchen Antrag vorschlug. Der Gouverneur beging eine so schwere Ueber- tretung wahrscheinlich nur aus Furcht vor den Aufständischen und vergaß die Pflicht für seinen Dienst und seine Ehre. Ich« rate, dieses niedrige Gefühl der Furcht vor den Boxern aufzugeben sowie die schlechten Berater von sich zu entserneii und fid)i männlich! an die Spitze der Truppen zu stellen, die noch nicht dem Aufstande verfallen sind, und mit Hilfe des russischen Chefs von Kwantung die Rebellen zu vernichten und die Ruhe wiederherzustellen."
Ain 26. Juni wurde gemeldet, daß sich! überall längs der Eisenbahn chinesische Truppen sammeln. Am 27. Juni meldete der Hauptingenieur, daß die Schutzmannschaft in Stärke von 150 Mann gezwungen war, sich von Ujelin zurückzuziehen.
Wann die japanischen Truppen auf dem Kampfplatz in China eintreffen, läßt sich noch nicht bestimmen. Es dürfte aber darüber immerhin noch einige Zeit vergehen, da sich die ganze, für China bestimmte Truppenmacht nicht mit einem Schifte transportieren läßt.
Die Meldung Her Londoner „Daily Mail", nach welcher der ^ermordete deutsche Gesandte in Peking Freiherr von Ketteler in seiner Amtsführung sehr roh gewesen sei und sogar häufiger als notwendig die Prügelstrafe angewendet habe, entbehrt jeder thatsäch- lichen Grundlage. Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, daß gerade Herr von Ketteler in seiner amtlichen Thätigkeit ein außerordentlich milder, humaner und nachsichtiger Beamter war.
lieber die Stellungnahme des deutschen Kaisers rur chinesischen Frage berichtet das „Bert. Tageb!.", daß oer Kaiser sich an Bord des Panzerkreuzers Fürst Bismarck am Abend der Verabschiedung den Schaffsoffizieren gegenüber mit aller Bestimmtheit und Entschiedenheit für die Unterwerfung des Aufstandes, aber auch für die Aufrechterhaltung des Status quo in China unter Sicherung verläßlicher Bürgschaften gegen die Wiederholung der vorgekommenen Greuelthaten ausgesprochen hat. Die „Nordd. Allg. Zta." bestätigt, daß die aus englischer Quelle stammende Nachricht von einem Zusammenstoß deutscher Truppen mit Boxern bei Kiautschou bisher an amtlicher Stelle keine Bestätigung findet. Auch über weitere Verluste unserer Marinetruppen bei Tientsin sind keinerlei Mitteilungen eingetroffen.
Die ruhigen Darlegungen des Staatssekretärs G r a f e n B ü l o w in feinem Rundschireiben an die Bundesregierungen werden wohl in Deutschland bei keiner Seite auf Widerspruch stoßen, denn das maßvolle, dabei doch den vorliegenden schlimmen Verhältnissen in entschiedener Weise Rechnung tragende Programm entspricht den Wünschen aller Deutschen, die keine Politik der Abenteuer wollen, aber -auch fest entschlossen sind, weder die Ehre noch die Interessen Deutschlands verletzen zu lassen. Soweit bis jetzt Preßäußerungen über das' Rundschreiben vorli<egeu^ lauten sie idurchMs freundlich und billigend.
Nach dem Auslande hin kann die Erklärung gar nicht anders als günstig wirken und den Zusammenhalt der Mächte kräftigen.
Der Staatssekretär des Reichspostamts erließ eine Verfügung, wonach im Briefverkehr mit den nach China gehenden deutschen Truppen allgemeine Portofreiheit Platz greift. Der Postverkehr mit den nach Ostasien ent. sandten Truppenteilen beschränkt sich vorläufig auf den Briefverkehr. Das Marinepostbureau und die Marineschiffsposten, die auch andere Postsendungen befördern, befassen sich lediglich mit Sendungen für die Besatzungen der Kriegsschiffe. Zur Begleitung der in der Formation begriffenen Brigade für China wird eine eigene Feldpost gebildet. Für diese sind fünf Beamte, drei Unterbeamte und zwei Postillone bestimmt; die Abteilung soll sich am 24. Juli nach China einfchiffen.
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Im englischen Unterhause wurde aus eine Anfrage sestgestellt, daß kein allgemeines Verbot der Ausfuhr von Waffen nach China ergangen fei. Es werden Schritte gethan werden, um die Lieferung von Munition dorthin zu überwachen.
In Madrid erregt es Aufsehen, daß die chinesische Gesandtschaft seit einigen Tagen geschlossen ist. Nichtsdestoweniger gelang es einem findigen Berichterstatter, dort einzudringen und mit einem der Sekretäre zu sprechen, der meinte, daß der Aufstand im Anfang, vielleicht mit Hilfe japanischer Truppen, hätte unterdrückt werden können, daß sich heute aber nicht mehr übersetzen laffe, wohin die Dinge treiben. Die chinesische Gesandtschaft in Madrid besteht aus sieben Mitgliedern, die angesichts der einlaufeneu Hiobs- posten begreiflicherweise sehr den Kopf hängen lassen. Da ein Blatt geäußert hatte, eß sei im Fall der Ermordung des spanischen Gesandten am einfachsten, sich durch Hin- richtung der im spanischen Bereich befindlichen Chinesen Genugtuung zu verschaffen, so empfehlen sich letztere dem Edelmut der Madrider Bevölkerung. Ministerpräsident Sagasta erklärte, die Regierung fei verpflichtet, etwas zum
Schutz der spanischen Staatsangehörigen zu thun und ein Lebenszeichen von sich zu geben, wenn auch nur durch Entsendung eines Kriegsschiffes in die chinesischen Gewässer.
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Telegramme de- Gietzeuer Anzeigers.
London, 14. Juli. Die heutigen Morgenblätter halten die Gerüchte der „Daily Mail" über den Angriff auf die fternden Gesandtschaften in Peking vorn 6. ds. für richtig und kommentieren ferner lebhaft das ungenügend e Zusammenhalten der internationalen Truppen. Sie erklären sich damit einverstanden,^>aß dieselben unter den Oberbefehl des russischen Admirals Alexejew gestellt werden. Mehrere Blätter machen den Vorschlag, die Kommandanten der verschiedenen internationalen Kontingente sollten sichi ihren Oberbefehlshaber selbst wählen. — In hiesigen politischen Kreisen ist man nach der Ansicht mehrerer Blätter über die Haltung Deutschlands angesichsts der chinesischen Wirren äußerst aufgebracht. Man hatte gehofft, daß der deutsche Kaiser nach der Unterredung mit Chamberlain im Schlosse von Windsor sich der englischen Politik in großen politischen Fragen anschließen würde. Statt dessen sieht man jetzt Deutschland im Fahrwasser der französischt-russischen China-Politik sich bewegen. Auch die vorzeitige Freilassung des Freiherrn von Reitzenstein wird unliebsam kommentiert.
London, 14. Juli. Der Gouverneur von Schantung berichtet, daß die Boxer am letzten Samstag die Gesandtschaften in Peking bombardiert haben und daß das Schlimmste zu befürchten sei. Hier wird die Hoffnung auf die Rettung der Europäer gänzlich aufgegeben. Die Versuche, auf der chinesischen oder der japanischen Botschaft in London oder auf dem Auswärtigen Amt oder der Admiralität Nachrichten zu erhalten, waren ohne Resultat. — Andere Meldungen behaupten, daß am 7. ds. die Gesandtschaften noch a u s h i e l t e n. Die japanische Gesandtschaft dementiert die Nachricht englischer Blätter bezüglich eines geheimen Vertrages zwischen England und Japan in der China-Frage. Die nordchinesische Mission hat nach den Informationen, die in Chester eingetroffen sind, keinen Schaden erlitten. Der gestrige Kabinettsrat beriet über China. Die ungewöhnliche Dauer desselben und die afrikanischen Nachrichten wirkten sehr verstimmend.
London, 14. Juli. Wie mitgeteilt wird, ist bis zur Stunde keinerlei Verständigung zwischen den Groß<- mächten über ibie in China nach Beendigung des Aufruhrs einzuschlagende Politik erzielt worden. Man ist überzeugt, daß Rußland,obgleich 'es sich der Landung eines japanisches Armeekorps in China nicht widersetzt hat, in keinem Falle zugeben werde, daß Japan deswegen Ansprüche auf besondere Konzessionen tzu machen sich erlauben könne.
Paris, 14. Juli. Das Blatt „Radical" berichtet, daß der französische Minister des Auswärtigen, Delcasse, informiert worden, Prinz T u a n habe einige Chinesen beauftragt, den chinesischen^ Gesandten in Paris zu ermorden. Infolge dessen sind strenge Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. <
Petersburg, 14. Juli. Der General-Gouverneuv des Amur-Gebietes Generalleutnant Grodekow ordnete die sofortige Verdoppelung der Schutztruppe für die ost- chinesischen Eisenbahnen an. — Ferner wird aus Odessa berichtet: Die Einschiffung der aus vier Regimentern bestehenden Linien-Brigade nach Ostasien sei vom! Kriegsminister befohlen worden.
New Bork, 14. Juli. Der amerikanische Konsul in Shanghai telegraphierte gestern nachmittag, er habe eine Bestätigung der Meldung von der Ermordung der Fremden in Peking am 6. Juli erhalten.
Der Krieg in Südafrika.
