das
' r e b- März. Guten Nachrichten zufolge trat in dem Vorrnarsche der Engländer auf Bloern- ' 0 " l e i n eineStockungein. General French, welcher nut feiner Kavallerie bereits am 28. Februar gegen Bloern- Vorrücken sollte, ist daran durch die Division de Wett gehindert worden. Ebensowenig rücken die englischen Divisionen Gatacre, Clements und Brabant vor, während General Buller durch die Pässe der Drakenberge festgehal- den wird. Die Kriegslage besserte sich somit in den letzten Tagen zu Gunsten der Buren, welche die nötige Zeit zur Befestigung ihrer Positionen finden.
in der Kommission der Etat des Pensions- und Jnvaliden- sonds zur Beratung.
~ T^r Herzog von Veragna hat heute mitta» nut den übrigen Herren der spanischen Gesandtschaft Berlin verlassen, und sich zum Besuch des Prinzen Albrecht nach Braunschweig begeben.
„ . Beck-Heidelberg (nT.) schließt sich namens seiner Partei dem Anträge Pachmcke an, und wünscht eine reichsgesetzliche Regelung des Vereins, und Versammlungsrechts.
, ^iolle (Soz.) schildert die VerhLltniffe unter dem Vereins- wachsen, ebenso Abg. Herzfeld (Soz.) für Mecklenburg, speziell 'n Wismar. Er erzählt, wie bort das Vereins- und Versammlungsrecht gehandhabt werde, Auflösungen ohne haltbaren Grund vorgenemmen, ^okalmhaber chikaniert, mit Konzessionsentziehung bedroht, mit Polizei- strasen bedacht würden u. s. w.
r Abg. Beckh-Koburg (frs. Vp.) plaidiert ebenfalls für Berücksichtigung der Petition.
Abg. Baudert (Soz.) schildert die Handhabung der Vereinsund Versammlungspolizei im „Staate Schillers und Goethes", im Großherzogtum Sachsen-Weimar.
Abg. Büsing (nl.) verwahrt die Nationalliberalen Mecklenburgs gegen den vom Abg. Herzield gemachten Vorwurf, mit dem Junkertum zusammenzugehen. Zwischen der bockigen hochkonservativen Partei und ven Nationalliberalen bestehe in der mecklenburgischen Vckfaffungsfrage em tiefer R,ß. Dieser werde auch solange bestehen, bis die mecklen. burgrsche Verfaffungsfrage gelöst sei.
Abg. von Treuenfels (kons) stellt es in Abrede, daß in Mecklenburg es jemanden gebe, der den Arbeitern das Koalitionsrecht verkümmern wolle (lautes Gelächter links).
Nach einer kurzen Entgegnung des Abg. Büsing (nl.) wird lieber» Weisung der Petition zur Berücksichtigung beschlossen.
Eine Petition um Einführung des Befähigungsnachweises im Bau- soll nach Vorschlag der Kommission zur Berücksichtigung bezw. als Material überwiesen werden. ö 8
Abg Frohme (Soz.) führt aus, Unfälle im Baugewerbe seien im allgemeinen nicht die Folge von Unkenntnis, sondern vielmehr von Gewinnsucht. Angesichts der Verantwortlichkeit, um die es sich in solchen Dmgen handle, könne man aber doch einer Prüfung durch eine staatliche Kommission zustimmen, aber nicht durch Jnnungsorgane, wie es hier verlangt werde. Deshalb 'bitte er, diese Petition abzulehnen, »•„k e rk69zflcl;3$?retnet (Antis.) und Pauli-Potsdam (Antis.), sowie Bindewald (Antis.) sprechen sich für den Befähigungsnachweis für das ganze Handwerk, namentlich aber für das Baugewerbe, aus.
) ist der Ansicht, daß, wenn der Befähigungsnachweis Gesetz werde, das gerade für das platte Land große Schwierigkeiten und Verteuerung des Bauens zur Folge haben werde.
'S.\ocBer, (Zentr.) polemisierte gegen die Sozialdemokraten. Saugeroette auä ” ftir den Befähigungsnachweis im
antrag^ g?mäß^"^ Debatte beschließt das Haus dem Kommissions» Sefunß der Konsulargerichtsbarkeit, Rechnungs- sachen, Reichsschuldenordnung, Petitionen.
