Ausgabe 
7.6.1900 Erstes Blatt
 
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was die militärischen Operationen größeren Stils angeht- zu Ende. Was jetzt noch folgt, sind politische Sorgen lind die Erfordernisse des kleinen Krieges, die auf bie vollständige Unterwerfung und Beruhigung des Landes gerichtet sind. Obwohl diese Dinge mehr organisatorisches« als strategisches Geschick beanspruchen, wird Roberts sich ihnen vermutlich aud) noch unterziehen, aber seine Aufgabe als Feldherr ist im großen und ganzen beendet.

Allerdings haben ihm die Buren die letzten Tage noch schwer gemacht. Es ging uns heute früh aus London fol­gendes Extra-Telegramm zu:

London, 6. Juni. Lord Roberts telegraphiert aus Pretoria vom 5. Juni 12 Uhr 55 Min. nachmittags: Ich habe das Bedauern, mitteilen zu müssen, daß das 13. Y eo m a n r y - B a t a ill o n sich am 31. Mai b e i L i n d - ley dem Feinde ergeben mußte. Ms ich erfuhr, daß das Bataillon angegriffen war, befahl ich sofort Lord' M e t h u e n , d»em Bataillon Verstärkungen zu bringen. Methuen befand sich zu dieser Zeit zwischen Kronstadt unb Heilbronn. Eine halbe Stunbe nach Empfang meines Tele­gramms am 1. Juni trat er um 10 Uhr morgens den Marsch an. Am nächsten Tage hatte er schon 44 Meilen, zurückgelegt, kam aber zu spät, um bas Bataillon zu ent­setzen. Methuen griff ben Feinb, ber 2- bis 3000 Mann stark war, an unb zwang ihn, nach fünfstündigem Gefecht, sich zurückzuziehen. Ich hoffe, baß die Gefangennahme desl Bataillons nicht von langer Dauer sein wird.

Unb immer noch mehr Blut wollen bie Buren ver­gießen, unnützes Blut, bas bas endgiltige Schicksal bes Krieges doch nicht mehr wenden kann. Wie aus London gemeldet wird, sind 5000 Buren von Standerton nach be'm Freistaat aufgebrochen; dieses würde eine Ver­stärkung ber General Rundle bekämpfenden Buren sein, der schon alle Hände voll hat. Der Plan der Buren ist offenbar, Marschall Roberts Verbindungslinie zu durchbrechen, um ihn wenigstens für einige Zeit lahm­zulegen. Der Aerger darüber, daß Präsident Krüger alles bare Geld in, wie man sagt, übereilterFlucht mitgenomm en habe, hat sich gelegt, nachdem die Beamten die Mitteilung erhalten haben, daß die Assignaten sofort in Metall eingelöft werden sollen. Die Auswanderung aus Pretoria hat fast aufgehört.

Eine Depesche des Bureau Laffan vom 1. Juni sagt, General DelareyS und Keys Kommandos halten ein britisches Regiment an der Dynamitfabrik eingeschlossen. Drei Batterien Transvaaler Staatsartillerie stehen süd­östlich von Pretoria, ungefähr in der Mitte von Johannes? bürg und Delagoabaybahn.

Telegramme deS Gietzerrer Anzeigers.

Loudon, 6. Juni. Die Nachricht von der Besetzung Pretorias veranlaßte hier begeisterte patriotische Kundgebungen vor dem Mansion House. Der Lord­major sandte im Namen der Bürger Londons eine Glück­wunsch Depesche an Lord Roberts. Die öffentlichen Ge­bäude und viele Privathäuser legten Flaggenschmuck an. Sonst wird die Nachricht im allgemeinen ruhig ausge­nommen.

Loudon, 6. Juni. Wie aus Pretoria gemeldet wird, sind einzelne englische Gefangene entfernt worden. Die meisten befinden sich noch in Watervaal. Mehr als 100 englische Offiziere befinden sich noch in Pretoria unb sind anscheinend) bei guter Gesundheit.

Loudon, 6. Juni. Nach einem Telegramm befahl so- sofort nach dem Einrücken in Pretoria Marschall Roberts dem General French, nach Waterwal, 15 Meilen von der Stadt, zu gehen und die Gefangenen zu befreien.

