Ein Londoner Telegramm lautet: Ende voriger Woche sanden heftige Kämpfe um Tientsin statt. Schon am 4, Juli nachmittags machten die Chinesen einen scharfen Angriff aus die nördlichen Befestigungen der Fremdenniederlassungen. Obwohl die Gewalt des feindlichen Anpralls durch einen gleichzeitig niedergehenden Wolkenbruch an Kraft verlor, und die Angreifer vor Einbruch der Nacht zurückgeschlagen wurden, erlitten die vereinigten Truppen einen Gesamtverlust von 30 Mann an Toten und Verwundeten. Bei der Vertreibung des Feindes erwiesen sich namentlich die Schisfsgeschütze des englischen Kreuzers „Terrible" als wirksam. — Nach einer Reutermeldung vom 4. d. M. aus Tientsin griffen 3 Kompagnien japanesischer Infanterie mit einer Gebirgsbatterie und einigen russischen Schützen die chinesischen Geschütze an, jedoch mit geringem Erfolg. Ein Zwölfpfünder des Kriegsschiffs „Ter- rible" trat darauf bei der Eisenbahnstation in Thätigkeit. Der Feind nahm denselben nnter Feuer und traf ihn mit zwei Geschaffen, wodurch die Laffette leicht beschädigt und ein Matrose verwundet wurde. Das Geschütz wurde zurückgezogen und durch ein französisches ersetzt. Das nächste chinesische Geschoß platzte mitten in der Geschützausstellung und verwundete 3 Mann. Der größere Teil der Frauen und Kinder der Europäer hat Tientsin verlaffen und geht über Tongten nach Shanghai. Obwohl inzwischen weitere Verstärkungen für die vereinigten Truppen eingetroffen sind, wird ernstlich daran gedacht, den Ort preiszugeben. Es heißt, daß zur Verstärkung der Tientsin bereits belagernden chinesischen Armee 2 Generale, der eine mit 10 000 Mann, der andere mit einer Armee von unbekannter Stärke, aus dem Wege von Peking her aus Tientsin vorrücken. —
Eine Depesche aus Shanghai meldet: Admiral Bruce telegraphierte aus Taku, er erwarte binnen einer Woche 13 000 Mann japanische Truppen, mit denen er Tientsin werde Hilft bringen können. — Der Shanghaier Vertreter der „Daily Mail" telegraphiert, es unterliege keinem Zweifel, daß Prinz Tsching den Europäern beistehe und Junglu ihm dabei behilflich sei. Um zu verhindern, daß schwere Kanonen gegen die Gesandtschaften verwendet werden, hätten beide sich der Munition bemächtigt und sie beseitigt.
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Wie man aus Kiel meldet, fuhr der Kaiser am Dienstag an Bord des für die Ausreise nach China bereit liegenden Kreuzers „Bussard", um sich von der Besatzung zu verabschieden. Er ermahnte sie in einer kurzen Ansprache zu treuem Ausharren, wünschte den Leute eine gute Fahrt, und begab sich darauf zur „Hohenzollern" zurück. Der „Bussard" verließ sodann den Hasen.
Die nach China bestimmte deutsche Brigade soll aus 8 Bataillonen bestehen, von denen Bayern, Sachsen und Württemberg je 1 und Preußen 5 stellt. Der Kommandeur der Brigade dürste noch nicht ernannt sein. Offiziere haben sich ebenso wie Mannschaften in außerordentlich großer Zahl für die Brigade gemeldet. — Nach einer Meldung aus Bremerhasen geht der Lloyddampfer „Gera" am 17. d. MtS. zur Verwendung als Hospital- Schiff nach China. Auch der neue Lloyddampfer „Straßburg" wurde zu Transportzwecken gechartert. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Nachricht, daß der deutsche Kaiser in Kiel der Torpedoinspektion die schleunige Mobilmachung einer Hochsee-TorpedobootSdivision für China ausgetragen habe, ist unzutreffend. Beabsichtigt ill die HerauSsendung von fünf großen neuen Torpedobooten als Depeschenboote für das Kreuzungsgeschwader. Die Torpedoinspektion ist durch das Reichsmarineamt angewiesen worden, die Boote „S. 90 bis 94" für diesen Zweck zur Entsendung nach China klar zu machen.
