Ausgabe 
7.8.1900 Zweites Blatt
 
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eine Rekonstruktion des Kabinetts folgen werde, in dem sich wahrscheinlich ein neuer Schatzkanzler befinden werde, so sei doch jetzt nicht anzunehmen, daß die Königin einen neuen Premierminister zu wählen haben werde.

Paris, 5. August. DerFigaro- berichtet, Saison er­klärte, er wollte den Schah nur deshalb tobten, weil er der Herrscher eine- großen Staats sei und versicherte, daß er keine Mitschuldigen habe und keiner Anarchistengruppe angehöre. Der Richter besuchte den Schah, welcher seine Befriedigung darüber aussprach, daß es sich nicht um einen Racheakt, sondern um die Thal eines Fanatikers handelt. Im Laufe des gestern stattgehabten Verhörs erklärte Saison dem Richter, er habe sich vor einiger Zeit in Pontsur Seine hinter Buschwerk versteckt aufgehalten, um zu versuchen, Casimir Peri er mit einem Revolver zu töten. Die Waffe habe aber nicht funktioniert.

Monza, 5. August. Gestern nachmittag wurde aus Anordnung des Königs die eiserne Krone der lom­bardischen Könige aus der hiesigen Stiftskirche geholt. Die Krone, die während der Trauerfeierlichkeit in Nom auf dem Sarg Humberts liegen soll, wurde vom weltlichen und kirch­lichen Behörden unter Geleit der Würdenträger des Hofes ins königliche Schloß gebracht. Eine ungeheure Volksmenge wohnte der Zeremonie bei.

König Viktor Emanuel richtete an die Armee und Marine einen Tagesbefehl, worin es heißt: Die Trauer des Landes über das tragische Ende König Humberts fand sicherlich Wiederhall in eueren Herzen, gute, treue Soldaten! In diesem traurigen Augenblick richten sich meine Gedanken voller Vertrauen auf euch alle, die ihr auf mich die Liebe übertragen werdet, welche ihr König Humbert entgegenbrachtet, eine Liebe, welche ich nach dem Vorbild meines Vaters aus treuem Soldatenherzen erwidere. Mit euch schweifen meine Gedanken zu eueren Gefährten, welche in Kreta, Erythrea, China die traditionellen Eigenschaften der italienischen Soldaten bewiesen haben, und das glorreiche nationale Banner, das Wahrzeichen der Größe und Einheit unseres Vaterlandes, hoch zu halten wissen.

Die Leichenfeierlichkeiten in Rom sind jetzt auf Donnerstag früh festgesetzt. Die Leiche wird nicht erst im Quirinal aufgebahrt, sondern sofort vom Bahnhof in feierlichem Zug nach dem Pantheon Übergeführt.

Petersburg, 5. August. Infolge der mit den Ereignissen im fernen Osten verbundenen außerordentlichen Ausgaben befahl der Kaiser, die Zölle des europäischen Handels- -tarifs unter Aufrechterhaltung der Konventionstarife der mit den auswärtigen Mächten abgeschlossenen Handels­verträge zeitlich zu erhöhen.

Belgrad, 5. August. Heute fand mit großem Pomp die Vermählung des Königs Alexander mit Frau Draga Ma sch in in der Belgrader Kathedrale statt. Die Trauungszeremonie wurde vom Metropoliten JnnocentiuS unter Assistenz sämtlicher Bischöfe von Serbien bei dem schönen Chorgesang des Belgrader Gesangvereins celebrirt. Anwesend waren nebst den geladenen Gästen die Minister, hohen Beamten, das OffizierkorqS, die Abgeordneten, auch sämtliche Vertreter der auswärtigen Mächte, mit Ausnahme red englischen und italienischen, die wegen Landestrauer nicht erschienen. Der H och zeit Szu g war imposant. Der König und die Braut im ersten Wagen wurden von der Menge mit Ziviprufen begrüßt, aus welche besonders die Braut freundlich dankte. Die Brauttoilette weiße Seide mit crepe de chine, mit einem prachtvollen Brautschleier ein Diadem im dunklen Haar und herabwallenden Gold­federn nach serbischer Sitte, kleidete sie sehr hübsch. Beim Verlassen der Kirche sprach der König lächelnd mit der Braut und beobachtete aufmerksam die Menge. Während der Fahrt sah er oft nach den Fenstern und Häusern em­por. Der erste Schritt des Königs nach der Vermählung war die Amnestie Tauschanowitsch's, der sofort in Freiheit gesetzt wurde.

