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09/03/1900 Zweites Blatt
 
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Mit furchtbar ernster Miene saßen wir in der Putzstube der Rätin auf deren weißbehosten Sammetstühlen. Eduard hielt dabei sein orangegelb gebundenes deutsches Straf­gesetzbuch in der Hand, den Daumen zwischen jene Seiten geklemmt, die von der Verleumdung handeln. Die Frau Konsistorialrätin wand sich wie ein Wurm. Sie wußte nicht .... sie hatte nicht ....

Eduard schlug das Strafgesetzbuch auf und las:Wer wider besseres Wissen in Bezug auf einen anderen eine unwahre Thatsache verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen geeignet ist, wird wegen verleumderischer Beleidigung mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft. Es ist der § 187, meine Gnädige... für das schlechte Deutsch bitte ich nicht mich verantwortlich zu machen"

Die Frau Konsistorialrätin hatte es vom Doktor Beute­mann, einem Quacksalber, der bekannt dafür war, seine Patienten statt der Heilung, die er der Natur überließ, mit endlosen Klatschgeschichten zu regalieren. Und dazu gethan hatte die Frau Rätin doch auch etwas: das mit dem langjährigen Zerwürfnis . . .

Guten Morgen!"

Mit weit offenem Mund sah uns die würdige Dame nach.

Machen Sie doch das Gehege Ihrer Zähne zu", sagte Eduard ungezogenes zieht!"

Es war doch wirklich empörend, zu sehen, wie die Leute da klatschten und logen, blos um zu klatschen und zu lügen!

Der Herr Doktor Beutemann versuchte zuerst, unseren Angriff mit Grobheit abzuschlagen. Er hatte schon so vielen Klatsch umhergetragen, daß es ihm auf eine solche Kleinigkeit mehr oder weniger nicht ankam. Erst meine Versicherung, daß ich ihm unnachsichtlich verklagen werde, half. Er schnarrte was von der Empfindlichkeit der jungen Leute von heutzutage, und gab dann die Quelle seiner

600 des des ein-

Lich, 6. März. Nächsten Samstag werden es Jahre, daß das damalige Dors Lich auf Ansuchen Grafen Philipp von Falkenstein durch Genehmigung Kaisers Albrecht I. in die Zahl der deutschen Städte

Kokales and Nrovüyirtles.

(Ammyme Eissendrrnger», gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Hießen, den 8. März 1900.

«eschicht-kalender. (Nachdruck verboten.) 93er 12 Jahren, am 9. März 1888, starb zu Berlin Kaiser Wilhelm I. Mit Scharfblick wählte er Männer wie BiSmarck, Moltke und Roon, die mit ihm das deutsche Volk zur ersten Großmacht erhoben. Mit Kaiser Wilhelm I. ist ein erfolgreiches, glückbegünstigteS Leden, eine Erscheinung, die kommenden Geschlechtern wie eine Sage dünken wird, zu Grabe getragen werden. Er wurde am 22. März 1797 geboren. _____________

** Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Tienstmagd Franziska Böhmer aus Bolanden wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt zu Offenbach; Robert Heppner, genannt Schnellbächer, aus Lützel-Wie­belsbach, Franz Heinrich Burckhardt aus Bruchweiler und Josef Richter aus Wien, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Offenbach; Schreinergeselle Ernst Georg Huttenlocher aus Stuttgart, wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Worms; Taglöhner Karl Philipp Jost aus Brötzingen wegen Bettelns vom Großh. Amts­anwalt zu Zwingenberg; Karl Machenaer aus Gunders­heim wegen Diebstahls von der Polizeiverwaltung zu Worms; Fuhrknecht Josef Mayer aus Worms wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht zu Worms; Christian Gustav Johann Ludwig Eichelmann aus Stein­furth, zuletzt Lehrer in Bad Nauheim, wegen betrügerischen Bankrotts von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Dienst­knecht Franz Josef Mock aus Stöckach wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Alzey; Schuhmacher Adam Sauter aus Affolterbach wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Worms; Taglöhner Gottlieb Schimpf aus Offenbach wegen Körperverletzung und Bedrohung von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt;, Jakob Schmelzet aus Ober- ! Hilbersheim wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amts- ! gericht Oppenheim; Maurer Franz Steinbrecher aus Winn­weiler wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Bingen; Malergehilfe Otto Straube aus Gnölbzig wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt zu Büdingen; ein Unbekannter, angeblich Schreiner Heinrich Busch, in der Nähe von Dres­den gebürtig, wegen Betrugs vom Polizeiamt Mainz; Ge­ometer Karl Vorbach aus Burg-Gemünden, zuletzt in Offen­bach, wegen Urkundenfälschung u. s. w. von Großh. Staats­anwaltschaft Gießen; Dienstmagd Amalie Wiebach aus Strenznaundorf wegen Betrugs von Großh. Staatsanwalt­schaft Mainz; Sandfärscher Wilhelm Göttert aus Mainz, Versicherungsbeamter Julius Gläßner aus Mainz, Maurer- I geselle Wilhelm Adam Beith aus Hechtheim, Maurer Adam Josef Orth aus Hechtheim, Taglöhner Martin Marbeck I aus Laubenheim, Bierreisender Friedrich Oppermann und I dessen Ehefrau aus Kaltenholzhausen, Taglöhner Ludwig Christian Wirth aus Schierstein und Kesselschmied Franz Montag aus Wanzleben, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Mainz.

** Eine für Radfahrer interessante Zivil - I klage wird demnächst das Gericht beschäftigen. Die Ehe- I fr au des Journalisten S. hatte sich bei einer Gesellschaft I gegen Unfall beim Radfahren versichert. Als sie an einem I ^anuartage ihr Rad nach längerer Pause für eine Fahrt I vorbereitete, geriet sie mit dem linken Zeigefinger zwischen I Kette und Zahnrad und quetschte das oberste Glied. Es I trat Blutvergiftung hinzu, wodurch die Verunglückte sich I wahrend einer Woche jeder häuslichen Thätigkeit ent- I halten mußte. Der behandelnde Arzt hielt es für selbst- I verständlich, daß die Ursache und die Art des Unglücksfalls I der Versicherungspflicht der Gesellschaft unterliege, und dieselbe Ansicht vertrat der Vertrauensarzt der Gesellschaft I Trotzdem erhielt die Versicherte den Bescheid, daß die er- I litztene Verletzung nicht durch die Police gedeckt sei, da nach dieser nur solche Unfälle zu berücksichtigen seien, welche dem Versicherten beim Radfahren zustoßen. Diel Klägerin, die alle Instanzen in Anspruch nehmen will, I macht dem gegenüber geltend, daß das Schmieren des I

vom Radfahren selbst unzertrennlich ist und ein Unterschied nicht gemacht werden darf, wenn diese Arbeit I vor der Fahrt oder etwa unterwegs vorgenommen tvird.

** Die seit einigen Jahren vorbereitete Deutschlandsfahrt des Deutschen Kriegerbundes von New-York gelangt im Mai I b. I. zur Ausführung. Eine zahlreiche Abordnung des um die Pflege des Deutschtums und der Kameradschaft in Amerika I

wird sich Bad-Nauheim hierfür stets anerkennend und würdigend zeigen. Aber auch den Männern, welche bei dem Unternehmen speziell beteiligt waren, gebührt unser Dank! Die Projektierung und Oberleitung der Neubohrunz lag in den bewährten Händen des Herrn Geheimen Ober, bergrats Professors Dr. Lepsius, während die Beaus« sichtigung und Kontrollierung der Arbeiten von der Tief­bohrung und der übrigen Quellen den Herren: Geheimer Bergrat Weiß, Ingenieur Städel und Bademeister Kissel übertragen war.

Babenhausen, 7. März. Der hier beschäftigte Müllerbursche Jakob Kurz aus Stöckach verschwand in der Nacht vom 21. auf den 22. Januar ds. Js. auf Nimmer« Wiedersehen. Die Annahme, derselbe sei in die Gersprenz gestürzt und ertrunken, hat sich neuerdings bestätigt. Gestern wurde nämlich seine Leiche unweit unserer Stadt aus dem Flüßchen gezogen. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen des Vermißten ein Ausschreiben erlassen. Die Amts« gerichtsbehörde aus Seligenstadt stellte heute an Ort und Stelle den Thatbestand fest. Es liegt zweifellos ein Un­glücksfall vor. Der Verunglückte war unverheiratet, stand im 31. Lebensjahre und im Rufe eines unbescholtenen und tüchtigen Müllerburschen.

