Aus Stadt und Land
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Gießen, 7. November.
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dem Wege zur Garnison von Arbeitern überfallen und mißhandelt.
Olmutz, 6. November. Bei den heutigen Wahlmännerwahlen wurden trotz der heftigen tschechischen Agitation sämtliche 32 deutsche Wahlmänner gewählt.
** AuS dem Militär-Wochenblatt. Stamm, Jntend.- Bureaudiätar von der Jntend. des 18. Armeekorps, wurde zum Jntend. Sekretär ernannt, und Wild, Rechnungsrat, Garn.-Verwalt.-Direktor in Darmstadt, auf seinen Antrag zum 1. Februar 1901 mit Pension in den Ruhestand versetzt. (W. ist bekanntlich wegen Unterschlagungen seit dem 31. Oktober flüchtig. D. Red.)
•• Alice Schule. Eine sehr freudig zu begrüßende Einführung möchten wir hiermit unserem Leserkreise empfehlen. Sie ist hervorgegangeu aus dem sich mehr und mehr zeigenden Bedürfnisse nach einem Umsatzgebiete zur Verwertung von Frauenhandarbeiten und einem daraus erwachsenden Erwerb für Frauen und Mädchen, die keine Gelegenheit haben, ihre Handarbeiten preiswert zu verkaufen. Angeregt durch Anfragen und Vorschläge von verschiedenen Seiten, hat der Vorstand der Alice-Schule beschlossen, mit der diesjährigen Ausstellung der Schularbeiten vor Weihnachten eine Weihnachtsmesse zu veranstalten, wie solche bereits an anderen Orten seit Jahren besteht. Dazu können von jedermann Stickereien, Porzellanmalereien, Holzschnitzarbeiten, Brandmalereien, kurz alle Arten von Handarbeiten eingeschickt werden. Sehr erfreulich wäre es, wenn recht eifrig Gebrauch von diesem An erbieten gemacht würde, durch zahlreiche Beschickung der Messe und dann auch durch zahlreiche Käufer die gute Sache die nötige Unterstützung fände. Die Bedingungen zur Ein lieferung der Arbeiten sind im allgemeinen aus dem Inseratenteile dieses Blattes und im besonderen durch Fräulein Möser, Oberlehrerin an der Alice-Schule, zu erfahren.
** Hessische Handwerkskammer. In einem dieser Tage an das Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, abgegangenen Bericht spricht sich die Handwerkskammer für Förderung des genossenschaftlichen Zusammenschlusses im Handwerk und nachhaltige Unterstützung dieses Zusammenschlusses aus. Die ungeheure Konkurrenz, die dem Handwerk durch kapitalkräftige Großbetriebe erwachsen ist, hat zu dem allmählichen Rückgang des Handwerkerstandes wesentlich beigetragen, und mit allen Mitteln sollte daher auch versucht werden, das Handwerk wieder in sich zu stärken und konkurrenzfähig zu machen. Die Handwerkskammer ist der Ansicht, daß dieses geschehen kann durch Verschaffung von Baarkredit für den Handwerker und durch Förderung der Gründung zunächst von Rohstoff und Werkgenoffenschaften. In der Errichtung der erwähnten Genossenschaften, die einerseits in .der Lage sind, die Kreditwürdigkeit der einzelnen Handwerker genau zu prüfen, andererseits aber diesen die Aufnahme von Darlehen mehr zu erleichtern, dürfte zweifellos ein wirksames Mittel zur Aufbesserung der wirtschaftlichen Lage des Kleingewerbtreibenden und Handwerkers zu suchen sein. Diese Genossenschaften werden jedoch nur dann die Erwartungen, die man in dieselben setzen kann, erfüllen, wenn sie durch eine kaufmännisch geleitete Centrale geführt werden. Die intelligenten Handwerker, die wohl eine solche Leitung übernehmen könnten, sind meistens von. ihren Geschäften so in Anspruch genommen, daß sie keine Zeit für solches Wirken haben, und die weniger beschäftigten Handwerker sind dazu nicht geeignet. Also die kaufmännische Leitung müßte durch Berufsbeamte in der Centrale erfolgen. In Betracht kommen bei Gründung von Genossenschaften jedoch nur die größeren