gierung in eine andere Stadt, vielleicht nach Prätoria zu
verlegen. .
- Nach einer Meldung aus Colenso haben die Buren die Eisenbahn bis Colenso wiederhergestellt nno verwenden eine aus Transvaal eingetroffene gepan^r Maschine und Waggons.
- Nach einer Meldung der „Daily News beginnt am 11. d. M. die Einschiffung der 8. Division nach
Süd afrika.
— Die Firma Vickers und Maxim hat den Auftrag erhallen, bis auf weiteres soviel 4,7- und 6zollige Schnellfeuergeschütze zu liefern, als es in ihren Kräften stände.
— Das „Reuter"-Bureau berichtet vom Modder - slusse unter dem 7. Januar, daß am frühen Morgen eine Schiffskanone die Burenstellung beschoß. Es verlautet, die Buren hätten ein Geschütz auf dem Hügel zur äußersten Linken ihrer Stellung aufgestellt, während sie Verschanzungen auf eine große Entfernung zur Rechten ihrer Stellung errichteten. Letztere hat eine solche Ausdehnung, daß 30 000 Mann zur Verteidigung notwendig sind. Nach Angaben von Eingeborenen hätte sich eine Abteilung des Feindes von Magersfontein in die Richtung von Colesberg begeben.
Berlin, 9. Januar. Das „Berl. Tageblatt" berichtet: Von gut unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß die Engländer in Kapstadt sogar die für die deutschen Konsuln in Prätoria und Johannesburg bestimmten Briefe aufhalten. Unter diesen Umständen ist man hier über die Vorkommnisse in Transvaal garnicht oder nur unzureichend informiert.
* *
Telegramme des „Gieheuer Anzeiger".
London, 10. Januar. Im Kriegsamte rechnet man anscheinend auf einen Flanken-Vorstoß der neu formierten Division Warren in Estcourt gegen die Stellung der Buren in Verbindung mit einem Angriff des Generals Buller. Die Freistaat-Buren haben in Blörn- fontein eine organisierte Ambulanz aufgelöst, welche hauptsächlich aus englischen Aerzten und englischem Personal bestand. An ihre Stelle tritt eine ans Deutschen gebildete Ambulanz mit Kaffernträgern. Nach einem Telegramm aus Kapstadt wurden die bei Sunnyside gefangenen Rebellen nach Kapstadt zur Aburteilung geschickt.
London, 10. Januar. In militärischen Kreisen ist man davon überzeugt, daß die Garnison von Ladysmith sich nicht mehr länger als 14 Tage halten kann, da die Vorräte an Lebensmitteln undMunition Anfang Februar auf alle Fälle erschöpft sind.
London, 10. Januar. Die Verletzung, welche sich General Joubert durch denSturz vom Pferde zu- gezogen hat, soll ziemlich bedeutend sein, sodaß Joubert, sobald es seine Kräfte erlauben, nach Prätoria ins Hospital gebracht werden wird.
London, 10. Januar. Die Verluste des Generals French bei Colesberg stellen sich als bedeutend höher heraus, wie man zuerst annahm. Nach der offiziellen Verlustliste sind 27 Mann tot, 21 verwundet und 107 vermißt resp. gefangen genommen. Unter den Toten befinden sich vier Offiziere.
Brussel, 10. Januar. In ben Streifen derTrans- vaal-Gesandtschaft wird dem Mißerfolg des Buren-Angriffs auf Ladysmith keine übertriebene Bedeutung beigemessen. General Joubert bereitet einen neuen, noch kräftigeren Angriff vor, da seine Taktik dahin geht, das kleine Besetzungsheer des Generals White durch fortgesetzte Angriffe zu ermüden und zu dezimieren.
Deutsches Keich.
Die Jahrhundertfeier der technischen Hochschule in Charlottenburg.
Berlin, 9. Januar.
