ni*fCh deren Abgangsdatum jedoch
Die Wirren in China.
Dem vom 2. August datierten Telegramm des belgischen Gesandten in Peking sind noch eine ganze Anzahl anderer
sekretär der deutschen Gesandtschaft in Peking, v. Below- «aleSke, im Auswärtigen Amte folgendes Telegramm, datiert vom 4. August aus Tsinan, eingegangeu: „(Seit bcm Julr lst die Lage unverändert, weder Mafien- angriffe der Truppen aus uns, noch Granatfeuer und nur vereinzeltes Gewehrseuer. Der Gesundheitszustand der Ge- fandtschaftsmitglreder ist verhältnismäßig gut. Die Verwundeten sind aus dem Wege der Besserung: Cordes ist wieder hergestellt." Wir wissen, daß ein Bote von Peking
Feldzug in Böhmen im großen Hauptquartier mit, wurde nach dem Frieden als Adjutant zu dem neu gebildeten 10. Armeekorps in Hannover kommandiert und 1870 unter Crnennnung !zum Flügeladjutanten des Königs als Miliiär- attachee zur Gesandtschaft nach Paris geschickt. Als der Krieg ausbrachj, kam Waldersee zunächst in das große Hauptquartier und erhielt dann als Oberstleutnant den nicht leichten Posten als Generalstabschef der Armee-Abteilung des Großherzogs Friedrich Franz von Mecklenburg- Schwerin. Noch heute sind die Beziehungen des Feld- marschalls zum Mecklenburgischen Hof die besten und herzlichsten, und zur Jagdsaison ist er ein gerngesehener Gast in Schwerin und in den Jagdschlössern des Großherzogs. Nach oer Kapitulation von Paris wurde der Oberst Graf Waldersee — diese Beförderung hatte ihm die Kaiser- Proklamation in Versailles gebracht — zum Chef des Stabes des Gouvernements von Paris ernannt und war auch kurze Zeit, vom Juni bis September, Geschäftsträger der/der französischen Republik. Als Kommandeur des 13. Ulanen-Regiments, a la suite dessen er noch heute steht und id'essen Uniform er am liebsten trägt, kehrte Waldersee 1873 in den Frontdienst zurück, wurde aber bald Chef des Stabes des 10. Armeekorps und 1876, also nach nur 26 jähriger Dienstzeit, Generalmajor. 1882 wurde er Generalleutnantnnd Generalquartiermeister und' als solcher Adlatus des Grafen Moltke, dessen Nachfolger'er wurde und bis zum Jahre 1891 blieb, wo er das Kommando des 9. Armeekorps in Altona übernahm, welche Stellung er 1897 mit der des Generalinspekteurs her 3. Armee-Jn- spektion vertauschte. Seit Mai dieses Jahres ist Waldersee j General-Feldmarschalt,
Die Meldung, daß Graf Waldersee zum Ob erbe f e h l s h a b e r der verbündeten Truppen in Chma ernannt worden sei, wird von den Berliner Abendblättern mit großem Beifall ausgenommen. Bemerkenswert ist, daß der „Reichsanzeiger" von dieser Nachricht keine Notiz nimmt, während die „Nordd. Allg. Ztg." dieselbe «ohne jegliche Bemerkung abdruckt. Die „Post" schreibt zu dieser Nachsricht: Wenn Graf Waldersee in der That Iben Oberbesehl über die alliierten Truppen in China übernimmt, so müssen die Verhandlungen zwischen I den Großmächten betreffs der E r n e n n u ng eines Oberbefehlshabers zu dem erfreulichen Ende gediehen sein, daß alle Staaten ohne Ausnahme sich I mit der Uebertragung des Oberkommandos an Deutschland einverstanden erklären; denn dem Wunsche nur einer Majo- I rität Folge zu leisten, dürfte man wohl in Berlin Bedenken getragen haben. Jedenfalls wird die Meldung, I Graf Waldersee zieht nach China, um dort die Trup- I Pen der verbündeten Mächte zu fuhren, bei den deutschen I Truppen, »dae sich bereits in China oder auf dem Wege I dorthin befinden, lebhafte Freude Hervorrufen und gleich,- I zeitig die Besorgnisse und Befürchtungen vieler Angehö- I rigen derselben zerstreuen. Aber auch die Kontingente der | anderen Mächte dürften die Uebertragung des Oberkom- I mandos an einen der tüchtigsten Heerführer der deutschen I Armee mit Genugthuung begrüßen. — Die „Kreuzzeitung" I sagt, daß einer Unserer bedeutendsten Heerführer zu dieser | ebenso schwierigen, wie verantwortungsvollen Posten er- I nannt wurde, sei ein unzweideutiger Beweis für die emi- I nente Wichtigkeit, die von maßgebenden Stellen der wei- I teren Entwicklung in China beigelegt wird, zum anderen I aber umschließe diese Wendung eine große Fülle von Ver- I trauen der beteiligten Mächte in die selbstlose, in erster I Linie auf die Förderung der gemeinsamen Interessen ge- I richteten Bestrebungen der deutschen Regierung und deren I Vertreter.
