Ausgabe 
5.8.1900 Zweites Blatt
 
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Hurrarufen begrüßt wurden, begaben sich an Bord des Dampfers Rhein, mit dem auch eine kriegsstarke KolN- pagn»e Württemberger abgeht. Das Kaiserpaar besichtigte das Schiff und sprach viele Offiziere und Mannschaften an. Beim Verlassen des Schiffes rief der Kaiser,Adieu, Kuineraden!", worauf Generalleutnant v. Lessel ein donnernd aufgenommenes, dreifaches Hurra auf den obersten Kriegsherrn ausbrachte.

Darauf begab sich das Kaiserpaar zu Fuß nach der Adria, um aiutji dieses Schiff zu besichtigen. Auch hier sprachen die Majestäten viele Offiziere und Mannschaften an. Die Kaiserin beschenkte einige Artilleristen mit Pho- tographieen. Der Kaiser verließ auch, hier das Schiff mit dem Ruf:Adieu Kameraden!", während die Mann­schaften mit einem dreifachen Hurra antworteten. Als die Majestäten zu ihrer Dampspinasse zurückkehrten, brachten ihnen die Mannschaften und das Publikum stürmische Ova- twnen dar. Der Kaiser und die Kaiserin fuhren dann nach der Hohenzollern zurück. Der Kaiser nahm auf der Kom­mandobrücke, die Kaisern» auf Deck Aufstellung. Gleich darauf um 5 /Uhr setzten sich Rhein und Adria hinterein­ander in Bewegung. An Bord der letztern spielte die mit ausreisende Regimentsmusik, am Quai die Kapelle der Matrosen - Artillerie. Die Mannschaften der ausreisenden Schiffe sangenDeutschland, Deutschland über alles" und dieWacht am Rhein". Die vollbesetzten Schiffe boten einen herrlichen Anblick. Tausende von Menschen standen am Ufer, grüßten durch Tücherschwenken und tauschten mit den Mannschaften Hochrufe aus. Als die Schiffe die Hohen- zollern passierten, spielte die Kapelle auf der letztern den Aorkschen Marsch. Der Kaiser grüßte, ließ das bekannte Flaggensignal setzen, worauf dre Mannschaften laute Hurra- rufe ausbrachten. Zur heutigen Abendtafel beim Kaiser sind einige hierherkommandierte Offiziere des Heeres und der Marine geladen. Dem Vernehmen nach wird sich der Kaiser morgen abend nach Koburg und die Kaiserin nach Wilhelmshöhe begeben.

Die Charterung von 3 Lloyddampfern und zwar für Truppentransporte ist effektiv. Die Dampfer sollen anfangs September reisefertig sein. Eine Ka­binettsordre, die die Formierung weiterer zehn­tausend Mann anbefiehlt, soll bevorstehen.

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Telegramme des Gießener Anzeigers.

London, 4. August. Aus Washington wird gemeldet: Der amerikanische Konsul in Shanghai berichtet, daß er Li-Hung-Tschang die Antwort des amerikanischen Staats­sekretärs betreffend den Vorschlag, den Vormarsch gegen Peking zu versagen für den Fall, daß die Regierungen mit ihren Vertretern in Peking direkt in Verbindung treten können, mitgeteilt hat. Li-Hung-Tschang habe sofort nach Eingang dieses Telegramms neue Verhandlungen mit der chinesischen Regierung eingeleitet.

London, 4. August. Daily Expreß meldet aus Shang- Hai: Li-Hung-Tschang habe eine Proklamation erlassen, worin er den Boxern empfiehlt, sich zu zerstreuen, andern­falls werde er sich an die Spitze feiner Truppen stellen, um sie gewaltsam aus seiner Provinz zu entfernen.

Loudon, 4. August. Nach Privatmeldungen aus Shanghai sollen die Russen im Norden von Niutschwang eine schwere Niederlage erlitten haben und infolge dessen die Eisenbahnlinie Niutschwang Port Arthur haben aufgeben müssen.

