B. das Goldene Kreuz:
Frankfurt a. M., 10. März. Nach heute eingelaiW Mitteilung hat Ihre Majestät die Kaiserin und Königi: Viktoria dem Preisrichter-Kollegium der Ausstellung fiini silberne Porträt-Medaillen zur Verfügung gestellt, weichheute bereits eingetroffen sind. — Seine Exzellenz bei Herr Kultusminister Dr. Studt hat das Organisation- Komitee telegraphisch verständigt, daß er Staats-Medaillen zum Zwecke der Prämiierung zur Verfügung stellt. — £it Ausstellung war heute ganz außerordentlich stark besuchte \» daß zeitweise ein beängstigendes Gedränge entstand.
I. Provinz Starkenburg:
1) Anna Dahmer von Darmstadt, 25 Jahre bei Seiner Exzellenz Herrn Staatsminister Rothe in Darmstadt. 2) Elisabeth W.eber von Ober-Ramstadt, 25 Jahre bei der Familie des Herrn Arnold Naß in Darmstadt.
didaten sind unser seitheriger Bürgermeister Herr Kunkel und der frühere Bürgermeister Herr Klein. Die Wahl wird voraussichtlich eine ziemlich rege werden, da beide Parteien bald gleich stark sind. — Die gestern in dem Gemeindewald (Distrikt Mühlberg) der benachbarten Gemeinde Kaulstos abgehaltene Holzversteigerung war gut besucht. Für Scheitholz (Buche 1. Klasse) wurden im Durchschnitt 7 bis 8 Mark, für Prügelholz 5 bis 6 Mark geboten. Das Fichtenstammholz war hingegen im Preise
I etwas niedriger als im vorigen Jahre.
I , M. D. Darmstadt, 10. März. Peinliches Aufsehen hat I hier die in einer Strafsache gegen 4 junge Gernsheimer | Burschen wegen Sittlich keits verbrechen im Sinne I des § 177 des Str. G. B. vom gegenwärtig tagenden I Schwurgericht gefällte Entscheidung hervorgerufen. Es I handelte sich um eine verdammeuswerte, von völliger Ver- I rohung — um ein anderes Wort nicht zu gebrauchen — I zeugende That, die an einem 16jährigen Dienstmädchen im I November v. I. gemeinsam von den Angeklagten in un- I mittelbarer Nähe des Gernsheimer Bahnhofs nach voraus- i | gegangenem Besuch einer Tanzmusik begangen worden war. I Drei der Angeklagten, darunter der am meisten Belastete I namens Vogel, hatten bei Begehung der Thal das 18. I Lebensjahr noch nicht ganz erreicht, der vierte es nicht lange I vorher überschritten. Ein Teil der Burschen war bereits I vorbestraft. Bezüglich der drei jugendlichen Angeklagten I bejahten die Geschworenen die wegen Notzuchtsversuchs ge- I stellte Hauptfrage, sie billigten zweien mildernde Umstände I I zu und versagten sie dem Hauptthäter Vogel. Nach den I I Vorschriften der Strafprozeßordnung war noch die Neben- I f^uge zu stellen, ob diese drei Angeklagten die zur Erkennt- I I nis der Strafbarkeit ihrer Handlung erforderliche Einsicht I I besessen haben. Diese Frage wurde von den Geschworenen I lrotz vorausgegangener Rechtsbelehrung verneint. Was I
den vierten Angeklagten anlangt, der wenige Monate älter I war, wurde die Frage, ob er sich der Beihilfe zu dem Ver- I brechen schuldig gemacht habe, bejaht. Das Gericht zog sich zur Beratung zurück und verkündete danach die Frei- ! sprechung der Hauptangeklagten, da eine Bestrafung bei Verneinung der Nebenfrage nach der zur Erkenntnis der
I Strafbarkeit erforderlichen Einsicht gemäß § 57 des Str.
