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§ oblenz, 6. März. Zur Verminderung der Rauch - entwickelung auf den R h e i n d a m p f e r n sind seit einiger Zeit von der Rheinstrom-Bauverwaltung bemerkenswerte Versuche gemacht worden. So konnte schon bei der letzten Strombefahrung der Rheinschifsahrts - Korn- nussion Ende August o. I. ein kleiner fiskalischer Dampfer vorgeführt werden, auf dem der Langer-Marcottysche Ranchverminderungsapparat eingebaut und mit sichtlichem Erfolg in Thätigkcit war. Die damals anwesenden rheinischen Schiffsreeder erklärten sich auf Wunsch des Herrn Cbcrpräfibciiteu gerne bereit, auch ihrerseits Versuche auf ihren Dampfern anzustellen. Inzwischen hat nun Generaldirektor Kannengießer aus Mülheim a. d. Ruhr derartige Versuche in großem Maßstabe ausgeführt, indem er auf seinem Radschleppdampfer Kannengießer Nr. 6 Nauch-Ver- lmtungs-Apparate bei allen acht Kesselfeuern einbauen ließ. Ter gestrigen Probefahrt von Koblenz aufwärts wohnte der Oberpräsident Exzellenz Nasse mit den höheren Beamten der Rheinstrom-Bauverwaltung bei. Der reich beflaggte, stattliche Schleppdampfer führte hierbei 4 Schleppkähne mit GO OOO Zentner Kohlenladung zu Berg und passierte gegen 4 Uhr nachmittags unsere Schiffbrücke. Von den eingebauten Apparaten und ihrer Wirksamkeit wurde eingehend Kenntnis genommen. Die Versuche, bei denen abwechselnd ohne und mit Einschaltung der Rauch-Verzehrungs-Apparate gefahren wurde, verliefen recht befriedigend. Es steht zu hoffen, daß durch das bereitwillige Vorgehen der Firma Kannengießer die Rauchverhütung auf dem Rhein zur Freude der Anwohner immer weitere Fortschritte macht.
Kassel, 6. März. Auf der Bahnstrecke Kassel-Berlin wurde in der Station Sangerhausen der dienstthuende Sta- tionsassistent Lange von der Maschine des Berliner Schnellzuges ersaßt, über fahr en und getötet.
Fulda, 7. März. In der vergangenen Nacht wurde das Uhren- und Goldwarengeschäft des Herrn Hermann Nebentisch bedauerlicherweise abermals von frechen Dieben heimgesucht. Die Einbrecher sind auf dem leichtesten Wege, durch den Hausgang — die Hausthüre wurde mit einem Dietrich geöffnet — in das Haus ein- ^edrungen. Die sehr schwere Thüre zum Laden, die mit Dietrick) nicht geöffnet werden konnte, ist ausgebohrt, und das Schloß alsdann zurückgedrückt worden; eine zweite Dhüre wurde ebenfalls mittels Dietrich, der noch im Schloß tteckte, geöffnet. Die mit Uhren und goldenen .2 ch m u ck s a ch e n reich belegten Schaufenster, die mit starkem Verschluß versehen waren, sind von innen zewaltsam erbrochen worden. Nicht nur die besten Uhren, Ringe und Schmuckfachen in den Schaufenstern sielen den anscheinend raffinierten „Kennern vom Fach" ^ur Beute, sondern auch ebenso die besten Sachen, die in S ch a u k ä st e n , Kommoden u. s. w. aufbewahrt wurden, haben die Gauner mitgenommen, dabei aber „echt" ü'n.d ,,'imtu/t" tvurji unterschieden, denn die minderwertigen Gegenstände lagen in dem Geschäftslokal zerstreut am Fußboden. Der Wert der geraubten Objekte soll sich auf etwa SOOO Mark belaufen. Man wird sich erinnern, daß Herr Rebentisch vor etwa zwei Jahren von einem gleichen unglücklichen Besuch von Dieben, wodurch ihm ebenfalls em- vsindliche Verluste entstanden, heimgesucht wurde, ohne daß man die Thäter ausfindig machen konnte. Es liegt die Vermutung nahe, daß die Diebesgesellen von damals ihr unsauberes Handwerk jetzt wiederholt haben. ^Fuld Z )
Vermischtes.
