hastig wagt, wird nimmer aus dem Feld gejagt. Die Fahnen, die hier über euch wehen, gehen zum erstenmal ms Feuer; daß Ihr Mir dieselben rein und fleckenlos und ohne Makel wieder zurückbringtl Mein Dank und Mein Jntereffe, Meine Gebete und Meine Fürsorge werden Euch nicht fehlen und Euch nicht verlaßen, mit ihnen werde Ich Euch begleiten.
Der Krieg in Südafrika.
General Buller meldet aus Stanhope vom 1. ds.: General Talbot Coke habe am 29. v. M. mit der 10. Brigade eine Erkundung gegen Amersfoort gemacht und dort 2000 Mann des Feindes mit Kanonen ini Besitze einer festen Stellung angetroffen. Nach einer Beschießung der Beuren hatte sich Talbot Coke zurückgezogen, ohne verfolgt zu werden. Die englischen Verluste beliefen sich auf 2 Tote und 6 Verwundete.
Eine Depesche des Feldmarschalls Roberts aus Pretoria vom 2. Juli bestätigt, daß General Hunter den Vaalfluß überschritten hat und daß die von Heitbron kommende Brigade Macdonalds sich mit den Truppen Hunters bei Frankfort vereinigen wird. Bullers fahrende Brigade, heißt es in der Depesche werter, hat Standerton verlassen und sich nach Greylingston begeben. Sowohl in Pretoria wie in Johannesburg werden mehrere Familien von Buren, die gegen die Briten kämpfen, von diesen unterhalten, einige dieser Familien sind völlig hrlf- los. In Heilbron, wo es an N a h r u n g s m i t t e l n fehlt, werden von einem Hilfsausschuß Kolonialwaren, Flersch usw. verteilt. Es sind Vorkehrungen getroffen worden, daß den Landleuten zur Saat Hafer zugeteilt wird.
Politische Tagesschau.
Die Rede des Kaisers bei der Besichtigung des nach China zu entsendenden Expeditionskorps, die wir gestern bereits auszugsweise mitteilten, lautet:
Mitten in dm tiefsten Frieden hinein, für Mich leider nicht I unerwartet, ist die Brandfackel des Krieges geschleudert wordm. Ein Verbrechen, unerhört in seiner Frechheit und schaudererregend durch seine Grausamkeit, bat Meinen bewährten Vertreter getroffen und dahtngerafft. Die Gesandten anderer Mächte schweben in Lebensgefahr, mit ihnen die Kameradm, die zu ihrem Schutze entsandt waren; vielleicht haben sie schon heute ihren letztm Kampf gekämpft. Die deutsche Fahne ist beleidigt und dem Deutschen Reiche Hohn gesprochen wordm. DaS verlangt exemplarische Bestrafung und Rache. Die Verhältnisse haben sich mit einer furchtbaren Geschwindigkeit zu tiefem Emst gestaltet, und seitdem Ich Euch unter die Waffm zur Mobilmachung berufen, noch ernster. | Was Ich hoffen konnte, mit HUfe der Marine-Infanterie wieder- i hei zustillen, wird jetzt eine schwere Aufgabe, die nur durch ge- 1 schlostene Truppenkörper aller zivilisiertm Staatm gelöst werdm kann. Schon heute hat der Chef des Kreuzergeschwaders Mich ge- betm, die Entsendung einer Dtvifion in Erwägung zu nehmen. Ihr werdet einem Feinde gegenüberstehen, der nicht minder todesmutig ist, wie Ihr. Don europäischen Offizieren auSgebildet, haben die Chinesm die europäischen Waffen brauchen gelernt. Gott sei Dank haben Euere Kameraden von der Marine-Infanterie und Meiner Marine, wo sie mit ihnm zusammengkkommen siad, den alten deutschen Waffenruf bekräftigt und bewährt und mit Ruhm und Steg sich verteidigt und ihre Aufgaben gelöst.