Petersburg, 6. Juni. Gestern sind von hier neuerdings eine große Anzahl Freiwilliger, mit Waffen, Munition unb Zelten ausgerüstet, nach dem südafrikanischen Kriegs­schauplatz abgegangen, um an der Seite der Buren den Feldzug mitzumachen.___________________________________

Deutsches Reich.

Berlin, 5. Juni. Der Kaiser empfing gestern den Herzog von Loubat. Nach der Frühstückstafel hatte ber Kaiser mit bent Staatssekretär Grafen Bülow unb dem Chef des Civilkabinetts Wirkt. Geh. Rat Dr. v. Lu- canns eine längere Besprechung. Die Abendtafel, an der bie kronprinzlich griechischen Herrschaften mit bem Prinzen Georg von Griechenland, ber Kronprinz unb bie Prinzen! Eitel Friebrich, Abalbert, August Wilhelm unb Oskar, bas Gefolge ber griechischen Herrschaften, Oberstleutnant von Pritzelwitz, Kapitänleutnant von Ammon unb Herr Neyret teilnahmen, fanb im Marmorpalais statt. Heute morgen machte bas Kaiserpaar mit bem Kronprinzen von Griechen­land, sowie ben Prinzen Eitel Friebrich unb Abalbert einen« Spazierritt unb wohnte auf bem Bornstebter Felbe bem Exerzieren des 1. Garde-Regiments zu Fuß bei. In das Neue Palais zurückgekehrt, nahm der Kaiser den Vortrag des Chefs des Admiralstabes ber Marine, Vice-Abmirals v. Dieberichs entgegen unb empfing um 12 Uhr ben Gou­verneur von Kamerun, v. Puttkamer, zur Rückgabe der Orben seines verstorbenen Vaters. Anschließend barem env pfing ber Monarch ben Vertreter bes deutschen Brennerei- Gewerbes Gans Eblen zu Puttlitz.

Der Kaiser wirb morgen einer Einlabung des« 2. Garbe-Regiments zur Tafel folgen. Es hanbelt sich um bas Abschiebsessen für ben bisherigen Kommanbeur und jetzigen militärischen Begleiter des Kronprinzen, Oberst v. Pritzelwitz.

Die Frühjahrsparabe ist für bie Truppen der Stanborte Berlin, Charlottenburg, Groß-Lichterfelde, Spanbau unb Tempethof nunmehr auf Tvnnerstagmorgen 9 Uhr angesetzt worden.

Die Reisedispositionen des Schahs von Persien haben unerwartet eine kleine Aenderung er­fahren. Wie derPost" gemeldet wirb, soll ber Schah auf ber Reise nach Europa leicht erkrankt sein unb beshalb die Weiterfahrt verschoben haben. Er konnte daher auch nicht, wie ursprünglich geplant, am 2. b. Mts., von War­schau kommend, in Breslau eintreffen. Seine Ankunft in Warschau erfolgt vielmehr erst am 6. b. Mts. Deinent-

sprechenb wirb sich auch die Abreise von dort nach Breslau um drei Tage verzögern.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung' bes Geh. Ober-Regiemngs-rats v. Sydow im Reichsamt bes Innern zum stellvertretenben Mitgliebe bes Diszipli- narhofes für bie Schutzgebiete.

Der Kaiserliche Generalkonsul in Kapstadt, D r. Focke, der durch einige euglandfreundliche Aeußerungew die Gefühle der Deutschen in ber Kapkolonie verletzt hatte, ist in ben einstweiligen Ruhestanb versetzt worben. Zu seinem Nachfolger ist ber zurzeit in ber Kolonialabtei­lung bes Auswärtigen Amtes beschäftigte Stellvertreter bes Gouverneurs von Deutsch-Sübwest-Asrika v. Linde- q u i ft ausersehen. Dr. Focke hatte unter anberem zu einer Aborbnung von Deutschen bem Sinne nach gesagt, bie Deutschen in Sübafrika würben auf bie Dauer boch nicht ihre nationale Eigenart gegenüber ben Englänbern be­haupten können.

Wie aus Aachen gemeldet wird, hat sich das Be- finben des von einem Schlaganfall betroffenen Reichstags- abgeorbneten Dr. Lingens erheblich gebessert.

