Ausgabe 
5.9.1900 Zweites Blatt
 
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klamation erfolgten Annektierung Transvaals zurückzuführen. Die Beweglichkeit des Feindes müsse darüber entscheiden, ob der Krieg in ein paar Wochen enden, oder sich noch monatelang hinziehen werde. Die Regengüße hätten be­gonnen und die Schwierigkeiten des Vorrückens der Eng­länder bereits vergrößert. Unter den in Belfast angekom­menen gefangenen Buren befände sich auch ein italienischer Geistlicher.

500 Buren haben die im Gefängnis in Klip- -river, acht Meilen südlich von Johannesburg eingeschlos senen Gefangenen, meistens Ausländer und Eingeborene befreit und mit Waffen versehen. Die männlichen Einwohner von Roodepoort sind unter dem Verdachte der Mitschulo an der Zerstörung der Bahnlinie zwischen KrügerS- dorp und Johannesburg von den Engländern verhaftet worden.

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Telegramm de- Gtetzeuer Anzeiger-.

New-York, 4. September. Hier ist ein englischer Dampfer eingetroffen, der von St. Helena kommt. Der Kapitän erklärte, daß die Buren auf der Insel St. Helena mit ihrer Verpflegung und Behandlung sehr zu­frieden seien. General Cronje werde öfters zum Gouver­neur zur Tafel eingeladen.

Politische Tagesschau.

Die Anarchisten-Konferenz wird nunmehr be­stimmt in Paris am 13. September und den folgenden Tagen stattfinden. Nach anarchistischen Ankündigungen dürsten sich die Anarchisten aller Länder, darunter auch deutsche, in der französischen Hauptstadt treffen, um angeblich einestärkere Verbindung zwischen den Kameraden der verschiedenen Länder zu erzielen und sich über die Fragen praktischer Bedeutung fiir die Arbeitermassen als den Generalstreik, die Propaganda der Revolutionäre aussprechen. Geld scheint auch wieder für die anarchistischen Agitatoren flott gemacht worden zu sein; in der letzten Woche sind bei der Berliner Zentralstelle über 100 Mark eingelaufen, darunter ein größerer Posten aus Mannheim, überhaupt kommen aus Süddeutschland hauptsächlich die Gelder; aus dem Norden geht ganz selten ein Posten ein. Die Konferenz der Regierungen, um die Maßnahmen gegen die Anar­chisten zu beraten, ist gesichert; die von England früher gemachten Bedenken sollen diesmal nicht wiederholt sein. Man wird auf der Konferenz wesentlich versuchen, das System der internationalen Ueberwachung der bekannten Anarchisten a.'uszubauen; wie das Verbrechen in Monza gezeigt hat, waren die bisherigen Maßnahmen der Polizei nach dieser Richtung durchaus unzugänglich. Die anar­chistische Litteratur, die anarchistischen Zeitungen geben über die Reisen der Anarchisten manchen Fingerzeig; hier heißt es, sich immer auf dem Laufenden zu halten; auch das Meldewesen muß so streng wie möglich gehandhabt werden. Es sind ja nach dieser Richtung hin schon Verbesserungen gemacht, weitere geplant; daß der politische Schuß des Königs Humbert in Monza ganz ungenügend war, bedarf wohl weiter keiner Hervorhebung. Die deutschen Anar­chisten haben übrigens ihre unerhört freche Sprache wiedergefunden; so schreibt die anarchistischeNeue Zeit": Am Mittwoch hat die Schwurgerichtsverhandlung (lies Justizfarce) gegen Bresci begonnen." Im weiteren hat der kleine Artikel ausschließlich die Tendenz, Bresci,in dessen Antlitz sich die furchtbaren Martern wiederspiegeln, benen er ausgesetzt 'ist", zu entschuldigen. Dann wagt das Blatt von denitalienischen Justizstrolchen", von Hallunken" zu reden, die Acciarito zugesetzt haben. Wahrhaftig, die Schamlosigkeit kann nicht weiter getrieben werden.

Deutsches Reich.

