giesischen Gebiet zu flüchten und sich dort anzusiedeln. Das Blatt drückt die Hoffnung aus, daß Deutschland die Buren in diesem Falle zur Ablieferung ihrer Waffen zwingen werde.
Deutsches Reich.
Berlin, 10. September. Aus Stettin wird gemeldet: Das Kaiserpaar fuhr gestern vormittag vom Schlosse nach der Kaserne des Grenadierregiments „König Friedrich Wilhelm IV." (1. Pomm.) Nr. 2, auf dessen Hof Feld- gottesdienft stattfand. Nach dem Gottesdienste, an den sich ein Parademarsch schloß, nahm der Kaiser das Frühstück im Kasino des Regiments ein, während die Kaiserin den Offizieren ihres Kürassier-Regiments „Königin" im Schlöffe ein Frühstück gab. Bei dem Frühstück brachte der Kommandeur ein Hurrah aus den Kaiser aus, der mit einem Trinkspruch auf das Regiment erwiderte. Der Kaiser brachte dann einen zweiten Trinkspruch auf sein russisches Regiment „Wyborg" auS; deffen Oberst Becker dankte mit einem Hurrah auf das Grenadier-Regiment. — Um 5y4 Uhr traf Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich mit dem Feldmarschall-Leutnant Grafen Nostiz und den Flügeladjutanten Major Kraus und Elislago ein. Der Kaiser begrüßte den Erzherzog auf das Herzlichste und fuhr mit ihm zum Schlosse. Der Erzherzog wurde im Schlöffe von der Kaiserin begrüßt und dann vom Kaiser zu seiner Wohnung bei dem kommandierenden General geleitet. Am Abend fand bei dem Kaiserpaar Tafel für die Provinz statt. — Der Kaiser, Erzherzog Franz Ferdinand und die übrigen fürstlichen Gäste wohnten heute den Manövern bei Greifenhagen und Langenhagen bei. Die Fürstlichkeiten kehrten um 3 Uhr nach Stettin zurück. Der Kaiser blieb noch länger im Gelände. Das 2. Armeekorps, rot, das der Annahme nach bei Rügenwaldermünde gelandet ist und aus Berlin vorrückt, war bis Stettin gekommen und wollte östlich der Oder weiter vorgehen. Seine 42. Division und seine Kavalleriedivision A, die vorgeschoben waren, sollten den Feind aufhalten. Das Gardekorps, blau, das der Annahme nach bei Berlin zusammengezogen war, war über Königsberg vorgerückt und beabsichtigte heute den Vormarsch fortzusetzen. Im Manövergelände sind ernstere Zusammenstöße nicht vorgekommen. Im Allgemeinen sind beide Parteien ihren Absichten gemäß vorgerückt. Nur die vorgeschobenen Truppen der roten Parteidivision und die 42. Kavalleriedivision gingen etwas zurück.
— An den Kaiser gerichtete Drohbriefe sollten nach einer Meldung der „Germania" beim Civilkabinett des Kaisers eingegangen sein und aus diesem Grunde sollten gelegentlich des demnächstigen Aufenthaltes des Kaiserpaares in Cadinen zur Sicherheit des Monarchen einige Berliner Kriminalpoliziften dorthin abkommandiert werden. Diese Nachricht ist nach der „Deutschen Tagesztg." nicht zutreffend. Es ist bei dem genannten Kabinett bisher kein Drohbrief an den Kaiser abgeliefert worden.
— Das Befinden der Kaiserin Friedrich hat sich im Laufe der letzten acht Tage erheblich gebessert.
— Der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe hatte nach seiner Rückkehr gestern eine Unterredung mit dem Staatssekretär Freiherrn v. Thielmann.
— Der deutsche Kriegerbund, der etwa 1 f/3 Millionen Mitglieder zählt, beabsichtigt am 18. Januar 1901, als dem 200. Gründungslag des Königreichs Preußen, dem Kaiser den Ertrag einer unter den Mitgliedern veranstalteten Sammlung zu überreichen, mit der Bitte, daß der Kaiser die Gabe zu einer patriotischen Stiftung verwenden möge.
