Ausgabe 
9.5.1900 Erstes Blatt
 
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Berlin, 7. Mai. Der Kaiser hatte heute vormittag im Auswärtigen Amte eine Besprechung mit dem Staats­sekretär Grafen Bülow und hörte später im Königlichen Schlosse die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus, des Staatssekretärs Tirpitz und des Chefs des Marine­kabinetts v. Senden Bibran. Nachmittags trat das Kaiser- _ö___,.,VVMltupv ... v.v «..v

paar mit seinen beiden jüngsten Kindern vom Potsdamer sich auf beiden Seiten der Anfahrtstraßen bis etwa zum Bahnhofe aus die Reise nach den Reichslanden, und zwar * 1 " " ' - - - - - p -

zunächst nach dem Schlosse Urville an.

Wie dieBerliner Montagszeitung" zuverlässig erfährt, hat das Staatsministerium in seiner letzten Sitzung beschloffen, auf das dringende Verlangen des Ministers Thielen die Kanalvorlage dem Landtage in seiner gegenwärtigen Tagung zugehen zu lassen.

Der Großherzog von Hessen empfing am 6. Mai vormittags im Residenzschloß zu Berlin in Audienz: den Staatssekretär Vizeadmiral Tirpitz, den außerordent­lichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Dr. v. Neid- hardt, den Oberst Winter beim Stabe des Jnf.-Regiments Graf Werder (4. Rhein ) Nr. 30, kommandiert zur Gewehr- prüsungS-Kommission, den Rittmeister Frhrn. v. Senden, Eskadronschef im 2. Garde-Dragoner Regiment Kaiserin Alexandra von Rußland, den Oberleutnant v. Köckritz im 4. Garde Regiment z. F., den Leutnant v. Kietzell, Adjutant des Kadettenkorps.

Namen der Königin Viktoria und des Präsidenten Mac Kinley ausgepfiffen, diejenigen der Buren-Gene- rale mit Beifall ausgenommen wurden.

London, 8. Mai. Lord Roberts telegraphiert aus Smaldeel von gestern: General Hunter hat, nachdem er den Feind geschlagen, Fühlung mit General Paget nahe bei Warrenton genommen. Der Feind hatte 30 Tote und Verwundete. Wir machten außerdem mehrere Gefangene. Unsere Verluste waren gering. Die Buren haben sich aus ihrer starken Stellung vor Thabanchu zurückgezogen. General Rundle rückte in dieselbe ein.

I Volksbade fort. Gruppe 1, gebildet aus den Kriegerver- I einen von Gießen und Umgegend, steht von der Einmündung der Bahnhofstraße in die Bahnhnfsanlagen bis zur Mitte der Anlagen neben dem Hauptpostamte. Im Anschluß an Gruppe 1 folgen die Schulen als Gruppe 2, und zwar die höhere Mädchenschule bis zum Garten des Hauptsteueramtes, die Stadtmädchenschule bis zum früheren chemischen Institut, die Stadtknabenschule bis zur Uuiversitäts - Ohrenklinik. Gruppe 3 wird gebildet von dem Verein zur Erhaltung oberhessischer weiblicher Volkstrachten, und nimmt Aufstellung von der Universitäts-Ohrenklinik bis zum Verwaltungs-

1 gebäude der Staatseisenbahnen. Ihm schließen sich in Gruppe 4 die höheren Lehranstalten an bis zur Lesehalle. Den Schluß bildet die Gruppe 5, bestehend aus 15 nicht militärischen Vereinen der Stadt Gießen. Nach den vor­liegenden Anmeldungen wird sich diese letzte Gruppe bis etwa zum Volksbade ausdehnen. Der Festzug passiert die Südanlage und betritt den Festplatz von der Schulstraße aus. Seine Auslösung erfolgt gruppenweise in verschiedenen Straßen. Für Eltern, welche ihre Kinder bei Auflösung des Zuges abzuholen wünschen, fügen wir bei, daß Gruppe 2 sich in der Johannisstraße und Johannisplatz, Gruppe 4 in der Südanlage auflöst. Während der Feier sind der Marktplatz und die Zugangsstraßen für den Ver­kehr ganz gesperrt, in der Schulstraße bleiben die Trottoirs dem Publikum zugänglich. Wir machen auf die Bekannt­machung Großh. Polizeiamts an dieser Stelle besonders aufmerksam, die die Fuhrwerksbesitzer in erster Linie be­trifft. Auch die Straßen die der Großherzog im Laufe des Tages passieren wird, sind aus der Bekanntmachung zu ersehen. Das offizielle Festzugsprogramm ist bei Herrn Ernst Balser erschienen und dort käuflich.

