worden, z. B. durch die Erwerbung KiautschouS seitens Deutschlands. Für die paar ermordeten Missionare habe die chinesische Regierung alle Genugthuung gewährt. Trotzdem habe Deutschland auf seiner Forderung, Land in China zu erwerben, bestanden und habe seinen Willen durchgesetzt. Andere Mächte seien diesem Beispiel gefolgt. China dürfe aber unter keinen Umständen weiteres Land abtreten. Ueber die Ermordung des deutschen Gesandten, Frhrn. v. Ketteler, sprach Lihüngtschang sein tiefstes Bedauern aus; alsdann bat er den Berichterstatter, als Deutscher seine persönliche Ansicht auszusprechen. Der deutsche Kaiser sei bekannt als ein Mann von raschem, energischem Handeln. Ob er (der Berichterstatter) wohl glaube, daß der deutsche Kaiser China den Krieg erklären werde?
Li erklärte im weiteren Verlause der Unterhaltung, er könne die bestimmteste Versicherung abgeben, daß weder Prinz Tuan, noch sonst ein Mitglied der Regierung etwas von dieser Ermordung gewußt hätten. Herr v. Ketteler sei nicht ermordet worden, weil er der deutsche Gesandte war, sondern er sei lediglich als Fremder ein Opfer Auf- rührischer geworden. Prinz Tuan und die ganze Regierung bedauerte ungemein diese abscheuliche That. Lihüngtschang bemerkte weiter, er tadele den Prinzen Tuan sowohl wie die Kaiserinwitwe und die ganze Regierung wegen Mangels an Energie bei der Unterdrückung der Boxer. Den Willen dazu habe die Regierung, aber sie sei jetzt nicht stank genug. Er hoffe, daß sich ein Ausweg finden werde, einen förmlichen Krieg der Mächte gegen China zu vermeiden und den Ausstand aus den Norden zu beschränken. Das Haupt der Zentralregierung sei jetzt Prinz Tuan im Namen des Kaisers. — Damit war die Unterredung beendet.
Nach einer Meldung aus Washington soll der Vormarsch auf Peking von den verbündeten Streitkräften bisher doch noch nicht angetreten sein. — Eine Tievtsiner Depesche des „Daily Expreß" besagt, daß die Chinesen am 1. August (s. o.) T i e n t s i n a n g r i f s e n, und daß es ihnen gelungen sei, nach sechsstündigem Kampfe einen Teil des Chinesenviertels zurückzuerobern, sich dort starke Stellungen zu sichern, von wo aus sie die Fremdennieber- laffungen beschießen. — Aus Tschisu wird gemeldet, die Chinesen hätten mehrere Forts von Tientsin wieder besetzt. — Shanghaidrahtungen zufolge bedroht eine starke, aus Boxern und kaiserlichen Truppen gemischte Streitmacht von Süden her die Verbindungslinie der vereinigten Kontingente. — Bei dem Kampfe am 30. Juli nördlich von Tientsin, bei dem 4000 Japaner beteiligt waren, verloren letztere 29 Mann.
Nach Meldungen aus Shanghai herrscht seit der Ankunft des Generals Li-Ping-Hen in Peking eine Schreckensherrschaft. Jede Begünstiguug der Ausländer wird mit dem Tode bestraft. Die Vizekönige Li- Hung-Tsckang, Lienkwungch und Tiang°si-tung find aus die Proskripttonsliste gesetzt.
Lord Seymour ist von Nanking nach Shanghai zurückgekehrt. — Aus einen Ausländer, der vor einer Veranda saß, wurden von Chinesen drei Schüsse abgegeben; die Kugeln durchbohrten das Buch, in dem der Ausländer las. — Chinesische Truppen gehen selbst aus den fremdenfteundlichen Provinzen durch den Kaiserkanal nach dem Norden ab.
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Aus Chabarowsk wird vom 3. August gemeldet: Aus Charbin und anderen an der östlichen chinesischen Eisenbahn liegenden Orten kamen infolge der von den Behörden getroffenen Verjügung aus Dampfern die Angestellten der Bahn mit ihren Familien an. Die Zahl derselben beläuft sich auf ungefähr 6000, darunter befinden sich 44 Verwundete und 35 Kranke. Die letzteren wurden im Militärlazarett untergebracht.