New-York, 5. August. Die Amerikaner erlitten eine empfindliche Schlappe bei San Isidora auf Luzon, wo eine ganze Abteilung verwundet ober gefangen wurde.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 5. August 1900.

* * Oeffentliche Lesehalle. Da die BücherauSgabe während des Monats August geschlossen ist, konnten Ende Juli nur Bücher zurückgenommen, keine ausgeliehen werden. Es waren daher im Juli nur 11 Ausgabetagen, an denen 946 Bände verliehen wurden. Davon kommen auf: Illustrierte Zeitschriften 217, Erzählende Litteratur 466, Versdichtungen 12, Iugendschristen, Märchen, Sagen 143, Kulturgeschichte 12, Litteraturgeschichte 4, Geschichte und Biographien 33, Länder- und Völkerkunde 23, Natur­wissenschaft, Technologie 34, fremdsprachliche Litteratur 2 Bände. Es wurden verliehen an: Handwerksmeister 134, akademisch Gebildete 10, Kaufleute 81, Beamte 9, Unter* beamte 43, Techniker, Schriftsetzer 58, Arbeiter, Tage löhner 28, Diener, Kellner 33, Lehrlinge, Gehilfen 175, Schüler 6, Studenten 28, Soldaten 5, zusammen 610 Bände; an Ehefrauen, Witwen, ältere Unverheiratete 101, Gewerbe treibende 53, Dienstmädchen, Laufirauen 18, Arbeiterinnen 34, Beamtinnen 13, Pflegerinnen 6, junge Mädchen, Lehr­mädchen 111, zusammen 336 Bände. Nach auswärts kamen 8 Bande.

* * Merkblatt für Lungenkranke. Die Tuber­kulose wird mit Recht als die verderblichste aller Volks­krankheiten bezeichnet. Dies geht daraus hervor, daß nach der amtlichen, von den Bundesregierungen erhobenen Sta­tistik über die Todesursachen jährlich über 100000 Menschen im Deutschen Reiche daran sterben, und daß insbesondere don den im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 60 Jahren sterbenden Personen jeder Dritte der Tuberkulose erliegt. Andererseits gilt sie aber aucy als die am leichtesten heil- care aller mit ihr in Vergleich zu stellenden Volkskrank- tzelten. Zum Beweise hierftir wird, abgesehen von den

Erfolgen der Lungenheilstätten, auf die Tbatsache hinge­wiesen, daß nady den Sektionsbefunden der Anatomen reich­lich 25 pCt. aller Leichen solcher Personen, welche an an­deren Todesursack>cn gestorben sind, Spuren überftanbcner Tuberkulose aufweisen. Mit Recht wird daher auf die Notwendigkeit hingewiesen, daß die Kenntnis von der Art der Verbreitung und von den hierauf beruhenden Schutz- maßregeln den weitesten Kreisen zugängig gemacht wird. Das Kaiserliche Gesundheitsamt hat auf Grund dieser Er­wägungen soeben einTuberkulose-Merkblatt" herausge­geben, welches die wichtigsten Thatsack>en und Ratschläge für jedermann nach den obenbezeichneten Richtungen hin enthält. Tas Merkblatt ist in Format und Ausstattung dem in den Jahren Ü892 und 1893 vertriebenen Cholera- Flugblatt nachgebildet und im Berlage von Julius Sprin­ger, Berlin 9i., Montbijouplatz 3, erschienen. Der Vor­stand der O r t s k r a n k e n k a s s e G i e ß e n hat beschlossen, an die Mitglieder der Kasse dieses Blatt unentgeltlich zu verabreichen. Wir verweisen auf das diesbezügliche Inserat. '