Berlin, 3. September. Das Kaiserpaar besuchte gestern vormittag den Gottesdienst in den Kommuns. Zur kaiserlichen Mittagstasel war geladen der frühere Militär- Attachec in London, Major Freiherr v. Lüttwitz. Am Nach-- mittag segelte der Kaiser auf dem Wannsee. Die Abend­tafel fand im Marmorpalais statt. Heute hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Civilkabinetts v. Lucanus und des Ministers Freiherrn v. Rheinbaben und die Marine- Vorträge.

Der Kronprinz ist am Samstag nach der Pa­rade zum Oberleutnant befördert worden und rückte heute früh mit der 3, Komp, des 1. Garderegiments z. F., bei der er Frontdienst thut, zum Manöver aus. Nach einer Mitteilung derPost" wird der Kronprinz am 20. Oktober in Akten an der Elbe eintreffen, um auf der nahe gelegenen Försterei Olberg der Jagd obzuliegen. Der Auf­enthalt dort ist auf drei Tage vorgesehen.

DerReichs-Anzeiger" meldet die Verleihung des Sterns zum Roten Adlerorden 2. Klasse an den Reichs­tags-Abgeordneten Freiherrn v. S t u m m - H a l b e r g.

Wie diePost" hört, wird die Deputation des russischen Regiments Wiborg, das Regiment des deutschen Kaisers, die zur Feier der Fahnenweihe im Lichthofe des Zeughauses hier eingetroffen war, noch in Deutschland verbleiben und an den Kaiser-Manö- vern teilnehmen.

Die Akten bezüglich der Wahl des Königsberger 2. Bürgermeisters Brinkmann zum 2. Bürger­meister v oii Berlin hat der Minister des Innern dem Zivilkabinett des Königs übermittelt. Herr v. Rheinbaben hat die Bestätigung des Monarchen empfangen. Vom Minister sei Herr Brinkmann, als er sich bald nach seiner Wahl Herrn v. Rheinbaben in Berlin vorstellte, versichert worden, daß, sowie die Entscheidung bei dem Ministerium liege, der Bestätigung seiner Ernennung nichts entgegen-

Wie aus Hamburg telegraphiert wird, z a h l t E n g- land an die deutsch - ostafrikanische Postdampserlinre 1 7 5 0 0 0 0 Mark a l s E n t s ch ä d i gu n g für das Auf­bringen und das Durchsuchen der deutschen DampferBun­desrat",Herzog" unpGeneral".

Der dieser Tage in Neapel cingetroffene Gouver­neur v. Lieb er t, der im Laufe der Woche in Berlin erwartet wird, hat im Suezkanal eine kurze Begegnung

mit feinem früheren Chef, dem Feldmarschall Grafen W a l d e r s e e, gehabt.

Gegen den Grafen Pückler-Klein-Tschirne ist von der Staatsanwaltschaft am Landgericht I ein neues Verfahren anhängig gemacht wegen Aufreizung zum K l a s s e n h a ß, begangen durch eine im Juli in der Ton­halle gehaltene Versammlungsrede.

Der Reichskommissar für die Pariser Weltaus­stellung, Geh. Ober-Reg.-Rat Dr. Richter, der in der vergangenen Woche vom Kaiser in Milhelmshöhe em­pfangen worden war, verweilte darauf einige Tage in Berlin und hat sich wieder nach Paris zurückbegeben. Am Samstag hatte er noch eine Konferenz mit dem Unterrichts­minister Tr. Studt, der demnächst der Pariser Weltaus­stellung einen Besuch abstatten wird. Mit Interesse darf einem Berichte entgegengesehen werden, den Tr. Richter demnächst veröffentlichen wird.

Die s. Zt. über den Redakteur Siegmar Mehring vomUlk" wegen Gotteslästerung verhängte sechs­monatige Gefängnisstrafe ist im Gnadenwege in eine drei­monatige F e'st u n g s h a f t umgewandelt worden.

Wie aus Danzig gemeldet wird, i? heute früh das gesamte Manöver-Geschwader zu taktischen Uebungen in der Danziger Bucht in See gegangen. Von dort aus findet morgen nachmittag eine gefechtsmäßige Fahrt nach Swinemünde statt. Dort erfolgt die Ankunft am Mittwoch.

