Köhler in Offenbach und an die Anklage gegen das Offenbacher Abendblatt wegen Beleidigung des Pfarrers Stumpf. Er nehme an, daß der Herr Justizminifter von diesen Vorgängen keine Ahnung habe. Durch die ungleiche Handhabung der Gesetze werde daS Ansehen der Regierung nicht gerade gefördert.
Abg. Dr. Schröder verteidigt die Regierung, hält aber die Handhabung des Stempelsteuergesetzes auch nicht für richtig. — Präsident Haas weist den Vorwurf, daß er eine allgemeine Debatte bei diesem Punkte zu Unrecht zugelaffen habe, entschieden zurück.
Finanzminister Küchler erklärt, daß die Durchführung der bisherigen Eisenbahnpolitik des Landtages, die nur eine Koalition zum Ansturm auf den Steuersäckel gewesen sei, das Land unfehlbar zum Bankerott geführt hätte. Er habe sein Amt angetreten in der Ueberzeugung, daß ein Wechsel in dieser Politik nötig sei. Er wolle nur die bereits bewilligten und sich unbedingt notwendig erweisenden Bahnstrecken auf Staatskosten bauen. Im übrigen aber halte er die Konzessionierung von Privatbahnen für sehr wohl angängig, namentlich bei Kleinbahnen und Bahnen von rein lokaler Bedeutung. Er lege sich weder in irgend einer Form, noch in irgend einer Richtung für die Zukunft durch die Nebenbahn - Vorlage fest. Preußen, Baden, Württemberg, Bayern bauen von Staatswegen unter keinen Umständen Kleinbahnen. Schon die Unkosten, welche die Einrichtung einer staatlichen Zentralverwaltung für Kleinbahnen verursachten, machten für Hessen den prinzipiellen staatlichen Bau von Kleinbahnen unmöglich, er wolle aber damit nicht sagen, daß er überhaupt keine Kleinbahnen vom Staate gebaut wissen wolle. Wirtschaftliche Fragen müßten von Fall zu Fall entschieden werden. Sein ernstes Bestreben gehe dahin, bereits bewilligte Bahnen mit möglichster Beschleunigung zu bauen. Auf Gelegenheitsanträge werde er sich aber nicht einlassen. Die Wirkung der neuen Steuergesetze möge man doch erst einmal abwarten, bevor man kritisiere. Rein lokale Interessenvertretungen, sowie eine Entlastung leistungsfähiger Selbstverwaltungskörper durch den Staat sei finanzpolitisch nicht angängig, und würde von ihm nicht mitgemacht.
Abg. Dr. David (Soz.) tritt dieser Anschauung entgegen und meint, daß die Verkehrsinteressen den rein fiskalischen vorauSgehen müßten. Nur solche Bahnen bauen zu wollen, die sich rentierten, sei wirtschafts- und sozialpolitisch ungerecht und unrichtig. Zunächst käme der Staat bei Eisenbahnbauten in Betracht, dann die Kommunen und erst in letzter Instanz sollte man an die Konzessionierung von Privatunternehmern denken. Die Regierung möge prüfen, ob die für die Förderung der Landwirtschaft bewilligten Mittel auch richtige Verwendung finden. Es werde darüber geklagt, daß nur die großen Grundbesitzer etwas davon hätten.
Finanzminister Küchler ist mit dem vom Abg. David gezeichneten Jnstanzenzug bei dem Bau von Kleinbahnen einverstanden. Er betont aber nochmals, Bahnen von rein lokaler Bedeutung könne der Staat nicht bauen. Mit der irrigen Auslegung des Steuergesetze durch die untergeordneten Organe sei natürlich die Regierung nicht einverstanden und werde vorkommenden Falles alsbald Abhilfe schaffen.
Ministerrat Braun ersucht die beschwerdeführenden Abgeordneten, die Regierung, die sich eine bessere Kontrolle über die Bewilligung für die Landwirtschaft sichern wolle, durch Anstellung eines Inspektors darin zu unterstützen.
Nächste Sitzung morgen 9 Uhr. (F. Z.)
* Vom Kriegsschauplatz.