Petersburg, 4. August. Nach amtlichen Berichten be­ginnt die aufständische Bewegung in der Mand­schurei fortgesetzt an Ausdehnung zu gewinnen. Den Russen ist es infolgedessen bisher nicht gelungen, nennens­werte Erfolge zu erzielen. Auch die Nachrichten aus Tientsin lauten ungünstig. Man glaubt, daß es den geringen Streit­kräften der Verbündeten nicht gelingen wird, nach Peking vorzudringen.

Der Krieg in Südafrika.

Das Abfangen der Oranjeburen zwischen Fouriesburg und dem Caledon ist nicht vollkommen gelungen. Hunters Bericht, der sich wieder mal durch große Un­klarheit auszeichnet, besagt, daß sich ihm am31. Juli weitere 1200 Buren, darunter die Kommandanten Rouse und P. I. Fonternel, von denen man bisher nichts gehört hat, ergeben haben. Außerdem, fährt der Bericht fort, ergaben sich die Kommandanten Deploy, Potgieter und Joubert Bruce Hamilton, der 1200 Gewehre, 650 Ponies und ein Armstrong-Geschützgesammelt" hat. Ob zu diesen Dingen auch die entsprechenden Leutegesammelt" sind, muß man aus der Bemerkung Hunters erraten, er erwarte, daß die Gesamtzahl der von ihm gemachten Gefangenen jetzt 4000 beträgt. Olivier, der durch feinen Rückzug aus dem Norden der Kapkolonie rühmlich bekannte Kommandant, hat sich indessen mit 5 Geschützen und einer Anzahl Buren nach Harrismith durchgeschlagen. Von der auf 17 Ge­schütze geschätzten Oranje-Artillerie sind also nur 2 den Briten in die Hände gefallen. Das Entkommen Oliviers bedeutet, daß die Divisionen Hunter und Rundle im Bezirke von Harrismith noch eine Weile zu thun haben.

Aus Pretoria wird gemeldet: Hamilton ist nach Westen vorgerückt und traf nur schwachen Widerstand. Kit ch en er ist nach Rhenoster abgegangen, um die Ope­rationen gegen De Wet zu leiten. Bei Pötsch ef- stroom wurde das Liebeberg-Kommando der Engländer unter Smith-Dorrien angegriffen, aber der Angriff wurde ohne Schwierigkeit zurückgeschlagen. Jan Hamilton hat sich nach Rustenburg begeben, um die von Baden- Powell befehligte Besatzungstruppe dort abzuholen. Dem General Hunter haben sich wieder 700 Buren ergeben.

DaS Reuter'sche Bureau meldet aus U pington (am Oranjefluß, Norden der Kapkolonie) vom 2. ds.: Hauptmann Birbeckson ist nach Rietfontein an der Grenze des deutschen Gebietes zurückgekehrt und berichtet, daß dort alles ruhig sei.

Auf eine Anfrage erklärte Chamberlain im Unter­haufe zu London: Bei einer Privatkorrespondenz, welche in den Archiven der Buren-Regierungen in Pretoria und

Bloemfontein gefunden wurde, befanden sich die Abschriften zweier Briefe, aus denen hervorgeht, daß sie vor dem Aus­bruch des Krieges von einem Mitgliede des englischen Parlaments geschrieben seien. Auch besitze die englische Regierung Abschriften von Briefen, die von zwei anderen Parlamentsmitgliedern geschrieben feien. Zwei da« von feien gerade vor dem Ausbruch des Krieges ge­schrieben und in einer Form abgefaßt, die Anlaß zur Kritik biete. Dieselben ersuchen um Auskunft in Betreff der Ver­waltung und des Belagerungszustandes. Nach des Redners persönlicher Ansicht sind die Briefe zwar nicht ver­räterischen Inhalts, aber auch nicht Briefe, die von einem englischen Unterthan geschrieben werden dürfen zu einer Zeit, wo sich die Regierung in schwierigen Verhandlungen befindet. Die Briefe wurden mutmaßlich den Schreibern übersandt und letztere befragt werden, ob sie geneigt feien, Erklärungen über die Briefe abzugeben. Die Regierung werde die Antwort der Schreibe: der Briefe abwarten, ehe sie über die Frage der Veröffentlichung der Briefe eine Ent­scheidung treffe.

Telegramm deS Gießener Anzeigers.