Oldenburg, 3. September. Der neue Premier­minister Willich ist der Sohn eines kurhessischen Predigers, der infolge seiner liberalen Gesinnung aus Hessen sort- zukommen suchte, bis er hier eine Stellung als Direktor des protestantischen Lehrerseminars fand. Vor wenigen Jahren starb er; da er dem Liberalismus immer treu geblieben war, hatten die Orthodox-Konservativen ihn nicht allzugern. Premierminister Willich steht wohl ganz auf dem politisch und kirchlich gemäßigt liberalen Standpunkt seines Vaters.

Bonn, 3. September. Die 47. General-Ver­sammlung der Katholiken Deutschlands wurde gestern abend durch eine öffentliche Sitzung in der Zelt­halle eröffnet. Es hatten sich einige Tausend Teilnehmer von Auswärts eingefunden. Die Stadt ist festlich ge­schmückt. Von Parlamentariern bemerkte man die Abgg. Lieber, Fusangel, Porsch, Dasbach, von Kirchenfürsten den Erzbischof Simar und den Weihbischof Dr. Fischer. Heute vormittag fanden verschiedene Ausschußsitzungen statt. Gestern tagte bereits der Augustinus-Verein. .Heute Vor­mittag wurde kurz nach 10 Uhr die erste geschlossene Ge­neralversammlung eröffnet. Derselben war ein Gottes­dienst, den der Erzbischof von Köln celebrierte, vorange­gangen. Nach bcr Begrüßung der Erschienenen durch den Präsidenten des Lokalkomitees erfolgte die Wahl des Prä­sidenten, Graf Praschmar wurde zum i. Präsidenten, Trimborn zum ersten und Graf D r a t e zum zweiten Vizepräsidenten gewählt. Sodann wurden Anträge, die auf den früheren Katholikentagen bereits angenommen sind und jetzt wiederholt werden, beraten. Nne Reso­lution des Abg. Porsch zur römischen Frage, die als Zeichen unwandelbarer Liebe und Trepe zu den Füßen des Papstes niedergelegt werden soll, wurde angenommen. Dr. Porsch erklärte in seiner Rede, daß die deutsche Di­plomatie gegenüber der Adresse des ersten Deutschen Reichs­tages, in der ausgesprochen wurde, der Reichstag hoffe, daß sich die Negierung fernerhin nicht mehr in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten einmischen werde, glcich- giltig geblieben sei. Der Redner sagte das mit Rücksicht auf die' Vorgänge in China. Angenommen wurde auch eine Resolution über die Empfehlung des Windhorst-Bundes und des Raffael-Vereins. Schließlich wurde die Absendung von Huldigungstelegrammen an Papst und Kaiser be­schlossen. Vom Papst Leo XIII. war folgendes Breve

eingegangen:

Geliebter Sohn, Heil und apostolischen Segen. Gleiche Freude erfüllt jedesmal Unser Herz, wenn uns von der Katholikenversamnn lang gemeldet wird, die alljählich von Euch nun schon seit fünfzig Jahren gehalten zu werden pflegt. Und nicht nur deswegen freuen Wir uns, weil diese Versammlungen ein großartiges Bekenntnis des katholischen Glaubens sind, sondern mehr noch deswegen, weil durch die tägliche Erfahrung bewiesen ist, daß diese Eure Kongreße die reichsten Früchte bringen zum Wohle von Kirche und Staat. Aus diesen zwei Gründen wünschen Wir Euch nun auch zu der bevorstehenden Versammlung zu Bonn aus vollem Herzen Glück. Denn Wir zweifeln keinen Augenblick, daß die Katholiken, die sich dort einsinden werden, dieselbe Begeisterung der Herzen und Ein­mütigkeit der Bestrebungen, auch dieselbe Uebereinstimmung mit den Gesinnungen des apostolischen Stuhles mitbringen werden, durch welche die früheren Versammlungen Beifall und segensreiche Wirk­samkeit erlangt haben. Dir aber, geliebter Sohn, und den anderen Mitgliedern des die Versammlung vorbereitenden Komitees wünschen Wir liebevoll, daß infolge Eurer Bemühung die Versammlung selbst einen würdigen und glänzenden Verlauf nehme. Allen aber, die derselben beiwohnen werden, erteilen wir in väterlicher Liebe den apostolischen Segen als Vorboten der göttlichen Gnadengaben. Ge­geben zu Rom bei Sankt Deter am 14. August 1900 im drerund- zwanzigsten Jahre unseres Pontifikates.

