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Der
obligatorische
Achtuhr-Laden
Orten großen A n k l a n g.
"den Kohle »bezug in eh rund in ehr so zu organisieren, daß kreditkräftige Genossenschaften, Gemeinden und andere größere Körperschaften für ihre Glieder den Kohlen bezug ini großen lind direkt von den P r o d u k t i o n s st ä t t e » i 11 die Hand n ehmen , und durch Verteilung des Bedarfs an die einzelnen den Zwischenhandel a u s s ch a l t e n und die ihm zu bringenden Opfer ersparen. Hier eröff- ' net sich der gemeinnützigen Thätigkeit auf der Grundlage der Selbsthilfe ein ioeites Feld ersprießlichen Wirkens, und inan wird hoffen dürfen, daß, wenn so Staats- und Selbsthilfe zusammenwirken, der jetzt zii beklagendes Kohlennot in der Folge wirksam wird gesteuert lverden können."
In einer Versammlung des Vereins Berliner Gast- rvirte wurde empfohlen, den Kohleneinkaufsver- einen beizutreten, uni somit den Gefahren der Kohlennot für das Gastwirtsgewerbe entgegen zu treten. Außerdem sand eine Erklärung Annahme, in der die Versammlung ihrem scharfen Tadel über das Verfahren der städtischen Verwaltung Ausdruck qiebt, die durch den Verkauf voii Cokes an auswärtige Abnehmer die Interessen der Berliner Bürgerschaft verletzt habe.
Von einem tollen Ko h l e n schw in d e l berichtet die „Kattowitzer Zeitung" folgendermaßen:
„Verschiedene Schwindler haben begonnen, mit Kohlenlieferungen zu spekulieren, ohne selbst Kohle zu besitzen. Wie gewöhnlich, haben von den Gruben des russische-polnischen Gebiets bedeutende Kohlenpartien ausländische Händler aus Kattowitz, Myslowitz und Breslau angekauft. Diese Händler treten jetzt als Spekulanten auf und verkaufen den örtlichen Händlern ihre Kohle zu bedeutend höheren Preisen. An dieser Spekulation beteiligen! sich auch einige Grubenbesitzer, die ihre Kohle so durch Vermittelung der ausländischen Spekulanten verkaufen. Infolge dessen hat die zuständige Behörde angeordnet, daß alle aus Sosnolvice und Dom- browa abgesandten Kohlentransporte in strengster Weise kontrolliert werden. Täglich müssen detaillierte Listen der abgefertigten Kohlenwaggons mit Angabe der Bestimmungsstation und des Namens der Absender und Empfänger zusammengestellt werden. Frachtbriefe auf den Vorweiser sind nicht gestaltet."
Aus Stadt und Land.
Gießen, 13. September 1900.
** 3 u r u e n e n h e s s i s ch e n V e r m ögenssteuer Die im Nr. 186 unseres Blattes über die hessische Vermögenssteuer gestellten Fragen seien in folgendem hiermit beantwortet. Es sind deren zwei, die aufgeworfen wurde» ■ 1 Wie verhält es sich mit Bermögensteilen, die sich nur mr besseren Aufbewahrung außerhalb Hessens befinden, z. B.
mit Depots bei der Reichsbank in Berlin usw. 2. oder mit I mobilen Vermögensteilen, die von in Hessen wohnenden I Ausländern außer Deutschland erworben und dort ver- I waltet werden, und deren Erträgnisse nur nach Hessen I fließen'?
