ausgeschlossen.
Namens Gottes den Versammelten vor. Da die Beschwö-« rungsversuche des Bauers den Anwesenden erfolglos schienen, so schlugen sie mit Stöcken, Stühlen und andern Gegenständen auf den Knecht ein, so daß dieser nach wenigen Minuten entseelt am Boden lag: der Kopf war bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen und sämtliche Knochen gebrochen. Am andern Morgen meldete Scherf seiner in Battenburg wohnenden Mutter die- glücklich vollbrachte Teufelsaustreibung, und als er von da zurückgekehrt war, vereinigten sich die „Brüder und Schwestern" zu einem festlichen, ihm zu Ehren veranstalteten Mahl, bei dem viele geistliche Lieder gesungen wurden. Es wurden natürlich zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Der Vorbeter an dem Mord- cchend, Spiering, erklärte dem Untersuchungsrichter, daß er die Absicht gehabt habe, eines seiner fünf Kinder zu „opfern".
Telegramme des »Gießener Anzeiger^.
Wien, 14. Februar. Gestern fanden in Mährisch-Ostrau 24 Arbeiter-Versammlungen statt, in denen über das Scheitern des Vermittelungs Versuches des Etnigungsamtes berichtet wurde. Der Bericht wurde von den Arbeitern ruhig entgegen genommen. Dieselben sind fest entschlossen, bis zum äußersten auszuharren. Sie bestehen auf der Achtstundenschicht und verlangen die Sequestrierung der Bergwerke, wenn die Besitze.- nicht nuchgeben. Der Streik der Heizer und Maschi
Kirchttche KachrWeA.
Evangelische Gemeinde.
Donnerstag den 15. Februar, abends 8 Uhr, ^ibelpnndr im Konfirmandensaal, Kirchstraße v. 2. Brief an die Korrnlyer. Kap. 8. Pfarrer Schloss er.
Die BerftäudiguugSkoufereuz gescheitert.
Wie», 14. Februar. Die Konferenz zum Zwecke einer Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen in Mähren scheiterte. Somit erscheint auch die Verständigungs-Konferenz ganz aussichtslos.
Der neue Zolaprozeß vertagt.
Paris, 14. Februar. In Gerichlskreisen wird bestimmt versichert, baß der Zola-Prozeß, der am 22. dS. zur Verhandlung kommen sollte, jedenfalls wegen der bevorstehenden Amnestie vertagt werden wird.
Die Lage in Egypten.
Rom, 14. Februar. Das dritte Bataillon des Regiments Northumberland erhielt, kaum in Malta ein- getroffen, den Befehl, nach Egypten abzugehen, wo die Lage trotz aller Beschönigungsversuche eine sehr ernste sein soll.
Rom, 14. Februar. Auf der Lonsulta wird daS Ge- rücht dementiert, daß der Oberst Signorila in Kairo die englischen Quartiere besichtigt habe, und daß die Besetzung Egyptens durch italienische Truppen unmittelbar bevor st ehe.
Kunst und Wissenschaft.
— Sine große Protest-Versammlung gegen die Srrnst- Paragraphen der lex Heinze wird von Berliner Künstlern geplant. Es hat sich bereits ein Komitee gebildet, das eifrig dabei ist, die vorbereitenden Maßnahmen für diese Kundgebung zu treffen.
Heer und Marine.
— Um dem großen Mangel an aktive« Militärärzten abzuhelfen, beabsichtigt die Militärverwaltung eine Studienentschädigung von 300 bis 1600 Mk., je nach Länge der Dienstverpflichtung zu gewähren, um Civilärzte zum Uebertreten in das Heer zu gewinnen. Die „Köln. Ztg/ meint, das Kriegsministerium irre sich, wenn es glaubt, damit Erfolg zu haben. Die Wünsche des Sanitätskorps gipfelten in folgenden Punkten: 1. Volle Gleichstellung mit dem Truppenoffizierkorps in Bezug auf Vorgesetztenverhältnis, Ehrenerweisungen, Abzeichen. 2. Bessere Beförderungsaussichten durch eine größere Zahl Chargen, sodaß ein Arzt im gleichen Alter denselben Rang erreichen kann, wie sein Kamerad von der Truppe.
Arbeiterbewegung.