So sende Ich Euch nun hinckus, u« baS Unrecht zu rächen, pmd Ich werde nicht eher ruhen, als bis die deuffchen Fahnen, vereint mit betten bet anderen Mächte, siegreich über den chinesischen wehen und auf ben Mauern Pekings aufgepflanzt den Chinesen den Stieben Mitteten. Ihr habt gute Kameradschaft zu halten mit allen Truppen, mit benen -hr dort -usammenkommt: Ruffen, Englänber, Franzosen, wer es auch sei, sie alle fechten für bie eine Sache: Für bie Zivilisation. Wir bmken auch noch an etwas höheres: an unsere Religion unb bie Verteibigung unb ben Schutz unserer Brüber ba brauhen, welche zum Teil mit chrem Leben für ihren Heilanb eingetreten sinb. Denkt auch an unsere Waffenehre, benlt an biejenigen, bie vor Euch gefochten haben, und zieht hinaus mit bem alten branbenburgischen Fahnenspruch: Vertrau auf Gott, bich tapfer «ehr'; daraus besteht dein' ganze Ehr', denn wer's auf Gott Herz
von Kriegs-Vorräten mitnehmen. Die Meldungen von jungen Leuten zum Dienst in der Marine nehmen täglich zu. — Admiral Dewey wird das General-Kommando der amerikanischen Flotte übernehmen, wenn es noch zu einem Kriege kommen sollte. — Lihung-Tschang hat einem Telegramm aus Hongkong zufolge den Kommandanten eines amerikanischen Kanonenbootes ersucht, ihn nach Tientsin zu bringen. Ein Edikt bestehlt im Namen des Kaisers die Mobilmachung der Truppen im Bezirk Kanton. — Aus Shanghai wird gemeldet: Die Mitglieder der Gesandtschaften sollen bereits vor ca. einer Woche am Ende ihrer Kräfte gewesen sein. Die englische Gesandtschaft wurde furchtbar beschossen.
London, 4. Juli. Der amerikanische Konsul in Kanton telegraphiert: Lihung-Tschang versicherte mir, er habe einen energischen Aufruf erlassen, worin er die Aufrechterhaltung der Ordnung und des Friedens in den Provinzen verlangt. ,
London, 4. Juli. Französische Truppen aus Saigon sind in Peking eingetroffen und nach Tientsin weiter marschiert. Die Eingeborenen feuern noch immer aus bie fremden Ansiedelungen. Die Verbündeten sind zu schwach, sie anzugreisen. ,
Loudon, 4. Juli. Es verlautet, Rußland habe die Mächte davon verständigt, es habe mit Japan eine Vereinbarung getroffen, derzusolge die asiatische Vormacht weitgehendste Vollmacht haben soll, den gegenwärtigen Wirren in China ein Ende zu machen. Amerika soll m gewissem Maße an diesem Abkommen beteiligt sein.
Loudon, 4. Juli. Daily Expreß meldet aus Shangai: Am 25. Juni haben die Boxer die Gesandtschaften in Peking angegriffen, die infolge Mangel an Munition das Feuer nicht erwidern konnten. Die Chinesen zerstörten die Mauern, welche die englische Gesandtschaft umgeben. Prinz Tuan soll erklärt haben, es dürfte, da bereits drei Gesandte getötet seien, kein einziger Europäer aus der Stadt entkommen. ES sind die größten Vorsichtsmaßregeln getroffen, um die Anf- ständischen zu verhindern, mit Tientsin in Verbindung zu treten.
Paris, 4. Juli. Das neu gebildete Marine- Infanterie-Bataillon, daS für China bestimmt ist, verläßt morgen Toulon.
Deutsches Reich.
Berlin, 3. Juli. Aus Wilhelmshaven wird gemeldet: Prinz Rupprecht von Baiern taufte in Gegenwart des Kaiserpaares das glücklich vom Stapel gelaufene Linienschiff C. auf den Namen Wittelsbach
— Wie der „Reichsanz." meldet, hörte der Kaiser gestern vormittag an Bord der Yacht „Hohenzollern" auf der Fahrt von Travemünde nach Wilhelmshaven den Vortrag des Gesandten Grafen Wolff-Metternich Nach der Ankunft tn Wilhelmshaven nahm der Kaiser die Vor- ttäge der Staatssekretäre Graf Bülow und v. T i r p i tz, des Vize-Admirals v. Diederichs und des Chefs des Marinekabinets v. Senden-Bibran entgegen. Heute vormittag hörte der Kaiser die Vorträge der Vertreter des Militärkabinetts und des K^riegsministeriums.
