noch nicht so weit vorgeschritten, daß eine gleiche Vorlage sicher bis dahin fertig gestellt werden kann.
— Eine Plenarsitzung des Bundesrats findet in dieser Woche nicht statt. — Dem BundeSrat ist eine Vorlage zugegangen, betr. den Bezug von Jnvaliden- und Unfallrente in ausländischen Grenzgebieten.
— Die gestern unter« Vorsitz des Fürsten zu Hohenlohe abgehaltene Sitzung des Staatsmini st eriumS dauerte 5 Stunden, von 3 bis 8 Uhr. An der Sitzung nahmen außer sämtlichen Ressortministern auch die Staatssekretäre des Reichsamts des Innern, Graf Posadowsky, und des Reichsschatzamts Freiherr v. Thielmann teil. Im Gegensatz zu der von anderer Seite verbreiteten Meldung, daß der Termin der Einberufung des Reichstags in der Sitzung erörtert wurde, wird uns versichert, daß davon gestern keine Rede gewesen ist, sondern außer Disziplinarsachen im wesentlichen Maßnahmen für die Provinz Posen auf der Tagesordnung gestanden haben.
— Der „Reichsanzeiger" meldet: Den Familien der in das ostasiatische Expeditionskorps freiwillig eingetretenen Mannschaften des Beurlaubtenstandes steht bei vorhandener Bedürftigkeit der Anspruch auf Gewährung der im Gesetz vom 28. Februar 1888 vorgesehenen Unterstützungen zur Seite.
Stuttgart, 10. Oktober. Am heutigen Tag begeht Königin Charlotte die Feier ihres Geburtstages, diesmal im Schloß zu Friedrichshafen im engsten Familienkreise.
Ausland.
Loudon, 10. Oktober. In einer Rede, die Chamberlain gestern in Stourbridge hielt, sagte derselbe, seine auswärtige Politik lasse sich dahin zusammenfassen, er wünsche in freundlichen Beziehungen mit jedem großen Lande Europas zu bleiben und in etwas mehr als freundlichen Beziehungen mit den Vereinigten Staaten. Der Redner spottete über den Versuch der Oppositionsführer, ihn den fremden Nationen gegenüber als schwarzen Mann hinzustellen und betonte, die auswärtige Politik Englands liege in den Händen Salisburys; er nehme sich nicht heraus, sich darin einzumischen.
— Bis jetzt sind gewählt: 350 Ministerielle, 124 Liberale und 77 irische Nationalisten. Die Ministeriellen gewannen bis jetzt im ganzen 27, die Opposition 24 Sitze.
Brüssel, 10. Oktober. Prinz und Prinzessin Albert von Belgien empfingen gestern nachmittag in ihrem Palais eine Abordnung der Brüsseler Presse. Am Abend hatte die Gesellschaft Grand Harmonie zu Ehren der Neuvermählten ein Ballfest veranstaltet, zu welchem das Königspaar, Graf und Gräfin von Flandern, das junge Paar, das Prinzenpaar von Hohenzollern und der Herzog und die Herzogin von Vendome erschienen waren. Die königliche Familie wurde überall herzlich begrüßt.
Paris, 10. Oktober. Der Kriegsminister und der Marineminister traten heute abend die Reise nach Tunis und Corsika an. Der Ministerpräsident führt interimistisch das Kriegs Portefeuille.
— Millerand verfügte eine neueOrganisation des Handelsministeriums unter Errichtung einer selbständigen Abteilung für Arbeiterfragen und soziale Fürsorge.
Budapest, 10. Oktober. Der dem Abgeordnetenhause von Szell unterbreitete Gesetzentwurf betreffend Eheschließung des Erzherzogs Franz Ferdinand mit der Gräfin Sophie Chotek enthält die feierliche Erklärung des Erzherzogs, wonach der Kaiser als Haupt der Familie seine Einwilligung erteilt, daß diese Ehe keine ebenbürtige, sondern morganatische sein solle, und daß die aus der Ehe entsprossenen Kinder und deren Nachkommen von der Thronfolge ausgeschlossen sind, ferner enthält die Erklärung die Verpflichtung, diese für alle Zeiten als giltig anzuerkennen und nichts zu unternehmen, was deren verbindliche Kraft schwächen könnte. Die Vorlage wurde dem Justizausschuß zur Vorberatung überwiesen.
Budapest, 10. Oktober. Finanzminister Lukacs erklärte in seinem heutigen Expose, daß die Regierung eine sofortige Aktion beabsichtige zur Bekämpfung der jetzigen wirtschaftlichen Krise, und daß sie den Handel und die Industrie nach jeder Richtung unterstützen werde. — Der Schluß der Rechnungen für 1900 weist 30 Mill. Kronen Mehreinnahmen gegenüber dem Voranschlag aus, von denen aber nur 3 Mill, den Kassenbeständen zugesührt werden, weil der Nest für unvorhergesehene Ausgaben bestimmt^ ist. Der Finanzminister kündigte zum Schluß des Exposes die Ermäßigung des Biersteuerzuschlags an, sowie die Notwendigkeit von etwa 76 Mill. Kronen für Investionen bis Ende 1901, wovon 30 Mill, aus Kassenbeständen gedeckt werden.
Bukarest, 10. Oktober. Die hiesigen Regierungskreise erwarten die bevorstehende Beilegung der bulgarischen Kontroverse durch das in der letzten bulgarischen Note zugcsicherte Einschreiten der bulgarischen Gerichte gegen die vom dem rumänischen Staatsanwalt wegen verbrecherischer Umtriebe und Handlungen angeklagten Bulgaren
Britische Tagesschau.
'-.Dezember d. I. im Deutschen Reiche statt- findende Volkszählung bezweckt, die Zahl und eLine charakteristische Eigenschaften der ortsanwesend^n Be völkerung, sowie die Zahl der Wohnstätten, der bewohnlen und unbewohnten Wohnhäuser, sowie der sonstiaen bewohnten Baulichkeiten zu ermitteln. Die ortsanwesende Bevölkerung besteht aus der Gesamtzahl der zur Zählimas- zeit innerhalb jeder einzelnen Stadt- oder Landgemeinde und jedes selbständigen Gutsbezirkes ständig oder vorübergehend anwesenden Personen. Als ortsanwesend werden diejenigen Personen betrachtet, die sich in der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember d. I. in den be
treffenden Gemeinden und Gutsbezirken aufhalten. Dabei gilt als entscheidender Zeitpunkt die Mitternacht, sodaß von den in dieser Nächst Geborenen und Gestorbenen die vor Mitternacht Geborenen und nach Mitternacht Gestorbenen Mitzuzählen sind. Personen, die sich auf Schiffen oder Fahrzeugen befinden, die im Gebiete eines deutschen Bundesstaates verweilen, werden dessen ortsanwesender Bevölkerung zugerechnet. Während der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember d. I. auf Reisen oder sonstwie unterwegs befindliche Personen, einschließlich der auf in der Fahrt begriffenen Schiffen oder Fahrzeugen sich aufhaltenden, werden dort als anwesend gezählt, wo sie am 1. Dezember zuerst ankommen. Es ist zu ermitteln: 1) von jeder anwesenden Person der Vor- und Familienname, die Verwandtschaft oder sonstige Stellung zum Haushaltungsvorstande, insbesondere auch, ob zur Haushaltung gehöriger Dienstbote für häusliche oder gewerbliche Verrichtungen, das Geschlecht, der Familienstand, das Alter, die Geburtsgemeinde, der Beruf, Stand, Erwerb bezw. das Gewerbe, Geschäft oder der Nahrungszweig mit Angabe der Stellung im Hauptberuf, der Wohnort, der Arbeitsort, das Religionsbekenntnis, die Muttersprache >und die Staatsangehörigkeit; 2) von jeder reichsangehörigen aktiven Militärperson des Heeres und der Marine; der Dienstgrad und der Truppenteil bezw. die Behörde, der sie angehört; 3) von jeder blinden oder taubstummen Person: die Angabe des bezw. der betreffenden Mängel und Gebrechen, sowie, ob das Gebrechen in frühester Jugend oder später entstanden ist. Als Wohnstätten werden in die Kontroll-Liste die bewohnten und unbewohnten zu Wohnzwecken bestimmten, im Bau vollendeten Gebäude (Wohnhäuser), andere bewohnte, aber gewöhnlich nicht zu Wohnzwecken dienende Gebäude, sowie sonstige, den Charakter von Gebäuden nicht an sich tragende, feststehende oder bewegliche Baulichkeiten ausgenommen, die zur Zeit der Zählung bewohnt sind. Für die bei dieser Zählung über die Persönlichkeit des Einzelnen gewonnenen Nachrichten ist das Amtsgeheimnis zu wahren; sie dürfen ohne besondere Genehmigung der zuständigen Regierung nur zu statistischen Zusammen st ell ungen, nicht zu anderen Zwecken benutzt werden.