Festessen der Veteranen. An den Festtafeln, die die Stadt Gießen den am Kriege von 1870/71 be­teiligten ehemaligen Soldaten des 2. Infanterie-Regiments giebt, nehmen 988 Personen teil. Nach Kompagnien ge­ordnet verteilen sich die Gäste wie folgt: Leib-Kompagnie (124 Mann) im Hotel Großherzog von Hessen, 2. Kom­pagnie (118 Mann) im CafL Leib, 3. Kompagnie (103 Mann) im (Safe Ebel, 4. Kompagnie (122 Mann) im Cafs Leib, 5. Kompagnie (129 Mann) in Steins Garten, 6. Kom­pagnie (124 Mann) in Steins Garten, 7. Kompagnie (141 Mann) im Hotel Einhorn, 8. Kompagnie (97 Mann) in Steins Garten. Daselbst speisen auch die in Gießen

Seine König!. Hoheit der Großherzog wird 6er seiner Fahrt nach dem Denkmal die Bahnhof-, Liebig-, Frankfurterstraße, Seltersweg, Kreuzplatz und Mäusburg passieren. Die Ankunft erfolgt um 9$« vormittags. Das Spalier der Vereine und Schulen beginnt an der Einmün­dung der Bahnhofstraße in die Bahnhofsanlagen, und setzt

Zur Denkmalserrthüllung.

Gießen, den 8. Mai 1900.

Dem Reichstage ist das 17. Verzeichnis der eingegangenen Petitionen zugegangen. Daraus ist zu er­sehen, daß in der jetzigen Tagung dem Reichstage mehr als 28,000 Petitionen zugegangen sind.

Zur freien Besprechung über die Frage der Be­steuerung der Kompensationsgeschäfte bei den Banken waren heute die Abgg. Dr. Paasche und Dr. Heiligen- stedt mit Vertretern der verbündeten Regierungen im Reichs­tage zusammengetreten. Es sind die Anträge formuliert worden, welche der Unterkommission der morgen tagenden Budgetkommission in Verfolg der Sitzung vom Freitag unterbreitet werden sollen. Man glaubt, eine Lösung ge funden zu haben. Gelingt diese Besteuerung der Kompen­sationsgeschäfte, so läßt sich in der Kommission oder im Plenum des Reichstags vielleicht noch eine Mehrheit finden, die den Umsatz stempel, der vorläufig mit 4/io°/oe be­schlossen ist, etwas her ab setzt, denn in's Blaue hinein mehr Steuern zu bewilligen als für die Vermehrung der Flotte unbedingt notwendig ist, wollen auch verständige Mitglieder der Mehrheit nicht. Es ist also noch Zeit, aber allerdings knappe Zeit, daß die betroffenen Handelskreise sich rühren und in sachverständlichen Eingaben einzugreifen versuchen. Schnell wird das Ganze erledigt werden; denn es besteht in einflußreichen Kreisen die Absicht, die Session vor Pfingsten zu Ende zu führen.

Karlsruhe, 7. Mai. Obgleich Preußen in loyalster Weise den mit Baden geschlossenen Jnstradierungsvertrag bezüglich der Main-Neckarbahn erfüllt hat und obgleich der für den badischen Anteil erfolgte Betriebsausfall nicht die befürchtete Höhe erreicht hat, will, wie der Minister v. Brauer in der Zweiten Kammer erklärte, Baden für seinen Anteil nicht in die preußisch-hessische Eisen­bahngemeinschaft für die Main-Neckarbahn eintreten. T)ie badische Regierung zieht in Ermägung, ob nicht die Auflösung des zurzeit bestehenden Gemeinschafts­vertrags Hessens, Preußens und Badens in Aus- ficht zu nehmen ist.

geborenen Kombattanten (ca. 30), die in anderen Truppen­teilen gestanden.

