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9.2.1900 Erstes Blatt
 
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morgen Freitag statt-

Künstlerin spielt, wie be-

Fraukfurt a. M., 6. Februar. Heute gab es in der Stadtverordnetensitzung wieder lange und heftige Kämpfe über die Sonntagsruhe. Nach dem im Jahre 1892 erlassenen Ortsstatut ist hier die Beschäftigung von Ge­hilfen, Lehrlingen und Arbeitern im Handelsgewerbe an Sonn- und Feiertagen nur vormittags von 10l/a bis 1 Uhr gestattet. Die Handlungsgehilfen dringen aber schon lange auf Einführung der vollständigen Sonntagsruhe, während die Handelskammer sich dagegen ausspricht, so lange sie nicht durch ein Reichsgesetz allgemein eingeführt würde. Der Magistrat wollte zunächst die Arbeitszeit für Groß- geschäfte am Sonntag herabsetzen, die Stadtverordneten ließen aber so viele Ausnahmen zu, daß der Magistrat jetzt mit ganz neuen Vorschlägen kommt. Seine Vorlage will die Sonntagsruhe auch im Kleingeschäft regeln; sie bestimmt^ daß am Sonntag in allen Geschäften nur von 8 bis 10 Uhr vormittags gearbeitet werden darf und daß den Angestellten jeder zweite Sonntag freigegeben werden muß. Diese Vor­lage stieß in der heutigen Stadtoerordnetensitzung auf hef­tigen Widerspruch. Man wandte ein, den Großkaufleuten nütze die Zeit von 8 bis 10 Uhr nichts, da die Sonntags­post erst gegen 10 Uhr ausgetragen werde, die Angestellten müßten, statt am Sonntag ausschlafen zu können, eine Stunde früher aufstehen, da die Geschäfte Werktags erst um 9 Uhr beginnen usw. Oberbürgermeister Adickes wies in seiner Entgegnung darauf hin, daß die Lebensmittelgeschäfte gerade die Zeit von 8 bis 10 Uhr gewünscht haben, um für den Rest des Tages ihre Geschäfte schließen zu können. Außer­dem erklärte er sich bereit, für andere Geschäfte eine Ar­beitszeit von 1/212 bis 1 Uhr zuzulassen, und erreicht da­durch wenigstens, daß die Vorlage nicht kurzerhand abge­lehnt, sondern zur Prüfung an einen Ausschuß verwiesen wurde.

bereits zur Weiterbeförderung zugegangen. Die hessische Regierung wird sich demnächst mit der Frage zu befassen haben, in wie weit sie die Einführung der Fäkalien in den Rhein für thunlich erachtet. Die Stadt Mainz war vor einiger Zeit um die Erlaubnis eingekommen, die Fäkalien aus einem Schulhausneubau in den Rhein ein­führen zu dürfen, worauf ein ablehnender Bescheid erfolgte, jedoch in der Art, daß das Ministerium erklärte, aus prin­zipiellen Gründen für die Einführung der gesamten Fäkalien der Stadt in den Rhein und nicht nur für einen Teil der­selben zu sein. Als Vorbedingung dieser generellen Zusage wird von dem Ministerium natürlich verlangt, daß die Fäkalien dem Rhein nur in gereinigtem Zustande zugeführt werden. Die hiesige Handelskammer hat bei dem Bundesrat den Antrag gestellt, dem § 139 der Novelle zur Gewerbeord­nung betr. die Ruhezeit für Gehilfen in offenen Ladengeschäften, die Fassung zu geben, daß in Laden­geschäften in den Städten mit über 20 000 Einwohner das Personal, welches im Geschäfte Kost und Logis erhält, statt einer 11 stündigen nur eine 9stündige ununterbrochene Ruhe­zeit gewährt bekommt. Bei der dritten Lesung im Reichstag wurde bekanntlich eine 11 stündige Ruhezeit festgesetzt.