Die Einberufung des BundeSrats-AuSschusseS für auswärtige Angelegenheiten ist, wie die „StaatSbztg." meldet, aus Wunsch des Kaisers erfolgt, dem daran gelegen sei, auf dem in der Reichsverfassung gewiesenen Wege die Bundesregierungen über die durch die Wirren in China gegebenen politische Lage und die ergriffenen und noch zu ergreifenden Maßnahmen in Kenntnis zu setzen.
Telegramme deS Oietzerrer Anzeiger-.
Berlin, 11. Juli. Die Verproviantierung der in China stationierten gesamten Mannschaften soll von der Heimat aus geleitet werden. In Abständen von je 14 Tagen biirften die Sendungen, denen der Bedarf an Munition und Jnveniarien beigegeben wird, zur Expedition kommen. — Wie zu erwarten war, wird für die bereits nach China entsandten und noch weiter zu entsendenden Landtruppen das entsprechende Sanitätspersonal und Sanitätsmaterial zur Verfügung gestellt werden. Außer einer größeren Anzahl von SanitätS-Offizieren werden auch Apotheker das Expeditions-Korps begleiten. Dem Vernehmen nach sind an die aktiven Militär-Apotheker Anfragen ergangen, ob sie bereit seien, sich für die Expedition zur Verfiigunq zu stellen. Aus die Apotheker des B-urlaublenstande« dürfte zunächst nicht zurückgegriffen werden.
n-r j.^£ntl0n,rC-11' • ^uIi' "Daily Expreß" berichtet aus Tschisu: Eme japanische Armee von 22000 Mann darunter 5000 Mann Kavallerie, ist in Taku gelandet. Diese Armee führt 36 schwere Haubitzen und 120 Feldgeschütze mit sich, ebenso eine Abteilung Genietruppen, sowie 8000 Träger. Die Japaner haben alle Vorkehrungen für einen langen Feldzug getroffen. Diese Thatsache scheint den Russen und den Deutschen besonders aufzufallen Auch der französische Befehlshaber sandte seiner Regierung hierüber ein längeres Telegramm. Den Befehl über die japanische Truppenmacht wird entweder der Marschall Nodza oder der Marschall Ozama übernehmen. Innerhalb acht Tagen werden noch weitere 30000 Mann in Taku landen.
Vier Tage später werden wiederum 10000 Mann nach China befördert werden, so daß Japan ungefähr 60000 Mann im Norden Chinas stehen hat.
London, 11. Juli. Der Vizekönig Likuyi erklärte einem Korrespondenten der „Daily Mail", er sei bereit, den aus Peking kommenden Befehlen gegen die Fremden Folge zu leisten, wenn er überzeugt wäre, daß die Kaiserin-Mutter noch am Leben sei. Die Chinesen besäßen mehr Waffen und Munition als sie gebrauch en könnten.
Loudon, 11. Juli. Aus Shanghai wird gemeldet: Man hat hier Abzüge eines Erlasses erhalten, in dem sich der Prinz Tuan öffentlich zum Kaiser erklärt und die Boxer zu ihrem Vorgehen gegen die Fremden beglückwünscht. — Unter der chinesischen Bevölkerung Shanghais herrscht augenblicklich eine große Entmutigung. Mehrere tausend Chinesen haben bereits die Stadt verlassen. Der Einfuhrhandel ist gänzlich abgebrochen infolge der Kreditverweigerung der chinesischen Bankgeschäfte. Die meisten Spinnereien sind geschlossen. Das Anerbieten der vom deutschen Kaiser versprochenen 1000 Tael für die Rettung eines Europäers wird mit Mißtrauen ausgenommen.