Was die Akademie der Wissenschaften abgelehnt hat: eine Feier der Jahrhundertwende, das hat die technische Hochschule, obgleich ihr Lehrkörper mit der Arithmetik mindestens so vertraut ist, wie die Akademie, heute feierlich und prunkvoll voll- jogen. In der Halle der technischen Hochschule in Charlottenburg versammelte sich der Lehrkörper, die Professoren im Ornat. Die Wände nahmen die Farben tragenden Studierenden mit ihren Bannern ein: Vertreter des Kultusministeriums, zahlreiches geladenes Publikum füllte den großen Raum. Der Kaiser, den man erwartet, und von dem man sogar eine Rede erhofft hatte und der, wie es hieß, bei dieser Gelegenheit zum Dr. ing. promoviert werden sollte, erschien aber nicht.
Der Gesang eines gemischten Chors, Hebels Neujahrslied von Mendelssohn komponiert, leitete die Feier ein. Dann hielt der Rektor Geheimrat Prof. Riedler die Festrede. Der von oben ergangenen Anweisung gemäß gedachte er in dieser Jahrhundertrede der Verdienste des Königshauses, insbesondere des jetzigen Kaisers. In geistreichen Wendungen, ging er auf die Schulreform ein. Mit dem gewagten Satz, daß zum ersten Mal feit 1200 Jahren, nämlich seit Karl dem Großen, sich ein deutscher Kaiser um die Schule kümmere, feierte er des Kaisers Schul- ifform. Der Kaiser sei nicht ganz mit seinen Ideen durch- gcdrungen. Trotz der Reform bewegten wir uns noch in alten überlebten Geleisen. Mau spreche nicht mehr Latein, aber es beherrsche noch neben dem Griechischen den Lehrplan. Statt des Könnens, das unsere Zeit ersorderc, wird immer noch zu viel des Wissens in uns ausgcspcichert. Mit dem Reifezeugnis, aber nicht reif für das Leben kämen die Studierenden zur Hochschule. Als die Vertreter der technischen Hochschule ihren Dank kür daS Promotionsrecht ausgesprochen haben, habe der Kaiser betont, daß die Techniker insbesondere zur Mitwirkung in der sozialen Frage berufen seien, da keiner wie sie Gelegenheit haben, mit den Arbeitern zusammen zu kommen. Tas Verständnis für die sozialen Aufgaben müsse in den Schülern auf der technischen Hochschule wachgerufen werden. Jeder müsse sich bewußt werden, daß cS wie eine allgemeine Wehrpflicht auch eine allgemeine Arbeitspflicht geben müsse. Dazu sollten die Studierenden der technischen Hochschule erzogen werden. Der Dr. ing. befreie die Techniker von der bürcaukratischcn Schablone und gebe ihnen die wissenschaftliche Gleichberechtigung zugleich mit dem technischen Können. Mil einem Hoch auf den Kaiser schloß diese Rede. —
Ein Studierender sprach in kurzen Worten, während die Kommilitonen mit den Schlägern klirrten, dem Kaiser den Dank
* Bonn, 9. Morgenstern i Nein ®erbleiben et Stellt, fetten fid) a hem ^Bräutigam bi Wittel gelegt, um b. cis anjlänbige fluni Wachter wben abt jft och btt Da wicht zu dein Gestän W zu sein, geschlaz Verhaftete nach Hat tier Weg über bas: Das bedeutet so viel, wahrend er nach links der. Ätvas gutes to: AGage wohl nid Weitung scheint an' Egensttrn hat \\t
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für die Verleihung des Dr. mg. aus. Es lotgte GAuq. *nter Fanfarenklängen schritt dann der Senat auf em Podium und der Rektor trat hervor und proklamierte an der gleichen^Stelle, wo der Kaiser das Promotionsrecht verliehen den Prinzen Heinrich, der als Förderer der Marine zugleich.em vorderer der Technik sei, zum Ehrendoktor. Mit dem Kaisermarsch von Wagner schloß die Feier.
Berlin, 9. Januar. Der Kaiser hörte heute vormittag im Auswärtigen Amte ben Vortrag beS Staatssekretärs Grafen Bülow unb nahm später im Königlichen Schlosse bie Vorträge bes Chefs beS Militärkabmetts v. Hahnke, bes Chefs des Abmiralftabes ber Marine Bende- mann unb bes Chefs beS Marinekabinetts v. Senden Bibran entgegen. Gestern abend nahm ber Kaiser daS Dmer bet bem italienischen Botschafter Grafen Lanza ein.