— Der „ReichDanz." veröffentlicht die Ernennung des bisherigen Ministerialdirektors v. Bischoffshausen zum Unterstaatssekretär im preußischen Ministerium des Innern.
London, 3. Juli. Die „Chartered Company" unterhandelt mit Portugal wegen Ankaufs der Provinz Mozambique und das Hafenplatzes Beira.
Nancy, 3. Juli. Unter dem Verdachte, Skizzen der Befestigungen von Gironville und Jony an Deutsch- land verraten zu haben, wurde der ehemalige Sergeant ajor Cour beil infolge Denunziation einer Frau verhaftet. Courbeil soll in Gesellschaft seiner Geliebten Eugenie Hameide längere Zeit in Metz gewesen sein.
Bern, 3. Juli. Die vom Kongreß des Weltpost Vereins niedergesetzte Kommission zur Prüfung des Antrages der deutschen Delegation auf Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an das 25jährige Bestehen des Weltpostvereins nahm einstimmig den Antrag an. Tos Denkmal soll in Bern errichtet und der Bundesrat mit der Ausführung betraut werden.
Petersburg, 3. Juli. Nachdem der Kaiser im Mai vorigen Jahres dem Justizminister aufgetragen hatte, einen Gesetzentwurf über die Aufhebung der Verbannung nach Sibirien auszuarbeiten, wurde der Entwurf des Ministers vom Reichsrat geprüft. Die endgiltig ausgearbeitete Vorlage ist nunmehr vom Kaiser unterzeichnet worden. Der „Regierüngsbote" bringt heute den Wortlaut des Ukases über die teilweise Aufhebung der Deportation sowie ausführliche Gesetzesbestimmungen.
Helsingfors, 3. Juli. Der finländische Senat 'erhielt eine vom Kaiser unterzeichnete Verordnung, welche die Versammlungsfreiheit bedeutend ein schränkt. Unter anderem hat der Generalgouverneur in Zukunft das Recht, alle Versammlungen durch seine Beamten überwachen zu lassen. Dem Ritzau'schen Bureau wird gemeldet: Die Senatoren Charpentier (Finanzen), Gripenberg (Handel und Industrie), Schau- man (Militärwesen), Baron v. Troil (Ackerbau) und sieben Mitglieder des Departements der Justiz, sowie der h ö ch st e Gerichtshof reichten gestern ihre Demissions-Gesuche ein.
Athen, 3. Juli. Kronprinz Konstantin hat sich der Aufgabe unterzogen, an der maßgebenden Stelle in Berlin den Wunsch auszusprechen, daß -einem aktiven deutschen Offizier zur Uebe>rnähme der Reorganisation Urlaub erteilt werde, der Antrag ist indes endgiltig abgelehnt worden. (Für Deutschland ist damit die Sache erledigt, .ünd wenn Griechenland darauf besteht, einen akttven ausländischen Offizier als Reorganisator zu berufen, so würde es sich nunmehr außerhalb Deutschlands umzusehen haben. Möglich wäre zwar, daß die griechische Militärverwaltung jetzt mit einem inaktiven deutschen Offizier in Verbindung ttäte. Daß derartige Unterhandlungen unterbleiben oder scheitern, wäre das Wünschenswertere. D. Red.)
Tanger, 3. Juli. Der Chef der Fezer Filiale eines französischen Handlungshauses, Marcos Essagin, ein amerikanischer Staatsangehöriger, st i e ß bei einem Ritt durch eine enge Straße mit einem Imam zusammen und st reifte dessen Maultier. Es entspann sich ein Wortwechsel, wobei eine Schjar von Fanatikern gegen Marcos Partei nahm. Da dieser sich bedroht sah, feuerte er einen R e v o l v e r s ch u ß ab, durch den ein Eingeborener getötet wurde. Sofort stürzte sich die Menge auf ihn, hieb ihn in Stücke und verbrannte diese. Der französische Gesandte machte sogleich, nachdem ihm die Thatsache gemeldet war, dem amerikanischen Generalkonsul Mitteilung davon. Beide thaten Schritte beim Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten, um gegen solche Vorkommnisse Verwahrung einzulegen. ____________________________________
Aus Stadt und Land.
Sietzeu, 4. Juli 1900.