München, 13. Februar. Wegen des Kohlenarbeiterausstandes in Böhmen muhten die meisten bayrischen Tafelglashütten wegen Kohlenmangels den Bettieb einstellen.
Eisenach, 13 Februar. Die hiesigen Schneidergesellen tragen sich mit dem Gedanken einer Lohnbewegung. Sie haben den Meistern einen teilweise enorm erhöhten Tarif für Anfertigung der einzelnen zu fertigenden Kleidungsstücke vorgelegt, über den die Meister sich bis zum Mittwoch schlüssig machen sollen.
Zwickau, 13. Februar. Die Grubenwerke lehnten die Vermittelung zur Beilegung der Differenzen mit den Arbeitern ab. Der Streik ist nunmehr für morgen, Mittwoch beschlossen. In Betracht kommen 53 Schächte mit über 12,000 Arbeitern — In den übrigen sächsischen Revieren hat gleichfalls die Bewegung zugenommen. Im OelSnitz-Lugauer Revier ist heute ein Teil der Mannschaften nicht angefahren.
Mährisch-Ostrau, 13. Februar. Der Stteik der Maschinisten und Heizer hat auf mehreren Gruben bereits begonnen. Da die Gefahr des Ersaufens der Schächte vorliegt, so mußten die Ingenieure den Dienst der Maschinenwärter und Heizer übernehmen.
Gerichtssaal.
Frankfurt, 18. Februar. (Strafkammer). Die Aufsehen erregende Diebstahlsaffaire in dem v-Zuge zwischen Offenbach und hier beschäftigt heute die Strafkammer Angeklagt sind Alfred Allen und Jean Pedro. Allen soll nach eingeholter Auskunft bei den englischen | Behörden am 23. April 1859 in New-York geboren sein, und eigentlich Robert King heißen Die umfangreichen Untersuchungen, die die hiesige Behörde angestellt hat, stellten eine Menge Bestrafungen im Ausland fest. Die Verhandlung gegen Allen, der angeblich nur englisch spricht, uiri gegen den Mitangeklagten Pedro, der nur französisch spricht, wird durch den Dolmetscher Schönling geführt Pedros Vorleben ist ebenfalls recht bewegt, wenn auch nicht so wie das seines Komplizen, auch er hat eine ganze Reihe Strafen zu verzeichnen. Nach der einen Version ist er im Jahre 1864 in Bordeaux, nach der andern in Barcelona geboren. Er bewegte sich fast meist auf Rennplätzen. Die Angeklagten sollen in dem D Zug, der von Berlin kam, nach Einfahrt in den Hauptbahnhof dem in Karlsruhe wohnenden Privatier Gustav Kaiser eine Brieftasche mit Mk 300 Inhalt gestohlen haben, mit Hilfe eines Wachtmeisters und einiger Gepäckträger konnten Beide festgenommen werden. Vor dem Untersuchungsrichter hat Allen ein umfassendes Geständnis abgelegt. Hiernach hatte er allein die Tasche gestohlen. Heute beschränkt er sein Geständnis. Er will die Brieftasche nicht gestohlen, sondern im Waggon auf dem Gange gefunden haben. Beide bestreiten jede Gemeinschaft. Sie haben hier jedoch in verschiedenen Hotels stets zusammen ein Zimmer bewohnt, haben verschiedentlich gemeinschaftlich stark besuchte Läden und öffentliche Lokale besucht. Als Gründe für ihre Tour nach Offenbach giebt, rote die „Franks. Ztg." Allen an, er habe dort zarte Bande angeknüpft. Pedro will seine ihm vor Jahren durchgegangene Frau in den Offenbacher Restaurants gesucht haben. Da sie aber ihre Zwecke nicht erreichten, seien sie mit dem v-Zug zurückgefahren. Bei Allen fand man etwa Mk. 82 in deutschem, und eine beträchtliche Menge russischen und belgischen Geldes. Bezüglich des russischen Geldes behauptet er, er habe die Absicht gehabt, nach Rußland zu fahren und Pelze aufzukaufen. Allen hat hier unter dem Namen Jakson aus Brüffel gewohnt. Der Staatsanwalt beantragte gegen Allen sechs Jahre, gegen Pedro vier Jahre Zuchthaus. Das Gericht erkannte nach kurzer Be- | ratung gegen Allen auf sechs Jahre, gegen Pedro auf fünf Jahre
Zuchthaus.
