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6.2.1900 Erstes Blatt
 
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London, 3. Februar. Nach Meldungen aus Natal haben die Buren Verstärkungen aus Ladysmith und Dundee nach Vryheid gesandt, wo bisher nur tausend Mann mit drei Geschützen gestanden haben.

Wie derStandard" aus Kapstadt meldet, hatte die Nachricht vom Rückzüge Bullers über den Tugela zur Folge, daß die Engländer in Paar! verhöhnt und in jenem Distrikt sogar hochverräterische Drohungen gegen England ausgestoßen wurden. Die Nachricht scheint auch einen organisierten Angriff der ministeriellen Presse auf Milner angeregt zu haben. DieSouth Africa News" verlangen, daß der Gouverneur der Kapkolonie abberufen werde. DieTimes" berichten aus Lourenzo Marquez, daß der Präsident des Oranjestaates Steijn eine Rede an die Burghers in Natal hielt, in der er erklärte, England habe die Buren zum Kriege gezwungen, da es noch nach mehr Afrikanderblut lechze. Die Buren zu vernichten, das sei das Ziel, das die Engländer sich bei Beginn des Feld­zuges gesteckt hätten, doch Gott werde die Unterwerfung der Afrikander nicht zulassen. Die Burghers möchten das barbarische Brandschatzen der Engländer nicht nachahmen, sondern als Christen kämpfen.

Wie demCentral News" vom Modderriver ge­meldet wird, erwartet man dort, daß Methuen seinen Vormarsch vor Ende Februar wieder werde aufnehmen können.

Der Korrespondent desMoruing Leader" berichtet, daß Bullers neue Bewegung nach Ladysmith zu be­gonnen habe. Buller werde wahrscheinlich schon engagiert sein, wenn seine gesamte Artillerie und Munition beisammen sind. Buller werde entweder heute (Samstag) oder morgen den Vormarsch beginnen. Wahrscheinlich beabsichtigt er die Burenstellung südlich von Ladysmith zu durchbrechen.

Loudon, 4. Februar. Dom Kriegsschauplatz liegt so gut wie keinerlei Meldung vor. Ueber fast ganz Eng­land ist ein außergewöhnlich starker Schneesturm nieder­gegangen, wodurch der Telegraphen Verkehr gestört ist. Es ist nicht festzustellen, ob dies die Ursache ist, daß keinerlei Nachrichten vom Kriegsschauplätze vorliegen, oder ob die Regierung Nachrichten erhalten hat, und dieselben nicht herausgiebt.

London, 4. Februar. Die Blätter veröffentlichen ein Telegramm aus Ladysmith vom 1. Februar, demzufolge I zahlreiche Buren-Kommandos von der Stadt abrücken, wodurch das Belagerungsheer wesentlich ge­schwächt worden ist. Indes ist nicht zu ersehen, ob diese Bewegung gegen einen neuen feindlichen Angriff gerichtet ist, oder ob es sich um eine List der Buren handelt, um die Belagerten heraus zu locken.

London, 4. Februar. Während der letzten Wochen traten zahlreiche Kapländer in das Burenheer ein. Ein allgemeiner Aufstand der Kap-Holländer ist derzeit un­möglich, weil die englischen Behörden in allen Privathäusern die vorgefundenen Waffen beschlagnahmt haben. - Die Bewegung der Truppen Bullers östlich von Ladysmith dauert fort. Buller ordnete Eilmärsche an, um die Buren zu beugen.

J" bet Nähe von Kapstadt wurden auf eine eug- Irfche Truppenabteilung Schüsse abgegeben. In Regrerungskreffen ruft dies große Besorgnis her- vor, weck dadurch der Beweis geliefert sei, daß die Auf­lehnung bereits große Dimensionen angenommen habe. Hler geht das Gerücht, daß General Buller infolge an­haltender Krankheit sein Kommando vollständig niederleaen und nach England zurückkehren werde.

Loudon, 3. Februar. Ein Telegramm derCen- tral-NewS" vom Modderriver vom 30. Januar be­sagt, es wird hier nicht erwartet, daß Lord Methuen im stände fern werde, seinen Vormarsch gegen Ende April wieder aufzunehmen.

Lokales und Nrovknstelles.

(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Gießen, 5. Februar 1900.

** GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Bor 280 Jahren- am 6. Februar 1620, wurde Friedrich Wilhelm der Große, Kur­fürst von Brandenburg, geboren. Seinen Staaten gab er -wen mächlig n Aufschwung, teils indem er die Lanvestetle Preußen und Cleve zu einem zusammer>hängenden Ganzen umschuf, teils indem er d-e Einwanderung in die durch den 30jährigen Krieg ve-ödeten Provinzen begünstigte (franz. Hugenotten) und der Gewerbethätigkrit und den Künsten deS Friedens kräftig aujhalf. Er starb am 9. Mat 1688 zu Potsdam.

im Norden der Kapkolonie, mit dem Ziele: Bloemfontein vorbereiten. Nach Brüsseler Meldungen befestigen sie ihre Stellungen bei Colesberg uitb ziehen daselbst ein starkes Heer zusammen. Aehnliches wird bereits von Stormberg berichtet.

Unbrauchbare Gewehre.

Aus London, 2. Febr., wird derFrkf. Ztg." de-j peschiert: Es hat sich herausgestellt, daß die neuen Lee- Enfield--Karabiner, welche der in den nächsten Tagen nach Südafrika abgehenden vierten Kavallerie-Brigade geliefert wurden, so unbrauchbar sind, daß man sie zurücknehmen und die Truppe wieder mit ihren alten Lee-Metford-Ka- rabinern ausrüsten mußte. Nachdem die neuen Gewehre nur wenige Tage im Gebrauche gewesen waren, zeigte sich, daß sie auf 100 bis 200 Meter zu kurz visiert sind und daß auch die Nadel, welche auf die Patrone aufschlägt, in vielen Fällen zu kijrz ist, fo daß bei manchen Gewehren bis zu 45 Prozent der Schüsse versagen. Die nach Afrika ab­gegangenen berittenen Londoner Volunteers sind eben­falls mit diesen Gewehren versehen, und die Stimmung, welche in allen Volunteerskreisen gegen das Kriegsmini-' sterium herrscht, i stdaher außerordentlich erbittert.

Sonst ist noch Folgendes zu berichten:

Lourenco Marques, 3. Febr. Der amerikanische Generalkonsul Hay ist nach Pretoria abgereist.

| punkt des OrtS angelegt, wurden auf ihre Leistungsfähig. I keit geprüft; sie zeigten einen Druck von fast 3 Atmosphären. I Nach Beendigung der Hebung formierte sich am Nathause I der Zug, Trommler und Pfeifer voran, die Schuljugend, I mit Bretzeln beschenkt, folgte in Sonntagskleidern. An I diese schlossen sich der Gemeinderat mit dem Bürgermeister I auf einem geschmückten Wagen und die Arbeiter mit ihrem I Arbeitsgerät. Ein Arbeiter trug im Zug ein Wasserjoch I mit zwei Wasser-Eimern, mit Trauerflor umwunden, an- I zeigend, daß nunmehr das Wasserlragen zu Ende sei. Eine I zufällig des Wegs kommende bairische Musikbande setzte sich an die Spitze des Zugs, um nach dem Umzug durch den Ort, insweiße Roß" einzuschwenken. Der geräumige Saal faßte kaum alle Festteilnehmer. Herr Becker-Darm­stadt übergab nun sein Werk der Gemeinde unter Worten des Dankes für die Zuvorkommenheit der Einwohnerschaft, die er während des Baues erfahren. Bis zur späten Abend­stunde hielten die Teilnehmer aus. Man trennte sich in dem Bewußtsein, ein gutes Werk fürs Dorf geschaffen zu. haben.

