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9.5.1900 Erstes Blatt
 
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Mittwoch den 9. Mm

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mit Bestellgeld.

dem Kronprinzen als Gabe zur gestrigen Feier die Hul- diqungsadresse der Stadt Berlin, von der Hand Adolf v Menzels geschmückt, überreichen, mit welcher dre Stadt Berlin am 18. Oktober 1849 dem Kaiser Friedrich, da­maligen Prinzen Friedrich Wilhelm, die Glückwünsche zur Mündigkeitserklärung darbrachte.

Herzog von Oporto erhielt wahrend des Galadiners den Schwarzen Adler-Orden. Prmz Christian von Dänemark, der Vertreter des dänischen Königs, der dem Kronprinzen den Elephantenorden überbrachte, ist heute früh wieder abgereist.

lieber die staatsrechtliche Bedeutung der Großjahrig- keitserklärung berichtet dieMärk. Volksztg.": Zunächst wird damit dem Kronprinzen die Fähigkeit zuerkannt, bei Erledigung des Thrones denselben zu besteigen. Wahrend seiner Minderjährigkeit hatte der Kronprinz nur Anspruch auf Gewährung von Sustentationsgeldern aus dem Kron- fideikommißfonds. Mit erlangter Großjährigkeit stehen hm zwar fortan Apanagen zu, doch bestimmen die Hausgesetze der Hohenzollern nur, daß ste zurstandesgemäßen Er­haltung" ausreichen müssen. Die Hohe zu bemessen steht I daher in dem Befinden des Kaisers als be» Familienober­hauptes. Dieser Kronfideikommitzfondv, aus dem auch die Apanagen entnommen werden, betragt gegenwärtig vier Millionen Thaler. Im übrigen steht den Mitgliedern des königlichen Hauses eine staatsgesetzliche Geldgewahrung^nur nach Maßgabe ihrer amtlichen Stellungen zu. Da Mon

I ürinA Wilhelm Leutnant a la Smte des 1. Garde-Reg^ I ments zu Fuß ist, so hat er zunächst gesetzlich nur Anspruch aus das Jahresgehalt eines Leutnants (900 Mk.) und aus

I den Wohnungsgeldzuschuß für Leutnants, ^n ferner^Eigen- I schäft als Statthalter von Pommern, welche eine erbl^e I Würde ist und jedesmal auf den ThErfolger Preußens I fällt, erhält er keine Vergütung. Mit der Großfahrigkeits­erklärung trat der Kronprinz gleichzeitig den Besitz des

I der Kaiser den General-Obersten Grafen

I Waldersee zum General-Feldmarschall ernannt hatte, I wandten sich der General-Feldmarschall Prinz Albrecht von Preußen, als der älteste Offizier der Armee, sowie der Chef des Militär-Kabinetts, General der Infanterie von I Hahnke, im Namen der Armee mit der Bitte an Kaiser I Wilhelm, doch auchselbstdieFeldmarschallwurde I anzunehmen. Die Kaiserliche Entscheidung über diese

Bitte dürfte unmittelbar bevorstehen.

Die Verleihung der österreichischen Gene­ralfeldmarschallswürde an Kaiser Wilhelm I hat in Oesterreich einigermaßen überrascht. Es wird darauf I hinaewiesen, daß bisher Generalfeldmarschälle nur selb­ständige Oberkommandierende der Armee im Kriege wur­den, welche die Fahnen der Habsburger zum Siege geführt hatten. Die letzten Generalfeldmarschälle waren Graf Ra­detzky und Erzherzog Albrecht, die beide den Marschallsstab auf den Schlachtfeldern Oberitaliens erworben hatten, I Erzherzog Albrecht in der Schlacht von Custozza. Seit dem Tode des Erzherzogs Albrecht gab es in der österreichisch- ungarischen Armee außer dem Kaiser selbst keinen General- I feldmarschall. Die höchste Generalswürde in Friedens- I reiten, die auch Kronprinz Rudolf bekleidete, ist die eines I Feldzeugmeisters. Erzherzog Albrecht starb 1895 als letzter I der sechs Feldmarschälle, die es unter Kaiser Franz Josefs I Regierung gegeben hat. Von den anderen fünf starb Gras I Radetzky 1858, Fürst Alfred Windischgrätz 1862, Graf Leval Nugent 1862, Graf Eugen Wratislaw 1867, Freiherr von

nähme von Anzeigea zu der nachmittags für den fhenden Tag erfchcincnder. Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher.