1. Wer sein Vermögen aus der Reichsbank zu Bersin | deponiert, erhält einen Depotschein und dieser Schein stellt I sür ihn sein Vermögen dar. Es sind hiermit zu vergleichen I alle Wertpapiere von nichthessischen Staaten, Fabrik-An- I lagen und bergt Ter Depotschein und die Wertpapiere I darin gleich, daß sie streng genommen allstem An- I spruch des Besitzers auf eine Summe von Forderungen an I die Bank den Staat oder bergt bebeuten unb sind in I dem Augenblick wertlos, sobald die Betreffenden, denen die I Aushändigung erfolgt ist, die Zahlungen einstellen. Wenn I jemand ein nicht hessisches Gebäude hypothekarisch beleiht, I ist sein Vormögensteil genau ebenso als im Jnlande an- I zusehen, wie dasjenige der Wertpapiere unb wie bie auf I einer Bank niedergelegten Permögensteile. Man hat in I diesen Fällen Scheine in Händen, bie einen rechtlichen An- | spruch auf Forderungen bebeuten. Ist erstere Forberung I steuerbar, so müssen es auch bie anberen sein. Außerdem I giebt uns noch zum Ueberfluß Klarheit herüber Art. 8, I Abs. 3 b es Gesetzes, in beni bie steuerbaren Vermögensteile | aufgeführt werben: „sonstige Kapitalforberungen jeber I Art, insbesonbere Forbernngen aus Schuldverschreibungen, I aus Lotterie-Anlehens-Losen, ans Wechseln, Schatz- I scheinen, Darlehne usw., Kaufschillinge, Ablösungs-Be- I träge, Sparkasseguthaben, Dienst- unb andere I Kautionen, Hinterlegungsgelder, Abrechnnngs- und Konto. I korrentguthaben". Die erste Frage ist also bezüglich der I Steuerpflicht zu bejahen.
I , 2. Art. 3, Abs. 3 besagt: Vermögenssteuerpflichtig I sind Reichsausländer, wenn sie des Erwerbs wegen ober seit mindestens einem Jahre ihren Wohnsitz im Groß- I Herzogtum haben. Sonach sinb Reichsausländer in biesen beiden angegebenen Fällen als Jnlünber anzusehen unb ist die zweite Frage'latuch nach ber Richtung hin zu beantworten, baß eine Besteuerung ber betreffenben Vermögensteile eintreten muß.
** Zur Jagdsaifon sei die auf preußischen Eisenbahnen bestehende Bestimmung in Erinnerung gebracht, wonach das von den Jägern nach Beendigung der Jagd gleich mitgenommene Wild an den Gepäck-Abfertigungsstellen unter Erlegung der vollen Gepäckfracht zur Beförderung aufgegeben werden muß. Es wird also nicht als „Reisegepäck" ! angesehen. Indessen ist es den Jägern gestattet, einzelne unauffällig in Jagdtaschen getragene Stücke Kleinwild mit in die Wagenabteile zu nehmen, wenn die Stücke so verpackt oder die Schußstellen so fest verbunden sind, daß ein AuSsickern des Schweißes, wodurch eine Verunreinigung eintreten könnte, unmöglich wird und die Wildstücke die übrigen Mitreisenden nicht belästigen.
** Zur Messerstecherei in Leidheckeu. Der durch einen Messerstich schwer verletzte und in der hiesigen Klinik verstorbene Bursche aus Leidhecken war der Sohn einer armen Witwe, die gegenwärtig noch einen erwachsenen sehr schwer erkrankten Sohn zu verpflegen hat. Bei den beiden andern Verwundeten nimmt die Heilung einen normalen Verlauf.
** Wetterauer Geflügelzuchtverein. Sonntag, den l6. September, nachmittags 3 Uhr, findet im Saalbau in Friedberg eine Hauptversammlung desWetterauer Geflügelzuchtvereins statt, wozu die Mitglieder und sonstige Interessenten eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Vortrag rc., die Ausstellung betreffend. 2. Anmeldungen zur Ausstellung am 12. bis 14. Oktober. 3. GratiS- verlosung.
-ö- Großen Buseck, 11. September. In fast allen Ortschaften des Busecker ThaleS hat sich die reifere männliche Jugend in letzter Zeit in Turnvereinen zusammengesunden. Voran ging Großen Buseck, und angeregt durch dieses folgten bald Alten-Buseck, Rödgen und Beuern. Obgleich der Turnverein Großen-Buseck kaum ein Jahr besteht, rüstet er doch schon aus nächsten Sonntag den 16. September zu einer kleinen Festlichkeit, seinem Ab turn en, um den Turnsreunden, besonders auch den eingeladenen Turnvereinen in Gießen und den benachbarten Ortschaften, zu beweisen, daß angestrengte Arbeit seine Turnabende auSsüllte.
-y. Laug GSnS, 12. September. Wie bereits gemeldet, wurde nach hartem Wahlkampf Herr W. A. Rompf zum Bürgermeister unserer Gemeinde gewählt. Am Wahlabend ehrten ihn der Gesangverein „Germania", der Posaunen- chor, der Kriegerverein und die freiwillige Feuerwehr unter Teilnahme vieler Bürger durch einen Lampionzug. Der Hauptmann der freiwilligen Feuerwehr, Herr Nern, hielt eine Ansprache, worauf Herr Rompf erwiderte und sür die Ehrung dankte. Wir find der festen Zuversicht, daß Herr Rompf unser Gemeinwesen zum Wohle aller und zu allseitiger Zufriedenheit leiten wird.
