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greifen zu haben und nahmen an, daß das Gold der Transvaalregierung gehöre. Sie traten daher an die beiden Banken mit dem Ersuchen heran, das Gold ihrerseits mit Beschlag zu belegen, und diesem Ersuchen ist Folge geleistet morden. Die liefernde Firma hat Protest gegen die Beschlagnahme eingelegt, und die Entscheidung wird aus dem Wege des Prozesses zu erfolgen habert.
Telegramme des «ietzeoer Anzeigers.
London, 7. November. „Daily N-wS" melden au« Piet ermaritzburg, daß die flüchtigen Buren noch vor dem nächsten Jahre wieder nach den Goldländern zurückkehren können. In der Umgebung von Ettelstadt befinden sich 5000 Buren.
Bonbon, 7. November. Die Zensur untersagt die Veröffentlichung von Informationen über die Bewegungen Lord Roberts. __
Arsche tut täglich gift Ausnahme des
Montags.
Die Gießener AsmilienblLtier werben dem Anzeiger tm Wechsel mit „Hess. ßtRbtoirt" u. „Blätter flr Hess. Volkskunde- w-chtl. 4 mal beigelegt.
Donnerstag den 8 November 15V. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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Der Krieg in China.
Man meldet aus Shanghai: Die vom Grafen 'W a l d e r s e e entsandte Expedition rückt von t sch u nach den Gebirgspässen vor, über die der große Weg nach Tay en fu führt. Mit der Besetzung dieser Passe ist der Hof in Singanfu von Norden her von jeder ZUfichr von Lebensmitteln abgeschnitten. Diese Operation bleibt aber so lange unwirksam, als nicht auch die Wasserwege im Yangtsethal gesperrt werden. Wohlinformierte hiesige Chinesen glauben, daß der 5z o f in ^mganfu n ich t ernsthaft wegen des F r i e d e n s v e r h a n d e l t ; incr Gewalt könne die chinesischen Machthaber zur Ver- lmuft bringen und annehmbare Bedingungen erzwingen. Die Shanghai-Bank erhielt aus Singanfu Nachrichten, die bestätigen, daß Prinz Tu an noch immer die Regierungs- aeschäfte leitet, trotz der kaiserlichen Edikte, die seine Bestrafung verkündeten. Der Armee Tungsuchiangs fehlt es weder an Geld noch an Waffen und Lebensmitteln.
Die Alliierten sollen Li-Hung-Tschang aufgefordert haben, vom Kaiser ein Edikt zu erlangen, das die Hin - richtung des Schatzkanzlers von Tschili an- ordnet. Andererseits würden die Alliierten ihn ohne Ge- ukhmigung des chinesischen Hofes hinrichten......
In einem Berichte des österreichischen Geschäftsträgers Rosthorn über die Pekinger Gesandtschaftsbelagerung konstatiert dieser, daß die deutsche und französische Gesandtschaft am meisten gelitten und daß auch außer Boxern reguläres chinesisches Militär der Brigade Tungfuhsiangs gegen die Gesandtschaften gekämpft habe.
Meldungen ans Kanton zufolge sind die C h i n e s e n dort noch sehr »erregt über die Anwesenheit einer großen Anzahl von fremden Kanonen booten in Kanton. Es ankern jetzt 11 Kriegsschiffe gegenüber ^chansin. # t.
Die „Nowoje Wrernja" meldet aus Wladiwostok vom 31. Oktober Generalgouverneur Grodekow befindet sich noch in der M a n d s chur ei. — In Charbin, Wladiwostok und Nykolsk sind mehr als zehn Hospitäler, Apotheken und Baracken für die kranken uni) die verwundeten Soldaten eröffnet worden. Fieber und Typ h u serkrank- uuqen unter den Truppen in der Mandschurei nehmen ah — Nach Berichten, die dem russischen Generalstab zu - aeqangen sind, wurden am 29. September in der Nahe von Scha.ntschiahuang französische Missionare mit ihrem Bischof durch eine Halbkompagnie Schutzen und einige Kosaken aus den Händen der Boxer befreit.
