Ausgabe 
14.7.1900 Zweites Blatt
 
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Telegramm deS Gietzerrer Anzeigers.

Loudon, 13. Juli. Lord Roberts berichtet weiter aus Pretoria von gestern: Die Buren wurden bei Deerdepoort, Krügersdorp und Paardekraal zurückgeschlagen. In einem weiteren Telegramm aus Pretoria meldet Lord Roberts: Durch diesen Sieg der Buren sind unsere telegraphischen Verbindungen mit Rustenburg abgeschnitten worden. Ein zur Hilse gesandtes UnterstützungS-Korps kam leider zu spät.

In Muk den sind außer dem französischen Bischof I und zwei Missionswächtern vier Jesuitenpatres er« I mordet worden. In der Umgebung von Mukden soll ein I allgemeines Blutbad unter den chinesischen I Christen angsrichtet worden sein.

Eine Daily Telegraph-Depesche auS Kanton berichtet I von einer blutigen Revolte, die am Dienstagabend in I Kiautschou stattgesunden haben soll. Viele Boxer I wurden dabei angeblich (!) von deutschen Soldaten I getötet.

In Peking ist dem Bürgerkrieg zwischen den Boxern I und den chinesischen Soldaten der Großsekretär der! Universität Sunchiamai zum Opfer gefallen. I Er wurde mit seiner 60 Köpfe zählenden Familie | niedergemacht. Sein Haus wurde geplündert. Der I Adjutant des Generalissimus Yunglu wurde bei dem Ver- I such, als Boxer verkleidet den Prinzen Tuan zu erstechen, sestgenommen, enthauptet und sein Kops in einem ver- I siegelten Fasse Yunglu als Warnungszeichen übersandt.

Nach einer Depesche desDaily Expreß" soll am ver- I gangenen Freitag der General Ma, der einerTimes"- I Meldung aus Shanghai zufolge den Weg von Peking nach I Tientsin schon längere Zeit beherrscht, dem vereinigten I Kontingent, welches das westlich von Tientsin ge- 1 legene Arsenal besetzt hielt, eine schwere Niederlage! beigebracht und dasArsenal zurückerobert haben. I Das Ringeu um die Position dauerte 6 Stunden. Aus I beiden Seiten wurde mit großer Hartnäckigkeit gefochten. I Schließlich entschied sich der Sieg zu Gunsten der Chinesen. I Die vereinigten Truppen litten unter dem Mangel weit- I reichender Geschütze und Kavallerie. DieTimes" be- | richten aber anderseits wieder aus Tientsin, die Lage I habe sich etwas gebessert, nachdem zwei Zwölspsünder | des KreuzersTerrible" eingetroffen sind. Die Befehls­haber der internationalen Truppen seien der Ansicht, daß I 20,000 Mann zur Sicherung der Eisenbahn notwendig find. I

Alle diese Nachrichten scheinen mehr oder weniger un- I zuverlässig. Thatsächlich dauert nach übereinstimmenden offiziellen deutschen und englischen Meldungen die Be- I schießung von Tientsin durch die Chinesen seit mehreren I Tagen fort. Weniger glaublich ist dagegen wieder eine an I das amerikanische Marineamt gerichtete Depesche aus Tschifu I ohne Unterschrift, die besagt: Ein Läufer auS Peking kam | hier an; er berichtet, daß deutsche Truppen am 2. Juli I daS Gebäude des Tsungli-Damen niederbrannten, I worauf die Chinesen Geschütze aufstellten und aus die I deutsche Gesandtschaft feuerten. I

Wie dem Reuter'schen Bureau auS Tschifu vom 9. Juli gemeldet wird, zogen die Deutschen mit Rücksicht auf I die von Taku eintreffenden Truppenabteilungen von dort nach Tsingtau, da gemeldet wurde, daß die Rebellen auf Tsingtau marschieren.

Telegramme deS Gießener Anzeigers.

Mainz, 13. Juli. Die für China zu bildende Haubitzen-Batterie tritt am 17. Juli in Jüterbok zusammen. Jedes Fuß-Artillerie-Regimeut stellt ein kleines Kommando. Die Konserven-Fabriken arbeiten Tag und Nacht.

