Ausgabe 
10.1.1900 Zweites Blatt
 
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richt wird in Kürze erscheinen.

4- Sich, 8. Jannar. In die hiesige Pfennigspar­kasse wurde im verflossenen Jahre von 353 Einlegern bie Summe von 10249 Mk. 90 Pfg. einbezahlt. Dieses so segensreiche Institut wurde im Jahre 1883 errichtet, und ist während seines Bestehens eine Gesamteinlage von un­gefähr 190000 Mk. erfolgt. £ k ,

Schotte», 8. Januar. Die Baugenehmigung für das neue an der Gederner Chaussee aufzuführende P o st- gebäude ist jetzt eingetroffen; mit den Erdarbeiten wird in aller Kürze begonnen werden. Sehr wahrscheinlich ist auch, daß in der Nähe des neuen Postgebäudes noch weitere Neubauten erstehen, da einige Briefträger erklärten, dieselben unter günstigen Bedingungen übernehmen zu wollen. Die unterhalb Schotten gelegene, den Herren Göbel und Böhm gehörige Lohmühle ist für den Kauf­preis von 3350 Mk. in den Besitz der Herren Wilhelm Arcularius und Schlörb, Wagnermeister, übergegangen.

Q Vom Vogelsberg, 6. Januar. Immer hört man in verschiedenen Zeitungen Klagen über das Weid- hirtenwesen ix Gebirgsgegenden, besonders in der rauhen Alp. Auch bei uns im Vogelsberg hat man diesen Uebelstand zu beklagen. Im Frühjahre werden die Kinder gedingt, und es ist nun während des ganzen Frühjahrs und Sommers, sogar bis zum Herbste, ihre Pflicht, das

I nehmer in Betracht kamen, denn von diesen ging nur ein Delo­gierter und ein Ersatzmann nach Darmstadt, während die anderen

entsagte und sch trat er in das ' 18858 vom Bisch» wche erhielt. S! in Bingen, tourbi Meligionslehrer b<

* Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der G r o ß - Herzog haben Allergnädigst geruht, am 23. Dezember 1899 den Ortsgerichtsmännern Philipp Hofmann II. zu Fränkisch Crumbach und Johann Philipp Daum zu Herchen- rode das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste" zu verleihen.

** Zulassungen zur Rechtsanwaltschaft. Am 10. No- _ vember wurde derGericbtsassessor Alexander Marx aus entfernten Brunnen geholt werden, was eine sehr beschwer- Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht 1 liche und zeitraubende Arbeit rst.

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(«uonNme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Gieße», den 9. Januar 1900.

♦♦ GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor «24 Jahren, tm 10. Januar 1276, starb Gregor X. Er strebte nicht nach Stegen und Lorbeeren, sondern nach dem schöneren Ruhme eines Versöhner« und FrtedenSfürsten tm Gegensatz zu seinem Nachfolger Cl-menS IV., der vier Wochen vor seinem Tode den Sohn KonradS IV. und dessen Busenfreund Friedrich von Baden auf dem Karmeliter­markte zu Neapel unter der Beschuldigung deS Hochverrates en - haupten ließ.