Die bedrängte Lage Kimberleys.
Anscheinend betreiben die Buren seit etwa einer Woche die Belagerung Kimberleys mit größerem Nachdruck wie bisher. Das Londoner Kriegsamt veröffentlicht eine Depesche Sir Walkers, der an Stelle des General Roberts die Truppen in Kapstadt befehligt. Die Depesche lautet:
Kapstadt, 12. Februar. Der Kommandant von Kimberley, Oberst Keckwich, meldet vom 8. ds., daß ein Eingeborener dort eintraf, welcher Mafeking mit den abziehenden Buren verlassen hat. Er erklärt, die Buren hätten in großer Zahl die Belagerung aufgegeben, um nach dem Süden zu marschieren. Sie nahmen auch eine Anzahl Schnellfeuerkanonen mit sich. Eines dieser Geschütze eröffnete am 7. Februar das Feuer gegen Kimberley. Eine Aenderung hat sich sonst nicht zugetragen.
Sieht man ab von den Ungenauigkeiten, die teils auf den „Eingeborenen", teils wohl auf das Kriegsamt kommen mögen, so geht aus dieser Meldung hervor, daß die Buren einen Teil ihrer (dort vielleicht überflüssigen) Streitkräfte von Mafeking nach Kimberley detachiert haben, und daß ihnen alles daran liegt, diesen Platz mit seinen Diamantschätzen und dem Todfeinde Transvaals, Cecil Rhodes, in ihre Hände zu bekommen. Ein weiteres Telegramm aus Kimberley meldet:
„Am 7. d. M. begannen die Buren mit der Errichtung von Schanzwerken im Osten der Stadt, fast parallel mit dem Glacis der Festungswerke, etwa 4000 Yards von der ersten Mine. Die Buren kommen von Mafeking nach Kimberley mit sechszölligen (15 Ctm.) und schnellfeuernden Geschützen."
Schließlich meldet eine Depesche aus London:
London, 13. Februar. Ans Kapstadt läuft folgendes Kabeltelegramm ein: Feldmarfchall Roberts begab sich am Samstag in aller Eile in das Lager des General Methueu am Modderflusfe, da dort die Lage in den letzten Tagen sehr kritisch geworden ist. Die Einschließung Kimberleys, wo sich Cecil Rhodes noch befindet, wird immer enger. Die Widerstandskraft der Besatzung läßt immer mehr nach. Seit Anfang Januar leben die eingeschloffenen Truppen nur noch von Pferdefleisch, wodurch die Verwendung von Kavallerie illusorisch wird. Die Sterblichkeit der Be-
sahung ist durch die Strapazen seit einem Monat um das fünffache gestiegen. Zahlreiche Bomben fallen täglich in die Straßen der Stadt. Die Buren haben ihre Schützengräben bereits bis auf Büchsenschußweite an die Stadt herangebracht. Man befürchtet einen Sturmangriff der Buren.
Die Offensive der Buren am Tugela.
Während die spärlich vom Kriegsamte ausgegebenen Depeschen noch immer ein naives Nichtwissen heucheln, gaben die englischen Zeitungen in den letzten Tagen bereits offen zu, daß Buller's dritter Vorstoß gescheitert sei, stellten aber einen neuen Durchbruchsversuch an einer anderen Stelle baldigst in Aussicht. Bis dahin dürfte man sich also wieder auf eine Zeit verhältnismäßiger Ruhe am Tugela gefaßt machen. Statt dessen ist das völlig Unerwartete eingetreten, daß die Buren zur Offensive übergegangen sind. Wir haben bereits früher darauf hingewiesen, daß Bullers Armee, die auf einer langen Front von Trichards Drift bis Spearmans Lager verteilt, nur eine verhältnismäßig schwache Verbindungslinie mit dem Hauptlager bei Chieveley und Frere hat, und daß ein Offensivstoß der Buren diese Linie leicht durchbrechen könnte. Dadurch würde es den weiter westwärts am Tugela kämpfenden Divisionen Bullers unmöglich sein, ihren Proviant und ihre Munition aus den Vorräten bei Frere zu ergänzen. Dieser Fall ist jetzt thatsächlich eingetreten. Wir teilten bereits im gestrigen Blatte mit, daß, wie uns ein Privattelegramm meldete, General Joubert mit 6000 Buren den Tugela in der Richtung auf Springfield überschritten hatte. Diese Nachrichten werden bestätigt und ergänzt durch folgende Telegramme:
London, 13. Februar. Aus Durban wird telegraphiert: Es bestätigt sich, daß General Joubert mit einem Teile feiner Armee und mit Artillerie den Tugela überschritten hat, um Buller in der rechten Flanke anzugreifen und von seinen Lagern bei Chieveley und Frere zu trennen und ihn gleichzeitig von seiner Operationsbafis im Süden abzudrängen. Der Kampf zwischen Jouberts Vorhut und den Truppen Bullers hat am Doornkop südlich vom Tugela bereits begonnen, ebenso ist General Borton, der Kommandant des Lagers von Chieveley, westlich von diesem Lager in einen Kampf mit den Buren, die sich zwischen ihn und die Verbindungsstraße mit Buller ein- zuschieben versuchen, verwickelt. Läufer behaupten, Joubert halte die Haupthöhen diesseits des Tugela beseht und Bartons Versuch, ihn von diesen zu vertreiben, sei mißlungen. Andere Buren Kommandos rücken von Osten aus dem Zululande gegen Greytown, halb im Rücken von Chiveley, vor. Das Vrybnrg- Kommando soll sich bereits des Ortes Eshowe bemächtigt haben, um von dort aus die Eisenbahn nach Durban zu bedrohen! — Ladysmith wird täglich stärker bombardiert, die Lage der englischen Garnison soll hoffnungslos, und White bereit sein, zu kapitulieren.
London, 13. Februar. Churchill, der Kriegs-Korrespondent der „Morning Post", telegraphiert, Buller erkläre den Entsatz von Ladysmith jetzt für unmöglich, er habe jede Hoffnung, General White zu befreien, verloren. Er könne nichts weiter Ihn», als jetzt sein Heer nur noch für die Verteidigung Natals zu erhalten.
Bei Colesberg.
Eine amtliche Depesche berichtet: General Clements meldet aus Rendsburg, daß am 9. d. M. die Buren versucht hätten, die rechte Flanke der Engländer zu umgehen, daß der Angriff aber abgeschlagen worden sei, und die Engländer ihre Stellung behauptet hätten.
Trotz dieser zuversichtlichen Depesche scheinen die Engländer doch erhebliche Verluste gehabt zu haben, denn ein zweites Telegramm meldet:
Rendsburg, 12. Februar. Die Buren umzingelten gestern zwei Patrouillen, meistens Australier. Einige entkamen, mehrere wurden verwundet und zwölf gefangen.
London, 12. Februar. Bei der Parade des Louther Milizbataillons der königlich irischen Schützen in Sheffield erklärten 176 Mann von den 414 zum Bataillon gehörigen, daß sie sich weigerten, zum Kriegsschauplatz zu gehen.
Weitere Nachrichten im 1. Blatt.
Lokales und Provinzielles.
•• Postalisches. Im Verkehr mit dem deutschen Postamt in Konstantinopel sind fortan Briefe und Kästchen mit Wertangabe bis zum Betrage von 8000 Mark (10,000 Franken) zulässig. Die vom Absender zu entrichtende Taxe setzt sich zusammen: a) für Wertbriefe: auS dem Porto und der festen Gebühr für einen Einschreibbrief von gleichem Gewichte nach Konstantinopel, aus der VersicherungSgebühr von 28 Pfg. für je 240 Mk. oder einen Teil von 240 Mk.; b) für Wertkästchen: aus dem Porto von 2,40 Mk. und aus der Versicherungsgebühr von 28 Pfg. für je 240 Mk. oder einen Teil von 240 Mk. lieber die sonstigen Versendungsbedingungen geben die Postanstalten Auskunft.
§ Butzbach, 13. Februar. Das hier garnisonierende Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 168 wird gegenwärtig seitens des Herrn Oberst Wundsch-Offenbach einer Inspektion unterzogen. — Der Rechner unserer israelitischen Religionsgemeinde, Herr Nathan Strauß dahier, blickt heute auf eine 25 jährige Thätigkeit zum besten des Gemeinwesens zurück.
Z-Nidda, 11. Februar. Das 25jährige Jubiläum des hiesigen Ortsgewerbevereins wurde heute nachmittag durch einen Kommers in der Ludwigshalle des Gambrinus gefeiert. Von Seiten der Großherzoglichen Zentralstelle für die Gewerbe war Herr Gewerbeschulinspektor Meyer, früherer Hauptlehrer der hiesigen erweiterten Handwerkerschule eingetroffen. Derselbe wurde von Herrn Landtagsabgeordneten Erk, Mitglied des Vorstandes, begrüßt
und brachte selbst Grüße seiner Behörde nebst Glückwünschen. Die von Herrn Erk der Behörde gespendete Anerkennung nahm Herr Meyer mit dem Bemerken entgegen, daß die Großherzogliche Zentralstelle stets und gern bereit sei, wo es gelte dem Handwerkerstand zu helfen. Herr Erk toastete auf Sr. K. Hoheit den Großherzog, Herr Meyer auf den Verein. Seitens des Stadtrats bringt der Herr Bürgermeister Roth Glückwünsche dar und spricht die Hoffnung steten Blühens und Gedeihens des Vereins aus. Der jetzige Vorsitzende, Herr Möbelfabrikant Ringshausen, machte Mitteilungen aus der abgelaufenen Zeit, wonach die Mitgliederzahl, die Anfangs 102 betragen, im Laufe der Zeit auf 60 gesunken gewesen, nunmehr 113 beträgt. Er führt auS, wie mannigfache Anregungen der Verein zu Dingen gegeben, die jetzt bereits in's Leben getreten seien, wie Wasserleitung, Gründung des Kurvereins Salzhausen, und wie er jetzt elektrische Beleuchtung als Ziel sich vorgesetzt habe; er bringt ein Hoch auf die Zentralstelle. Es folgen noch verschiedene Hochs auf Herrn Meyer, die Lehrer. Herr Beigeordneter Braun erhält, als 25 Jahre dem Vorstand angehörend, ein kunstvoll ausgeführtes Diplom als Ehrenmitglied. Herr Pfarrer Werner weist darauf hin, wie auch die Kirche ein Interesse daran habe, daß die Intelligenz gefördert und der Gewerbefleiß gestützt werde. Unsere erweiterte Handwerkerschule, die im letzten Jahre wegen der Ueberzahl von Schülern noch einen Anbau erhalten mußte, ist hauptsächlich das Werk des Ortsgewerbevereins. Möge die Fürsorge, welche Herr Erk zum Schluß dem Verein stets zu widmen versprach, auch von allen andern Instanzen demselben fortgesetzt zu teil werden.
Lauterbach, 12. Februar. Freitagabend >/,10 Uhr brach in der Obergasse Feuer aus, welches das Haus des Schlossermeisters Damian Otterbein vollständig einäscherte. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch unbekannt. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.
Lauterbach, 13. Febr. Nachdem seit über vier Jahren in unserer Stadt keine Feuersbrunst ausgebrochen war, wurden die hiesigen Einwohner am Freitagabend gegen neuneinviertel durch den Ruf „Feuer" erschreckt. Es brannte in dem Dachstock des an der Ecke der Zent- und Obergasse gelegenen Wohnhauses des Schlossermeisters Heinrich Otterbein. Auf welche Weise der Brand entstanden sein kann, ift unaufgeklärt. Mit Windeseile verbreiteten sich die Flammen über das ganze Otterbeinsche Gebäude und hatte^ttsbald auch den Giebel des angrenzenden Kam- merkassiei^ Sandmann'schen Wohnhauses entzündet. Die rasch an die Brandstelle geeilte Feuerwehr betrachtete es als ihre Aufgabe, das Sandmann'sche und Cornelius'sche Wohnhaus vor weiterer Gefahr zu schützen, was auch vollkommen gelang, während das Haus des Herrn Otterbein nicht mehr zu retten war und ganz niederbrannte. An Mobiliar konnte nur wenig gerettet werden. — Der in einer hiesigen Fabrik beschäftigte Weber Müller, erschoß, sich heute nachmittag mittelst eines Revolvers und war sogleich eine Leiche.
§ Bleichenbach, 13. Februar. Von dem Erdbeben im Jahre 1740 besitzt unsere Gemeinde noch ein Andenken — nämlich die Feuerspritze. Sie wurde laut Bericht der Chronik aus dem Erlös eines eingestürzten Buchenwaldes angeschafft. Durch unsere Quellwasserleitung hat man für dieses alte Löschgerät bei Ausbruch eines Brandes hierorts jetzt einen guten Ersatz.
Schlitz, 11. Febr. Heute vormittag schickte der Seiler und Fuhrunternehmer Niepoth sein Geschirr durch einen Tagelöhner nach dem Steinbruch Eisenberg, um Steine zu laden. Niepoth ging später nach, um nach dem Arbeitet zu sehen, fand dorten aber weder Arbeiter noch Pferde. Der Steinbrecher Habermehl meinte zwar, der Arbeiter könne wohl den Alten Weg gefahren sein, Niepoth solle noch einen Augenblick verweilen. Niepoth, welcher jedoch sein Geschirr aufsuchen wollte, begegnete unterwegs einem Postboten, der aussagte, daß sein Geschirr nach Lauterbach gefahren sei. Der Arbeiter, zu welchem sich unterwegs noch ein junger Schützer gesellte, lenkte Rosse und Geschirr nach Lauterbach. Dorten gab sich der Freund als der Sohn des Niepoth in Schlitz aus und zechten beide hier in einer Wirtschaft auf Pump. Bei einem Schmiede ließen die beiden die Pferde frisch beschlagen und entfernten sich dann unter Mitnahme der beiden Pferde nach, dem höheren Vogelsberge zu. Gegen abend kam Niepoth hier an und wollte sein Geschirr aufsuchen, den leeren Wagen fand er wohl hier, jedoch Roß und Reiter hatten sich bereits verduftet; nach Aussage des Schützers nach Frankfurt. Niepoth verfolgte- mit Hilfe der beiden Gendarmen in Lauterbach mittelst Fuhrwerk die Flüchtlinge und holte man diese in Rixfeld wieder ein, wo die beiden Pferdediebe gegen Mitternacht verhaftet wurden. In Rixseld hatten die Diebe-versucht, die Pferde zu verkaufen.
W A AuS btm Vogelsberg, 12. Februar. Der kürzeste Monat des Jahres hat es bisher am längsten und ernstesten mit dem Winter gemeint. Obwohl die Sonne schon merklich höher steht, zeigt das Thermometer morgens ganz beträchtliche Kältegrade, so in der vorigen Woche einmal morgens um 9 Uhr noch 9 Grad nach Reaumur. Unsere Bäche und Bächlein sind meist trotz ihres QuellwafferS zugefroren. Auch am Tage thaut es trotz des Sonnenscheins nicht viel auf. Es wintert also viel besser, als gar mancher Wetterprophet im Herbste vorausgesagt.
Mainz, 13. Februar. Der Vorstand des Verein- Mainzer Kaufleute hat sich an das Ministerium der Justiz gewendet und auf die Ueberbürdung der hiesigen Kammer ür Handelssachen hingewiesen. In der Eingabe wird )er Wunsch geäußert, eine weitere Kammer zu errichten oder das Richterpersonal zu vermehren. — Bei der heutigen Gouvernementsbefehl-Ausgabe war die Parole „Kioutschou". Es dürfte gerade dieses Wort aus Anlaß des heutigen Eintreffens des Prinzen Heinrich in Berlin gewcchlt worden sein.
A Groß Steinheim, 13. Februar. Die rühmlichst bekannte Firma Jllert u. Ewald dahier hat in unserer Nachbargemarkung Klein-Auheim in unmittelbarer Nähe des dortigen Bahnhofes einen Geländekomplex von rund