Leo XIII., Papst. (Eigenhändige Unterschrift.)

(?) Edenkoben, 3. September. Man schreibt uns: Lassen Sie sich kurz über die gestrige nationallibe- ra le Parteifeier des Sedantages berichten. Er­freulich ist, daß hier die Jugend in erster Reihe steht, wenn es sich um patriotische Kundgebungen handelt. Die gestrige Feier ist und war von vornherein eine Veranstal­tung der nationalen und liberalen Jugendvereine, wie sie hier in der Pfalz, in Baden, Württemberg und Bayern bestehen und deren Vertreter von weit her, bis Stuttgart und München, herbeigekommen waren, um gleichzeitig über Organisation und (Errociterung ihrer Verbände zu beraten. Den Mittel- und Glanzpunkt der Feier bildete die große, vor einer vielhundertköpfigen Versammlung im Walde bei der Ludwigshöhe gehaltene, Festrede des früheren hiesigen Reichstagsabgeordneten Tr. v. B ü r k l i n aus Karlsruhe. In meisterhafter Form, ohne alle Ueberschwünglichkeiten, aber aus der Tiefe eines warmen, vaterlandsfrohen! Herzens heraus, sprach der Redner zunächst über die wahre Bedeutung des Sedanfestes, die nicht in einer chauvinisti­schen Herausforderung unserer damaligen Gegner, sondern in der Erinnerung an die erst durch die Errungenschaften jener großen Zeit herbeigeführten Gründung unseres deut­schen Reiches liegt. Ein kurzer gedrängter Rückblick auf die seitdem verstrichenen 30 Jahre hob alles erfreuliche hervor, was durch die pflichtgetreue Thätigkeit unserer führenden Männer in Bezug auf Sozialreform, gewerb-

lrchen Aufschwung und weltpolitische Bestrebungen erreicht worden ist; verbreitete sich dann aber auch über die be­gangenen Fehler, insbesondere den nutzlosen Parteihader im Reichstage, die konfessionellen LSreitigkeiteu und über das einzige Mittel, diesen Schäden zu begegnen: die Stär­kung des vaterländischen Sinnes, dem hoch, über allen landschaftlichen Standes- utld Partei-Interessen das Wohl des ganzen Deutschen Reichs und Volkes steht. Tiefen Sinn zu pflegen, die alten Ideale deutscher Art hochzu­halten, vor allem die Wahrheit in Wort und That sich zur Richtschnur des Lebens und Handelns zu machen: das ist die Ausgabe per Zukunft, zu deren rEfülchng unsere Jugend berufen ist. Mit diesem Appell an diejenigen, welche das Fest veranstaltet hatten und wohl die Hälfte der Zuhörer­schaft oder mehr ausmachten, schloß die Ansprache. Daß sie gezündet hatte, konnte man aus den freudig strahlen­den Augen der Jünglinge lesen, aus ihren begeisterten Gesängen hören. Aber auch den Alten war es wieder ein­mal warm ums Herz geworden, und wenn das aus den schlichten Worten Ihres Berichterstatters herausklingt, dann hat er seine Aufgabe erfüllt.

Ausland.

Christiania, 3. September. Ein junger norwegischer Maler Namens Vigeland war 3 Wochen lang im Ge­fängnis zu Florenz eingesperrt. Er kam von Paris, um in Italien zu studieren. Die Polizei hatte ihn im Berdacht, er sei Anarchist und Chef eines Komplotts, dazu bestimmt, den Fürsten von Montenegro zu töten. Vigeland hatte einen Revolver bei sich, der den Verdacht stärkte. Erst vor einigen Tagen erhielt seine Familie Kenntnis von seinem Schicksal. Nach Intervention der norwegischen Regierung ist der Künstler nun endlich frei- gelassen worden, da er ganz unschuldig ist. Die Zeit seiner Gefangenschaft zwischen Banditen und Räubern soll für ihn entsetzlich gewesen sein.

Loudon, 3. September. Aus Mombara wird gemeldet: In Uganda, namentlich im Bezirk Nandi, brachen Un­ruhen aus. Zwischen Kampala und der Küste ist der Verkehr unterbrochen. Nach dem betr. Gebiet wurden Truppen entsandt.