Aus Berlin wird uüs geschrieben: In den letzten ragen ist die Mitteilung eines angeblich bevorstehenden russischen Protektorats über die Mandschurei durch die Presse gegangen. In hiesigen russischen Kreisen ist von dem erwähnten Protektorat absolut nichts bekannt.
mehr Takt im Umgang mit Menscheii zu wünschen wäre, mitunter recht stiefmütterlich behandelt worden. Das hatte dann die Unzufriedenheit in verschiedenen Korps Hervorgernfen. Daraus hat sich stellenweise im natürlichen Verlaufe der Dinge ein ziemlich lebhafter Drang entwickelt, als nach Ablauf der Jahreskapitulation den Mannschaften die Wahl gestellt wurde, ob sie entlassen werden oder weiterdienen wollten, die Entlassung vorzuziehen. Man muß sich vergegenwärtigen, daß jedenfalls eine ganze Anzahl dieser Kolonien inzwischen alle mögliche zwingende Veranlassung erhalten hat, zu ihren gewohnten friedlichen Beschäftigungen zurückzukehren. Es scheint indessen, daß die militärischen Häuptlinge doch-selbst einsahen, daß vielleicht manches mit diesen sehr brauchbaren Hilfstruppen hätte besser eingerichtet werden können, denn man hat sich nachgerade bewogen gefühlt, den Divisionsverband der Kolonialen unter General Brabant wiederherzustellen. Dieser ist ein ehemaliger Rittmeister des englischen Heeres, der früh nad) Südafrika übergesiedelt ist und dort ui den vielen Kolonialkrigen der letzten 25 Jahre regelmäßig Freikorps gebildet, und seine militärischen Rangstufen von Stufe zu Stufe in blutigen Kämpfen erstritten hat. Daß man dem Manne schließlich den Generalscharakter erteilt hat, war nicht mehr als billig. Daß man ihn m dieser Eigenschaft auch heute noch brauchen kann, geht aus dem Umstande hervor, daß er jetzt wieder an die Spitze seiner Division gestellt wird, die allerdings nur teilweise geschlossen operieren soll. Es sollen einzelne Korps nach wie vor anderen Verbänden regulärer Truppen zugeteilt werden. Sie sind jedoch nur abkommandiert von ihrem eigenen Verbände und bleiben Teile von General Brabants Kommando. Brabant selbst rührt inzwisck>en die Werbetrommel, um die Abgänge der einzelnen Korps zu ergänzen und Mannschaften strömen ihm zu, um sich für weitere sechs Monate zu verpflichten. Nebenher geht auch die Rekrutierung für Buden-Powells Schutztruppe.
Marthinus Steijn, der älteste Bruder des Präsidenten, ist am 2. November in Springfontein plötzlich an einem Schlaganfall gestorben. — Der Militärgouverneur erklärte die Münze von Transvaal als gesetzliches Zahlungsmittel. Der Name der Nationalbank des Oranjefreistaates ist abgeändert worden, sie heißt jetzt „Nationalbank der Oranje- fluß - Kolonie".
Reuter meldet aus Cradok vom 4. ds., man glaube, daß ein Burenkommando bei Petersville, südlich vorn Oranjefluß, stehe. Ein Soldat des walisischen Regiments wurde am vergangenen Mittwoch ersck>ossen, als er bei Philippstown, wohin eine englische Besatzung gelegt worden ist, auf einem Patrouillengang begriffen '^'Feldmarscholl Lord Roberts telegraphiert aus Johannesburg vom 5. November: „Während unzweifelhafte Anzeichen dafür vorhanden sind, daß die Buren mutlos sind und an Munitions- und Proviantmanget leiden, thut Präsident Steijn sein Aeußerstes, um seine Landsleute zu ermutigen, den hoffnungslosen Kampf fortzusetzen, indem er sie mit falschen Meldungen von Erfolgen tauscht^uter me(&et au= Maseru (an der Grenze des 'Freistaates und des Basutolandes) vom 31. Otkober: Die Zahl der an der Grenze des Basutolandes sich sammelnden B u r e n w ächst. Ein Kommando von 1400Mann steht dicht bei L a d h b r a n d. Die Stadt und der Bezirk Ficks bürg ist in den Händen des Feindes. Die Buren, die Ficksburg besetzt halten, stehen unter dem Kommandanten Hermann Steijns. Der Gouverneur der Stadt war Rodenbach-, Bei der Besetzung wurden die Laden von Ficksburg ganz ausgeplundert; auchmPri- vathäusern wurden Plünderungen borgenommen. Die englische Fahne wurde heruntergeholt und in Stü cke zerrissen, die die Buren den Pferden all di? Schweife b-indew Mehrere Eingeborene wurden erschossen, andere wurde» aus offener Straße brutal geprügelt: ein angesehener Kaufmann wurde verhaftet und ins Bnrenlager gebracht, um dort »ot ein Kr eqsqericht gestellt zu werben; ferner wurde ein Postbeamter gefangen gesetzt. Die von den Engländern in Ficksburg zurückgelassene Munition Itmrbe von den Buren ^^Tie Beschlagnahme der Goldsei,düng aus T r a n s v a a l auf dem Dampfer „Bundesrat" in Hamburg hat folgende Ursache; Der Deutschen Bank und der Dresdener Bank ist seinerzeit ein Posten Golch der von den Transvaal-Minen aus zum Versand nach Europa gebracht werden sollte, durch die Transvaalregierung beschlagnahmt worden. Der Betrag wurde indessen den beiden Banken durch die Versicherungsgefellschasteu, die die Versicherung von den Minen aus übernommen hatten, voll vergütet, 'sodaß den erwähnten Banken an dem nunmehr in Hamburg angekommenen, ursprünglich in Transvaal beschlagnahmten Golde kein Forderungsrecht mehr zustand. Nun glaubten aber beim Eintreffen des Goldes ldie.Versicherungsgesellschaften: kein Recht zum Ein-
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Telegramme deS Gieheuer Anzeigers.
London, 7. November. Sondierungen eines deutschen Kriegsschiffes in der Nähe von Honan Spit zwischen Hongkong und Kanton gaben in Hongkong Veranlassung zu dem Gerücht, die Deutschen wollten dort eine Konzession für den deutschen Handel erlangen.
Loudon, 7. November. „Daily Mail" meldet aus Schanghai: Den jüngsten Nachrichten aus China zu- solge soll sich die Lage im Süden bedeutend gebessert haben.
Der Widerstand dor Buren.
Auf dem Kriegsschauplätze sind neuerdings die den rkamps noch fortsetzenden Führer der Buren eifrig bemüht, die Kampflust ihrer Landsleute durch unermüdliche Regsamkeit wieder zu erwecken und andererseits in der Ferne den Eindruck unbeugsamen a<l l g e - meinen Wider st andes hervorzurufen und dadurch. Krügers Bemühungen, womöglich moralischer Unterstützung in Europa zu finden, so viel an ihnen liegt, zu fördern. Gerüchte über Siege der Buren kommen ihnen dabei *U ^Mittlerweile sind aufengli s ch e r Se i t e zahlreiche Äeränderunaen im Werke. Die namhaftesten Offiziere im Stabe des ^knsherigen Oberbefehlshabers Lord Roks fi n d von Pretoria nach England abgereist und ^ord Kitchener richtet nunmehr dort seinen Hauptquartierstab für die Periode seines Oberkommandos em. Es wird aber noch manches andere neu eingerichtet. Neben umfangreicher Remontierung ist eine abermalige Neuordnung der Dinge bezüglich, des Kolonialkorps zu verzeichnen^ Wahrend der letzten drei Monate war der vorher bestandene ^wislons- verband der Kolonialtruppen aufgelost worden und man hatte die einzelnen Korps englischen Verbanden regulärer Gruppen zugeteilt. Dabei waren dte Kolonialen, ähnlich wie audji zu Anfang des Krieges, weniger von den Kommandeuren, als von jüngeren Offizieren der Stabe, denen
Deutsches Reich.
Berlin, 6. November. Reichskanzler Graf Bülow hat sich nach Liebenberg begeben, um dem Kaiser Vortrag zu halten. . , ., . ,
— Untenn 5. November wird aus Kiel geschrieben: Die kaiserliche Yacht „H o h e n z o l l e r n", die auf der Werft für eine kurze Herbstfahrt in Stand gesetzt worden ist, hat heute ihre Bunker aufgegeben. Das Schiss wird morgen wieder auf den Strom verholen und vollkommen seebereit zur Verfügung des Kaisers stehen. .