Folgende Einzelheiten werden von britischer Seite über die Niederlage der Briten bei NitralS Nek westlich von Pretoria mitgeteilt: 5 Kompagnieen des Lincolnshne- Regiments trafen am Dienstagnachmiltag an dem über die MegalieSberge führenden Paß (eben der NitralS Nek) ein, um ihn zu halten. 3 Kompagnieen besetzten eine Stellung um den Paß, während die übrigen in der Ebene blieben. Als am 11. früh bei Tagesanbruch von den Vorposten, die auf einem kleinen Kopje nördlich des Paffes standen, Schüffe abgegeben wurden, erschienen auf einem östlich gelegenen Kopje Buren und eröffneten ein heftiges Feuer. ES entstand hierauf Verwirrung, aber auf Befehl des Obersten besetzten die Mannschaften bald eine Stellung auf einem westlich vom Paffe gelegenen Kopje. Den ganzen Tag Über wurde ein heftiges Feuer unterhalten. 2 Ge- schütze mit Bedeckung von den ScotS Greys, die im Vordertreffen der Hauptabteilung aufgestellt waren, wurden nach heldenmütigem Widerstande vomFeindegenommen und beinahe alle Bedienungs- und Bedeckungsmannschaften getötet oder verwundet, während cs einem Sergeanten gelang, mit Hilfe von 7 Freiwilligen ein Maximgeschütz zu retten. Die Buren unterhielten auf der ganzen Linie ununterbrochenes Feuer, das vom Lincolnfhire- Regiment erwidert wurde. Gegen 3 Uhr erschien der Feind zur Linken der englischen Stellung. Ein Offizier und 15 Mann versuchten ihn anzugreifen, doch wurden 14 von der kleinen Schar getötet oder verwundet. 3 Kompagnien des Lincolnshire-RegimentS wurden vollständig umzingelt. Nachdem ihnen die Munition ausgegangen war, suchten sie eine gute gedeckte Stellung auf und erwarteten mit aufgepflanztem Bajonett den Angriff des Feindes.
Die Proklamation des Feldmarschalls Roberts, die den Betrieb der Johannesburger Minen beschränkte, wurde zurückgezogen. Wo die Notwendigkeit erwiesen ist, werden Erlaubnisscheine zur Wiederaufnahme des Minenbetriebes gewährt und Erleichterungen zur Beschaffung von Kohlen und Anwerbung von Arbeitern bewilligt. Mehrere Minen haben die Arbeit bereits wieder aufgei?bmmen.
Auf das Rundschreiben um Vermittlung im südafrikanischen Kriege, welches das Berner internationale Friedensbureau an sämtliche im Haag vertreten gewesenen Staaten richtete, hat Dr. LeydS, der Vertreter Transvaals, dem Friedensbureau geschrieben:
Möchte endlich dieses ungleiche Duell aufhören und zwischen- den kriegführenden Parteien durch ein offenes und loyales zwischentreten eines unparteiischen Vermittlers ein auf gerechte und billige Bedingungen gestellter Frieden zustande kommen.
Die „Berl. VolkSztg." veröffentlicht ein Interview ihres Pariser Korrespondenten mit der Burengesandtz- schast. Die Delegierten erklärten auf die Frage, ob sie nach Berlin kommen würden, daß sie vorläufig noch nicht daran dächten; denn die Stimmung in Berliner amtlichen Kreisen erscheine ihnen jetzt im höchsten Grade englandfreundlich.
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Telegramm des Gießener Anzeigers.
London, 14. Juli. Trotz der schlimmen Nachrichten aus Südafrika drücken die Morgenblätter ihr volles Vertrauen zu Lord Roberts aus und sind der Ansicht, daß die Erledigung der Frage der Verwaltung von Südafrika nur etwas verzögert ist. Der allgemeine Eindruck ist der, daß vorläufig keine englischen Truppen aus Südafrika ab ko mm en können, da die augenblickliche Lage dies nicht gestatte.
Deutsches Keich.
Berlin, 13. Juli. Kaiser Wilhelm hat, wie au# Norwegen gemeldet wird, heute früh 8 Uhr die Reife nach Aalesund fortgesetzt.
— Der Gouverneur von Deutsch Ostaftika, Generalmajor Siebert wird sich am 11. August einfchiffen und gegen Ende des Monats in Deutschland eintreffen. Zw seinem Stellvertreter ist der Major Estorfs auSersehen.
— Der neu ernannte Kolonialdirektor Dr. Stuebel hat seinen bisherigen Posten in Chile verlassen und die Heimreise über Panama angetreten. Er wird Ende Juli Europa erwartet und Mitte August sein neues Amt übernehmen.
—- Wie die „Staatsbürger Zeitung" mitteilt, wurde heute srüh in ihrer Redaktion eine Haussuchung abgehalten. Es handelte sich um die Beschlagnahme von Zeitungen und Manuskripten und Briesen in der Konitzer Mord.Angelegenheit. An Zeitungen wurden die noch vorhandenen Exemplare von 4 Nummern beschlagnahmt.