B. ausgeschlossen war. Die Angeklagten, die schwere Strafen erwartet hatten — drei von ihnen hatten sich seinerzeit auf die Flucht begeben — mußten sofort auf freien Fuß gesetzt werden, der der Beihilfe schuldig befundene hat seine That mit einem Jahr Gefängnis zu verbüßen. I Der Spruch der Geschworenen wirkte außerordentlich überraschend; die Freisprechung mag die Geschworenen überrascht haben; einige sollen sich alsbald dahin geäußert haben, daß sie nur eine mildere Beurteilung der Strafthat mit der Verneinung der Frage nach der Einsicht der Angeklagten bezweckt haben. Bei der folgenden Schwurgerichtsverhand- I lung am gestrigen Tage unterließ es denn auch der Vorsitzende des Schwurgerichts bei Gelegenheit der Rechtsbc- I lehrung nicht, die Geschworenen aufzufordern, wenn bei I ihnen über jrgend welche Punkte Zweifel herrschten, in den I Sitzungssaal zurückzukehren und sich erneute Rechtsbelehrung zu teil werden zu lassen, anstatt in den Tag hinein zu entscheiden, wie dies vorgekommen zu sein I , scheine. — Die Staatsanwaltschaft hat sich gegenüber ■ dem Urteil in der GernSheimer Sache Erklärung Vorbehalten; doch erscheint es sehr unwahrscheinlich, daß das i Urteil durch Revision aufgehoben und durch ein anderes ' ersetzt werden kann. I i
1-7 1.1. März. Nächsten Samstag, den
17. d. M., findet hier B u r g e r m e i st e r w a h l statt. Kan-
II. Provinz Oberheffen:
1) Maria Bätz von Obergoffa (Preußen), 25 Jahre bei Herrn Heinrich Peter in Udenhausen. 2) Maria Josepha Merten von Johannisberg (Nassau), 26 Jahre bei Herrn Pfarrer Thaler in Ober-Mörlen. 3) Louise Thissen von Köln, 25Jahre bei Herrn Geh. Medizinalrat Professor Dr. F. Riegel in Gießen.
III. Provinz Rheinhessen:
1) Elisabetha Fehr von Hadamar, 30 Jahre bei der Familie des Herrn Felix Oppenheim in Mainz. 2) Katharina Heil von Ober-Mörlen, 25 Jahre bei Herrn Ehr. Karl Jung in Mainz. 3) Margaretha Länder von Offstein, 25 Jahre bei der nun verstorbenen Heinrich Lott Witwe in Leiselheim. 4) Barbara Loos von Erbes- Büdesheim, 25 Jahre bei Frau Josepha Kopp Witwe in Mainz. 5) Eva Margaretha Noll von Jügesheim,
>>°yre bei Herrn Oberamtsrichter Dr. Müller in Ober- I?9Elheim. 6) Anna Reichel von Felsberg (Elsaß),
Jahre bet Frau Mathias Lichtnecker Witwe in Oppenheim. 7) Maria Ritzmann in Kettenheim, 27 Jahre bei Herrn Landgerichtsrat a. D. Laist in Mainz. 8) Maria Z^bel von Grünstadt, 26 Jahre bei Fräulein Mathilde
2) Charlotte Margaretha Stoß !L0” 25 Jahre bei Herrn Bijouteriefabrikant Bernh.
Albert Mayer in Mainz.
Aus dem Gerichtsdienst. Durch Entschließung Groß- herzoglichen. Ministeriums der Justiz wurde der GerichtS- assessor Dr. Jäger in Groß-Umstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim, der Gerichtsassessor Dr. Hof in Aleßen mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines I Amtsanwalts in Groß-Umstadt, und der GerichtSassessor D u p o n t in Bingen mit Wahrnehmung der Dienstverrichtunaen eines Amtsanwalts in Bingen beauftragt.
•* Ernannt wurde am 7. März der Amtsgerichtsdiener vei dem Amtsgericht Höchst Theodor Don de zum AmtS- gerichtsdiener bei dem Amtsgericht Groß-Gerau mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers.
*♦ Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Dienstknecht Heinrich Jakob Becker aus Schweinsberg wegen Unterschlagung, Schreiner Wilhelm B ö ch e r II. aus Schaden- bad) wegen Betrugs, Taglöhner Johann Reinert aus Erbringen wegen Diebstahls und Schachtmeister Domenico Zotti aus Afiago in Italien wegen Unterschlagung, sämt- Uch von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Arbeiter Jakob Braden aus Büdesheim wegen Unterschlagung, vom Großh. Amtsanwalt zu Gießen; Metzgergeselle Adolf Kühn aus OetigheiM wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Bingen; Italiener Famenio Lorenzon wegen Unterschlagung von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Ludwig Merz aus Pfungstadt und Karl Kermel aus Hubertus- Hütte, beide wegen Beleidigung, Widerstands und Sachbeschädigung von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; I Dienstknecht Kaspar Ritter aus Wallenrod wegen Betrugs von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Spengler Karl Sander aus Ockstadt wegen Strafvollstreckung vomGroßh. Amtsgericht Gießen; Dienstknecht Heinrich Schreck aus Königstein wegen Strafvollstreckung vom Amtsgericht Vilbel; Schausteller Clemens Thelen aus Holtzen wegen Vergehens gegen § 184 St.-G.-B. vom Großh. Amtsanwalt zu Groß- Umstadt; Paul Jakob Unrath aus Heidenheim wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Offenbach; ein Unbekannter, angeblich Buchhalter Otto König aus München, wegen Betrugs von dem Polizeiamt Mainz; Hausbursche Philipp Zimmermann aus Selzen wegen Betrugs von der Polizeiverwaltung Worms.
