*act
,es •» Nlhrknh
BxtZ
en-, Deii^, ff6D «n htben
fofr, fflfliä [ff, * * roten
■t» Feinstraße li.
tat? '
^nkaifstk
«*41. S.eUun; »'itanliMw e Expedition dieses
8 David I ittt. Drvid f |
1
■sandhau*, bestellte kollektnr «
i LaMlottttie. rett Bedienung.
lleneti, sie werde?
Bestellung ratsam!!
B3;
pftr m
e in Antwerpen, »haaf inGiesse Ig^JnLaDgsdor
ÄÄ f A/tt Uvügw' &«W «"§
^ergerW
»»’ uo,es«
gjfilhV / r.tlN*!
Nr. 30 KMes Blatt. Dienstag de» 8 Februar
1»«O
2iczugspreis viertcljährl. Mk 2,2G monatlid) 75 Pfg. mit Hrnigerlohn; durch die Abholrstellcn v'erteljährl. Mk. 1,98 monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr!, mit Bestellgeld.
Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
Annahme »en Anzeigen zu der nachmittags für den felgtnitn Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS MantagS.
Die Gießener Nnmikienvtätter »»erden dem Anzeiger t* Wechsel mit „Hess. Sandwirt" n. „Blätter Wc Hess. Volkskunde" »bchtl. 4 mal beigelegt.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Zlnrts- Mnd Jlnjeiaeblatt für den ICrcis Gieren.
Redaktion, Expedition und Druckerei:
Kchnlstraße Ar. 7.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Volkskunde.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Dietzen.
Fernsprecher vir. 51.
Amtlicher Teil.
Gießen, 2. Februar 1900.
Betr.: Die Aufnahme der taubstummen Kinder in die Taubstummen Anstalten des Landes.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Wir sehen Ihren Berichten darüber entgegen, ob in Ihren Gemeinden taubstumme Kinder vorhanden sind, welche das zur Aufnahme in eine Taubstummen-Anstalt erforderliche Alter erreicht haben.
Die Kinder müsien am 1. Mai des Aufnahmejahres das 7. Lebensjahr vollendet, dürfen aber das 12. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt haben.
Die Aufnahme erfolgt stets auf die Dauer von sieben Jahren.
Sollten sich aufnahmefähige taubstumme Kinder in Ihren Gemeinden vorfinden, dann wollen Sie sich über die Berhältniffe der Eltern der Kinder ausführlich äußern und sich hierbei des nachstehend abgedruckten Formulars, dessen einzelne Rubriken sorgfältig auszufüllen sind, bedienen.
v. Bechtold.
£
-Q
Q
Namen der Taubstumen.
Geburtstag.
Reli
gion.
Erzeugt
Das wie vielte Kind?
Namen der Eltern und ihre Beschäftigung
Bei der Geburt war alt
W'evtei Geschwister
am Leben
gestorben
Z
s
«s s
1
der Vater
die Mutter
Brüder
Schwe- steril
Brüder
Schwestern
1.
2.
3
.4
).
6.
7.
k
9.
Ungefähres
Veranlassung der Taubheit
Umfang der Taubheit
taub geworden
hat
Vermögen
taub
stock-
noch
ge-
wann? j wo-
taub
etwas
der Eltern
boten
| durch
Gehör
10.
11.
12.
13.
e
C .o 65 ®
Unterrichtet
wird es wo?
von wem?
wurde es wo?
von wem?
16.
Mit was jetzt beschäftigt?
17.
Bemerkungen
18.
* Der Bergarbeiter-Ausstand.
Gießen, den 5. Februar 1900.
Schon seit mehreren Wochen befinden sich die Arbeiter großer Kohlenvereine Oesterreichs im Ausstande, und der Zeitpunkt ist gekommen, wo sich die Folgen des Strikes in sehr fühlbarer Weise bemerkbar machen werden. Bei unserer hochentwickelten Industrie ist der Kohlenbedarf ins Ungeheure gestiegen, und bekanntlich sind wir auch auf die ausländische Kohle angewiesen. Im allgemeinen glaubt das große Publikum, daß unsere Werke auf lange Zeit hinaus mit Kohlen versagt, und deshalb gegen eine kürzere Unterbrechung der Lieferungen gefeit sind. Das ist aber nicht der Fall, denn erst einige Wochen lang ist die Kohlenförderung eingeschränkt, und schon hat sich eine Kalamität eingestellt, die von Tag zu Tag schlimmer zu werden droht. Es wird ernstlich befürchtet, daß eine größere Anzahl von Werken, welche auf die böhmische Kohle angewiesen sind, ihren Betrieb einstellen müssen. Man erkennt jetzt, daß der österreichische Bergarbeiterstrike auch in Deutschland einen ganz gewaltigen Schaden anzurichten geeignet ist, und den Verlust von Unsummen am Nationalvermögen fordern wird. Noch bedeutungsvoller würde die Sache werden, wenn es sich bewahrheiten werde, daß auch in unseren rheinischen Kohlendistrikten ein Ausstand bevorsteht. Der Anfang ist bereits gemacht, und man meldet, daß auf einer Grube des Eschweiler Bergwerkvereins ein! Teil der Belegschaft die Arbeit niedergelegt hat. In diesen Tagen wird darüber Beschluß gefaßt werden, ob der Strike auf weitere Gebiete ausgedehnt werden soll, und nach allen bisherigen Erfahrungen darf man annehmen, daß, wenn auch nicht alle, so doch aber viele Arbeiter sich mit ihren im Ausstande befindlichen Kollegen solidarisch erklären werden. Die Aussichten sind also keine erfreulichen; es ist vielmehr zu befürchten, daß wir wieder Zeiten großer Erregung unter der Arbeiterschaft entgeaengehen.