b civer Seit auf den hessischen F i n a n z m i n i st e r - Posten berufen, die ganz besonders wichtig und bedeutungsvoll war, hat es Küchler mit seiner be- rannten alle Hindernisse aus dem Weg räumenden Energie verstanden nicht nur eine ganze Reihe von Reformen im Rcfiort des Finanzministeriums durchzuführen, er hat vielmehr durch seine reichen Erfahrungen und großen Fähiq-
^uf die gesamte Staatsverwaltung be- fruchtend gewirkt. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, «^ouerungen und Reformen zu gedenken, die unter der Zeitung Küchlers und auf seine Veranlassung einqeleitet wurden, wir wollen im folgenden vielmehr nur diejenigen Hauptpunkte herausgreifen, durch die bewirkt wurde, daß Küchler stets zu den bedeutendsten Finanzmi- n r st e r n H e s s e n s gezählt werden wird.
Es ist bekannt, daß in Hessen sowohl in der Volks- vertretung als der Presse seit Jahren eine Reform der direkten Steuer in dem Sinne gefordert wurde, die Ä^eweglichen und vielfach, ungerecht wirkenden sogen. Objektsteuern (Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer) zu reforniieren bezw zu beseitigen und die Leistungsfähigkeit zum ausschließlichen Maßstabe staatlicher Besteuerung zu machen. Alsbald nach der Uebernahme des Finanz-Mi-
5!lm/ durch Küchler nahmen die bis dahin recht schleppenden und nicht recht vom Fleck kommenden Verhandlungen über dqe Ziele der Reform und die Art und Weise der Ausführung einen raschen und erfolgreichen Erlaus. Gerade für Hessen lag bekanntlich die Haupt- fchwlerigkeit der Steuerreform darin, daß die aufzuhebenden Staatssteuern einen weit höheren Prozentsatz oer direkten Steuern ausmachten als in Preußen. Da nun aber die als teilweiser Ersatz der außer Hebung zu setzenden Objektsteuer einzuftihrende Vermögenssteuer nicht wesentlich höher sein durfte als in dem Nachbarstaate Preußen, wenn anders nicht der von Küchler ausgestellte sehr berechtigte Grundsatz der Steuerreform durchbrochen werden sollte, zu verhindern, daß unser Erwerbs- und Wirtschaftsleben genötigt sei, steuerlich unter wesentlich ungünstigeren Umständen zu arbeiten als in den benachbarten Staaten, so handelte es sich darum, sich um weitere Einnahmequellen für den Staat umzusehen und deren Annahme in den Kammern durchzusetzen. Es ist bekannt, daß es Küchler gelang, diese schwierigen Fragen einer vollkommen befriedigenden Lösung entgegenzuführen, und es ist somit ein bleibendes Verdienst des abgehenden Munsters, daß unser jetziges Staatssteuersystem auf einfachen und gerechten Grundlagen aufgebaut ist.
Mcht minder ist Küchler als Verdienst die Thatsache anzurechnen, daß er bald nach seinem Amtsantritt in einem Finanzexpose die hessischen Finanzverhältnisse einer eingehenden Beleuchtung unterzogen und dabei den überzeugenden Nachweis geführt hat, daß in den vorderen Jahren mit Unterbilanz gewirtschaftet worden war. Es wurden manchem die Augen darüber geöffnet, daß in der seitherigen Weise der Ausgabenbewilligungen ohne schwerwiegende Nachteile nicht weiter gewirtschaftet werden könne, vielmehr nunmehr der Zeitpunkt einer zwar nicht engherzigen, aber dioch sparsamen Finanzwirtschjaft gekommen sei.