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Für die zahlreichen Verwandten und Freunde unserer nach Ostasien geschickten Offiziere und Soldaten dürfte eine .Zusammenstellung darüber von Interesse sein, wo sich augenblicklich unsere Schiffe befinden und wie es ihnen bisher auf der Reise ergangen ist. Dampfer Köln, der ein Ablösungskommando von 1500 Mann nach Kiautschou führte, das sich noch an den Kämpfen in und bei Tientsin beteiligen konnte, ist noch in den chinesischen Gewässern, wo er zu verschiedenen Dienstleistungeu ae- braucht wird. Die Mehrzahl der Ablösungstruppen befindet sich in Kiautschou, einige hundert in Tientsin. Die Dampfer Frankfurt und Wittekind haben nach einer wenn auch heißen so doch ziemlich freundlichen Fahrt Singapore erreicht und sind jetzt auf der Fahrt nach Hongkong. Dampfer Preußen, der das Vorbereitungskommando trägt, das sich in Genua einschiffte, blieb von Stür- -neu verschont und wird in diesen Tagen in Colombo eintreffen. Dampfer Gera hat mit drei Torpedobooten Gibraltar passiert irnb wird sich jetzt auf der Höhe von Tunis befinden. Dem bösen Wetter im Kanal und der Biscaya ist er davongefahren. Die Dampfer Batavia, Halle und Dresden werden jetzt vor der Straße von Gibraltar sein und können leicht noch von einem kleinen „Schwänze" bes Unwetters erwischt worden fein. Die Dampfer Sar- dinia und Straßburg fiuo jetzt an der portugiesischen Küste und werden uwhl in den letzten Tagen noch etwas von dem unfreundlichen Welter abbekommen haben. Die Dampfer Rhein und Adria sind wohl im Kanal als auch in der Biscaya tüchtig geschüttelt worden. Sie waren gerade im Kanal, als die englischen Postschiffe wegen Sturtnes nicht auslaufen konnten. Auf diesen Booten dürfte reichlich dem Seegott geopfert worden sein. Die Dampfer H. H. Meier und Phönicia bekamen gleich bei ihrer Ausfahrt einen gründlichen Vorgeschmack von dem, was sichl die yöorbsee bisweilen leistet, und passieren jetzt bei starkem Winde den Kanal. Wenn Straßburg, Sardinia, Rhein, Adria, H. H. Meier und Phönicia gleich zu Aufang die Unbilden der Sckflffahrt erfahren haben, so sollen ihre Insassen sich das nicht leid sein lassen, denn sie werden nun hoffentlich gegen allbs, was noch folgen kann, so pb gehärtet sein, daß ihnen die nachfolgende Reise nur umsomehr Vergnügen machen wird. Unsere Transporte bilden
jetzt 'eine langgezogene Linie vom Kanal bis zur Mitte fdes Mittelmeeres, vor ihnen aber befindet sich dann eine ganze Reihe von Kriegsschiffen. Von ihnen ist der Fürst Bismarck am weitesten und muß jetzt bald in Singapore sein. Dann folgen ^wei kleine Kreuzer und nach diesen das Panzergeschwader, das sich jetzt Colombo nähert und hinter ihm noch ein kleiner Kreuzer. In Summa befinden sich auf allen diesen Schiffen 15 000 Deutsche. Die Panzer-Division kann erst am/1. bezw. 3. September vor 'Kiautschou bezw. Taku sein.
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Telegramme des Gieheuer Anzeiger-.
Berlin, 7. August. Von den 10 Dampfern, die das aus 13000 Mann bestehende deutsch-ost asiatische Expeditionskorps befördern und in den Tage vom 27. Juli bis 4. August in Bremerhaven abgegangen sind, haben die ersten Schiffe bereits Gibraltar hinter sich. Während die aus den Dampfern „Frankfurt" und „Wittekind" eingeschifften beiden Seebataillone nach Kieler Meldung Taku etwa am 17. August erreichen werden, dürfte von den in den letzten sTagen abgelaffenen Schiffen der erste Dampfer am 7. September in Taku anlangen. Die letzten dürsten am 19. September bei Taku eintreffen, so daß an diesem Tage alle deutschen Truppen aus chinesischem Boden versammelt sein dürsten.
