Ausgabe 
15.2.1900 Drittes Blatt
 
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für private Zwecke benutzt werden, und andererseits es den statistischen Stellen ermöglichen, Forderungen von Aus­künften aus den Zählpapieren oder der Vorlegung von Haushaltungslisten, Zählkarten u. s. w., wie sie von Ge­richts- und Verwaltungsbehörden nicht selten gestellt werden, unter Hinweis darauf abzuweisen. Ferner soll zum ersten- male der Versuch gemacht werden, die Zählung über die Landgrenzen des Reiches auszudehnen, und auch die auf deutschen Schiffen außerhalb befindlichen Personen mit­zuzählen, sowohl die Bemannung, als die übrige SchiffS- bevölkerung. Endlich sind in die Reihe der zu beant- wortenden Fragen folgende neue ausgenommen worden: Arbeitsort in Verbindung mit dem Wohnorte, Mutter­sprache, Gebrechen (blind oder taubstumm). Auch die im Jahre 1895 nicht gestellte Frage nach der Religion ist wieder ausgenommen worden.

** Für Einjahrig-Freiwillige. Zur Erwirkung des ein­jährig - freiwilligen Berechtigungsscheines muß nach den neuesten Bestimmuugen die väterliche Einwilligung wie folgt lauten:Ich gebe hiermit meine Einwilligung, daß mein Sohn N. N. seiner Militärpflicht seinerzeit als Einjährig Freiwilliger Genüge leistet. Zugleich erkläre ich, daß ich mich meinem Sohne gegenüber zur Tragung der Kosten des Unterhalts, mit Einschluß der Kosten der Aus­rüstung, Bekleidung und Wohnung verpflichte, und daß, soweit die Kosten von der Militärverwaltung bestritten werden, ich mich dieser gegenüber für die Ersatzpflicht meines Sohnes als Selbstschuldner verbürge." Die Unterschrift, sowie die Fähigkeit des Vaters zur Bestreitung der Kosten ist obrigkeitlich zu bescheinigen.

** Forstfach. Mit Rücksicht auf den übergroßen, zu dem Bedarf des hessischen StaatSforstdienstes in keinem Verhältnis stehenden Zudrang zum Forstfach muß, tote eine Bekanntmachung des Ministeriums der Finanzen vom 29. Januar mitteilt, die Zahl der bei der Ministerial- abteilung für Forst- und Kameralverwaltung zum Acceß zuzulassenden Kandidaten des Forstfaches von jetzt ab beschränkt werden. Es wird dies mit dem Anfügen zur Kenntnis gebracht, daß Vorbehalten bleibt, in jedem einzelnen Falle nach Prüfung des Gesuches die Zulassung zum Aceeß zu versagen.

+ Grüuberg, 12. Februar. Das von dem hiesigen Ge­sangverein gestern abend in der Turnhalle veran­staltete Konzert war sehr zahlreich besucht. Der ge- räumige Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das sehr reichhaltige Programm bot viel Abwechslung, und die einzelnen Chöre, welche recht wirkungsvoll zu Gehör ge­bracht wurden, legten Zeugnis ab von dem regen Streben des Vereins und seines Dirigenten, des Herrn Lehrers Länder. Auch der Humor kam zu seinem Rechte; die beiden humoristischen Stückedie fidele Pfändung" und das Spuckhaus" verfehlten ihre Wirkung auf die Lach-

muökeln der Zuhörer nicht, und die beteiligten Sänger ernteten stürmischen Beifall, ebenso wurde das Singspiel Des Försters Töchterlein" in vortrefflicher Weise zur Auf­führung gebracht. Ein Tanzvergnügen bildete den Schluß der in jeder Hinsicht wohlgelungenen Abendunterhaltung. Das von Herrn Bauunternehmer Winn zu Gießen neu­erbaute Postgebäude wurde von den Herren Louis Moll und Karl Jöckel VI. hier käuflich erworben. Der Kaufpreis beträgt 38 000 Mk. Die Post bleibt nach wie vor Mieterin des Gebäudes, und die jährliche Miete be­läuft sich auf 2400 Mk. In einer vom Vorstand des Ortsgewerbevereins auf gestern nachmittag ein­berufenen Versammlung hielt Herr Rechtsanwalt Reh aus Alsfeld einen Vortrag über die für das Handwerk und die Gewerbetreibenden wichtigen Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches.