— Auf dem gestern stattgehabten Magdeburger Parteitag der deutsch-sozialen Reform-Partei wurde ein Antrag, dem Fraktions-Vorftande (Liebermann- Raab) und der Fraktion ein Vertrauens-Votum auszustellen, mit 85 gegen 75 Stimmen und 5 Stimm-Enthaltungen abgelehnt. Bei Bekanntgabe des Resultats verlas Abg. Liebermann eine Resolution, in der es heißt: Die Spaltung ist vollzogen. Im Laufe der Sitzung kam es zu sehr erregten Auseinandersetzungen hauptsächlich zwischen den Abgg. Liebermann und Bindewald.
München, 10. September, lieber das Befinden des Prinzen Heinrich von Hessen wurde heute nachmittag folgendes Bulletin ausgegeben: „Die Nacht war ruhiger, sonst ist der Zustand unverändert." — Prinz Heinrich hat seit 1892 in München seinen Wohnsitz. Der großherzogliche Hof von Hessen, sowie der Prinzregent und die Mitglieder des königlichen Hauses wurden von der schlimmen Wendung im Befinden des Prinzen in Kenntnis gesetzt. Der Regent ließ durch seinen Generaladjutanten Grafen Lerchenfeld Erkundigungen einziehen, Prinz und Prinzessin Ludwig Ferdinand erschienen persönlich.
Ausland.
London, 10. September. Es erregt Aufsehen, daß die beiden neuen französischen Kanaldampser „Le dtord" und „Pas de Calais" mit elektrischen Marine-Scheinwerfern versehen sind, womit sie die Landbefestigungen von Dover bestrichen haben. Die Scheinwerfer sind auf einer besonderen Brücke über der Brücke der Schiffe aufgestellt. Ihre Benutzung widerstreitet den Vorschriften des englischen Handelsamtes, zumal ihr blendender Schein die Schiffahrt gefährdet.
Haag, 10. September. Auf das Telegramm, das die Vertreter der Mächte bei Mederlegung der Ratifikationsurkunden der auf der Friedenskonferenz unterzeichneten Verträge und Deklarationen an den Kaiser von Rußland sandten, sprach dieser telegraphisch dem Minister des Auswärtigen Beaufort aufrichtigen Dank aus und fügte hinzu: Gott gebe, daß die Arbeiten, an denen die Mitglieder der Konferenz lebl- haften Anteil nahmen, als Grundlage dienen für die S?er stellung eines, sei es auch, in ferner Zukunft ein
tretenden allgemeinen Friedens, des Zieles jeder christlichen Zivilisation.
Paris, 10. September. Generale. - Arnim traf heute vormittag mit zwei Generalstabs-Dffizieren hierein, um den großen Manövern in der Beauce Mizuwohnen.
Rom, 10. September. In vatikanischen Kreisen herrscht große Aufregung über ein angeblich entdecktes Komplott ig egen das Lebendes Pap st es. Aus einem von der Polizei beschlagnahmten Briefe geht hervor, daß die amerikanischen Anarchisten die Ermordung des Papstes beschlossen habjen. (?) Die Polizei erstattete Meldung an den Kommandanten der päpstlichen Gendarmerie, Serri. Im Vatikan wurden sofort die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen. An alle Bischöfe ist eine Cirkularnote versandt worden, in der sie aufgefordert werden, bei der Zusammensetzung der Pilgerzüge auf die mitfahrenden Personen ihr besonderes Augenmerk zu richten. Insbesondere wird befürchtet, daß es einem Anarchisten gelingen könnte, gelegentlich der im Oktober stattfindenden Heiligsprechung sich in die Peterskirche einzuschleichen. Die englische Polizei hat der italienischen die Namen von mehreren aus Amerika eingetroffenen Anarchisten mitgeteilt. Zwei derselben sind bereits nach Italien abgereist.
