Ausgabe 
13.9.1900 Erstes Blatt
 
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andere Näherin, welche die Marken für die Quittungskarten zwar regelmäßig bezog, aber aus Unkenntnis das Einkleben in der Zeit vom 1. März bis zum Monat August unterließ, hat dadurch sich und ihre Kundschaft ebenfalls in nicht ge­ringe Verlegenheit versetzt. Nehmen wir an, das Mädchen hätte in jeder Woche an fünf verschiedenen Stellen gear­beitet, das wären zirka 100 Arbeitstage, die für jeden ein- z.lnen Fall mit Geldstrafen belegt werden müßten. Obwoh seinerzeit bei Inkrafttreten besagten Gesetzes von den Be­hörden wiederholt in den Tagesblättern nach dieser Richtung ausklürend hingewiesen wurde, herrscht doch in weiteren Kreisen über diese Angelegenheit noch vielfache Unkenntnis, wie aus vorstehendem Beispiel zur Genüge hervorgeht.

** Von den Herb st Übungen der Hess. Di­vision. Das Brigade-Exerzieren am 5. September be­stand aus nicht weniger als vier Gefechten aus dem Ex­erzierplatz zwischen Usingen und Eschbach. Am Donnerstag, den 6. September, fartd die Brigade-Besich­tigung durch den kommandierenden General des 18. Ar­meekorps, v. Lindequist, statt. Um 8 Uhr sammelten sich die drei zur 49. Brigade gehörigen Regimenter bei Usingen und wurden sodann auseinander gezogen zum Gefecht. Zahlreiche Zuschauer aus den benachbarten hessi­schen und preußischen Orten hatten sich zu dem inter­essanten Schauspiel eingefunden und folgten den einzelnen Gefechtsmomenten mit großer Ausdauer. Namentlich der zu Beginn unternommene Sturmangriff auf den markierten Feind, den die drei Regimentsmusiken mit klingendem Spiel begleiteten, wurde gut durchgeführt und nahm sich imposant aus. Es folgte sodann ein Gefecht in südöstlicher Richtung, worauf sich die Brigade zum Parademarsch in Regimentskolonnen in der Reihenfolge 115 (Leibgarde), 116 (Kaiser Wilhelm) und 168 aufstellte. Bei der darau : folgenden Kritik gab der kommandierende General sein Urteil dahin ab, daß die Gefechtsausbildung aller drei Regimenter gut sei, ebenso der Parademarsch. Zur Anerkennung der vorzüglichen Verpflegung und herzlichen Aufnahme der Truppen war seitens der Re­gimentskommandos veranlaßt worden, daß die Regi­

mentsmusiken Abends in den verschiedenen Unterkunfts- orten konzertierten, was bei der Bevölkerung lebhafte Freude hervorrief. Freitag, den 7. September, war all­gemeiner Ruhetag, Samstag, den 8. September, wurde der Marsch ins eigentliche Manöver angetreten und zwar marschierte der größere Teil der Brigade zurück nach Hom­burg v. d. H. Unterwegs hatten die 115 er Regiments- Ekerzieren bei Wehrheim, wobei Herr Oberstleutnant von Rheinbaben das Regiment führte. Auf dem weiteren Marsch wurde Halt gemacht zur Besichtigung der Saal­burg. Die Offiziere erklärten nach Möglichkeit den Mann­schaften den Zweck der eigentlichen Anlagen. Es fehlte hierbei, wie dieN. Hess. Volksbl." schreiben, nicht an heiteren Episoden. So sagte z. B. ein Hauptmann, auf eine am Eingang stehende Bildsäule hinweisend:Das ist wohl Kaiser Hadrian?" worauf ein biederer Oberhesse erwiderte:Na, der is vun Gyps". Gegen 12 Uhr rückte das 2. und 3. Bataillon des Regiments 115 und das Re- lulerieorrgaoe, loföie mehrere Batterieen Artillerie dort lagen, machte sich das militärische Element selbst im Ge- wühle der Badestadt recht bemerkbar.

_ x ft Statistisches. Das Großherzogtum Hessen hat bekanntlich erneu Flächeninhalt von 7861,8 Quadrat krlometern und wies Ende 1895 1039 020 Einwohner auf- das bedeutet seit 1890 (wie wir Otto Hübners «eoara- phrsch-statistischen Tabellen aller Länder der Erde^ entnehmen, herausgegeben von Univ.-Prof. Dr. Fr. v. Jura schek, Verlag von Heinrich Keller in Frankfurt a. M., Buchausgabe 1.20 Mk., Wandtafelaus- §abe 60 Psg.) eine Zunahme von 46 137 Köpfen. Auf den Quadratkilometer entfallen demnach 135,3 Bewohner. Aus­gewandert sind im Fahre 1899 333 Personen. Nach den Konfessionen kommen 673 Evangelische, 296 Katholische 24 ^uden und 7 Andersgläubige auf je 1000 Einwohner.