* * Zur Kohl ennot. Die Landwirtschafts­kammer für den Regierungsbezirk Kassel hat eine ein­gehend motivierte Eingabe wegen der K o h l e n n o t an den Landwirtschaftsminister gerichtet, da zu befürchten stehe, daß beim Anhalten der jetzigen Verhältnisse im Herbst und Winter nicht das Material zum Betriebe der landwirt- scha.stlichien Maschinen,Ija lnichtz einmal per n ö t i g e 5) a u s - brand zu beschaffen sein würde. Die Eingabe luirft dem Kohlensyndikate eine Förderung der Ausfuhr vor und be­merkt u. a.: ,,Bei den Lieferungsverträgen, welche am 1. April d. I. in Kraft traten, wurden sämtlichen Kohlen­händlern die Lieferungen um ein Viertel gekürzt, trotzdem die Sydikatsvertreter selbst ausgesprochen haben, daß die Produktion im laufenden Jahre um 8 Prozent an der Ruhr, 7 Prozent in Oberschlesien, 9 Prozent in Nieder­schlesien und 7 einhalb Prozent an der Saar gesteigert werden würde. Die Kohlenhändler und -Konsumenten fürchteten sogleich, daß dies nichts anderes als eine Preis­steigerung zu bedeuten habe. Und ihre Befürchtungen be­wahrheiteten sich in nicht geahntem Maße. Der Kohlen­preis ist von den offiziellen Vertretungen des Syndikats für Nußkohlen im freihändigen Verkauf feit April um ca. 40 Mark pro Waggon erhöht worden, das sind 30 Pro­zent des Wertes. Nur schwer wird das Kohlensyndikat sich von dem Verdachte reinigen können, daß es die Anteile der Kohlenhändler bei gleichzeitiger Verstärkung der Pro­duktion lediglich zu dem Zwecke verkürzt, um größere Mengen au Spekulationszwecken zur Verfügung zu haben. Wie sich dieses Vorgehen des Syndikats mit dem oft von ihm erhobenen Anspruch verträgt, daß es Stetigkeit in die Verhältnisse der Kohlengewinnung und Versorgung ge­bracht habe und noch bringe, wird wohl Geheimnis des Syndikats bleiben. Die Verkürzung der Lieferungsmengen ist es aber nicht allein, was an den neuen Lieferungsver­trägen mit dem Syndikate auszusetzen ist. Die Verträge sind so gefaßt, daß der Abnehmer bei Nichterfüllung der Lieferung fast gar nichts machen kann. Bekommt er einen Waggon Kohlen, der für den Sommer bestellt war, z. B. im Oktober, so hat er nicht nur vielleicht ungeheuren Schaden (der Landwirt z. B. wegen der Unmöglichkeit, rechtzeitig sein Getreide zu dreschen), sondern er muß auch, noch den höheren Winterpreis für die Kohlen zahlen." Die Ein­gabe bittet zum Schluß den Minister, mit Hilfe der zu­ständigen Organe in eine Prüfung darüber einzutreten, ob und in welcher Weise dem der inländischen Produktion feindlichen Vorgehen des Kohlensydikats allgemein ge­steuert werden könne, sowie dahin wirken zu wollen, daß diejenigen Kohlenausfuhrtarife, welche die jetzige Politik des Syndikats zu unterstützen geeignet sind, aufgehoben werden, und die vorübergehende Einführung von billiaen Einfuhrtarifen von den Seehäfen anzuregen. Bei den Kohlenabgaben aus den Staatsbergwerken sollen zugleich die kleinen Abnehmer bevorzugt werden.

* Truppenschau. Aus Mainz, 5. August, wirb be« richtet: lieber bie Hierherkunft beS Kaisers ist zu be- richten, daß derselbe am Vormittag des 10. August, von Kassel kommend, direkt mit seinem Hofzug nach dem pro­visorischen Bahnhof an der Gastell'schen Fabrik fährt. Dort findet kurze Begrüßung durch die Spitzen der militärischen, staatlichen und städtischen Behörden statt. Dann steigt der Kaiser zu Pferd (in dem an der Aussteigeftelle von Pionieren errichteten Zelt) und reitet nach dem Paradefeld. Außer den hiesigen Truppen nehmen an der Truppenschau noch teil die Jnf.-Regimenter Nr. 116 (Gießen), 166. (Hanau) und das 1. und 2. Bataillon 80. (Wiesbaden), sowie das Ulanen-Regiment Nr. 6 (Hanau), bad Hess. Husaren- Regiment Nr. 13 (Frankfurt) und die Unteroffizierschule (Biebrich). Nach der Truppenschau fährt der Kaiser direkt nach Homburg, wo am anderen Tag bie Einweihung der Saalburg stattfindet.

» Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Tot­geborenen, betrug in der Woche vom 22. bis 28. Juli in Mainz 53, in Darmstadt 44, in Offenbach 25, in WormS 32 und in Gießen 14, zusammen 168, darunter 79 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 33,8, Darmstadt 32,4, Offenbach 29,9, Worms 43,6 und auf Gießen 29,1 (ohne 4 Orts­fremde 21). Die Todesursache anbelangend, Der* starben an Masern und Röteln 3 (2 in Mainz, 1 in Darm­stadt), an Scharlach 1 (Darmstadt), an Halsbräune 1 (Darmstadt), an Keuchhusten 3 (2 in Mainz, 1 in Darm­stadt), an Diarrhöe und Brechdurchfall 48 (14 in Mainz, 13 in Darmstadt, 9 in Offenbach, 11 in Worms, 1 in Gießen), an Wochenbettkrankheiten 1 (Offenbach), an Lungenschwindsucht 16 (8 in Mainz, 3 in Darmstadt, je 2 in Offenbach und Gießen, 1 in WormS), an akuten entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane 15 (5 in Mainz, je 4 in Darmstadt und Offenbach, 2 in WormS), an Gehirn-Apoplexie 10 (je 2 in Mainz und Offenbach, je 3 in Darmstadt und Gießen), an allen übrigen Krank­heiten 63 (19 in Mainz, 17 in Darmstadt, 6 in Offen­bach, 14 in WormS, 7 in Gießen); gewaltsamen Tod erlitten 7 Personen (je 1 in Mainz, Offenbach und Gießen, 4 in Worms).

In Amerika verstorbene Hessen. In New-Dorkr August Hill, 52 Jahre alt, aus Alsfeld.

Offenbach, 5. August. Die Handelskammer hat auf bie Beschwerde einer Firma der Lederwaren-Jndustrie Über häufige Betäubungen von nach England gehenden Sendungen Ermittelungen angestellt, bie ergeben haben, baß in ber That ganz außerorbentlich häufig Lederwaren aus nach England bestimmten Verpackungen verschwinden; aus den festgestellten begleitenden That» umständen muß geschloffen werben, daß bie Diebstähle nicht auf beutschem Boden ftattfinben. Es würbe beShalb be* schloffen, in einer Eingabe an baS Ministerium des Innern barum zu bitten, daß von Reichswegen bie englische Re­gierung um eine bessere Ueberwachung ber englischen Zoll­stellen ersucht werben möge. AuS beteiligten Kreisen ist barauf aufmerksam gemacht worben, daß baS Wasserbauamt seinerzeit bekannt gegeben habe, ber Main könne trotz ber Vollenbung ber Oberraber Schleuse noch nicht gestaut werben, weil die Fahrrinne noch nicht hinreichend vertieft sei. Nachdem inzwischen der Stau bewerkstelligt worden sei, ohne einschränkende Bekanntmachung über den Zustand ber Fahrrinne, hätte man annehmen müssen, baß bie Schiffahrtstraße nunmehr vollstänbig hergestellt worben sei. Das ist aber nicht ber Fall, vielmehr ist ein Schiff, trotz großer Vorsicht, in ber Ausnutzung seiner Labefähig» feit aufgelaufen und leck geworden. Es wirb beschlossen, wegen beschleunigter Fertigstellung ber Fahrrinne im hessischen Teil beS kanalisierten Mains zustänbigen Ortes vorstellig zu werben.

* * Kleine Mitteilungen aus tzeffen und den Nachbarstaaten. Dem Fußgendarm Bielecke zu Ehringshausen istin Anerkennung seiner wiederholten Verdienste um den Jagdschutz" von ber Wetzlarer Sektion des Allgemeinen Deutschen Jagdschutz^Vereins ein Diplom in Begleitung eines Geldgeschenks Übermittelt worden.__

Vermischtes.

* Leipzig, 4. August. Der hochangesehene Großindu­strielle Julius Krauß in Reichenbach (Vogtland), In­haber der am vergangenen Samstag eingeäscherten Stark- scheu Streichgarnspinner ei, wurde unter dem dringenden Verdacht der Brandstiftung verhaftet. Der Fall er­regt außerordentliches Aufsehen.

* Paris, 4. August. Gegen 1500 Droschken­kutscher, etwa ein Zehntel der Gesamtheit, find im Laufe des Tages in Ausstand getreten. Es tarn zu einzelnen Raufereien zwischen Streikenden und Nichtstreikenden.