Berlin, 13. Juli. Aus Befehl des Kaisers wird eine kriegsstarke Kompagnie zusammengesetzt aus 10 Mann jeder Kompagnie der Eisenbahn-Brigade (ins­gesamt 240 Mann mit 25 Unteroffizieren) in nächster Zeit nach China abgehen.

Berlin, 13. Juli. Das Rundschreiben des Staats- Sekretärs Grasen von Bülow an die Bundes-Regierungen über die Vorgänge in China wird heute von den Blättern eingehend besprochen. DiePost" sagt in ihrer Besprechung: Es handle sich hauptsächlich darum, daß das deutsche und das russische Aktions-Programm sich vollständig decke, und daß Mißverständnisse bei der Zurückhaltung, welche sich die deutsche Politik auserlegt, vollständig ausge­schlossen seien. DieBerl. N. Nachr." meinen, daß die Erfolge der deutschen Diplomatie auch in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes auch volle Zustimmung finden würden. DieVoss. Ztg." erklärt, das Rundschreiben des Grafen von Bülow beweise, daß die deutsche Politik nicht aus Abenteuer ausgehe, sondern nur die Jntereffen des deutschen Volkes wahrnehme. DieFreis. Ztg." glaubt dem Rundschreiben entnehmen zu können, daS man die Be­deutung der Boxer sehr unterschätzt habe.

Bremm, 13. Juli. DaS Reichs-Marineamt richtet hier ein Sammel-Magazin für China zur Beförderung mit der ostasiatischen Expedition ein. Auf dem Weserbahnhos stehen für diesen Zweck vier große Schuppen zur Verfügung. Die Güter sollen von dort in Krähnen nach Bremerhaven zur Verladung in einen gecharterten Dampfer gebracht werden.

London, 13. Juli. AuS Singapore wird gemeldet:

Zwei Japawer versuchten den chinesischen Refor­mator Kangyupui zu ermorden, verwundeten ihn aber nur schwer. Die Thäter sind verhaftet.

Loudon, 13. Juli. Der Tao Tai von Shanghai for­derte die Vizekönige in den Hafenorten aus, bei den Mächten | gegen die von den Europäern, namentlich von den Russen, an Chinesen ohne Unterschied des Geschlechtes verübten Grausamkeiten zu protestieren.

Loudon, 13. Juli. Nach Meldungen aus Washington blieb das Ansuchen der Regierung um direkte Nachricht über ihren Vertreter in Peking ohne Antwort.

London, 13. Juli. AuS Tschifu wird neuerdings ge­meldet, daß die japanische Regierung 30 Trans- port-Dampfer charterte.

London, 13. Juli. Die heutigen Morgenblätter be­zeichnen nach wie vor die Lage in Peking als ernst und bedauern den Mangel an Einigkeit unter den internationalen Truppen in Tientsin. Sie be­schäftigen sich damit herauszufindeu, welche Aehnlichkeit

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 13. Juli 1900.

* Ruderregatta. Die Gießener Rudergesellschast 1377 hat zu ihrer 10. Ruder-Regatta auf der Lahn m Gießen am 29. Juli folgende Rennen mit nachstehenden Preisen vorgesehen: 1) I u n i o r - R e n n e n. Ehrenprns.

2) Großer Vierer. Ehrenpreis, gestiftet von der Stadt Gießen (Wanderpreis). 3) Vierer. »Preis von der Lahn", qestiftet von dem Ehren-Vorsitzenden, Herrn Jean Kirch. -4) Junior-Achter. Ehrenpreis. - 5) Einer. Lahnpokal", Ehrenpreis, gesttftet vom deutschen Ruder­verband (Wanderpreis). - 6) Zweiter Vierer. Ehren- vreis. 7)Dollen-Zweier. Ehrenpreis. 8) I u n, o r - Vierer Ehrenpreis. 9) Akademischer Vierer. EbrenvreiS. 10) Dollen-Vierer. Ehrenpreis.- 11) Großer Achter. Ehrenpreis, gestiftet vom Groß- herzoa Ernst Ludwig (Wanderpreis). 12) Er­munterungs-Vierer. Ehrenpreis. Die Vorrenne» finden Sonntagvormittag statt. Aus da« Ausschrerben der G.-R.-G. hin haben sich bis jetzt schon 10 Der eure gemeldet und zwar: Danzig, Heidelberg, Köln, Wetzlar, Offenbacher Verein, Offenbacher Undine, Koblenz, Hamm i. W., Frankfurter Verein und Neuwied. Wie uns vonzuverlassiger Seite mitgeteilt wird, beabsichtigt der bisherige Meistersahrer Sommerfeld aus Danzig um den Lahnpokal zu starten.