Zu ben Erkrankungen beim Füsilier-Ba­taillon bes Alexanber-Regiments wirb mitgeteilt, baß alle Erkrankten sich auf bem Wege der Besserung behüben. Die Ursache der Massenerkrankungen ist immer noch nicht festgestellt.

Der Ausschuß für bie Errichtung einer Reichs- Hanbelsstelle hat bas Auswärtige Amt erfaßt, durch das Konsularkorps Erkundigungen über gleiche unb ähn­liche Einrichtungen bes Auslanbes einziehen zu wollen. Der Staatssekretär bes Auswärtigen, Graf von Bülow, hat bem Ausschuß erwibert, baß er bis kaiserlichen Ver­tretungen im Auslande bem Ansuchen gemäß beauftragt habe, unb bie eingehenben Berichte bem Ausschuß für bie Errichtung einer Reichshanbelsstelle zur Kenntnis bringen werde.

Braunschweig, 5. Juni. Der hier tagende, von 250 hervorragenden Schulmännern Deutschlanbs besuchte deutsche Gymnasialverein nahm nach den Vor-< trägen Jaeger-Köln und Seeliger-Zittau eine Resolu­tion gegen die Verallgemeinerug des Lehr­planes des Reformgymnasiums und die Ein­führung eines gemeinsamen lateinlosen Unterbaues für bie höheren Schulen an. Der Verein wünscht, baß bas Gymnasium in seiner Eigenart nach unten unb oben er­halten bleibe unb keine Aenderung bezüglich des Unterrichts im Griechischen stattfinde. Gegen die Ausdehnung der Berechtigung zum akademischen Studium auf bie Oberrealschulen unb Realgymnasien erhebt ber Verein keinen Einspruch

Ausland.

Gent, 5. Juni. Heute nachmittag kam es zu einem Zusammenstoß zwischen ber sozialistischen unb liberalen Partei angehörigen Hafenarbeitern. Erstere hatten bie letzteren seit einiger Zeit baran zu verhinbern gesucht, Löscharbeiten bei ben Schiffen zu verrichten. Die Polizei, bie einschritt, würbe mit Steinwürfen empfangen. Sie machte barauf von ber Schußwaffe Gebrauch. Ein Ar­beiter würbe getötet, mehrere verwunbet. Eine An­zahl würbe verhaftet. Jetzt ist bie Orbnung wieber her­gestellt.

Paris, 5. Juni. Wie einige Blätter berichten, würbe gestern ein Rekrut verhaftet, ber eingestanben haben soll, berjenige zu sein, ber bie Gräfin Marcel (Gyp) nach bem geheimnisvollen Schloß gefahren habe. Er erklärte jeboch, weitere Enthüllungen nicht machen zu wollen. (Das ist recht schabe. D. Reb.)

Der neue Kriegsminister hat anläßlich seines Amtsantritts einen umfaffenben Straferlaß angeordnet unb ben Offizieren bas Tragen von Zivilkleiberu außer Dienst, bas Galliffet verboten hatte, wieber gestattet.

Budapest, 5. Juni. Fünfhunbert Universitäts­hörer übersandten dem Führer der klerikalen Volks- Partei, Abg. Abtpfarrer Molmar eine Dankabresse für sein Eintreten für bie Interessen bes Christentums ge- legentlich der Kreuzschänbung am Universitätsgebäude. Die radikalen unb liberalen Stubenten bereiten eine große Gegenbemonstration vor.

Konstantinopel, 5. Juni. Die Königin von Grie­chenlanb hat sich hier beim Passieren bes Bosporus anberthalb Stunden aufgehalten. Zur Begrüßung ber- f eiben namens bes Sultans sanden sich an Bord ein der Schwager des Sultans, Achmed Damab unb ber Mi­nister des Aeußeren, Tewfik Pascha. Die Königin brückte ben Delegierten gegenüber die Hoffnung aus, daß das Ver­gangene vergessen werbe, unb baß sich bie Beziehungen zwischen betben Höfen unb Staaten zu ben freundschaft­lichsten gestalten mögen. Die Königin soll ferner die Ge­legenheit benutzt haben, um auf die drückenden Bestimmungen des türkischen Spezialtarifs gegenüber Griechenland hinzu­weisen. Während der Konversation arrangierten Palast­beamte auf dem Deck eine große Tafel mit vom Sultan gesandten auserlesensten Früchten. Die Tafel prangte in ben griechischen unb türkischen Farben.