Schluß gegen 6 Uhr.
London, 7. März. Ein Telegramm aus Ost f o n - LV QaM nx ^ert.V tiom 3- berichtete Wir tenneti
h ’scnau- e§ scheint aber, als ob
* s'ch ^sachlich vermehre. Ein furchtbares Un- Wetter entlud sich gestern, wodurch die Wege teilweise unpassierbar gemacht worden sind. T-er Orkan richtete großen Sck-aden an. Der Regen war im übrigen aber für die Entwickelung der Weideplätze von Nutzen. - Infolge der Marschandenrng unserer Truppen zur Verfolgung Cronjes befanden sich dieselben während sechs Tagen ohne Proviant, und mußten sich daher mit halben Rationen, getrocknetem Gemüse und Konserven begnügen.
Brüssel, 7. März. Die Transvaal-Gesandtschaft betont nochmals, daß die Garantie der Unabhängigkeit der beideuBureustaatendie erste Vorbedingung jeder Friedens- Vermittelung bilden muffe. Anderenfalls feien die Bnren ent- schloffen, alle Städte zu zerstören, das Land in eine Einöde zu verwandeln und schließlich auszuwandern.
Wie wir bereits früher voraussagten, so kann es nun event. kommen: im Falle des Unterliegens der Buren steht England vor Blut und Leichen, vor einem verwüsteten Land einem Trümmerhaufen! Und zum dritten Male räumen dann die Buren diesem entsetzlichen Schachervolke ihre Heimat und ziehen m die Fremde! Noch ist es nicht so weit, aber eS kann so kommen! Und niemand kann helfen, das ist Beschämende für alle Kulturvölker der Welt!
Den Geschworenen wird die Schuldfrage aus 6 177 be5 Str.-G. gestellt. Im Fall der Verweigerung ist die wettere Frage aus § 176 des Str.-G. formuliert mit der Nebenfrage, ob mildernde Umstände vorliegen.
Staatsanwalt Zimmermann plaidierte für schuldig, und tritt ganz entschieden dafür ein, dem Angeklagten die mildernden Umstände zu versagen.
Der Verteidiger Rechtsanwalt En gisch bestreitet, daß es sich hier um einen Notzuchtsversuch handelt, sein Klient s« höchstens schuldig einer Beleidigung. Sollten die Ge- fthworenen jedoch der Ansicht sein, daß der Angeklagte ein Delikt gegen die Sittlichkeit begangen habe, so seien ihm. doch mildernde Umstände nicht zu versagen.
Der Spruch der Geschworenen lautet auf schuldig aus § 176 des Strafgesetzbuches. Mildernde Umstände wurde« verneint.
Herr Staatsanwalt Zimmermann beantragte darauf eine 2jährige Zuchthausstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren.
Der Verteidiger plaidierr auf das gesetzlich zulässige Niedrigste Strafmaß von 1 Jahr Zuchthaus. Demgemäß erkannte auch der Gerichtshof und rechnete dem Angeklagten 6 Monate der erlittenen Untersuchungshaft auf dft Strafe an. Zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte sah sich der Gerichtshof nicht veranlaßt.
Dem deutschen Kaiser.
Als ich ein Kind war, sah ich Deutschlands Macht: Ich sah aus uns'res Wasgaus Waldverstecken Franzosen flüchten aus der Wörther Schlacht.
Nun ward ich Mann, und machte weit mein Feld, O Kaiser, und ich sehe mit Erschrecken: — Nicht mehr gebietet unser Wort her Welt!
Da unten kracht aus goldgeworb'nem Heer Geschütz auf niederdeutsche Bauernscharen und kracht sie nieder, wie Wenns Wildpret wär!
Wir sehen zu! Wir fitzen im Papier!
D'.e wir in Bismarcks stolzer Schule waren,
Wir sehen zu!---
Das Kaiser, klag' ich Dir!
Fritz Lienhard.
Deutscher Reichstag.
160. Sitzung vom 6. März. 1 Uhr. iar!eüa6e6orbnun9: @c,c6cn,routf bi, «°nsül.-g-richi,.
ES folgen Petitionsberichte.
Ucber eine Petition des Bundes deutscher o • •
detr. die einheitliche Gestaltung des deutschen Vereins und 9lU,^W8 bmgsrechts beantragt die Kommission Uebergang zu^ Taaesord!,u!l!?""'