• • Auszeichnungen. Dem Reisenden unb Vertreter der Firma Fr. Engelhardt zu RüffelSheim a. M., Heinrich । Schäcker, wurde das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Bürgermeister Heinrich Lipp zu Klein-Gerau das Allgemeine Ehrenzeichen mit der In- schrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande des PhilippsordenS verliehen.
♦ * Aus dem Militär-Wochenblatt. Deinhard, Ma;or und Abteil.'Kommandeur im Feld Art.-Regt. Nr. 51, ist I als aggregiert zum 2. Großh. Heff. Feld Art.-Regt. Nr. 61 I versetzt worden.
* * Studentisches. Zur Erinnerung an bie Gründung I der deutschen Burschenschaft feiert der Gießener und Mar« I barger D.-C. am Samstag dem 7. d. M. im großen Saale I des Museums zu Marburg zusammen mit den alten | Burschenschaftern einen großen Kommers.
• * Befitzwechsel. Man teilt uns mit, daß das Anwesen I der Firma S. Weimersheim Nächst (Inhaberin Frau
Rosa Kaan Witwe) für 76,000 Mk. an Herrn Abr^ Meyerhofs verkauft sein soll.
* • Zirkus Althoff kündigt sich im Inseratenteile für Samstag an. Auswärtige Blätter schreiben:
Das Pferbematerial macht einen vorzüglichen Eindruck; die Dreffur ist hervorragend, was besonders bei Vorführung von vier prachtvollen Falben durch Herrn Althoff jun. inS Auge fällt, auch ein von demselben Herrn tn Freiheit dressierten Lippischer Hengst erregt Srwunderung. AlS schneidige Rettkünstlerin führt sich Frl. Gertrud ein, und ganz reizend ist das pes de deux der kleinen Alma und deS Herrn Richter. Höchsten Beifall finden auch die jugend- llchen Geschwister Pawey atS Dapezkünstler-nnen, wie als LSnzer- i men des „Czardas", bei dem sie sich durch Grazie unb Ausdauer vorteilhaft auszeichnen. Die Leistungen des jugendlichen Jokey- Re ters Baptiste Althoff sind geradezu staunenswert. ErwähnenS- ind noch ein von Frl. Althoff und Herrn Hasenbauer auf zwei Araber-Hengsten schneidig und mit Eleganz gerittenes Bolero, die staunenerregende „Arbeit" des Kopf-Equilibristen Schmilling, sowie eine von Herrn Bensch vorgeführte komische Szene. Die Kostüme ind elegant; für allerlei Kurzweil sorgen die Clowns, von benen Clown Fredy mit seinem dressierten und singenden Esel und die musikalischen Clows, Gebrüder Mazello, viel Heiterkeit erregen.
* * Laudeslotterie. Montag ben 9. bs. Mts., vormittags von 8 Uhr ab finbet in dem Saale der Brauerei zum Schützenhofe in Darmstadt die Ziehung 4. Klaffe 1. Hesfi- cher Landeslotterie unter notarieller Kontrolle statt. — In veiten Kreisen der Spieler der hessischen Landeslotterie cheinen über die Einrichtung derselben sehr irrige Ansichten verbreitet zu fein, und namentlich scheint die Zusammengehörigkeit der einzelnen Klassen einer Lotterie vielfach verarmt zu werden. Es mag deshalb hier nochmals darauf Angewiesen werden, daß bei einer jeden Klassenlotterie die einzelne Lotterie ein untrennbares Ganze bildet, und daß )ie verschiedenen Klassen hauptsächlich eingerichtet sind, um dem Spieler, dem die ungeteilte Zahlung des gesamten Betrags für ein Loos bezw. ben Teil eines solchen zu hoch fein würde, es zu ermöglichen, die Summe in kleineren Teilbeträgen zu entrichten, ben ganzen Kaufpreis also, ohne sich auf einmal mit einer größeren Ausgabe zu belasten, allmählich gewissermaßen einzusparen. In ben Klaffen- lotterieen pflegt das Hauptgewicht der Lotterie, sowohl was die Zahl, als was die Höhe der Gewinne anlangt, auf die Schlußklasse gelegt zu werden, für die in den Vorklaffen erhebliche Summen angesammelt worden sind. Nach diesem System ist auch die hessische Landeslotterie aufgebaut.