der »rutschen Saufmannschaft eine» englischen Sieg «MM?) Auch sind gerade in Johannesburg die meisten Deutschen ami-hollüudsich gesinnt. (?) Daß man IM Deutschen Reich mit den Buren sympa.htsiert g.schA mehr -US Rivalität gegen England, als an« Rassenlnstmkt. . . I englischen Niederlagen sind sicherlich ein.: U-b-Mchu-g s jederumnn gewesen. Bislang M-n sich d,e Buren^den Engländern strategisch überlegen g-z-'S«, 'ndemsi- den Gang der Krieges im großen bestimmten, und taktisch, mdem fi- j-deS einzelne Schlachtfeld den Bedingungen ihrer natlonalen GesechtSweise entsprechend auswählten. Die englische Strategie glaubt, sie muß ihre Truppen entsprechend ver­teilen, und wirft sie in alle »ter sßin*)n$ti"?9'n.au8 einander, wo doch die beste Verteidigung der Peripherie ge- | wesen sein würde, unbekümmert um die setndltchen B-- i wegungen direkt ins Herz der holländischen Stellung mit geschlossener Macht v-rzudring-Ni eine Armee zu bilden und von Naauwport Junetion, gestützt auf die Eisenbahnlinie, aus Bloemfontein und Prätoria zu operieren. Ich bin überzeugt, daß General Roberts mit Lord Kitchener, welche die moderne Strate- aie kennen, dem Krieg jetzt diese Wendung geben werden. Aber wieviel Blut, Geld und Ansehen ist inzwischen verloren worden! Es ist, als wenn man einen Krieg aus dem Zeitalter Marlboroughs vor sich sieht. Und solche Nieder­lagen bereiten der britischen Armee nicht etwa moderne Heere, sondern Milizen einer Bauernbevölkerung. Be­wunderungswürdig in der englischen Kriegführung ist bis­lang nur die Schnelligkeit, mit welcher der Truppen­aufmarsch 7 - 8000 Meilen vom Mutterlande vollzogen ist. Die Transportvorrichtungen sind großartig und haben sicherlich auch die Anerkennung aller fachmännischen Kreise auf der Erde gefunden. Es ist das erste Mal in der Weltgeschichte, daß ein solcher überseeischer Krieg überhaupt möglich ist.

Die englischen Sympathien von Karl Peters sind be­kannt und nach der Behandlung, die er in Deutschland ge­funden, auch erklärlich; aber seine Bewunderung für eng­lische Einrichtungen verhindert ihn, objektiv zu sein. Wenn seine Lektüre nicht allein, wie es scheint, aus englischen Zeitungen bestände, würde er wissen, daß die Deutschen in Transvaal zum allergrößten Teil mit ihren Sympathien auf Seiten der Buren stehen. Jedenfalls beweist der Eintritt der Hauptmasse der deutschen Bevölkerung in das Burenheer mehr, als solche allgemeine Behauptungen. Die gebildeten Deutschen in Johannesburg, auf die sich Peters beruft, werden wohl gleichbedeutend sein mit den durch Minen­spekulationen reich gewordenen Deutschen, die behufs schnellerer Erwerbung von Aktienpapieren ohne Bedenken ihr Deutsch­tum als lästigen Ballast über Bord geworfen haben. Diese Menschenklasse ist aber nicht mehr hcimatsber-chtigt im deutschen Vaterlande, seitdem sie in das Lager des inter­nationalen Jobbertums übergegangen find.

Offenbach und der Kammer für Handelssachen daselbst, am 17. November wurde der bei der Kammer für H fachen ix WormS zugelaffene Rechtsanwalt Kasp ar Kl e r ix Worms gleichzeitig zur Rechtsanwaltschaft bet dem AmtS^ gericht daselbst, am 28. Dezember wurde bergan»«» Friedrich Scriba in Groß Umstadt zur Rechtsanwalt­schaft bei dem Amtsgericht Groß-Gerau, mtt Wirkung vom 1. Januar 1900 an, zugelassen.

♦♦ Sektio» Oberhefse» des Deutsche» und Oesterreichtschen Alpen»erei»s. In der am 23. v. M. tm Dnetnslo Kaiserhof" abgehaltenen Hauptversammlung erstattete oer Vorsitzende den Jahresbericht, aus welchem sich ergab, datz die Entwickelung der Sektion auch im vergangenen Jahre erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Außer gelegentlichen anderen Veranstaltungen hat die Sektion auch tm Jahre 1899 im wesentlichen dem Programm entsprechend, 12 touren ausgeführt, und ebensoviele Monatssitzungen, darunter ach mit Vortrag, abgehalten. Die Vereinsbibliothek hat eme bedeutende Vermehrung erfahren. Die Mitgltederzahl be­trug am Jahresschlüsse 103 Der Vorstand besteht für die nächsten drei Jahre aus folgenden Herren. ü n 91' Rentner, F. Heimer, Kaufmann, F. Lauster, Retchs- bankvorstand, L. Neuenhagen, Amtsrichter, Adolf Noll, Fabrikant, Otto Roth, VerlagSbuchhander, Dr. W. Sievers, Universitätsprofessor. Ausführlicher Be-

Vieh zu hüten und zu pflegen. ~ . - ..