Mainz, 4. Februar. Die von dem Deutschen Handels­tag in Aussicht genommenen Kommissionen zur Beratung des neuen Weingesetzentwurfes wird demnächst unter dem ! Vorsitz des Präsidenten der hiesigen Handelskammer, Geh. Commerzienrat Michel, hier zusammentreten. Die vor­bereitenden Schritte zu der Beratung sind bereits geschehen. In Anwesenheit des Landtagsabgeordneten Dr. Schmitt, Dr. Frenay, Dr. David Molthan, Haas und Wolf von Wörrstadt fand gestern auf Veranlassung der Mainzer Handelskammer hier eine Besprechung statt, die den Zweck hatte, gegenseitig die Ansichten über die von der Regierung den Ständen betreffs Erbauung mehrerer Sekundärbahn­linien in Rheinhessen vorgelegten Gesetzentwürfe auszutauschen. Als eine der wichtigsten Bahnen wurde allseits die Her­stellung einer Bahn durch das Sulzthal mit Anschlüssen an die rechts- und linksseitigen Nebenbahnen. In diesem Sinne werden die Vertreter der interessirten Wahlkreise in der zweiten Kammer wirken. Der langjährige Bice- präsident des hiesigen Bezirksgerichts, Geheimer Justizrat Dr. Keller feiert morgen mit seiner Gemahlin in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit seine goldene Hoch­zeit. Dr. Keller, der im 84ten Lebensjahr steht, ist mit der Einführung der neuen Justizorganisation im Jahre 1877 in Ruhestand getreten und verbringt jetzt seinen Lebens­abend in der schönen Kur- und Bäderstadt Homburg v. d. H.

Ausstellung für Krankenpflege Frank- furt a. M. 1900. Anläßlich des in Frankfurt im März tagenden Balneoloaen-Kongresses, veranstaltet die Balne- ologische Gesellschaft eine Ausstellung für Krankenpflege, welche vom 8.18. März in der Landwirtschaftlichen Halle stattfrnden wird. Es hat sich zu diesem Zwecke ein großes Komitee gebildet, dem die Spitzen der Behörden in Frank­furt, Offenbach, Darmstadt, Mainz re., sowie die hervor­ragendsten Aerzte dieser Städte und Kliniker der Uni­versitäten Gießen, Heidelberg, Marburg und Würzburg angehören. Den Ehrenvorsitz der Ausstellung führt Ge­heimrat von Leyden, Ehrenmitglied der Balneologischen Gesellschaft. Das Organisations-Komitee setzt sich zusam- men aus den Herren: Dr. Ebenau, Chefarzt am Bürger- hvsp., Dr. Knoblauch, Oberarzt d. städt. Siechenhauses Dr Rödiger, Hausarzt der Diakonissen - Anstalt, und Dr. Villaret, General- und Divisionsarzt. Den Vorsitz de» Jury hat Corpsgeneralarzt Dr. Großheim übernommen Das Bureau der Ausstellung befindet sich Frankfurt a M, Töngesgasse 25.

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* Gießener Volksbad. Der Besuch des Bades im I abgelaufenen Monat Januar weist gegenüber demjenigen 1 I im Vormonat wieder eine Zunahme auf. Insgesamt wurden I abgegeben 6588 Bäder gegen 5765 im Monat Dezember, I oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 235 Bäder I gegen 222 im Monat vorher. Der Besuch im einzelnen hat sich verteilt, wie folgt:

I Schwimmbad 3592 Männer, darunter 524 zu 10 Pf., 713 Frauen, 211 10

Wannenbäder 1. Klasse 235 Männer, 71 Frauen, 2. 596 328

Dampf, und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 76 Männer, 15 Frauen,

Brausebäder zusammen 944.

Die Personenwage wurde von 140 Personen benützt, das Bad von 7 Personen besichtigt.

I ** Vortrag. Auf den heute abend im Saale desHotel I Einhorn" fiattfindenden^Vortrag des Afrikareisenden Herrn I Oberle, tnant Westmarck machen wird nochmals empfehlend I aufmerksam.