O Nidda, 7. Februar. Gestern nachmittag machten sich zwei 11 jährige Jungen an einer H ä ck s e l m a s ch i n e zu schaffen. Der eine fingerte an dem Kammrad herum, während der andere zu drehen begann. Die rechte Hand des ersteren kam in das Rad; zwei Finger wurden oben abgequetscht, der dritte gebrochen, die ganze Hand zerdrückt. Man brachte ihn sofort zur Klinik nach Gießen. Gestern weilte das Fuhrwerk eines Besitzers in Salzhausen oberhalb der Station, als der Zug abfahren wollte. Durch das Geräusch des Dampfes erschreckt, rissen diePferde aus und sprengten gegen die über die Bahn führende Brücke, deren eisernes Geländer teilweise abgerissen wurde. Mit den Resten des Wagens rasten sie die engen Parkwege hinab. Vor ihrem Stall angelangt, rannten sie mit der Wagendeichsel die Thür ein und blieben erst an ihren Plätzen im Stall halten. Der abgeschleuderte Fuhrknecht trug eine Anzahl Kontusionen davon, der Wagen ging total in Stücke, die Pferde selbst waren blos ein wenig zer­schunden. Leute, die sie aufhalten wollten, wurden wie Spielbälle bei Seite geworfen. Bis Sonntag werden es 25 Jahre sein, daß der hiesige Ortsgewerbeverein alsLokalgewerbeverein- gegründet wurde. Man gedenkt den Tag besonders zu feiern. Am Sonntag hatten die hiesigen Kasinomitglieder einen besonderen Genuß, die Aufführung des Datterich-; diese Darm­städter Lokalpoffe wurde meisterhaft gespielt. Die Haupt­rolle hatte ein aus der Nähe von Darmstadt stammender Herr. Heiterkeit erregte besonders die in der Mode der fünfziger Jahre gehaltenen Garderobeftücken (Krinolinen, Schmiegentaillen, Kapothüte.) Demnächst soll eine noch­malige Aufführung für auswärtige Kasinogäste stattfinden.

§ Ans dem Vogelsberg, 6. Februar. Als ob es die Schlittenbesitzer geahnt hätten, daß die Schlittenbahn nur von kurzer Dauer sei, so fleißig wurde von dem Schlittenfahren Gebrauch gemacht. Seit drei Jahren rasteten und rosteten die Schlitten, da es während der zwei voraus­gegangenen Winter nicht ein einziges Mal schneite, daß man die Schlitten hätte brauchen können. Auch die Post fuhr seit dieser Zeit wieder zum ersten Mal auf den Post- Radschlitten. Vom morgen bis abend klang auf den Straßen fröhliches Schlittengeläute. Aber die Schlittenbahn war nur von kurzer Dauer. Bereits am Sonntag war cd in den tieferen Lagen des Gebirges schwierig, mit den Schlitten durchzukommen. Mancher, der des morgens noch gute Fahrt gehabt, kehrte des abends mit knarrendem, auf der schnee­freien Straße ächzenden Schlitten nach Hause. Die Sektion Nieder-Gemünden des Vogelsberger Höhenklubs hatte auf Sonntag gleichfalls einen Ausflug per Schlitten nach Ruppertenrod geplant. Die Schlittenfahrt wurde buch­stäblich zu Waffer; man ließ sich aber dadurch nicht ab­halten und führte den Ausflug zu Wagen aus. Kaum ist heute der Schnee gewichen und die Straßen sind ganz schneefrei, so fängt es schon wieder an zu schneien, und das Ende der Woche bringt vielleicht wieder Schlittenfahrt und Schlittengeläute. Sv rasch vollzieht sich in diesem wetterwendischen Winter der Witterungswechsel.

dd. Darmstadt, 7. Februar. Vor dem hiesigen Land­gericht Darmstadt I, wird demnächst eine für weitere Kreise interessante Sache zur Verhandlung und Entscheidung kommen. Der Großh. Beigeordnete Wolff zu Offenbach war vor kurzem aus der dortigen GesellschaftGroßer

verordneten-Sitzung eine ehrenrührige Beschuldigung gegen das m der betreffenden Sitzung nicht anwesende langjährige

X Aus Rheinhessen, 7. Februar. Das am 1. Januar m Kraft getretene neue hessische Stempelgesetz hat trotz seines kurzen Bestehens schon viel böses Blut ab> gesetzt. Insbesondere sind es die Wirte, und unter diese» wieder die Gastwirte auf dem Lande, die sich durch die verschiedene Art, wie sie durch die Stempelgebühren zu neuen Steuern herangezogen werden, außerordentlich belastet fühlen. In einer vor einigen Tagen in Oppenheim statt­gehabten Versammlung von Wirten aus dem dortigen Kreise wurde der Mißstimmung über diese neue Steuer Ziemlich lebhaften Ausdruck verliehen, und eine Resolution an dw Regierung gefaßt, in welcher eine Beseitigung und teilweise Verminderung einzelner der Stempelsätze verlangt wird. Als besonders hoch wird der Stempel bei Tanz­musiken angesehen, bei welchen nach dem neuen Gesetz 30 Mk. für den Stempel zu entrichten sind.

