Leute, die dem Befehle Bothas folgen, wissen zur Genüge, welches Los ihnen bevorsteht, wenn sie aufhören zu kämpfen; und daß sie auch nach dem letzten Zurückweichen von Dal- manutha ihren Oberkommandierenden nicht verlassen haben, obwohl ihnen das nicht schwer gewesen wäre, spricht besser als viele Worte für ihren Entschluß, den Kamps bis zum äußersten fortzusetzen. Wichtig ist die Mit« ujlung, daß Buller bis zum Dienstag auch nicht einen Zoll vorwärts gekommen ist, daß ihm also die am Sonntag aus dem Wege Belfast-Lydenburg zu Hilfe geschickte Kolonne nicht im geringsten Luft gemacht hat, obgleich diese zur Umgehung der westlichen Flanke der Buren angesetzt worden war. Wahrscheinlich ist dieser Umgehungsversuch Botha rechtzeitig gemeldet und durch Verlegung des einzig gangbaren Passes vereitelt worden. Wenn er gelungen wäre, hätte sich die Wirkung bei den Buren spätestens am Dienstag bemerkbar machen müssen. Das ist aber so wenig der Fall, daß die Buren sich vielmehr an die englischen Vorposten heranschleichen und sie in ein Gewehrseuer verwickeln. Man darf gespannt sein, wie Roberts dieser peinlichen Lage ein Ende machen wird.
Die „Times" meldet aus Lourenco Marquez vom 6. ds., Barberton sei mit Burenfamilien der niedrigsten Klasse überfüllt. Typhus, Scharlach und sonstige an- steckendeKrankheiten seien ausgetreten. Käme Malaria hinzu, so wäre, da die einfachsten gesundheitlichen Grundsätze vernachlässigt würden, eine große Sterblichkeit zu gewärtigen. Ucber 40 englische Offiziere würden in der landwirtschaftlichen Halle gefangen gehalten.
Lord Roberts telegraphiert aus Belfast vom 5. ds.: Hamiltons Kolonne, der sich Brocklehorsts Kavallerie angeschlossen hat, passierte gestern durch Dullstroom, wobei ihr nur geringer Widerstand geleistet wurde. Sie rückt jetzt aus dem Weg nach Lydenburg vor und steht im Signalverkehr mit General Buller, dessen Geschütze gehört werden und der im Laufe des Morgens mit der linken östlichen Flanke des Feindes im Gefecht stand. Hamilton ist bemüht, die rechte Flanke des Feindes zu umgehen. — Zwei reitende Abteilungen unter Clements und Hart operieren gegenwärtig in den Bezirken Krügersdorp und Johannesburg. — Ein durch 125 Mann von den kanadischen berittenen Schützen an der Eisenbahn zwischen Rietpan und Wonderfontein besetzter Posten wurde durch eine feindliche Schar mit drei Kanonen angegriffen; der Feind wurde aber zurückgeschlagen.
Lord Roberts hat eine neue drakonische Proklamation an die Einwohner des Freistaates gerichtet, worin er mitteilt, daß diejenigen Bürger, welche den Eid der Treue nicht abgelegt haben, bei ihrer Gefangennahme als Kriegsgefangene bet'achtet werden würden. Diejenigen, welche den Eid geleistet haben und von neuem gegen die englischen Truppen die Waffen ergreifen, würden sich des Todes durch Erschießen aussetzen. Diejenigen Einwohner, welche den Neutralitätsschwur gebrochen haben, würden mit schweren Bußen bestraft werden, und diejenigen Bewohner von Farmen, welche in der Umgegend von Eisenbahnen, die zerstört werden sollten, gelegen sind, würden bis zu V8 des Gesamtwertes der betr. Farmen verurteilt.
Diese Proklamation entspricht derjenigen, die Roberts für Transvaal bereits vor der Einverleibung erlassen hat. Nur stützt er sich hier auf die Thatsache, daß die Oranjer durch Proklamation zu Unterthanen der Königin erklärt worden sind, während für Transvaal damals dieser vermeintliche Rechtstitel noch nicht angeführt werden konnte.