Staatseinnahmen pro 1899/1900 betrugen 37,4 Mill. Mark und ebensoviel die Ausgaben: dazu für 1897/1900 außerordentliche Einnahmen 12,1 Millionen Mark und Ausgaben 9,7 Millionen Mark. Tie Staatsschulden be­trugen 1899: Passiva 254,3 Millionen Mark, davon^isen- bahnschulden 230,0 Millionen Mark, Aktiva 12,3 Millionen Mark. Fm selben Jahre zählte Darmstadt 63 000, Mainz 76 000, Offenbach 39 000 und Gießen 23000 Einwohner, während die Zahl nach der Berechnung und den Ver­öffentlichungen des deutschen Gesundheitsamtes für März 1900 in Darmstadt auf 70 000, in Mainz auf 80 000, in Offenbach, auf 43 000 und in Gießen auf 24 000 ae- stiegeü ist. b

Grünberg, 12. September. DerGr. Anz." veröffent- ucht folgende Danksagung:

v, -Ich büi nicht im Stande, jedem Einzelnen meinen Dank für DleIcn Beweise von Herzen kommender, zu Herzen gehender Teilnahme an unserem schwerer. Verluste auSsprechen zu rönnen, und sage darum, auch im Namen meiner ganzen Familie hierdurch Allen meinen tiesstgefühlten Dank.

Raubach, den 7. September 1900.

«x v«x «. n Otto Graf zu SolmS-Laubach.

Bad-Nauheim, 8. September. In der letzten Gemeinde­ratssitzung wurde gegen das Gesuch des Theodor Mörschel- Friedberg, eine Lagerhalle aus seinem Grundstück am Rödger Weg zu errichten, Einspruch erhoben, da die Halle nach der 4° Zentimeter zurück zu stehen kommt. m?i?Ji inW,nbQb Heinrich Schmall.Gicßen. eine

«rflrfnÄ?«bEt Schnursiraße zu erbauen, ftatn« v-rfiöß't b b,E3e$nu"9 W« § 13 des OrtÄbau. m e i V $ 5' 121 September. Eine in unserer Nachbargemeinde L. vorgekommene Messerstecherei lüt die ganze Umgegend in Aufregung versetzt Ein Bürschchen von 1, Zähren stieß einem jungen Manne einen sogenannten Dicker ui den Leib, daß die Eingeweide ter vorbrachen und verletzte noch einen anderen Burschen Als der Messerheld verhaftet werden sollte, eilte er aus den Speicher und hing sich auf. Ter Bürgermeister eilte ihm nach, schnitt ihn ab und brachte ihn durch eine kräftige Ohrfeige zum Bewußtsein zurück. Ter Verletzte wurde in die Klinik und der Messerheld ins Gefängnis nach Gießen verbracht.

Offenbach, 11. September. Gestern abend hat ein Fremder, dem Vernehmen nach ein pensionierter Beamter aus Wiesbaden, unmittelbar am Friedhof seinem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht. In einem hinter­lassenen Schreiben hat er den Wunsch ausgesprochen, in unserm Krematorium verbrannt zu werden.

Offenbach, 11. September. In dem hiesigen sozial­demokratischen Blatte lesen wir einen Artikel, dem wir mit großem Mißtrauen begegnen. Danach soll der Pfarrer Graf in Lämmerspiel, um zu verhüten, daß einzelne An­dächtige, wie es häufiger vorgekommen war, den Gottes­dienst vor Schluß verließen, am 19. August die Kirchen- thür verschließen lassen. Als nun nach Schluß des Gottesdienstes einer der so seiner Freiheit zeitweilig Be­raubten den Pfarrer in ruhiger Weise interpellierte, soll dieser dem lästigen Frager als Antwort eine regelrechte Ohrfeige appliziert haben. Ter Mißhandelte aber soll Anzeige erstattet haben. Es wird nötig sein, daß Pfarrer Graf über diese Angelegenheit öffentlich authentischen Be­richt erstattet.