Hamburg, 7. August. Die russische Regierung charterte zum Truppentransport nach China den Sloman- Dampser „Pisa", der bereits gestern abend nach Odessa in See gegangen ist.
Loudon, 7. August. Ein Telegramm der „Daily Mail" aus Shanghai meldet, daß der Gouverneur von Shantung von chinesischen Boxern ermordet worden sei.
London, 7. August. Die Bestätigung der Meldung, daß die Chinesen am Peitsang-Fluffe, 15 Kilometer von Tientsin, zurückgeschlagen worden sind, ist zwar noch nicht eingetroffen, doch zweifeln die Blätter nicht an der Richtigkeit dieser Meldung. „Morning Post" glaubt, daß die Be- sreiung der Gesandten nahe bevorsteht. — Dasselbe Blatt meldet aus Washington: Der chinesische Gesandte habe der amerikanischen Regierung erklärt, er sei überzeugt, daß der Kaiser von China nachgeben werde und daß diese Niederlage der Chinesen der letzte Akt des Trauerspiels sei. Mac Kinley glaubt, der Kaiser von China werde nun ohne Vorbehalt die Bedingungen für die amerikanische Vermittelung annehmen.
London, 7. August. „Daily Expreß" meldet aus Shanghai, Lihüngtschang habe den fremden Konsuln amtlich erklärt, daß die Gesandten Peking am Freitagnachmittag verlassen hätten und nach Tientsin unterwegs sei en. Die Konsuln schenkten dieser Nachricht keinen Glauben. Der General Tung- Fu-Siang soll den Befehl erhalten haben, sich der Gesandten zu bemächtigen und sie zwangsweise nach Tientsin zu bringen.
London, 7. August. Uebereinstimmende Nachrichten aus Tschsifu melden ben Antritt des Vormarsches der Verbündeten auf Peking. 15 000 Japaner rücken angeblich in Eilmärschen vor und dürften, wenn die Eroberung der befestigten chinesischen Stellungen am Peitsang ohne lange Zeitverluste gelingt, Ende dieses Monats vor Peking eintreffen. Bei Peitiang soll es gelungen sein, die Haupt- befestigungen der Chinesen zu stürmen.
London, 7. August. Das Auswärtige Amt veröffentlicht folgendes Telegramm des englischen Konsuls in Trentsin doch 4. August viL Tschisu vom 6. August: DerVormarschderverbündetenTruppenhat heute begonnen, aez. Karels.
London, 7. August. Der hiesige chinesische Gesandte hat dem Auswärtigen Amt nachstehendes Telegramrn vom 30. Juli, welches er vom Tsung li Namen erhalten hat, zugestellt. Sämtliche fremden Gesandten befinden sich bei guter Gesundheit. Lebensmittel sind den Gesandtschaftenmehrfachzugesteckt worden. Die Gesandten und die chinesischen Behörden unterhalten freundschaftliche Beziehungen.
Paris, 7. August. Nach, einer Privatmeldung aus Tschifu war der am Sonntagmorgen unternommene /Vormarsch einer ans 4000 Russen und Japanern bestehenden Kolonne gegen Norden dadurch veranlaßt, daß man sichere ZtUndschafl von einem Urngehungs-Manöver erhielt, das der chinesische General Ma ins Werk gesetzt hatte. Thatsächlich waren in allen Kornfeldern längs der Straße Chinesen verborgen. Ihre Infanterie schoß aber schlecht. Das Endresultat der Bewegung ist noch unbekannt.
Der Krieg in Südafrika.
Daö Reutersche Bureau meldet aus Paardekopvom 5. ds.: Eine von Standerton kommende britische Truppenabteilung überraschte das Burenlager am Klippriver und zerstreute die 300 Mann zählende Abteilung. .
Die in Lourenzo Marques beschäftigten Zollbeamten und die Eisenbahnangestellten haben ihre Entlassung eingereicht. Sie wurden durch Offiziere ersetzt.