§ Ans ^em Ohmthal, 12. Februar. Das Eisen ist bekanntlich teurer geworden; deshalb sind auch die Eisensteine, die in den Bergwerken unseres Thales und unserer Seitenthäler gegraben werden, wohl im Preise gestiegen. Eisensteingruben, in der Gemarkung Ruppertenrod gelegen, die vor bereits 20 Jahren gegraben, aber nicht recht aus- gebeutet, dann aber wieder außer Betrieb gesetzt und zu- geworfen wurden/ sind jetzt wieder von einer Gesellschaft aufs neue in Angriff genommen worden und werden bebaut. Da man ganz ansehnliche Massen von Eisensteinen hierin zu Tage fördert, so zeigt es sich, daß die frühere Aufgabe des Betriebes dieser Gruben nicht an ihrer Ergiebigkeit, sondern an anderen Umständen gelegen haben muß. Im flotten Betrieb stehen auch zur Zeit die Eisensteinbergwerke zu Nieder-Ohmen, die durch ihre Drahtseilbahnen durch das Seenthal von Flensungen aus nach der Mücke zu ganz be­deutende Förderungen zeigen. Ebenso eifrig schafft das einer anderen Gesellschaft gehörige Eifensteinbergwerk im Jlsthal. Auf dem Bahnhof Mücke kommen infolge dessen sehr beträchtliche Mengen von Eisensteinen aus unseren Thälern zur Verfrachtung. Wenn die Eisensteinindustrie unserer Gegend dergestalt in Blüte steht, so ist leicht er­sichtlich, daß den ländlichen Arbeitern hier ein beachtens­werter Winterverdienst geboten wird. Die besseren Löhne, welche durch die Bergwerksarbeit geschaffen wurden, ziehen naturgemäß die Arbeiter für diesen Zweig an, so daß für andere Zweige Arbeitermangel und dadurch Lohn­erhöhung erfolgen mußte. So sind die Steinklopfer an den Straßen rar geworden trotz der höheren Löhne Auch für die Holzhauer im Walde hat man eine Lohn­erhöhung eintreten lassen. Für die landwirtschaft- lichenArbeiter, insonderheit das Gesinde, find die L ö h n e bekanntlich ebenfalls sehr hoch geworden.

ie. Wißmar, 12. Februar. Mit dem 1. April wird hierfelbst die vierte Lehrerstelle errichtet und ist Herr Krumm aus Neuwied mit der Versetzung dieser Stelle betraut worden. Außerdem wird auch die dritte Lehrer­

stelle mit dem 1. April neu besetzt werden. Herr Pfeiffer von hier ist nach Hundsbach, Kreis Meisenheim, versetzt und wurde an diese Stelle Herr Mergenthal aus Laim­bach, Kreis Oberlahn, berufen.

Vermischtes.

* Essen, 10. Februar. Von Preistreibereien im Kohlenhandel berichtet dieIndustrie": Bei dem rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat wurde entdeckt, daß eine Anzahl Angestellter in den Bureaus des Syndikats der Versuchung zur Spekulation, die in der gegenwärtigen Lage liegt, nicht hatten widerstehen können, und sich auf den Betrieb von Kohlengeschäften auf eigene Rechnung ein­gelassen hatten. Die Beteiligten wurden sofort entlaßen.

* Sonneberg, 10. Februar. Seitens einer eng­lischen Firma wurden bei der Porzellanfabrik Schneider- Erben in Gräfenthal 5000 Dutzend Porzellan­figuren bestellt, verwundete Engländer mit ver­bundenem Kopf darstellend. Die Idee ist die: hoch aufgerichtet, fest und mutig steht der Engländer im Kampfe, das Gewehr im Arm, zum Anschläge bereit, trotz der Wun­den. Der Tropenhelm liegt am Boden. In nächster Zeit soll auch ein englischer Marinesoldat, neben seinem Geschütz stehend und auf den Feind zeigend, angefertigt werden.

" Jena, 11. Februar. Hier zirkuliert in studen­tischen Kreisen augenblicklich folgende scherzhafte Rechenaufgabe: WaS geben zusammen: 4 Schutzleute, 2 Hasen, ein Kreuzfeuer der Buren, 3 Sozialdemokraten, ein Zahnarzt und endlich die beiden Generäle Roberts und Kitchener?