Beteiligung der Gesangvereine. Bei der Denk­malseinweihung beteiligen sich die GesangvereineLieder­kranz",Sängerkranz".Männer-Gesangverein",Bürger- Gesellschaft" undHeiterkeit" unter Leitung des Herrn Franz Bauer.

Sonderzug am 10. Mai. An den Vorsitzendem des Ausschusses für das Veteranen-Fest, Herrn Louis Emmelius, ging auf seine Eingabe hin von der Eisen- bahn-Betriebs-Jnspektion der Bescheid ein, daß der Zug 501, der fahrplanmäßig nur an 3 Tagen ab Stockheim verkehrt,..

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Telegramme des Gießener Anzeigers.

London, 8. Mai. Aus WarreNton wird vom 7. Mai 1 Uhr 30 Min. Nachm. gemeldet: Die Bure.n sind aus Fourteenstream zurückgeschlagen, und die englischen Truppeu Hubert ihr Lager am Nordufer des, Vaalslusses aufgeschlagen.

London, 8. Mai.Daily Mail" berichtet aus Mafe- nng, der Mangel an Lebensmitteln mache sich, rmmer mehr fühlbar und der Gesundheitszustand der Be­lagerten lasse sehr viel zu wünschen übrig.

L o n d o n, 8. Mai. In hiesigen militärischen Kreisen verlautet, Lord Roberts.' nächstes Ziel sei die Besetzung Bethlehem und Harrysmith, um so eine zweite Etappenlinie nach Natal hcrzuftellen. In Regierungs- kreisen hegt man die Ueberzengung, daß die Buren in kürzester Zett ihre Unterwerfung anbieten werden. (?)

Lo"don, 8. Mai. Lady Roberts hat Bloemfontein X ?? wird sich über Kapstadt nach Colenso an das Grab thres Sohnes begeben.

L Mai. Tie heutigen Blätter besprechen neuerdingv m sehr optimistischer Weise die allo em eine ^rtegs l a g e.Morning Post" lobt die Vatte^X Eberts'.Daily Mail" ist der Ansicht, daß , ^Tte9 nunmehr bald auf das Transvaalgebiet ver­schoben werden wurde. Im allgemeinen herrscht die An­sicht vor, daß die Hauptschwierigkeiten erst auf dem Ge­biete Transvaals für Lord Roberts beginnen werden

L o n d o n , 8. Mai. Nach einer Meldung aus Kapstadt hat ibie Militärbehörde Vorkehrungen getroffen, ein Sanatorium für kranke englische Soldaten und Buren bei Rondbosh zu errichten.

London, 8. Mai.Morning Leader" berichtet aus New-York: Eine stürmische Versammlung fand gestern hier stzatt, in welcher äußerst heftige Reden gehalten und die

Paris, 7. Mai. Der anläßlich der Großjährigkeits. «^rung des deutschen Kronprinzen in der deutschem Bo schäft stattgehabte große Empfang verlief überaus glanzend. Unter den zahlreich erschienenen Gästen befand sich der Landgraf von Hessen.

Die Gemeindewahlen in den Provinzen sind durchaus zugunsten der Republikaner ausgefallen Sie bedeuten eine Niederlage der Nationalisten. Die Republikaner verloren nirgends Sitze, gewannen sogar an vielen Orlen neue. Die Wählerschaft ist also, wie die Agence Havas" ihrer Meldung hinzusügt, in ganz Frank­reich durchaus republikanisch gesinnt. In Nizza erhielt der ausscheidende Bürgermeister Blanchi drei Messer­stiche. Sein Zustand ist ernst. In Algier wurden Rechts an walt Tedeschi und General Varloud von einer Rotte Antisemiten verfolgt und b e s ch i m p f t. Tedeschi erhielt einen Hieb über den Kopf. Der ausscheidende Rat Lionne ohrfeigte einen Juden auf öffentlichem Platze. Mehrere Schlägereien fanden statt. In Paris wurde der ausscheidende Rat Vaudet vorgestern Abend von dem nationalistischen Kandidaten Galli ins Gesicht geschlagen; er hatte dem Angreifer ein Stockhieb versetzt und war dann von den Nationalisten miß­handelt worden.

