Nach dem Stapellauf des „Wittelsbach/' fand im Dffizierskasino ein Festmahl statt, wobei Prinz Rupprecht von Badern seinen Tank und seine Freude für seine Stellung la: la suite des Seebataillons ausdrückte und ein mit stürmischer Begeisterung aufgenommenes Hoch auf den Chef der deutschen Marine ausbrachte. Der Kaiser antwortete mit folgendem Trinkspruch:
„Euerer Königlichen Hoheit danke ich für die freundlichen Worte, welche Sie an mich zu, richten die Güte hatten. Euere Königliche Hoheit haben heute bei der Taufe des neuen Schiffs die Unterstützung erwähnt, welche die Wittelsbacher dem deutschen Kaiser zuteil werden ließen. Ich möchte dabei noch an eine Episode aus der Vorgeschichte unserer Häuser erinnern. Auf den Gefilden von Rom war es einem Vorfahren Eurer Königlichen Hoheit im Verein mit einem der meinigen beschieden, der seltenes Auszeichnung teilhaftig zu werden, hoch zu Roß, in Stahl gepanzert, angesichts der feindlichen Reitergeschwader durch Kaiser Heinrich VII. den Ritterschlag zu erhalten. Dieser Vorgang ist im Bilde auf der Nacht „Hohenzollern" verewigt. Die Nachkommen jener tapferen Fürsten halfen sich gegenseitig bei Mühldorf, wo der Hohenzoller dem Kaiser Ludwig dem Bayern die Schlacht gewann. Wie damals WittelsbacherundHohenzollernSeite an Seite für das Wohl des Reich,es kämpften, sowird es auch jetztund in Zukunftgeschehen. Euere Königliche Hoheit hatten in diesen Tagen Gelegenheit, wichtigen Entschlüssen beizuwohnen und Zeuge historischer Augenblicke zu sein, die einen Markstein in der Geschichte unseres Volkes bedeuten. Euere Königliche Hoheit konnten sich überzeugen, wie mächtig der Wellenschlag des Ozeans an unsres Volkes Thore klopft und es zwingt, als großes Volk seinen Platz in der Welt zu behaupten, mit eineni Wort: zur Weltpolitik. Der Ozean ist unentbehrlich für Deutschlands Größe; aber der Ozean beweist auch, daß auf ihm und in der Ferne jenseits von ihm ohne Deutschland, ohne den deutschen Kaiser keine große Entscheidung mehr fallen darf. Ich bin nicht der Meinung, daß unser deutsches Volk vor 30 Jahren unter der Führung seiner Fürsten gesiegt und geblutet hat, um sich bei großen auswärtigen Entscheidungen beiseite schieben zu lassen. Hierfür oie geeigneten' und, wenn es sein muß, auch die schärfsten Mittel rücksichtslos anzuwenden, ist meine Pflicht nur und mein schönstes Vorrecht. Ich bin überzeugt, daß ich hierbei Deutschlands Fürsten und das gesamte Volk fe st geschlossen hinter mir habe. Daß Euere Königliche Hoheit oie Ehrenstellung a la suite des Seebataillons anzunehmen geruhten, ist von hoher Bedeutung gerade in dem Augenblick, wo Bayern, Württemberger, Sachsen und Preußen nach! dem fernen Osten gehen, um die Ehre der deutschen Flagge wiederherzustellen., Wie das Haus der Wittelsbacher 18 70 zu den Waffen griff, um für Deutschlands Ehre, Einigung und Kaiserwürde zu fechten, so möge allezeit das Reich dieses edlen Geschlechtes Unterstützung sicher sein. Als Vertreter dieses erlauchten Hauses begrüße ich Euere Königliche Hoheit in unserer Mitte mit dem Wunsche, daß die enge Beziehung, in die Euere Königliche Hoheit durch die a la suite-Stellung zu meiner Marine getreten sind, allezeit Eurer Königlichen Hoheit Interesse für dieselbe lebendig erhalten möge. Ich trinke auf das Wohl Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Rupprecht von Bayern! Hurra, Hurra, Hurra!"