? Mainz, 7. Februar, Aus der Weltausstellung rn Paris wird Mainz durch Pläue und Ansichten der hiesigen Stadt vertreten sein. Dieselben werden im Saale des deutschen Buchgewerbes untergebracht werden.

Hfangsfeierlichkeiten vor: auch ein amtlicher Empfang wird stattfinden. DieNixe" wird bis zum 15. März im hiesigen Hafen verbleiben.

Wien, 7. Febr. Der portugiesische Gesandte ver­ständigte die hiesige Regierung, daß die P e st in P o r t u gal vollständig erloschen ist.

W i e n, 7. Febr. DiePol. Corresp." dementiert die Gerüchte, daß die französische und die russische Regierung/ gegen eine eventuelle Besetzung der Delagoabai durch die Engländer Protest erheben wollen.

Wien, 7. Febr. DerN. Fr. Pr." zufolge dürfte der Reichsrat zum 20. Februar einberufen werden.

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hoben hatte, bie sich als nicht zutreffend erwies. Der Aus­schluß des Beigeordneten Wolff war von 60 Mitgliedern beantragt worden, der Vorstand hatte den Antrag zu seinem eigenen gemacht, und in der Generalversammlung stimmten dann auch 82 von den erschienenen 90 Mitgliedern für den Ausschluß. Beigeordneter Wolff, der darauf verzichtet hatte, die in den Statuten verlangte Verteidigungsschrift

Generalversammlung einzureichen, hat nun die Aus­schließung als zu Unrecht geschehen angefochten und bei dem Großh. Landgericht Darmstadt den Antrag auf Auf- Hebung des Ausschließungsvotums gestellt, und hat das Gericht Termm zur Verhandlung auf den 20. Februar I festgesetzt.

kannt, dasRautendelein

Universität und Hochschule.

Jena, 7. Februar. Bei der gestern nachmittag in Weimar erfolgten Bestattung des Hofrats Professor Dr. Schaeffer gab sich eine starke Beteiligung seitens der hiesigen Universität mit deren Studenten kund. Es waren erschienen der Prorektor Prof. Dr. Rosenthal als Ver­treter der Universität, Geh. Hofrat Prof. Dr. Thomae in Vertretung des durch Krankheit behinderten Dekans der philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Gutzmer, Schaeffers Nachfolger, Prof. Knopf u. a. Seitens der Studenten hatten sich etngefunden die Burschenschaft Germania und Deputationen der Burschenschaften Teutonia und Arminia im vollen Wichs mit Fahnen, der Mathematische Verein, Vertreter des medizinischen Vereins, der Landsmannschaft Rhenania und Suevia unb Turnerschaften Normannia und Suevia, ferner viele alte Schüler Schaeffers und Depu­tationen der Gewerbevereine zu Weimar, Jena und Buttstädt, deren Ehrenmitglied der Verewigte gewesen ist. Die alte Burschenschaftsfahnc

. ------ in dem Märchendrama

Dle versunkene Glocke". Zu den Benefizvorstellungen haben AbonnementsbilletS mit Zuzahlung von 50 Pfg. für Loge, Sperrsitz unb 1. Parkett, unb 30 Pfg. für 2. Parkett GlltigkeU: Theatervereins-Gutscheine werben bei Benefizen nicht in Zahlung genommen.

* Stadttheater. Auf bas .. 1. w u

finbenbe Benefiz bes Fräulein Agnes Hammer machen wir nochmals aufmerksam. Die f" ' ' "

** Kostendeckungsfrage der städtischen Kanalisation. In der kommenden Sitzung des landwirtschaftlichen Lokalvereins Gießen am 9. Februar abends 5 Uhr im Cafs Ebel steht dies Thema zur Besprechung. Ein- ladnngen sind ergangen an den Stadtvorstand, bie Herren Stadtverordneten, Mitglieder der Handelskammer, ferner an bie Vorstänbe bes Gewerbe- unb Hausbesitzervereins.

** '&m Dezember b. Js. finbet im ganzen deutschen Weiche une Volkszählung statt. Bestimmungen für biefe finb nach berKreuz-Ztg." bem Bundesräte zugegangen.