Antwort: drei. Beweis:

Ein Schutzmann gibt Acht, 4 Schutzleute geben 32, die 2 Hasen werden abgezogen (32 2) 30,

das Kreuzfeuer der Buren dezimiert (/r30) = 27, die 3 Sozialdemokraten teilen (i/8-27) 9,

der Zahnarzt zieht die Wurzel (Wurzel aus 9) 3, die Generäle Roberts und Kitchener können

der Sache keine andere Wendung mehr geben bleibt 3.

* Berlin, 12. Februar. Die Nummer 8 des hier er­scheinendenKleinen Witzblattes" wurde heute früh von der Polizei, wie es heißt, wegen darin enthaltener an­stößiger Illustrationen beschlagnahmt. Seine Frau aus Eisersuchtmitdem Beilzu erschla gen versucht hat heute (Montag) mittag 1 Uhr der Post-Unterbeamte Neumann, Oderbergerstraße 60, Hof eine Treppe wohnhaft. Das Ehepaar lebte in stetem Unfrieden, zu welchem nach der Behauptung des Mannes eheliche Untreue der 43 Jahre alten Frau Veranlassung gegeben haben soll. Von der Unfallstation in der Schönhauser Allee 31 eilten drei Aerzte der Frau zu. Hilfe, welcher der Schädel gespalten war, sodaß die Gehrrnmasse heraustrat. Sterbend wurde die Frau nach Anlegung eines Verbandes in das Krankenhaus am Friedrichshain eingeliefert.

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«Den baten, ble sich durch Erkältung ober lieberlabung be« Mag«», durch ®enu& nmngelhafter, schwer »erbaulicher, zu hettzer ober |u kalter Speisen ober durch nnrtgeL» mäßigt Lebensweise ein Magenleiben wie:

Wagenkatarrh, Wagenkrampf, Wagenfchmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung zugezoa« hab«, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Wirkungen schon seit viel« Jahren erprobt sind. @8 ist die» bas bekannte Kcrdauungs- und Ntutreinigungsmittel- der Hubert Ullrichsche Kräuterwein Di«f«r «rüuterwein ist auS vorzüglich««, H«ilkräf1lg befundenen »räutern mit gutem Wei« bereitet und stärkt und belebt den VerdauungKorganiSmu» de» vlrnscheu ohne «in Abfütirmitt«! zu fein. KrLuterwein beseitigt Stör­ungen in den Blutgefäßen, reinigt daS Blut von verdorben««, tränt« machenden Stoff«" und wir« fördernd auf die Neubildung gefunden Btuteb.

Durch rechtzeitigen Gebrauch be» Kräuter-WeineS «erb« Magenübel meist schon im Äelmt erstickt. Man sollte also nicht säum«, seine Anwendung ander« scharf«, ätzend«. Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Symptome, wie: Kopfschmerz««. Lluf- stohen, Sodbrennen, vlächungen, Nebelteit mit Erbrechen, ble bei chrosUfchen ^veralteten) Magenleiden um so heftiger aufhelen, werden oft nach einigen Mal Trinken deseittgi.

Hawaiittrt und deren unangenehme Folg«, wie Betlemmung, snuyivetpopjung Aolttschmerze«, Herzt,opsen, Echla, loNat.it, sowie Blulanstauung« in Leber, Milz und Pfortadersystem (Hämorrhoidalleiden) werben burch Sröuierweiu rasch unb gelind beseitigt, lkräuterwein behebt ttnner« daulichkeit, verleiht bem Berdauungssysiem einen Aufschwung unb entfernt burch einen leicht« Stuhl untaugliche Stoffe nu« dem Mag« und den Gedärmen.

Kageres, ökeiches Aussehen, ZSknt- mangek, Entkräftung üäää;

w 7 I ö unb eines trankhaften Zustande» ber

2eber. Bei gänzlicher «ppetitlofigteit unter nervöser vbfpannnng und mütstbverfUmmung, sowie häufigen «opfschmerzen, schlaflosen Nächten, stoch« ost solche Jtrante langsam dahin. xränterroehi giebt der geschwächten Lebenethrft

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