Zunächst ein paar Worte der Entschuldigung. Unsere Leser werden es befremdlich finden, daß wir diese bedeutungsvolle Rede des Kaisers ihnen erst heute unterbreiten. Die Erklärung ergiebt sich aber aus folgendem Schreiben aus Wilhelmshaven:
„Geradezu unglaublich-e postalischie Verhältnisse herrschen in Wilhelmshaven. Diese Stadt besitzt nur eine telephonische Leitung, und zwar nach Bremen. Ein Berichterstatter, der die Rede des Kaisers telegraphieren wollte, erhielt bis abends dreiviertel 9 Uhr keinen Anschluß, angeblich weil Bremen mit Berlin keine Verbindung erhalten konnte. So kam es, da das Wolff'sche Telegraphenbureau ; die Korrektur der Kaiserrede erst erheblich verspätet erhielt, daß die Zeitungen ohne Nachrichten von Wilhelmshaven blieben. Ein Telegraphieren wäre ebenso erfolglos gewesen, da die Behörden den Telegraphen fast ausschließlich! mit Beschlag belegt hatten."
Doch zurück Mr Rede des Kaisers. Hier ruft also Wilhelm II. die Weltpolitik in dem Sinne aus, daß ohne Deutschland und ohne den deutschen Kaiser keine große Entscheidung mehr fallen dürfe, und stellt in Aussicht, daß zu dem Ende Puch die schärfsten Mittel rücksichtslos angewandt werden sollen. Das bedeutet, daß nach dem Willen des Kaisers das Deutsche Reich, falls es in der weiteren Entwickelung der Dinge zu einer Veränderung derBesitzverhältnisseinOstasien kommen sollte, seinen Anteil beanspruchen würde. Soweit sind wir aber noch nicht, und es ist noch sehr zweifelhaft, ofr es dahin kommt. lTräte diese Eventualität'ein, so würde es allerdings um weltpolitische Entscheidungen von größter Tragweite sich handeln.
Die Londoner „Times" bemertt "anläßlich der Ermordung v. Kettelers, die Deutschen seien nicht das Volk, die Ermordung ihres Gesandten ruhig hinzunehmen; ihr Kaiser sei jedoch viel zu sehr Staatsmann, um seine Politik in einer ernsten und delikaten Frage bon internationaler Bedeutung durch seine persönliche Erbitterung oder durch die Erbitterung seiner Unterthanen, so gerecht und natürlich diese auch sein möge, besttmmen zu lassen. „Wir sind überzeugt", fährt das Blatt fort, „daß, während der Kaiser sich, verpflichtet fühlen wird, die Ehre Deutschlands zu verteidigen durch Erlangung voller Genugthuung für das ihm in der Person seines Vertreters zugefügte Unrecht, es koste, was es wolle, er mit gehöriger Rücksicht auf die In t e re ff e n und Empfindllichkeiten anderer vorgehen werde."
Die internationale Situation ist jedenfalls eine solche, daß sie neben der Entschlossenheit auch Besonnenheit erheischt. Man kann nur hoffen, daß es an den im' Deutschen Reich entscheidenden Stellen zu keiner Zeit daran fehlen wird. Es ruht auf denselben gegenwärttg eine nicht geringe Verantwortlichkeit.
Ob mit Grund oder nicht wird übrigens diese neuerliche Kundgebung des Kaisers vielfach in Zusammenhang gebracht mit den jüngsten Reden des Prinzen Ludwig von Bayern, aus denen ein gewisser Gegensatz zwischen den
Höfen von München und Berlin konstruiert wurde. Jedenfalls ist es bemerkenswert, daß der Kaiser auf die alte Waffenbrüderschaft der Wittelsbacher und der Hohenzollern in so außerordentlich warmen Worten hinwies.
Hessischer Landtag.
Erste Kammer der Laudstärrde.
M. G. Darmstadt, 5. Juli 1900.
Zu der Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Erweiterung und Ergänzung des Staatseisenbahnnetzes und seine Anlagen betreffend, hat der Ausschuß aus Anregung eines Mitgliedes desselben, um eine Schädigung von Mainz zu vermeiden, die Einschaltung eines Artikels la beantragt:
Die Bewilligung der in Art. 1 Ziffer 5 und 6 angeforderten Summen erfolgt unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die Linie Mombach—Kastel—Kostheim—Bischofsheim (Main) nur zur Beförderung von Güterzügen benutzt werden darf, alle Züge mit Personenbeförderung nach Bischofsheim (Main) aber über Mainz geleitet werden und an letztgenannter Station anhalten müßen.