* Die Landwirte auf der Weltausstellung in Paris. Seitens des Vorsitzenden derSociety des agriculteures de France Marquis de Voguss, ist eine Einladung zum , ^ uu,HV,vctvcx, uulCtucutuWl u^uu. ÄS in Paris für Dem Reichskommiffar in M finb

bie Deutsche Lanbwirtschafts-Gesellschast an ben Vorsitzenben 1 £ - - - - - - - -

des Direktoriums, Herrn v. Arnim-Criewen, ergangen, unb es wirb eine Vertretung ber Gesellschaft ber Einlabung Folge leisten. Auch werben Anmelbungen zur Teilnahme an bem Kongreß burch bie D. L.-G. vermittelt. Außer biesem allgemeinen landwirtschaftlichem Kongresse findet noch ein solcher für landwirtschaftliche Bezugs- und Absatz-Ver­einigungen statt.

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dabei so reizend, daß man schließlich mit dem Personen- I L v,. ÖIKnnn mmr , x.

Äckaue"/ hflntbCr*Cin f°noC' ^ad ganze Jntereffe der Mitglied des Kollegs, Herrn Medisinalrat Dr Köhler Zuschauer pflegt sich imKaufmann von Venedig" dem * e?u,i 1 . «?Yter

Juden Shylock zuzuwenden, der durch Herrn Rolan in ganz ausgezeichneter Weise dargestellt wurde. Dieser junge Künstler hat uns zwar schon oft Proben seines hervor­ragenden Talents als Charakterspieler gegeben, als Shylock übertraf er aber stellenweise unsere größten Erwartungen. Ww wir hören, wird Herr Rolan in aller Kürze sich wieder in einer großen Rolle zeigen, nämlich als Königs­leutnant, den er zu seiner Benefizvorstellung gewählt hat. Nach seinem Shylock sind wir in ber That auf seinen Königsleutnant sehr gespannt.

Lokales and Provinzielles.

(«lnorryme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Gießen, ben 8. Februar 1900.

* Verzeichnis der Geschworenen des Schwurgerichts pro 1. Quartal 1900. 1. Glock, Heinrich, Rechner in Schotten. 2. Junker, Karl, Baumeister in Ortenberg. 3. Sar­torius, Georg, Landwirt in Merlau. 4. H o r st, Heinrich, Bürgermeister in Nieder-Bessingen. 5. Trapp, Karl, Fabrikant in Friedberg. 6. Klingelhöfer, Oswald, Gutspächter in Hof.Graß. 7. Blödner, Ernst, Tapeten­händler in Gießen. 8. Nahrgang, Heinrich, Müller in Ruppertenrod. 9. Zül ch, Hermann, Kaufmann in Gießen. 10. Willms, Heinrich Emil, Kaufmann in Grünberg. 11. AlthauS, Wilhelm, Gemeinderechner in Großen-Buseck. 12. Geiß, Johannes III., Landwirt in Windhausen. 13. Dörr, Johannes II., Landwirt in Stumpertenrod. 14. Sogt, Wilhelm Hermann, Landwirt in Reichelsheim i. b. Wetterau. 15. Görnert, Peter III, Lanbwirt in Queck- boru. 16. Schrnandt, Heinrich Ernst, Lanbwirt in Holz­heim. 17. Schön, Lubwig, Lanbwirt in Staufenberg. 18. Groß, Karl, Rentner iu Friebberg. 19. Zimmer, Heinrich XI., Müller in Lich. 20. Ruhl, I. P., Fabri­kant in Herbstein. 21. Mäser, Wilhelm, Lanbwirt in Selters. 22. Brück, Karl, Goldarbeiter in Gießen. 23. muß, Theodor II., Landwirt in Wallernhausen. 24. Eifer, Philipp, Rechner in Nnter-WidderSheim. 25. Bloch, Johannes III., Landwirt in Stockhausen, Amtsgericht Lauter- I bach. 26. Robert, Otto, Buchdrucker in Grünberg. 27. Fülberth, Dr. August, Gutspächter in Utphe. 28. Sehrt, Emil, Kaufmann in Grünberg. 29. Lipp, Heinrich, Landwirt in Eichelhain. 30. Heuser, Dr. Emil, Custos in Gießen.