*» Einbruch. In die Bootsräume derGießener Ruder- Gesellschaft" hat man gestern nacht eingebrochen. Die Spitzbuben mußten jedoch ohne Beute abziehen. Sie habe» jedenfalls vor dem die Räume revidierenden Wächter die Fluchse^nff^.^ch^abar-Zeitung" macht in ihrer neuesten Nummer daraus ausmerksam, daß, wenn auch anscheinend die Reichsregierung selbst keine Neigung hat, eme Aeude- runa der bestehenden Zölle und Steuern aus Tabak anzuregen, es doch keinem Zweiselunterttegm kann daß dies bei Gelegenheit der für die nächste Reichs- I tagSsession in Aussicht genommenen Herstellung eines neue«

und Kommandeur der 2. Fußart. Brig., unter Ernennung Kum Inspekteur der 1. Fußart. Jnsp., Frhr. v. u. zu Egloffstein, Gen. Major, beauftragt mit der Führung der 17. Div.,unter Ernennung zum Kommandeur derselben, v. Beneckendorff und v. Hindenburg, Gen. Major uiid Chef des Generalstabes des 8. Armeekorps, (vordem Kommandeur des Inf. Regts. 91 in Oldenburg i. Gr. D. Red.) unter Ernennung zum Kommandeur der 28. Div., zu Gen. >Lts. befördert. Dem Gen. Lt. v. Kett- l e r, Inspekteur der 1. Fußart. Jnsp., wurde in Genehmig­ung seines Abschiedsgesuches /mit Pension der Abschied be­willigt.

Bon dem demnächst zu veröffentlichenden deutsch- amerikanischen Handelsabkommen verlautet, daß Amerika nur für einige Positionen die Meistbegünsti­gung einräumt, und daß die bisherige differentielle Be­handlung des deutschen Zuckers davon nicht berührt wird. Es wird tröstend bemerkt, daß wichtiger als die materiellen Vorteile die grundsätzliche Anerkennung der Reziprozität und das politrsch-freundschaftliche Verhältnis sei.

Am Mittwoch sprach im Verein aller Tabak­interessenten für Berl in und Umgegend der Ge­neralsekretär des Vereins Berliner Kaufleute und In­dustrieller Willner über die am 1. Okt. d. I. in Kraft tretende NeuordnungderGewerbeordnung,die bekanntlich für die Besitzer offener Ladengeschäfte, also auch für die Zigarrenhändler, eine Anzahl wichtiger Ver­änderungen mit sich bringt In erster Linie besprach Will­ner die Bestimmungen, die zu Gunsten der in den betreffen­den Geschäften angestellten Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter vom Gesetzgeber /getroffen sind, und die darin gipfeln, daß ihnen von Arbeitstag zu Arbeitstag eine min­destens 11 stündige Ruhezeit sowie eine angemessene Mit­tagspause innerhalb der Arbeitszeit gewährt werde, sofern sie ihre Mahlzeiten beim Prinzipal oder in demselben, Hause, wo sich das Geschäftslokal befindet, einnehmen, wah­rend für alle außerhalb der Geschäftsräume Speisenden eine mindestens eineinhalbstündige Mittagspause vorge­schrieben ist. Von Viesen Bestimmungen werden im ganzen 30 Tage ausgenommen, deren Festsetzung der Ortspolizei oder Verwaltungsbehörde obliegt. Weiter tritt am 1 Ott. der allgemeine Ladenschluß um 9 Uhir abends ein, wovon an 40 Abenden des Jahres eine Ausnahme gemacht, d. h.