^"Wahrlich, Deutschland kann mit hoher Befriedigung I zurückblicken auf die glanzvollen Tage in Berlin, wo die deutsche Macht das Ansehen, das Deutschland in aller Welt qemeßt, deutlich in die Erscheinung traten durch die spontane Huldigung, welche die fremden Fürsten unserem Kaiser und seinem Hause durch ihre Anwesenheit am Ehren­tage des Kronprinzen darbrachten. Nicht gering anzu- schlagen ist die Beruhigung, die notwendigerweise durch die von so hohen Stellen aus ergangenen Friedensversicher- ungen eintreten muß, denn niemand darf m Abrede stellen, daß die internationale Lage in letzter Zeit gar nicht allzu | zuversichtlich aussah. Den Frieden freventlich zu stören, wird heute kaum jemand wagen, dre Verantwortung sur die Folgen wären größer, als ,re erne Macht allem zu tragen vermöchte. Ein Hort des Friedens bleib der Drei- bund möchten sich um ihn nach und nach alle Staaten schäaiem Zamit ein uneinnehmbares Bollwerk geschasi-n werde gegen alle Bestrebungen, den frieden zu stören.

Den Beginn der Feierlichkeit am Sonntag in der Schloßkapelle zu Berlin kündete Glockengeläut an. Am Altar hatte die Geistlichkeit Platz genommen seitlich vor demselben stand ein Fahnenträger des 1. Garde-Regiments mit der alten ruhmreichen Fahne des 1. Bataillon^, da­neben 2 Offiziere. Rings in den Nischen standen die Mann­schaften der Leib-Kompagnie mit Gewehr bei Fuß, das Haupt mit der Blechmütze bedeckt. Links vor dem Altar eine große Gruppe gold- und silberschiMnernder Zivü- und Militär-Uniformen, malerischer und kostbarer Trach­ten- das diplomatische Corps, an seiner Spitze der Reichs­kanzler, die Botschafter (zunächst der italienische und der österreichische) und Gesandten, ferner die in besonderer Mission entsandten Vertreter fremder Souveräne, die Mit­glieder des Bundesrats, die fremdherttichen Offiziere, die Deputationen fremder und deutscher Regimenter. Gegen­über saßen die Ritter des schwarzen Adler-Ordens darunter Minister Graf Goluchowski; weiter die Generale und Ad­miräle, die Minister und der ^heAdel, die Kabinettschefs, ine Umgebungen und Gefolge der Al erhochsten und höchsten Herrschaften, die Damen der Hofe, die Präsidien der Parla­mente die Räte ^ind Kommandeure. Unter großem Vor­tritt der sämtlichen Hofchargen und während bet Domchor zum Psalm 121 einsetzte, betraten die Majestäten und tfurft» lichkeiten den Saal. Es führten der Kaiser von -.esterreich t>ie Kaiserin und Königin, der 'Kaiser die Großherzogin

Rückblick auf die Berliner Festtage.

Verrauscht sind die Festtage in der deutschen Reichs- I hauptstabt, die einen über Erwarten glanzenden Verlauf genommen haben. Frohe Tage behalten wir gern im Ge­dächtnis, und ein Rückblick aus solche bildet stets eine angenehme Abwechselung im Alltagsgetriebe. Um so mehr I ist es angezeigt, zurückzuschauen auf die Ereignisse, die I sich am Freitag, Samstag und Sonntag ui Berlin ab- I spielten und von denen die Gesamtheit des deutschen Boltes I in so hohem Grade interessiert war. Die Bedeutung, welche I die Festtage über den Rahmen der Familienfeier hinaus I bitte, spiegelte sich insbesondere wieder in den bei den I Galadiners gehaltenen offiziellen Trinkspruchen, deshalb I möchten wir gerade die letzteren noch einmal zum Gegen- I stände unserer Besprechung mackjen. Und was ist es denn, I das diesen TrinksprüchM den hohen Wert verleiht? Daß sie eine Friedenskundgebung darstellen, an deren Ausrich- | ligkeit zu zweifeln frevelhaft wäre. Ein Hort und ein I Bollwerk des Friedens wurde am Freitag der Dreibund von beiden Kaisern genannt, und aus diesem Grunde kann cs.die -ganze Weltuur> mit großer Genugthuung aufnehmen, wenn die Festigkeit und Unerschütterlichkeit dieses Bundes neuerdings offenbart, wenn die Hoffnung auf die Fort­dauer der unverbrüchlichen Freundschaft zwischen den Drei­bundstaaten so zuversichtlich betont wurde.