Schule ziehen sie mit ihrer Herde auf die Weide, wo sie Erwartungen zurück. . _

bis zur aubrechenden Dunkelheit verweilen. Während dieser Werkes dürste noch geraume Zeit beanspruchen.

Zeit ist ihnen genügend Gelegenheit zu mutwilligen Streichen I Offenbach, 7. Januar. Ein Schildb ü rger- Moten. Zu Hause angenommen müsien die meisten noch

bet der Stallsutterung behilflich sein. Nachdem nun alle . » Darmstadt die Wahlen zum Zentraworstanb der hessische» Arbeit besorgt, kann daö Kind auch einmal an seine Schul- I Jnvaliditäts- und Altersversicherungs-Anstalt stattzufinden, zu aufgaben denken. So schnell wie möglich werden diese I denen bestimmungsgemäß jede Zweiganstalt aus den ihr beigeord- hpfnrnt denn da« Kind sebnt fick nach den Anstrengungen I netcn Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Ber- ? ffin ipher denkende Mensch kann treter nach Darmstadt zu entsenden hatte. Die VersicherungÄ- des Tages nach Ruhe. Ein jeder denkende Mensch rann l QnftaIten ber A^ise und der Städte Darmstadt, Mainz, Gießen sich ein Bild von der geistigen Ausbildung solcher Kruder I Ull^ g5orm§ hatten denn auch ausnahmslos dieser Vorschrift ge- machen. Selbst die gut begabten Schulkinder liefern nur I uügt, das heißt, sie hatten je einen Vertreter zur Vornahme der mittelmäßige Leistungen, zumal dieselben säst in jedem Jahre Wadi entsendet - nur unsere OsfeAacher Versicherungsanstalt . A gnnnn pnhlich wird mnn I machte eine befremdliche Ausnahme. Der nut der Leitung unserer

eine andere Schule besuchen. Wann ch I Versicherungsanstalt betraute Beigeordnete war anscheinend nur

diesem Unwesen em Ende machen? I sehr unzureichend über die Bestimmungen der Wahlordnung

0 Weickartshain, 8. Januar. So erwünscht auch das I unterrichtet, denn er ordnete an, daß nicht nur die zur Ver- Frostwetter kam, mit dem daS alte Jahr zu Ende ging, so sicherungs - Anstalt gewählten Arbeitgeber und Arbeitnehmer sreudiq wurde hier der Schnee und das bald folgenbe Thau- sondern auch deren Ersatzmänner zur Vornahme der Wahl »ach t ne* cm rzx I Darmstadt zu reifen hatten. Spater muß der geschaftsleitende

weiter begrüßt. Machte es doch dem sich recht empfindlich I Beigeordnete allerdings darüber aufgeklärt worden sein, daß diese fühlbar machenden Wassermangel em Ende. Da es m I Anordnung falsch war, denn er liefe, wie man sich erzählt, am dem Dorf keine eigentlichen Quellwasserbrunnen gibt, mußte I festgesetzten Wahltage die hiesigen Bahnhöfe kontrollieren, um das Trinkwasser aus dem etwa 10 Minuten von dem Ort dieuur Greife erftbienenen delegierten im lebten «ugenblid auf- " - - - ' I zuhalten. Und das gelang auch, soweit die Vertreter der Arbett-

wiesen werden. Auch ei -jungen vorgenommeu. stadlS wurden -rfolgre.ch-

Selig-»»-«, geborener Seligenstadter, hielt Neuß zu ®tefeen, ~ tfurter für die Mitglieder heute nachmittag tm »F^^^^^inS, unter kolossaler Be- und Freunde «nsere fisten, belehrenden Vortrag teihgung, etnen ^ach dem bürgerlichen Gesetz-