Mühlhause n, 6. März. (D i e K l a t s ch l a w i n e!) .Hier werden demnächst alle T e i l n e h m e r i n ne n eines K a f f e k r ä n z ch e n s vor Gericht erscheinen müssen. Dort entstand eines Tages das Gerücht, einer der ersten Hotelbesitzer sei in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Um sein Renommee zu wahren, erließ daher der Hotelbesitzer einen energischen Protest in den Tagesblättern, worin er erklärte, daß er gegen die Verbreiter jener völlig aus der Luft gegriffenen üblen Nachrede gerichtlich vorgehen werde. Die Untersuchung förderte das interessante Ergebnis zu Tage, daß die Quelle, aus der jenes Gerücht mit rasender Schnelligkeit seine Verbreitung durch die Stadt gefunden hatte, ein Kaffeekränzchen war! Eine Teilnehmerin des-
Wissenschaft in dieser Angelegenheit an: Der Herr Domänen-Direktor Flaus hatte die Sache am Stammtisch erzählt.
„Und was haben Sie dazugelogen?" fragte (Sbuaro den Heilkünstler.
„Mein Herr. . ." Er liebäugelte mit einem Paar bunt eingezogener Schläger an der Wand.
„Nach der Gerichtsverhandlung mit Vergnügen!" sagte mein Freund. Schließlich gestand der Herr Doktor zu, daß er mein „getrübtes Vorleben" erfunden, d. h., wie er sich auszudrücken beliebte, „selbständig aus dem Gesamtvor- zang logisch rekonstruiert" habe.--
„Guten Morgen!" Unter der Thüre kehrte sich mein nun schon in Hitze geratener Freund Eduard um und sagte:
„Sie sind ein netter Onkel! Aber, im übrigen ließe ich mir von Ihnen immer noch lieber die Ehre abschneiden, als auch nur die Nägel. Sie schnitten gewiß daneben!"
Der Herr Dornänendirektar Flaus hatte es von seiner Frau; er wurde butterweich, sobald wir von einer drohenden Klage gesprochen hatten. Seit einer langwierigen, peinlichen und nur «durch die Barmherzigkeit seines früheren Jrodherrn eingestellten Untersuchung Über das Verschwinden gewisser Ueberschüsse hatte er eine Art von Idiosynkrasie gegen das Buch mit dem gelben Umschlag, das er in Eduards Hand sah. Er gestand alles ein, und zwar sonderbarerweise ungefragt auch das, was er selber dazu erfunden batte: Die Realinjurien, die ich meiner Lena zugefügt buben sollte. Seine Frau hatte ihm nur von einer skandalösen Schimpferei erzählt.
„Sie haben's nötig!" sagte Eduard im Hinausgshen. Und der Herr Doinänendirektor a. D. stotterte etwas von „großem Vergnügen".
Von seiner Frau hatte er es also! Von der Frau fannh Flaus! Und die war wirklich die abscheulichste lafseeschwester der Stadt, ein Geschöpf, das fein Familien-
selben hatte die „Sensationsnachricht" von ihrem Schwager erfahren, dem das „Ereignis" wiederum von dritter Seite, jedoch nur angedeutet worden war Ter hinkende Bote in Form einer Anklage wegen Privatbeleidigung kam ba d nach. Möge der Vorfall allen Mitgliedern von Kaffee kranzchen zur Warnung dienen?
* Stuttgart, 6. März. In Kannstatt ist der Kommerzienrat Daimler, der Erfinder des Daimler-Motors gestorben.
* Görlitz, 6. März. Der Schuhmacher Riedel hat seine Frau erwürgt. Vorher versuchte er die Frau und seine beiden Kinder zu vergiften.
Salzburg,?. März. Großes Aussehen erregt der Sel b strn ord des Jnfanteriehauptmannes O n d r a c z e k Derselbe hatte auf Befehl des Korpskommandanten gegen den Redakteur des Salzburger Tageblatt Freisinger Klage erhoben, weil derselbe den Hauptmann Ondraczek schwerer Soldatenmißhandlunaen beschuldigt hatte. Heute sollte die Verhandlung stattfinoen.
* Paris, 6. März. Atschinoff, jener Kofack, welcher 1889 mit seinen Kaukasiern den abenteuerlichen Zug nach Afrika unternahm, wurde heute einer Irrenanstalt übergeben.
* Montgomery (West Virginia), 6. März. Heute früh ereignete sich in den Redash-Gruben eine Explosion, durch welche 70 Bergleute verschüttet wurden. Bisher sind nur zwei derselben gerettet; 40 Leichen wurden geborgen.