— Das neue deutsch-amerikanische Handels- Abkommen räumt, wie die „Berl. N. Nachr." an zuständiger Stelle erfahren, Deutschland die anderen Ländern aus Grund des Art. 3 des Dingley-Tarifs zugestandene Tarisermäßigung ein. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Branntwein, nicht moussierende Weine, Kun st gegenstände u. dgl. mehr. Ein prinzipieller Werl liegt in dem Umstande, daß Deutschland seitens Amerikas mit den anderen Staaten handelspolitisch aus gleichem Fuße behandelt wird, und daß die Vereinigten Staaten die Berechtigung der deutschen Proteste gegen die bisher beliebte differentiale Behandlung der deutschen Einfuhr anerkannt haben. In dem neuen Abkommen ist eine Kündigungszeit von drei Monaten vorgesehen, sodaß Deutschland in Zukunft nicht durch Kündigung der Vereinbarung und eventueller Ausschließung Amerikas von dem Genuß seines VertragstariseS vor Benachteiligung schützen kann. Die über den Rahmen des Artikels 3 hinausgehenden Handelsbeziehungen Amerikas mit einer Anzahl anderer Staaten, zu denen auch Frankreich gehört, ist bisher nicht in Kraft getreten.
Hamm, 13. Juli. Kultusminister Dr. Studt richtete an den Major von Falk ein Schreiben, das folgende Sätze enthält:
„Mit Ihnen trauert unser Vaterland um einen Mann, der in unermüdlicher Hingabe an die schweren und verantwortungsvollen Pflichte» des Amtes, in charaktervoller Wahrung der staatlichen Interessen und in tapferer Vertretung seiner Ueberzeugung der Mitwelt ein leuchtendes Beispiel gegeben und sich einen ehrenvollen Platz in der Geschichte unserer Zeit gesichert hat. Die Erinnerung an die zehn Jahre, während deren es mir vergönnt war, als Oberpräsident von Westfalen mit Ihrem verewigten Herrn Vater in dienstliche und gesellige Beziehungen treten zu dürfen, werden mir unvergeßlich bleiben. Der tiefen Trauer, welche die Kunde von dem Tode des allseitig hochverehrten früheren Chefs in dem mir unterstellten Ministerium hervorgerufen hat, versuche ich im Namen meiner Mitarbeiter dadurch einen schwachen Ausdruck zu verleihen, daß ich den zurzeit abkömmlichen ältesten vortragenden Rat, Geheimen Ober- Regierungsrat Löwenberg beauftragt habe, am Sarge des teueren Entschlafenen einen Kranz niederzulegen. Ich felbst bin erst gestern von einer Dienstreise aus Schlesien zurückgekehrt und durch dringende Drenst- geschäfte leider verhindert, dem Verewigten persönlich die letzte Ehre zu erweisend „ , ~ „
Auch Fürst Hohenlohe beklagt den Heimgang Falks. Aus Ragaz telegraphiert er:
„Ew. Hochwohlgeboren bitte ich, aus Anlaß des Ablebens Ihres verehrten Herrn Vaters den Ausdruck meines tief empfundenen Beileids entgegenzunehmen." t ~ r
Was Falk als Hüter der wtsseiftchastllchen Frerhett bedeutete, sagt einer ihrer Hauptträger:
„Gestatten Sie einem Manne, der in Ihrem verstorbenen Vater nicht blos einen unserer Besten verehrt hat, sondern der chm auch per- sörüich in schwerer Zeit Schutz zu danken hat, Ihnen seine Teilnahme auszusprechen. Hochachtungsvoll Mommsen."
Ein Zeugnis für Falks Bedeutung ist auch die Trauerkundgebung des Dekans der theologischen Fakultät der ver- einigten Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg, Professors v. Haupt:
„Die Fakultät ist stets stolz darauf gewesen, ihn (5alf) in bei Zahl ihrer Doktoren nennen zu dürfen, und hat m chm stets ein Vorbild evangelischer Ueberzeugungstreue, Freihett und Weuherzrgkett verehrt. Sein Gedächtnis gehört der Geschichte unseres Staats und unserer Landesküche an ; wir aber freuen uns, daß mir an chm einen bescheidenen Anteil gehabt haben".
Aus Stadt und Kand.
Gießen, 14. Juli 1900.
*• Generalstabsreife. Unter Leitung deS Chefs des Generalstabes des 18. Armeekorps findet demnächst eine 17tägigc Generalstabsreife statt. An der Reise beteiligen sich etwa 7 Stabsoffiziere, 10 Hauptleute, 4 Leutnants, 1 Jntendantmbeamter, 2 Unteroffiziere, 28 Gemeine, mir zusammen 44 Pferden.