Aiel, 13. Februar. Der Professor Dr. Lehmann- Hohenburg wurde heute wegen Beleidigung des Distriktskommissars Gottschalk aus Anlaß der Zieten'schen Angelegenheit zu 600 Mk. Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 3 Monate Gefängnis beanttagt.
Universität und Hochschule.
— Ernanntr Der Nationalökonom Professor v Schoenberg zum Kanzler der Universität Tübingen. — Der bisherige erste wiffen- schaftliche Assistent des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe, Dr. Purgold, zum Geh. Regierungsrat und Dezernenten für die wtffenschastlichen Anstalten in Gotha. An feine Stelle ist Dr. Richard Stettiner in Berlin auf den Hamburger Posten berufen worden.
— Verschiedene» r Der Direktor der Wiener Universitäts- Sternwarte, Professor der Astronomie an der Wiener philosophischen Fakultät Dr. Edmund Weiß begeht am 20. April den Gedenktag seiner vor 25 Jahren erfolgten Ernennung zum Ordinarius der bezeichneten Disziplin an der dortigen Universität. — Wie wir bereits mitgeteilt haben, scheidet am 1. April der bisherige Direktor der medizinischen Klinik in Halle, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Weber, aus seiner Stellung; zu feinem Nachfolger ist nunmehr, rote angekündigt wurde, der bisherige Direktor der medizinischen Poliklinik, Prof. Dr. Frhr. v. Mering, ernannt worden.
nisten breitet sich weiter aus. Die Gruben erscheinen gefährdet. Gestern abend lief die Frist ab, bis zu welcher die Vergwerksbesitzer an Zu* geständniffe gebunden waren. Massenhafte Kündigungen und Entlastungen werden für heute erwartet. .
Antwerpen, 14. Februar. Der Strerk der Metallarbeiter hat sich seit gestern auch auf die Zimmerleute ausgedehnt. A»ch die Schiffsverlader drohen, sich dem Stretke anzuschließen, wenn ihre Forder- unq, betreffend Abkürzung der Arbeitszett innerhalb dret Tagen, nickt bewilligt wird. Die Coqueril'fchen Metall Arbeiter sind ebenfalls ausständig.___
Ärmste Meldungen.
Depeschen deS Bureau ,Herold".
Berlin, 14. Februar. Nach einer Mitteilung der „Deutschen Tages-Zeitung" ist die Angelegenheit Szmula-Hahn durch den Austausch gegenseitiger Erklärungen erledigt. ,
Wien, 14. Februar. Die Negierung wird in diesem/ Jahre keine Erhöhung des Rekruten-Kontingents vom Reichsrate verlangen.
Belfort, 14. Februar. Vier deutsche Staats- Angehörige wurden unter dem Verdacht verhaftet, an der Beraubung von Waggons eines Militär- Zuges teilgenommcn zu haben. Der Zug stand auf dem Bahnhofe B.' nt. Die Beraubung geschah in der Nacht. Geraubt .uucoen Einrichtungs-Gegenstände und Zollwächter- U.tiformen. Beim Verkauf der letzteren wurden zwei der Thäter abgefaßt.
Loudon, 14. Februar. Die „Evening News^' meldet, daß die Königin wegen der schlimmen Nachrichten aus Südafrika die geplante Reise nach Italien aufgegeben habe.
Kopeuhageu, 14. Februar. Die Gesetzes-Vorlage über den Verkauf der westindischen Inseln an Amerika für 12 Millionen Kronen wird nächsten Monat dem Reichstage vorgelegt werden.
Konstantinopel, 14. Februar. Der Sultan verlieh dem deutschen Militär - Attache Major Morge'n deu Osman-Cordon zweiter Klasse.
Prinz Heinrich.
Berlin, 14. Februar. Bei dem gestrigen Festmahl zu Ehren des Prinzen Heinrich brachte der Kaiser einen Trinkspruch aus, in welchem er die Begrüßung des Prinzen seitens des Publikums dahin auslegte, daß in weiten Kreisen des Volkes sich der Gedanke Bahn breche, daß Deutschland zur Erhaltung seiner Großmachtstellung einer starken Flotte bedarf.