Aus Stadt und Land.

* *H. Gesangs Wettstreit. Bei bem am Pfingstmontag in Weisenau stattgehabten Wettstreit erhielt in ber ersten Klasse (über 50 Sänger) den ersten Preis mit 449 PunktenLieberkranz" - Beuel, ben zweiten mit

370 PunktenPolyhymnia"-Bieber, ben brüten mit

341 PunktenMännergesangverein"-Mannheirn. In ber zweiten Klasse (40 bis 50 Sänger), wie wir gestern bereits mitteilten, ben ersten Preis mit 414 PunktenBauer - s ch er Gesangverein"-Gießen, ben zweiten mit 357 PunktenThalia"-Frankfurt, ben dritten mit 320 Punkten Brüberlichkeit"-Neuenhain, ben viertenHarrnonie"-Worms. In der dritten Klasse (30 bis 40 Sänger) ben ersten Preis mit 413 PunktenSängerheim"-Mannheim, ben zweiten mit 409 PunktenLieberkranz"-Langendiebach, den dritten

mit 380 PunktenEinigkeit"-Gonsenheim, ben vierten mt 378 PunktenHarmonia" - Hechtsheim, ben fünften mit 353 PunktenLieberkranz"-Eltville", den sechsten mit 347 PunktenConcorbia" Kloppenheim, den siebenten mit 328 PunktenMännerquartett"-Hechtsheim, ben achten mit 322 PunktenMännergesangverein"-Oberstein, den neunten mit 307 PunktenEintracht"-Kloppenheim, ben zehnten mit 294 PunktenHarmonia" Nierstein. In ber vierten Klaffe (20 bis 30 Sänger) den ersten Preis mit 326 Punkten Männergesangverein" - Bornheim, den zweiten 301 PunktenFrohsinn" - Fechenheim, den dritten mit 297 PunktenDoppelquartett"-Darmstadt, den vierten mit 297 PunktenMännergesangverein I." - Laubenheim, ben fünften mit 283 PunktenEintrachtt'-Jgstabt, ben sechsten mit 276 PunktenHeyer'scher Männerchor"-Eckenheim, den siebenten mit 270 PunktenArion"-Dotzheim, ben achten mit 234 PunktenMännergesangverein"-Frauenstein, ben neunten mit 192 PunktenCäcilia"-Finthen, den zehnten mit 182 PunktenMännergesangverein"-HechtSheim. In der fünften Klasse (unter 20 Sänger) den ersten Preis mit 387 PunktenFrohsinn" - Menden, den zweiten mit 310 PunktenMännerquartetf-Jsenburg, den dritten mit 277 PunktenEinigkeif'-Nieder-Jngelheim, und den vierten Preis mit 265 PunktenGemütlichkeit"-HatterSheim. Aus Anlaß des errungenen Erfolges wurden bie heim- kehrenben Sänger am Bahnhof festlich empfangen, mit Musik unter Borantragen des mit Mebaillen, Lorbeerkränzen unb ber von ben Frauen unb Jungfrauen gestifteten Fahnen­schleife geschmückten Banners burch die Stabt nach bem VereinslokalPostkeller" geleitet, wo sich bei den Klängen ber Musik bie Mitglieber desBauer'schen Gesangvereins" mit ihren Damen zu einem gemütlichen Zusammensein ver­einigten, bei bem manch' treffliches Wort gesprochen, bie Pflege bes deutschen Liebes zu förbern unb ben Gesang zu veredeln und verschönern, feierlich gelobt, ber Thätigkeit bes Dirigenten, sowie aller berjenigen, bie zu bem Ge­lingen beigetragen, ehrenb gedacht und bem Verein ein weiteres Wachsen, Blühen unb Gebeihen gewünscht würbe. Wir aber sind stolz darauf, eine solch' wackere Sänger­schaar in unfern Mauern zu besitzen und geben ber Hoff­nung Ausdruck, baß dieselbe auch fernerhin aus friedlichem Wettstreit preisgekrönt heimkehre.

* Theater. Die für gestern angetünbigte Vorstellung Gewonnene Herzen" fiel aus, fobaß bie zahlreichen Besucher unverrichteter Sache wieber heimgehen mußten. Herr Stein hatte von ber Direktion ein Telegramm aus Wetzlar erhalten, des Inhalts, baß kein Vorverkauf statt- gefunben, unb beshalb die Vorstellung ausfalle.

