Darmstadt, 8. Februar. Ihre Königlichen Hoheiten i der Großherzog und die Großherzogin mit der Prinzessin Elisabeth werden sich am Samstag dem 10. Februar, 11 Uhr 31 Min. nachts, von hier zu längerem Aufenthalt nach Italien begeben.
Darmstadt, 8. Februar. Nachdem am Dienstag Ihre Hoheiten der Erbprinz und die Erbprinzessin Danilo von Montenegro in Begleitung der Franz Joseph von Batten- bergischen Herrschaften die „Darmstädter Marine-Ausstellung" eingehend in Augenschein genommen hatten, wurde derselben am Mittwochmittag 12 Uhr die Ehre des Allerhöchsten Besuches Ihrer König!. Hoheit der Großherzogin zuteil, Höchftwelche unter Führung des Herrn Geh. RegierungSrats Professors Busley die Ausstellung dreiviertel Stunde lang mit großem Interesse besichtigte und über ihre Reichhaltigkeit und geschmackvolle Anordnung ihre lebhafte Anerkennung auszusprechen geruhten. Herr Geheimerat Busley wurde vorgestern von Seiner König!. Hoheit dem Großherzog durch Verleihung des Komturkreuzes 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ausgezeichnet. — Der Andrang zu der Ausstellung nimmt stetig zu. Am Mittwoch stieg die Besucherzahl auf 2679 Erwachsene und 1800 Schüler. Unter letzteren waren auch zahlreiche Schulen aus dem Ried und der Bergstraße,- der Besuch einzelner auswärtiger Schulen, die ebenfalls für diesen Tag angemeldet waren, mußte auf andere Tage verlegt werden, um allzu große Ueberfüllung zu vermeiden. Ganze Ortschaften planen, wie wir hören, für nächsten Sonntag eine gemeinsame Fahrt zur Ausstellung; so fand z. B. zu diesem Zwecke gestern in Groß Steinheim eine allgemeine Bürgerversammlung statt. Es sei daher wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die einfachen Fahrkarten 2. und 3. Klaffe nur an demselben Tage und nur dann zur freien Rückfahrt berechtigen, wenn sie in der Ausstellung abgestempelt worden find, daher auf der Hinreise im Zuge oder auf dem Perron nicht abgegeben werden dürfen, wenn man sich großen Aerger ersparen will. Bei diesem gewaltigen Andrange von auswärts kann dem Darmstädter Publikum selbst nur immer
Im Nordea des Kaplandes scheinen sich aber wichtige Dinge vorzubereiten. General Frerich, her bei Colesbcrg die dortigen Buren unter de Witt in Atem hält, ist in dem Gefecht vom 25 Januar zurückgeschlagen. Die verfolgenden Buren stießen hierbei auf ein Bataillon des Worcester Regiments, welches zur sechsten Division des Generalmajors Kellykenny gehört, dessen letzte Truppen am 20. Januar in Kapstadt gelandet sind.
Es läßt sich daher annehmen, daß die sechste Division die Generale Gatacre und French verstärken wird, welche Annahme durch die Meldung aus Sterkstroom bestätigt wird, daß General Kellykenny Thebus, eine Eisenbahnstation zwischen Stormberg und Middelburg, mit Truppen besetzt hat. Die bis Anfang Februar eintreffeude siebente Division wird voraussichtlich ebenfalls gegen die Südgrenze des Oranje Freistaats eingesetzt werden.
Was die weiteren Verstärkungen des englischen Heeres betrifft, so scheinen sie auf außerordentliche Schwierigkeiten zu stoßen. Die Absendung der achten Division, deren Bataillone erst an den verschiedensten Punkten durch Miliz- Bataillone abgelöst werden müsien, verzögert sich. Die Aufstellung der geplanten Kompagnie für jedes Bataillon auf dem Kriegsschauplatz läßt sich in der beabsichtigten Weise nicht durchführen, da es an den nötigen Freiwilligen fehlt. Am 27. Januar hat das englische Kriegsamt die Aufstellung von zwei weiteren Miliz Infanterie- und einem Artillerie- | Regiment angeordnet. Aber was sollen solche Maßregeln nützen! — Die Lage bleibt daher für England eine sehr ernste. Vermöge der inneren Linie durch die Base Harry- smith-Bethlehem-Bloemfontain werden die Buren ihre Streitkräfte am Oranje-Fluß verstärken; denn nach dem Fall von Ladysmith genügen geringere Kräfte, um ein Überschreiten der Draken-Berge von Natal aus zu verhindern!
I VereinSfahrwarte beschloß, alle Mitglieder, die von den dies- I jährige« offiziellen vier Gautouren mindestens drei mit- I fahren, mit einem Ehrenbecher auszuzeichnen.
X Vom Laude, 8. Februar. Der „kleine Monat-, I wie der Februar auf dem Lande vielfach genannt wird, hat I uns nochmals mit Schnee und Kälte überrascht. Heute I früh waren Bäume und Sträucher stark mit Rauhreif be- I hangen, sodaß sich im Glanze des Sonnenscheins dem Auge I ein entzückendes Landschaftsbild bot.
+ Grimberg, 8. Februar. Das für hiesige Stadt I ausgearbeitete Ortsbau st atut nebst Baupolizeiordnung I ist feilens der Ministerialbehörde genehmigt worden und I utit der bereits erfolgten Veröffentlichung in Kraft getreten. I A Londorf, 8. Februar. Schon vor Jahren wurde I der Bau der Nebenbahn Londorf-Lollar, als Fori setzung der Strecke Grünberg Londorf, beschlossen; aber die I Ausführung verzögerte sich von Jahr zu Jahr, und die I Bewohner des unteren Lumdathales hatten eine schwere Geduldprobe zu bestehen. Mit Beginn des neuen Jahr I Hunderts, zu welchem Termin man die Eröffnung bereits erhoffte, scheint nun endlich zur Verwirklichung des Projekts I geschritten werden zu sollen. Das Nebenbahn-Bauamt hat nämlich jetzt die Erdarbeiten (in 2 Losen) zur Vergebung I ausgeschrieben. In sämtlichen dabei interessierten Gemeinden I wird dies mit Freuden begrüßt, und man hofft, daß mit I Veginn des Frühjahrs sofort mit den Arbeiten begonnen wird.
K. Ober Mockstadt, 7. Februar. Eine hiesige Witwe, die zwei Söhne, im Alter von 14 und 16 Jahren, in Frankfurt a. M. in Arbeit stehen hat, bekam heute die telegraphische Nachricht, daß der ältere den jüngeren vorsätzlich erschossen hätte. Wie wir in Erfahrung ge bracht haben, hat derselbe vor einiger Zeit schon einmal versucht, denselben zu erschießen, ihn aber dabei nur an der Hand verwundet.
H. Vom Fuße des HoherodSkopfs, 8. Februar. Nun ist es in unseren Forsten lebendig geworden, denn Dutzend I weise strömen die Kauflustigen für alle Holzsortimente hinaus, um sich die aufgerichteten Archen anzuschauen, ihre Notizen zu machen und ihre Gebote darnach einzurichten. Außer Kauflustigen der Umgegend waren solche von Griesheim a. M., Lollar bei'Gießen und Freiburg in Baden erschienen. Die Gebote überstiegen den Durchschnitts- oder Tarifpreis um 60 Prozent. Die Brennholzsortimente gingen billiger weg, sie erzielten etwa 15 bis 20 Prozent über den Tarifpreis, welches Ergebnis immerhin ein recht gutes für den Fiskus genannt werden muß.
O Stockheim, 8. Februar. (Stellenwechsel.) Der Direktor der hiesigen Zuckerfabrik, Fr. Ruppert, der dieselbe seit ihrer Eröffnung von 1884 ab bis jetzt mit großer Sachkenntnis geleitet hatte, hat eine Stelle als Direktor der Zuckerfabrik in Gernsheim angenommen. Der Weggang Rupperts wird allgemein bedauert.
— Aus dem evaug. Dekanat Büdingen, 8. Februar. Durch allerhöchstes Dekret vom 22. Januar d. Js. ist dem evangelischen Pfarrer und Dekan des Dekanats Büdingen, Theodor Weber in Liesberg, die evang. Pfarrstelle zu Lang-Göns übertragen worden. In Kreisen der Geistlichen, wie auch der Lehrer des Dekanats wird es allgemein bedauert, daß Dekan Weber uns verläßt. Er hat es verstanden, in der kurzen Zeit, da er Dekan war, sich die Achtung aller zu erwerben, die mit ihm zu thun hatten. Wir wünschen ihm auch für seinen neuen Wirkungskreis Gottes Segen. Der Gemeinde Lang-GönS können wir nur Glück wünschen zu ihrem neuen Seelsorger. Sie erhält einen im Amte erfahrenen und bewährten Mann, dem sie unbedingtes Vertrauen schenken kann. Die Leitung der Dekanatsgeschäfte Übernimmt nun Pfarrer Bernbeck-Staden als Stellvertreter des Dekans bis zu der im Herbste durch die Dekanatssynode vorzunehmenden Neuwahl eines Dekans.