§ Butzbach, 13. September. Der Ortsgwerbever- ein für Butzbach und Umgegend wird bei genügender Beteiligung am Sonntag dem 24. l. Mts? die Landesausstellung in Worms besuchen. Von Fachmännern rc. ist eine Besichtigung der gewerblichen Erzeugnisse, Geräte u. dgl. sehr empfohlen. — Unter zahlreicher Beteiligung wurde gestern nachmittag der auf einer Erholungskur in Wiesbaden an Blinddarmentzündun rasch verstorbene Arzt Dr. Kuhl von Butzbach zu Ruhe bestattet. Er hatte 32 Jahre segensreich hier als Arzt, nicht nur für Kranke sondern auch für Arme und Notleidende gewirkt.
-r Friedberg, 11. September. Am verflossenen Samstag wurde hier ein Bettler festgenommen, gerichtlich verhört und in seine Zelle zurückverbracht. Als abends der Ge- fangenwärter die Zellen nochmals revidierte, fand er seinen kurz vorher noch munteren Gast am Bette erhängt vor. Er hatte zu diesem Zwecke seinen Leibriemen verwaudt.
-t. Lich, 12. September. Die durch Herm. Heller in Lich vertretene Firma W. A. Wood ist auf der Ausstellung mit zwei goldenen und einer silbernen Medaille sür ihre ÄraS- und Getreide-Mähmaschinen ausgezeichnet worden.
s chi l u ß findet in Berlin, Leipzig, Breslau und anderen Orten großen Anklang. Auch in M a inz, unter dem Vorsitze jd/es Präsidenten des Vereins Mainzer Kaufleute, Landtagsabgeordneten M o l t h a n , tagte dort eine Versammlung ber Vorstäube ber kaufmännischen Ver- von Mainz. Es würbe nach eingehenber Erörterung einstimmig folgende Resolution angenommen: „Tie Vor ftande ber kaufmännischen Vereine hiesiger Stabt erachten es für burchaus wünschenswert, daß am 1. Ok tober b. Iber allgemeine Labenschluß auf uv. ■ > si 6 e s e tz t wirb. Sie beauftrage» ben Verein
Mainzer Kaufleute, mittels einer bei ben hiesigen Laben Inhaber» zirkulierenben Liste bie Zustimmung der Inter essente» hierzu einzuholen." Während in Barmen der Ladenbesitzerverein für ben Achtuhr-Ladenschluß ist, schlägt bie El b er f-eld Barmer Innung eine Uebergangs- form vor, derart, daß vom 1. Oktober bis 1. Januar bie Ladenlokale um 9 Uhr, bis 1. Mai 1901 um halb 9 Uhr unb von da ab um 8 Uhr geschlossen werben sollen. Auch die kaufmännische Innung zu Göttiiigen neigt vorläufig ber Einführung erst bes halb 9 Uhr-Labenschlusses zu. Unter Feststelliiiig von Ausnahmen sprachen sich in 3101 cf a u einstimmig 240 Labenbesitzer für den Achtuhr- Achluß burch Ortsstatut aus. In Hannover macht sich die Bewegung ebenfalls geltcnb; Zuschriften ans Kreisen der Ladenbesitzer in bortigen Blättern treten warm für ben früheren Schluß ein. Auch in Cassel fanb eine zahlreich besuchte Versammlung ber Laben-Be- si.h er statt, bie nach einem Referat unb längeren Debatten e i ii st i in m igben Beschluß faßte, mit dem Tage des Inkrafttretens des Gesetzes, also vom 1. Oktober 'd. I. ab, den Ladenschluß bereits u in 8 Uhr ein- treten zu lassen. Bemerkenswert ist, daß, vün einigen Ausnahmen abgesehen, auch die L a b e n i n h a b e r rri gleicher Weise wie bie Handlungs-Ge- hl l fen sich für ben Achtuhr-Labenschluß aus- o r "Dios läßt also hoffen, baß ber Achtuhr-
Laoenschlnß halb bie Regel, nicht bie Ausnahme sein wird. ~ In unserem gestrigen Bericht muß es natürlich heißen: Liefe drehte sich in ber Hauptsache nm bie Festlegung -^/.'"hditlicheii Oeffnungs- unb Schlußzeit n unbetracht ber gesetzlich vorgeschriebenen 13 Stunden, m "gestelltes Personal in den Verkaufsstellen be w Ä darf. - In Darmstadt schreibt man den ^olkobl.": Veranlaßt durch bie mit bem 1.