Bern, 4. August. Der Engländer Way, Gast im Kurhaus Maloja, bestieg ohne Führer mit seinem dreizehn­jährigen Sohn und einem anderen Herrn die Cima di roaao in Graubünden (3371 Mtr.) Vater und Sohn stürzten ab. Eine Hilfskolonne fand den Vater tot, der Sohn lebte noch, starb aber bald an seinen Verletzungen.

* Znusbruck, 4. August. Vom Langkofel stürzten zwei deutsche Touristen samt ihrem Führer ab. Die Touristen sind der Kaufmann Holzer und ber Schlossermeister Schmidt aus Nürnberg. Beide find schwer, doch nicht lebenSgesähr- lich verwundet._____________________________________________

Universität und Hochschule.

Den Studierenden von deutschen technischen Hochschulen und Bergakademien, insgesamt etwa 850, die unter Führung des Geh. Berg­rates Dr. H. Wedding zum Studium der Weltausstellung nach Pari- gereist sind, ist am Sonntag, 29. Juli, vom Verein deutscher Ingenieure ein freundlicher Empfang in Form eines Frühstücks mit fröhlichem Früh­schoppen innerhalb der Ausstellung im deutschen Wirtshaus zum Spaten­bräu bereitet worden. Es beteiligten sich daran außer den Studierenden als geladene Gäste auch Vertreter der deutschen Botschaft, der bayerischen Gesandtschaft, des Reichskommissars und die gerade in Paris anwesenden Mitglieder des Vereins deutscher Ingenieure, deffen Vorstand durch Regierungs- und Baurat Truhlsen Berlin vertreten war. Namens des Vereins begrüßte deffen ständiger Vertreter in Paris, Ingenieur Möller, die Gäste, in deren Namen Geh.-Rat Wedding dankte. Kommerzienrat Engelhard-Offenbach gedachte der unablässigen Bemühungen des Verein« deutscher Ingenieure um das technische Unterrichtswesen und widmete sein Hoch den deutschen technischen Hochschulen und Beraakademien.

Handel Md Kerkchr. Volkswirtschaft.

Frankfurter Börse vom 4. August»

Wechsel auf New-York zu 0.00-00.

FrSjnEen auf Kredit per ult. Äug. 1.70°/q, do. per ult Sept. 2.700/o, Diukonto-Kommandit per ult. Aug. 1.35%, do. per ult. Sept 2.35%, Lombarden per ul*-. Aug. 0 70%, do. per ult Sept. 1.10%. Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 %.

Äuti»rungen : Kreditaktien 206 80-90-600 0, EMskonto- Kommandit 175.70-80-70, Staatsbahn 140.50, Lombarden 25.60-00, Italiener 93.50. Spanier 71.60-00, 8pH» Mexikaner 25.20, Bochumer 193.50-95.70 Laura210.50bz., Harpener 185-184.0 bz., Gelsenkirchen 192.20 bz., Ungar. Goldrente 00, Oesterr. Coupons 00.00, Amerfk. Coupon»* 0.00, Privat-Diskont 4,/a° o-

1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 206.80-0.00-00 bz., Dis­konto - Kommandlt 175.70-00 bz., Berliner Handelsgesellschaft 00 00 bz., Staatsbahn 140 50-00 bz., Lombarden 25.60 b., Laura 00.00. Bochumer 192.50-10 bz.

Märkte.

Grünberg, 4. August. Fruchtmarkt. Weizen 00,0000,00 Mark, Korn 15,vO15,2ü Mark, Gerste 00,0000,00 Mark, Hafer 14,2514,50 Mark, Erbsen 00,0000,00 Mark, Linsen 00,0000,00 Mark, Samen 25,0026 Mark, Kartoffeln 4,50-0,00 Mark.________

Arvestr Meldungen.

London, 6. August. Die heutigen Morgenblätter ver­öffentlichen Einzelheiten über die vom Sturm am Sams­tag angerichteten Schäben. Die @rnk hat sehr gelitten. In Cowes sind mehrere Dachten verloren gegangen, die an ber Regatta teilnehmen sollten.

Rom, 6. August. Die Polizei hat bisher 1800 Ver­haftungen von Personen, bie an ber anarchistischen Propa­ganda beteiligt waren, vorgenommen. Die Polizei glaubt, einem ungeheuren großen anarchistischen Komplott auf ber Spur zu sein. Trotzbem ist es bis jetzt nicht gelungen, den Freund Brescis, ber diesen nach Monza begleitete, aus­findig zu machen.