Mainz, 7. September. Eine bemerkenswerte Ver­kehrsverbesserung aus der Strecke Basel-Köln ist seit einigen Tagen in Kvaft. Bisher hatte der Nm. 4.07 hier fällige Schnellzug Basel-Mannheim-Mainz sehr häufig beträchtliche Verspätungen, die sich auf den Schnellzug Mainz-Köln (ab Mainz Nm. 4.57) und selbst auch noch in Köln auf verschiedene Anschlußzüge über­trugen. Die Ursache dieser Störungen war auf den fast täglich Mit Verspätung einlaufenden Konstanzer An­schluß in Offenburg zurückzuführen, der von dem oben erwähnten Schnellzug Basel-Mainz abgewartet werden 'mußte. Um diesen Mißstand zu beseitigen, hat nunmehr die badische Generaldirektion in Karlsruhe ver­fügt, daß ferner bei Verspätungen des Konstanzer An­schluss» von mehr als zwanzig Minuten der Baseler Teil des Zuges Konstanz-Offenburg getrennt bis Mannheim vorausgeführt wird. Der Schnellzug, der in der Regel die beiden direkten Wagen Konstanz-Mainz und Basel- Köln nach Mainz bringt, wartet in solchen' Fällen in Mannheim nur die Basel-Kölner Abteilung ab. Der Wagen Konstanz - Mainz geht in Mannheim auf den Zug Mannheim-Frankfurt über, der auf den zweiten Teil, der eigens nachgefahren wird, bis zu zwanzig Minuten wartet. Ab Dornberg geht der Wagen dann mit dem nächsten Zug nach Mainz. Diese Neuerung ist erfolgt, weil der direkte Wagen Konstanz- Mainz hier seinen Endpunkt erreicht, also für die Rhein­linie keine Bedeutung mehr hat.

Bingen, 11. September. Die dem Stadtvorstände von der Bürgerversammlung zugeschobene Absicht, den Schuldenstand der Stadt im Lause der nächsten Jahre um weitere Millionen zu vermehren, wird entschieden bestritten, da z. Zt. überhaupt keine größeren Projekte zur Ausfüh­rung in Aussicht genommen feien. An der Hand des amt­lichen Zahlenmaterials gegenüber dem diesjährigen Voran­schlag wird nachgewiesen, daß in dem Zeitraum von 1896 bis Ende 1899 eine Steigerung der ordentlich en 1900/1901 noch wesentlich höher zu erwarten), die Steuer- krast der Bevölkerung um 12 Prozent gewachsen sei, die private Bauthätigkeit sich in den letzten Jahren außer­ordentlich vermehrt habe, unsere Lehranstalten (Realschule mit Progymnasium, Baugewerkschule und Technikum) sich bedeutend entwickelten, die Frequenz der Märkte und der Hafenverkehr eine stetige Zunahme verzeichneten. Wenn auch die seitens der Stadt gemachten großen Aufwendungen eme direkte Rentabilität noch nicht erblicken lassen, so sei doch der indirekte Nutzen in Betracht zu ziehen. Die der städtischen Verwaltung gemachten Vorwürfe über die Finanz- Wirtschaft beruhen auf Unkenntnis der Einberufer und falscher Auffassung der Verhältnisse; die daran geknüpfte Aufforde­rung zur Sparsamkeit sei daher unangebracht und zurück­zuweisen.