UberMiet- und P°^^ner erntete reichen Beifall für

S? Srndw rdmteL beschlossen die Errichtung -ine« ta Sermi»« entwickelte die Vorzüge ^S Regiebetriebes, der auch -insttmrntg beschlossen wurde, des a. d. Bergstraße, 8. Januar. In

unser^Stadt herrscht neuerdings -ine b-d-ut°nd- Strömung, welche die Steigerung der Preise sowohl für btc Milch als auch für di- verschiedenartigsten land wirt- sckaftlichen Leistungen und gewerblichen Er- reuauisse bezweckt. Handwerker und Landwirte, Fuhr- unternehmer und sonstige Persönlichkeiten bilden förmliche Ringe, setzen in Versammlungen ihre Forderungen fest und überraschen die konsumierende Bevölkerung mit Preisauf- schläqen? die mit den beliebten Preissteigerungen der Roh- rnat-rialien K. absolut nicht begründet werden können. Sv ist beispielsweise di- Milch von I-r Psg. aus 18 und 20 Psg. pr. Liter aufgeschlagen, obgleich die Futterpreise eher tm Fallen, als tm Steigen begriffen sind. Solche Teuerungen müssen natürlich von denjenigen Familien, die auf ein streng begrenztes Jahreseinkommen angewiesen sind, am schmerz­lichsten empfunden werden. Das Elektrizitätswerk, welches schon am 1. November 1899 eröffnet werden sollte, konnte bis heute noch nicht in Betrieb gesetzt werden. Gegen- ! wärtig ist man mit dem Legen der Zuleitungsdrähte m die Haushaltungen beschäftigt. Die unterirdischen Leitungen sind bereits sertiggestellt. Auch die katholische Notkirche ,v«.vpv, wird mit elektrischem Licht versehen. Im allgemeinen bleiben

Sofort nach Schluß der I die Hausanschlüsse vorerst noch weit hinter den gehegten - - - - - 1 ~ Die vollständige Fertigstellung des

_ o . t o Mannar. Die hiesige Polizei verhasst« D«mst.dt, 8. Jannar. ^inf/ itt deren Be­in O b e r - R ° « st ° < Massen anscheinend gestohlene« Hausung sich beträchtlich - ^uantitäten von Setden- GuteS, darunter erheb ich- @toffe au8 d-n groß-n stosen, vorfanden. Frankfurt, Worms, Stuttgart,

Seidendtebst^len tui M nz,icht nachge.

Karlsruhe, Gteßen h 9 H-wohnern Obcr-Rum- wielen werden, «uch bei andere» v

Schweigende Krauen.

Hinter der stolzen Allee, die die Aussicht auf das Meer und eine reiche Villenkolonie eröffnet, liegt auf dem Wege von Bayonne nach Biarritz eine mäßige Anhöhe. Im Sck)atten des kleinen Wäldchens erhebt sich hier weltabge­schieden ein schloßähnlicher Bau, den eine hohe Mauer schließt. Tiefe Ruhe lagert über diesem Orte, jene fried­volle, geheimnisreiche Ruhe, die an den Tod und an das Ende mahnt, als würde die Mauer alles zurückdrängen wollen, was draußen an das Sein mahnt, das sich hier vor den Augen des Beschauers so reich und schön entfaltet.

Ein Zauberreich ist es, das die Natur geschaffen, und dessen weihevolle Ruhe fast nie durch das Geräusch des Alltags unterbrochen wird. Nicht einmal durch jene merk­würdigen, vermummten Gestalten, die man von Zeit zu Zeit hier antreffen kann Frauen, die ihr Haupt in schwarze Schieler hüllen, und denen die Trauer anzuhaften scheint. Arme und Schultern deckt ein faltenreiches, grobes, härenes Gewand, das in der Mitte Hin großes, schwarzes Kreuz trägt.

Die Gestalt scheint unbeweglich, man mag sich ihr auch nähern. Das grobe, weiße Kleid hüllt sie völlig ein, auch das Gesicht ist verhüllt, nur der Mund und die Augen sind frei.

Oefters, wenn man dem merkwürdigen Hause naher kommt, kann man die leisen Gesänge der Bewohnerinnen vernehmen, langgedehnte, ersterbende Akkorde, die hinaus- jittern in die Welt wie ein Gebet. Dann fällt der Klang der Glocke ein, und sein verhallendes Echo trägt auch die Wünsche jener Unglücklichen, die nichts mehr von den Menschen verlangen, nichts unter diesen mehr suchen. Im Bannkreis der hohen Mauer kann man sie bann alle sehen, wie sie schweigend zu einer langen Reihe sich ordnen, eine

hinter der andern, verhüllt und vermummt, die Arme über die Brust gekreuzt und das Haupt tief gesenkt. Und stumm, automatisch bewegen sie sich fort, eine hinter ber andern in ganz bestimmten Abständen, daß kein freundliches Wort hinüberflattere, kein Gruß denn alle diese Frauen sind für die Welt und ihre Bedürfnisse längst tot.