Washington, 11. Juli. Die amerikanische Regierung hat den Großmächten eine Note zugesandt über ihre Haltung gegenüber China. Es heißt darin, die amerikanische Regierung verfolge heute wie seit 1857 dieselbe Politik, nämlich eine Politik des Friedens in China, eine Politik der Förderung deS berechtigten Handels und des Schutzes der amerikanischen Staatsangehörigen, insofern diese mit den Verträgen und den Menschenrechten übereinstimmen. Die Vereinigten Staaten werden sich den übrigen Großmächten anschließen, um die Eröffnung der Verbindung mit Peking, die Freilassung der amerikanischen Bürger und den Schutz des Lebens und des Eigentums der amerikanischen Bürger in China zu erlangen. Die Regierung wünsche die Aufrechterhaltung des chinesischen Reiches in Bezug aus daS Gebiet und die Verwaltung und wird die durch die Verträge gesicherten Rechte garantieren und die Handelsfreiheit mit ganz China auch fernerhin verlangen.
Der Krieg in Südafrika.
Ter Staatssekretär des Oranjefrei st aates Bliguant, Unterstaatssekretär Dicksou, GWeraladvokat Vantander und das Mitglied des Rates des Oranjefreistaates Kupferbürger sind in Heilbronn eingetroffen und haben sich den Engländern ergeben. Bliguant und Dick- son schlugen vor, eine Abordnung einflußreicher Beamten an den Präsidenten Steijn «abgehen zu lassen, um auch ihn zur Uebergabe zu überreden.
General Hutton wurde am 9. d. M. in Heilbron von einer großen Anzahl Buren angegriffen. Es gelang ihm jedoch, sie ohne große Schwierigkeit zurückzuschlagen.
Nach einem Telegramm aus London überraschen dort fortdauernde Kämpfe mit den Buren unangenehm, da man die öffentliche Meinung in England bereits daran gewöhnt hatte, den Krieg als vollständig beendet anzusehen.
Dem Reuterscheu Bureau wird aus Senekal (Oranje- Freistaat) vom 9. ds. gemeldet: General Rund le (von dein es neulich hieß, daß er von Dewet gefangen genommen sei) hat heute eine Rekognoszierung ausgeführt und gefunden, daß die Buren die Stellungen rings um Senekal, Biddulphsberg und Tafelberg einbegriffen, geräumt haben. Es scheint, daß viele feindliche Truppen sich nach Ficks- burg, die übrigen nach Retiefsnek bei Betlehem begeben haben. Eine Depesche Lord Roberts aus Pretoria vom Dienstag besagt: Die Streitkräfte Clements und Pagets sind am 7. Juli in Betlehem eingetroffen. Da Dewet sich weigerte, sich, zu ergeben, «nahm ein irländisches, Regiment die feindliche Stellung im Sturme und eroberte ein bei Stormberg verlorenes Geschütz wieder. Der Feind ist in vollem Rückzüge. Die englischen Verluste sind noch nicht vollständig f e st g e st e l l t, jedoch ün- erheblich.
Das Bureau des Munizipalrats zu Paris empfing die Abgesandten der Buren. Präsident Crebanvah begrüßte die Vertreter der Schwesterrepubliken, die die Welt durch ihren Heldenmut in Erstaunen gesetzt hätten, und brachte einen Trinkspruch, auf den Präsidenten Krüger und Steijn, die Parlamente und die Soldaten der Völker der Schwester-Republiken aus. D.as Mitglied des ausführenden Rats des Oranje-Freistaats, Fischer, dankte und sprach sein Bedauern über den Tod Villebois-Mareuils aus. Er schloß mit dem Ersuchen, diezivilisierte Welt möge einen Schiedsspruch fällen. Die Abgesandten wurden bei her Ankunft wie bei der Abfahrt von einer zahlreichen Menge begrüßt.
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Telegramm des Gieheuer Anzeigers.
Loudon, 11. Juli. Die Blätter ereifern sich über die angeblich schlechte Behandlung der von den Buren gefangen genommenen und jetzt in Freiheit gesetzten 800 Engländer. Es heißt, daß diese mit zerriffenen Burenkleidern und halb verhungert über die Grenze geschickt worden seien. Zweifellos deute die Entlassung der Gefangenen auf die große Not der Abteilung des Generals Dewet hin.
Deutsches Reich.