Ministerialrat Ewald führt aus, daß ein solcher An- trag gegen den Artikel 68 der hessischen Verfassung verstoße und für die Regierung unannehmbar sei. (Nach Art. 68 der VersaffungSurkunde dürfen Bewilligungen nicht an Bedingungen geknüpft werden.) Die Regierung habe den Antrag dem Preußischen Eisenbahnminister mitgeteilt. Redner verliest ein Antwortschreiben, inhaltlich besten eine Schädigung von Mainz nicht eintreten werde.
Kommerzienrat Michel rechtfertigt die Erwägungen, die ihm Veranlassung gegeben haben, jenen Antrag des Ausschusses als dringlich zu bezeichnen.
Die Sache wird dahin erledigt, daß der Antrag zurückgezogen wird, und die Regierung in ihm ein an sie gerichtetes Ersuchen erblickt, geeignete Schritte zu unternehmen, daß das Uebersühren hessischer Hauptstationen, insbesondere Kastel und Mainz, wie dies nach gewiffen gütigen Sommersahrplänen geschieht, für die Zukunft nicht mehr stattsinden möge.
Weitere kleinere Vorlagen (u. a. Neue Kliniken in Gießen, Universitätsgebäude (Aula) inWießen, Botanischer Garten in Gießen) werden debattelos genehmigt und, da die Entscheidung der Zweiten Kammer in der Frage der Lehrerbesoldung entgegengenommen werden soll, eine neue Sitzung auf Freitagvormittag 11 Uhr anberaumt.
* • *
Die schon erwähnte Adresse an den Großherzog, die die Erste Kammer einstimmig annahm, hat folgenden Wortlaut:
Allerdurchlauchttgster Großherzog!
Allergnädigster Großherzog und Herr!
Eure Königliche Hoheit haben Allergnädigft geruht, mittelst Erlasses vom 25. Mai Allerhöchstderen getreuen Ständen von dem am 24. Mat erfolgten Ableben Seiner Großherzoglichen Hoheit des Prinzen Wilhelm Ludwig Friedrich Georg Emil Philipp Gustav Ferdinand Kenntnis zugehen zu lassen. Wenn Eure Königliche Hoheit dabet die Urberzeugung aussprachen, daß Allerhöchstderen getreuen Stände diese Nachricht nicht ohne Teilnahme empfangen werden, so erlaubt sich dte Erste Kammer der Stände, auch htersür unter- thänigsten Dank auszusprechen. Wenn die Erste Kammer stets in treuer Anhänglichkeit an da« angestammte Fürstenhaus an allen Hochdasselbe berührenden Angelegenheiten dm wärmstenAntell nimmt, so ist sie bei diesem Todesfall ganz besonder« zu aufrichtigster Trauer verpflichtet, da der Hingeschiedene Prinz seit Jahren fich an den Arbeiten der Ersten Kammer, insbesondere an der Thätigkeit des von ihm präsidierten Ausschuffes, mit Eifer beteiligte. Dte treugehorsamste Erste Kammer der Stände bittet Gott, daß Er Seine schützende Hand über Eure Königliche Hoheit und das ganze Großherzogliche Haus haltm und Hochdasselbe vor weiteren Schicksalsschlägen bewahren möge.
Ja tiefster Ehrerbietung verharret
Euer Königlichen Hoheit allerunterthänigfte, treugehorsamste Die Erste Kammer der Stände.
E. Graf von Görtz.
Otto Erbgras zu Solms-Laubach. Dr. Goldmann.
------------- (Darmst. Ztg.)
Zweite Kammer der Laudstärrde.
M. G. Darmstadt, 5. Juli 1900.
Die Tribünen sind überfüllt. Präsident Haas macht vor Eintritt in die Tagesordnung Mitteilung von den anderweitigen Besetzungen der Aemter in der Ersten Kammer der Stände. — Die Wahl des Abg. Schuchard (Beerfelden- Hirschhorn-Wimpsen) wird für giltig erklärt, die Regierungsvorlage, die Verwendung von Ueberschüffen von Eintrittsgeldern und allgemeinen Studiengeldern bei der Technischen Hochschule aus den Etatsjahren 1898 bis 1901 wird nach Ausschußantrag genehmigt.