B u d a p e st, 10. September. Blättermeldungen zufolge fanden in mehreren Ortschaften Bosniens anläßlich des Jubiläums des Sultans Ruhe st ö r ungen statt, weil die Behörden der macedonischen Bevölkerung verboten, ihre Häuser zu beflaggen und zu illmninieren, Deputationen nach Konstantinopel zu entsenden. Nachdem die Macedonier trotzdem ihre Häuser beflaggt und illuminiert hatten, drangen in Mostar gegen Abend die Gendarmen in die Häuser und Moscheen ein, rissen die Beleuchtungskörper herunter und warfen diese ebenso wie die die Aufschrift „Es lebe der Sultan" tragenden Fahnen auf die Straße. Zwischen der Bevölkerung und den Gendarmen kam es zu argen Streitigkeiten. Ein Gendarm wurde lebensgefährlich verwundet. Vier Bataillone Militär mußten ausrücken, um die Ordnung wiederherzustellen. Aehnliche Exzesse ereigneten sich auch in anderen Ortschaften. '
— Die rumänische Regierun g -richtete nach einer hierher gelangten Meldung an die bulgarische Regierung eine Note des Inhalts, dieselbe möge das Rumänien beleidigende letzte Dementi der „Agence de Telegraphie Bulgare" binnen 48 Stunden zurückziehen. Gleichzeitig wurde eine Beschwerdenote an den Sultan und eine Cirkularnote an die Vigna- tar-Mächte des Berliner Vertrages gerichtet. Wie verlautet, instruierte die rumänische RegietzEig ferner ihren Geschäftsträger Misu in Sofia Hüksin: Wenn Bulgarien binnen 48 Stunden keine befriedigende Antwort erteile, solle er seine Pässe fordern und abreisen.
Politische Tagesschau.
Die Rede, die der Kaiser beider Ankunft in Stettin gehalten hat, wurde bekanntlich in zwei Fassungen von dem offiziösen Wolffschen Büreau mitgeteilt. Tie in Frage kommende Stelle lautete in der ersten Fassung:
„Ich habe gar keine Besorgnisse für die Zukunft, ich bin überzeugt, daß mein Plan gelingen wird. Das wird auch zum Besten Stettins, der Provinz Pommern und des ganzen Vaterlandes dienen. Das walte Gott!"
Diese Fassung wurde, wie gesagt, nicht etwa in indirekter, sondern in direkter Rede von dem Wolffschen Büreau verbreitet. Am Tage darauf verbreitete dasselbe Wölfische Büreau nachstehende Fassungen
„Ich habe gar keine Besorgnisse^Kr die Zukunft, denn mit uns ist Gott, der wird uns durchhelfen."
Es liegt auf der Hand, daß diese Korrektur starkes Aufsehen erregen muß. Entweder hsat der Kaiser so gesprochen, wie die zweite veröffentlichte Fassung lautet; dann ist es doch geradezu unerhört, daß ein Berichterstatter Sätze in die kaiserliche Rede einzuschieben sich unterfängt, die gar nicht gesprochen worden sind. Ein Mißverständnis ist nach Lage der Sache ausgeschlossen. Man kann Worte, die gesprochen sind, mißverstehen, aber es können unmöglich Worte gehört werden, die nicht gesprochen sind. .Hat aber der Kaiser das gesagt, was die e r st e veröffentlichte Fassung mitteilte, dann würde mit der nachträglichen Korrektur absolut nicht das erreicht, was damit erreicht werden sollte, sondern eher das Gegenteil. Die Worte: „Ich bin überzeugt, daß mein Plan gelingen wird", können durch die nachträgliche Korrektur so interpretiert werden, daß gewisse Bedenken berechtigt erscheinen. Wir halten sonach diese Korrektur im vorliegenden Falle für recht unglücklich. Sie hätte, nachdem die erste Fassung einmal verbreitet war, wegbleiben können und wegbleiben müssen. Ter Vorgang veranlaßt uns aber, nochmals die Forderung zu erheben, daß man bei der Veröffentlichung kaiserlicher Reden mit größerer Vorsicht verfahre. Dre Wiedergabe der Reden Sr. Majestät ist schwierig, weil der Kaiser, wie es heißt, frei und sehr schnell spricht. Er hat zweifelsohne dasselbe Recht wie jeder Parlamentarier und jeder sonstige öffentliche Redner, der das Stenogramm seiner Rede vor der Veröffentlichung zu k o r r i g i e r e n pflegt. Unbedingt aber muß dafür gesorgt werden, daß die Reden nur in beglaubigter Fassung in die Oeffentlichkeit gelangen, und daß Korrekturen wie die oben besprochene sich nicht wiederholen. Solche Korrekturen müssen, wenn sie sich wiederholen, bedenklich wirken. Gewiß hat dav Volk ein Interesse daran, die Worte seines Kaisers möglichst bald zu erfahren, aber es hat ein viel größeres Interesse daran, sie so zu erfahren, wie sie gesprochen oder gemeint waren. Daß selbst bei der größten Vorsicht unbeglaubigte Fassungen der kaiserlichen Reden in die Oeffentlichkeit gelangen können und werden, liegt auf der Hand. TaS wird sich kaum ändern lassen, es sei denn, daß nur vorbereitete, im Wortlaute fest- gestellte Reden gehalten würden. Was aber vermied e n werden kann und vermieden werben m u ß, t st, daß offiziell zwei ganz v e r s ch i e d e n e a s s u n g e n verbreitet werden. Geschieht das, dann merkt man dre Absicht, und die übliche Verstimmung folgt.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 11. September 1900.
Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag den 13. September 1900, ^EhmittagS 31/2 Uhr: 1. Stiftung der Eheleute Friedrich Textor. 2. Auslosung der zurückzuzahlenden Obligationen des 1890er Anlehens. 3. Desgl. des 1893er An- lehenS. 4. Desgl. des 1894er AnlehenS. 5. Desgl. des 1895er Anlehens. 6. Baugesuch des M. Levi für den Seltersweg; hier:'Dispens. 7. Baugesuch der Architekten Stein u. Meyer für den Seltersweg; hier: Tauschvertrag mit Eberhard Metzger. 8. Gesuch des Wilhelm Steinbach um Geländeaustausch. 9. Desgl. der Heinrich Leib Wittwe um Austausch von Gelände hinter den Eichen gegen Gelände am Philosophenwald. 10. Gesuch des Johannes Schäfer III. und Wilhelm Größer III. um Abtretung von Gelände an der Roonstraße. 11. Gesuch des Isaac Walldorf wegen Ausstellung seiner Wagen aus Oswaldsgarten. 12. Gesuch der Großh. Gymnasialdirektion zu Gießen um Abhilfe gegen das Wagengeräusch von der Straße. 13. Die Einfassung des Stadtringgrabens in eine Steinsohle; hier: Ausbeffe- rung von schadhaften Stellen. 14. Die Lastwage auf dem Seltersberg; hier: Uebergang derselben von R. Günge- rich an Karl Haas V. 15. Die Prüfung der Löber'schen Stiftsrechung für 1899/1900. 16. Voranschlag derselben Stiftung für 1900/1901. 17. Gesuch der Franz Umstetter Ehefrau um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause, Ludwigstraße 6. 18. Desgl. des Christoph Arnold um Erlaubnis zum Ausschank von Branntwein im Hause Stephanstraße 42.
** Ladenbesitzer-Versammlung. Auf Anregung des Vorstandes des Detaillisten-Vereins findet heute abenb 9 Uhr im Hotel Einhorn eine Versammlung hiesiger Ladenbesitzer zum Zwecke gegenseitiger Aussprache und eventueller Beschluß- fassung über eine Neuregelung der Verkaufszeit in offenen Verkaufsstellen statt, die im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen der Gewerbeordnung § 139 c betr. Beschäftigungszeit und Ruhepausen der Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen Verkaufsstellen, steht. Es dürfte sich für jeden Besitzer einer ioffenen Verkaufsstelle irgend welcher Art empfehlen, dieser Versammlung beizuwohnen und seine Meinung zum Ausdruck zu bringen, umsomehr, als der § 139 f der Gewerbeordnung bestimmt: Auf Antrag von mindestens zwei Drittel der beteiligten Geschäftsinhaber kann durch die höhere Verwaltungsbehörde für eine Gemeinde bestimmt werden, daß für alle oder einzelne Geschätszweige die Verkaufsstellen in der Zeit zwischen 8 und 9 Uhr abends und zwischen 5 und 7 Uhr morgens für den geschäftlichen Verkehr geschlossen sind.