« 9amfcil tretende reichsgesetzliche Regelung des b q - r' nn .Wochentagen, wurde» in ber jüngsten folae o^0un0 ai,s Interessentenkreisen zu-
Unterschrift in Umlauf gesetzt, durch bereu,
i .hl Unterzeichner an den Vorstand des 3)e- bc 1 richten, bei den maßgeben
Lad e f*i obl ig ator ische n A chtn h r
n.' ™ * u B zu beantragen. Der Erfolg ber ?/^n, bere». a r bei tu» g i» den Hände» von 20 sel'bstän bie alHeVtia lQ(!' toar cin derart günstiger, daß
y.ttaatÄa ssy*®, gfc«
Erwähnt sei hierbei noch, bafi ben WiinfH,‘J ••
ßcrcn Anzalil der Unteren!! naebtoutmen^ fti'r Sams Ings ber Neuniihr Sckstuß beantragt werbe» fnll unb^nnnr mit Rücksicht auf ben stärkeren abendliche» Geschäftsverkehr an diesem Tage. ' 11,1
"x- Ettingshausen, 12. September. Welch' große Annehmlichkeiten Wasserleitungen für die Orte haben, kann man so recht in dem benachbarten Queckborn sehen, dem die Stadt Gießen laut Vertrag die Leitung angelegt alle Einwohner haben dieselbe bis in Küche, Stall und Garten, Auch im Falle eines Brandes ist eine Wasserleitung von unschätzbarem Werte. Seit einiger Zeit scheint fich auch in unferm Orte das Interesse für eine ^che Zu regen. Wasser wäre in Hülle und Fülle vorhanden; denn 20 Minuten von hier in östlicher Richtung befindet sich eine große Wiese, auf ber eine Ouelle an der anderen ist. Der angrenzende Wald ist ebenfalls sehr quellenreich. Auf genannter Wiese steht selbst im heißeste» Sommer stellenweise das Wasser, und ber Abfluß, Floß- graben genannt, führt bas ganze Jahr sein Waffcr bem vo» Grünberg kommenben Eschersbach zu. Die Terrainverhältnisse sind sehr günstig für Anlegung einer Wasser- leitung. In finanzieller Hinsicht steht nichts im Wege, da Ettingshausen als wohlhabender Ort bekannt ist. Auch Münster liegt sehr günstig und ließe sich leicht an bie Wasserleitung anschließen.
-i- Bobeuhauseu II., 12. September. Gestern abend gegen 8 Uhr brannte die von Apotheker S. in Ulrichstein erst kürzlich gekaufte Rühl'sche Hofraite ab, bie erst vor kurzem neu hergerichtet unb von dem prakt. Arzt Dr. K., der in diesem Sommer sich in unferm Dorfe niedergelassen hat, in Miete bezogen worben war. Dr. K. war beim Ausbrechen des Brandes in Ausübung seines Berufes ab wesend. Die Möbel und Hauptwertgegenstände konnten gerettet werden, da das Feuer in der nebenangebauten Scheuer entstanden ist. Am meisten sind mehrere Bürger von hier geschädigt worden, die einen Teil ihrer geernteten Feldfrüchte in der abgebrannten Scheuer liegen unb nicht versichert hatten. So z. B. sind einem Landwirte für ungefähr 400 Mk. an Hafer und Heu verbrannt, einem anderen sämtliches Korn unb ein Teil Erbsen. In kurzer Zeit hatten bie Flammen auch das Wohngebäube ergriffen, das bald zusammenstürzte. ES war gut, baß Winbstille herrschte unb auch das Haus ziemlich vereinzelt baftanb; sonst hätten die ungeheuren Flammen sich leicht noch weiter verbreiten können, denen gegenüber das Einschreiten der Feuerwehr machtlos war. Dieser Brand ist hier seit kurzer Zeit der zweite; die Ursache der Entstehung ist bii jetzt noch unbekannt.