Abg. Pachnicke (frs. Vg.) beantragt Uebe?roeifUng an kan-ler zur Berücksichtigung. Es entspreche nicht mehr dem Rechtsbewußtsein, daß „Frauenspersone n" an Politiken Vercknen gar politischen Versammlungen nicht teilnehmen ^dürflen. Dieser Rechts zustand fei umso unhaltbarer, als auch fachgewerbliche und so.lale -migungen ic. unter den Begriff der politischen Vereine fielen, sobald sie eine Einwirkung auf die Gesetzgebung erstrebten.
Telegramme des „Gießener Anzeiger".
London,?. März. Ein Telegramm aus M o d d e r - River vom 6. März meldet: Unsere Genietruppen sind un Begriff eine Brücke .über den Fluß bei Klipdrift zu schlagen. Wahrend mehrerer Tage waren wir damit beschäftigt, die Pferdeleichen, die von den Buren in den Fluß geworfen waren, aus demselben zu entfernen.
London, 7. März. Nach Meldungen aus Buren- Quellen befindet sich Präsident Stein im Bur enlaaer ber O st fo ntein. Im Falle einer Niederlage der Buren wird Stern sich nach Pretoria begeben, in Bloemfontein aber eine provisorische Regierung einsetzen mit der Ermächtigung, eventuell Friedensverhandlungen anzubahnen, ^t^o^don, 7 Marz. Eine Drahtrmg vom 5. ds be-
General Gatacre nahm heute mit Reiterei und K^schutzen emen Aufklärungszug in der Richtung auf ^o^.^erg vor Da er auj feinen Widerstand stieß, drang er vor, und nahm schließlich auch den Gipfel des Rooikop, ohne einen Schuß abzufeuern. Die Buren hatten ihre Kanonen in Sicherheit gebracht und die Bahngeleise fünf Meilen südlich von Stormberg teilweise zerstört. Die Be- setzung von Stormberg erleichtert den Vorschub gegen den Feind. Doch stehen die Buren noch südlich vom Oranjefluß und hatten am 5 noch keine der großen Brücken zerstört. franfceüorQ(arät 93uHer^ fanb in Ladysmith 800 Typhus-
Sondon, 7. März. DieTimes" veröffentlichen folgendes Telegramm aus Dordrecht von gestern: Am
s 6r m unferce Truppen den Feind zehn Meilen weit in der Richtung auf Aliwal North und machten vier Gefangene. Eine große Anzahl Rinder und Hammel sind
Hande gefallen Bei Chomanes Farm fanden sich die Reste eines Burenlagers und bei Bambus Oak zwei vom Feinde verlassene Wagen. Ein dritter Wagen, mit ..cunitivn und Lebensmitteln beladen, wurde noch an an- herer Stelle gefunden. Einer der gefangenen Buren er- narte, daß die Verluste derselben bei ihrem Rückzüge sehr ^beutend gewesen feien. Die Zahl des Feindes wird auf loOO geschätzt, wahrend unsere Truppen niemals die Zahl Don Ilvv überstiegen haben. Wir haben 1,3 Tote und 09 Verwundete.
- . heute vormittag die Vorträge
des Chefs des Milltarkabinetts von Hahnke, des Staats- fekretars Tirpitz und des Chefs des Marine-Kabinetts von Senden-Bibran.
-"T Der Kaiser hat, wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, den nachbenannteii Herren anläßlich ihrer Betei- Iigulig an der vorjährigen Friedenskonferenz im Haag folgende Auszeichnungen verliehen: Dem Professor Freiherrn von Stengel den Roten Adlerorden 3. Klasse, bem sprofeHor Zorn den Roten Adlerorden 3. Klasse mit öer schleife und dem Marineattachee bei der Pariser Botschaft Kapitän zur See Siegel den Kronenordeii 2. Klaffe.