Wer die Wahl, hat die Qual! Dr. Vorster, der Direktor der Irrenanstalt Stephansfeld im Elsaß, machte neulich einen eigentümlichen Versuch, die Neigungen der Kinderwelt zu erforschen, und gewann so ein Spiegelbild des Geistes, der im Elternhaus herrscht. Er stellte einer Anzahl Kinder drei Teller zur Auswahl hin, von denen der eine Aepfel, der andere ein Zehnpfennigstück, der dritte ein Glas Wein enthielt, — sämtliche Kinder griffen nach dem Wein!
Kunst und Wissenschaft.
Geheimer Kommerzienrat Carl Bechstein ch. Im Alter von 74 Jahren ist, wie wir gestern bereits kurz telegraphisch meldeten, am Dienstag infolge von Wassersucht der Geheime Kommerzienrat Carl Bechstein sanft und schmerzlos entschlafen, nachdem ihm kurz vor Weihnachten seine Gattin in den Tod vorangegangen war. Mit ihm ist einer der genialsten Meister auf dem Gebiete der Pianosorte-Jndustrie dahingegangen, desien Ruf über die ganze Welt verbreitet ist. Carl Bechstein war aber nicht nur der tüchtige Techniker, der seine Instrumente in vollendeter Weise zusammenstellte, er war eine tiefe Künstlernatur, von inniger. Liebe zur Musik erfüllt. Am 1. Juni 1826 zu Gotha geboren, arbeitete er zunächst in verschiedenen Pianosorte-Fabriken, und wurde im Jahre 1848 Geschäftsführer der Firma Perau; dort blieb er bis 1852, machte sodann Studienreisen nach Paris und London, um sich, aus reiche Erfahrungen gestützt, im Jabre 1856 hier in Berlin zu etablieren. Er gründete sein Geschäft mit nur geringen Mitteln, bald jedoch nahm es dank seiner eminenten Tüchtigkeit einen großartigen Aufschwung, sodaß sich viele große Meister für seine Fabrikate interessierten. Hierdurch wurde er in die Lage versetzt, sich mehr und mehr dem Bau großer Konzert-Flügel zuzuwenden. Schon seit Jahren beschäftigt die Firma, der er den Namen und ihren Weltruf gegeben, mehr als 1000 Arbeiter; in den Weltausstellungen in London 1862, in Paris 1867 und in Sydney 1880 wurden seine Fabrikate mit ersten Preisen bedacht. — Seit etwa 14 Tagen war Herr Carl Bechstein ^'bettlägerig, gestern nun hat der Tod dem berühmten Meister ein sanftes Ende bereitet Die Leiche des Verstorbenen wurde schon gestern in den frühen Abendstunden nach dem Leichenhause des Sophienkirchhofes übergeführt, wo auch seine Gattin beigesetzt ist. Von den drei Söhnen, welche bereits seit Jahren in dem umfangreichen Geschäft thätig sind, wirb der älteste, Herr Edwin Bechstein, hie Fabrik in vollem Umfange weiterführen. Außer den drei Söhnen trauert noch eine Tochter um den Dahingegangenen.
Theater.
Sarah Bernhardts Huterlatz. Die Pariser Theaterbesucher sollen nicht mehr mit Verzweiflung und Zorn im Herzen die herrlichen Federhüte der vor ihnen sitzenden Schönen statt der Bühne vor Augen haben. Sie werden endlich, selbst wenn sie in der letzten Reihe sitzen, die Bretter sehen können, auf denen etwas vorgeht. Sarah Bernhardt wird dem Hut in den Pariser Theatern zuerst den Krieg erklären, trotzdem sich die Damen gerade im Theater so gern damit schmücken. Die Diva hat bestimmt, daß die Damen int Parquet und auf dem Balkon nicht im Hut zugelaffen werden.
Aus dem Gcschüstsleven.
— Wie nicht anders zu erwarten, wurde der Firma Adam Opel, in Rüsselsheim a m Main auf der Ende des
glück ungetrübt lassen formte, dessen Schadensucht was Dämonisches hatte. Kein Freudenbecher wurde leer getrunken im Orte — sie hatte ein Tröpflein Gift hineinzustreuen oder ein Blättlein vom Maut Wermut.
Sie war beim Verhör die Zäheste von allen. Aber es war auch glorios zu sehen, wie sie Freund Eduard langsam an seinem Jnquisitionsfeuer briet. Sie gestand und sie widerrief. Sie hatte nichts gesagt — gar nichts. Im Gegenteil! Sie fand meine Fran reizend, mich charmant.