Athen, 7. Mai. Der König hat von Korfu dem Premierminister mitgeteilt, daß heute die Verlobung des Großfürsten Georg Michailowitsch mit der Prin­zessin Marie von Griechenland gefeiert werde. Die Heirat soll im Laufe des Sommers in Petersburg statt­finden. (Der Großfürst Georg ist der am 23. August 1863 geborene Sohn des Großfürsten Michael, jüngsten Sohnes des Kaisers Nikolai I. und der Prinzessin Cäcilie (Olga Feodorowna) von Baden. Die Braut, Prinzessin Marie, ist 13 Jahre jünger als der Bräutigam.)

NewYork, 7. Mai. DerNew-York Herald" meldet aus Guagaquil: Am Samstag wurde ein Mordanschlag auf den Präsidenten von Ecuador, Alfaro, ausge­führt. Der Präsident wurde nicht verletzt, der Thäter verhaftet.

Das Kridgsministeriuin hat diese Meine Ordre der Armee bekannt zu machen. Bon der an das Regiment gerichteten. Ordre füge ich Abschrift bei. Berlin, den 6. Mai 1900. Wilhelm.

Der WertderOrden,dieKaiserFranzJosef mitgebracht hat, wird, wie aus Wien verlautet, auf 127 000 Gulden geschätzt.

DerLok. Anz." veröffentlicht eine Unterredung mit einem Diplomaten eines Deutschland befreuw deten Staates über die Kaiser-Zusamimenkunft. Dieser Di­plomat erklärte u. cl, daß der Kronprinz von Italien über alle wichtigen, den Dreibund betreffenden Fragen mit den beiden Kaisern Fühlung nehmen sollte. Der Allianz-Ver­trag Oesterreich-Ungarns mit Italien bringe es mit sich, daß keine der beiden Mächte etwas im Orient ohne das Einverständnis der anderen unternehmen kann. Wäre diese Klausel des Bundes-Vertrages zwischen Italien und und Oesterreich-Ungarn der italienischen Publizistik bekannt, so hätte man sich viele verbitternde Erörterungen in letzter Zeit ersparen können. Pläne betreffs Macedoniens habe Oesterreich nicht, ebensowenig habe es Absichten auf Al­banien. Ter Allianz-Vertrag zwischen Oesterreich und Italien sei geheim und es sei nicht anzunehmeu, daß die deutsche Reichsregierung, die eingeweiht sei, sich veranlaßt gesehen habe, das Petersburger Kabinett in das Geheimnis zu ziehen. Zwischen Oesterreich und Rußland besteht keine Konvention, sondern eine Entente, die über ein Einver­nehmen zur Erhaltung des status quo auf dem Balkan! nicht hinaus gehe. Ter DreibMd gewinne an innerer Stärke, wenn die einzelnen Staaten keine inneren Schwie­rigkeiten haben. Durch die laute Bekräftigung der Freund­schaft mit Oesterreich stärke Deutschland auch die Nachbar- Monarchie im Indern. Durch die Annäherung Deutsch­lands an Cmgland werde die internationale Position Ita­liens befestigt. Kaiser Wilhelm habe eine hohe Meinung! von der österreichischen Armee und halte sie für die zweit­beste in Europa. An erster Stelle stehe natürlich I die deutsche.

Politische Tagesschau.