Die Ursachen für die Arbeitseinstellungen liegen m der Regel iiln Lohndifferenzen: entweder verlangen die Arbeiter eine Lohnerhöhung, oder aber sie wollen sich eine Reduktion ihrer Bezüge nicht gefallen lassen. Durch Strikes haben die Arbeiter schon manches erreicht, aber auch die Unternehmer sind oft siegreich aus dem Kampfe hervorgegangen; in beiden Fällen ist jedoch der jedesmal entstandene Schaden ungeheuer gewesen. Deshalb sollten es sich sowohl die Arbeiter reiflich überlegen, ehe sie sich in den Ausstand begeben; andererseits aber sollten auch die Unternehmer mit allem Ernst prüfen, ob es nicht besser sei, nur einigermaßen berechtigte Forderungen ihrer Ar
beiter zu bewilligen bezw. auf Lohnreduktionen zu verzichten. Man sieht ja heute an dem österreichischen Ausstande, wie weit die Wirkung desselben sich bemerkbar macht, daß er in die verschiedensten Kreise hineingreift, und die Existenz vieler, gar nicht am Strike beteiligter Arbeiter bedroht. Aber auch noch eine andere Gefahr liegt nahe, daß nämlich die aufgehetzten Arbeiter gegen Gesetz und Ordnung sich vergehen und Exzesse herbeiführen, die die schwersten Folgen zeitigen, wie der letzte Ausstand uti ferner Grubenrevier so evident gezeigt hat. Die jetzt in Oesterreich herrschenden Verhältnisse sollten eine Mahnung sein für unsere Unternehmer und Arbeiter, den Weg der Verständigung nicht zu verlassen, und nicht ohne die allerschwersten Beweggründe das Mittel des Strikes oder der Aussperrung zu ergreifen, das immer ein zweischneidiges Schwert bleibt, und keinem Teile vorher einen Erfolg garantiert.
* Vom Kriegsschauplatz
Sir Redvers Buller, der Oberstkommandierende in Natal, wollte nach seiner „siegreichen Flucht" über den Tugela den
Schlüssel znr Bnrenstellnng
gefunden haben. Erschlossen hat er sie noch nicht. Es muß also etwas nicht in Ordnung sein, entweder am Schlüssel oder am Schlüsselloch. Augenscheinlich bezieht sich das Wort Schlüssel auf die südlich vom Tugela liegende, von schwerem englischen Geschütz besetzte Höhenstellung Mount Alice, unter deren Schutz Buller östlich von Potgieters Drift den Fluß überschritten haben wird, um auf kürzerem Wege rascher in offenes Gelände zu gelangen und die feindliche Stellung im Rücken zu fassen hofft.
Aus London, 1. Februar, wird über die geheimnisvolle Schlüsselgeschichte geschrieben: Wieder schwirren heute abend die unkontrolierbarsten Gerüchte durch die Straßen, ohne daß es möglich wäre, deren Quelle festzustellen. Alle laufen darauf hinaus, daß General Buller den Tugela von Neuem überschritten habe und seit heute früh mit seinen gesamten Truppen in einem verzweifelten Kampfe gegen fast uneinnehmbare Stellungen der Buren' sich befände, während General White seinerseits einen äußersten Versuck) mache, mit allen seinen leichten Truppen durchzubrechen und Getteral Buller die Hand zu reichen. Es heißt sogar, White habe dabei fast seine gesamte Kavallerie opfern müssen, und selbstverständlich vorher seine schweren Geschütze zerstört und alle seine Vorräte vernichtet. Der einzige positive Anhalt, der für alle diese
Angaben vorliegt, besteht in der Extraausgabe der „St. James Gazette". Offenbar stammt diese Nachricht aus einer Privatquelle, d. t. aus der Umgebung der Minister des Kriegsamtes, oder sie basiert auf der Privatdepesche eines hohen Offiziers an seine Angehörigen. Das wäre kein Grund, an der Wahrheit der Nachricht zu zweifeln, ganz im Gegenteil! Denn thatsächlich sind seit längerer Zeit bereits alle zuverlässigen Informationen auf einem dieser drei Wege erreicht worden mit Ausnahme jener beschränkten Zahl von Kabeln, welche unter dem Deckmantel einer kaufmännischen Adresse in verabredeter Sprache eingingen. Aber es ist auch möglich, daß alle diese Gerüchte der Reflex der erregten öffentlichen Meinung einerseits und der das Datum des letzten Sonntags tragenden Depeschen der „Morning Post" und des „Manchester Guardians" sind. Ersterer kabelte Churchill: „Man braucht um Ladysmith keine direkten Sorgen zu haben. Obwohl die Kavalleriepferde voraussichtlich leiden werden, Männer wie White, Hunter und Hamilton werden niemals kapitulieren. General Buller setzt seine Anstrengungen fort. Alles wird schließlich gut ausgehen, niemand ist niedergeschlagen, da alle darüber einig sind, daß eine äußerste Anstrengung, die Burenlinie zu durchbrechen, unmittelbar bevorstehe. Der Geist der Soldaten ist äußerst entschlossen. Die Armee ist zur Verzweiflung getrieben, aber nicht geschlagen" rc. Und der Korrespondent des „Manchester Guardians" kabelt gleichzeitig vom Sonntag: „Der allgemeine Eindruck ist nach wie vor, daß den Verteidigern von Ladysmith geholfen werden muß.