Aus Stadt und Fand.
Gießen, 11. Oktober.
** Personalnachrichten. Der Kreisamtmann und Feldbereinigungskommissär für die Provinz Oberhessen, Regier rungSrat Ernst Karl Süffert, wurde zum Kreisrat des Kreises Alzey und der Kreisamtmann bei dem Kreisamt Büdingen, Friedrich Sandmann, zum Feldbereinigungskommissär für die Provinz Oberhesien mit dem Amtssitze in Friedberg ernannt; der Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Mainz Professor Dr. Konrad Schäfer wurde auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt; der von dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen präsentierte Lehramtsassesior Friedrich Müller aus Flonheim im Kreise Alzey wurde zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Büdingen, die Lehramtsüccessisten Dr. Adam Flechsenhaar in Schlitz, Ludwig Hammer in Langen, Karl Kaus in Langen, Friedrich Lenh ar dt in Groß-Bieberau und Dr. August Schilling in Groß Gerau wurden zu Lehramtsassessoren ernannt.
* * Ladenschluß. Gegen die von der Versammlung geplante Geschäftszeit ist beim Kreisamt Protest erhoben worden und zwar namens derjenigen Geschäftsleute, speziell der Nahrungsmittelbranche, die kein fremdes Personal beschäftigen. Gegen den beabsichtigten Geschäftsschluß im Sommer um 8, im Winter um 9 Uhr abends hat man von dieser Seite nicht das Geringste einzuwenden; wohl aber will man dahin wirken, in der frühen Morgenstunde die Läden offen halten zu dürfen. Die kleinen Geschäftsinhaber wollen die nach dem Gesetz für sie höchst zulässige Arbeitszeit, wonach Geschäfte ohne fremdes Personal schon um 5 Uhr früh öffnen und verkaufen können, in Anspruch nehmen.
* * Ortskrankenkasse. Freie Aerztewahl in beschränkter Weise hat der Vorstand der Ortskrankenkasse für seine Mitglieder in Gießen beschlossen. Statt des bisherigen einen Kassenarztes Dr. Zins; er (Westanlage 19) haben die Mitglieder nunmehr zwischen diesem, Dr. P l o ch (Asterweg 9) und Dr. Hanau (Nordanlage 21) in Erkrankungsfällen die Auswahl. Diese neue Einrichtung kostet die Ortskrankenkasse pro Jahr etwa 5—6000 Mk. an Aerztehonorar mehr.
* * Schütz en verein. Am deutschen Bundesschießen in Dresden beteiligten sich von den Mitgliedern des hiesigen Schützenvereins die Herren: C. Wigandt, Fr. Seibel, Brück unb Appel. Die soeben eingetroffenen Preise, die die Herren Wigandt (Bronzeuhr und Besteckkasten) und Seibel (Silberne Herrenuhr) errangen, sind im Schaufenster der Firma Reiber, Seltersweg, ausgestellt. Außerdem errangen genannte vier Herren namhafte Geldpreise.