* Unglück oder Selbstmord? Gestern nachmittag verletzte sich im Schiffenberger Wald der Besitzer eines hiesigen Zement- unb Asphaltgeschäfts, ein Herr T. aus der Liebig- straße, durch einen Revolverschuß. Der Verwundete ver­mochte noch bis zum Waldesrand ohne Hilfe zu gehen.

* Den Tod zwischen den Puffern fanb gestern nach­mittag gegen 3 Uhr der 33jährige Hilfsbremser Hele von Dutenhofen beim Rangieren auf der Station Wetzlar. Der Verstorbene, ber kürzlich seine Frau verloren hatte, hinter­läßt drei Kinder.

* Zu Vertretern der Geselleuansschüffe von Handwerker­innungen zum GesellenauSschusse der Handwerkskammern wurden aus Gießen als Mitglied Bäcker Karl Wilhelm Gengnagel und als Ersatzmann Bäcker Johannes Hahn gewählt.

* Postpersonalnachrichten. Ernannt ist der Ober« Postbirektionssekretär Lenharbt in Mainz zum Post- kassierer ; in ben Reichspostbienst angenommen sind als Postagenten ber frühere Polizeibiener Jung in Dietesheim (Kreis Offenbach), ber Lanbwirt Peter Hinkel in Framers­heim, ber Posthülfsstelleninhaber Handwerk in Holzheim (Kreis Gießen), ber Posthülfsstelleninhaber Treusch in Pfaffenbeerfurth (Obenwalb) unb der Landwirt Weins­heimer in Wonsheim; ausgeschieben sinb bie Post- agenten Ebuarb Hinkel in Framersheim unb Eller in Wonsheim.

* * Eisenbahnpersonalnachrichten. EisenbahnbirektionS- präsibent Thoms wirb vom 6. Juni bis 8. Juli b. IS. zum Gebrauch eines Bades abwesend sein; seine Vertretung erfolgt durch Oberbaurat Knoche ober bei besten Ver- hinberung burch OberregierungSrat Dr. So mb art. Ver­setzt sinb: Bahnmeister Decker von Altenkirchen nach Gießen, Bahnmeister DeweS von Gießen nach Limburg. Be­lohnungen haben erhalten: ber Lokomotivführer Kauf­mann 1 in Betzborf unb der Weichensteller Lenz in Wetzlar, weil durch deren entschlossenes Handeln am 21. Marz bei Einfahrt des Zuges 636 in Station Wetzlar ein Unfall ver­hütet worden ist; ber Lokomotivführer Weber 2 in Betz­bors, weil burch rechtzeitiges Stellen beS von ihm geführten PerfonenzugeS 635 am 18. Februar drei Knaben vor bem Ueberfahrenwerben gerettet worben sind. Einmalige Lohn- zulagen haben erhalten: a. nach 25jähriger zufriebenftellenber Dienstzeit: bie ©üterbobenarbeiter Hoffmann zu Dillen­burg, Wickel zu Betzborf; bie Streckenarbeiter Müller in Langgöns, Klotz in Lorch; ber Lampenputzer Rinn w Wetzlar; bie Werkstättenarbeiter Hahn, Naumann, Beinhauer, Euler in Gießen, Koch, Pfeiffer in Betzborf; ber Lokomotivputzer Neuhaus in Wetzlar; b. nach 35jähriger zufriebenftellenber Dienstzeit (60 Mk.): bie Werkstättenarbeiter Zeibter unb Breitstäbt in Gießen; c. nach 50jähriger zufriebenftellenber Dienstzeit (100 Mk.): ber Werkstättenarbeiter Billasch in Gießen. Ferner sinb Belohnungen für bie Entdeckung von Schäden an Betriebsmitteln unb Bahnanlagen gewährt worben an die Wagenmeister Hartbrob in Wetzlar unb Klif f - müller in Gießen. , _

Eine Ueberficht der Schulen unserer Stadt betreffs ihres Bestandes für das Sommerhalbjahr 1900 ist in der letzten Sitzung ber Stabtverorbneten gegeben worben, die sich wie folgt stellt: