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Wiener Madeln auch nicht anders erwarteten Die Vertreterinnen der Hauptrollen aber leisteten geradezu bervor- raaendes in Spiel, Gesang und Tanz. 3n letzterer Beziehung zeichnete sich als Vertreterin der Solopartie in dem Gesangsballet besonders Frl. Volkmar aus, die ichon in der Offenbachschen Operette als Sergeant Belleroze 1 ehr gefallen hatte, und auch in „Ein Studentenstreich die Nolle des Studenten Fritz Rottmann brillant durchfuhrte. Als tüchtige Soubrette, was Spiel und auch Gesang betraf, lernten wir Frl. von Ehrenberg kennen, die in der „Ueber- listeten Scharwache" das Kammermädchen, und m dem „Studentenstreich" die erste Putzmacherin gab. Frl. Sylvia Vere zeigte sich in der Offenbachschen Operette als begabte Koloratursängerin, die gewiß eine Zukunft als Sängerin vor sich hat. Von den drei gestern zur Aufführung gelangten Einaktern gefiel, wie es schien, am meisten das Gesangsballet „Im Reiche des Jocus", das ui der Thal auch vorzüglich ausgeführt wurde, und, unterstützt durch die Dekoration und durch die prächtigsten Kostüme, einen herrlichen Anblick gewährte. Das Theater war ziemlich gut besetzt, zeigte aber doch noch genug Lücken, deren Ausfüllung am heutigen letzten Gastspielabend wir erhoffen wollen, sowohl im Interesse der Direktion Kruse- Helm, deren Streben nach Abwechslung in unserem The- «terrepertoire entschiedene Anerkennung verdient, als im Interesse der Direktion der „Bühne ohne Männer", welche bei der Größe ihres Unternehmens auf stärkere Kassen- crfolge angewiesen sein dürfte. Jedenfalls haben die Darbietungen des ersten Gastspielabends gezeigt, daß die Auffassung, der man in den letzten Tagen begegnen konnte, die „Bühne ohne Männer" sei wohl nur für männliches Publikum geeignet, vollkommen unberechtigt war. Der Besuch des heutigen letzten Gastspielabends sei deshalb «uch unseren Damen, jüngeren wie älteren, warm empfohlen.
** Stadttheater. Arn nächsten Freitag, dem 9. d. M. hak der jugendliche Held und Liebhaber unseres Stadt- thcaterS, Herr August Kirchhoff sein Benefiz. Derselbe gibt Lessings „Emilia Galotti" und spielt darin den ^.Prinzen von Guastalla".
**W. Die Generalversammlung des Detaillistenvereins, n>elche gestern abend im Caf« Ebel stattfand, war schwach besucht. ES wurde beschlossen, den Verein Einträgen zu lassen, außerdem wurde einer dementsprechenden Statutenänderung zigestimmt. — Zum Zwecke der eingehenden Berichterstattung für den alljährlich erscheinenden Bericht der Großherzogl. Handelskammer Gießen wurden für die einzelnen dabei in Frage kommenden Branchen des Detailhandels Kommissionen ernannt, deren Mitglieder mit dieser Aufgabe betraut werden sollen. — Infolge des schwachen Besuchs der Versammlung wurde beschlossen, zu der bevorstehenden Handelskammerwahl keine Stellung zu nehmen und es den einzelnen Mitgliedern zu überlassen, nach eigenem Ermessen zu wählen. Demnächst wird auf Veranlassung des Vereins, gemeinsam mit der Großh. Handelskammer, Hierselbst ein Vortrag von einem auswärtigen Redner über die hessische Steuer-Reform gehalten werden.
*• Berichtigung. Ihr gestriger Bericht über die rnttionalsoziale Versammlung enthält einige Unrichtigkeiten. Ich beschränke mich darauf, zwei Punkte richtig zu stellen, auf die ich besonderen Wert lege.