Brüffel, 3. September. Von verschiedenen Seiten ver- lautes, der König beabsichtige seine gegenwärtig nach den Azoren gerichtete Vergnügungsfahrt zu einem Besuche des Kongo auszudehnen. Der AntwerpenerMatin" glaubt die Gerüchte von der für das nächste Jahr beab­sichtigten Abdankung Leopolds II. bestätigen zu können.

Rambouillet, 3. September. Der russische Bot schaster Fürst Urasoff überreichte heute dem Präsi­denten Loubet den Andreas-Orden mit Band und Schwertern. Dabei hielt der Botschafter eine Ansprache, in der er sagte:

Der Kaiser wünscht, daß Sie in diesem Akt einen Beweis seiner hohen Achtung erblicken, die er für Sie hegt, und wünscht von seine« unveränderlichen Gesinnungen für die verbündete und befreundete große Macht Zeugnis abzulegen- Meine heutige Sendung ist das glücklichste Ereignis unter denen, die bisher die mir anvertraute Auf­gabe kennzeichneten, um die so glücklich begründeten herzlichen Be­ziehungen zwischen Frankreich und Rußland zu erhalten.

Loubet erwiderte:

Se. Maj. der Kaiser habe aufs neue die Fortdauer seiner Ge­sinnungen für die befreundete und verbündete Nation bekundet. Wir sehen in dem heutigen Vorgang einen Beweis seines Waltens, die Bande, die die beiden Regierungen und Völker einen, noch enger zu knüpfen. Ich bitte Sie, Sr. Majestät den Ausdruck meiner Dankbarkeit zu über­mitteln und dem Kaiser zu versichern, daß die französische Regierung sich bemüht, diese für beide Nationen nutzbringende Einigung zu erhalten.

Abends gab Loubet ein Festmahl, dem ein Zapfen­streich folgte.

Wien, 3. September. Zur parlamentarischen Lage wird gemeldet: Die Auflösung des Abgeordneten­hauses ist in naher Sicht. Die Regierung wird hierzu durch die Haltung des Tschechenklubs gedrängt, der trotz der angeblichen Bemühungen des Feudaladels nicht zu be­stimmen war, die Obstruktion fallen zu lassen. ES ist noch unbestimmt, ob im Falle der Auflösung die Neuwahlen gleichzeitig ausgeschrieben werden oder ob eine längere parlamentlose Zeit unter Anwendung des § 14 kommen wird. Die Entscheidung des Kaisers wird erst nach seiner Rückkehr von den galizischen Manövern erfolgen.

Bukarest, 3. September. Laut Geständnis Trisanows und Bogdanows habe Sarafow die Ermordung des Königs vor Beginn des Frühjahrs geplant und den Auf­stand in Makedonien anbefohlen.

Konstantinopel, 3. September. Der Sultan verlieh dem besonderen Abgesandten des deutschen Kaisers, dem kommandierenden General des 11. Armeekorps in Kassel, v. Wittich, die Brillanten des Großkordons deSMedjidie- ordens.

Aus Stadl und Kand.

Gießen, 4. September 1900.

Auszeichnung. Dem Kesselschmiedemeister Theodor Jakob Severin, im Dienst der Aleiter'schen Maschinen fabrik in Mainz, wurde das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit- am Band des Phmpps- OrdenS verliehen. . r . . M

* Zum Kloppeuheimer Mord, p^ge bei Hu«, schreibens der hiesigen Staatsanwallschaft hat sich in Frank- urt a. M. ein gewichtiger Zeuge gemeldet durch dessen Aussagen, wie ein dortiges Blatt meint, höchstwahrscheinlich noch andere Z-ugen ermittelt werden dürften. Der er- mordete Moller war am Tage seiner Ermordung m.t einem anderen Menschen in der HerbergeZur Heimat- ein- aekebrt und am Abend mit einem anderen Manne zu Fuß nach Vilbel gegangen. Unterwegs war Möller in Begleitung jenes Unbekannten, deffen Beschreibung genau aus die au«- aeschriebene Person paßt, bei dem Kaufmann Ludwig Walther, Friedberger Landstraße 133 in Frankfurt, gewesen und hatte sich tu deffen Spezereiladen zum Abendeffen