~ Kommission des Reichstages hat heute Vor- Bericht über das Schlachtvieh- und b e sch au g e se tz festgestellt. Die Regierungsvertreter erklärten nach demfelben, daß die Forderung emer formell gleichen Untersuchung des ausländischen un§ w Fleisches mit dem Verlangen des gänzlichen
Ausschlusses fremden Fleisches gleichbedeutend sei. In zweiter Lesung führte eine Kommission des Bundesrats s?y,?aI?-beJ den übrigen Paragraphen eine Einigung mit hp» Reir5“nbxten Regierungen wohl möalich erscheine, gegen ^L^^deru vorgeschlagenen Fassung (die bekannten ^^"^rderbote) lagen aber die allerschwersten Bedenken öor, und es sei fraglich, ob auf dieser Grundlage ein Gesetz ^mmen würde. Man möge den Bogen nicht zu
Spannen, )onft laufe man Gefahr, das Gesetz zu unb nichts zu erreichen. Nicht
Indern in unserem eigenen k^öhen Interesse seien mildere Bestimmungen an- gezeigt. Den größten Bedenken unterliege, daß nach Ab- ^uf des Jahres 1903 jede Fleischeinfuhr unbedingt ver- ^in solle. Die Gefahr einer Fleischleuerung werde AUxr^ein gehendes Einfuhrverbot naturgemäß erheblich verschärft. Es könne nur dringend gewarnt werden
• Januar 1904 ab in Aussicht genommenen Ein- suhrverbot zuzustimmen. Trotzdem fanden die bekämpften , ~ 5n 5.er /Budgetkommifsion des Reichstages stand b-^^o^-Checkvorlage zur Beratung. Der Unterausschuß der Kommission hat den Entwurf vorberaten und beantragt die Bewilligung der im Etat verlangten Summen. Doch soll der Postcheckverkehr ohne Gewähr ?r°” 3llJlen für. Einlagen und ohne Gebühren für Ein- und ^A?hlung eingerichtet werden. Die vorgeschlaqenen Zahlkarten, sowie die Einführung verschiedener Checksorten L eu Fortfällen. Die Anlegung und Verwaltung der soll bei der Reichsbank erfolgen mit der Maßgabe, daß die Bank an das Reich 3 pCt. unter dem Bankdiskont, Mindestens aber ein einhalb Prozent und höchstens 3 pCt. Ä!.UuN zu zahlen hat. Staatssekretär von Podbielski erklärt, die Vorlage sei ein Versuch den Geldverkehr zu verbessern, und den riesigen 7 Milliarden jährlich betragenden m^^hr zu vereinfachen. Die Erfahrungen mit dem w erfetyr in Oesterreich seien günstige gewesen. Der Vorschlag der Subkommission gelangt schließlich in etwas veränderter Form zur Annahme. Der Etat für die Einführung des Postcheckverkehrs int Reichspostgebiete wurde ??rauf unverändert angenommen mit der Maßgabe, daß die Einführung erst am 1. September 1900 erfolgt, und md}t' toie geplant war, bereits am 1. April. Morgen steht
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*• LerichtiMg. nckonHziale Btrft -)ch bt^tanlt mich auf die ich besondere
1. Es ist unw Hansen den Lome politisch sachlichen ft nobel geführt. Wal
„Ich kann bi hle Wschen 8nsf W beleuchten, we DaS soll !»r YMsch Ag ^^txat über be nnb bu DuM ^jeift gebrungen liefen Darstell Herr Leist der Einladung ferne Fortbleiben mi urteilen.-
Etwas andere r;, 2. nnft)a6r tote'6"
Wnf? qZ« ' oer Kaiser hat gestern der
bem Landrat von Stubenrauch folgendes Handschreiben zugehen lassen: Mit hoher Be- ^-Lung hat mich die Meldung, daß die Vertretung des Kreises Teltow fast einstimmig die Mittel zum Bau des ?/"ow-Kanals bewilligt hat, erfüllt. Gern spreche ich daher chnen und allen Mannern, welche mit klarer Einsicht und treuer Hingebung dieses Unternehmen, dessen Bedeu- 6,weit über das Gebiet des nächstbeteiligten Kreises hm ausragt, befördert haben. Meinen königlichen Dank aus Wilhelm geneigter Unb banf6arcr Markgraf und König
Lokales und Vrooin)ielles.
♦* Wie wir bereits meldeten, hat die Gr. Regierung die Znlaffung von Frauen als Hospitautinuen und Hörermne« an der Laudesuuiverfität genehmigt. Morgen werden wir Genaueres bringen.