Lokales rm- Vrovüyietles.
(tlnonpme Einsendungen, gleichviel welchen JnhnkteS, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, 9. Februar 1900.
, "^tschichtSkailender. (Nachdruck verboten.) Bor 145 Jahren, am 10. Februar 1755, starb zu Pans der frar zöfische Schriftsteller Montesquieu. In seinen „Persischen Briefen" bekämpfte er mit ! letch'sinntgem Spotte den Kirch,n^l-uden, sowie das ganze Lehr- u id R-gierungy'yftem, u. d mochte auf ähnliche W tse die Sitten und geselligen Zustände seiner Zeitgenosse durch W tz und Ironie lächerlich. Er wurde am 18. Januar 1689 auf Schloß Blöde bet Bordeaux geboren.
•• Neichsgerichtsrat Buff f. Der am 6 ds. Mts. im Alter von 75 Jahren in Wiesbaden verstorbene Reichsgerichtsrat a. D. Wilhelm Buff war ein geborener Gießener. Nach Ablösung seiner juristischen Studien wurde er im Jahre 1864 Rat beim Hofgericht zu Gießen, gehörte in den Jahren 1869 und 1870 dem Reichstage des Norddeutschen Bundes, 1872—1875 der Zweiten Kammer der Hessischen Landstände an, und wurde 1875 in das Oberhandelsgericht berufen. Dem Reichsgericht gehörte er seit dessen im Jahre 1879 erfolgten Bestände an. Nach elf jähriger segensreicher Thätigkeit als Mitglied des 3. Zivil- fenatS trat der hochbegabte, allgemein geschätzte Jurist 1894 in den Ruhestand.
" Viehverficheruug. Der Hessische Landwirtschaftsrat sprach sich für Errichtung einer LandeSviehve rsiche- rung für Rinder und Ziegen auf folgender Grundlage aus: 1. Obligatorische Versicherung des ganzen Rinderund Ziegenbestandes. 2. Selbstverwaltung der OrtS- versicherungskaffen und der Landesversicherungskasse durch j die Landwirte als Versicherungsnehmer unter Staatsaufsicht. 3. Entscheidung von Beschwerden und Streitigkeiten durch Schiedsgerichte.
Abg. Hilpert (bayer. Bauernb.) kann ber Vorlage in dem vorliegenden Umfange nicht zustimmen, würde jedoch seine Zustimmung geben, wenn die Kosten auf die leistungsfähigen Schultern gelegt würden.
Morgen Fortsetzung. Schluß 5 Uhr 30 Min. \
Der Vorstand des Hesstfche« Landes-Lehrerverems hat I eine außerordentliche Lehrerversammlung auf | Samstag den 17. Februar, nachmittags 2 Uhr, in die I „Rosenau- nach Frankfurt zwecks Beratung über den I Entwurf der Witwenpensionen und Gehalte der Volksschullehrer einberufen. Jeder Bezirksverein kann ein stimm- berechtigtes Mitglied zur Versammlung entsenden. Wünschen wir der Versammlung selbst den besten Verlauf und den Beschlüffen den erhofften Erfolg.
* * Hesstfche Landeslotterie. Nächster Tage findet in Frankfurt a. M. eine Versammlung der Hauptkollekteure statt, um, wie die „Neuen Hess. Volksbl." melden, über eine Reihe von Mißständen zu beraten, welche bei dem Vertrieb und der Einteilung der Lose zu Tage getreten sind.