Die Bauernunruhen in Bulgarien nehmen einen ipimer gefährlicheren Charakter an. Sie werden in maßgebenden bulgarischen Kreisen auf politische Jntriguen, und zwar auf Aufreizungen der Zankowisten und Karawe- lowisten zurückgeführt; derselbe Korrespondent meldet fol­gende Details: Im Dorfe Tresnik, 26 Kilometer von Rust- schuk jagte die Gemeinde den Dorffchulzen am 20. April weg. Darauf erschien der Rustschuker Bezirkshauptmann mit 40 Gendarmen, um den Dorffchulzen mit Gewalt wieder einzusetzen. Die Bauern überfielen aber die Gen­darmen und prügelten sie halbtot, während sie den Bezirkshauptmann töteten. Der Dorfschrei­ber, ein Gendarm und viele Bauern wurden verwundet, zwei blieben tot. Am Mai kamen zwei Kompagnien Soldaten unter dem Kommando des Oberstleutnants Georgiew, zusammen 200 Mann, die alle entwaffnet wurden. Am 2. Mai erschienen 3000 bewaffnete Bauern aus den Dörfern Streklowo und Pirgeos in Mogili, um­zingeln das Dorf und besetzen die aus dem russischen Kriege aufgeworfenen Laufgräben. Am 3. Mai kommen weitere zwei Kompagnien, kommandiert vom Kapitän Dinoiv, umzingeln das Dorf, und eine Beschießung be­ginnt. Dinow wird vom Pferde geschossen, aber nach kurzem Kugelwechsel laufen die Bauern fort und werden von der Kavallerie verfolgt; 40 von ihnen wurden gefangen. Später kam Militär von Tirnowo; der Belagerungszustand wurde proklamiert.und ein Kriegsgericht in Funktion ge­setzt. Der Brigadekommandant Oberst Christof von Sofia leitet die Untersuchung. Oberstleutnant Georgiew nebst anderen Offizieren, die entwaffnet sind, wurden arretiert und wegen Feigheit vor ein Kriegsgericht gesteNt. Vom Militär wurden 25 Mann verwundet, von den Bauern etwa 50.

Der Krieg in Südafrika.

Die Streitmacht Lord Roberts fand auf dem Marsche vom Vetflusse hierher keinen Widerstand. Die Buren hatten auf der westlichen Flanke 40 Tote. Die Nachhut des Feindes steht noch hinter einigen zehn Meilen ent­fernten Kopjes. In Smaldeel wurde eine große Menge EisenbaHnmaterial, Viehfutter und Getreide vorgefunjdem Die Brücke über den Zandfluß soll zerstört sein.

Lord Roberts meldet aus S in a l d e e l vom 6. d. M. nachmittags: Wir haben heute morgen den Vetfluß über­schritten und unser Lager jetzt in Smaldeel aufgeschlagew Der Feind befindet sich in vollem Rückzug nach dem Zand­fluß und Kroonstad. Die gestrige Umgehüngsbewegung der berittenen Infanterie wurde glänzend ausgeführt. Wir eroberten ein Maximgeschütz und machten 25 Gefangene. Unsere Verwundete betragen 15 Verwundete und 1 Toter sowie 3 Vermißte.

Aus K a p st a d t wird telegraphiert: Polizeikominissar Honey hat sich von Kimberley nach Spytfontein begeben, und veranlaßte die Exhumierung der Leichen britischer, in der Schlacht vom 16. November Verwundeter, die an­geblich nachträglich erschossen worden sein sollen. Die Leichen trugen ganz neue Kleider, die ihnen offenbar angelegt worden waren, und lagen in Särgen. Zwei lagen in Gräbern mit holländischen Leichensteinen. Die Unter­suchung ist eingeleitet.

Eine Brandforter Depesche desStandard" besagt, e r n st e n W i d e r st a n d d e r B u r e n g e g e n R o b e r t s j Vorstoß sei erst am Vaalflusse zu erwarten. Die Besetzung von Kronstod dürfte allem Widerstand südlich vom Vaal ein Ende setzen. Die Transvaalburen erklären offen, es sei unmöglich, den Kampf im Freistaate fortzusetzen, sie wollen sich mit der Verteidigung des eigenen Landes begnügen.

Ein Telegramm derTimes" aus Lourenco Mar­ques meldet, Louis Botha sei im Freistaat geweseü, um die Burghers zur Erfüllung ihrer Pflichten zu bewegeu; sei aber entmütigt und von Ekel erfüllt zurückgekehrt. Seinen Freunden soll er offen erklärt haben, die Frei- staatler seien so völlig demoralisiert, daß es unmöglich sei, I irgend etwas von ihuen zu erwarten. Es sei mehr als I wahrscheinlich, daß eine Menge Burghers sich am Wider- I stand gegen die Belagerung von Pretoria nicht beteiligen | würden.