Dr. Lieber.
Berlin, 14. Februar. Im Befinden deS Dr. Lieber I hält die ungünstige Wendung an. Gestern abend wurde der Kranke von heftigen Schüttelfrösten befallen, unter । denen seine Kräfte rapid sanken. Es erscheint deshalb jede Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens
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schenkt. AuS allen Kreisen der Gemeinde, namentlich auch I von der Gräflichen Herrschaft, wird diese Sache eifrigst I ""^Darmstadt. 13. Februar. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin nebst Prrn zessin Elisabeth werden, entgegen dem ursprünglichen Reiseplan, erst heute von Neapel m Capri eintreffen, da infolge verspäteter Ankunft in Mailand Neapel erst gestern aben$artmMlroi,3b8ebruar. Am Montag, als am l-tz.-n Taae würd' di, hiesig- Marin-- Ausstellung von 3800 Personen besucht, was, einschließlich der 1500 Soldaten, die die Ausstellung unentgeltlich besichtigten, eine Gesamt- -requenz von 48000 Besuchern ergibt, eine Ziffer, die auch die kühnsten Erwartungen weit übertroffen hat. Ausgegeben wurden an die Besucher 25000 Ausstellungskataloge (die am Montag wieder in der gewöhnlichen Weise zur Verteilung gelangten), 25000 Exemplare der Broschüre „Bitter not thut uns eine starke deutsche Flotte", und 15000 Stück der Jahrhundertnummern des „Flottenfreundes". Der Vorrat der 15000 illustrierten Ausstellungspostkarten war bereits am Samstag vollständig ausverkauft. Eine große Reihe von Beitrittserklärungen zum „Deutschen Flotten- I oerem", denen in den nächsten Tagen voraussichtlich noch viele nachfolgen werden, ist anläßlich Der Marine-Ausstellung erfolgt.
Darmstadt, im Februar. Der „Franks. Ztg." wird von hier geschrieben: In Nr. 344 l. Morgenbl. berichteten wir über die Gründung des Vereins hessischer I Richter und knüpften daran die Bemerkung, man beklage sich in Richterkreisen darüber, daß der Justizminister bei der Regulierung der Beamtengehälter den Beamten seines Ressorts wenig Entgegenkommen zeige. Ein Ofsiziosus, her einige Tage darauf in der „Darmst. Ztg." versicherte, her Richterverein als solcher stände Bestrebungen, die auf Verbesserung der pekuniären Lage der Richterbeamten gerichtet seien, fern, hat sich über die Stimmung unter seinen Kollegen getäuscht; denn der Justizminister hat jetzt auf Anregung des Richtervereins nochmalige Prüfung der Gehaltsfrage zugesagt. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, verlangt er vom Verein die Unterlagen, wie die Beamten entsprechend ihrer Vordienstzeit in Gehaltsklassen einzureihen seien. Es ist hierbei nicht leicht zu begreifen, weshalb der Justizminister nicht die ihm zu Gebote stehenden Unterlagen aus den Personalakten entnimmt, sondern sich an den Verein der Richter wendet. Jedenfalls ist die Absicht, das Gehalt der hessischen Richter, die auch noch eines entsprechenden Wohnungsgeldzuschusses entbehren, aufzubessern, erfreulich, und wenn der Justiz- minister Vergleiche anstellt, wird er sich leicht überzeugen können, daß die hessischen Verwaltungsbeamten und die Lehrer an höheren Schulen in zahlreichen Fällen in höheren Gehaltsklaffen sich befinden, als die Altersgenossen der Justiz, die zum Teil weitaus • früher das Staatsexamen abgelegt haben.
Vermischtes.
* Saarbrücken, 13. Februar. Auf dem Eisenwerk des Freiherrn von Stumm in Neunkirchen erkrankten plötzlich fünf Arbeiter an Vergiftungserscheinungen. (Siner war sofort tot, zwei starben nach wenigen Stunden, während die beiden übrigen hoffnungslos darniederliegen. Die Ursache der Vergiftung konnte bisher nicht festgestellt werden. Man vermutet aber, daß dieselbe in dem Genuß Don verdorbenen Nahrungsmitteln zu suchen ist.