Cassel, 11. September. In ein und demselben vause wohnten zwei angebliche Arbeiter Koch und Apel und zwei junge Mädchen, die mit den beiden Arbeitern verkehrten, auf Schlafstelle. Gestern abend fiel in dem Zimmer der Mädchen e i n S ch u ß, als die beiden Männer auch in dem Zimmer waren. Tie Krigel drang dem einen der Mädchen, namens Kolbe, in das Bein, sodaß es verbunden werden und in das Landkrankenhaus gefahren werden mußte^ Auf Befragen erklärten die beiden Männer, daß der Schuß beim Spielen mit dem Revolver sich ent­laden habe. Die herbeigerufenen Polizeibeamten ver­hafteten indessen den Apel und einer von ihnen führte ihn nach dem Polizeigewahrsam. Der zurückgebliebene begab sich, um noch etwa vorhandene weitere Waffen zu suchen, nach der Schlafkammer des Apel. Koch und ^er Logiswirt begleiteten ihn dahin. Als er dort den Koch aufforderte, ihm seinen Koffer zu öffnen, erklärte dieser, den Schlüssel verloren zu haben, und als der Be­amte bemerkte, daß sich dann wohl noch andere Mittel inden würden, denselben zu öffnen, riß der Geselle die Thüre auf und stürmte in wilder Hast die Treppen hinab. Doch kam er nicht weit. Ein im Hause wohnender Mann war ihm gefolgt und ereilte ihn, gerade als er um die nächste Ecke biegen wollte, um ihn dem Schutzmann wieder zuzuführen. Ter Schutzmann machte beim Oeffnen der Koffer dann noch eine rechte Beute: außer drei Revolvern von denen zwei geladen waren, und einem großen Tran­chiermesser nebst einer Anzahl Schlüssel und verschiedenen Brecheisen fand der Beamte noch einen größeren Posten Zigarren, einige Flaschen Wein, eine Anzahl neuer Normal­hemden, sowie eine Reihe neuer Portemonnaies und Taschenmesser, welche Gegenstände offenbar den in letzter Zeit gemeldeten Einbrnchsdiebstählen entstammten. Tie Revolver rühren nach der gegebenen Beschreibung aus dem an den Schaub'schen Spielwarenladen hängenden Schau­kasten her, welcher bekanntlich jüngst ebenfalls erbrochen wurde. Ta die Polizeibeamten von den Wirtsleuten hörten, daß Koch und Apel zuweilen auch von einem ge­wissen Lückert besucht worden seien, der an der Kohlen- traße wohnt, wurde auch dieser noch am nämlichen Albend verhaftet. Ta die in der Schlafkammer vorgefundenen Gegenstände durchweg leicht zu versteckende Bedarfsartikel lind, bei den Einbirüchen der letzten Wochen aber -auch

größere Posten Waren entwendet wurden, liegt die Ver­mutung nahe, daß die Tiebe noch eine zweite Niederlage an anderer Stelle errichtet haben.

** Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. In Darmstadt kursiert aus Anlaß des Durchbrennens des Opernsängers Lauth folgender neuester Lokalwitz:Haben Sie schon gehört, daß wir jetzt eine lautlose Oper haben? Bei der Bürgermeisterwahl m Ziegenhain wurde von den 33 Bewerbern Herr Hartdegen, ein Sohn des Kreissekretärs Hartdegen in Eschwege, mit allen gültigen Stimmen zum Bürgermeister genannter Stadt gewählt. In Kassel wurde auf dem Pserdemarkt auf ein dort wohnendes Mädchen ein Revolverattentat unternommen. Der Thäter, dessen Motive unbekannt sind, wurde verhaftet. Das Mädchen erlitt durch einen Schuß in den Unterschenkel eine nicht unerhebliche Verletzung. Bei Marburg wurde eine junge Dame auf der Hühnerjagd von einem Jäger durch einen Schrotschuß so schwer verletzt, daß sie in die Klinik geschafft werden mußte. Etwa an 400 Entwürfe, die aus Anlaß der Wettbewerbung um ein Krematorium in Mainz eingesandt wurden, sind im Saale derLoge zur Einigkeit" in Frankfurt a. M. zur öffentlichen Ausstellung gelangt. ES waren insgesamt zwölf Preise ausgesetzt.

Vermischter.

* Dortmund, 11.September. Infolge Genusses von giftigen Pilzen ist in dem benachbarten Orte Lünen eine Bergmanns'Familie schwer erkrankt. Zwei ihrer Kinder im Alter von 8 und 10 Jghren sind bereits gestorben. Die Eltern liegen noch schwer krank darnieder.

* Aachen, 11. September. Es dürste von Interesse sein zu vernehmen, welche Opfer eine Automobil- Fernfahrt Berlin-Aachen gekostet hat. Nach den bisherigen Schadenersatz Anmeldungen sind von den an der Fernfahrt beteiligten Fahrzeugen angefahren und getötet worden: Eine Kuh, zwei Schweine, drei Schafe, 16 Hunde, 23 Hühner, ferner wurden ein Wagen mit Heu und eine Mauer umgefahren. Menschen sind bei dieser Fernfahrt nicht zu Schaden gekommen.