Loudon, 4. August. Ein Telegramm, das in Laurenzo Marquez eingetroffen ist und aus Zeerust datiert ist, meldet, daß die Buren in Lydenburg eingetroffen sind.

Deutsches Deich.

Berlin, 3. August. Wie aus Bremerhaven ge­meldet wird, kam der Kaiser heute vormittag um 10 Uhr in Begleitung der Generale v. Messen und v. Mackensen und des Oberstleutnants Frhrn. v. Berg an Land und be­sichtigte eingehend die morgen in See gehendePhönicia", auf der die Verladung im vollen Gange war. Sodann begab der Kaiser sich zum TorpedobootSleipuer", ver­weilte dort einige Zeit und kehrte gegen 12 Uhr auf die Hohenzollern" zurück. Die K a i s e r i n besuchte am Vor­mittag das Seemannsheim und den Fischereihafen. Nach­mittags verblieb das Kaiserpaar an Bord. Nach der Rückkehr von der Besichtigung derPhönicia" arbeitete der Kaiser mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Staatsministers Grafen Bülow.

Der Kaiser trifft am 11. d. M. von Mainz in Homburg v. d. H. ein und bleibt dort bis zum 13. d. M.

Der Kronprinz ist in Begleitung des Ober­leutnants v. Pritzelwitz von seinem Jagdausfluge nach Oels wieder in Potsdam eingetroffen.

Die Prinzen Eitel Friedrich und A d al b e r t sind heute aus Bremerhaven in Cassel angelangt. Von Homburg kommend, trafen um 1 Uhr mittags die drei jüngsten kaiserlichen Prinzen und die Prin­zessin Viktoria Luise ebenfalls in Cassel ein.

Bei den Leichenfeierlichkeiten in Rom tvird der Kaiser durch den Prinzen Heinrich ver­treten sein.

Der zweite Admiral des ersten Geschwaders, Büchsel, wurde zum Direktor des allgemeinen Ma- rinedeparteinents des Reichjsmarineamts ernannt, am Stelle des zum zweiten Admiral des ersten Geschwaders ernannten Kontreadmirals F i s ch e l, Korvettenkapitän Laus, Kommandant derIltis", wurde zum Admiral­stabe des Marine versetzt, der Kapitänleutnant vom Reichs­marineamt Sthamer wurde zum Kommandanten der Iltis" ernannt.

Der russische Botschafter in Berlin, Graf v. d. Osten-Sacken, wird sich am 15. d. M. in Begleitung sämtlicher Mitglieder der Botschaft nach Danzig begeben, um dort dem an diesem Tage stattfindenden Stapellauf des russischen KreuzersNowick" beizuwohnen.

Koburg, 3. August. Der Gemeinschaftliche Landtag der Herzogtümer Koburg und Gotha trat gestern unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Rädlein zusammen. Staatsminister v. Strenge machte dem Landtage die amt­liche Meldung vom Tode des Herzogs Alfred und erklärte, das Ministerium habe sofort den Erbprinzen von Hohenlohe-Langenburg ersucht, als Vormund des minderjährigen Herzogs Karl Eduard die Regierungsver­wesung auf Grund des Gesetzes vom 15. Juli 1899 zu übernehmen. Der Erbprinz habe sich dazu bereit erklärt und die in der Verfassung vorgesehene Urkunde mit folgen­dem Wortlaut ausgestellt:

»Wir Ernst, Erbprinz von Hohenlohe-Langenburg, gegenwärtig Vormund Sr. königlichen Hoheit des Herzogs Karl Eduard von Sachsen- Koburg-Gotha und als solcher durch das Koburg-Gothaische Gesetz vom 15. Juli 1899 der Thronfolge in den Herzogtümern Koburg und Gotha für die Dauer der Minderjährigkeit des Herzogs zum Regierungs­verweser berufen, haben uns entschlossen, dieselbe zu übernehmen und erteilen Kraft gegenwärtiger Urkunde folgenden Schwur derselben zur Sicherung:Ich schwöre, daß ich die Verfassung der Herzogtümer Koburg und Gotha stets gewissenhaft beobachten und kräftig schützen roiU, so wahr mir Gott helfe." Wir ordnen an, daß diese Urkunde über unsere Entschließung schriftlich an den gemeinschaftlichen Landtag abgegeben und eine beglaubigte Abschrift derselben in dem Staatsarchiv hinterlegt werde. Gegeben am 1. August 1900. Emst Erbprinz zu Hohenlohe- Langenburg. v. Strenge, v. Wittken, Schmidt, Meßmer, Hierling."