1. Es ist unwahr, daß ich dem Referenten Weinhausen den Borwurf gemacht haben soll, er hätte den volitisch sachlichen Kampf gegen die Nationalliberalen zu nobel geführt. Wahr ist, daß ich gesagt habe:
„Ich kann die Ansicht des Referenten nicht teilen, die Leist'schen Ausführungen deshalb nicht bis ins Detail zu beleuchten, weil genannter Herr nicht anwesend ist. Das soll vielleicht ein besonders nobles Verhalten sein; sirr politisch klug kann ich es nicht ansehen. Durch das Referat über den Leist'schen Vortrag im „Gieß. Anz." sind die Darstellungen des Herrn Professors in weite Kreise gedrungen, es ist deshalb dringend erforderlich, seine -schiefen Darstellungen ausführlich zu erörtern. Daß Herr Leist der heutigen Versammlung trotz besonderer Einladung ferngeblieben, ist nicht unsere Schuld; sein Fortbleiben zwingt uns, ihn in contumaciam zu verurteilen.-
Etwas anderes habe ich nicht gesagt.
2. Unwahr ist ferner, daß ich auf die Nationalliberalen „persönlich-maßlose Angriffe" gemacht haben soll. Ich habe die genannte Partei allerdings scharf üllgegriffen — das hat auch der „Gießener Anzeiger- kurz vor den letzten hessischen Landtagswahlen gethan —, ich habe Aich aber nicht mit einzelnen Personen beschäftigt.
PH. Scheidemann.
0 Mainz, 6. März. Im Fieberwahn hat sich heute vormittag der Türmer von St. Stephan aus rinem Fenster seiner etwa 100 Meter hoch gelegenen Würmer Wohnung in die Tiefe gestürzt. Der nur mit einem Hemde bekleidete Körper des unglücklichen, sechzig- whrigen Mannes schlug mehrmals auf, riß einige Schutz- " iretter mit in die Tiefe und fiel dann in den Pfarrhof von st. Stephan. Das Genick war gebrochen, und der Tod sofort -eingetreten. Trotz der Höhe des Absturzes war die Leiche ini allgemeinen nicht so verstümmelt, als man glauben iollte. Der auf so schreckliche Art um das Leben gekommene sagte, bevor er die That ausführte, im höchsten Fieber- Paroxismus zu seinem Sohne: „Jetzt stürze ich mich vom TuriW", und noch ehe der Sohn hinzueilen konnte, hatte kl Unglückliche seinen Worten die That folgen lassen.
Mainz, 6. März. Der frühere Unteroffizier Peter Ar nun vom 118. Inf. Regt, in Worms, jetzt in Frei- Teinheim wohnhaft, war heute vor dem Schwurgericht der Anstiftung zum Mordversuch angeklagt. Die Wirtin Mogtmann in Worms, bei der der Angeklagte verkehrte, hakte im vorigen Jahre wiederholt den Versuch gemacht, ’Kn Ehemann zu vergiften. Sie wurde deshalb auch zu zpen Jahren Zuchthaus verurteilt. In der Schwurgerichts- ttrtjanblung erklärte sie, daß Braun ihr die Giftmittel ver
schafft habe. Die Geschworenen verneinten die Schuldfrage, worauf das Gericht auf Freisprechung erkannte.
Frankfurt, 6. März. Im benachbarten Kleinkrotzen- burg zerstückelte die ledige Zigarrenarbeiterin Abt ihr neugeborenes Kind und vergrub es. Die Thäterin wurde verhaftet.
Vermischtes.
Bonn, 6. März. Ein Opfer feines Berufes wurde der zweite Assistent des hiesigen pathologischen Instituts, Dr. med. Theod. Sauer. Am vergangenen Freitag zog er sich bei der Sektion einer Leiche eine Blutvergiftung zu. Wiederholte chirurgische Eingriffe, um ihn vor den furchtbaren Folgen des Leichengiftes zu retten, blieben vergeblich, und gestern ist er in der Klinik gestorben.
Hannover, 5. März. Eine grauenhafte That hat hier eine an Wahnvorstellungen leidende Frau Braunschweig vollbracht. Ihr unfriedfertiges Wesen verleitete den Mann öfter, im Wirtshause länger zu verweilen, als gut war, und auch vorgestern kam er in trunkenem Zustande nach Hause. Als er am Morgen noch im Schlafe lag, holte die Frau ein Beil und spaltete ihm den Kopf, brachte ihm auch an Hals und Schultern noch Wunden bei. Darauf erdrosselte sie ihr einjähriges Kind, dann schnitt sie ihrem vierjährigen Knaben den Hals durch, und schließlich sich selbst. Tiner Flurnachbarin fiel es auf, daß am Morgen in der Nebenwohnung vollständige Stille herrschte, während sonst Braunschweig um 6 Uhr nach der Gasanstalt ging, in der er arbeitete. Die Nachbarin schickte zur Polizei, und als geöffnet wurde, fand man in der Küche die Leiche des jüngsten Knaben, in der Kammer die des altern, daneben die Mutter, die das Messer noch in der Hand hielt, im Bett die Leiche des Mannes. Not konnte der Beweggrund zu diesem dreifachen Mord und Selbstmord nicht gewesen sein, denn der Mann hatte gutes Auskommen, und sorgte für feine Familie, obgleich die Frau ihm den Aufenthalt in feinem Heim verbitterte. Der Mann war 34, die Frau 30 Jahre alt. Die Unverträglichkeit der Frau soll nach einer Erkrankung an der Grippe noch eine Steigerung erfahren haben.
* Leipzig, 6. März. Der Wirtschaftsgehilfe Markwitz, welcher versucht hatte, den Rittergutsbesitzer Berndt zu vergiften, und deshalb zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, hatte Revision beim Reichsgericht angemeldet. Die Revision wurde jedoch als unbegründet verworfen. Dadurch ist das Urteil rechtskräftig geworden.
* Dresden, 5. März. Unter der Spitzmarke „Christliche Gottlosigkeit" schreibt der „Vorwärts": „Das fgl. „Dresdener Journal", das sich laut gerichtlicher Entscheidung beamteter Redakteure erfreut, bringt folgenden Nachruf:
Am 9. dss. Mts. verschied der langjährige Vorstand unseres 6. Kreises, Herr v. E. Derselbe hat den Interessen des Vereins allezeit mit hingebender Treue und hohem Verständnis gedient. Waidmannsdank folgt ihm in die ewigen Jagdgründe. Dresden, den 13. Februar 1900. Der Landesverein Königreich Sachsen im allgemeinen deutschen Flottenschutzverein.
Vermutlich handelt es sich bei diesem Nachrufe um eine Annonce, für deren Aufnahme die Redaktion des „Dresdener Journal" kaum verantwortlich gemacht werden kann. Immerhin ist diese Ausdrucksweise recht geschmacklos.
• Konstanz, 6. März. Der Baseler Schnellzug entgleiste zwischen Hegne und Reichenau. Die Reisenden wurden durch einen Hilfszug abgeholt. Verletzt ist niemand.
* Paris, 5. März. Die „Lanterne" meldet, daß vor einigen Tagen in einem französischen Kriegshafen sieben Torpedos unter dem Einflüsse der atmosphärischen Elektrizität explodiert feien. Man habe die dadurch entstandene Erschütterung für einen Doimerschlag gehalten und erst nach einiger Zeit die eigentliche Ursache des Knalles feftgestellt.
Kunst und Wissenschaft.
Berlin, 6. März. Der „Lok. Anz." veröffentlicht eine Unterredung mit Professor Nansen, der sich dieser Tage hier aufhielt Hebet Andree und seine eventuelle Wiederkehr befragt, äußerte Nansen, er habe am längsten gehofft; doch jetzt habe er alle Hoffnung aufgegeben. Er halte es für ausgeschloffen, daß Andree und seine Gefährten noch am Leben seien. Wäre das der Fall, so hätte unbegingt eine Nachricht uns erreichen müssen. Wenn überhaupt, so werde man nur ihre Leichen finden. Trotzdem halte er den von Andree eingeschlagenen Weg für durchaus gangbar.
Berlin, 6. März. Der Barbier von Bagdad, Cornelius' Oper, soll nunmehr endglltig anfangs April im Königlichen Opernhause zum erfienmale aufgeführt werden.
Berlin, 6. März. Frithjof Nansen ist auf der Durchreise nach Brüssel hier eingetroffen und im Hotel Kaiserhof abgestiegen.
Berlin, 6. März. Dem am Sonntag beschlossenen Protest der Künstler und Schriftsteller gegen die lex Heinze hat sich nun auch der 85jährige Meister Adolf Menzel angeschlossen.
München, 6. März. Ein von Künstlern und Schriftstellern eingesetztes Komitee veranstaltet morgen im Bürgerlichen Brauhaus eine öffentliche Versammlung behufs einer Kundgebung gegen die lex Heinze. 00
München, 6. März. „Wenn wir Toten erwachen" von Ibsen fand bei seiner gestrigen Aufführung durch die Münchener Litte- rausche Gesellschaft trotz ungleichwertiger Darstellung lebhaften Beifall.
Arbeiterbewegung.
O Mainz, 6. März. Die gestern hier in Ausstand getretenen Tüncher« und Malergehilfen haben das Gewerbegericht als V e r m i t t e- lungsstelle angerufen. Laut privater Besprechungen ist bei den Forderungen der Gesellen eine, auf welche die Meister unter keinen Umständen einzugehen erklären. Es ist die verlangte Festsetzung eines Mimmallohnes von 42 Pfg. per Stunde.
Erfurt, 6. März Gegen 200 Schneidergesellen sind heute in einen A u s st a n d eingetreten, weil die Arbeitgeber sich weigerten, einen
ihnen vorgelegten dreiklassigen Lohntarif anzuerkennen bezw dieserhalb mit einer Kommission zu verhandeln.
Wien, 6 März Der Unterausschuß des sozialpolitischen Ausschusses begann die Prüfung der Frage wegen der Verkürzung der Arbeitszeit im Bergbaubetriebe. Der Vorsitzende Bärnre ither betonte, der Ausschuß habe eine Frage zu entscheiden, die gegenwärtig den Gegenstand erbitterter Kämpfe in allen Kohlenrevieren Oesterreichs bilde. Er hoffe, daß man zu einer Lösung gelange, die den beiderseitigen Ansprüchen gerecht werde. Hierauf begann man die Verhandlung über die Gutachten der Sachverständigen.
Brüx, 6. März Der B e r g a r b e i t e r Bartl wurde gestern auf dem Wege zur Schicht von drei Männern mit Knütteln niedergeschlagen und schwer verletzt Zwei Thäter, ausständige Bergarbeiter wurden verhaftet
Grrichtssaal.
Augsburg, 5. März. (Ein gewaltthätiger Pfarrer.) Wegen vorsätzlicher und rechtswidriger Körperverletzung wurde der katholische Pfarrer Josef Müller aus Amzing vom hiesigen Landgerichte zu 100 Mk. Geldstrafe oder zehn Tagen Haft verurteilt. Derselbe hatte am 11. November vorigen Jahres in der Kirche von Ainzing den Schreinergesellen Hofberger wegen lauten Sprechens auf der Emporkirche die Treppe hinuntergeworfen, wobei Letzterer den Fuß brach Als straferschwerend kam in Betracht der Bildungsgrad des Angeklagten, sowie der Ort, an dem die That begangen wurde, als strafmildernd der Umstand, daß der Angeklagte durch das Sprechen des Kläger- und die dadurch herbeigeführte Störung des Gottesdienstes in einem gewissen Grade von Aufregung gehandelt hat.
Anfrage.
Wäre es nicht an der Zeit, hier eine allgemeine Vereinigung der Mieter größerer wie kleinerer Wohnungen zu schaffen zur Wahrung ihrer Interessen, zum Schutze gegen unberechtigte Eingriffe der Vermieter, zur Erteilung von Auskunft u. s. w.? Auch in sozialer Beziehung konnte ein solcher Verband nur wohlthätig wirken. Sachkundige Vertreter aller Stände, die geneigt wären, die vorbereitenden Verhandlungen zu einer solchen Gründung zu führen, werden gebeten, ihre konvertierte Adresse im Briefkasten der Redaktion dieses Blattes anzugeben.