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Telegramm des Gießener Anzeigers.
London, 8. September. Aus amtlicher Quelle wird berichtet, daß Roberts und Kitchener Mitte Oktober Südafrika verlassen werden. Lord Roberts soll Nachfolger von Lord Wolseley werden, während Kitchener an Stelle des General-Adjutanten der Armee Sir Evelyn Wood treten soll.
Deutsches Reich.
Berlin, 7. September. Aus Stettin wird gemeldet: Bei der Ankunft des Kaisers und der Kaiserin fand auf dem Bahnhofe großer militärischer Empfang statt. Die Ehrenwache stellte das Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm IV. (Nr. 2), dessen direkte Vorgesetzte einschließlich des kommandierenden Generals v. Langenbeck, mit dem Chef des Generalstabes, General der Kavallerie Graf Schlieffen und dem Kriegsminister General der Infanterie v. Goßler u. a. zugegen waren. Ferner hatten sich u. a. eingefunden die Prinzen Albrecht und Friedrich Wilhelm von Preußen, Prinz Max von Baden. Der Kaiser begrüßte die Herren und schritt die Front der Ehrenkompagnie ab. Dann ließ der Kaiser die Kompagnie vorbeimarschieren, worauf die Fahrt nach dem Schlosse unter dem Jubel der Bevölkerung und Glocken- Aeläut erfolgte. Die Eskorte stellte das Kürassierregiment Königin. Vor dem Rathause überreichten zwei Schülerinnen der Auguste-Viktoria-Schule den Majestäten Blumensträuße. Oberbürgermeister Geheimrat Haken hielt folgende Ansprache:
„Eure kaiserlichen und königlichen Majestäten grüßen wir in ehrfurchtsvoller Huldigung. Das Kaiserwort von Stettin, das Eure Majestät dem hiesigen Freibezirk zum ehrenden Gedächtnis vorgeschrieben: „Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser!" wie bald ist es vor aller Welt zur flammenden Wahrheit geworden! Auf weiter Meeres- fahrt von den besten Wünschen des Vaterlandes begleitet, sind unsere Heere hinausgezogen zur Sühnung schnöder Schuld an deutschem Gut und Blut. Nah bei einander liegen Krieg und Frieden. Was aber auch die dunkle Zukunft bringen mag, unwandelbar — das wollen wir auch heute in ernster Stunde geloben! — in fester Treue und fester Zuversicht blicken wir auf zu dem Hüter des Reichs, der zielbewußt mit feiner Willenskraft die Schutzwehren des Krieges für uns geschaffen, um segnend . die Werke des Friedens zu fördern. Das walte Gott!"
Die Ansprache schloß mit dreimaligem Hurrarufen. — Darauf erwiderte ^er Kaiser etwa folgendes:
Mein lieber Herr Oberbürgermeister! Ich. danke Ihnen in meinem und der Kaiserin Namen herzlich für die freundliche Begrüßung und den Empfang, die ich immer hier gefunden habe. Es ist ja nicht das erste Mal, daß wir Stettin besuchen, und bei jeder Wiederkehr hat meine Freude über den herzlichen Empfang sich gesteigert. Weiß ich doch, daß Stettin die Wege, die ich wandele, als die richtigen erkannt hat. Sie haben, Herr Oberbürgermeister, unserer Brüder gedacht, die für unsere Interessen nach dem fernen Osten gegangen sind; ich habe die feste Ueberzeugung, daß es ihnen gelingen wird, dort feste und geordnete Verhältnisse zu schaffen, unter denen der deutsche Kaufmann, der drüben lebt und wirkt, ein für allemal vor Unheil bewahrt bleiben und ohne Störung und Gefahr Handel treiben kann. Ich habe gar keine Besorgnisse für die Zukunft. Ich bin überzeugt, daß mein Plan gelingen wird, das wird auch zum Besten Stettins, der Provinz Pommern und des ganzen Vaterlandes dienen; das walte Gott!
