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15.2.1900 Erstes Blatt
 
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Donnerstag den 15. Februar

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icßener Anzeiger

Heneral-Anzeiger

Anrts- unb für den Tiveis (ßkfeat

sgleichenden I der Frage,

ä 40 = 400

= 2000 Mk.

30 Preise .

2. Für Zweijährige:

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Uezugsprel» vierteljährl. Mk. 2,2» monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholesteil«» vierteljährl. Mk. 1,9» monatlich 65 Pfg.

Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld.

Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und AuSlandeT nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auSwärtS 20 Pfg.

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Reduktion, Expedition und Druckerei:

Fchntstraße Nr. 7.

* Zur Kostendeckung der Flotten­verstärkung.

Gießen, den 14. Februar 1900.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51.

Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Dlätter für hessische Dotbskunde.__________________

«»nähme »v« Anzeigen zu der nachmittags für bm -nigeuden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.

Die Körtermine finden in nachstehender Reihenfolge statt: Berstadt, Freitag den 2. März, nachmittags 2 Uhr. Butzbach, Samstag den 3. März, vormittags 91/, Uhr. Orüuberg, Montag den 5. März, nachmittags 31/, Uhr. Ober-Osteideu, Dienstag den 6. März, vorm. 10 Uhr.

Bestimmnugev für die Stuteukörung.

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1. In jedem der 23 Körbezirke wird alljährlich im Frühjahr, bald nach Eintreffen der Beschäler auf den Land­gestütsstationen, ein Körtermin abgehalten, bei welchem im Körbezirk stehende Stuten, die dem Züchtungsziel des Ärbeits- oder des Wagenschlages entsprechen und möglichst Tein gezogen sind, gekört werden.

Die Zuchtziele für die einzelnen Körbezirke sind fol­gende :

a) Ein freigängiges, mittelstarkes Arbeitspferd mit gutem Schritt und genügender Trabaktion für die Körbezirke: Engelrod, Grünberg, Ober-Ofleiden, Rom­rod, Schlitz, Hirzenhain, König, Lörzenbach Baben­hausen. ,

b) Breite, starke Arbeitspferde mit gutem, regelmäßigem Schritt für die Körbezirke: Alsheim, Hechtsheim, Alzey, Sauer-Schwabenheim, Lampertheim, Groß-Bieberau und Teile der Wetterau mit starkem Zuckerrübenbau.

c) ($üi großes, schweres Wagenpferd für die Körbezirke: Berstadt, Rieder-Wöllstadt, Butzbach, Düdels­heim, Teile des Rieds und Rheinhessens.

d) Ein mittelstarkes Wagenpferd mit gutem Schritt und vornehmlich guter und praktischer Trabaktion für die Körbezirke: Bickenbach, Jägersburg, Dornheim und Trebur.

(Die Remontezucht kann hier die genügende und rich­tige Berücksichtigung durch Aufstellung eines edlen Hengstes finden, immerhin muß aber das edlere Wagenpferd das Zuchtziel bleiben.)

2. Das Körgeschäft besorgen zur Zeit 1/ Kvrkommif- sionen. Jede derselben besteht aus dem Landstallmeister, «ls Vorsitzendem, sowie dem im Körbezirk beamteten Kreis­veterinärarzt und aus 4 Landwirten.

3. Die Körung einer Stute ist an Einstimmigkeit der Kommission gebunden.

4. Jede Stute muß Jahr für Jahr neu gekört werden; die im Vorjahre gekörte und gedeckte Stute hat die Vor­hand vor der noch nicht gekörten oder nicht gedeckten Stute. Im übrigen entscheidet die Qualität.