Auch um das hessische Budget wesen hat Küchler sich bleibende Verdienste erworben, da er den Hauptvoranschlag nicht nur wesentlich einfacher und übersichtlicher als seither gestaltet, sondern auch durch die Einführung einjähriger Budgetperioden der ganzen Finanzverwaltung eine «größere Beweglichkeit verliehen hat. Wurde durch die letztere Maßregel gleichzeitig einem wiederholt ans früheren Landtagen geäußerten Wunsch der Stände Rechnung! Mtragen, so war solches auch bei der gegenwärtig in der Ausführung begriffenen Reform des Kassen wese ns der Fall, durch die in erster Linie den Za^ungspflichtigen durch, die Errichtung möglichst vieler Zahlstellen entgegentzekommen werden' soll.
Auch aus deni Gebiete der Forst- und Kameral- Werwaltung zog unter Küchlers Leitung ein neuer Geist ein und verschwand so mancher bis dahin als unveräußerlich angesehener bureaukratischer Zopf. Wir wollen hier nur erwähnen die unter Küchler ins Leben getretene Möglichkeit der Erwerbung von fiskalischen Pacht- gruudstucken durch die Päck)ter, wodurch wiederholt früher ausgesprochenen Wünschen nachgekommen wurde. Auf der ^anderen Seite erblickte Küchler in der sorgfältigen Pflege »Cy Älnöes eine wesentliche Staatsaufgabe, wie "die auf die Möglichkeit einer intensiveren Waldwirtschaft gerichteten Maßregeln beweisen.
Wir können nur hoffen und wünschen, daß es der kräftigen Konstitution des scheidenden Ministers recht bald gelingen möge, das neuerdings wieder aufgetretene Leiden wie bereits einmal vor Jahresfrist baldigst zu überwinden. Int selben Sinne dürften sich dem verdienstvollen Staats- manne aus rein menschlicher Teilnahme selbst seine politischen Gegner zuwenden und ihm völlige Genesung wüstscheu.
Weiter wird aus Washington vom 7. August ge- I jydoet: Das Staatsdepartement empfing heute abend von I dem amerikanischen Gesandten in Peking, Conger, folgende I Depesche: „Wir werden noch belagert, unsere Lage ist be- 1 denklicher geworden. Die chinesische Regierung besteht da- I Jw* daß wir Peking verlassen, doch würde das unser I sicherer Tod fein. Die kaiserlichen Truppen richten täglich Gewehrfeuer auf uns. Es fehlt uns nicht an Mut, doch I haben wir wenig Munition und Mundvorrat. Zwei fort- I schrittliche Mitglieder des TsnngliyamenS sind geköpft worden. Alle Angehörigen der amerikanischen Gesandtschaft befinden sich gegenwärtig wohl." Diese Depesche CongerS ist nicht datiert, doch wurde sie, so fügt Reuter hinzu, wahrscheinlich nicht vor dem 30. Juli und nicht nach dem 2. August abgesandt. Schließlich hat die niederländische Regierung eine „Peking, Tsungliyamen, 8. August, 4 Uhr 45 Min." datierte Depesche erhalten, die im Haag für echt gehalten wird. Die Depesche besagt, daß die niederländische Gesandt« schäft am 22. Juni niedergebrannt fii, daß der nieder- ländische Ministerresident und der Sekretär der Gesandt schäft wohlbehalten seien und hoffen, in vierzehn Tagen I befreit zu werden.
Ueber das Gefecht bei Peitsang meldet ein von dem österreichischf-ungarischen Kriegsschiff Zenta eingetroffenes Telegramm: „Peitsang wurde am 5. D gen o m m e n Die chi.nesisch^n Truppen flüchteten, von. der Zenta nahmen 60 Mann am Kampf teil, bisher sind keine Verluste derselben bekannt." Nach einem Bericht der „Daily Expreß" aus Tientsin vom 5. August begann an jenem Tage julnt drei Uhr morgens bei Peitsan^ das Treffen, indem'dfie Briten, Russen Md Japaner das Feuer gegen die amj Rande der Stadt und auf beiden Flußufern in gut gewählten Stellungen stehenden chinesischien eröffneten. Die «ausländische Artillerie fand bald die: Distanzen und brachte dem Feinde beträchtliche Verluste bei, jedoch gelang es erst um 10 Uhr, die Chinesen aus ihrer ersten Stellunng östlich des Flusses zu verdrängen. Die Verbündeten rückten nun in nächste Nähe auf, um den erzielten Vorteil auszunutzen, doch trat der Feind erst nach einem weitern scharfen zweistündigen Gefechte den Rückzug an, der in guter Ordnung über die Brücke bewerkstelligt wurde, woraus diese rur Hj,Gerung der Verfolgung, gesprengt wurde. Eine starke japanische Abteilung überschritt dann in schwerem Kreuzfeuer, watend, den Fluß unter starken Verlusten, beschleunigte aber dadurch den allgemeinen Rückzug des Feindes flußabwärts. Die Russen erlitten ebenfalls beträchtliche Einbuße. Die Verbündete verloren im ganzen zwischen 750 und 1000 Mann, darunter? die Engländer 54 Tote und Verwundete. Die Chinesen wurden lebhaft verfolgt. Das Flußufer oberhalb Peitsang wurde durchschnitten und unter Wasser gesetzt, um den Vormarsch zu erschweren. Als Besatzung Tientsiens blieben 6000 Mann mit 14 Geschützen zurück, die laut Nachrichten der Kundschafter im Südwesten von 15 000 Chinesen bedroht waren. Der Feind fiel von seinen Verschanzungen bei Peitsang auf eine zweite Linie, sechs Kilometer entfernt, zurück und sollte aus dieser Stellung Sonntag abend oder Montag morgen verdrängt werden.