** Sektion Gießen, D. Oe. A. V. In Gottes freier I Natur ist es zu jeder Jahreszeit schön! So dachte ein I kleines, unerschrockenes Häuflein Alpinisten, das sich, des I wenig einladenden Wetter ungeachtet, am Sonntagmorgen I dem Zug nach Marburg anvertraute, um von Nieder- I Weimar aus ein Fleckchen Erde in Gießens Nähe zu durch- I wandern, das trotz seiner Schönheit nur selten besucht I wird. In den Frühstunden verbarg zwar der immer dichter I werdende Nebel manch' schönen Ausblick, doch ließ es sich I die gute Sonne nicht nehmen, um die Mittagszeit hinter I den Nebelschleiern hervor neugierig nach den tapferen Wan- I berern auszulugen unb vor ihrem Scheiben bie prächtige I Winterlandschast mild zu beleuchten. Unter bes Touren- I warts bewährter Führung erreichte man bald das wenig I bekannte, doch lieblich gelegene Cyriaxweimar, wo- | bei unterwegs die spärlichen lleberrefte der früherem I Heinskirche besichtigt wurden, die leider dem Stall- | gebäude eines Gutshofes einverleibt worden sind. Daß I trotzdem der kirchliche Sinn nicht erstorben, bewiesen die I zahlreichen, in ihre malerische Landstracht gekleideten Kirch- I gängerinnen. lieber eine bewaldete Anhöhe gelangte I man weiter in bas liebliche Thal ber Obe oder Odde und I in biesem aufwärts, von ben Kobolben bes Nebels geleitet, I auf guter Straße nad) den Neuhöfen. Von hier führte I em schöner Weg. über die D a m m ü h l e durck) Wald nach I dem reizend gelegenen Elkerhausen. Der Himmel hatte I sich inzwischen aufgehellt und das Auge erfreute sich an I den malerischen Häusergruppen dieses Dorfes und seinem I Kranz bewaldeter Höhen. Besonders der alte Herrensitz I zog die Blicke an, in dessen Umfangsmauern von merk- I würdigem Gefüge noch die alten Schießscharten, wenn auch I vermauert, zu erkennen sind. Ueber die Höhe hinter dem I Dorfe führt, sanft ansteigend, ein Fußpfad weiter nad) I dem durch ein prächtiges Waldthal ziehenden Ellnhäu - I fer Grund. Zwar hatte das Thauwetter den Weg I in einen strömenden Bach verwandelt, dessen Wasser I in kleinen Kaskaden herabstürzte und dessen Rauschen bie I einem Saumpfad verfolgenden Wanderer begleitete. Doch I je höher man kam, desto besser der Weg, um so schöner I berGrund". Aus dem Walde heraustretend zeigte sich I den überraschten Blicken der stolze, an Höhe dem Dünsberg I gleiche Kegel desR i m b e r g e s", den bald auch ein Aus- I fichtsturm krönen soll. Von diesseits und jenseits des I Lahnthales grüßten andere Bergeshäupter herüber, man I hotte K alber n erreicht, dessen Kirchturm und Dächer I aus ber Tiefe heraufwinkten unb zu wohlverdienter Rast 1 einluden. Hier schmiedete man neue Pläne für den Som- 1 mer, denn der gute Rebensaft von ben Ufern bes Rheines I in Verbrühung mit bem Wohlklang des börslichen Namens I geleitete durch Jdeenassoziation die Alpinisten hinüber in I das sonnige Etschland, an denKalteoer S e e" und I ju dessen vielgerühmtem Blute. Einstimmig war Mich der I Wunsch, die prächtige, durch die genußreiche Wanderung I über bie Diarbad} nad) Marburg noch vervollständigte I Tour im Maiengrün und Frühlingsduft zu wiederholen. I

** Stadttheater. Als 15. Volksvorstellung ging Dienstag den 6. Februar wiederum ein klassisches Stück I in Szene: Shakespeares seit zwei ober gar brei Jahren hrer nicht gesehenerKaufmann von Benebig", unb | erfreute sich, ein gutes Zeichen für bas bie Bolksvorstellunaen freguentierenbe Publikum, eines sehr zahlreichen Besuches Infolge Erkrankung beS Herrn Henry, welcher laut Theater- I zettel ben Graziano spielen sollte, hatte noch am Tage der Aufführung eine Umbesetzung stattfinden müssen, berart, baß Herr Wilh elmi neben bem Prinzen von Aragon noch I den Graziano übernahm, unb ben Lanzelot Godbo an Frl I Eiche nm alb abgab. Während verschiebene Ungleichheiten, I namentlich im 1. Akt, jedenfalls dieser Neubesetzung zur I