* Mietspreise in deutschen Grobstädten. Bemerkenswerte Mitteilungen über die Mietspreise in den deutschen Groß­städten findet dieKreuz-Ztg." in der neuesten von Dr. Neefe besorgten Bearbeitung des Statistischen Jahrbuchs deutscher Städte. Einer darin gegebenen Uebersicht ist zu entnehmen, daß unter den Großstädten in dieser Beziehung Berlin jedenfalls bis zum Jahre 1895 die erste Stelle ein­genommen hat. Hier belief sich der Durchschnittspreis einer Wohnung mit vier heizbaren Zimmern am 2. De­zember 1895 aus 932 Mk., dann folgt Freiburg i. Br. mit 750 Mk., Breslau mit 735 Mk., Dresden mit 723 Mk., Königsberg i. Pr. mit 691 Mk., München mit 685 Mk., Leipzig mit 665 Mk., Frankfurt a. M. mit 660 Mk., "" - -x z?KA cm« mit ßd.9 Wit. EtwuL

anberß gestaltet sich die Reihenfolge bei größeren Wohn­ungen. Bei denjenigen mit sieben Zimmern folgt auf Berlin mit 2165 Mk. Frankfurt a. M. mit 1737 Mk., Hamburg mit 1732 Mk., Breslau mit 1653 Mk., Frei­burg t. Br. mit 1600 Mk., Dresden mit 1594 Mk., Leipzig uut 1544 Mk. Es haben sich seitdem die Verhältniffe allerdings vielfach geändert und heutzutage wird München, was die Höhe der Mietspreise betrifft, hinter Berlin kaum zurückbleiben, wenn man dort von einigen ganz besonders teuren Straßen absieht, für die überhaupt exceptionelle Verhältniffe maßgebend find.

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Universität und Hochschule.

-Professor DrL,Bi°nc in Frank,urt, dir früh-r in Leipzig dozierte und seit einigen Jahren an den Höchster Farbwerken thattg war, hat einen Ruf als o. Profeffor und Direktor des nm ju schaffenden Instituts für physikalische Chemie, insbesondere Elektro- Chemie an der Technischen Hochschule in Karlsruhe erhalten- er wird diesem Ruf voraussichtlich zum 1. April 1901 Folge leisten. Der bisherige a. o. Professor in der philosophtlchen Fakultät der Untoerfität Marburg Dr. Bernhard Rathke ist zum o. Professor ernannt worden. Profeffor R«thke steht im Alter von 54 Jahren

Kirche und Schule.

Dürkheim, 6. September. Die Herbstferien gehen ihrem Ende entgegen, und das Wintersemester der Schulen nimmt am 18. September fernen Anfang. Eltern und Vormündern, welche sich noch nicht schlüssig gemacht haben, welcher Schule sie ihre Söhne ic. rc. anvertrauen wollen sei die Bärmann'sche Realschule in Dürkheim a. H. (Rheinpfalz) bestens empfohlen. Diese Anstalt hat seit Jahrzehnten die schönsten Unterrichts­und Erziehungserfolge aufzuweisen, und das Pensionat des Anstaltvor­stehers Herrn H. Bärmann darf nach jeder Richtung hin als ein mufier- giltiges bezeichnet werden.

Kandwirtschast.

Landwirtschaftliches Rennen. Das vom Landwirtschastsra t in Aussicht genommene Rennen, das am 17. September, am letzten Sage der landwirtschaftlichen Landesausstellung auf dem Exerzierplatz in Darmstadt abgehalten werden soll, kommt, nachdem setzt zahlreiche Anmeldungen eingelaufen sind, sicher zu Stande. Bereits sind Ziel- und Schiedsrichter ernannt, das Geläuf und Ziel abgesteckt. Der Zu­gang zum abgegrenzten Zuschauerplatz in der Nähe des Ziels findet sowohl durch die Ausstellung als direkt von der Stadt aus statt. Der Eintrittspreis zu diesem Platz ist auf 50 Pfg. festgesetzt worden. Im übrigen ist der Zutritt frei. Während des Rennens konzertiert die Kapelle des Garde-(Leib-Garde)Regiments Nr. 115, die für die ganze Ausstellungszeit engagiert ist und täglich dreimal auf dem Ausfiellungs- platz konzertiert.

Handel und Verkehr. KstkrorirtsitM.

Frankfurter Böree vem 11. September.

Wechsel auf New-Tork zu 0.00-00.

Prämien auf Kredit per ult Sept. 1.40<Vo, do. per ult^Okt. 2.450/0, Diekonto-Konunandit per ult. Sept 1.15%, do. per ult/Okt. 2.40 0/0, Lombarden per ult Sept. O.750/o, do. per ult. Okt. 1.00%. Deutsche Bank per ult. Sept. 0.00°/q.

Notierungen : Kreditaktien 208.20-208.40-00, Diakontc- Kommandit 175.20-000.00-000 Staatsbahn 142.40-143, Lombarden 26.40-30.40, Italiener 94.20, Spanier 72.80, 3pro-. Mexikaner 25.60,