I der Laden bis 10 Uhr abends offen gehalten werden darf. In der Diskussion überwog die Ansicht, daß man die zu Gunsten der Gehilfenschaft und des Ladeninhabers vorge­sehenen Ausnahmen von Z0 und 40 Tagen möglichst Zu­sammenlegen und pieserhalb mit dem Polizeipräsidium in Verhandlungen treten müsse. Bezüglich der Wahl dieser Tage und Abende war man der Ansicht, daß die Tage vor Weihnachten und vor den hohen Festen in erster time in Betracht kommen /müßten. Der Vorstand wurde mit der weiteren Beratung in dieser Angelegenheit betraut.

Deutsches Reich.

Berlin, 12. Juli. Aus Bergen in Norwegen wird vom heutigen Tage gemeldet: Der Kaiser erledigte hem vormittag Regierungsgeschäfte mit den drei Kabmetts-B tretem und besuchte das norwegische Panzergeschwader Das Diner wurde beim deutschen Konsul eingenommen. Das Wetter ist sehr schön.

DasMilitärwochenblatt" macht bekannt. Frhr. v. Gemmingen, Gen. Lt. und Konimand^ir der 38 Div., wird mit dem 1. Oktober zum PrasidenMendes neu zu errichtenden Reichsmilitarger/ichts ^aannt gleichzeitig foi§ zum 1. Oktober zu den Offizieren von der Armee mit Anweisung seines Wohnsitzes in Berlin versetzt; Behm, Gen. Major und Kommandeur der 87. ^ns. Brig., unter Beförderung zum Gen. Lt., zum Kommandeur der 38. Div. ernannt; Frhr. v. Reitz en stein, Gen. Mcyor

Wie», 12. Juli. Wie verlautet, giebt die neue parla­mentarische Geschäftsordnung als Pauschalsumme für die Abgeordnetendiäten jährlich 2400 Gulden an. Die Diäten werden jenen Abgeordneten entzogen, die wegen ungebührlichen Benehmens von den Sitzungen auS- aeschloffen werden. .

Pori.au.Pri«ce (Haiti), 12. Juli. Mit Hilfe der politischen Festigkeit hat sich die Geschäftslage zurzeit außerordentlich gehoben. ES ist deshalb wahrscheinlich, daß die Umsicht und die Initiative der deutschen Hau de ls- und Gewerbetreibenden in Haiti in Zukunft em be­deutendes Absatzfeld mit großem Nutzen finden wird. Der deutsche Handel in San Domingo hat in den letzten Jahren eine ganz beträchtliche Entwickelung angenommen. Die deutsche Kolonie wird von Tag zu Tag großer. Die hauptsächlichsten Bankhäuser in Port-au-Prmce find bereit, in deutschen Händen. Ausbeutungen von Mmen sind ist kürzlich zwei Deutschen durch die Regierung Hart, gestattet worden. _________________________

zwischen dem jetzigen Kriege in China und dem Burenkriege I bestehe. Sie bedauern, daß es bisher nicht möglich war, Japan ein besonderes Mandat zur Wiederherstellung der I Ordnung zu übertragen.

London, 13. Juli. Aus Shanghai wird gemeldet: Nach einer glaubwürdigen Quelle sollen 30,000 Russen I int Begriff stehen, von Norden gegen Peking zu mar- I schieren. Weiter wird gemeldet, daß die Landung der I eintreffenden Truppen nur mit großen Schwierigkeiten mög- I lich ist.__

Der Krieg tu Südafrika.