Weiterer Gegenstand der Beratung sind Rückäußerungen der Ersten Kammer. In ihrer gestrigen Sitzung hat diese dem Art. 1 Abs. 1 der Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Gehalte der Volksschullehrer betr., in der von der Regierung adoptierten Molthan'schen Fassung zugestimmt, im Gegensatz zu dem einstimmigen Be- schluß der Zweiten Kammer, wonach die von Abg. Backes beantragte Gehaltsskala angenommen werden sollte.
Der Berichterstatter des Finanzausschusses, Abg. Möllinger, eröffnet den einstimmigen Beschluß des Ausschusses, aus dem bisherigen Standpunkt zu beharren. Die Regierung habe nur finanzielle Bedenken vorgebracht. Der Ausschuß erachte es für wünschenswert, daß auf längere Zeit dem Ansturm der Beteiligten wegen Gehaltserhöhung ein Damm entgegengesetzt werde.
Nachdem das Haus die Dringlichkeit der Sache be- schlosien hat, führt Staatsminister Rothe aus, daß die Regierung ihren einmal eingenommenen Standpunkt auch in diesem Stadium der Verhandlung aufrecht erhalten müsse. Sie könne mit bestem Gewissen und ohne Ueberhebung von sich sagen, daß sie sich allezeit der Interessen des Lehrerstandes mit warmem Herzen angenommen habe, und daß sie auch die nunmehrige Vorlage nicht aus Zwang, sondern aus vollster Ueberzeugung eingebracht habe, und zwar zu einem Zeitpunkt und unter Umständen, die Schwierigkeiten boten, welche nur durch die felsenfeste, beharrliche Ueberzeugung von der guten Sache, der dte Vor
lage zu dienen habe, hätten überwunden werden können. Die Regierung wünsche nichts sehnlicher, als daß die Vorlage Gesetz werden möge. Weiter wie geschehen, könne die Regierung bei der derzeitigen Finanzlage des Landes unmöglich gehen. Das Haus möge sich auf der inzwischen von der Ersten Kammer angenommenen Basis vereinigen, die den Lehrern mehr biete, als ihnen in irgend einem deutschen Staate geboten werde. Man solle eine Vorlage nicht scheitern lasten, aus deren Zustandekommen die Re- gierung wie das Haus den allergrößten Wert lege. Er vertraue in dieser Stunde der Entscheidung aus die Einsicht des Hauses.
Abg. Schmeel erklärt, daß die nationalliberale Partei nach nochmaligem Erwägen beschlossen habe, bei ihrer Stellungnahme zu der Vorlage zu verharren. Neue Momente seien seit der letzten Beratung nicht hervorgetreten,. die Veranlassung geben könnten, von dem einstimmig gefaßten Beschluß der Zweiten Kammer abzugehen. Seine Freunde hätten sich nicht davon überzeugen können, daß die finanzielle Lage des Landes die Ausführung dieses Beschlusses nicht gestatte. Der Staatsminister habe davon gesprochen, daß man bei der derzeitigen Lage der Finanzen das Aeußerste geboten habe; wenn er aus diese Worte den Nachdruck lege, so glaube er, daß vielleicht noch eine Verständigung erzielt werden könnte, durch die etwas zeitlich Bestimmtes erreicht und die Aussicht auf etwas definitives geschaffen werde.
Aus Antrag des Redners vertagt fich das Haus auf einige Zeit; ein Versuch der Einigung schlägt wieder fehl. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen führt Abg. Ulrich aus, man werde es nirgends verstehen, wenn heute die Kammer Umfallen würde. Eine merkwürdige Thatsache sei es doch, daß die Regierung in dem Antrag Molthan ihren eigenen ursprünglichen Anttag wiedergesunden, und sich angeeignet habe. Das sei „bestellte Arbeit" gewesen. Mit dem Antrag Backes allein, der fich als Extrakt der Verhandlungen der Lehrerschaft darstelle, sei den Jn- tereffen des Landes gedient. Dringend wünschenswert sei es, die Lehrer selbständig zu machen und sür die Bildung der Kinder aus dem Volke zu sorgen. DaS Haus müsse aus seinem Beschlüsse verharren; die Folge werde freilich die sein, daß die Vorlage in diesem Landtag nicht mehr durchgebracht werden könne. Der jetzige unhaltbare Zustand werde derart latent werden, daß ihn die Regierung nicht mehr halten könne. Man könne nicht von Wohlthaten sprechen; die Lehrer hätten ein Recht zu fordern.