* * Jubiläum. Die Tabak- und Zigarrenfabrik von Gg. Heinr. Schirmer feierte gestern das Fest des 75jährigen Bestehens. Wie die Mehrzahl der hier bestehenden Betriebe derselben Branche hat sich auch die Firma Schirmer aus kleinen Anfängen zu der .Höhe emporgeschwungen, auf der sie heute sowohl hinsichtlich der Vorzüglichkeit ihrer Fabrikate wie ihrer Geschäftsgrundsätze steht und geachtet wird. Was aber die Firma noch besonders ehrt, ist das zur Tradition gewordene gute, fast familiäre Verhältnis zu ihren Angestellten und dem Arbeiterpersonal. Arbeitsverhältnisse von vierzigjähriger Dauer und darüber ehren ebenso die betreffenden Arbeiter wie die Firma. Am gestrigen Ehrentage der Firma kam das gegenseitige gute Einvernehmen zu besonderem Ausdruck. Am Morgen wurde der Chef in seinem schön geschmückten Arbeitsraume vom Kontorpersonat und den Abgeordneten der Arbeiter beglückwünscht und durch Ueberreichung recht ansprechend ausgeführter Widmungstafeln erfreut. Der Mittag vereinigte alle Angehörigen des Hauses zu einem fröhlichen Mahle im „Cafe Leib". Die Feier, die sich bis zum späten Abend fortsetzte und allen Teilnehmern Vergnügungen mancherlei Art bot,
entsprach in ihrem Verlaufe den Gefühlen, die das Haus' Schirmer seit seinem Bestehen mit den Angestellten und dem zahlreichen! Arbeiterpersonal verbinden. Daß die Firma die Thätigkeit und Anhänglichkeit ihres Gesamtpersonals zu ehren weiß, das bezeugten die zur Verteilung gekommenen reichen und sinnigen Geschenke; diejenigen für das Kontorperfonal und die Werkführer bestanden in geschmackvollen, tritt der Schutzmarke der Firma versehenen Zigarrentaschen mit reicher, wenn auch nicht zum Rauchen geeignete* Einlage; die Arbeiter erhielten je der Dauer ihres Arbeitsverhältnisses entsprechende Spenden in bar. Die gestrige Feier dürfte ebenso zum Befestigen des idealen Verhältnisses der Firma zu ihrem Personal beigetragen haben, wie zum ferneren Blühen und Gedeihen des Hauses Schirmer.
""".Feierabend fürLehrlinge. Der unter Leitung des Pfarrers Dr. Grein stehende Feierabend für Lehrlinge wird nächsten Sonntag, den 14. Oktober, wieder- feinen Anfang nehmen. Die Vereinigung bezweckt, jungen Leuten in der Lehrzeit den Sonntagabend anregend und unterhaltend zu gestalten. Dies wird erreicht durch Darbietung guter Unterhaltungsschriften im Vereinslokal, durch mannigfache Spiele, die zur Verfügung stehen, durch unentgeltliches Ausleihen von Büchern aus einer reichhaltigen Bibliothek sowie hier und da durch belehrende oder unterhaltende Vorträge. Zur Weihnachtszeit werden auch durch die jungen Leute selber mehrere kleine Stücke aufgeführt. Durch die baulichen Veränderungen am alten Rathaus war der Verein leider genötigt, den alten vorzüglich geeigneten Rathaussaal zu räumen und hält nun diesen kommenden Winter seine Zusammenkünfte in der Gewerbes chuleA st erweg2 5 (EckeA st erwea und Sch i ll e r st r aß e im unteren Saale ab. Zu diesem Zweck ist der Saal vom nächsten Sonntag ab jeden Sonntag, abends von6 — lOUHr geöffnet. Eltern und Dienstherren seien auf dies gemeinnützige Unternehmen aufmerksam gemacht (s. auch Inserat) und gebeten, die jungen Leute zu regelmäßigem Kommen zu veranlassen, damit auch in diesem Winter sich dort wieder ein reges, fröhliches Leben entfalten kann und der Besuch auch unter den neuen Verhältnissen die altgewohnte Höhe von weit über 100 Lehrlingen erreicht.
* * Die Bauplätze zwischen Brand und Ostanlage (früher Oppenheimerscher Garten) sind nunmehr bis auf zwei Parzellen sämtlich verkauft, so daß damit die Bebauung dieses Geländes für das'kommende Jahr gesichert ist. Der wüste Platz in jener Gegend machte bisher auch gerade keinen angenehmen Eindruck auf den Vorübergehenden.
* * Rekruten ein st ellung. Die Rekruten rücken morgen vormittag in Stärke von über 800 Mairn bei unserem Infanterie-Regiment ein.
* * Hessische Handwerkskammer. An die Handwerkskammer gelangen vielfach Fragen über die näheren Bestimmungen des Ladenschlusses. Obwohl in erster Linie die diesbezüglichen gesetzlichen Bestimm- ungen das Handelsgewerbe berühren, so sind doch auch viele Handwerkszweige hiervon betroffen. Durch die Gewerbenovelle ist der Ladenschluß auf 9 Uhr festgesetzt, jedoch sind gemäß § 139e Abs. 2 Ausnahmen zugelassen, daß dieser Schluß auch erst um 10 Uhr abends stattfinden kann. Bei der nun gegenwärtig sich bemerkbar machenden Strömung, den allgemeinen Ladenschluß auf 8 Uhr herbei- zuführen, wirft sich die Frage auf, ob die auf den 9 Uhr-Schluß Bezug habenden Ausnahmebestimmungen auch für den 8 Uhr-Schluß Giltigkeit haben, wenn ein solcher auf Antrag von mindestens zwei Drittel der beteiligten Geschäftsinhaber herbeigesührt werden sollte. Ter § 139f sieht diese Ausnahmebestimmungen nicht vor. Um diesbezügliche an die Kammer gerichtete Schreiben beantworten zu können, hat sich diese an Großherzogliches Ministerium mit der Anfrage gewendet, welche Ansichten von dieser Behörde über diesen Punkt vertreten werden.
** Der Zweiten Kammer der Landstände ging eine Anfrage des Abg. Dr. Schroeder über die Revision der allgemeinen Bauordnung zu, dahin lautend, ob und wann die schon länger in Aussicht stehende Revision der allge. meinen Bauordnung, d. h. eine darauf gerichtete Vorlage an die Stände zu erwarten ist; ferner eine Anfrage des Abgeordneten Dr. Schroeder über die Ausbildung der Zeichenlehrer, dahin lautend, ob, und bis wann voraussichtlich Anordnung zur Herbeiführung eines einheitlichen Unterrichtsplans und staatlicher Prüfungen für die künftigen Zeichenlehrer an unseren höheren und anderen Schulen zu erwarten, resp. die dafür etwa noch erforderlichen Geld» mittel von den Ständen verlangt werden sollen und wollen.
« Lang.Göns, 10. Oktober. Wie bereits berichtet, ist gegen die am 6. v. Mts. stattgesundene Wahl des Herrn Rompf als Bürgermeister unserer Gemeinde Einspruch erhoben worden. Heute nun weilte die Großh. Kreisamtsbehörde von Gießen hier und vernahm eine größere Anzahl Einwohner über die von den Reklamanten behaupteten Thatfachen, auf Grund deren die Kassierung der Wahl begehrt wird.
Butzbach, 10. Oktober. In der gestern nachmittag abgehaltenen Sitzung des Gemeinderats wurde unser seitheriger Beigeordneter Küchel IV. durch den Geh. Re- gierungSrat Dr. Br ad en-Friedberg in sein Amt als Bürgermeister eingeführt und vereidigt. — Die hiesige Realschule unternimmt morgen einen Au sflug zu den Einweihungsfeierlichkeiten aus der Saal- burg. Die Abfahrt erfolgt morgens 5.08 Uhr mit der Bahn bis Friedberg. Von da aus Fußmarsch durch daS Köpperner Thal auf die Saalburg.
+ Lehnheim bei Grünberg, 10. Oktober. Heute fand die Ausfischung des zwischen hier und Merlau belegenen fiskalischen Teiches statt. Es wurden etwa 6 Gentner Fische (Karpfen und Hechte) gezogen. Der größte Teil der Fische wurde an einen Händler aus Villmgen abgegeben, ^n letzterer Zeit scheint man Oer Fischzucht wieder mehr Sorgfalt angedeihen zu lassen. Nachdem vor Jahren viele der in den Vogelsberger Waldungen befindlichen Teiche trockengelegt und mit Gras eingesäet wurden, ist man jetzt wieder auf die Anlage von Fischteichen bedacht.
() B ü d i n g e n, 10. Oktober. Kamm ist die K l a u e n--