Berlin, 10. Juli. Aus Kiel wird gemeldet: Der Kaiser begab sich nach der Besichtigung des „Bussard" um 9 Uhr früh auf die „Hohenzollern". Das nächste Ziel der Kaiseryacht ist Bergerr.
— Wie oer „Westfälische Anzeiger" meldet, hat der Kaiser folgendes Telegramm an den Major v. Falk gerichtet: „Ich höre mit aufrichtigem Bedauern, daß Sie Ihren Vater verloren haben, ww spreche Ihnen und Ihrer Familie bei diesem schmerzlichen Verlust meine herzliche Teilnahme aus. Wilhelm".
— Die Prinzessin Heinrich von Preußen vollendet am Mittwoch ihr 34. Lebensjahr. Die Prinzessin ist bekanntlich eine geborene Prinzessin Irene von Hessen, Schwester des Großl>erzogs von Hessen, und seit dem 24. Mai 1888 mit dem Prinzen Heinrich von Preußen,
Bruder des Kaisers, vermählt. Der Ehe entsprossen die Prinzen Waldemar, Sigismund und Heinrich.
— Zu der Meldung der in Hannover erscheinende« „Deutschen Volksztg.", Prinz Max von Baden habe kürzlich bei einem Familiendiner in Gmunden „zum ersten Male das ihm von „unserem Herzog" verliehene Großkreuz des hannoverschen Georgsordens" getragen, schreibe die „Berl. N. Nachr.": Wir wissen nicht, ob diese Behauptung richtig ist, wohl aber wissen wir, daß die Welfen srch auf dem Holzwege befinden, wenn fie auf die Gmun- dener Fannlrenferer irgend welche politischen Hoffnungen gründen. Der Standpunkt Preußens in der welfischen Frage hat sich um keines Haares Breite geändert und wird auch in Zukunft der gleiche bleiben.
— Wie man aus München meldet, reiste der Staatsminister Freiherr v. Crailsheim heute nach Berlin, um den Sitzungen des Ausschusses des Bundesrats für auswärtige Angelegenheiten zu präsidieren.
— Staatssekretär Graf Posadowsky ist heute nach' Paris zum Besuche der Weltausstellung abgereist.
— Dem Generalstabsoffizier der elften Division, Major Freiherrn v. R e i tz e n st e i n, wurde der Rest der Festungshaft in Glatz erlassen und er fogleich dem Stabe des neuen Expeditionskorps nach China zugeteilt. Major von Reitzenstein hatte bekanntlich in dem Kriege Englands gegen Transvaal auf feiten der Buren gekämpft. Nach der „Rhein- (und Ruhrztg." wird er Chef des Stabes der neuerrichteten Brigade. Sein Bruder, Hauptmann von Reitzenstein, wird eine kriegsstarke Batterie, die in der Senne zusammengestellt wird, ebenfalls nach China führen.
— Der frühere Chefredakteur der „Kreuzztg.", Philipp v. Nathusius-Sudom, der Bruder des Greifswalder Professors Martin v. Nathusius, ist gestorben. Nathusius ist in der weiteren Öffentlichkeit durch seinen Versuch, eine große deutsche Encyklopädie in konservativem Sinne zu schreiben, und durch seine zum Teil daraus resultierenden finanziellen Prozesse bekannt geworden.
— Der Rittergutsbesitzer L i st in Saalfeld (Ostpreußen) hatte sich vor einiger Zeit hartnäckig geweigert, vor einem jüdischen Richter einen Eid zu lei st en, und war daher wegen Eidesverweigerung vom Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hat er Beschwerde eingelegt und gleichzeitig den Antrag gestellt, ihn von einem nichtjüdischen Richter verteidigen: zu hassen. Doch hatte weder die Beschwerde noch oer Antrag irgend welchen Erfolg. Am kommenden Donnerstag soll er vor demselben jüdischen Richter wieder den Eid leisten. Er soll einem dortigen Rechtsanwalt erklärt haben, er werde auch jetzt nicht den Eid leisten.
