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15.2.1900 Erstes Blatt
 
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100 000 Mark Einkommen, abgesehen von den von seinem Grundbesitz und Gewerbebetriebe zu entrichtenden Abgaben an Staats- und Kommunalsteuern, zusammen nicht weniger als 13 einhalb Prozent seines Einkommens zu zahlen. Rechnet man hinzu, daß sowohl die Landes-Stempelsteuern als die Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit in Preußen sich nach der Leistungsfähigkeit abstufen, mithin zum ganz überwiegenden Teile von der wohlhabenden Minderheit getragen werden, so wird man zu dem Schlüsse gelangen, daß wenig st ens in Preußen auch ohne Ein­führung einer Reichs-Erbschafts st eur der Grundsatz der ihrer Leistungsfähigkeit ent­sprechenden schwereren Belastung der stär- keren Schultern in vollem Maße zur Durch­führung gelangt ist. In einer ganzen Reihe von Bundesstaaten ist die Landessteuergesetzgebung bereits nach dem Vorgänge Preußens auf ähnlicher Grundlage neu ge- geordnet. In anderen ist eine solche Neuordnung in An­griff genommen oder wenigstens geplant. Es ist daher gegründete Aussicht vorhanden, daß auch in den übrigen Teilen Deutschlands im Wege der Landesgesetzgebung in dem Steuersystem der Grundsatz ausgleichender Gerechtig­keit voll zur Durchführung gelangen wird, und daß es demzufolge der Einführung einer Reichs- Erbschaftssteuer nicht bedar f".

Deutscher Reichstag.

147. Sitzung vom 13. Februar. 1 Uhr.

Ohne Debatte wird zunächst die Samoavorlage in dritter Lesung genehmigt. Es folgt die zweite Lesung des Etats der Schutzgebiete in Verbindung mit den auf die Kolonial-Verwaltung bezüglichen Teilen des Etats des Auswärtigen Amtes. Die Debatte erstreckt sich zunächst über die dem Etat beiliegeude Denkschrift betreffend die anderweite Regelung der Bezüge der Kolonialbeamten in den afrikanischen Schutz­gebieten. Auf eine Anfrage erklärt Kolonial-Direktor von Buchka er halte das Klima von Südwest-Afrika für ein durchaus erträgliches und zu Anstedelungszwecken geeignet.

Abg Hasse (nl.) und Abg. Bebel (Soz.) bringen in Südwest- Afrika vorgekommene Mißstände zur Sprache und wünschen Ab­änderungen derselben.

Referent Prinz Arenberg empfiehlt zwei Resolutionen: a. be­treffend Anstellung christlicher Eingeborener als Unterbeamte, b. betreffend Vorbildung des einheimischen Elements für die niedere Beamten-Laufbahn nach bestimmten Grundsätzen, insbesondere betreffend Aufnahme von Muhamedanern in die zur Zett bestehenden religionslosen Schulen sowie in die neu zu gründenden staatlich subventionierten Missionsschulen und zwar in diese unter Dispens vom Religions-Unterricht Hierüber ent- spinnt sich eine längere Debatte, in welcher die Abgeordneten Graf Stolberg Dasbach und Stockmann (für dieselbe stimmen, während sich Bebel dagegen äußert.

Dr. Buchka teilt mit, daß die Regierung mit den Resolutionen im Wesentlichen einverstanden sei.

Abg. Bebel kommt auf den Fall Arenberg zurück und verlangt Aufklärung von der Regierung. Damit endet diese Debatte. Die Ab­stimmung über diese Resolutionen wird einstweilen ausgesetzt. Die Besoldungen bei der Schutztruppe werden debattelos in der von der Kommission beschlossenen Höhe genehmigt. Die Erledigung der Ein­nahmen erfolgt fast debattelos. Debattelos werden die Etats für Kamerun und Togo erledigt.

Es folgt der Etat für Südwest-Afrika, wobei Abg. Bebel die Form der Arbeitsverträge, welche mit deutschen Arbeitern bei Anwerbung derselben für Bahnbauten abgeschloffen würden, bemängelt.