Winston Churchill telegraphiert der „Morning Post" aus Pietermaritzburg, die Buren hätten gemäß seiner tn der Gefangenschaft in Prätoria erhaltenen Information 18000 Mann in Natal, wovon 7000 die reguläre Deckungsarmee bildeten, 7000 Ladysmith hielten und 4000 den Umständen gemäß mit jeder der beiden Armeen cooperierten. Ihr Aufklärungs-Departement stehe jetzt unter Oberst Sandbach und funktioniere vorzüglich. Die Buren-Vorposten hielten die Gipfel besetzt und signalisierten die Bewegungen der britischen Kolonne an die Hauptarmee der Buren in der dahinter liegenden Ebene. Dieselbe bewege sich viel schnsSer, als es den Engländern möglich, nach jedem bedrohlichen Punkt. Wo daher auch die Engländer angriffen, würfe sich ihnen das Gros der Buren-Armee entgegen, und jede Umgehungsbewegung werde zum Frontangriff. Ueberdies gestatte die zum Flußübergang nötige Zeit den Buren, Artillerie heranzubringen und sie zu verschanzen. Buller müsse daher, um Laoysmitb doch zu befreien, durch einen Frontangriff eine beherrschende Position erzwingen, die von 10—12 000 der besten Schützen der VK'lt gehalten werde, welche von überlegener Artillerie unterstützt werden und mit hohem militärischem Geschick verschanzt seien. Buller müßte nach europäischen Prinzipien 36 000 Mann in der Gefechtslinie haben. Jedoch die Lage in Ladysmith zwänge zur Ueberwindung aller Schwierigkeiten, alle fühlten, daß eine äußerste Anstrengung gemacht werden müsse. Offiziere und Mannschaften seien gleich entschlossen.
Die schwersten Derlnfte ans bnrischer Seite
trafen bei dem Sturm auf den Spion kop das Kommando von Prätoria. Unter den Toten werden genannt: Karl Jeppe, Erich Esselen, fxrner, wie schon erwähnt, der bekannte ehemalige Leutnant v. Brüsewitz und', wie Dalzielmeldung aus Prätoria hinzugesügt: „Herr Schmitz- Dumont, Direktor der Goch-Minen und Bruder des Verlegers der Kölnischen Zeitung". Hierzu bemerkt die „Köln. Ztg.":
Lediglich um an einem Beispiel zu zeigen, welche Fabeln über den Dienst der Deutschen in Transvaal verbreitet und vielleicht geglaubt werden, sehen wir uns veranlaßt, diese Angabe zu berichtigen. Es ist uns bekannt, daß ein Zugehöriger der weitverzweigten, in Köln, Bonn, Wesseling u. s. w. ansässigen Familie Dumont als Bergbautechniker nach Transvaal gegangen ist. Der Herr ist jedoch den Verlegern der „Kölnischen Zeitung" Herren Neven-Du Mont persönlich nicht bekannt, und ihre Familienverwandtschaft mit ihm ligt mehrere Generationen zurück, so daß sie sich überhaupt kaum noch feststelle» * läßt. Daß Herr Schmitz-Dumont auch nicht zu dem Chefredakteur der „Kölnischen Zeitung" Dr. Aua. Schmitz- in irgend welcher verwandtschaftlicher Beziehung steht, erhellt schon allein aus der verschiedenen Schreibung der Namen.
Mafeking.
Der Bürgermeister von Mafeking hat, so wird uns aus London berichtet, am 27. Januar an die Königin telegraphiert: Am hundertsten Tage der Belagerung sendet die Stadt Mafeking Ew. Majestät die Versicherung ihrer treuen Hingebung und des beharrlichen Entschlusses, Ew. Majestät Suprematie in dieser Stadt aufrecht zu erhalten. — Aus Gaberoues wird über Lourenzo Marques, 2. Februar, gemeldet, Oberst Plumer fährt in seinen Operationen fort. Eine vom 26. Januar datierte Nachricht be-