In seinem Trinkspruche am Sonntag ergänzte Kaiser | Wilhelm noch die am Freitag gegebenen Friedejns-Ver- sicherungen. Er sprach nicht vom Dreibund allein, sondern er führte aus, daß das deutsche Reich eine Politik verfolge, die es befähige, mit j e d e r m a n n in gutem Frieden und Freundschaft zu leben. Der Kaiser sieht in der An­wesenheit der fremden Fürsten und der Vertreter der Staatsoberhäupter ein Anerkenntnis der von ihm geführ­ten Friedenspolitik, und zwischen den Zeilen kann man den lebhaften Wunsch des Kaisers herauslesen, daß die übrigen! Staaten von gleichen Gesinnungen beseelt sein, daß alle Regierenden ihm nacheifern möchten in dem Bestreben, der Welt den Frieden zu erhalten. e. ,

In dem Auslande haben die Berliner Trinkspruche natürlich die gebührende Beachtung gefunden, und hoap befriedigt ist man insbesondere in Oesterreich und Italien. Aber aiich die Presse der übrigen Länder^beurteilt den Anstalt der Trinksprüche überaus sympathisch, da aus dem­selben neuerdings hervorgehe, daß der Dreibund। tan aggressiven Charakter trägt, sondern lediglich der Aufrecht- echaltung des Friedens dient. Alle aber- geben der Zu­versicht Ausdruck, daß es auch ferner gelingen möge, den | Frieden zu wahren und schweren internationalen Konflikten

von Baden, der König von Sachsen die Prinzessin Friedrich I Leopold von Preußen, der Kronprinz von Italien die Prin- I j zessin Heinrich von Preußen, der Großherzog von Baden I die Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen, der Großherzog I von Hessen die Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe, der I Herzog von York die Prinzessin Friedrich. Karl von Hessen, I der Großfürst Konstantin von Rußland die Prinzessin I Aribert von Anhalt, der Herzog Johann Albrecht zu Meck- I lenbura die Erbprinzessin von Hohenzollern, Prinz Christian I von Dänemark die Prinzessin Karl von Hohenzollern, der I Herzog von Oporto die Prinzessin Feodora zu Schleswig- Holstein. Gleich hinter dem Kaiser von Oesterreich und der I Kaiserin schritten die jüngsten kaiserlichen Kinder einher, I Prinz Joachim im Matrosenanzug, Prinzessin Victoria I Luise in Weiß, hinter dem Kronprinzen von Italien und I der Prinzessin Heinrich folgten der Kronprinz und seme älteren Brüder. Vor dem Altar nahmen Platz: der Kron- I prinz zwischen dem Kaiser und der Kaiserin. Es folgten rechts vom Kaiser die Großherzogin von Baden, der König I von Sachsen, die Prinzessin Friedrich Leopold von Preußen, I die Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen, links von der I Kaiserin der Kaiser von Oesterreich, die Prinzessin Hemrich! von Preußen, der Kronprinz von Italien, die Prinzessin I

: Adolf zu Schaumburg-Lippe. In den folgenden Rechen saßen: die Prinzessin Feodora zu Schleswig-Holstein, der Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, die Erbprinzes in von Hohenzollern, der Herzog von York, die Prmzessm I Friedrich Karl von Hessen, der Großherzog von Baden, der Großherzog von Hessen, die Prinzessin Aribert von Anhalt, der Großfürst Konstantin von Rußland, die Prm- I zessin Karl von Hohenzollern, Prinz Christian von Däne­mark, Gräfin von Brockdorff. Ferner Prinz Albrecht von Preußen, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, Prmz Heinrich von Preußen, Prinz Albert von Belgien Prmz Karl von Schweden und Norwegen, Prmz Leopold von Bayern, der Herzog von Oporto, Prinz Eitel Fredrich von Preußen, Prinz August Wilhelm von Preußen, Prmz Oskar

I von Preußen, Prinz Joachim von Preußen Prinzessin Victoria Luise von Preußen, Prinz Friedrich Karl von

I Hessen, der Herzog zu Schleswig-Holstein, der Erbgrost- | Herzog von Oldenburg, Herzog Albrecht von Württemberg, Prinz Joachim Albrecht von Preußen, Prinz Adalbert von

I Preußen, der Prinz von Rumänien, Prmz Friedrich Hem­rick) von Preußen, der Erbgroßherzog von Sachsen, Land­graf Alexis von Hessen-Ppilippsthal-Barchfeld, der Fürst von Hohenzollern, Prinz Bernhard Heinrich von Sachsen-