** Oeffeiltliche Lesehalle. Im Monat Februar wurden 1588 Bände ausgeliehen. Von diesen Bänden Olimen auf: Illustrierte Zeitschriften 5Ö6, Erzählende titteratur 6o3, Jugendschriften, Märchen, Sagen 217, Vers- bichtungen 18, Geschichte und Biographieen 49, Länder- und Völkerkunde 51 Naturwissenschaft, Technologie 77, JcD- l bTe unb „Religion 11, fremdsprachliche Litteratur
r w<be ’ auf Männer: Handwerksmeister 255, akademisch Gebildete 14, Kaufleute 120, Beamte 10, Unterbeamte 74, Techniker, Schriftsetzer 99, Arbeiter, Tagelöhner 88, Diener, Burschen, Kellner 33, Lehrlinge, Gehilfen 232 Volontäre, Schüler 24, Studenten 68, Soldaten 3, zusammen 1021 Baude; auf Frauen: Ehefrauen, Witwen, ältere Unverhei- ratete 194, Gewerbetreibende 101, Dienstmädchen, Laus- frauen 22, Arbeiterinnen, Tagelöhnerinnen 58, Beam- tmnen 26, Pflegerinnen --7, junge Mädchen, Lehrmädchen Qß9« - 567 Bande. Nach auswärts wurden
36 Bande verliehen.
" Stadttheater. Erstes Gastspiel des Wiener Soubrettentheaters. „Bühne ohne Männer." I^^^enartiger Anblick war es, den gestern unser Stadttheater bot: Die Bühne besetzt von einer großen Menge uns fremder Gestalten, denen auch der Uneingeweihte sofort ansah, daß sie, wenn auch zum Teil in männ- licher Kleidung doch sämtlich der schönen Hälfte des ..censchengeschlechts angehörten, und alle diejenigen, die uns fonst auf unserer Bühne erfreuen, unter den ßu* fchauern im Parkett! Es war die „Bühne ohne Männer", welche auf ihrer Gastspielreise durch Deutschland, der ein viermonatlicher Besuch Hollands voranging, auch uns einen Besuch abstattet. Die Gesellschaft steht unter der Direktion des Herrn Gothov Grüneke, aus dessen Schulz alle die jungen Damen, welche gestern auftraten, auch hervorgegangen sein sollen, lieber die letzteren selbst sei zunächst ' un allgemeinen gesagt, daß sie sämtlich hübsche, frische, zum Teil reizende Erscheinungen sind, wie wir das von jungen
Ausland.
Wie«, 6. März. Der zweite Vizepräsident de- Aogeordnetenhauses, Dr. Lupul, legte sein Amt nieder.
, Prag, 6. März. Der Korpskommandant, Feldzeug- meifter Fabricius erließ an sämtliche Regimentskommandos einen Reservatbefehl, falls die Stadtbehörden Böh° mens die deutschen Zuschriften der Regiments- behorden zurückwiesen, die Intervention der Bezirkshauptmannschaft anzurufen.
Koustantiuopel, 6. März. Die aufständische Bewegung in Albanien und Macedonien ruft in hiesigen Regierungskeisen große Besorgnisse hervor. Man befürchtet, daß es im Frühjahr zum allgemeinen Ausstand kommt. Es sind umfangreiche Truppenverstärkungen ange- orbnet worden.
Schwurgericht.
w. Gießen, 7. März 1900.
HeiUe begann die Verhandlung gegen den verheirateten Hausburschen H e i n r i ch P h i l i P p i II. von Ruppertenrod, Zuletzt in Gießen in Dienst. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Engisch. Der Angeklagte ist wegen Sittlichkeitsvergehe« bereits mit 4 Wochen vorbestraft und gesteht zu, am ^5. November v. I. am neuen Viadukt an der Hammstraße Zu Gießen gegen die Wittwe Anton Valenti das Verbrechen eines Versuchs aus § 177 des St.-G. unternommen zu Huben. Der Angeklagte entschuldigt sich mit Trunkenheit, er wisse nicht wie er zu der That gekommen sei. Die That ist nach der Beweisaufnahme abends um 10 Uhr passiert.
Die Beweisaufnahme ergibt den Thatbestand der Anklage, daß der Angeklagte einige Glas Bier am Nachmittag, des Thattages getrunken hat, wird bestätigt, doch hat von einer besonders starken Angetrunkenheit des Philippi niemand etwas gemerkt.