A Mainz, 7. März. Die Influenza fängt hier an, auf das ganze öffentliche Leben störend zu wirken. In allen Beamtenkorporationen werden durch stets neue Er­krankungen die Lücken immer größer, und in allen Verwal tungSzweigen müssen wegen Mangel an Arbeitskräften Arbeiten zurückgestellt werden. Im Theater ist das ganze Repertoir durch viele Erkrankungen aus dem Geleise ge­kommen, und nun hat die Krankheit auch noch unseren Ober» bürgermeister und einen Beigeordneten befallen, was bei den bevorstehenden Beratungen des städtischen Budgets be­sonders störend ist.

A Mainz, 7. März. Unter dem Vorsitz des Präsi­denten der hiesigen Handelskammer, Geh. Kommerzienrat St. C. Michel findet den kommenden Sonntag hier eine Kommissionssitzung des deutschen Handelstages statt, die einzig zu dem Zwecke einberufen ist, um über den Gesetzentwurf betr. den Verkehr mit Wein zu beraten. Insbesondere sollen der Beratung die Abänderungsvorschläge der Konferenz zwischen dem Reichstagsabgeordneten Dr. Schmidt Mainz, Vertreter des landwirtschaftlichen Provinzial- Vereins Rheinhessen und der Handelskammer Mainz zlk gründe gelegt werden. Die Handelskammer in Mainz weicht in ihrer Ansicht über den Weingesetzentwurf bekanntlich in vielen Punkten von den Ansichten anderer fcanbelSgremier; und landwirtschaftlichen Korporationen ab und hat sich ins­besondere ganz entschieden gegen die Kellerkontrolle ausge­sprochen. In Sachen der Lohnbew egung der Schreiner, fand gestern abend eine öffentliche Versammlung der Gesellen statt, welcher die von dem Fabrikanten- und Meisterverein auf die gestellten Forderungen gemachten Zugeständnisse unterbreitet wurden. Statt der geforderten 9stündigen Ar- beitSzeit wollen die Meister eine 9i/zstündige bewilligen und für die Ueberzeitarbeiten haben sie einen Lohnzuschlag von 331/3 Prozent zugesagt, wogegen die verlangten 50 Prozent für Sonntags- und Nachtarbeiten sowie die Abschaffung der Akkordarbeiten abgelehut wurde. Die Versammlung erklärte sich mit den Zugeständnissen des Fabrikanten- und Meister­verbandes nicht zufrieden und beauftragte ihre Lohnkom­mission den Arbeitgebern zu unterbreiten, daß man aus sämtlichen Forderungen beharre.

Marburg, 7. März. In der vergangenen Nacht ist dis Kranzmühle bei Wetter größtenteils niederge­brannt. Eine Person ist schwer verletzt.

[] Von der Lahn, 6. März. Die Eisenstein- grübeF a l k e n st e i n", welche in der Nähe von Amerau bei Dietz an der Lahn liegt, und auf welcher seit einigen Jahren flotter Betrieb herrschte, ist durch lleberflutuiig des Hochwassers der Lahn zufammengestürzt und im wirk­lichen Sinne des Wortes ersoffen. Die Grube gehört der GewerkschaftBuderus". Die Belegschaft, welche 80 Mann stark war, ist durch diesen Unfall außer Thätigkeit und 93er»

hochverdienten Kriegerbundes von New-York wird die Haupt­städte Deutschlands, seine Ehr- und nationalen Gedenkstätten besuchen und die langgehegte Sehnsucht nach der alten Heimat befriedigen. Die Kriegerverbände von Preußen, Baiern, Sachsen und Baden treffen festliche Vorbereitungen, um ihren überseeischen Kameraden, die einst im deutschen Heer als Kampfgenossen und Krieger ihre Ehrenpflicht er­füllten und deutsche Vaterlandsliebe treu bewahrten, ge­bührenden Empfang zu bereiten. Die Gäste werden deutschen Boden zunächst in Hamburg betreten und vom Hamburger Kriegerverband in würdiger Weise begrüßt werden.