Die Anwesenden brachen in erneute Hochrufe aus. Auf dem Schloßhofe erwies eine Ehrenkompagnie des Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pomm. Nr. 2) dem Kaiserpaar die Honneurs. Im Schlosse sand großer Civilempsang statt. Um halb 2 Uhr war im Schlosse Frühstückstafel. Heute abend gab im Landeshause die Provinz eine Festtafel, an der das Kaiserpaar, die anwesenden Prinzen und die hohen Würdenträger teilnahmen. Der Kaiser erwiderte auf die Ansprache des Vorsitzenden des Provinzial-Landtags Köller:
Ich spreche Ihnen meinen innigsten Dank und ebenso den der Kaiserin für die warmen und schönen Worte aus, welche Sie im Namen der Provinz Pommern soeben an uns gerichtet haben. Ich bin Zeuge gewesen vieler Empfänge, die meinem seligen Großvater hier in Stettin bereitet wurden, und wohl entsinne ich mich noch des Abends, wo Ihr von meinem Großvater so gern gesehener Vater von ihm angeredet wurde. Auf Schritt und Tritt entstehen vor meinem geistigen Auge in Stettin Bilder der Vergangenheit, die mich mit Freude und Dankbarkeit erfüllen. Ich hege die feste unveränderliche Zuversicht, daß die Provinz Pommern nach wie vor in Treue an unser Haus durchhalten wird, verbinde aber auch damit den Wunsch, daß der Provinz in ihrem Vorwärtsschreiten besonders auf dem Gebiete der Landwirtschaft der Segen nicht fehlen möge. Gerade auf diesem Gebiete ist die Provinz mit ihren Bestrebungen und Einrichtungen mustergiltig geworden. Mit den besten Wünschen für das Wohlergehen der Provinz erhebe ich mein Glas und trinke auf das Wohl der Provinz Pommern. Hurra! Hurra! Hurra!
— Der Kaiser hat dem Hu saren-Re gim ent F ü r st Blücher von W a h l st a t t (Pommersches) Nr. 5 in Stolp und Schlawe folgende Kabinettsordre zugehen lassen:
„Ich will dem Husaren-Regiment Fürst Blücher von Wahlstatt (Pommersches) Nr. 5 einen erneuten Beweis Meiner Königlichen Gnade durch Verleihung der B ü st e des Generalfeldmarschalls Für st en Blücher von Wahlstatt zu teil werden lassen und thue dies in dem zuversichtlichen Vertrauen, daß der Geist, den sein unvergeßlicher Chef dem Regiment eingepflanzt hat, froher Wagemut, unerschütterliche Tapferkeit und hingebende Treue in ihm nie ersterben wird. Das Kriegsministerium ist von mir beauftragt worden, die Büste dem Regiment zugehen zu lassen.
— Der ehemalige preußische Kultusminister Dr. Bosse veröffentlicht in Idem „Grenzboten" Berichte über die Pa- lästinareise des Kaisers, die er in dessen Gefolge mit- machte. Bemerkenswert in dem letzten Berichte sind die Worte, die der Kaiser an die Geistlichen nach dem Gottesdienste in der Kirche zu Bethlehem richtete:
„Wenn ich die Eindrücke dieser letzten Tage wiedergeben soll, so muß ich sagen, daß ich doch vor allem sehr enttäuscht bin. Ich wollte das eigentlich hier nicht aussprechen. Aber nachdem ich gehört, daß cs auch anderen, zum Beispiel meinem Oberhofprediger,^nicht anders ergangen ist, so will ich das doch vor Ihnen nicht zurüühalten. Es mag ja auch sein, daß die sehr ungünstige Zufahrt zur Stadt Jerusalem mit dazu beigetragen hat. Aber wenn man diese Zustände an den heiligen Stätten sieht, wie es da zugeht, das kann einem das Herz durchschneiden. Gerade dies Beispiel von Jerusalem mahnt uns dringend, daß wir die kleinen Abteilungen (?) bei unserer Konfession möglichst zurückstellen. Sonst können wir nichts machen. Wir können nur durch das Beispiel wirken. Auf die Mohammedaner kann nur das Leben der Christen Eindruck machen, nicht durch Dogmen und Bekehrungsversuche, lediglich durch das Beispiel! Das kann Ihnen kein Mensch übel nehmen, wenn sie vor dem christlichen Namen keine Achtung haben".