5. Für jede gekörte Stute wird dem Besitzer von der Körkommission ein Deckhengst vorgeschlagen.

6. Der Besitzer erhält für jedes aus seiner gekörten. Stute von dem bestimmten Hengst gefallene leb endH

gebärden lassen, als hätte er denleidenden Werter" vor sich. Ihre Deklamation war eine angemessene, und sie vermied jede Ueberhastzung. Kleine Inkorrektheiten im Mienenspiel wie z. B. gelegentlich der Erzählung seines Schicksals von feiten des Grafen Thorane trat die Teil­nahme Goethes nicht scharf genug hervor. Auch die Maske hätte etwas einem Bilde Goethes aus dessen Jugendzeit näher gebracht werden können. Frau Helm als Frau. Rat Goethe war eine anziehende sympathische Erscheinung, und traf in der Unterredung mit ihrem Wolfgang den Ton, mit welchem sie über die kleine Affaire d'amour ihres Lieblings Hinwegzukommen sucht, ganz treffend. Mit einem gleich, serieüsen Baß.dürfte freilich nach der Tradition die Frau Rät nicht behaftet gewesen sein. Herr Walter gab den gestrengen Herrn Rat Goethe gleichfalls brav, und trug zum Gelingen der Unglück drohenden Szene zwischen sich und dem Königsleutnant sehr wesentlich bei. Recht frisch war das Paar Gretel und Mack, Fräulein Eichen­wald und Herr H e n r y. Die erstere namentlich zeigte uns wiederum ein liebenswürdiges und schwungvolles Ta­lent. Herr Wilhelmi spielte mit bestem Willen und gutem Erfolg, vielleicht hätte er dem Professor das Ge­präge einer Karrikatur in schwächeren Formen geben können. Von allen übrigen Mitspielenden muß anerkannt werden, daß sie ein Ensemble zu schaffen bestrebt waren, das für den Benefiziaten ehrenvoll ist. Bei dem letzteren dürfte allerdings bei dem nicht gerade allzu reichlichen Besuch der moralisch-künstlerische Erfolg den finanziellen überwiegen. Für welchen er sich in seinem Innern ent­scheidet, wollen wir ununtersucht lassen; Künstler sind oft unberechenbar.

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Gegen den Vorschlag, eine besondere Steuer Deckung der Kosten der Flottenverstärkung einzuführen, er­klären sich dieBerl. Pol. Nachr." nochmals mit aller Entschiedenheit. Das offiziöse Organ schreibt:

Abgesehen von der vom Grafen Posadowsky im Reichstage so klar nachgewiesenen Thatsache, daß die Flot-

ä 50 = 800 Mk. ä, 40 = 800 ä 30 = 600

Amtlicher Teil.

Stutenkörung desLarrdespferdezucht-Aereirrs im HroßherzogtumKeffen und F>rLmtteru«g von aus gekörten Stuten gefallenen Ao-len im Jahre 1900 betreffend:

ganzen 86 Preise im Betrage von 4200 Mk.

Darmstadt, den 24. Januar 1900.

Für den Vorstand: v. West er well er.

Naegelä.

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10 Preise ä 100 = 1000 Mk. ä 60 = 600

M Heil, LindniM Ä'S nur, ** r Vorstand.

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Theater.

-er. Gießen, 14. Februar 1900.

Das zweite Benefiz in der laufenden Saison wurde einem unserer tüchtigsten Kräfte, Herrn Franz Rolan zu teil. Derselbe hatte sich zu seinem Ehrenabend eine ihm ganz vortrefflich liegende Rolle, den Grafen Thorane in Karl Gutzkows vieraktigem Lustspiel,Der Königs- leutnant" gewählt, und wir dürfen auch, neben der Person des Benefiziaten, mit der Wahl des Stückes wohl zufrieden fein.

Kein zweiter französischer Offizier ist wohl dem deutschen Herzen so nahe gerückt, als jener Graf Thorane, welcher das junge feurige Gemüt unseres großen Dichters in deni Umgang weniger Wochen dergestalt für sich zu gewinnen wußte, daß man wohl die stille Liebe, welche Goethe stets für Frankreich im Herzen getragen hat, vor­nehmlich auf jene wunderbar anziehende Begegnung mit dem Grafen Thorane zurückzuführen berechtigt ist. Was uns Goethe selbst aus jenen Tagen seines Glucks ini Vater­hause erzählt, nimmt uns immer wieder, so oft wir es auch lesen mögen, gefangen, und es ist begreiflich, daß einer der bedeutendsten Bühnendichter der Neuzeit, diese Episode herausgegriffen hat, um dieselbe dramatisch zu gestalten. Meisterhaft hat Gutzkow den jungen, von Lebenslust uber- sprudelnden Wolfgang und die kluge Frau Rat skizziert, mit besonderer Liebe aber hat er den ritterlichen Grasen Thorane behandelt, in dessen Adern zwar das warme Blut des Südfranzosen wallt, dessen Gemüt aber mit so ächt deutscher Tiefe angelegt ist, ja selbst so deutliche Spuren,

schnittlich etwa eineinhalb Prozent des Einkommens aus Vermögen darstellende Ergänzungssteuer erhoben.