— Der Vorsitzenbe ber Kolonialabteilung Berlin- Charlottenburg, Prinz Arenberg, wirb, wie die „Nat.- Ztg." erfährt, in dieser Stellung verbleiben und auch als Mitglied des Reichstages das Amt des Berichterstatters über den Kolonialetat beibehalten. .
— Im Reichsamt des Innern wird gegenwärtig eine Verordnung, bett, die Sitzgelegenheit t r Handelsangestellte, ausgearbeitet, um alsdann dem Bundesrate zur Beschlußfassung unterbreitet zu »erben.
— In die Surenarmee eingetreten ist oer frühere preußische Leutnant Graf Hans von Rothkirch-Trach. Ein Brief des freiwilligen Burenkämpfers schildert den herzlichen Empfang, der ihm unö einem deutschen Oberst, in dessen Begleitung er reiste, von ben Buren bereitet worden ist. Beide sind sofort mit wichtigen Kommandostellen betraut worden. Die beiden r^sst- ziere gehören der Armee vor Ladysmith an. ,
— lieber die Beförderung eines Bolksschul- lehrers zum Reserveleutnant berichtet die „Pfalz. Presse": Wie aus dem letzten bayerischen Armeebefehl her- voraehk, wurde der Volksfchullehrer Georg Ludwig, früher in Billigheim, jetzt an einer hessischen Prwatschule angestellt, zum Leutnant der Reserve im bayerischen 2. Infanterie- Regiment befördert.
— Der Seniorenkonvent des Reichstages war heute mittag vor der Plenarsitzung zusammengetreten. Man kam dahin Überein, daß zunächst morgen die Spezialberatung des Etats mit dem Etat des Reichskanzlers begonnen werden soll, bei welcher Gelegenheit sich eine allgemeine Besprechung der politischen Sage entwickeln dürste. Alsdann sollen die zunächst eingegangenen Vorlagen über die Konsulargerichtsbarkeit und über die Patentanwälte an die Reihe kommen, um an Kommissionen verwiesen zu werden. Hierauf sollen u. a. die zum Jnvalidenversicherungsgesetz vorgeschlagenen Resolutionen zur Verhandlung gestellt werden. Sobald ein beschlußfähiges Haus beisammen ist, soll auch die Gewerbeordnungsnovelle verabschiedet werden unb nach dem Etat die lex Heinze an die Reihe kommen.
— Die Prinzessin Heinrich ist heute früh in Kiel von einem Prinzen glücklich entbunden worden. Aus das Bekanntwerden von der Entbindung wurde auf dem Königlichen Schlosse neben der purpurnen Königsstandarte sofort die gelbe Kaiserstandarte unb der kur- brandenburgische Adler gehißt. Gegen 11 Uhr rückte von Moabit her die Leibbatterie des 1. Garde-Feld-Artillerie- regiments mit dem Trompeterkorps unter schmetternden Fanfaren in den Lustgarten ein unb gab in ber Richtung nach bem neuen Dome zu die für die Geburt eines Prinzen vorgeschriebenen 72 Schüsse ab.
— Zur Angelegenheit der Beschlagnahme deutscher Schiffe hören die „Berl. Neuest. Nachr.", laß die von englischer Seite abgegebenen Erklärungen eine Verständigung über die Erledigung der Zwischenfälle noch nicht endgiltig abgeschnitten erscheinen lassen. Die Schwierigkeiten der Unterhandlungen werden dadurch erhöht, daß der Thatbestand, namentlich im Falle „Bundesrat", immer noch nicht ausreichend bekannt ist. Was den prinzipiellen Rechts- standpunkt anlangt, so ist man deutscherseits bestrebt, der neutralen Schifffahrt eine möglichst breite Bahn zu sichern, während auf englischer Seite die entgegengesetzte Tendenz obwaltet. Eine Verständigung kann nach Sage der Dinge nur auf diplomatischem Wege, unb zwar zunächst nur birett zwischen Berlin unb Sonbon, erzielt werben. — Der „Nat. Ztg." zufolge, ist die Angelegenheit des Dampfers „General" bis auf die Ent- fchädigungszahlung erledigt. Die Verpflichtung zu solcher wird en gl isch er seits nicht 6 e ft ritten; es handelt sich jetzt um die Festsetzung derselben. — Von einer Beschlagnahme des deutschen Dampfers „Borussia", die einige Blätter verzeichnen, ist der „Post" zufolge hier an maßgebender Stelle nichts bekannt.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." ist ermächtigt, eine aus Kiel vor einigen Tagen verbreitete Meldung als eine thörichte Erfindung zu bezeichnen, wonach dar deutsche Kaiserpaar beabsichtige, im April an Bord des „Hohen- zollern" eine Reise nach Rom anzutreten, die mit einem Besuch von Aegypten verbunden werden solle.
Köln a. Rh., 9. Januar. Die „Köln. Volkszeitung" erfährt zum deutsch-englischen Zwischenfall aus Berliner diplomatischen Kreisen, dort herrsche gegenwärtig eine große Erregung. Die wiederholten Besprechungen des Kaisers mit ben Staatssekretären Gras Bülow unb Tirpitz würden vielfach kommentiert. Das Blatt fordert den Reichstag auf, bei den angefünbigten Interpellationen recht beutlich seine Meinung zu sagen. Nach allen Erfahrungen, bie Deutschland bei ben Verhanblungen mit England gemacht habe, sei es sehr gut, wenn die deutsche Negierung zu entschiedenem Auftreten ermuntert werde, für den Fall, daß das Vorgehen Englands sich als unberechtigt herausstellt.
Naumburg, 9. Januar. Die hiesige Kadettenanstalt wird am 1. April eröffnet.
Kolmles und ProvinsteUes.
(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, 10. Januar 1900.
** Postpersonal-Nachrichten. Versetzt ist: die Post- assistent Diem er von Alsfeld nach Butzbach. Ange- stellt sind als Postverwalter: der Postassistcnt K. H- F. Schmidt in Monsheim (Hessen); als Postassistent: ber Postassistent Busch injWorms; als Telegraphenassistenten: bie Postassistenten Faist unb Hohenstein in Darmstabt. Ernannt finb: zuOber-Postdirektionssekretären: die Post- sekretäre Schüler und Wiche in Darmstadt. Angenommen sind als Telegraphenanwärter Hoboist Günther in Mainz und der Sanitäts-Feldwebel Heil in Darmstadt; als Postagent: der Bürgermeistereigehilfe und Landwirt Heinrich Marth es heim er in Heppenheim (Rheinhessen). Aus geschieden ist: der Postagent Friedrich Märthes- heimer in Heppenheim (Rheinhessen).
** Franzis k a Ellmenreich (Freifrau von Fuchs-Nordhoff) gehört neben Agnes Sorma zu den bedeutendsten Vertreterinnen deutscher Schauspielkunst. Zusammen mit der Sorma gastierte sie vor Kurzem in Dresden in einer Vorstellung der „Minna von Barnhelm", welche zum Besten der König-Albert-Stiftung stattfand, und zu der die Königin von Sachsen die hervorragendsten Künstler eingeladen hatte. Die Minna wurde von Frau Cllmenreich, die Franziska von Frau Sorma gespielt, alle Herrenrollen waren ebenfalls von erstklassigen Kräften
Man male sich den Hochgenuß dieser Vorstellung aus! Franziska Ellmenreich war zuerst am Hoftheater in Hannover thätig, siedelte von da an das Dresdener Hoftheater -über, ging dann an das damals unter Pollinis r Ur-?r Hamburger Stadttheater und ist jetzt am StgL SckMispielhaus in Berlin thätig. Sie wird dasselbe aber in Kurze verlassen, um einem glänzenden Engagement an oay deutsche Schauspielhaus in Hamburg zu folgen, jenes großartige Unternehmen, das von Baron Berger ins unb. ^tzt seiner Vollendung entgegen- ?"hen künstlerischen Leistungen Franzika Ellmen- haben ihr eine große Reihe von Ordensauszeich- eingetragen. Sie besitzt beispielsweise die bayerische ^_3^bue ^.ndwigsmedaille für Kunst und Wissenschaft, ie ^achsen-Altenburgische goldene Medaille mit der Krone, <™ ^achslsch-ernestliiische goldene Verdienstkreuz f. K. u. 2~/ "Eenburg-schwerinsche goldene Medaille am hniffr ™ die koburg-gothaische große Me-
S Vv u_ W. Die Künstlerin tritt hier zum ersten U' CC' "" Theaterverein als
v.r ~ Stad,th-ater. Eines der bedeutendsten Gastspiele in r,iA ,1’ Dn b^leniflc Franziska Ellmen- ' Schauspielhausc in Berlin werden. Dir mal» » Künstlerin, welche aus all ihren Gastspielreisen En erntet, spielt am kommenden Freitag die
..>5phlgen>- m Goethes „Iphigenie aufTauris". Durch
Ausland.
Wien, 9. Januar. Die Blätter besprechen di- AuS, lastunaen der „St. P°'°rSb. Ztg." über die letzten Ä.n Druvveuverschiebungen und bezeichnen diese Auslassungen ^als eine Botschaft dafür, b«6 Wanb ent. S« fei in Indien den Todesstoß zu
^Brüllet 9 Januar. Das hiesige Komitee der i«ter< nationalen Freiwilligen des Roten Kreuzes hat eine Protestnote an das Auswärtig- Amt in London gerichtet, worin erklärt wird, daß die Ambulanzen auf dem Dampfer Herzog" nach allen Vorschriften ber Genfer Konvention ausgerüstet seien unb bie sofortige Freilassung ber Ambulanzen beantragt wirb.
Paris, 9. Januar. In ber heutigen Kammersitzung hielt ber Alterspräsibent, ber radikale Abgeorbnete Turigny, eine längere Ansprache, worin er bie vollstänbige Reorganisation bes Staates verlangt. Er forbert eine Revision ber Verfassung, Abschaffung bes Senats und icr Präsidentschaft der Republik und bie Ersetzung ber Minister burch Beamte. Er verlangt weiter ein Referendum für sämtliche Fragen, welche den Frieden des Landes betreffen , die Einführung eines internationalen Schiedsgerichts, bie inbivibnelle Freiheit, bie Preßfreiheit unb die Koalitionsfreiheit unb schließlich eine Besserung ber Arbeiter- agc. Es würbe alsbann zur Abstimmung über bie Präsi- »entenwahl geschritten. Deschanel wurde mit 308 gegen 221 Stimmen, die für Brisson abgegeben wurden, znm Präsidenten wiedergewählt. Die Progressisten haben sämt- ich für Deschanel gestimmt.
Paris, 9. Januar. Der Rat ber Ehrenlegion versammelte sich gestern abend, um über die Ausstoßung DöroulödeS zu beraten. Von den anwesenden zehn Mitgliedern stimmten sechs gegen und vier für die Aus- toßung. Infolge Beschlußunfähigkeit vertagte sich bie Ver- ammlung. Der Justizminister wird sich demnächst per- önlich mit der Einberufung des Rats ber Ehrenlegion lefassen.
Paris, 9. Januar. Die Subskription bes „Echo de Paris" zum Ankauf eines Andenkens für Dorou - ebe beträgt jetzt bereits 12800 Frks.
Madrid, 9. Januar. Es geht hier bas Gerücht, Sil- vela habe eine Depesche erhalten, worin es heißt, daß in Manila bie Beulenpest ausgebrochen sei. Eine amt- iche Bestätigung dieser Nachricht liegt bisher nicht vor.
Petersburg, 9. Januar. Hier würbe ein gewisser Iwan Wolff unter bem Verdachte, eine Verschwörung gegen das Leben des Zaren geplant zu haben, verhaftet Bei einer Haussuchung wurden den Verhafteten belastende aufrührerische Schriften und Waffen mit Beschlag belegt. Es dürften noch weitere Verhaftungen erfolgen.
Loudon, 9. Januar. Die Blätter verlangen wegen des Vorrückens der russischen Truppen in Afghanistan die Mobilisierung der Flotte.
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