ländischen Blättern behauptet werden, daß die englischen Vorbereitungen in gradezu beklagenswert langsamer Weise vor sich gehen und daß nur die englische Unfähigkeit die andern Truppen, die auf das Vorrücken brennen, noch zurückhält, so würde in England ob solcher Beurteilung ein Sturm der Entrüstung ausbrechen. Was man nun zu den Angaben des. englischen Blattes sagen wird, darauf darf man gespannt sein. So wie die Dinge heute thatsächlich liegen, möchten wir wirklich glauben, oaß nur militärische, durch die Lage in Tientsin — also auch möglicherweise durch die Rückständigkeit des einen oder des andern Kontingents — bedingte Gründe den Vormarsch aufhalten; denn daß man sich durch die Jeremiaden Li-Hung-Tschangs und die Drohung mit der Ermordung der als Geiseln zurückgehaltenen Gesandten wird behindern lassen, ist um so weniger anzunehmen, als die Gesandten selbst, die doch sicher die besten Beurteiler ihrer Lage sind und kein Interesse daran haben, sich abschlachten zu lassen, auf das dringlichste den Vormarsch fordern. Wenn übrigens heute gewisse Vizekönige und der berühmte Taotai Tscheng nach, den letzten Depeschen offen erklären, man werde in Peking die Gesandten ermorden, wenn der Vormarsch nicht unterlassen würde, so sollte man diese Herrschaften doch sehr nachdrücklich darauf aufmerksam machen, daß auch sie ihren Teil der Verantwortung für ein solches Verbrechen zu tragen haben würden, wenn sie nicht in allem Ernste ihren ganzen Einfluß aufwenden, um ihrer Regierung die Folgen eines solchen Verhaltens klarzumachen. Angesichts der jetzt wieder cingetretenen Verzögerung wird es fast wahrscheinlich, daß amh unsere beiden Seebataillone, die heute Singa- pore verlassen haben, wenigstens^ schon an dem Zuge nach Peking werden Mitwirken können, denn in acht Tagen können sie sich in Tientsin befinden. Wie erinnerlich, besteht dieser Transport aus zwei über kriegsstarken Bataillonen zu je 1200 Mann, denen auch Artillerie beigegeben ist.
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Bei Aer Nachricht, daß nm 29. Juli in Peking H s u - tschingtscheng der frühere Gesandte in Rußland und ein anderer hoher Beamter auf Befehl der Kaiserin auf den Rat Lipinghengs enthauptet wurden, weil sie befürwortet hätten, daß man trachten solle, die ausländischen Mächte zu versöhnen, erinnert man sich hier, daß Hsu- tschingtscheng eine besonders russenfreundliche Persönlichkeit war, der durch,russischen Einfluß seinerzeit an die .Spitze der chinesischen Ostbahn und später auch in das Tsungliyamen befördert wurde. Nach einer Meldung des „Daily Expreß" aus Schanghai vom 3. August hätte Lihung- tschang als Vicekönig Tschilis einen Aufruf an die Boxer erlassen mit dem Befehl, -auseinanderzugehen, unter der Drohung, daß er andernfalls seine Heere gegen sie führen werde. Der Berichterstatter der „Times" bemerkt freilich zrh diesem Aufruf, er laufe thatsächlich auf eine Amnestie-Erklärung hinaus, falls die Boxer von den Ruhestörungen ablassen und heimkehren wollten. Lihung- tschang soll neuerdings drei dringende Berufungen nach Peking erhalten haben, sich in ziemlicher Verlegenheit befinden und ernste Krankheit vorschätzen. Nach einer Meldung der „Daily Expreß" aus Syanghai ging dort aus Nanking die Nachricht ein, Admiral Seymour sei bemüht, den Vieekönig Liukunyi zu bewegen, die Wusung- forts und die sonstigen Befestigungen am Jangtse auf die Dauer der gegenwärtigen Krisis au räumen, der Vicekönig habe versprochen, den Vorschlag zu erwägen, doch sei einstweilen seine Zustimmung wenig wahrscheinlich. Die „Times" bemerkt im Leitartikel, sehr viel hänge von dem Besuchs Seymours in Nanking und davon ab, ob der Admiral sich von Lius Ehrlichkeit überzeugen könne. Mittelbar! werde diese Begegnung auch dazu beitragen, die schwierige Frage der Zustimmung tzu der von Tschantschitung, dem Vicekönig des mittleren Yangtses, nachgesuchten Anleihe von 50 000 Pfund! zu entscheiden, der die „Times" habei wieder das Wort redet. Ueberhaupt sollte man sich im Gegensatz« Zu dem bisherigen Verfahren mit diesen mehr ats halb unabhängigen Vicekönigen grundsätzlich auf güten Fuß stellen.
Der „Daily News" wird aus Tientsin vom 25. Juli gemeldet, ein dort aus einer christlichen Ortschaft, zehn Meilen von Tientsin, eingetroffener Flüchtling berichte, daß 10 000 bis 15 000 chinesische Christen von kaiserlichen Truppen gemordet worden feien. — Wie Ritz aus Bureau meldet, erhielt Pastor Lvegstrup in Fredericia heute ein Telegramm aus Tschifu des Inhalts, daß es auch dem dänischen Missionar Bolwig gelungen sei, sich nach Korea zu retten und somit alle dänischen Missionare jetzt gerettet seien.
Wolffs Bureau meldet aus Tientsin vom 1. Aug.: Ein vom japanischen Gesandten abgeschickter Bote, der Peking am 26. Achgust verließ, berichtet, daß die Ursache der Einstellung der dortigen Feindseligkeiten der Abmarsch des Generals Tung mit seinen Truppen nach Peitsang sei. Der Generalgouverneur von Tschili habe die Wieder^- eroberüng der Takuforts und Tientsins durch Soldaten aus Shangtung und dem Süden beim Throne angeregt. Ein entsprechendes kaiserliches Edikt sei unter dem 24. Juli ergangen.
— Reuter meldet aus Shanghai vom 5. August: Lihungtschang beging Selbstmord. — Dasselbe Bureau meldet ferner: Die Chinesen haben die Damm- aufschüttung des Kanals durchstochen und das Land zwischen Tientsin und Peking unter Wasser gesetzt. 30 000 Boxers stehen 8 Meilen nördlich von Tientsin.
Rußland und die Mandschurei.
General Grodekow telegraphierte an den Krieasminister aus Chabarpwsk unterm 3. August: Heute früh8Uhr setzten die Kolonnen der Obersten Schwerin und Servianow bei Blagowieschtschensk auf das rechte Amur-Ufer Über, warfen die chinesischen Truppen mit großen Verlusten zurück und nahmen Saghalin, wobei viele Waffen, Mausergewehre und Patronen, sowie ein Geschütz erbeutet wurden. Der Dampfer Selenga hat unter dem Gewehrfeuer stark gelitten. Die transsejische Abteilung unter Oberst Pfotenhauer hat Aigun mit 12 Feldmörsern beschossen. Die Chinesen antworteten. Unsere Verluste betragen 6 Offiziere und 5 Mann tot, 15 Mann verwundet — Ein anderes Telegramm des Generals Grodekow aus Chabarowsk vom 2. August meldet dem Verkehrsminister, daß die zur Beförderung von Lokomotiven eingerichteten Amurdampfer sich auch als ausgezeichnet
Petersburg, 6. August. Die Stadt Aigun ist nach hartnäckigem Widerstande der Chinesen eingenommen und niedergebrannt worden. Der Feind wurde verfolgt und flüchtete in der Richtung nach Zizikar.
New-York, 6. August. Der „New-Aork Herald" veröffentlicht ein Telegramm aus Tschifu vom 5. August, worin berichtet wird, daß die verbündeten Truppen den Bormarsch am Sonntagmorgen begonnen haben.
Der Krieg Lu Südafrika.
Lord Roberts meldet aus Pretoria vom 3. August: General Know griff gestern die Buren auf dem Rhe- nosterkopje nördlich von Kroonstad an. Die Buren flohen und ließen 5 Wagen und einige Rinder zurück.— Bei Honigspruit, südlich von Kronstad wurde ein Eisenbahnzug, auf dessen Maschine die amerikanischeFlagge gehißt war, da der amerikanische Generalkonsul, Oberst Stowe, im Zuge reiste, von einer fliegenden Patrouille der Buren zum Entgleisen gebracht und in Brand gesteckt. Dabei wurden vier Mann getötet, und drei verletzt. Oberst Lord Algernon Lennox und 40 Mann wurden gefangen genommen, aber aus Ersuchen des amerikanischen Generalkonsul freigelassen.
General Botha und Präsident Krüger erließen eine Proklamation, in der sie sagen, sie würden für allen Schaden, den die Engländer den Farmen zusügten, Ersatz zahlen, wenn die Besitzer dieser Farmen bei den Kommandos blieben.
Ein Telegramm Roberts aus Pretoria vom 4. ds. meldet: Die Buren, welche einen Bahnzug südlich von Kroonstad zum Entgleisen brachten, setzten den Obersten Lennox wieder in Freiheit, nahmen aber zwei Offiziere gefangen. Die Buren werden durch berittene Infanterie verfolgt. 3 Buren wurden getötet, mehrere verwundet. — General Olivier flüchtete mit ungefähr 1500 Mann nach Bethlehmsberge. Er wies die Aufforderung PrinSloo's, sich mit seiner ganzen Streitmacht zu ergeben, zurück und sprach die Absicht aus, den Krieg fortzusetzen. Er nahm eine Stellung zwischen Harrismith und Newmarket ein und wird von Rundle verfolgt. 15 Gefangene, welche Jan Hamilton am 2. August machte, sagen aus, daß von ihren Kommandos nur Geschosse mit weicher Spitze gebraucht wurden. Die Verwundungen unserer Leute find demgemäß ernster Art. Er werde Botha Vorstellungen darüber machen.
Das Reutersche Bureau meldet aus Fouriesburg vom 3. August: Im Lager Hunters befinden sich 2500 Buren, in Hamiltons Lager 1500 Buren mit 9 Geschützen. Ursprünglich waren im Thale 5000 Buren. Diejenigen, welche entkommen sind, haben jetzt durch Abgesandte nach den Bedingungen gefragt, unter denen sie sich ergeben können. In den Lagern sind große Massen von Vieh. Die Wege sind auf eine Strecke von 20 Meilen durch Wagen gesperrt.
Ausland.
Stockholm, 5. August. Der König verlieh dem Lotsenchef Jantz en in Warnemünde die goldene Medaille fünfter Größe und zwölf Lotsen ebendaselbst je 25 Reichsmark als Belohnung für Rettung des Kapitäns und der Mannschaft des schwedischen Schoners „Christiane", welcher am 24. Oktober 1899 bei Warnemünde strandete.
Loudon, 5. August. Das Oberhaus nahm die Bill betr. die Marinereserve in dritte Lesung au.
— Der Schah von Persien gab, tote das Reutersche Bureau amtlich meldet, den Besuch Englands wegen dis Todes des Herzogs von Sachsen-Koburg-Gotha auf
— Der „Birmingham Post" zufolge wird Lord Salisbury nach den nächsten Parlamentswahlen nicht resignieren. Owar sei er dieses Jahr 70 Jahre alt geworden und habe schon lange gefühlt, daß er Ruhe gebrauche, aber er er- kenne nicht nur den Wunsch feiner Anhänger, sondern auch den Wunsch der Königin an, daß er am Ruder bleiben solle.
Deutsches Deich.
Berlin, 5. August. Wie aus Wilhelmshöhe gemeldet wird, ist der Kaiser gestern dort eingetroffen und von der Kaiserin empfangen worden. Auf der Fahrt von Koburg nahm der Kaiser den Vortrag des Grafen Bülow entgegen, der sich in Eisenach verabschiedete, um von dort nach, Berlin zurückzukehren.
— Der Kaiserin wurde bei der Ankunft in Wahlershausen von einer Dame ein prachtvolles Blumenarrangement überpeichi, das huldvollst angenommen wurde. Der Eingang zum Wilhelmshöher Schlosse war mit Gnirlanden, das Vestibül auf das herrlichste mit Blattpflanzen von der Königlichen Hofgärtnerer geschmückt. Dre Kaiserin begab sich nach! 10 Uhr mit den Prinzen und der Prinzessin in die Anlagen am Schlosse und verweilte dort längere Zeit. t ,
— Prinz Heinrich von Preußen, der stch tu Vertretung des Kaisers, zu den Beisetzungsfeierlichketteni des Königs Humbert von Italien nach Rom begtebt, wird heute auf Wilhelmshöhe eintreffen und reist Montagabend mit dem griechischen Kronprinzen nach Rom. ^ut Gefolge des Prinzen Heinrich, nehmen an den Betsetzungsfeierlichkeiten teil: Hafmarschall Viceadmiral Frhr. von S e ck e n d lo r f f und Korvettenkapitän v. W i tz l e b e n.
— Der „Nordd. Allg. 3tg." zufolge lautet das Antwort telegram m des Königs VtktorEm an ucls von Jta lien aus das Beileidstelegramm des
„Dein Telegramm hat Mich>tref gerührt und ist Mtr Beweis, daß Du auf Mich die brüderliche Freundschaft übertragen willst, die Du für Meinen trefflichen, so grausam hingemordeten Vater immer gehegt hast. Sem Andenken, das in unseren Herzen fortleben wird, mag die seit jeher unsere Völker einigenden festen Bande ebenso unabänderlich machen." '
geeignet gezeigt haben, Gefechte aufzunehmen und daß sie reichliche Dienste als Kriegsdampfer leisten. Besonders hätten sich die Dampfer Selenga, Michael und Ssnn- gari bewährt. — Eine Depefche des Ingenieurs Offenberg vom Flusse Gasimur in Transbaikalien vom 1. August berichtet, oaß die auf dem Rückzüge nach der Grenze befindlichen Angestellten und Arbeiter nebst der Schutzwache in den Chingan-Pässen von Chinesen beschossen wurden und erst nach Vorzeigung eines Schreibens des (bei Charbin den Oberbefehl führenden) chinesischen Generals Pan freien Durchgang erhielten. Drei Mann von der Schutzwache und ein Arbeiter wurden getötet.
Rüstungen.
Die Abreise der letzten Chinareiter ans Potsdam vollzog sich Freitagabend unter allgemeiner Anteilnahme der Bevölkerung. Auch der Kronprinz war bei der Mreise .anwesend. Um 6 Uhr hatten die Reiter int Lustgarten Aufstellung .genommen, an der Seite der Kriegervereine von Potsdam mit ihren Fahnen, sowie zahlreiche Offiziere der Potsdamer Garnison. Der Kronprinz nahm den P a r a d e m a r sch der Eskadron in Zügen ab. Dann hielt der Kommandant von Potsdam, General v. Moltke, eine Ansprache an die Mannschaften, die in einem gurret auf den Kaiser ausklang. Auf dem Bahn- hof erschien kurz von per Abreise Prinz Friedrich Leopold. Der Zug, der die Mannschaften nach Bremerhaven brachte, fetzte sich unter den Hurrarufen der Menge um,7 Uhr 30 Minuten.in Bewegung.
Die Mobilisierung eines zweiten kriegsstarken bayerischen Bataillons ist angeordnet worden; zu demselben werden auch die Freiwilligen aus dem Beurlaubtenstande genommen. Samstag nachmittag kam der Befehl des Kriegsministers auf sofortige Stellung weiterer Freiwilliger in Würzburg an und die noch von der ersten Meldung vorhandenen mußten bereits abends antreten. Sonntag morgen traten die Kompagnien des 9. Jns.- Regts. im Kasernenhof an, aber bei der Anfrage nach Freiwilligen ist bei einzelnen Kompagnien nicht ein ein- zigerMann vorgetreten. Dagegen sollen die Meldungen der Reservisten sehr zahlreich sein. Beim aktiven Militär hat die Lust, nach China zu kommen, bedeutend nachgelassen. —
Die Zahl der gegenwärtig in China befindlichen' französischen Truppen beträgt 2600 Mann. Vom 1. bis 20. Juli sind 6500 Marinesoldaten von Frankreich abgegangen, von denen das erste Drittel gegen den 10. August in Taku erwartet wird, während die beiden anderen Drittel zwischen dem 20. und 31. August daselbst eintreffen sollen. Die aus Landtruppen gebildete Brigade wird ungefähr 10 000 Mann star^ Mn. Dieselben werden abteilungsweise vom 2. bis 24. August ausrücken. In Jndo- china werden 4000 Mann zurückbleiben. Das französische Kontingent in der internationalen Armee wird also etwa 15 000 Mann stark sein. Die französischen Seestreitkräfte in Ostasien werden aus einem Panzerschiff, 9 Kreuzern, 10 Kanonenbooten oder Avisos und 3 Transportschiffen bestehen.
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Telegramme des Gießener Anzeigers.
Berlin, 6. August. Die von London aus verbreitete Meldung aus Shanghai, daß Li-Hung-Tschang Selbstmord begangen habe, ist bisher unbestätigt. Die Nachricht muß einstweilen mit aller Reserve ausgenommen werden, wird aber, selbst wenn sie sich bestätigt, nicht von entscheidender Bedeutung für die Lösung der Chinasrage sein. Die Doppelzüngigkeit dieses chinesischen Staatsmannes habe die europäischen Diplomaten schon längst mit berechtigtem Mißtrauen ersüllt.
Berlin, 6. August. Aus London wird telegraphiert: Eine Tientsiner Depesche vom 30. Juli meldet: Der Vormarsch habe aus der ganzen Linie begonnen und zwar nach der Herstellung einer Verständigung über folgenden O p e- rations-Plan: Konvergierendes Vorrücken bis in die Nähe von Peking. Daraus Gesamt-Vorstoß und Befreiung der Belagerten. Deutsche und amerikanische Soldaten bilden die Vorhut, die Russen operieren entlang der Bahnlinie am linken Peiho-Ufer. Die Japaner sind seit vorgestern in Fühlung mit dem Feinde. Die Engländer folgen.
Berlin, 6. August. Am Samstagabend sind vom Anhalter Bahnhof 15 Krankenpfleger vom Zentral- Komitee vom Roten Kreuz nach China abgegangen. Sie begeben sich nach Genua und fahren von dort mit der „Savoya" nach Ostasien. Bor ihrer Abreise sand nachmittags eine Abschiedsfeier statt, der der Kommissar der freiwilligen Krankenpflege, Prinz Sol ms beiwohnte.
London, 6. August. Ein Telegramm aus Viktoria (Britisch Kolumbien) berichtet den Ausbruch ernster Unruhen in dem Chinesen-Viertel der Stadt. Die Chinesen sind noch ziemlich zahlreich vertreten und werden seit dem Ausbruch des Krieges von den Europäern als Feinde betrachtet. Diese Feindseligkeiten drücken sich in täglichen Angriffen gegen die Chinesen ans. Das Parlament beschäftigt sich zurzeit mit der Lösung der Frage der Einschränkung der chinesischen Einwanderung.
London, 6. August. „Daily Mail" meldet aus Tientsin: Die verbündeten Truppen stoßen aus großen Widerstand. Der Feind bedroht die Verbindungslinien. — Dasselbe Blatt erfährt weiter: Li-Ping-Heng fordert die Hinrichtung Li-Hung-Tschangs. Ein kaiserliches Edikt fordert die Begleitung der fremden Botschafter bis Tientsin unter persönlicher Verantwortlichkeit der Gouverneure und Behörden. — Amtlichen Meldungen zufolge solle» die Russen Atnko
und Thieling besetzt haben.
Loudon, 6. August. Die Morgenblätter bringen nur spärliche Nachrichten über die chinesischen Angelegenheiten. Sie verzeichnen ein Telegramm aus Iökohama, worin der japanische General Surasi seiner Regierung amtlich gemeldet hat, Japan brauche keine weiteren Truppen zu senden. Man schließt aus diesem Telegramm, daß die vorhandenen verbündeten Truppen zahlreich