I Weimar, Prinz Karl von Hohenzollern, der Erbprinz von Reuß j. L., Prinz Albert zu Schleswig-Holstein-Sonder- burg-Glücksburg, Prinz Ernst von Sachsen-Altenburg, Prinz Clodwig von Hessen-Philippsthal-Barchfeld, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg-Strelitz, Erbprinz von Sachsen-Meiningen, Prinz Aribert von Anhalt, Erbprinz von Hohenzollern, Prinz Leopold von Schwarzburg-Sondershausen, Prmz Adolf zu Schaumburg-Lippe. Der präsidierende Bürger­meister Gröning (Bremen), der präsidierende Bürgermeister Dr. Klug (Lübeck), der präsidierende Bürgermeister Dr. Hachmann (Hamburg).

qUr Großjährigkeitserklärung des Kronprinzen erhielt der Kaiser warme Glückwunschdepeschen vom Kaiser von Rußland, dem König von Italien, der Königin der Niederlande, dem König von Rumänien, dem Koma und der Königin von Schweden, dem König der Belgier und anderen Fürstlichkeiten. Die Regierungen der Freistaaten Guatemala und Catarica haben durch ihre hier beglaubig­ten Vertretungen dem Kaiserpaar ihre aufrichtigsten Glück­wünsche ausdrücken lassen. Ter König von Sachsen hat dem Kronprinzen den Hausorden der Rautenkrone ver­liehen. Der Berliner Daily Telegraph-Korrespondent meldet, der Kronprinz werde den Kaiser bei seinem dies­jährigen Besuche in Cowes im August begleiten, unfr nachher die Königin Viktoriain Balmoral besuchen, wo er mit dem Hosenbanborden ausgezeichnet wer­den würde. Ter Herzog von York überbrachte dem! Kronprinzen ein sehr herzliches .Handschreiben der eng­lischen Königin und eine massive silberne Schale als Ge­schenk derselben.

Der Obergouverneur der kaiserlichen Prinzen, General­leutnant von Deines ist mm Generalabjutanten des Kaisers ernannt worden. Wie dasBett. Tgbl." hört, I hat Kaiser Wilhelm dem österreichisch-ungarischen Bot­schafter v. Szöggeny eine besondere Auszeichnung zu­gedacht. Der Kaiser läßt sein Bild malen, um es dem Botschafter zum Geschenk zu machen. Ferner hat der Kaiser den in Berlin anwesenden russischen Offi­zieren Auszeichnungen verliehen, u. a. dem General- adjutanten v. Richter seine Büste und dem Hofmarschall Selenoi den Roten Adlerorden 1. Klasse.

Wie derReichsanz." berichtet, nahm unter den dar­gebrachten Glückwünschen der Kronprinz auch diejenigen seiner Großmutter, der Kaiserin Friedrich, die durch Un­wohlsein am Erscheinen verhindert war, durch den Ober- I Hofmeister Grafen Seckendorfs entgegen. Die Kaiserin ließ

AuZOÄnlaß der Großjährigkeitserklärung sind folgende militärischen Verfügungen ergangen: Anderweite Be­nennung des Grenadier-Regiments König r5rie<drich III. (1. Ostpreußischen) Nr. 1 und Auszeichnungen für diesen Truppenteil. Ich habe bestimmt, daß das Grenadie^^Re- giment König Friedrich III. (1. Ostpreußisches) Nr. 1 von jetzt ab wiederum den NamenGrenadier-Regiment Kroi^ prinz (1. xstprmßisches) gtr. 1" führt. Zugleich habe Ich dem Regiment als Beweis Meines Königlichen Wohl­wollens 1. an den Helmen den Gardeadler ohne Stern, 2. zu den Kragen und Aermelplatten a) für die Offiziere eine Stickerei, b) für die Mannschaften weiße Litzen, zu- 1 und 2 a nach den von Mir genehmigten Mustern, ver­liehen. Das Kriegsministerium hat diese Meine Ordre der Armee bekannt zu machen und wegen der Proben das. Erforderliche zu veranlassen. Gleichzeitig lasse Ich derst Kriegsministerium Abschrift der von Mir an das Regimen« gerichteten Ordre beifolgend zugehen. Berlin, den 6. Mai 1900. Wilhelm. Anderweite Benennung des Gre­nadier-Regiments Kronprinz Friedrich Wilhelm (2.. Scbl^ sischen) Nr. 11; Namenszug für die)en Trichpenteck. Ich habe dem Grenadier-Regiment Krdprmz ^rich Helm (2. Schlesischen, Nr. 11 den, NamenGrenadier Staent Mntasädj« ^iskrs und Königs Friedrich KSSÄ °L"!'.NS» .w.

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