Nach Meldungen aus Kapstadt soll das Hauptkorps der Buren unter Dewet bei Reitzburg vollständig umzingelt sein.
Die Burendeputation ist in Brüssel eingetroffen, die Mitglieder treten lediglich als Privatpersonen auf.
Politische Tagesschau.
Der „Reichsanz." veröffentlicht das am 10. Juli d. I. vom Staatssekretär der Vereinigten Staaten von Amerika und dem deutschen Botschafter in Washington unterzeichnete d e u t s ch - a m e r i k a n i s ch e H a n d e l s a b k o m m e n im Wortlaut. Die „Nordd. Allg. Ztg." fügt hinzu, daß dieser Text gegenüber der vor kurzem gebrachten Meldung über den Inhalt des Abkommens nichts wesentlich neues enthält. Während die Union die Frankreich und Italien eingeräumten Zollvergünstigungen jetzt auch uns zugesteht, haben, wir der Einfuhr aus den Vereinigten Staaten den Fortgenuß unseres Konventionaltarifs für die Dauer des
Ausland.
Paris, 6. August. Der internationale Studenten ko ngreß wurde Samstagnachmittag in der Sorbonne eröffnet. Der Kongreß hob sofort die Sitzung auf zum Zeichen der Trauer über den Tod des Königs .Humbert.
* Paris, 6. August. Es gelingt nicht, einen Mitschuldigen Salsons zu finden. Der gestern verhaf-
Abkommens belassen. Der amerikanischen Regierung ist: eine Zusage hinsichtlich/ der Untersuchung von getrocknetem und gedorrtem Obst gemacht worden, weil sich nach den über die San Jose-Schildlaus gesammelten Erfahrungen ergeben hat, daß sich nach der Dörrung oder dem Trocknen von Obst der Schädling in lebensfähigem Zustande nicht mehr darauf vorfindet und daß daher nach sachverständigem Urteil die Einschleppung des Insektes durch derartige Waren nicht zu besorgen ist. Die Frage der Berechnung des Zuschlagszvlles für deutschen Zucker und unsere Beschwerde über das Zollabfertigungsverfahren in den Vereinigten Staaten sind in dem Abkommen nicht berührt. Letztere sind durch den deutschen Botschafter in Washington der amerikanischen Regierung mitgeteilt worden, die sie ihrerseits wieder dem für Abänderungen der Zoll-Gesetzgebung zuständigen Kongreß vorgelegt hat. Wegen der Berechnung der Zucker-Zuschlagszölle schweben z. Zt. noch besondere Verhandlungen, die ein unseren Wünschen entsprechendes Ergebnis erhoffen lassen.
Wenn die Italiener, die von Viktor E man ueIIII. E Einleitung einer neuen Aera erhoffen, geglaubt haben outen, daß er bereits in seiner ersten Proklamation an ein Volk Andeutungen Darüber machen werde, so haben re sich getäuscht. Die gestern abend von dem neuen Könige erlassene Proklamation gleicht fast vollständig derjenigen, welche sein Vater vor 22 Jahren bei seiner Thronbesteigung erlreß. In derselben hieß es wörtlich:
In diesem Momente ist nur der einzige Trost möglich: uns seiner würdig zeigen, ich, indem ichin seine Fußstapfen t'rete, ihr, indem ihr bei den Bürgertugenden' verharrt, mit deren Hilfe er das schwierige Unternehmest zu vollbringen vermochte, Italien groß und einig zu machen. Ich werde seinem großen Beispiele der Anhänglichkeit an das Vaterland, der Liebe zum Fortschritt und des treuen Festhaltens an den freien Institutionen, die der Stolz seines Hauses sind, folgen. Mein Ehrgeiz wird sein, die Liebe meines Volkes zu verdienen. Italiener! Euer erster König ist tot! Sein Nachfolger wird Euch beweisen, daß die Institutionen nicht sterben. Stehen wir einig zu- sastimen ! Befestigen wir in dieser Stunde des großen1 Schmerzes jene Eintracht, die stets das Heil Italiens war.