Es kommt ferner auch in Betracht, daß die regelmäßig die Staatssteuern sehr erheblich übersteigenden kommu­nalen Abgaben teils als Zuschläge zu der staatlichen Ein­kommensteuer, teils von dem Grundbesitz und Gewerbe­betriebe erhoben werden, also gleichfalls mit dem Einkom­men und dem Vermögen anffteigen. Wo, wie in den meisten größeren Städten 200 pCt. Zuschlag zur Einkom­mensteuer erhoben werden, hat ein Mann mit mehr als

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Fohlen vom Verein nach Vorlage der beglaubigten Abschrift des Geburtsscheines ein Angebinde von 20 Mark als so­genanntes Fohlengeld ausbezahlt.

(Als Körkommissäre werden mit den nötigen Ersatz­wahlen die nämlichen Herren wie im vergangenen Jahre thätig sein.)

Je nach den vom Staate bewilligten Mitteln können. 300 oder mehr Stuten gekört werden.

7. Mit der Körung wird eine Prämiierung der Hengst- und Stutfohlen verbunden, die in den Jahren 1897 und 1898 aus gekörten Stuten gefallen sind. Die Prämiierung dieser dreijährigen und zweijährigen .Hengst- und Stutfohlen findet gleichzeitig mit der Körung bei den ein­zelnen Körterminen statt.

Die Besitzer solcher Fohlen werden hiermit zu ihrer Verführung aufgefordert und besonders darauf aufmerk­sam gemacht, daß die Besichtigung bezw. Prämiierung nur erfolgt, wenn der Körkommission Kör- und Deckschein vor­gezeigt worden ist.

Nur fehlerfreie Tiere tonnen prämiiert werden.

Der Käufer eines aus einer gekörten Stute gefallenen Fohlens kann bei diesen Prämiierungen nur dann auf eine Prämie Anspruchmachen,!wennevniindestenseinhal- bes Jahr im Besitz des Fohlens und eben so lange Mitglied des LandespferdezuchtVer- eins ist.

Die Preise für die Prämiierung richten sich nach den vom Staate hierzu bewilligten Mitteln.

An Preisen für 1900 sind vorgesehen:

1. Für Dreijährige:

tenverstärkung «allen Teilen Deutschlands und allen Teilen des deutschen Volkes zu gute komme­st eh t der Gedanke, eine besondere Steuer speziell zur Deckung der Kosten der Flotte einzuführen, mit dem Prinzip der Staatseinheit in unlösbaren^ Widerspruche. In der Wissenschaft wie in der prakti­schen Staatskunst besteht, wie noch jüngst die namhaftesten Autoritäten der Finanzwirtschaft nachdrücklich bekundet haben, kein Zweifel darüber, daß es die Auflösung des Staates bedeuten würde, wenn man die Kosten der einzel­nen Aufgaben des Staates auf besondere Einnahmequellen anweisen und besondere Steuern zur Bestreitung der Kosten bestimmter Staatszwecke bewilligen wollte. Auf einem etwas anderen Gebiete bewegen sich die Erwägungen, von denen auch Professor Adolph Wagner die Einfüh­rung einer Reichserbschaftssteuer befürwortet. Er erkennt aus den von uns wiederholt dargelegten Gründen em Bedürfnis zur Erschließung neuer Einnahmequellen für das Reich aus Anlaß der F l o t t e n v e r st ä r k u n g nicht an und verwirft gleichfalls grundsätzlich den Plan, die Kosten der Flo tt en v er stä r knn g speziell aus eine besondere Steuer anzuweisen. Er ist der Meinung^ daß mit Rücksicht darauf, daß wenigstens ein Teck der Ver­brauchssteuern vornehmlich von den breiten Massen der Bevölkerung getragen wird, im Interesse der ausgleichen- den Gerechtigkeit sich eine Ergänzung des Reichssteuer-» systems durch eine ausschließlich die wohlhabenden betref­fende Erbschaftssteuer empfehle. Abgesehen davon, daß, wie Professor Wagner selbst anerkennt, auch em Nicht un­erheblicher Teil der Verbrauchssteuern in h ö h e r e m Maße von der w o h l h a b e n d e n Minderheit als von den großen Massen entrichtet wird, und daß das Reich in den aus­schließlich von den Wohlhabenden zu entrichtenden Reichs st empelabgaben bereits einen ausgleichenden Faktor besitzt, tann man sich bei Beurteilung der Frage, inwieweit die bestehenden Steuersysteme dem Grundsätze der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit gerecht werden, keineswegs auf die Betrachtung der Reichssteuern be­schränken, sondern muß die G e s a m t b e st eu e r u n g in d e ni Reiche und in den einzelne n Bundes- ft a n t e ii mit in Betracht ziehen. In Preußen ist die Staatsbesteuerung nach dem Grundsätze geordnet, daß, wenn die Verbrauchssteuern im Reiche von allen zu tragen sind, die direkten Steuern die höhere Steuerkraft der größe­ren Einkommen voll zu erfassen haben. Demzufolge sind in Preußen nicht nur nahezu zwei Drittel der ganzen Be­völkerung völlig steuerfrei, sondern die Einkommensteuer steigt auch von wenig mehr als ein halb Prozent bis zu 4 Pro­zent, bei einem Einkommen von 100 000 Mk. und mehr. Da­neben wird eine nach dem Vermögen bemessene, durch