Kolonial-Direktor von Buchka erklärt bezüglich des Falles Arenberg, daß derselbe noch in der Untersuchung schwebe Der Prinz befinde sich noch in Untersuchungshaft. Redner geht alsdann auf den Fall ausführlich ein und sagt, daß diese Ausschreitungen Ausnahmsfälle seien. Unser Beamten-Personal sei im allgemeinen ein gutes. Es ent- spinnt sich hierüber noch eine lange Debatte, in welcher alle Redner dieses Verbrechen in scharfer Weise verurteilen. Die Debatte wird ge­schloffen und auch dieser Etat wird (mit Ausnahme der Titel für Eisenbahnbau) genehmigt, desgleich:n der Etat für Reu-Guinea und die Karolinen. Auch die von der Kommission beanttagten Resolutionen werden unverändert angenommen.

Morgen Fortsetzung der Etat-Beratung.

Schluß 51/2 Uhr.

* Born Kriegsschauplatz.

Loudon, 13. Februar. DieLiverp. Post" bestätigt amtlich, daß eine starke Burenkolonne in dasZulu- land eingefallen ist, in der Absicht, sich der großen Viehherden, die sich dort befinden, zu bemächtigen. Diese Gegend ist die an Rindvieh fruchtbarste in ganz Südafrika.

London, 13. Februar. Den letzten Meldungen zufolge ist die Lage der Garnison Kimberley eine ver­zweiflungsvolle. Die Uebergabe der Stadt sei nur eine Frage von allerkürzester Zeit.

Loudon, 13. Februar. Bei Rensburg sind die eng­lischen Vorposten abermals zurückgeworfen worden. Details fehlen.

Loudon, 13. Februar. Dem Militärkorrespon­denten Churchill zufolge sind die verzweifelten Angriffe Bullers gegen die Burentruppen in Natal darauf zurück­zuführen, daß vor Beginn des Krieges die eng­lische Negierung dem Präsidenten der Natal­kolonie unter Ehrenwort versprochen hatte, mit allen Kräften einen Einfall der Buren in Natal zu verhindern. Ein vierter Vormarsch Bullers ist daher ganz sicher, wenn bis dahin die englische Re­gierung Buller seines Kommandos nicht enthoben hat.

London, 13. Febr. Am Modderflusse scheint eine wichtige Bewegung in Vorbereitung zu sein. Wie demStandard" von dort gedrahtet wird, wurde den dortigen Vertretern der Presse bedeutet, sich während der nächsten Tage der größten Zurückhaltung zu befleißigen. Es verlautet, Lord Roberts plane einen entschlossenen Ver­buch zum Entsätze von Kimberley. Magersfontein und Spytfontein sollen vermieden und die dort stehenden Buren durch zwei Divisionen in Schach gehalten werden.

Daily Mail" erfährt aus Pietermaritzburg vom 12. Februar: Eine Drahtung von Eshowe meldet, daß ein großes Burenkommando mit einem Train" von 80 Wagen Lind tieun Kanonen das Lager bei Nqueta bezogen hat. Gerüchtweise verlautet, es wolle Eshowe belagern. Wahrscheinlich beabsichtige es, die Jusuzi-Hügel zu befesti­gen, um die britischen Truppen zu verhindern durch das Zululand zum Entsätze von Ladysmith zu marschieren. Der nächsten Entsatzbewegung dürfte eine neue Pause voran­gehen. Ladysmith ist mit frischem Fleisch ver­sehen, täglich würden 30 Ochsen geschlachtet.

London, 13. Febr. In Ladysmith sind für 25 Millionen Frcs. Munition aufgespeichert. Das Kriegs­amt hatte die Hauptniederlage für die englische Armee in Südafrika errichtet.

Brüffel, 13. Februar. Man bestätigt hier, daß General Joubert in diesem Augenblicke eine Umgehungs­bewegung südwestlich von Colenso ausführt, um Bullers Hauptarmee zwischen Springfield und Chieveley den Rückzug abzusch neiden. Gelingt diese Bewegung, dann kommt Buller in eine sehr gefährliche Lage. Die Oranjeburen dringen nach der starken Befestigung von Stormberg und Colesberg bis Molteno und Rensburg vor, wo sie die Streitkräfte der Generäle Gatacre und French fortwährend beunruhigen. Die Lage auf dem gesamten Kriegsschauplätze ist für die Buren äußerst günstig. Oberst Villebois-Mareuil, welcher jüngst die Oranje-Grenze in» spizierte, kehrte in das Hauptquartier Jouberts zurück.