Genau so spricht sich! Viktor Emanuel III. aus, indem er sagt:
/,Jch fühle, daß es meine erste Pflicht sein wird, den väterlichen Bahnen und seinen Tugenden als König und erster Bür'ger Italiens zu folgen. . . . Möge Gott mir helfen und die Liebe meines Volkes mich stärken, damit sich! meine gesamte Fürsorge als König dem Schutze der Freiheit und der Verteidigung der Einheit widmest kann, welche durch unlösliche Bande zum Heile des Vaterlands vereinigt sind." -
Daß es in Italien Leute giebt, die die Freiheit vernichten möchten, ist leider nicht zu leugnen, aber die Einheit Italiens ist doch ernstlich! nicht bedroht. Hier kann nicht der Schwerpunkt einer neuen Regierung liegen, die eine Besserung der arg verfahrenen Zustände Italiens anstrebt. Ihr ganzes Streben sollte vielmehr auf eine Förderung der wirtschaft! ichenVerhältnisse gerichtet sein, womit allerdings eine Pflege des Militarismus und die Verfolgung einer Großmachtpolitik in der bisherigen Meise unvereinbar ist. Davon steht aber nichts in der Kundgebung des neuen Königs. Man wende nicht ein, daß ein neuer Herrscher nicht schon in der Proklamation beim Antritte seiner Regierung ein neues Regierungs-Programm verkünden könne, denn Kaiser Friedrich III. hat dies mit großem Erfolge gethan. Freilich muß der Thronfolger schon ein bestimmtes Regierungs-Programm besitzen, wenn er ein solches sofort beim Antritte der Regierung soll verkünden können.
Deutsches Reich.
Berlin, 6. August. Die Ankunft des Kaisers auf Bahnhof Wilhelmshöhe erfolgte am Samstag, abends 7 Uhr 55 Min., mit Sonderzug von Koburg, wo der Kaiser der Beisetzungsfeier für den verstorbenen Herzog Alfred» beigewohnt hatte. Um 7 Uhr 40 Min. abends trafen in drei Equipagen die Kaiserin mit den Prinzen und der Prinzessin Viktoria «auf dem Bahnhof ein, um den Kaiser zu empfangen,
— Heute fuhr der Kaiser nach Bielefeld (s. bes. Artikel) und kehrte heute abend nach Wilhelmshöhe zurück.
— Prinz Heinrich ist in Schloß Wilhelmshöhe zur Meldung beim Kaiser eingetroffen. Heute mittag trat der Prinz von Kassel aus die Reise nach Italien an, um den Kaiser bei den Beisetzungsfeierlichkeiten für König Humbert zu vertreten. In seiner Begleitung befinden sich auf .Befehl des Kaisers: Der persönliche Adjutant des Prinzen- Admirals, Korvetten-Kapitän von Witz leb en, der Hofmarschall Vize-Admiral Freiherr von Seckendorfs, und ferner der Generalleutnant z. D. von Engelbrecht und der Flügeladjutant des Kaisers Oberstleutnant von Jacobi vom' Großen Generalstabe der Armee. Die beiden letzten Herren waren seiner Zeit als Militärattachees bei der kaiserlich deutschen Botschaft in Rom kommandiert. Prinz Heinrich soll außer der allgemeinen persönlichen Kondolenz dem König Viktor Emanuel ein Handschreiben des Kaisers überbringen. — Wie aus Rom gemeldet wird, ist Kontreadmiral Dibrocchetti zum Ehrendienst bei dem Prinzen Heinrich während dessen Aufenthalts in Italien kommandiert und wird dem Prinzen bis Luino entgegenreisen.
— Staatssekretär Graf Bülow ver-ichtet auf regelmäßigen Sommerurlaub und geht nur für ein paar Tage mit einem Teil des Beamtenpersonals, darunter mehrere Chiffrierer, nach Norderney. Heute hatte der Staatssekretär eine Besprechung mit dem russischen und dem englischen Botschafter.
Stuttgarts. August. Forstdrrektor v. F i s ch b a ch, früher Professor an der Akademie in Hohenheim, ist im! Alter von 73 Jahren g e storben.