Brodrick teilte im englischen Unterhause mit: Wir- haben soeben zwei Telegramme erhalten, eins in Chiffren von Macdonald, datiert von Peking den 3. August, mit folgendem Wortlaut: „Ich habe heute Ihr durch dein chinesischen Gesandten befördertes Chiffre- Telegramm erhalten. Das Geschützfeuer hat am 16. Juli aufaehört, aber das Gewehrfeuer wurde von der chinesischen, durch Regierungstruppen und Boxer gehaltenen Stellung aus mit Zwischenräumen fortgesetzt. Wir erlitten seitdem geringe Verluste. Folgende Engländer find' getötet: Marren, David, Oliphant und Kapitän Strouts, verwundet 26 Engländer, darunter Kapitän Hollidah und Wray und der Times-Korrespondent M o r i s s o n. Alle Verwundeten find mit einer Ausnahme wohlauf. Di e übrigen Engländer in der Gesandtschaft befinden sich wohl, ebenso die ganze Besatzung. Der Gesamtverlust beträgt 60 Tote und 110 Verwundete. Wir haben nufere Befestigungen verstärkt und haben in der Gesandtschaft über 200 Frauen und Kinder. Die chinesische Regierung verweigerte uns bisher die Erlaubnis, chiffriert zu telegraphieren." Hieraus ergiebt sich, daß Macdonald wohlbehalten ist. (Beifall.) Wir haben auch Nachrichten über den Vormarsch. Ein Telegramm unseres Kontre-Admirals in China aus Tschifu vom 6. meldet: „Die Verbündeten, etwa 12 000 Mann stark, griffen heute
.eine Reihe in Angriff genommener Reformen zu Ende geführt smd, zu scheiden. Unser Land verliert in dem Zurücktretenden eine Mast, von der man sich viel versprach), und die für befähigt erachtet wurde, durchgreifende Umge- . Finanzwesens zu unternehmen. Minister Küchler hat in den verhältnismäßig wenigen Jahren seiner 415111)amfett als leitender Finaüzmann des Staates einen §b^,Pckwnden Einfluß auf die Staatsreck)nung ausgeübt. Das Eisenbahn a b k o m m e n Hessens mit Preußen, unter Kucksters Aegide zustande gekommen, mag in ver- i^politischer Beziehung verschieden beurteilt werden und den Freunden einer ungeschwächten Selbständigkeit der Einzelstaaten berechtigte Sorge bereiten, in rein finanzieller Beziehung aber ist der Pakt zum Guten für das Groh- herzogtum ausgeschlagen. Auch die h e s s i s ch e L a n desto 11 e r i e ist iDlic Schöpfung Küchlers. Auch sie scheint, rein rechnerisch betrachtet, nicht mißraten. In der Frage der W e i n st e u e r hat der Minister einen der bedeutendsten Jnteressenkreise des Landes, den Weinbau, in die Opposition gegen päe Regierung getrieben. Sein zähes Fest- halten an dieser Steuer stand einigermaßen im Gegensatz der ihm sonst eigenen Gabe der geschickten Behandlung der politischen Faktoren. Sein letzter Konflikt mit der Kammer wegen der Volksschullehrerbesoldung muß wohl schon Mit auf das Konto seiner erschütterten Gesundheit ütvriZL r- . Fazit der Amtsführung Mchlers sten ab ^^^bestoweniger mit einem Plus zu seinen Gun-
Wie in hohen Militärkreisen verlautet, entspringt die Entsendung Waldersees nach China der Initiative des Kaisers, der den besten Heerführer an der Spitze der deutschen Truppen zu sehen wünschte. Nachdem Waldersee angenommen, ergab sich aus seinem hohen Range die Konsequenz, ihn als geeigneten O b e r b e f h l s- haber aller verbündeten Truppen anzusehen. Darüber ist in den letzten Tagen diplomatisch verhanoelt worden. Ob diese Verhandlungen wirklich schon ganz abgeschlossen sind, läßt sich nicht sicher feststellen.