Minister v. Strenge überreichte sodann dem Vor­sitzenden die Urkunde und erklärte, daß damit die Regier­ungsgewalt für die Dauer der Minderjährigkeit des Herzogs Karl Eduard auf den Negierungsverweser übergegangen fei. Der Erbprinz lasse dem Landtage seinen Gruß ent­bieten und bitte ihn, das Versprechen entgegenzunehmen, daß er bemüht fein werde, die ihm gestellte Aufgabe nach Kräften zu lösen. Der Erbprinz verkenne die eigentümlichen Schwierigkeiten feines Amtes nicht, werde aber bemüht fein, dem Herzog, der in so jungen Jahren zur Regierung komme, nach feinen Kräften die Uebernahme der Regierung zu erleichtern, damit dessen Regierung dem Lande zum Segen gereiche. Er rechne dabei auf den Beistand Gottes, die Hingebung der Behörden, die Mitwirkung und treue Beratung des Landtages und die Hilfe der Bevölkerung. Hierauf widmete Vizepräsident Rädlein dem Herzog Alfred warme Worte des Nachrufs und sprach die Er­wartung aus, daß die Erziehung des Herzogs Karl Eduard durch den Regierungsverweser in echt nationalem Sinne geleitet werde, damit der Herzog deutsch fühlen und deutsch

denken lerne. Unter solcher Voraussetzung werde der Segen des Himmels nicht fehlen. Sodann wurde der Landlaa geschlossen.

Zu den Begräbnisfeierlichkeiten für den verstorbenen Herzog Alfred von Sachsen-Koburg-Gotha sind heute vormittag außer anderen Fürstlichkeiten auch der Prinz von Wales, der Herzog von Jork und der Kronprinz von Griechenland in Koburg eingetroffen. Zum Empfang waren am Bahnhof der junge Herzog Karl Eduard mit dem Erb­prinzen Hohenlohe und dem Großherzog von Hessen anwesend. Kurz nach der Ankunft ging der Herzog Karl Eduard mit dem Prinzen von Wales und dessen Sohn, dem griechischen Thronfolger, dem Erbprinzen Hohenlohe und dem Großherzog von Hessen nach der Moritzkirche, um am Sarge des verstorbenen Herzogs eine stille Andacht zu ver­richten. Hierauf fuhr der Herzog zum Empfang des rumänischen Kronprinzenpaares an den Bahnhof, das mittags mit feinen drei Kindern in Koburg eintraf. Die Herrschaften fuhren ins Schloß Rosenau zur verwitweten Herzogin.

Ausland.

Brüssel, 3. August. DerMoniteur" veröffentlicht ein Dekret, durch welches die Waffenausfuhr nach China verboten wird. In der Antwort auf die Note der englischen Regierung, betreffend den AuSgang des Prozesses gegen Sipido erklärt die belgische Regierung, daß sie als strenge Hüterin der Gesetze diese nicht habe verletzen können, so gerne sie auch mit aller Schärfe gegen Sipido vorgegangen wäre. Das belgische Gesetz bestimme nämlich, daß einem jungen Menschen, über welchen der Regierung das Verfügungsrecht durch gerichtliches Urteil zuge­sprochen sei, und welcher seinen gesetzlichen Wohnsitz in Belgien hat, eine Frist von drei Tagen zur Einlegung einer Nichtigkeitsbeschwerde zu Gebote stehe. Da Sipido bei seinen Eltern wohnte, hatte er, wie es in der Antwort weiter heißt, einen gesetzlichen Wohnsitz, konnte daher erst nach Ablauf von drei Tagen verhaftet werden. Diese Frist benutzte er, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Re­gierung drückt ihr Bedauern über diesen Zwischenfall aus, für den sie aber nicht verantwortlich gemacht werden könne.