Wir erhielten heute vormittag folgendes Telegramm I aus London, das wir sofort durch Aushang bekannt I gaben:

London, 13. Juli. Lord Roberts berichtet aus Pretoria I von gestern: Rach einem ernstlichen Gefechte, d«S den ganzen Tag I dauerte, bemächtigten sich die Buren Nitralsnek, daS un- I gefähr 18 Meilen von Pretoria entfernt liegt. Die Verluste auf I englischer Sette find ziemlich bedeutend. D!eTruppenabtetlung, I die von den Buren geschlagen und gefangen genommen I wurde, bestand aus einer Schwadron schottischer Reiter und I 5 Kompagnien des Lincoln-Regiments. Die Abteilung hat I sich zweier Kanonen bemächtigt. Die beidm Geschütze, sowie I ein großer Teil der Schwadron gerieten in die Hände der Buren, I weil die Pferde erschossen waren. 90 Soldaten des Lincoln- I Regiments find ebenfalls vom Feinde gefangen genommen I worden. Die Gesamtverlustltste folgt.

DaS dürste ein neuer kühner Handstreich des sehr I rührigen Oranjeburen-Führers Christian de Wet sein, I der allerdings das unvermeidliche Ende des Burenkrieges I nicht verhindern, sondern höchstens um einiges verzögern I kann. Die in London gehegte Erwartung, ihn bald einzu- I schließen und zur Uebergabe zu bringen, ist ihrer Verwirk­lichung also wesentlich ferner gerückt, und die Angabe, daß | die Zahl seiner Leute stetig abnimmt, dürste kaum den That- I fachen entsprechen. Es wird aber doch von Tag zu Tag I schwerer, seinen Heerhausen mit Nahrung und Schießvorrat I zu versehen, und unter dieser Schwierigkeit wird auch früher oder später der Krieg aus der Burenseite zunächst aus diesem Gebiete zusammenbrechen. Hier ist auch der Grund zu suchen, warum man aus englischer Seite soviel Wert darauf gelegt hat, die Burensührer im Oranjestaate von Trans­vaal abzuschneiden. Lord Roberts hat zu diesem Zwecke aus Transvaal ziemlich beträchtliche Truppenabteilungen j abgegeben und soll sich inzwischen auf seinem Bereich mit Ergänzung der Truppen, Erneuerung der Ausrüstung, Re- Montierung der berittenen Abteilungen und des Train, und sonstigen Vorbereitungen für den möglicherweise notwen­digen letzten Vorstoß beschäftigen. Daneben wird übrigens in England auch mit der Möglichkeit gerechnet, daß die Führer der Transvaaler, sobald erst im Oranjestaat der ! Widerstand ganz zusammengebrochen und eingeschlummert | ist, der Hoffnungslosigkeit des weitern Widerstandes und der Kriegsmüdigkeit ihrer Landsleute Rechnung tragen, und I die Waffen strecken würden. Stille Verhandlungen, wobei die Frauen eine namhafte Rolle gespielt haben, sollen mancherlei Anhaltspunkte für die Auffassung geliefert haben.

I Vor den Oranjern aber dürften auch die Transvaaler nicht I die Flinte ins Korn werfen.

Der Vorsitzende des Haupt-Komites vom Roten Kreuz I empfing einen Bericht des Niederländischen Konsuls in Pre- I toria, daß die Mitglieder der zweiten niederländischen Ambulanz am 11. als Kriegsgefangene nach Pretoria 1 gebracht seien, weil sie Briefe in die Burenlinien besorgten. I Die Namen fehlen. Der niederländische Minister des I Aeußern bat um nähere Nachricht und ersuchte den nieder- I ländischen Gesandten in London, Schritte zur Befreiung der Gefangenen zu thun. 300 Kriegsgefangene verlassen Kap- I stadt in wenigen Tagen und werden nach Ceylon gebracht.

Das internationale Friedensbureau in Bern I hatte die französische Regierung um Vermittelung I im südafrikanischen Kriege ersucht. Die französische Re- I gierung beschränkte sich daraus, den Empfang des Gesuches I zu bestätigen. Das Friedensbureau hatte der englischen .Regierung von dem Gesuch Kenntnis gegeben, woraus I diese ihm durch den englischen Gesandten in Bern Mitteilen I ließ, sie bedauere nur, daß Vermittelungsversuche nicht ge- I stellt wurden, ehe die südafrikanischen Staaten von der I kontinentalen Presse ermuntert, das Ultimatum erließen I und englisches Gebiet an sich rissen.