Abg. Molthan weist die Unterstellung des Vorredners, daß seine Gehaltsskala „bestellte Arbeit" sei, zurück; sie sei aus dem Schoße seiner Fraktion gekommen. Sein Antrag sei lediglich als Eventualantrag eingebracht worden, und da. die Regierung sich zu dem Antrag Backes absolut nicht verstehe, so könne seine Partei es nicht vor dem Lehrerstande verantworten, durch Zustimmung zum Antrag Backes das Scheitern dieser bedeutsamen Vorlage herbeizuführen. Sie werde für seine Skala eintreten.
Ministerialrat Eisen Hut spricht zunächst im gleichen Sinne. In seinen weiteren AuSsührungen weist der Redner nach, daß es überhaupt keine Skala gäbe, von der man sagen könne, nur sie entspreche den Bedürsniffen. „Wohlthaten" sollten den Lehrern nicht erwiesen werden, das habe auch noch niemand, am wenigsten die Regierung gesagt. Wenn das Haus bei seiner bisherigen Stellungnahme verharre, so werde den Interessenten ein sehr, sehr schlechter Dienst erwiesen. Es handle sich hier sür die Regierung nicht darum, daß einer Recht behalte, sondern daß etwas Praktisches und Gutes geschaffen werde sür die Schule und die schon lange wartenden Lehrer. Wenn die Lehrer selbst zu entscheiden hätten, ob die Regierungsvorlage angenommen werden möchte oder nicht, so würde für ihn ihre Entscheidung nicht zweifelhaft fein. Man solle nicht vergessen, daß die Regierung 700 000 Mk. bewilligen und die GehaltSverhält- niffe der hessischen Lehrer an die erste Stelle im Reiche rücken wolle.
Abg. Schröder bedauert die Sparsamkeit der Regierung gegenüber der Volksschule, die eins der Rückgrate sei, aus denen fich das Staatswesen ausbaue. Cs würden sonst nicht so dringende Summen genug bewilligt. Wenn der Antrag Backes nicht angenommen würde, so fei weder Ruhe noch Zufriedenheit unter den Lehrern geschaffen. Für seine Partei, so glaube er, werde nichts anderes übrig bleiben, als auf ihrem Beschlüsse zu verharren.
Ein Antrag Frenay, Schmitt und Genoffen (ca. 8 bis 10 Unterschriften) macht einen Vermittlungsvorschlag dahin, das Gesetz im Sinne der Regierung als btfl zum 1. April 1904 giltig anzunehmen und dann bie Gehaltsbezüge der Lehrer einer gesetzlichen Neuregelung zu unterwerfen. Abg. Joutz spricht für den Antrag Backes und glaubt, daß die Regierung nachgeben werde.
Es sind noch 5 Redner vorgemerkt, die Verhandlung wird daher um 1% Uhr unterbrochen und neue Sitzung auf Freitag vormittag 9 Uhr auberaumt.
Wie die Entscheidung fällt, ist nicht abzu- sehen.__
fit erste Auffahrt des It-MWu WMtL
Ueber die erste Auffahrt des Generals Grafen von Zeppelin bringt die „Allg. Ztg." folgenden Bericht, der die ersten Eindrücke eines Augenzeugen wiedergwt: Die Fahrt verlief folgendermaßen: Der Nachmittag verging unter Zurüstungen, erst gegen 71/, Uhr abends wurde das Luftschiff aus seinem Floßhaus bei Friedrichshafen herauS- gewunden und setzte langsam von feinem Tragflvße ab. Punkt 8 Uhr fiel die letzte Verbindung mit dem Land und von lauttönendem Ruf der zahlreichen Zuschauer begleitet, erhob sich das Luftschiff stolz in die Höhe. Anfänglich m 200 Meter Höhe erwies zunächst das Fahrzeug bei prächtigem Wetter und geringem Wind sehr befriedigende Lenksamkeit und zeigte sich hier — wie später bei der Landung