Paris, 3. August. Das anthropometische Bureau hat die Identität des Attentäters ermittelt. Es ist ein Pastetenbäcker Namens Francois Saison. Als man ihm heute seine Photographie unter den Personal­akten zeigte, nickte er rasch mit dem Kopfe. Dem Unter- suchlungsrichter gegenüber zeigt er sich seitdem sehr ge­sprächig, nachdem er beim ersten Verhör, nur ein paar cynische Antworten gegeben. Er gesteht, den Schah haben töten zu wollen, und entwickelt seine cmarcUstischen The- orieen. Nur auf die Frage, ob er allein gehandelt oder Mitwisser habe, bleibt er stumm.

Der Schah von Persien wohnte heute in Be­gleitung des Kriegsministers der Truppe nbesichtig- u n g in Vincennes, bei ünd sprach sich im Verlaufe derselben wiederholt über den Kavallerieangriff und die Manöver der Artillerie lobend aus. Nach der Besichtigung nahm der Schah die Geschoß fabrik in Augenschein.

Der interparlamentarische Friedens­kongreß beendigte heute seine Arbeiten und nahm einen Beschlußantrag an, in dem das Unionskomitee und die einzelnen nationalen Gruppen aufgefordert werden, bei denjenigen Regierungen ihren Einfluß geltend zu machen, welche die Konvention der Haager Friedenskonferenz noch nicht ratifiziert haben. Das Unionskomitee wird 1901 in Bern zusammentreten. Der nächste Kongreß wird 1902 in Wien stattfinden.

Rom, 3. August. Die Tr auerkundgebung ge­wann noch an innerpolitischer Bedeutung dadurch, daß gleichzeitig der Gemeinderat eine Trauersitzung abhielt, an der auch die gesamte klerikale Gruvpe aktiv teilnahm und eine Lobrede auf König Umberto durch den Obmann halten ließ.

Sämtliche Vereine Roms beschlossen eine groß­artige Kundgebung für heute abend. Die Prozession begiebt sich nach dem Kapitol, wo der Bürgermeister eine Ansprache halten wird. Crispi ist in Rom angekommen und wollte nach Monza fahren; die Aerzte haben ihm dies aber verboten. Auf Wunsch des Königs Viktor Emanuel sehen die Deputierten von einer Massenreise nach Monza ab. DemGiorno" zufolge geht die Leiche des Königs Humbert schon heute nacht aus Monza ab, möglicherweise in Begleitung des Königs. Die Beisetzung findet am Dienstag statt, und zwar in derselben Form, wie die Leichenfeier für Viktor Emanuel II. Die Leiche wird in Rom vom Bahnhof über die Via Nazionale nach dem Schlosse gebracht und von dort zum Pantheon. Beim Eintreffen der Leiche singt der Chor unter Leitung Mas^ cagnis dasBenedictus" von Pitoni und dieAbsolution" von Terziani.

Konstantinopel, 3. August. Die auf Anregung des deutschen Kaisers gebildete Expedition für Ausgrabungen um Baalbek ist gestern von Konstan­tinopel nach Baalbek abgereist. Die Ausgrabungen dürsten drei Jahre währen.

B e l g r a d, 3. August. Die Mitglieder des Kabnietts Wladan Georgiewitsch werden pensioniert, brs auf den früheren Minister des Innern, Gentschrtsch, der aus dem Staatsdienst entlassen wird. ____

Aus Stadt und Land.

Gießen, 4. August 1900.

* Personalnachrichteu. Dem von der Stadtverordneten- Versammlung zu Offenbach zum unbesoldeten Beigeordneten der Bürgermeisterei Offenbach gewählten Rentner Georg Ger Häuser I. zu Offenbach wurde die Bestätigung erteilt.

* Kaufmännischer Verein. Aus Anlaß des, morgen in Wetzlar stattfindenden Sommer fest es sei nochmals auf den neu eingelegten Zug (Wetzlar ab 9,17) aufmerksam gemacht, der Gelegenheit zur recht frühen Rückfahrt bietet.

* * Das Zentralkomitee vom Roten Kreuz zu Berlin sandte dem SelterssprudelAugusta Viktoria" (Inh. Bankier Grünewald und Konsorten), für die zur Verfügung ge-