-a-B ü d i» g e», 12. September. Die 2 6. ordentliche Synode des Dekanates Büdingen fanfo heute hier statt. In dein einleitenden Gottesdienst predigte Pfarrer Büchner-Selters über Röm. 8, 31. 32. Hierauf eröffnete b,er Vorsitzende, Pfarrer Ber » beck - Staden die Synode, verlas den Bescheid des Oberkonsistoriums auf die Verhandlungen des vorigen Jahres uni> den Bericht des Dekanatsausschusses über die kirchlichen und sittlichen Zustände des Dekanats. Leider war im Jahr 1899 eine, wenn auch nicht erhebliche Abnahme des Kirchenbesuchs und der Teilnahme am Abendmahl zu verzeichnen. Pfarrer Bär-Lindheim referierte alsdann« über das Thema: „Was sollten der wachsenden Vergnü- gungssuckst gegenüber Staat, Mrche und Schule als für das Volkswohl verantwortlich für edle Volkserholun- thun?" Die klaren Ausführungen des Referenten fanden so allgemeine Zustimmung, daß von einer Diskussion abgesehen werden konnte. Bei den hieraus vorgeuommeneni Wahlen wurden Pfarrer Göbel Büdingen zum Dekan, Pfarrer Ellenberg er-Ortenberg zuni Dekanstellvertreter, Bürgermeister N o s - Wolf zum Mitglied des Dekanats-Ausschusses, Pfarrer Wilhelm Bleicheubach zum Ersatzmann des Dekanats-Ausschusses gewählt. Mit Gebet und Segen wurde vom Pfarrer Becker-Haingründaudie Synode geschlossen.
n. Darmstadt, 11. September. Die Bauernversammlung, die auf den 16. September, morgens 10 Uhr, der Reichs- und LandtagSabgeorbnete Köhler-Langsdorf hierher in den Kaisersaal einberufe» hat, in der u. a Reichstagsabgeordneter Lucke-PatterShaufen, Dr. Böcke! und voraussichtlich auch der Vizepräsident des Landw. Vereins für die Prov. Oberhessen, Oekonomierat S ch l e n k e - Hardthof neben bem Sekretär des Bauernbunbes in Hessen, Redakteur Hirschel-Offenbach, u. dem bedeutendste» Agitator des bayrische» Bauernbundes, Memmingen Würzburg, sprechen werben, scheint sich zu einer großartigen Demonstra^ tio» ber „Vereinigten Agrarier" ausgestalten zu wollen. Wie wir avS zuverlässiger Quelle erfahren, soll seitens der Antisemiten bieSmal von befonberet Betonung ihres Partei-- stanbpunktes Abstand genommen unb im Interesse einer gemeinsamen Aktion gegen die verbündete» Gruppen der kommerziell-industriellen Interessentenkreise durch diese Versammlung die Anbahnung einer allgemeinen wirtschaftlichen Vereinigung aller agrarischen Kreise in Hessen versucht werden. — Viel Gesprächsstoff bildet das Verschwinden der verheiratet gewesenen, seit mehreren Jahren geschiedenen Tochter eines hiesigen bedeutenden Möbelfabrikanten mit ;em Zeichner ihres Vaters, der ein Einkommen von zirka Mk. 12000 haben soll. Der Zeichner hat Frau und zwei Kinder in ärmlichen Verhältnissen zurückgelassen.
Darmstadt, 12. September. Nach unendlichen Mühen und Versuchen ist es einem Schweden gelungen, cin Uhrwerk zu konstruieren, das sowohl zum Gehen als auch , um Schlagen als Kraftquelle den elektrischen Schwachstrom icnutzt. DaS Werk wird in einer Stockholmer Fabrik 'fergestellt unb ist vielleicht berufen, dereinst eine bedeutende Rolle zu spielen, besonders da es nicht teurer ist, wie ein gewöhnliches mechanisches Uhrwerk, aber ben Vorzug hat, daß es jahrelang funktioniert, ohne irgend welcher Bedienung zu bedürfen und ohne aufgezogen zu werden. Das interessante Werk ist in einem Schaufenster be« Hos- uhrmachers Karp auf einige Zeit im Betri-b ausgestellt.
(D. Tgbl.)
Mainz, 11. September. Rachbem endlich in Berlin durch das Pflegeamt in der Bladt'schen Erbschaft die Wertpapiere in ihrer Höhe rc. festgestellt, gelangt jetzt an die Stadt Mainz eine Million Mark zur Auszahlung. Heber