Städte, Alzey, Bingen, Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms; Darmstadt vielleichtgleichzeitig als Centrale mit dem Sitz einer Handwerker-Genossenschaftsbank. Die Gründung von Rohstoffgenossenschaften dürste vorerst für das Schneiderund Schuhmachergewerbe versucht werden. Diese beiden Handwerkszweige sind in erster Linie dazu geeignet, durch gemeinschaftlichen und dadurch billigeren Bezug der Roh- stoffe in dem Kampfe gegen die Großindustrie unterstützt zu werden. Die Gründung hätte auch hier vorerst in den größeren Städten zu erfolgen, wo die nötige Anzahl Gewerbetreibender derselben Branche vorhanden sind; gleichzeitig aber wäre die Ausdehnung auf das flache Land ins Auge zu fassen und vorzubereiten. Jedenfalls wird mit der Errichtung von Genossenschaften unter kaufmännisch geleiteter Centrale und Gründung von Rohstoffgenossenschaften zunächst für Schneider und Schuhmacher kein Mißgriff gemacht werden. Wenn von Seiten des Staats in Form von Darlehen diese Gründungen unterstützt werden, haben sie unseres Erachtens eine gute Zukunft, und werden ebenso segensreich wirken, wie die in Preußen bestehenden gleichen Einrichtungen.
*• Der Zweiten Kammer der Landstäude gingen folgende Vorlagen zu: 1. eine Vorstellung der Bürgermeisterei Mainz, betreffend den Universitätsfonds daselbst; 2. eine Regierungsvorlage, betreffend das Verfahren auf Grund der Vorschriften in den §§ 20 und 21 der Gewerbeordnung; 3. ein Bericht des Dritten Ausschusses über die Vorstellung des Hauptsteueramtsassistenten i. P. Friedrich Kammer in WormS betreffend die Wiederanstellung als Haupsteueramts- assistent; 4. ein Antrag der Abgg. Köhler-Darmstadt und Schmeel betreffend die Errichtung einer Handelshochschule in Hessen:
Wir beantragen, Großh. Regierung zu ersuchen, baldmöglichst den Ständen eine Gesetzesvorlage zukommen zu lasten, wonach für Hessen eine Handelshochschule errichtet wird, die mit dem Sitz in Darmstadt an die Technische Hochschule in Darmstadt anzugliedern ist.
5. eine Vorstellung des Landesgewerbevereins betreffend die genossenschaftliche Organisation des Handwerker
über dem Voranschlag berechnet sich daher für das Rechnungsjahr 1899 auf 12 235 545.98 Mk. Der Hauptanteck an her Einnahme an Bautnotenisteuer entfiel mit etwa 2.8 Mill. Mark auf die Reichsbank selbst: im weiteren wurden von der Steuer betroffen die Bayerische Notenbank mit etwa 12 000 Mk., die Sächsische Bank in Dresden mit rund 25 000 Mark und, mit kleineren Steuerbetragen .die Württembergische Notknbank, die Badische Bank und die Bank für Süddeutschland.
— Nach der im Reichsversicherungsamt gefertigten Zusammenstellung betrug die Zahl der seit dem 1. Sfinuar 1891 bis einschließlich 30. September 1900 von den 31 Versicherungsanstalten und den 9 vorhandenen Kassenernricht- ungen bewilligten Invalidenrenten a74107. Davon sind infolge Todes oder Auswanderung des Berechtigten, Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit, Bezugs von Unfallrenten oder aus anderen Gründen weggefallen 187 423, sodaß am 1. Oktober 1900 liefen 386 684 gegen 365 523 am 1. Juli 1900. Die Zahl der während desselben Zeitraumes bewilligten Altersrenten betrug 371005. Davon sind infolge Todes oder Auswanderung des Berechtigten oder aus anderen Gründen weggefallen 180 889, sodaß am 1. Oktober 1900 liefen 190116, gegen 191626 am 1. Juli 1900. Beitragszurückerstattungen sind bis zum 30. September 1900 bewilligt: a) an weibliche Versicherte, die in die Ehe getreten sind, 540266, b) an versicherte Personen, die durch einen Unfall dauernd erwerbsunfähig im Sinne des Jn- validenversicherungsgesetzes geworden sind, 198, c) an die Hinterbliebenen von Versicherten 124521, zusammen 660 985.
standes; 6. eine Vorstellung des Ausschusses des landwirt- schaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen betreffend den Tier-Zuchtinspektor für diese Provinz; 7. eine Anfrage des Abg. Schmeel und Genossen betreffend die Main Neckar- Bahn; 8. eine Anfrage der Abgg. Schubart und Köhler- Langsdorf, betreffend die Vergebung von Steinlieferungeu und Steinmetzarbeiten bei öffentlichen Bauten; 9. eine Mitteilung des Ministeriums der Finanzen, betreffend Bekanntmachung über den Nachrichtendienst bei Hochwasser und Eisgang im Großherzogtum Hessen. Zn Folge Neueinrichtung mehrerer Postanstalten im Hochwassergebiet, sowie sonstiger notwendig gewordener Aenderungen in der Beförderung der Hochwassernachrichten sah sich das Ministerium veranlaßt, die Bekanntmachung vom 30. Januar 1891 im Einvernehmen mit der Ober Postdirektion Darmstadt und Großherzogl. Ministeriums des Innern einer Neubearbeitung zu unterziehen.
*• Theaterverein. Das Gastspiel vonJreneTriesch findet am Dienstag dem 13. ds. MtS. statt. Frl. Triesch wird die Mag da in Sudermanns „Heimat" spielen, die neben der Nora ihre berühmteste Rolle ist. Vorausbestellungen auf Billets werden von heute an bei Herrn Challier angenommen.
Ausland.
Amsterdam, 6. November. Heber die verwandtschaftlichen Beziehungen der Häuser Oranicn und Mecklenburg- Schwerin finden wir in hiesigen Blättern eine Mitteilung, aus der hervorgeht, daß die Königin Wilhelmina und Herzog Heinrich von Mecklenburg-Schwerin in König Friedrich Wilhelm II. von Preußen einen gemeinsamen Urgroßvater hatten.
Brüffel, 6. November. Der Abg. Bertrand teilte namens der Sozialisten dem Kriegsminister mit, daß diese in die Kommission zur Vorberatung der Militär- re form nur eintreten könnten, wenn ihnen darin eben- soviele Sitze eingeräumt würden wie den Liberalen, da sie in der Kammer genau gleich stark waren wie die Liberalen. Der Kriegsminister antwortete, er werde mit seinen Kollegen beraten.
Paris, 6. November. Heute nachmittag erfolgte die Wiedereröffung der Kammern. Nach einer kurzen Erklärung des Präsidenten befähle sich die Kammer mit den verschiedenen JnterpellationSanträgen, darunter denjenigen Sembadsch, betr. die Auslieferung Sipidos. Waldcck-Rousseau erklärt sich bereit, die Interpellation des radikalen Abg. Vazeilles über die Generalpolitik des Kabinetts, sowie die über den Ausstand in Marseille zu beantworten, soweit sie Bezug auf die Generalpolitik der Regierung hat. Vazeilles hält eine längere Rede über die Generalpolitik des Kabinetts und entwickelt das Programm der Radikalen; er kommt zu dem Schluffe, daß ein Gesetz gegen die klerikalen Genossenschaften absolut notwendig sei. Der sozialistische Abg. Kiviam erklärt im Namen seiner Freunde das Kabinett zu unterstützen, falls es fortfährt, das Programm, das Waldeck Rousseau in Toulome entwickelte, einzuhalten. — Im Senate brachte der Senator Piot einen Gesetzentwurf zur Verhütung der Entvölkerung Frankreichs ein. Der Senator will einer Abnahme der Bevölkerung durch eine hohe Steuer aus Junggesellen und kinderlose Familien entgegenarbeiten. Er verlangt außerdem die Bewilligung eines Kredits von20 Mill. Frks., um kinderreiche Familien zu unterstützen. — Der Handelsminister Millerand brachte folgende Vorlage ein: Die obligatorischen Schiedsgerichte sollen eine Ergänzung zu der jüngst von Millerand geschaffenen Einrichtung der Arbeitsräte bilden. Der sozialistische Minister will durch diese Reform die Arbeitgeber zwingen, stets dieForderungenihrer Arbeiter zu erörtern, sodaß das Schiedsgericht in voller Kenntnis der Sachlage seine Entscheidung fällen könne. — Der „Rappel" verzeichnet ein Gerücht, wonach der Kriegs Minister geneigt sei, in der Kammer einen Gesetzentwurf betr. die Einführung der zweijährigen Dienstzeit einzubringen.
Madrid, 6. November. Die Truppen setzten die Streifzüge zum Zwecke der Verfolgung karlistischer Banden in den Bergen Cataloniens fort. In Manresa töteten Aus ständige einen Fabrikb e sitz er und seine Frau durch Steinwürfe. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen.
Rom. 6. November. Der Papst richtete an die Bischöfe eine vom 1. November datierte Encyclica de Redemptore. Der Papst spricht darin seine Freude darüber aus, daß Katholiken aus der ganzen Welt anläßlich deS Heiligen Jahres nach Rom pilgern, was beweise, daß die Völker sich Christo zuwenden. Er ermahnt sodann jedermann, zum Erlöser zu kommen, welcher Weg die Wahrheit und das Leben ist. Wie Christus, als er in die Welt kam, die menschliche Gesellschaft reformierte, so werde diese, indem sie sich jetzt von neuem wieder Christo zuwende, verbessert und gerettet werden; und, tnbem sie die Lehren Christi und das göttliche Gesetz befolge, Auflehnungen gegen die bestehenden Gewalten und Streitigkeiten zwischen den Völkern meide, handle sie derartig, daß alle sich brüderlich untereinander lieben und in heiligem Frieden ihren Oberen gehorchen. Die Entfremdung von Gott führe zu so vielen Verirrungen, wie auch jetzt die Völker durch Befürchtungen und immerwährende Beängstigungen bedrückt seien. Die Encyclica schließt mit der Aufforderung an die Bischöfe, alle Welt wissen zu lassen, daß allein der Erlöser der Menschheit Rettung und Frieden bringen könne.
Przemysl, 6. November. Ein Offizier des 78. Infanterie-Regiments wurde in der vergangenen Nacht auf
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Komiker des Kölner Stadttheaters, Herr Hans Portz, ein einmaliges Gastspiel im hiesigen Stadtiheater absolvieren. Portz, der Liebling des Kölner Publikums, ist hier bereits vor fünf Jahren einmal als Gast ausgetreten und dürfte bei vielen Theaterbesuchern noch in bestem Andenken stehen.
** Kammermusik-Abende. Eine Reihe von Kammermusik-Abenden sind von Universitäts- Musikdirektor Trautmann vorgesehen. Erst im vorigen Jahr ins Leben gerufen, scheinen sie bereits jetzt festen Fuß gefaßt zu haben, denn ein großer Teil unseres musikliebenden Publikums hat sich bereits für dieses Kon- zertjahr wieder Plätze gesichert. Die Abende finden in der Großen Aula statt, für die der 9. November 1900, 22. Januar und 15. Februar bestimmt sind. Außer Herrn T r a u t m a n n, der den Klavierpart ausführt, sind ständige Mitwirkende die Herren Adolf Redner (Violine) und Johannes Hegar (Cello). Als Gäste sind gewonnen Fräulein CarolaHubert (Sopran), Fräulein Martha Stapelfeld (Alt), Dr. Weilhammer (Baß--Baryton), Herr Carl Preuße (Horn). An Kammermusikwerken sind vorgesehen Trios und Duos von L. v. Beethoven, Johs. Brahms, G. F. Händel, C. Saint- Saens, B. Scholz und Rob. Schumann. Es wäre sehr zu 'wünschen, >Haß dieses -Unternehmen sich zu.einer dauernden Einrichtung gestalten möge. Dazu ist freilich nötig, daß die bis jetzt noch kleine Gemeinde sich kräftig erweitere. Die Programme sollen jederzeit rechtzeitig int Inseratenteil des „Gieß. Anz." bekannt gegeben werden. Vom ersten Konzert war bereits vorgestern eine ausfuhr- liche Aufstellung darin enthalten, die auch über alle Preise für Abonnement und Einzelabende genaueste Auskunft giebt.