Dr......n.
Kriefimsten.
Civis, Mannheim. Der Name des Einsenders muß vor der Aufnahme der Redaktion bekannt sein. Giebts denn übrigens in Mannheim kein Blatt, das Sie mit dem „Gimpelfang", beglücken können? Die Gießener sind mindestens eben so schlau wie die Mannheimer. D. Red.
Ärmste Keldungm.
> Depeschen des Bureau „Herold".
Berlin, 7. März. Nach einer Blättermeldung aus Lissabon explodierte in einer dortigen Gesandtschaft der große Gasometer, wodurch 15 Personen schwer, und eine große Anzahl leicht verwundet wurde. Sämtliche umliegenden Gebäude wurden stark beschädigt, über hundert Fensterscheiben eingedrückt. Der Materialschaden ist bedeutend.
Berlin, 7. März. Wie dem „Berl. Tagebl." aus Braunschweig gemeldet wird, trafen die Herren der spanischen außerordentlichen Gesandtschaft gestern nachmittag daselbst ein. Heute findet zu Ehren der fremden Gäste Truppenschau und Festdiner statt. Morgen nachmittag erfolgt ihre Abreise nach München.
Wien, 7. März. Von unterrichteter Seite wird versichert, daß der hiesige päpstliche Nuntius Baliani vom nächsten Konsistorium zumKardinal ernannt werden wird.
Rom, 7. März. In einer Besprechung mit dem Kammervorsitzenden, die gestern vormittag stattfand, verstanden sich die Vertrauensmänner der äußersten Linken zu einem vorläufigen Verzicht auf lärmendeObftruktion bis zur Erledigung der schwebenden Verhandlungen über Abänderung der Abschnitte des Gesetzes-Distrikt, die von der Versamm- lungs- und Preß-Freiheit handeln. Rudini, Sonnino und Biancherie haben Abänderungen beantragt.
Paris, 7. März. Unter den vom Ministerrat zur Demission gezwungenen Beamten des Marine- Ministeriums befindet sich auch der Unter-Chef des Kabinetts, Savage, welcher der Vertrauensmann und die rechte Hand des Marineministers Lanessan gewesen ist. In politischen Kreisen ist man überzeugt, daß in dieser Angelegenheit eine ganze Reihe von Enthüllungen bevorfteht, und dieselben sich zu einem Skandal entwickeln würden, welcher ähnliche Machenschaften der Marine-Behörden zu Tage fördern dürfte, wie sie die DreyfuS-Affaire in der Kciegsleitung ans Licht gebracht hat.
Lex Heinze.
Berlin, 7. März. Eine weitere Prote st- Versammlung gegen die Lex Heinze findet am nächsten Freitagabend in der Philharmonie statt. Ein Komitee von etwa 50 Vertretern der Sitteratur, Kunst und Wissenschaft, wie auch des Buch- und Kunsthandels, welches gestern nachmittag bei Hermann Sudermann tagte, wird die Einladungen an die beteiligten Kreise versenden. Dem Komitee gehören u. a. an: Adolf von Menzel, Reinhold Begas, Gerhart Haupttnann, Ernst von Wildenbruch, Friedrich Spielhagen, Theodor Mommsen.
Berlin, 7. März. D i e deutsche Bühnen- g e n 0 f sen s ch a f t hat in ihrem Blatte auch bei ihren auswärtigen Lokal-Verbänden eine Protest-Versammlung gegen die Lex Heinze angeregt und zur Kundgebung dieser Proteste an die Berliner Zentrale Lur Weiterbeförderung aufgefordert.
Karl Bechsteio f.
Berlin, 7. März. Im Alter von 74 Jahren ist gestern der Geheime Kommerzienrat Karl Bechstein, der Begründer der weltbekannten Pianoforte-Fabrik hier gestorben.