„Und doch haben Sie die Leutchen verleumdet. . ." „Mein Herr, Sie sprechen mit einer Dome!" „Einer Dame? Nicht, daß ich's wüßt'!"
Noch einmal versuchte sie es mit dem Tone verletzter weiblicher Hoheit: „Nun denn, mein Herr! Nennen Sie das verleumden, wenn man weiter erzählt, was man mit eigenen Augen gesehen, mit eigenen Ohren gehört hat?"
Ich gestehe, daß ich nie in meinem Leben neugieriger gewesen bin, als in diesem Augenblicke. Die ganze Lawine war ja bereits auseinandergewickelt — jetzt kam der Kern.
„Wollen Sie die Güte haben, mir mitzuteilen, was Sie gehört und gesehen haben?"
Sie hoffte wohl, durch eine maßlose Unverschämtheit sich noch aus der Affaire ziehen zu können.
„Jawobl! Waren Sie nicht am letzten Samstags vormittags 11 Uhr auf dem Paradeplatze mit Ihrer Frau vor der Konditorei von Hoven?"
„Gewiß!"
„Und hier hatten Sie einen Wortwechsel! Das kann ich beschwören!"
Einen Wortwechsel! Mir dämmerte ein Licht auf. Fast hätte ich laut aufgelacht.
„Und da gebrauchten Sie einen Ausdruck. . ."
„Als Dame kann ich ihn nicht wiederholen — es war „Welchen?"
„Mein Wort darauf: wenn Sie mir jetzt nicht Antwort
vorigen Jahres in Bremen stattgchabten Allgemeinen Ausstellung die goldene Medaille mit Ehren-Tiplom zuerkannt. Hierdurch ist zu den zahlreichen früheren Auszeichnungen von kompetenter Seite eine weitere Anerkenmlng der vorzüglichen Eigenschaften des Opel'schen Fabrikats hinzugekommen, und ist dies für uns der beste Beweis, daß die Leiter der Firma rastlos bemüht sind, das Ansehen ihres Fabrikates auf dem Fahrrad-Markte, dessen sie sich nun schon seit Jahren erfreuen konnten, zu befestigen, und eifrig bestrebt sind, alle technischen Neuerungen, welche irgend wie für die Fahrradsabrikation vorteilhaft erscheinen, sich zu eigen zu machen, um auch fernerhin an der Spitze der deutschen Fahrradindustrie marschieren zu können. — Trotzdem im letzten Jahre die Verhältnisse auf dem Fahrrad-Markte nicht gerade als günstig zu bezeichnen waren, hat die Firma, die nebenbei bemerkt, eine der wenigen alten Fahrradfabriken ist, die sich feit, ihrer Gründung im Privatbesitz befinden, doch über zweitausend Fahrräder mehr als im Vorjahre abgesetzt, und hat auch dieses Jahr wieder, um ihre Produktionsfähigkeit zu erhöhen, ihren Betrieb bedeutend erweitern müssen; denn, wie wir hören,, hat dieselbe, nach den vorliegenden Abschlüssen zu urteilen, dieses Jahr wieder eine bedeutende Erhöhung ihres Umsatzes zu erwarten. — Wir freuen uns, daß der Firma oben erwähnte, wohlverdiente Auszeichnung geworden ist, und wünschen ihr eine gedeihliche Weiterentwickelung.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse vom 7. März
Wechsel auf New-York zu 4.21-22.
Prämien auf Kredit per ult. März 1.20 %, do. per ult. April 2.20% Diskonto Kommandit per ult. März 0 95%, do. per ult. April 2%. Lombarden per ult März 0.75 /0, do. per ult. April 0.95%, do per ult. Mai 0.00, Deutsche Bank per ult. März 0 00.
Notierungen: Kreditaktien 235.90-236-235.60, Diskonto- Kommandit 197 90-70, Staatsb. 189.90, Gotthard 143.60, Lombarden 29.60-50, Ungar. Goldrente 98 30, Italiener 94 80-00, 3proz. Mexikaner 26.20, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19%. Privat-Diskont 5% G. 4% B
' 1%bis 2%Uhr: Kreditaktien 235.50-234.80, Diskonto-Komman- dit 197.80-60, Staatsbahn 139.90-70, Lombarden 29.40.