**Kirchengesangverein. Der Evangelische K i r ch e n g e s a n g v e r e i n beabsichtigt, am Montag, den 19. November, abends 6 Uhr, in der Stadtkirche ein Konz e r t zu veranstalten. Wir machen schon jetzt darauf aufmerksam, weil es bei der bereits einsetzenden Hochslut von musikalischen, theatralischen und anderen Darbietungen recht schwer ist, Raum und Beachtung zu finden. Der Kirchengesangverein ist freilich gewöhnt, eine größere Zuhörerschaft um sich zu sammeln, als irgend ein anderer Verein. Jedoch pflegt das nur der Fall zu feirr, wenn er Sonntags singt. Das ist leider diesmal nicht möglich zu mackjen gewesen, weil am Sonntag, den 18. .Roncm* ber, unser Orchester auswärts beschäftigt ist. Auch Vie Stundet 6 Uhr, die durch anderweitige Rücksichten geboten war, ist an einem Wochentage vielen recht unbequem. Es wäre sehr zu bedauern, wenn deshalb das Konzert geringer besucht werden würde, da es ganz besonders Schönes zu bieten verspricht. Vor allem kommt neben anderen Chören eine hier noch nie gehörte Cantate von I. S. Bach: „Wie schön leuchtet der Morgenstern" mit Orchesterbegleitung zur Aufführung. Außerdem sind auch verschiedene Soli vorgesehen, bei denen außer geschätzten hiesigen Kräften Fräulein Marie Kayser und Herr Wilh. Schmidt aus Frankfurt, bereits von früher her hier wohl eingeführt, mitwirken werden. Der Verein darf daher trotz der ungünstigen Zeit darauf rechnen, daß seine zahlreichen Freunde ihm treu bleiben.
•* Silberne Hochzeit. Heute feiern Lehrer Kn au ß und Frau das Fest der silbernen Hochzeit unter Teilnahme der Kollegen und vieler Freunde. Neber den Kreis dienstlicher Wirksamkeit ist Herr Knauß seit Jahren eifrig thätig als Organisator und Leiter der Kaufmännischen Fachschule, und daher fehlten auch die Glückwünsche seitens des Kauf' männischen Vereins an diesem Ehrentage nicht. Die Wünsche her Freunde des Jubelpaares gehen dahin, daß ihm die Feier der goldenen Hochzeit in gleicher Frische und Gesund heit vergönnt sein möge.
Zum Kloppenheimer Mord. Der vom Schwurgericht in Würzburg wegen Raubes abgeurteilte Schweizer Georg Ermer von Schirmitz ist in das Untersuchungsgefängnis nach Gießen abgeliefert worden. Er steht bekanntlich im Verdacht, in unserer Gegend einen Raubmord verübt zu haben.
*• Keine Kohlennot mehr. Der „Darmst. Tägl. Anz." schreibt: Auf unserem Büreau präsentierte sich ein Herr, der eine Erfindung gemacht haben will, die, wenn sie sich bewährt, der Kohlennot für alle Zeiten ein Ende machen würde. Der Mann hat eine künstliche Kohle hergestellt, die nach seinen Angaben durch ein Streichholz entzündet werden kann und mit leuchtender Flamme ohne Rauch und Ruß brennt. Sie hinterlasse keinen Rückstand und sei im Preise sehr billig, koste ungefähr per Ctr. 50—60 Pf. und brenne besser und länger als natürliche Kohle. Der Mann, der diese weltumgestaltende Erfindung gemacht haben will, heißt Adam Hoch, wohnt hier und hat seine Erfindung in Berlin zum Patent angemeldet.