Graf Waldersee ist bereits in Wilhelmshöhe beim Kaiser zur Entgegennahme von Instruktionen eingetroffen. Ihn begleitet seine Gemahlin. Beide wurden bei ihrer am Mittwoch nachmittag 4 Uhr 14 Min. erfolgten Ankunft auf dem Oberstadtbahnbof von einer zahlreick)en Menge stürmisch begrüßt. Nack), der Zusammensetzung und Mobilisierung seines Generalstabes, der zumeist aus Generalstabs-Offizieren der dritten Armee-Inspektion bestehen wird, soll die Abreise nach China in 14 Tagen erfolgen. Weitere Truppensendungen nach China sind bevorstehend.
Aus Wien wird gemeldet: Diplomatische Kreise versichern, hie Mächte hätten der Ernennung des Grafen Waldersee zum Oberbefehlshaber der verbündeten Truppen bereits z u g e st i m m t.
Wie die „Hamb. Börsenhalle" hört, sandte der Kaiser von Rußland au den Grafen Waldersee einTele- gramm, worin er seine Freude über dessen Ernennung zum Oberbefehlshaber in China aussprichl.
Graf Alfred Waldersee.
... ®^.l.^red Waldersee, dem Patent nach der I deutlich erkennbar ift So ist von dem ersten^eaation« jüngste preußische Feldmarschall, steht im 69. Lebensjahre, 1 • ^m-.erfIcn Deflation«
sioht aber bedeutend jünger aus und ist körperlich noch so frisch, daß er es im Sattel mit dem jüngsten Offizier auf- nimmt. lieber seine militärische Laufbahn sei folgendes Mitgeteilt. Waldersee wurde im Kadettenkorps erzogen und
"ach Absolvierung dieses Instituts in das Garde- Artillerie-Regiment ein. Sein Leutnantspatent datiert vom 7. September 1850. Nach 16 Jahren schon avancierte er zum JJcajor, nachdem er Adjutant der 1. Artillerie-Jn-
^.^.n.vnd persönlicher Adjutant des Bruders des Königs, ■ wchch, uuy ein soote von Belina
^lh£SetlH,^r gewesen war^ Premierleutnant und I nach Tsinan zum allermindesten zwei Tage gebraucht Hauptmann wurde er an einem Tage, am 31. Mai 1859. I können also annehmen, daß die Devcfcbe nm 2 «
Dreser wohl einzige Fall erklärt sich dadurch, daß sein Peking gefArieben tnnrhrn ift ♦ r öl£,n
Hauptmannspatent auf beu Tag zurückdatiert wurde an I Ministerwm " worden ist. Ferner ist im italienischen d°m er Premicrleutnant geworden roar. Waldersee mutz W ge -mi. Äußeren m Rom h-u.e auf direktem also schon in jungen Jahren durch seine Fähigkeiten und sandten^""der Unterschrift des italienischen Ge- Lerstungen die Auftnerksainleit seiner Vorgesetzten auf sich L^r;‘C" *'* P°k>ng, Salvago Raggi, versehene gelenkt haben. In den Generalstab versetzt, machte er den I ? J ®eVcMe eingetroffen, die kein Datum trägt und durch das telegraphische Büreau des Tsungliyamen in Peking übermittelt ist. Salvago Raggi bestätigt darin die Ermordung des deutschen Gesandten und berichtet, daß die belgische, österreichisch ungarische und italienische Gesandt-
E geräumt seien. Das Personal der Gesandtschaften habe sich mit den Missionaren und den sonstigen fremden Staatsangehörigen in die britische Gesandtschaft geflüchtet, wo jetzt 700 Ausländer versammelt seien. Es scheine, als ob die katholischen Missionen im Norden der Stadt noch verteidigt würden. Deren Schutz werde von 30 französischen und 10 italienischen Marinesoldaten ausgeübt. In der britischen Gesandtschaft seien noch für zwei Wochen Vorräte vorhanden.