— Der Gouverneur von Deutsch-Ostasrika, General- Major v. L i e b e r t, der vom Kaiser in längerer Audienz empfangen worden ist, wird voraussichtlich die nächste Woche in Berlin bleiben. Ob Herr von Liebert ans seinen Posten zurückkehrt, hängt von den Verhandlungen ab, die zwischen dem Reichskanzler, der morgen oder übermorgen hier eintrifft, und den Gouverneur in kommender Woche stattfinden werden.
— Nach einer Meldung aus London scheint nunmehr festzustehen, daß die Königin Viktoria der Kaiserin Friedrich auf Schloß Friedrichs Hof einen Be- s u ch abstatten wird. Die Königin beabsichtigt zwei bis drei Wochen dort zu verweilen und dann einen kurzen Besuch in Coburg zu machen, um dort die Grabstätte des Herzogs Alfred zu besuchen.
— Der Gouverneur von Kamerun, von P u t t k a m e r, hat während seines hiesigen Aufenthaltes eingehend mit dem Kolvnial-Direktor Dr. S t ü b e l über die Verwaltung des ihm unterstellten Gebietes konferiert. Er wird sich am 11. ds. in Lissabon einschiffen, um nach Kamerun zurückzukehren.
— Vizeadmiral z. D. v. Holten ist in Kiel verstorben. Tie Beisetzung erfolgt am Dienstag.
— Dem B u n d e s r a t ist der Entwurf eines Gesetzes betr. die Ausführung der freiwilligen Gerichts- b a r k e i t und die Leistting derRechtshilfeimHeere zugegangen. Die Vorlage bezweckt die einheitliche Regelung dieser Materie für das Heer im Wege der Reichsgesetzgebung.
— Zu den Braunschweiger Beratungen des ,,^en- tral-Ausschusses für Volks- und Jugendspiele in Deutschland" und der sich anschließenden Besprechung über Förderung der Wehrkraft durch die Erziehung waren u. a. erschienen neben Herrn v. Schencken- dorff (Görlitz) Direktor Raydt (Leipzig), Dr. Schmidt und Oberturnlehrer Schröder (Bonn). Die „allgemeinen Grundsätze", an deren endgiltiger Feststellung sich besonders Oberlehrer Heinrich, Turnlehrer Schröder und Professor Dr. Kohlrausch beteiligten, lauten:
1. Allgemeines Ziel des Ausschusses zur Förderung der Wehrkraft durch Erziehung ist es, der Freude unserer Jugend an körperlicher Betätigung weitere Nahrung zuzuführen und die Neigung auf die Gebiete der Leibesübungen hinzulenken, welche besonders geeignet sind, die Wehrtüchtigkeit zu erhöhen. — 2. Zur Erreichung seiner Ziele wendet der Wehrausschuß seine Thätigkeit zunächst den höheren Schulen zu, und zwar sucht er diejenigen Maßnahmen zu finden, welche sowohl durch die Schulen innerhalb der Schulzeit, als auch im Erholungsleben der Schüler ergriffen werden können, um die Wehrhaftigkeit zu fördern. — 3. Der Zentralausschuß will nicht in eine Kritik der übrigen Unterrichtsgegenstände eintreten, sondern beschränkt sich darauf, der Unterrichtsverwaltung entsprechende Vorschläge betreffs der gesamten körperlichen Erziehung zu unterbreiten. 4. Es wird vor allem der Ausbau solcher Uebungsgebiete ins Auge gefaßt, die, wie das Turnen, die Turnfahrten, die Spiele, an allen Orten und von allen Schülern betrieben werden können. Daneben sind die Uebungen zu fördern, welche, wie das Rudern, der Eislauf, das Bergesteigen, zwar nur an gewissen Orten möglich, aber für die Erziehung zur Mannhaftigkeit überaus wertvoll sind.