— Ein Geschenk von 30000 Mk. hat der Kaiser aus seinem Dispositionsfonds der evangelischen Gemeinde zu Wermelskirchen zum Bau einer neuen Schule überweisen lassen. Kürzlich hatte der Kaiser der Gemeinde zu gleichem Zweck eine Spende von 20 000 Mk. zuaewiesen. t ..
- Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt zu der Auslassung der „Berl. Korresp." zum ProzeßSternberg folgende Bemerkung: Hiernack). ist die Gewähr gegeben, daß die Angelegenheit von den zuständigen Instanzen mit dem Nachdruck und Ernst behandelt wird, der die Sachlage erfordert. Es werden dabei insbesondere auch die Beziehungen des Polizeidirektors von Meerscheidt-Hül- lessern zum Bankier Sternberg, wie seine finanzielle Lage überhaupt eingehend geprüft und je nach dem Ergebnis die etwa notwendigen Maßregeln ungesäumt ergriffen werden.
— Tas Großkomturkreuz des Großh. Mecklenburg- Schwerinschen Greifen-Ordens ist dem Ministerial-Direktor im Reichs-Postamt Wittko verliehen worden.
— Die badisch-offiziöse „Südd. Korresp." meldet:
„Der Reichshaushalts-Etat für 1901 ist insoweit im Reichs-Schatzamt fertiggestellt,' daß die Spezialetats dem Bundesrat einzeln zugehen. Wenngleich die Veröffentlichung dieser Spezialetats keinerlei amtlichen Charakter trägt, so sind sie doch nicht widersprochen, man kann ihnen mithin die Richtigkeit nicht aberkennen. Es er- giebt sich, daß die eigenen Einnahmen des Reichs sowohl wie die den Bundesstaaten zu überweisenden Einnahmen ganz erheblich höher veranschlagt werden können, als für das laufende Etatsjahr. Diese jedenfalls relativ günstige Finanzlage des Reichs hat diesmal um so größere Bedeutung, als sowohl die aus den laufenden Einnahmen wie auch durch Anleihen zu deckenden Ausgaben erheblich gewachsen sind und das Reich zweifelsohne vor einer großen Finanzoperation steht. Tie Kosten der Expedition n a ch C h i n a werden ja im wesentlickfen purch eine Anleihe zu decken sein, die jedensalls den Betrag, der in den letzten Jahren begebenen Anleihen erheblich übersteigen dürfte."
— Eine Neuordnung des preuß. Eisenbahnwesens soll bevorstehen. Im „Oberschl. Tgbl." lesen wir darüber:
Es heißt, daß man beabsicl)jtige, die 21 Eisenbahndirektionen aufzuheben und dafür 5 Generaldirektionen einzusetzen. An Stelle der Direktionen treten Institute, die eine bet weitem geringere Zahl von Beamten beschäftigen, als die Direktionen. Bezügliche Erhebungen sind, wie wir erfahren, im Gange.
Tas „Oberschl. Tgbl." erscheint in Kattowitz, dem Sitze einer der 21 Eisenbahndirektionen.
— Nach der Uebersicht der Reichseinnahmen und -Ausgaben für das Rechnungsjahr 1899 betrug der nach Maßgabe des Gesetzes vom 8. Tezember 1889 zu berechnende Anteil des Reiches an dem Reingewinn der Reichs bank 19 133 534.06 Mk., gegenüber dem Etatsoll mit 9152 000.00 Mark, somit mehr 9 981534.06 Mk. An Steuern von den durch entsprechenden Barvorrat nicht gedeckten Banknoten, (§ 9 und 10 des Bankgesetzes vom 14. März 1875) wurden vereinnahmt 2 891 611.92 Mk., gegenüber dem Voranschlag mit 637600.00 Mk., somit mehr 22v4011.92 Mk. -rie Gesamteinnahme des Reiches aus dem Bankwesen gegen-
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