** Der vom hiesigen alten Turnverein I am verflossenen Samstag in den Räumen seiner Turnhalle I abgehaltene Maskenball fand unter zahlreicher Be- I teiligung statt. Bald entwickelte sich in dem der Masken- I entsprechend dekorierten Saale ein buntes Treiben, I Masken erschienen in großen Scharen, und es kann bestätigt I werden, daß viele schöne Gestalten anwesend waren, welche I an großartigem Kostüm und Originalität ihrer Masken I nur das beste geleistet hatten. Wirklich interessant war die I FamilieJambo", welche vom Schützenfest her noch be- I kannt, mit ihrem vielversagenden Gesang eine recht erkleck- I liche Summe zum Fonds der geplanten Turnhallen-Er- I Weiterung aufbrachte. Die unter der Leitung des Turn- I Worts Wiegandt zur Aufführung gebrachten Gruppen, IChinesen" der Zöglinge, sowie diejenige im Kostüm des IDeutschen Michels", von Herren und Damen, endlich die ISchornsteinfeger" undKöche" von 16 aktiven Turnern, ! I boten ein schönes und abwechselungsvolles Bild des | I Abends, und sowohl den Beteiligten, als auch dem Leiter I seien Worte des Dankes für die exakte und schöne Vor- I führung ausgesprochen. Die weiter folgende Gruppe ISzene des Gießener Straßenlebens" wirbelte in ihrer I Ausführungvielen Staub" auf, doch mußte anerkannt I werden, daß der hier verwirklichte Gedanke ein recht origi- I neller war. Nach der um 11 Uhr stattgefundenen I Demaskierung nahm das eigentliche Tanzvergnügen seinen I Anfang, das erst in der Morgenstunde endete. Der Turn- I verein kann sich bewußt sein, seinen Mitgliedern eine schöne I Festlichkeit geboten zu haben, welches denn auch seine Be- I stätigung in dem zahlreichen Besuch des auf gestern mittag festgesetzten Ausfluges nach dem Jagdschlößchen bei Duten­hofen sand.

* Polizeibericht. Am gestrigen Tage wurden in hiesiger Stadt 4 Personen verhaftet und zwar: 1. Ein Photo- I graphengehilfe wegen Betrugs und Unterschlagung zum Nachteile seines Principals in mehreren Fällen. 2. Ein I hiesiger verheirateter Schlosser wegen Diebstahls. 3. Ein I dahier bediensteter Hausbursche wegen Trunkenheit, sowie I 4. Ein in hiesiger Stadt sich aufhaltender Taglöhner I wegen Bettelns.

W. B. Lang-Göns, 5. Februar. Am Samstagabend, I dem 3. Februar, feierte der GesangvereinFrohsinn" I im fein dekorierten Saale desGambrinus" (Besitzer I K. Wentzel jun.) sein 45jähriges Stiftungsfest, verbunden I mit Konzert und Vorträgen. Der Kriegerverein und der I Gemeinderatwaren zu diesem Feste eingeladen und zahlreich er I schienen. Der Präsident Ebel begrüßte die erschienenen I Gäste und brachte ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser I I und unseren Großherzog aus. An drei Mitgliedern wurden I anläßlich ihrer 25jährigen Angehörigkeit zum Verein Ehren- I diplome überreicht. Diese find: Joh. O. Rom Pf, Land I wirt, Konrad Brückel, Käsefabrikant, und Joh. Beppler, I Kaufmann. Herr Stationsvorsteher Schmoll, Vertreter des Kriegervereins, dankte bestens für die Einladung, und I sprach die Hoffnung aus, daß der Verein noch ferner blühen I und gedeihen möge, und brachte ein Hoch auf den Gesang- I vereinFrohsinn" aus. Von der Ortsgruppe des I Hessischen Bauernbundes dahier wurden 50 Mk. ge- I sammelt für die Buren; ein Zuschuß aus der Kasse wurde I hierzu bewilligt. Die hiesige Gemeinde hat ein mit I 300 Unterschriften versehenes Gesuch an das Ober-Kon- I sistorium in Darmstadt gerichtet mit der Bitte, unseren I jetzigen Pfarrverwalter, Herrn Ernst A. Müller, welcher I in der Gemeinde sehr beliebt und thätig ist, mit den hie- | sigen Pfarrgeschäften definitiv zu betrauen, was leider aber I nicht genehmigt wurde. Der Gemeinde thut das Scheiden I unseres so lieb gewordenen Seelsorgers sehr weh.