— Pfarrer Bräunlich aus Wetzdorf in Thür, ist bekanntlich aus Oesterreich ausgewiesen worden. Er schildert jetzt in der „Tägl. Rundschau" seine Ausweisung ausführlich. Er habe am Abend des 2. an einer streng vertraulichen Zusammenkunft der Brünner Evangelischen Gemeinde teilgenommen, zu der nur Eingeladene Zutritt hatten, müsse aber durch einen Polizeispitzel angezeigt worden sein. In der Nacht darauf fei er durch zwei Schutzleute aus dem Bette geholt, auf die Polizei gebracht, dort bis zum Abend sestgehalten und nachts eineinhalb Uhr irn Schnellzug über die Grenze geschafft worden, weil er wegen politischer, nationaler und religiöser Umtriebe aus allen im Reichsrat vertretenen Ländern für immer abgeschafft, das heißt ausgewiesen worden sei. Der deutsche Konsul (heißt es in der Zuschrift) gab mir leider nicht einmal Gelegenheit, mich Ausführlich auszusprechen, sondern stellte sich sofort auf die Seite des Polizeipräsidenten und tadelte mein Unternehmen, versprach jedoch, die Sache zu verfolgen und eventuell sich zu verwenden.
Stuttgart, 10. Juli. Der Abg. Haußmann hat in der Schlußsitzung des Abgeordnetenhauses die Art und Weise, mit der das evangelische Konsistoriummitden Lehrern verkehrt, zur Sprache gebracht. Er nannte die Sprache des Konsistoriums grobe und in- juriöse Angriffe. Der Sachverhalt war der, daß dem Oberlehrer G o n o l d, der den Vorsitzdes würt- tembergischen Volksschullehre? Vereins inne hat, vom Konsistorium Mißbilligung ausgesprochen worden war, weil er bezüglich der Organistenbesok- d u n g bei den Lehrern eine Umfrage veranstaltet hatte. Darob führte der geschäftsführende Ausschuß des Lehrervereins in einer Eingabe an das Konsistorium aus, welche Gründe zur Einleitung jener gerügten Umfrage Anlaß gegeben hatten und erklärte dabei, nicht Gonold, sondern der gesamte Ausschuß sei für die Umfrage verantwortliche Diese Eingabe war sachslich gehalten und das zutage getretene Solidaritätsgefühl war nicht Tadelnswertes. Das Konsistorium aber eröffnete einem der Mitunterzeichner, „es habe die von ihm geschriebene und von dem sogenannten geschäftsführenden Vorstand des württembergischen Schulvereins unterzeichnete Eingabe, die in der an diesen Kundgebungen gewohnten breitspurigen und dünkelhaften Art'abgefaßt fei, eingefthen und stelle(ihm und den weiteren Unterzeichnern anheim, den gegen Oberlehrer Gonold ausgesprochenen Tadel auch auf sich zu beziehen". Der Ausschuß des Volksschullehrervereins hat nunmehr den Schutz des Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens angerufen und zwar auf einstimmigen Beschluß hin und im Hinweis darauf, daß die im Interesse des württembergi- schen Bolksschullehrervereins geübte Thätigkeit sich innerhalb der gesetzlichen Schranken und unter Beachtung der gebührenden Form vollzogen hat.
München, 10. Juli. Die standesamtliche Eheschließung des Prinzen Rupprecht mit der Prinzessin Marie Gabriele in Baiern erfolgte heute vormittag in der Königlichen Residenz. Dem standesamtlichen Att folgte im Allerheiligsten der Hofkirche die kirchliche Trauung, die der Erzbischof von München-Freising vollzog. Unter den fürsttichen Gästen befand sich auch der Sßer» tretet des Kaisers, Prinz Joachim Albrecht von Preußen.
Anstirn-.
London, 10. Juli. (Unterhaus). General Laurie fragt, ob in dem Handelsverträge, über den gegenwärtig mit Deutschland verhandelt werde, Canada von den günstigen Tarifsätzen, die dem übrigen britischen Reiche gewährt würden, ausgeschlossen sei. Balfour erwidert, die Verhandlungen mit Deutschland über den neuen Handels-