Limburg a. d. Lahn, 7. März. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen 13.11 Mk., Weißer Weizen —-- Mk., Korn 10.93 Mk., Gerste 9.18 Mk., Hafer 7.00 Mk., Erbsen —Mk., Kartoffeln —.— Mk.
Diehmärkte.
Die süddeutschen Viehmärkte waren in der Berichtswoche nicht besonders stark frequentiert, es entwickelte sich aber auch der Handel fast allenthalben nur mittelmäßig. Gutgemästetes Großvieh fand gerne Käufer, während in geringeren Qualitäten ziemlich Ueberstand blieb. In Kälbern war das Geschäft verhältnismäßig ruhig, die Preise mußten auch etwas nachgeben, es blieb aber trotzdem Ueberstand. Fette Schweine fanden glatten Absatz, Läufer und Milchschweine weniger begehrt, es wurde bei nachgebenden Preisen doch ziemlich verkauft.
Verlosungen. (Ohne Gewähr.)
Ungarische Rote Kreuz-Lose von 1883. Prämien- und Amortisations-Ziehung am 1. März. Hauptpreise: Serie 2322 Nr. 36 40(00 Kr. Ser. 6243 Nr. 8 2000 Kr., Ser. 358 Nr. 63 Ser. 849 Nr. 86 je 1000 Kr., Ser. 1779 Nr. 55, Ser. 2326 Nr. 35, Ser. 2436 Nr. 89, Ser. 3676 Nr. 39, Ser. 4448 Nr. 62, Ser. 5460 Nr. 6, Ser. 5603 Nr. 48, Ser. 6325 Nr. 14, Ser. 7474 Nr. 97, Ser. 7742 Nr. 98 je 200 Kronen Amortisationsziehung: Serie 1735 2278 2784 3049 3257 3676 3826 4382 4537 4879 5330 5591 5640 5798 6329 7011 7404 7572 7753 7994. Auszahlung am 2. April.
— Es ist erfreulich, daß auch im Mittelstände Meßmers Thee sich täglich mehr einbürgert. Durch ihn haben viele die Vorzüge dieses Getränkes überhaupt erst kennen gelernt, und überrascht von seiner Güte und Billigkeit find sie selbst Theetrinker geworden und haben die Marke in ihren Kreisen weiterempfohlen. Dies hat Meßmers Thee groß gemacht. Probepackete 60, 80 Pfg. und Mk. 1.—. Verkaufsstellen durch Plakate kenntlich. 113
UI^bäer praktischen Hausfrau dringend zu empfehlen, denn man kann durch ESSdlZ ihren Gebrauch an Bohnenkaffee sparen.
Konvcrsations Lexikon
(auoh in Umtansok gegtu Uten «Werke) sowie alle andern Bücher . Beiert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an EL O. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VIL 6
geben, werden Sie Einern Rede stehen müssen, der Sie zwingen kann!"
Frau Fanny wurde ganz bleich:
„Sie stritten um ein Paket, das Keines von ihnen tragen wollte. . ."
„Das jedes von uns beiden tragen wollte!"
„Da warf Ihre Frau das Paket zornig zu Boden."
„Sie ließ es fallen, weil ein Windstoß ihr fast den Hut nahm".
„Und dann sagten Sie . . ."
„Nun, wird's bald?"
„Das Schimpfwort!"
„Welches?" Ich glaube, ich hob drohend den Arm mit dem Regenschirm.
Und nun stammelte Frau Domänendirektor Flaus das Wort, das ich zu meiner Frau gesagt hatte:
„Tschaperl!"
Tschaperl! Und daraus machten Sie eine wüste Schimpferei, Mißhandlung, Familienunglück, Ehebruch, Säuferwahnsinn — weiß Gott, was?
Tschaperl! Das war der Kern der Lawine.
Bevor wir gingen, wandte sich Eduard nochmals um und beehrte die Frau Fanny Klaus, die schluchzend in einer Sophaecke lehnte, mit folgender Ansprache:
„Wenn Sie die Jakobstraße da hinaufgehen, kommen Sie zuletzt an ein Haus mit vergitterten Fenstern: Schauen Sie sich's gelegentlich einmal an. Es stecken allerhand arme Teufel drin, mit denen Sie nicht an einem Tische sitzen möchten, Diebe und Einbrecher, Fälscher und Totschläger. Aber ein miserableres Metier, als Sie, meine Gnädige, hat sich von der ganzen, traurigen Gesellschaft doch Keiner ausgesucht? — Guten Morgen".
Fritz v. Ostini.