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Dampfern „Crefeld", „Roland" und „Valdivia" nach Ost- asien abgehenden Mannschaften versammelten sich gegen 11 Uhr auf der Kaje vor der Lloydhalle. Generalmajor von Trotha verlas folgendes Abschiedstele- grämm des Kaisers:
Da zu meinem lebhaften Bedauern es mir nicht vergönnt ist, dem Auslaufen der „Crefeld", „Roland" und „Valdivia" persönlich beizuwohnen, sage ich allen Offizieren, Beamten und Mannschaften, die heute den heimatlichen Boden verlassen, meinen herzlichsten Abschiedsgruß. Möge die wehrhafte Besatzung der drei Schiffe, welche sicherlich jederzeit von dem begeisterten Wunsche erfüllt ist, ihrem obersten Kriegsherrn, der deutschen Armee und dem Vaterlande Ehre zu machen, über die Meere dahinfahren, und in allen Gefahren von Gott beschützt werden. Lebt wohl, Kameraden! Wilhelm.
Erfurt, 7. September. Hier ist von Privatleuten ein Kohleneinkaufsverein gegründet worden, der direkt an den'Zechen kaufen will. Die Antwort darauf war die Bildung eines Ringes durch die hiesigen Kohlenhändler.
Gotha, 7. September. Bei den Wahlmänner- Wahlen zum Landtag im Bezirk Gotha siegten im Lande die Sozialisten.
Straßburg, 7. September. Zehn in Markirch beschäftigte italienische Arbeiter wurden wegen anarchistischer Umtriebe aus Elsaß-Lothringen ausgewiesen und durch Gendarmen über die schweizerische Grenze befördert.
Ausland.
Paris, 7. September. Die Verstimmung, die durch die definitive Absage des Zar en besuch es hier hervorgebracht wurde, bricht nach und nach deutlicher durch. Dn Empfang der englischen Handelskammern durch Herrn Millerand, obwohl ganz zufällig mit der letzten franco-russischen Allianzversicherung.zeitlich zusammenfallend, erscheint in diesem Lichte fast wie eine Kundgebung. Repu^ blikanische und sozialistische Organe sprechen sehr deutlich ihre Antipathien aus. Der „Radikal" kritisiert heute die russische Politik in China mit den Worten: „Der Plan Rußlands ist, China zu absorbieren, unter dem Vorwande, es zu retten." Im „Matin" tadelt Camille Pelletan die jüngste russische Zollerhöhung sehr scharf, und stellt sie in. Kontrast zu der augenblicklichen Anwesenheit Wittes in Paris. Der sehr geachtete Politiker sagt: „In der Allianz giebt es zwei Partieen. Die eine umfaßt die EntrevueS, die Toaste, die Bankette, die Illuminationen, die zweite den Besuch von Kiel, die erste gemeinschaftliche Aktion in Ostasien, die Demütigungen Frankreichs in der Türkei, und endlich den Oberbefehl Waldersees." Die „Libre Parole" hält aufrecht, daß Finanzminister Witte mit Anleihegedanken umgehe, und die Sprache der gouvernementalen Organe ist vielleicht nicht ohne Zusammenhang damit. -
Rom, 7. September. Infolge des Berichtes des Oberstaatsanwaltes beim Apellhof, Trani, über unehrerbietiges und aufrührisches Verhalten deS Bischofs Andria gelegentlich des Begräbnisses König Humberts wurde heute ein Dekret unterzeichnet, wodurch dem Bischos das Gehalt g-sP-rrt und dus-S den Armen ,ugew«ftn wird. Die Entdeckung einer Ver-
schwörung gegen das Leben des König» «U- rander von Serbien hat der Bukarester Untersuchungsrichter Norekcu gemacht. Die Mitglieder dieser Berschwo- runa sollen Sarafow, Bogsanow, RoSnyakow, Jkonomow und Trisanow sein. Die beiden letzteren haben bereits den Man einq-stand-n. den Serbenkönig gleichzeitig mit bem König von Rumänien spätestens im September ermorden zu wollen. Daun sollte das Revolutions-Komitee-