gereiht wurde. Die Feier soll aus einer Schulfeier, einer I kirchlichen Feier und einem FestkommerS bestehen. Die I Uebersetzung der Urkunde hat folgenden Wortlaut:

Albrecht, von Gottes Gnaden römischer Kaiser, all­zeit Mehrer des Reichs, entbietet seinem getreuen Diener Philipp von Falkenstein seine Gnade und alles Gute. Deinem Ansuchen geneigt und in der Absicht, aus könig­licher willfähriger Gesinnung, Dir eine besondere Gunst zu erweisen, erteilen Wir Dir durch Gegenwärtiges die Ermächtigung, gestützt auf Unsere wohlwollende Zustim- I mung. Dein Dorf Lich zu einer Stadt zu erheben, und I verleihen ihr in Gnaden und ihren Einwohnern, gegen­wärtigen und zukünftigen als Beweis Unserer Allerhöchsten Gewogenheit das Recht einer Bürgergemeinde und schenken ihr alle Freiheiten in dem vollen Umfang, wie sie andere Städie des Reiches und ihre Einwohner besitzen, wobei Uns und Unseren Nachfolgern vor allem die Gewalt Vorbehalten bleibt, solches Recht und solche Freiheiten wieder aufzuheben, wenn das Bestreben, gegen wen es auch sei, darauf gerichtet sein sollte, Unsere erwähnte Vergünstigung vielleicht zum Nachteile anderer Städte des Reiches zu wenden.

Zur Beglaubigung dessen erteilen Wir diese Urkunde, verbrieft mit unserem kaiserlichen Siegel.

Gegeben zu Heilbronn im Jahre Eintausend drei­hundert am 6. Tage vor den Jdus des Monats März, im zweiten Jahre Unserer Regierung.

§ Butzbach, den 7. März. Zum Besten des hiesigen Frauenvereins für Krankenpflege brachte unser Turnverein gestern abend im großen Saale des Hessischen Hofes das fünfaktige LustspielDer Erbonkel" wiederholt zur Aufführung. Dieselbe erfreute sich eines szahlreichen Besuchs, sodaß ein namhafter.Ueberschuß dem so segensreich wirkenden Frauenverein zugewendet werden kann. Bei dem kunstverständigen Publikum bezw. Theaterfreunden aber ernteten die Akteure des gehaltvollen Stückes reichlichen Beifall ob des genußreichen Abends.

Bad-Nauheim, 7. März. Endlich nach langem Harren und Hoffen hat sich der Wunsch der Einwohnerschaft von Bad-Nauheim um Vermehrung der vorhandenen Badequellen, erfüllt. Die d r i t t e Thermalsoolquelle, reichanKohlen- säure und Salzgehalt, ist heute nachmittag 47» Uhr zutage gefördert worden, nachdem die Wildwasser aus dem Steigrohr der Neuquelle durch Ab­pumpen entfernt worden waren. Die Bohrung, welche von der Firma A. Thumann in Halle a. d. S. anfangs des Winters begonnen, wurde nach Ueberwindung vieler schwieriger Hindernisse in den Terrain- und Gebirgsverhältnissen in den letzten Tagen in einer Tiefe von 209,43 Metern zu Ende geführt, nachdem sich in geringerer Tiefe die Quelle bereits vor einiger Zeit gezeigt hatte. Das Soolwasser der neuen Quelle geht einige Zentimeter über das Aus­flußrohr, hat 32 Grad Celsius Wärme und ist in ergiebiger Menge vorhanden, sodaß hoffentlich, da die beiden anderen Quellen (VII und XII) nicht beeinträchtigt sind, für die nächste Zeit ein Mangel an Sprudelwasser nicht mehr ein- treten wird. Außer Gott sind wir der Großherzoglichen Staatsregierung für das uns durch Gestattung und Be- willigung der Geldmittel für die Neubohrung dankbar, und

dimenssonen verfolgen ober vom Lawinenzustand zurück bis zum Kern! Hast Du dem Kern?" 9

Keine Ahnung!"