Q Bleicheubach, 4. Februar. Gestern hatte unser Dorf I ein festliches Gewand angelegt. Man feierte das Ende der I Wasserleitungsarbeiten. Nachdem die Firma Gebr. I Becker-Darmstadt Anfang November v. I. die Fassung I der Quelle, Erbauung des Reservoirs begonnen, neigte sich I die Hausleitungen dieser Tage zu Ende. Gleichzeitig mit I der Ucbergabe der Leitung seitens des Unternehmers an die I Gemeinde fand unter Leitung des Kreisfeuerwehr-Jnspektors I I Fendt-Büdingen eine Hebung der Feuerwehr statt. I I Die angebrachten Hydranten, an den verschiedenen Knoten- I

tzge, Plumers neun Geschütze hätten das Feuer auf die Stellung der Buren eröffnet, das von den Buren erwidert werde. Der Geschützkampf dauerte fort.

Oberst Plumer versucht bekanntlich Mafeking von Nor­den her zu entsetzen. Seit vierzehn Tagen, oder noch! langer aber, ist er über Gaberones, wo sich eine starke Burenstellung befindet, nicht hinausgekommen.

Mancherlei ^Anzeichen deuten darauf hin, daß die Buren fick) auf die Eventualität eines energischen, durch Truppen­verstärkungen iuir^am gemachten Vorstoßes

Vermischtes.

. Berlin, 3. Februar. Ein Bubenstreich wurde in der "Nacht zum Dienstag in der Haushaltungsschule Groß- Ltchterfelde, in der ca. 30 Zöglinge int Alter von 16 bis 20 Jahren untergebracht sind, verübt. Da wiederholt Branddrohbriefe an die Vorsteherin der Schule gerichtet wl^en, so wurde in der Nacht zum Dienstag eine Ab­suchung des ganzen Hauses vorgenommen. Man fand nichts Verdächtiges und legte sich, nachdem auch alle Gas-, Hahne und der Haupthahn sorgfältig verschlossen, sowie die Hausthür durch Sicherheitskette gesperrt worden war, zur Ruhe. Kurz vor 12 Uhr erwachte eine der Lehrerinnen, welche im ersten Stock neben der Krankenstube schlief, in- folge etnes intensiven Kopfschmerzes. Sie merkte sogleich, daß die Gashähne in der kurzen Zwischenzeit von ver­brecherischer Hand wieder geöffnet worden waren. Die Dame begab sich nun sofort in das untere Stockwerk, um die Vorsteherin zu wecken, mußte indes die weitere ver­dächtige Wahrnehmung machen, daß die zum Zimmer der Vorsteherin führende Korridorthür von dritter Hand ver­schlossen und der Schlüssel entwendet worden war. Die Thür wurde nun gewaltsam geöffnet, die Lehrerinnen ge­weckt, alle Zöglinge in den Speisesaal geführt, und vo» allem der Haupthahn der Gasleitung im Keller geschlossen, der ebenfalls geöffnet worden war. Bei der nun gemein­sam v-orgenommenen erneuten Durchsuchung fand man keine Spur von dem Attentäter selbst, dagegen ließ die offenstehende Thür der Waschküche nach dem Garten keinen Zweifel, wohin der ruchlose Bursche, der sich im Hause ver­steckt gehalten haben mußte, seinen Weg genommen. Aber auch über den eigentlichen Plan des Einschleichers blieb man jetzt nicht länger mehr im Dunkeln, denn in de« Krankenstube im ersten Stock ging plötzlich ein Bett in Flammen auf, das von dem Brandstifter kurz vor seine» Flucht entzündet sein mußte. Das Feuer wurde von den Hausbewohnern gelöscht. Bon dem Thäter hat man keine, Spur.

Hamburg, 4.Februar. Kann eine Dampfschiff­fahrts-Gesellschaft für die Folgen der Seekrankheit haftbar gemacht werden? Die Amerikanerin Sarah Ungermann. aus Missouri, ärgerlich darüber, daß sie während ihre» Heberfahrt: an .den köstlichen vier Mahlzeiten, die die Dampfschiffahrts-Gesellschaft täglich den Passagieren ver­abreichen läßt, nicht teilnehmen konnte, hat, nach einem Bericht derNautikal Gazette", bei der Direktion der Ham- burg-New-Dorker Linie eine Entschädigungsklage in der