Deutsches Reich.

Berlin, 13. Februar. Heute morgen hörte der Kaiser von 9 Uhr ab den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts Generals v. Hahnke.

Der Staatssekretär des Auswärtigen, Graf von Bülow, ist an einem leichten Influenza-Anfall erkrankt.

In der Budget-Kommission des Reichs­tages wurde heute die Beratung des Militäretats fortgesetzt. Mehrere Abgeordnete beantragten eine Reso­lution, den Kriegsminister zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß keine Vorschriften über die Sprache, in welcher ein Soldat beichtet, ergehen, ebenso Untersuchungen darüber. Die Resolution wurde gegen die Stimme des Abg. Meister (Soz.) angenommen. Bei dem TitelMilitärbevollmächtigte" erklärte Generalleutnant v. d. Boeck, daß er keine Auskunft geben könne, wann der Poften des Militärbevollmächtigten in Paris wieder besetzt würde. Die ferneren Verhand­lungen betrafen vorzugsweise die Laufbahn der Militär­ärzte.

Hebet das Befinden des Abgeordneten Dr. Lieber berichtet dieGermania", daß sich heute morgen von neuem starke Fiebererscheinungen bemerkbar machten. Das allgemeine Befinden des Patienten bleibt im ganzen unverändert, da eine immerhin befriedigende Nahrungs­aufnahme einen Verfall der Kräfte verhindert.

Die Nachfolgerschaft Dr. Liebers. In der Köln. Volks-Ztg." lesen wir:Eine journalistische Nichtswürdigkeit finden wir in derMünchener All­gemeinen Zeitung" vom 8. d. Aus Berlin, 7. d. wird dem genannten Blatte geschrieben:

Hr. Dr. Lieber, von dem in Regierungskreisen allge­mein angenommen wurde, daß er (in der Flottenfrage) einen beträchtlichen Teil seiner Fraktionsgenossen auf die Jaseite ziehen werde, ist totkrank, und das Spiel um die Nachfolgerschaft beginnt schon jetzt, genau so wie zur Zeit des Ausscheidens Windthorsts. Seit gestern wandelt in der Halle des Reichstages der fana­tische Herr Julius Bachem aus Köln herum und pflegt bald mit dem einen, bald mit dem anderen pro­minenten Parteigenossen intime Unterhaltungen. Es heißt, daß er Führer des Zentrums werden und sich zu tdjem Zwecke im Lieberschen Wahlkreise aufstellen lassen möchte.

Hr. Dr. Julius Bachem in Köln, bekanntlich Mitglied unserer Redaktion (d. h. derKöln. Volks-Ztg.") erklärt uns dazu:

1. Thatsächlich richtig ist, daß ich seit Beginn dieser Woche einige Tage in Berlin war und dort mit parlamentischen und sonstigen Politischen Persönlich­keiten verkehrt habe. 2. Diese Reise stand fest, bevor Hr. Dr. Lieber erkrankte. Ihr eigentlich selbstverständ­licher Zweck war lediglich, vor der ersten Lesung der Flottenvorlage Informationen an maßgebenden Stellen einzuziehen. 3. Die persönlichen Insinuationen derAllg. Ztg." sind freie Erfindung. Ich bin weder kindisch genug, um nach Berlin zu reisen, und dort meine Kan­didatur für dieFührerschaft" des Zentrums zu betrei­ben, nojd) beabsichtige ich, mich in dem Wahlkreise des glücklicherweise noch lebenden Abg. Dr. Lieber oder in irgend einem anderen Wahlkreiseaufstellen zu lassen". 4. Eine solche Absicht wäre schon aus dem einem Grunde ausgeschlossen, weil icfj seit vorigem Jahre neben meinen sonstigen Arbeiten dre Redaktion der zweiten Auflage des Staatslexikons der Görresgesellschaft übernommen habe, eine Verpflichtung, die jede parlamentarische Thä- tigkeit auf Jahre hinaus unbedingt ausschließt."

Osnabrück, 13. Febr. Regierungspräsident Dr. Stueve tritt am 1. April in den Ruhestand. Sein mutmaßlicher Nachfolger wird Geheimerat v. Kitz in g aus dem Ministe­rium des Innern.

Pofen, 13. Februar. Gestern wurde auf Ersuchen des Oberreichsanwalts der Herausgeber der polnischenGazetta OstrowSka", Witold Leitgerber daselbst, durch den vom Reichsgerichts - Präsidenten ernannten Untersuchungsrichter, OberlandesgerichtSrat Zäschmar in Posen, wegen Verdachts des Hochverrats verhaftet. Leitgerber wurde in das Gefängnis zu Posen eingeliefert.

IftSllMd.

Wien, 13. Februar. Die italienische Regierung errichtet in Innsbruck ein Konsulat und in Riva eine Konsulatexpositur. Es dürfte dies als ein Zuge­ständnis Oesterreichs infolge der Riva Affaire betrachtet werden.

Prag, 13. Februar. Professor Masaryk wurde vom Strafgerichtshof wegen Veröffentlichung seiner Broschüre über den bekannten Polnaer Mordprozeß zu 60 Kronen Geldstrafe verurteil.

London, 13. Februar. Nach einer Depesche derDaily Mail" aus Hongkong soll das deutsche Kanonenboot Iltis innerhalb des HaftnS von Macao Peilungen vor­genommen haben, was eine große Aufregung hervorrief.

Konstantinopel, 13. Februar. D,er türkische Botschafter in Paris telegraphierte an den Sultan, daß Mahmud Pascha und seine Söhne beschbossen haben, beding, ungslos nach Konstantinopel zurückzukehren. Dieser Entschluß Mahmuds ist in erster Reihe auf den Einfluß des Präsidenten der französischen Repuplik, sowie des in Paris weilenden französischen Botschafters Constanz zurückzuführen.

Konstantinopel, 14. Febr. Seinem Erfolg in Persien kann Rußland nunmehr einen nicht weniger bedeutenden Erfolg in der Türkei zur Seite stellen. Wie der Korrespondent des Blattes zuverlässig erfährt, ging dem russischen Botschafter in den letzten Tagen ein Jrade des Sultans zu, dem der Abschluß eines dem Bagdadbahn­abkommen identischen Vorvertrages über den Bau einer Eisenbahn von Kars nach Erzerum folgte. Von russischer Seite war bereits vor einiger Zeit der Bau einer Eisenbahn projektiert, die von Kars in südöstlicher Richtung über die neuen russischen Kolonien nach Sarakamisch führen soll. Nach dem russisch-türkischen Abkommen soll nun diese Bahn bei Kara Urghan die türkische Grenze passieren und im Thale des Araxes nach Erzerum weitergeführt werden. Die Länge der Bahn beträgt nur 260 Kilometer. Im Falle deß Baues der Eisenbahnlinie KarsErzerum so heißt es.in dem Vorverträge, wird einer russischen Kompagnie jedes Vorzugsrecht gewährleistet. Ferner wird bestimmt, baß die Bedingungen des Baues dieselben sein sollen, wie sie den Deutschen für den Bau der Bagdadbahn einge­räumt worden sind. Endlich wird festgesetzt, daß Ruß­land für sämtliche andere nach der russischen Grenze führen­den Zweigbahnen ebenfalls ein Vorzugsrecht erhält. Es liegt auf der Hand, daß die Bahn nach Erzerum eine außer­ordentliche Bedeutung habe, namentlich vom strategischen Standpunkt aus.

Lokales.

Gießen, 14. Februar 1900

* * Die immer wieder erneute Schneedecke ist nicht blos ein schöner Schmuck zur Winterzeit, sondern auch ein ge wichtiger Faktor im Haushalte der Natur. Sie ist nicht blos das Bahrtuch der Natur, sondern vor allen Dingen eine Schutzdecke. Der Schnee hält warm, er ist wie das Federbett ein schlechter Wärmeleiter. Als solcher hält der Schnee einerseits das Eindringen der Kälte zurück, anderer­seits strahlt die schneebedeckte Erde weniger Wärme aus, als da, wo sie offen dem Weltenraume gegenüber liegt. Die Schneedecke wirkt also schützend für die innere Erd wärme, verhindert dagegen aber auch das Eindringen der Sonnenwärme, sobald warme Tage uns Frühlingswehen bringen. Die warme Luft kann nicht durch die Schnee­decke hindurchdringen, und nachher hält das Schmelzwasser von Null Grad den Boden kühl, indem es in denselben einsickert. Diese abkühlende Eigenschaft der Schneedecke ist nicht minder wichtig, als die wärmende. In einem Boden, der bald kalt und warm wird, haben die Pflanzen einen unruhigen Winterschlaf. Da sich ferner bekanntlich schon bei einem Grad Wärme die organische Tüätk'gkcit der Zelle regt, und verschiedene Samen bei anderthalb Grad Wärme schon keimen, so würde also eine geringe Steigerung der Wärme die Pflanzen sofort zu weiterer Entwickelung veranlassen. Durch eine derartige vorzeitige Entwickelung aber würden sie von später wiederkehrenden Frösten auf das ärgste bedroht. Unter der Schneedecke schlummern sie ruhig, bis der wirkliche Lenz kommt und der wahre Morgen des Pflanzenlebens anbricht. Die Schneedecke wirkt sonach ausgleichend auf die Temperatur des Bodens. Darum ist es für den Haushalt der Natur nur mit Freuden zu begrüßen, wenn noch im Februar Schnee unsere Fluren deckt, während im Haushalte des einzelnen ein Nachwinter meist beklagt wird wegen des zur Neige gehenden Heizmaterials und in diesem Jahre noch besonders wegen der drohenden Gefahr einer Steigerung der Kohlenpreise! Die Lohnbewegungen der Kohlengruben arbeitet machen sich nämlich auch bereits bemerkbar: Teil­weise sind Steigerungen sogar schon eingetreten. Hoffen wir, daß es nicht zu einem allgemeinen Ausstand kommt. Seine Folgen würde nicht nur die Fabrikbetriebe, sondern auch jeder einzelne Privat-Haushalt verspüren.

* Kirchliche Dievstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Alletgnädigst geruht, am 3. Febr. dem Pfarrverwalter Philipp Uhl zu Nieder-Saulheim, De­kanat Mainz, die evangelische Pfarrstelle daselbst und am 7. Februar dem Pfarrer Valentin Zatzmann zu Schorns­heim die evangelische Pfartstelle zu Wald-Uelversheim, De­kanat Oppenheim, zu übertragen.

Theaterverein. Das für diese Woche vorgesehene Gastspiel von Fräulein Triesch kann wegen Unpäßlichkeit der Künstlerin nicht stattfinden und muß auf spätere Zeit verschoben werden. Als 7. Vorstellung geht nunmehr am Freitag der nächsten Woche das Schauspiel Satisfaktion mit Herrn Dietz sch als Gast in Szene.

Kongreß des deutschen BereinS für Armen- und Krankenpflege. Die gestrige Notiz aus Mainz betreffs des Kongresses des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit muß dahin berichtigt werden, daß derselbe nicht in der Woche nach Pfingsten, sondern vom 20. bis 22. September in Mainz abgehalten werden wird.

* Befitzwechsel. DaS den Ed. Lind Wwe. Erben gehörige Haus MäuSburg 13 ging durch Kauf zu 49,000 Mk. an Herrn Gustav Walter hier übet.

* Ans der Wetterau. Der in einem israelitischen Hospital zu Frankfurt a. M. verstorbene Moses Gold­schmidt aus Assenheim hat für eine evangel.-kirchliche Ver­anstaltung, nämlich die von der Gemeinde Affenheim ge­plante Errichtung einer Klein-Kinderschule, 50 Mk. testamen tarisch bestimmt. Seit 1895 sind dem evangel. Kirchenvor­stand bereits ca. 5000 Mk. als Ertrag von Sammlungen für diesen Zweck übergeben worden, und außerdem wurde vom Gemeindetat durch einstimmigen Beschluß ein günstig gelegenes Gemeindegrundstück als Bau- und Spielplatz ge-