Also fangen wir am dicken Ende an! Der Letzte muß Chef^" kte ^pur des Vorletzten bringen. Da ist z. B. Dein weiter"^ 00,1 ^iner Frau da komme ich nicht Oder der Redakteur derLaterne" . .

Der steckt sich hinter das Redaktionsgeheimnis, läßt eventuell feinen armen Teufel von Sitzredakteur für sich brummen und lacht sich ins Fäustchen!"

Also die Elfe Müller. Aber woher die es hat, wissen 1« von ihrer Mutter. Und die hat es natürlich von ihrer Schwester, der Frau Geheimen Regierungsrätin Tilde Meierstem meinen Kopf zum Pfände! Die alte Schachtel hat eine der bösesten Zungen in Munkelsdorf. Donner und Dona! Da geht sie".

... ^!neI plötzlichen Eingebung erfaßt, ging ich quer stEb die biedere Frau und fragte, auf die ?evr^rft ^halten zu werden, sehr energisch: Woher wissen Sie es?" b '

Und richtig! Ihr schlechtes Gewissen ließ sie sofort ver­raten, um wav es sich handelte. Sie machte große, bange Augen und hauchte: ä D ' y

,,«on njeineni 93etter bem Oberstleutnant v. Winbow" Natürlich! Darauf hätte ich selber fommen können!

Seit btefer gute Mann ben kleinen Brief bekommen hatte für feine berühmte Kavallerieattake auf eine Garten­mauer beschäftigte er sich eifrigst bamit, bie Gesichter anberer Leute so sauer zu machen, als sein eigenes ist' Na warte!"

Ich inguirierte weiter:llnb Sie haben bie Geschichte ganz ohne Zuthat weiter erzählt?"

Aber, mein Herr. . ."

t . "Bitte, gnäbige Frau! Ich gebe Ihnen hiernit mein heiliges Ehrenwort, Daß ich jeden- an biefer nieberträchtigen Verleurnbung Beteiligten, schonungslos bem Gericht über­geben werbe, wenn er mir nicht bie volle Wahrheit sagt".

Aber . . ." Unb n,och breiAber . . ." Dann geftanb sie, baß sie bie Geschichte mit bem Maler unb meiner Frau dazugethan". Sie hatte gesehen, wie mein biefer Freunb Egon Der unb ein Lebemann! mit meiner Frau in ber Richtung gegen ben Bahnhof ging!---

Guten Morgen, meine Gnäbige!"

Ich verbeugte mich unb hierauf nahm ich mit Ebuarb, dem die Sache, wie er sich ausdrückte, einediebische Freude" machte, einen Wagen. Wir warfen uns erst in feierliches Schwarz, und dann traten wir unsere Unter­suchungsrundfahrt an. Zuerst ging es zu Window. Nach­dem wir ihm mit einem deutlichen Hinweis auf den Amts­richter alle Haudegenallüren und Heldenredensarten ab­gewöhnt hatten, richtete ich an ihn die Frage, was erba&u* gethan" habe.

Die Geschichte mit dem stillen Suff!"

Wie kommen Sie denn darauf?"

Ich sah Sie doch am Samstagabend im Stadthaus­keller, wo ich allabendlich meinen Schoppen Mosel nehme . .... es können auch zwei fein".

Richtig! An jenem Abend hatte Lena, von der rauhen Frühlingsluft müde, zeitig ihr Lager gesucht. Und da war ich, viel zu vergnügt, um schon zu schlafen, fortgegangen, und hatte ein einsames Glas Maibowle auf unser Glück geleert also daher derRuin der Familie!"

Und woher hatten Sie die Geschichte, Herr Oberst­leutnant?"

Er hatte sie von der Konsistorialrätin Heintze. Also zu der!^ Die Entfernungen in Munkelsdorf sind nicht sehr groß, und zu gewissen Tageszeiten trifft man alles zu Hause.

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