* • Dauerritt. Im 18. Armeekorps ging als Sieger aus der Konkurrenz um den vom Kaiser gestifteten Ehren- | preis für den besten Dauerritt für 1899 Leutnant Krell vom 1. Hessischen Husaren-Regt. Nr. 13 hervor. Der Dauerritt begann am 28. Juli v. I. in Darmstadt und hatte die Richtung über Königstein, Höchst i. T., Wehrheim und Butzbach einzuschlagen. Das Endziel war die Kavalleriekaserne in Bockenheim. Den Teilnehmern an dem Ritte lag die Aufgabe ob, neben Wegeerkundigungen auch Meldungen zu machen über die vom 1. Bataillon des Jnf.- RegtS. Nr. 168 und dem 1. Hess. Husaren-Regt. Nr. 13 bei Butzbach bezogenen Vorpostenstellungen. An dem Ritt nahmen TeU 23 Offiziere von den Regimentern: Thüring. Ulanen-Regt. Nr. 6, 1. Hess. Husaren-Regt. Nr. 13, 1. Großh. Heff. Dragoner-Regt. Nr. 23. Die Offiziere des 2. Großh. Heff. Dragoner-RegtS. Nr. 24 muß: von einer Beteiligung absehen, da unter den Pferden eine Krank- i heit ausgebrochen war.
• * Aus dem Gau 9 (Frankfurt a. M.) des Deutschen Radfahrer-Bundes. Die verschiedenen VorftandSsitzungen, die am Sonntag dem 4. Februar in Darmstadt stattfanden, waren zahlreich besucht, und zeigten das Bestreben aller Vorstandsmitglieder, an dem weiteren Ausbau des Gaues eifrig mitzuwirken. Die Sitzung des Gauvorstandes behandelte als wichtigstes Thema Gautourenbuch und -Karte. Da die Ausarbeitung eines genauen Tourenbuches weitläufige Vorbereitungen erfordert, die noch nicht zum Abschlüsse gelangt sind, so soll an die Gaumitglieder zuerst die neue Karte verteilt werden. Unterhandlungen mit einer der ersten kartographischen Anstalten sind bereits in die I Wege geleitet; zur weiteren Ausarbeitung wurde eine I engere Kommission gewählt und da, dank einer sparsamen I Kassenverwaltung, die nötigen Gelder zur Verfügung stehen, I so dürfte mit der Kartenausgabe schon in Kürze begonnen, I und damit dem Gau wieder viel neue Freunde zugeführt I werden. Wichtig ist noch der Beschluß des Vorstandes, in Frankfurt a. M. ein offizielles Gau-Verkehrs- und Auskunftsbureau zu errichten, in dem eine große I Auswahl Tourenbücher, Kartenwerke, sowie Drucksachen I und Formulare zur freien Benutzung ausliegen sollen, I während außerdem noch ein sachkundiger Leiter alle I Radfahrer mit Rat und That in sportlichen Fragen unter- I stützen wird. Die Sitzung der Ortsvertreter beschäftigte I sich hauptsächlich mit internen Angelegenheiten; nach Mit- I teuung eines Ortsvertreters werden verschiedene Staats- I unb Kreis-Chausseen im Odenwald seitens standesherrlicher I Verwaltungen mit Schlagbäumen und Gattern eigenmächtiq I ™ allzugroßen Wildschäden vorzubeugen. Jn- r° rC Notbeleuchtung dieser Sperren während der Nacht I fmb schon mehrfach Unglücksfälle durch Anfahren rc. vorgekommen. Es wurde beschlossen, den Gauvorstand zu be- I auftragen, bei den maßgebenden Behörden Schritte zur Be scitigung dieses Mißstandes zu thun. Die Sitzung der I
Deutscher Reichstag.
143. Sitzung vom 8. Februar. 1 Uhr.
o Erste Lesung der Flottenvorlage.
•v, m^LRÄretär-T.irpitz begründet noch einmal die Vorlage.
7 einer Verstärkung unserer Flotte werde in K Äerlen anerkannt. Fraglich sei nur das Tempo, ta welchem dieselbe erfolgen solle. Jedenfalls sei es richtig, gefährlichsten Möglichkeiten k ?arJ-r?l€ Schlachtflotte sei, desto besser ließ sich SÜLp verhindern. Eine starke Schlachtflotte sei das H Mittel, unseren Seehandel, unseren Welthandel zu schützen Bei der Deckunysfrage wolle man den Weg der Anleihe schreiten und zwar einer Anleihe von 800 Millionen auf WiiGnnp« °f>a^ ern Jahr die Durchschnittssumme von 40 Millionen gefordert werde.