** Rittershaus Konzert. Am Samstag, dem 17. März abends 8 Uhr wird, wie bereits früher mitgeteilt, der be- rühmte Tenorist Kgl. Hofopernsänger Alfred Ritters- haus aus Berlin im Klub-Saale ein Konzert geben, das nach uns vorliegenden zahlreichen Kritiken einen ganz her- vorragenden Genuß verspricht, zumal auch das im Anzeigen- teil veröffentlichte Programm ein mit feinem künstlerischen Verständnis gewähltes ist. Es gelangen je eine große Szene aus einer deutschen (Lohengrin), italienischen (Bajazzo) und französischen (Postillon) Oper zur Wiedergabe, außerdem herrliche Lieder und Balladen klassischer und moderner Meister. Aus den zahlreichen rühmenden Besprechungen ver Blatter wollen wir nur eine, die eines Zwickauer herausgreifen. Das sächsische Blatt sagt: „Ein nabetkCr ®?n9cr hat gestern in Zwickau seinen Einzug Ä™" Ur2b Beifallsstürme über sich ergehen laffen
• ?at -Unsere Stadt -in- äußerst bewegte hnt™ hnl n» ■ wnter bie mancherlei Vorzügliches ge. hXr'nhf™1 ‘‘cr«l)“u8■ Sonjcrt aber wird als ein hellstrahlender Stern über dem Zwickauer Konzertbimmel -uchorragen und allen Besuchern desselbm eine uLvergeßttch schöne Erinnerung bleiben. RittcrShauS verfügt über ein geradezu phänomenales Stimmmaterial, dabei ist n vornehmer Sänger, der weder schreit noch tremoliert seine ?dne b c'6e" 6,8 di- höchsten Regionen rein wie Kr'ystall; «LS. SaIfct 'st v°n unbeschreibliche;
Schönheit und Weichheit, und fein Temperament erweckte 1" m« bcn f£^h$e" Wunsch, dem Künstler einmal aus der Bühne zu begegnen. Gewiß wird Herr Rittershaus fein Konzert als eine Einleitung zu einem zweiten Konzert betrachten und darf dieser Künstler allerersten Ranges au ein herzliches Willkommen sämtlicher Gießener Musikfreunde sicher rechnen." '
( Klein-Auheim, 11. März. Ein bedauerlicher | Schisfsunfall ereignete sich vorgestern auf dem Main- | ströme. Die beiden Fischer Jakob Acker und Joseph An- I draschky aus Seligenstadt, wollten nämlich ihren Fischer- I kahn auf der Heimreise dem Schleppzuge eines zu Berg I fahrenden Kettendampfers anhängen. Bei der herrschenden Strömung geriet aber ihr Fahrzeug unter den Bug I eines Schelches und wurde in den Abgrund gerissen. Nur mit größter Mühe vermochten sich die beiden Insassen auf ein Mainschiff zu retten. Mit dem versunkenen Fischerkahn verschwand auch, ein schweres Fischnetz, ein sogenanntes Breitgarn, im Werte von 100 Mark. Kahn und Netz dürften schwerlick) mehr aufzufinden sein. Der erwachsene Gesamtschaden beträgt wohl 200 Mark.
I § Mainz, 11. März. Nach zweitägiger Verhandlung ist gestern in später Abendstunde — gegen 10 Uhr — vor dem hiesiaen Schwurgericht der Prozeß gegen den unzähliger Veruntreuungen und Vergehen im Amte bezichtigten Gerichtsschreiber P a g e von dem Amtsgerichte Alzey zu Ende gegangen. Den Geschworenen waren 64 Fragen vorgelegt worden, wovon sie 63, in welchen die einzelnen Unterschlagungsanklagen angeführt waren, verneinten, und nur unter Zubilligung mildernder Umstände die eine Schuldfrage bejaht, daß Pape im Laufe der Jahre 1894 'bis 1899 fortgesetzt Unterschlagungen und Veruntreuungen zum Nachteil der Gerichtskasse begangen. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis.
(?) Mainz, 11. März. Der diesjährige allgemeine deutsche Journalisten- und Schriftsteller tag wird nach einem gestern abend gefaßten Beschluß des Mainzer Journalisten- und .Schriftstellervereins hier in Mainz stattfinden. Infolge der sowohl von der hiesigen Bürgermeisterei wie auch von dem Mainzer Journalisten- und Schriftstellerverein im vor. Jahr an den Journalistentag nach Zürich ergangenen Einladungen, im Anschluß an die Gutenbergfeier in diesem Jahre hier zu tagen, hat der Vorstand des allgemeinen deutschen Journalisten- und Schriftstellervereins vor einiger Zeit die Vorbedingungen gestellt, welche der hiesige Verein durch den gestern gefaßten Beschluß erfüllte und das vorläufige Programm für den Jourualistentag aufgestellt hat. Letzteres ist ein sehr reichhaltiges und gewissermaßen ein doppeltes, indem man den Teilnehmern des Journalistentages von allen Seiten bereitwilligst das Recht eingeräumt, an sämtlichen .Veranstaltungen des Gutenbergfestes ohne Aufwendung irgendwelcher Kosten teilzuuehmen. In großen Zügen ist das Programm folgendes: Am 21. Juni abends Empfang der Gäste in der „Stadthalle" durch die Vertretung der ^a!dt. Seitens der Stadt wird ein Buffet aufgestellt. Am -2- Zum finden sodann zunächst Verbandsverhandlungen
statt, denen sich die erste Sitzung des Jourualistentage- < am Nachmittag ein großes Festessen anschließen.
| vorgesehen, nach dem letzteren im Theater noch eine -W I fuhrung zu geben. Am 23. Juni findet sodann die I Sitzung des Journalistentages und daran anschlichij I eine Besichtigung der Sektkellerei von Kupferberg |W I Hieran reihen sich alsdann die bereits bekannten Ve. p I staltungen der Gutenbergfeier, welche ein großes I von Händel, eine akademische Feier, Festessen und ,Vi kommers, Festzug und Rheinfahrt nebst Illumination
I schließen.
I 8 Mainz, 11. März. Zur Gutenbergfeier^ I den gegenwärtig die Vorarbeiten mit großer Rüschs I betrieben. Für den Hauptteil des Festes, den Historist^ I Festzug sind die von dem hoch begabten Main^ I Künstler, Architekt Conrad Sutter gezeichneten, und r | Farben gemalten Entwürfe jetzt in 24 großen Mäkler I fertiggestellt und werden von morgen ab, für einige I der Allgemeinheit zur Ansicht zugänglich sein. Der Qj I dessen historischen Rahmen der hiesige Schriftsteller tzF I Nohascheck bearbeitet hat, wird, nach den uns heute I zugänglich gewesenen Kartons zu schließen, was histor^ I Treue, Farbenpracht und Ausdehnung anbelangt, zweise!> | ohne die meisten derart bis jetzt veranstalteten Züge iiiv= I treffen. Die Länge des Zuges wird ungefähr dreimal« I g^ß werden, als der Heidelberger Jubiläumszug vor hirj.
Zehn Jahren. Es werden sich ca. 2000 Personen daran I teiligen, und wird die Zahl der Reiter- und Wagenarupm derart groß sein, daß über 500 Pferde erforderlich sich Der Grundgedanke ist: „Die Zeitgenossen Gutenbergs und I die Nachwelt huldigen dem Erfinder der Buchdruckerümt I vor seinem Denkmal, und gleichzeitig werden die yor!= schritte veranschaulicht, die Kunst und Wissenschaft durch bie I Arsivdung der Buchdruckerkunst gemacht haben. Diese
Grundgedanke wird in zehn, in eingehenden Details b-> arbeiteten Gruppen behandelt, in welcher die Zeit Gutzbergs, — die Zeit der Meistersänger und der ersten Drch- werke, — die ersten Zeitungen, die Post, die Zeit AlbM: Dürers, — die Dichtkunst und Wissenschaft, — der Grch Kurfürst und der Mainzer Kurfürst Philipp von Schönboir — Friedrich der Große und Joseph II. mit ihrer Zeit, - Weimaranische Zeit, — Leipzig und sein Buchhandel, - dir Huldigung der modernen Kulturstaaten, — die Huldigun; Deutschlands — dargestellt werden. — Der Zug wird ein« Kostenaufwand von ca. 100 000 Mark erfordern.
Alzey, im März. Das Großh. Schullehrei- Seminar (Direktor Dr. Scheuermann) hatte am Ansang des letzten Schuljahres 107 Schüler, an dessen Ende l(r> Bon der erstgenannten Zahl waren: 1) evangelisch 76, katholisch 29, israelitisch 2; 2) Sohne von Landwirten 50, von Lehrern 11, von Gewerbetreibenden 35, von Beamten und Bediensteten 11; 3) aus Städten mit über 10 000 Einwohnern 12, aus Orten mit über 2000 und unter lOUOO Einwohnern 13, aus Orten mit unter 2000 Einwohnern 82; 4) vorbereitet in Präparanden-Anstalten 63, in Realschulen 21, von Lehrern 19, in Privatschulen 3, in Gymnasien 1; 5) aus der Provinz Rheinhessen 95, aus Starkenburg 5, aus Oberhessen 5, aus Preußen 1, aus Bayern 1. 6) An Anfang des Schuljahres standen im sechszehnten Lebens fahr 9, im siebzehnten 24, im achtzehnten 38, im neun- p Ahnten 23, im zwanzigsten 12, im zweiundzwanzigstel! | 1 Schuler. — Das laufende Schuljahr endete mit einet Entlassungsfeier am 9. d. M.; das neue beginnt am 3. Mai
B i n g e n, 9. März. Der Bauunternehmer Joses Choquet ist in vergangener Nacht auf dem Nachhausewege von einer Vereinssitzung in seinem Hofe aus einer steinernen Treppe ausgeglitten und h i n a b g e st ü r z t. Am Morgen wurde er von seinem Sohne, im Blute liegend und mit einer schweren Verletzung am Kopfe, am Fuße der Trepp; tot aufgesunden. Der Verunglückte war ein allseitig geachteter und beliebter Mann.
Vermischtes.
* Bacharach, 8. März. Heute nachmittag 4 M 30 Min. brach hier ein Brand aus, der bald größrre Ausdehnung annahm. Es wurden emgeäschert die Sun» ditorei Hütwohl, die Weinhandlung Jeiter, die Schuhhand« hing Haupt, das Wohnhaus Steigerwald, eine Scheune unb Hintergebäude. Das weltbekannte Haus wurde gerettet Ueber die Ursache des Feuers ist noch nichts bekannt.
* Zur lex Heinze. Laut Adreßbuch für Berlin und feine Vororte: Jägerstraße 22. Eigentümer: -Fislw. Vizewirt: Glienike, Geheim. Registrator. Burchardt, W- saalbesitzer. Jagdsäle, Ball-Etablissement. — Diese Jag> säle gehören trotz ihrer den besseren Kreisen augehörenben Besucher zu den anrüchigsten Vergnügungs-Lokalen ver Residenz.
Kiel, 8. März. Auf jedem Dampfer, der den Nordl>!> see-Kanal passiert, ist ein Lotse, dem das Kommando on Bord des betreffenden Fahrzeuges während der Fahrt droh den Kanal übertragen ist. Um nun die trotzdem häufigen Unfälle. Zusammenstöße, Auflaufen auf die Böschung, mb bie damit verbundenen Betriebsstörungen zu verineto, die von der Ungewohntheit der Steuerleute herrühren, ein größeres Schiff in einem so schmalen Gewässer, wie es der riaual ist, zu lenken, werden vom 1. April d. I. ab von i>ci Regierung auch noch Steuerleute angestellt werden, wn größere Schiffe ungefährdet durch den Kanal zu steuern.
* London, 9. Marz. (Lloyd-Meldung aus Calais vom 9. März.) Der Kapitän des Dampfers „Windsor" aaS Leith berichtet, der Dampfer „Cuivier", von Antwerpen nach Brasilien unterwegs, sei um 5 Uhr morgens infolge einer Kollision mit einem unbekannten Dampfer gesunken. Der Dampfer „Windsor" nahm 7 Uhr morgens den zweite!' Steuermann und zwei Leute auf. Es wird befürchtet, M der Rest der Mannschaft ertrunken ist.