Sie sind Bernadinerinnen, deren schweres und hartes Los ihnen verbietet, untereinander je ein Wort zu wechseln, einander auch nur zu kennen. Mit dem Eintritte in das Kloster wird alle Vergangenheit in Vergessen getaucht, ver­sinkt alles, was an die Außenwelt erinnert. Sie kennen sich gegenseitig nicht, keine weiß den Namen der anderen, er ist ein starres Geheimnis der einzelnen; keine weiß von der anderen, woher sie komme, wer sie einst gewesen und wo sie bis zu ihrem Eintritte in das Kloster auf dieser weiten, schönen Welt gelebt.

Wer irgendwelche Auskünfte ober Aufklärungen wünscht, toenbet sich an die Vorsteherin, die zu gewissen Zeiten Fremde zu empfangen pflegt. Sie zeigt bann dem Gast auch den Garten und das Feld des Klosters, beide werden von den schweigenden Schwestern bestellt. Außer­dem kann man auch, wenn dies gewünscht wird, eine genaue Beschreibung mit der Geschichte des Klosters erhalten.

Jeden Tag," erklärt sie,werden einige Schwestern zur Feldarbeit abkommandiert; sie verlassen dann das Kloster und treten hinaus in das Leben, ohne es aber wieder auf sich zu nehmen. Es ist ihnen nicht gestattet, mit­einander zu sprechen, ebenso wenig kümmern sie sich um sonstige Vorgänge ber Außenwelt sie verrichten schwei- genb ihre Arbeit und kehren schweigend in ihr Grab zurück.

Vor vielen Jahren hatte das Kloster für jede Schwester i eine eigene Zelle, die sehr bescheiden eingerichtet war- denn sie enthielt nur ein einfaches Bett, an dessen .Hauvt I ein Kreuz mit der InschriftGott über allen" angebracht

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war. Zwei Brände aber, die in kurzer Zeit und rascher Folge uns heimgesucht haben, haben einen großen Teil des Klosters zerstört, wir mußten daher die übrig ge­bliebenen Zellen aufteilen und durch Wände so weit repa­rieren, daß die Büßerinnen untergebracht werden konnten".

Das Refektorium ist ein niederes eigenes Häuschen für sich, überaus einfach und bescheiden. An den Wänden laufen Holzbänke und stehen einige Holzsessel, in der.Mitte em uiibeWter Tisch. Hier speisen die Büßerinnen sechsmal in der Woche; Freitags giebt es nur ein einfaches Abend- Jialji, das knieend eingenommen wird. Jede Schwester hat ihren eigenen Teller und ihr hölzernes Eßbesteck das Menu besteht nur aus Früchten und Brot.

Man sollte glauben," erzählt die Priorin weiter,daß oiefer Orden mtt feinen harten Anforderungen es ein- zelnen Bußerinnen schwer macht, längere Zeit in diesem urabe für Lebende zuzubringen, um so mehr, als es jeder einzelnen freisteht, zu jeder Zeit das Kloster zu verlassen, wie sie gekommen: ohne Angabe von Gründen, ohne den harnen zu nennen und ohne zu sagen, woher sie gekommen, <: Trotzdem ist bis heute noch keine ausge- a ^de auf ihre Erlösung gewartet, die ihr endlich nur durch den Tod wird ..."

I^bst der Tod lüftet nicht das Geheimnis der Bußerm, deckt nicht ihren Namen auf. Jede tote Schwester fpito den übrigen Schwestern ins Grab gebettet, und / to?n fie da versenkt haben, wer sie einst gewesen ®utte getrieben. Ja, nicht einmal ihr ganzes Antlitz hat je eine gesehen.

Aussen neigen sich über dem Grabe uni liegen das schlummernde Herz in den ewigen Frieden, m vie schweigende, ergreifende Trauer endlicher Ver