Darmstadt, 3. Juli. Die Großfürstin Sergius mit Gefolge ist heute vormittag von Jagdschloß Wolfsgarten nach Rußland abgereist. — Prinz und Prinzessin Franz Joseph von Battenberg waren gestern nachmittag zum Besuch in Wolfsgarten. — Gestern wurde der Gemeinderechner Ph. Ritzert I. von Fehlheim, der außer diesem seinem Amt auch! die Kirchenkasse unb die Kasse des dortigen BauernvereinH verwaltete, wegen Unterschlagung im Amt in Untersuchungshaft gebracht. R. ist geständig, sich aus den fraglichen drei von ihm nicht getrennten Kassen nach und nach, Gelder im Gesamtbetrag von 3000 Mark angeeignet und für seine Bedürfnisse hauptsächlich zur Fröhnung seiner Lust am Lotteriespiel, verbracht zu haben. Er will damit bereits im Jahre 1891 begonnen und den Fehlbettag fror den Visitationen jeweils durch entliehenes Geld gedeckt haben.
- bm. Aus Rhein Hess en, 3. Juli. In Altenbamberg bei Wöllstein hat ein Einwohner bei dem Abbruch eines baufälligen Hauses einen in eine Wand sorgfältig eingemauerten Topf gesunden, in dem sich mehrere hundert Gold -und Silbermünzen befanden. Von Münzen, die alle wohl erhalten sind, tragen die meisten die Bildnisse der französischjen Könige Ludwigs XV. und XVI. Der Wert des Fundes wird auf mehrere Tausend Mark geschätzt.
F r a u k f u r t a. M., 3. Juli. Der Schireiner Christian Kraus, der hier in Stellung steht, ging mit seiner Braut auf der Forsthausstraße spazieren. Gegen 9 Uhr setzten sübeide auf eine Bank, nicht weit vom Forfchaus entfernt. Kurz darauf sprangen vier Burschen aus dem Wald, von denen einer mit den Worten: „Was habt Ihr hier zu suchen?" sofort auf Kraus ein schlug. Als dieser sich zur Wehr setzen wollte, hieb der Wegelagerer dermaßen auf ihn ein, daß Kraus, als der Schwächere und ohne Waffe, die Flucht er gr elf en mußte. Er wurde noch einige hundert Schritte verfolgt, dann soll daK Mädchen in den Wald geschleppt und vergewaltigt worden sein. Das ist jetzt innerhalb ttirzer Zeit der dritte derartige Fall, der sich in unserem Stadtwalde zugetragen hat; von den beiden letzteren Fällen sind die Thäter noch nicht entdeckt.______________________________
Vermischter.
* Dortmund, 3. Juli. Wegen Verbrechens gegen das keimende Leben verurteilte die Strafkammer den Arzt Grüne aus Unna zu 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. , ,
* Recklinghausen, 3. Jnli Durch einen schweren Gewittersturm wurde daS Schützenzelt, in dem sich mehrere tausend Personen befanden, während die Musik zum Tanze aufspielte, umgerissen. ES entstand eine große Panik, wobei viele Personen verwundet wurden, davon einige schwer. Sie mußten inS Hospital gebracht werden. Der Sturm hat in der Stadt großen Schaden angerichtet.
* Swiuemuude, 2. Juli. Heute nacht sand hier eine Schlägerei zwischen Soldaten und Zivilisten statt, wobei der Unteroffizier Schulz und ein Gefreiter erstochen wurden.
• Zur Kouitzer Affaire wird berichtet: Fleischermeister Hoffmann, gegen den bekanntlich ein Verfahren wegen Totschlags eingeleitet wurde, sollte einer Meldung zufolge außer Verfolgung gesetzt worden sein. Das ist in dieser Form nicht richtig. Der Untersuchungsrichter Dr. Zimmermann hat dies dem Meister auch nicht mit- geteilt. Die Voruntersuchung, lautend auf Totschlag ist nur geschlossen worden. Die Akten werden jetzt der Strafkammer zugestellt und diese beschließt, ob das Hauptverfahren zu eröffnen sei oder ob infolge fehlender Beweismomente die Angelegenheit fallen gelaffen werden muß. Auch gegen den Schlächtermeister Levy wird bis