M (Ze"tr.) sagt daß auch seine Partei eine kL Flotte wünsche, aber auch für das Landheer müsse man ftärkstp im?" h unmöglich aus beiden Seiten zugleich der erflTrunn bhpa ^r t^räl5 Lem; Redner erinnert alsdann an die b $ ©tQatyetretarg vor zwei Jahren. Der Reichstag $rüriinnIhpJ19? ?lt d^^rauen entgegensehen. Eine sorgfältige ftp?pTn fnb fn^?rU5 * * * 9K xn Kommission sei dringend nötig. Wir stehen, so fahrt Redner fort, vor einem völligen Umsturz des d°n m1898- ®!?en solchen Umsturz können wir Siir p£!tl?aMenin ?Eus aller meiner Freunde erkläre ich: solche V°rsaye, wie sie hier vorliegt, sind wir nicht zu tzaben. Redner kritisiert dann noch in abfälliger Weise die »eckungsfrage und meint, wer das Gesetz wolle, der müsse auch »w neuen Steuern wollen. Es handle sich hier um 120 Millionen Oeuer Steuern, und bieje müßten von den Interessenten getragen werden u»nd von den leistungsfähigen Schultern.
y.b9- v. L ev e tz o w (kons.) äußert mancherlei Bedenken, tritt «nrf„ 7 T bie $0^9e rein- Eine gründliche Prüfung der Vorlage m der Kommission fei zu empfehlen.
v- ^rcoöme. (Soz.) bekämpft die Vorlage und unterzieht die Deckungsfrage einer eingehenden Besprechung.
sermann (nl.) befürwortet die Vorlage ein» »•» Jedner regt bezüglich der Deckungsfrage an, ob nicht Intff1 tn kerr^ä9Un9 iu ziehen sei und
Dom, daß bei der zweiten Lesung das Zentrum eine freundlichere j Haltung einnehmen werde.
5r der" wehmütigen Lied der schönen Sidselill gerührt muscht. Gleich daraus stimmt er selbst aber einen derben, gantue an Und nun ist der Augenblick gekommen, wo rn die Handlung eingreifen soll. Die aufgeräumte Wittib,^Frau Adeluz, hat ihn in Weiberkleider gesteckt, und rnchieser Vermummung tritt er seinem Kollegen gegenüber. Als Jan jedoch eine Fürstin mit dem Stoppelbarte gewahrt, bricht die Vernunft wieder bei ihm durch, er glaubt nicht langer an seinen Paradieseszustand, und die riaserei packt ihn: da läßt ihm der mitleidige Fürst, der 8enug des grausam-ungrausamen Spiels hat, einen ^"flößen. Die Märchenherrlichkeit von Wildpret und Wein, von Sammt und Seide, von Gelage und Musik ist vorüber. Wieder finden wir
Kruder wie zu Anfang vor dem Schloßthor. Sn S^ht zur Jagd aus und beschenkt Schluck für Ableisteten Dienst. Er verspricht ihnen sogar, wenn sie Keüä fn b?p° Mnb Euh. Jau kann sich nicht
Wirklichkeit zurückträumen, seine Gedanken weilen noch immer in der erträumten Herrlichkeit. Und h^fpit^rrpl1- ^&ter bedeutsame Worte von der Vergäng- kichkeit alles irdischenDlucksmnd der Gleichheit aller Staub- 2ä?ffene<yr ^stud. Hier nimmt Hauptmann den höchsten Aufschwung, in dem er den tiefen Ernst im kind- b" ^biel enthüllt. Grad ins Wirtshaus ziehen beide ein
$er dichter hat dies Possenspiel in einem Prolog gleichsam entschuldigt. Mit nichten. Warum soll er feine Laune nicht einmal austoben lassen dürfen? Freilich mit all. au strengem Maßstab darf dieses Werk nicht gemessen werden So weit es Holberg überflügelt, so weit bleibt es doch hinter Shakespeare zurück. Der befreiende Humor ist ihm nicht überall gelungen. Und da wo Shakespeare dem Zeit- Geschmack ein Zugeständnis macht, bei der immerhin gewagten weiblichen Verkleidung, ist Hauptmann über daK Peinliche der Szene nicht hinausgekommen. Er suchte den Moss erfolgreich zu vertiefen und ihm eine festere psycho- kogische Grundlage zu verschaffen. Ob sich der Stoff aber in dieser Erweiterung und Zerdehnung die moderne Bühne erobern wird, diese Frage ist ni<cht von vornherein zu bejahen. Der Zweig ist dürr, und er hat selbst unter der Hand eines Dichters nicht Knospen und Blüten getrieben.
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