** Feuerwehrübung. Wie vor einigen Wochen an einem Hause der Kaplaneigasse und vorigen Donnerstag an der Ruine am Kanzleiberg, so fand gestern pbend eine Uebung der Gießener freiwilligen
Feuerwehr an der Aktienbrauerei statt. Es wurde angenommen, daß die Mälzerei in Brand geraten und es durch die eigenen Löscheinrichtungen der Brauerei nicht möglich gewesen wäre, denselben zu dämpfen, sodaß die Feuerwehr zu Hilfe gerufen werden mußte. Dieselbe ließ einen Teil ihrer Geräte durch Pferdegespanne hinauffahren, während die anderen von der Mannschaft befördert wurden. Die mechanische Leiter fand bei dem Angriffe nützliche Verwendung, wie es sich auch zeigte, daß bei so Hoch gelegenen Gebäuden, wenn aus dem Hydranten gleichzeitig mehrere Strahlrohre gespeist werden müssen, die Spritzen nicht überflüssig sind, wie manchmal angenommen wird. Nach Beendigung der Uebung, zu der die Mannschaft sehr zahlreich erschienen war, wurden zunächst die eigenen Löscheinrichtungen der Brauerei einer Besichtigung unterzogen; besondere Anerkennung fanden dabei die Strahlrohre, die durch eine besondere Vorrichtung auch zum Niederschlagen des Rauches dienen können. Da die Direktion die Liebenswürdigkeit hatte, der Feuerwehr einige Fässer Bier zu ponieren, so entwickelte sich noch eine zeitlang ein fröhliches Treiben. Vom Branddirektor und vom derzeitigen ersten Hauptmann wurden mehrere Trinksprüche ausgebracht, die Spielleute spielten einen schönen Marsch und Kamerad Meißner trug ein paar mit Beifall aufgenommene humoristische Sachen vor; um halb 11 Uhr wurde der Rückmarsch angetreten. In einigen Wochen findet eine gemeinsame Uebung aller drei Kompagnien statt und nachher noch eine Sonder-Uebung der &. f. F- zu Ehren eines Kameraden, her auf eine 25jährige Dienstzeit zurückblicken kaum
-r- Ruppertsburg, 10. September. Gestern Abend entstand in einer hiesigen Wirtschaft in Folge eines Wortwechsels Streit. Hierbei erhielt ein Mann einen Stoß auf die Brust, so daß er rücklings zu Boden stürzte und eine Verletzung sich am Kopfe zuzog. Der zugerufene Arzt konstatierte außerdem eine starke Hirnerfchütterung.
Mainz, 11. September. Die Presse folgte am Samstag abend einer Probebeleuchtung des Stadttheaters. Fast sämtliche Stadtverordnete hatten sich ebenfalls dazu eingefundex. Beigeordneter Baurat Kuhn und Direktor Steinbach begrüßten die Erschienenen, worauf man sich in das Foyer des ersten Ranges begab und dort einen längeren Vortrag des Geheimrats Professor Dr. Kittler-Darmstadt anhörte. Vom zweiten Rang aus sahen sich die Geladenen dann eine praktische Vorführung der elektrischen ^^uchtung des Zuschauerraumes und der Bühne an. Beide, besonders aber die der Bühne, sind als vollendet gelungen zu bezeichnen. Das Licht ist ein gleichbleibend angenehmes und auf der Bühne wird fast Tageshelle durch dasselbe erzielt. — In der Nacht von Samstag auf Sonntag kamen m der Holla- gaffe ein Taglöhner und em Fuhrmann in Wortwechsel, be welcher Gelegenheit der erstere dem Fuhrmann mehrere Messerstiche in den Arm versetzte und dann entfloh. Der Verletzte wurde von einem Heilgehilfen verbunden. — In einem hiesigen (Safe bedrohte vorgestern ein junges Mädchen einen hiesigen Herrn mit Totschießen. Der Bedrohte machte der Polizei Anzeige. — Steckbrieflich verfolgt werden zwei Zigeuner, Bursche und Mädchen, die in der SamStagnacht in Rheindürkheim 500 Mark gestohlen haben.