von der spezifischen Eigenart des Dichters, von der Schwer­mut trägt, daß der historische Graf Thorane hinter dem idealisierten zurücktritt. Der Königsleutnant wird deshalb niemals von seinen Landsleuten verstanden werden. Doch das verschlägt nichts, ist er doch nicht für diese, sondern für uns geschrieben, und unser Herz besitzt er, besonders wenn er uns in einer so guten Gestaltung wie gestern abend ent­gegentritt. - .

Wir haben im Dienste der Kritik schon eme ganze Reihe und darunter bedeutende Darsteller (Friedrich Haase!) in dieser eigenartigen Rolle gesehen, und dabei die Erfahrung gemacht, daß in der Art der Darstellung bald das französische, bald das deutsche Element überwog. Bei dem gestrigen Vertreter der Rolle persönlich überwog namentlich sprachlich das französische, in der Gesamt­aufführung, d. h. in der Idee des Ensembles unstreitig das deutsche. Diese Mischung war eine sehr glückliche, und zum Vorteil des Gesamteindrucks. Herr Rolan entfaltete fast durchweg die bezaubernde Eleganz eines französischen Kavaliers, und wußte zugleich mit seinen Mitteilungen an seinen jungen Freund jenen Ton anzuschlagen, welcher, fern von jeder gekünstelten Sentimentalität, den Zuhörer ergreift. Herr Rolan hat offenbar sehr tüchtig gearbeitet, darstellerisch wie sprachlich namentlich war sein Fran­zösisch rein und fließend war er gleich gut, sodaß der wiederholte stürmische Applaus und die Kranzspende in seiner Person an die richtige Adresse kamen. Fräulein Hammer verdient in der Darstellung alles Lob; sie hat die Rolle sehr richtig konzipiert, und verfiel darum nicht in den Fehler anderer Darstellerinnen, welche den von der ersten jugendlichen Liebe durchglühten Goethe sich so

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Montags.

Die Gießener M.MillenvkLtler Werden dem Anzeiger 4* Wechsel mit .Hess. SenbmirT m. Matter Mr heff. BoltStunbe* »bchtl. 4 mal beigelegt.

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k? 18 Febro», 8 Uhr, U8 itkirche zi Giessen JW Programm.

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»MöenchoreohuJe unter Vingenten, de» Hem Organisten Gdrtach. tritt frei.

'en Mitglieder ati die len Emporen reserviert.

Texte sind an de far 20 Pfg. zu haben, eiträge rar Deckung de ;b, *° den ausgestellt« ecken erbeten. M rträge. ch 8 Uhr abends

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en, Frechen und bei Herrn Verwalter 1101