* G l a d b a ch , 13. Febr. Die Stadtverordneten genehmigten das Pensionierungsgesuch des Oberbürgermeisters Kaiser zum 1. Oktober und bewilligten 10 000 Mk. Ruhegehalt. Die neue Stelle wird mit 10 000 Mk. Gehalt und 1500 Mk. Dienstaufwandskosten ausgeschrieben.
* E l b e r f e l d , 13. Febr. Der Agent Strucksberg, Der Hauptangeklagte im Militärbefreiungsprozeß ist gestern im Gefängnis gestorben.
* Berlin, 13. Februar. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Elbing: In der Unteroffizierschule zu> Marienwerder sind etwa 100 Mann an der Influenza erkrankt. Den Unteroffizieren und Mannschaften wurde das Verlassen der Kasernements verboten.
* Apenrade, 12. Februar. Inder Narkosegestorben ist die Tochter des Senators Jürgen Lv- rentzen hierselbst. Das 18 jährige Mädchen hatte sich im Kreiskrankenhause einen Zahn ausziehen lassen und sich auf Wunsch narkotisieren lassen. Alle Versuche, das junge Mädchen wieder ins Leben zurückzurufen, erwiesen sich als vergeblich. Dieser Todesfall ist um so bedauerlicher, als vor einigen Jahren ein 17 jähriger Sohn der Familie bei einer Bootsfahrt auf der Flensburger Föhrde sein Leben -einbüßte.
* Heilbronn, 13. Febr. Gemeinderat Ander, bekannt duttch seine Kämpfe mit Hegelmaier, ist gestorben.
♦ (Stuttgart, 13. Febr. Dem Ausschüsse zur Förderung deutscher Ansiedlungen in Palästina wurde laut „Schwäb. Merk." vom Kaiser ein Beitrag von 10 000 Mark übergeben. Eben so viel spendete der König. Bisher sind 115000 Mark gezeichnet worden.
* Zürich, 13. Febr. Der Kassierer eines großen Handlungshauses ist heute wegen Unterschlagung, die den Betrag von 200 000 Franken übersteigen soll, verhaftet worden.
* Amsterdam, 12. Febr. In dem Dorfe Appelterw in der Provinz Gelderland fand am vorigen Freitag eine Teufelsaustreibung unter scheußlichen und entsetzlichen Umständen statt. Seit einiger Zeit wurden von über- «ifrigen, fanattschen Protestanten im genannten Dorfe Bet- Bunden gehalten, die von Männern Md Weibern besucht wurden. Am Freitag fand die Zusammenkunft im Hause Les Bauers Scherf statt, die Anwesenden waren der festen Meberzeugung, daß der Teufel im Hause sei und im Körper Les Knechts Brinkmann seinen Wohnsitz habe. Es war fichon Mitternacht, als Scherf seiner Dienstmagd befahl, Len Knecht zu rufen, da dieser aber fest schlief und nicht erschien, führte ihn der Bauer selbst unter Anrufung des
Vom Kriegsschauplatz.
Berlin, 14. Februar. Nack einer Meldung des „Berliner Tageblattes" aus Brüssel, stellen alle Nachrichten vom Kriegsschauplätze die Lage der Engländer so ungünstig wie möglich dar. General Buller beschleunigt gegenwärtig seinen Rückzug. Jedes Projekt zum Entsätze von Ladysmith ist endgültig aufgegeben worden. Die Oranje-Buren schieben fortwährend ihre Vorposten weiter nach Süden vor. Ein Zusammentreffen derselben mit den Streitkräften Lord Roberts wird als unmittelbar bevorstehend bezeichnet.
Paris, 14. Februar. Nach einer Privatmeldung aus Durban wurde der Leuchtturmsignalchef, ein Engländer, des heimlichen Einvernehmens mit den Agenten der Buren für schuldig befunden und' erschossen. Die Verständigung erfolgte durch Signale und hatte vornehmlich die Zahl und Gattung der eintreffenden englischen Truppen zum Gegenstände. Für diese Signal-Depeschen erhielt der Verräter 1500 Francs.
Kunst-Ausstellung. ausHtellung im Tarmhans am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Ptg^ an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg.


