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dato nicht vorgegangen werden, da die Belastungszeugen für nicht glaubwürdig befunden worden sind. Das erhellt schon daraus, daß die Untersuchungsbehörde ihm freigestellt hat, in Könitz zu verbleiben oder zu verreisen. Das Gerücht, gegen Moritz Levy sei ein Verfahren wegen Meineids im Gange, erhält sich nach wie vor. Mit der Mordthat selbst hat diese Angelegenheit nichts zu thun. Moritz L. soll nur eidlich in Abrede gestellt haben, den ermordeten Ernst Winter gekannt zu haben. Mehrere Zeugen widerlegen dies. Bis jetzt sind an 800 Zeugenvernehmungen erfolgt, d. h., eS ist dies die Gesamtsumme der Vorladungen, wobei mancher Zeuge mit 20 und mehr Vernehmungen registriert ist. Sonstiges „Neues zur Mordthat- liegt nicht vor. — Die Stadt wird ein neues Rathaus erhalten; ein Gebäudekomplex ist zu diesem Zweck schon an- resp. auf Abbruch wiederoerkauft worden. Dem Magistrat gegenüber sind jetzt teilweise Schadenersatzansprüche geltend gemacht worden von solchen Personen, denen bei den Straßenunruhen unvernünftigerweise arg mitgespielt worden ist. So verlangt der Kaufmann Zander 198 Mk., der Kaufmann Aronheim 55 Mk. rc., Levys Ansprüche sollen sich auf über 500 Mk. beziffern.
* Zwickau (Sachsen), 3. Juli. Der Fabrikbesitzer Richard Werner nebst Ehefrau und Mutter, sowie der Buchhalter Grumbt wurden heute verhaftet unter dem verdacht, die gestern niedergebrannte Spinnerei der Gebrüder Werner in Werdau in betrügerischer Absicht an- gezündet zu haben.
* Friedrichshafen, 3. Juli. Gras Zeppelin, der vor der Auffahrt ein Gebet sprach, hielt nach der Landung eine ?urze Rede an die Umstehenden, worin er betonte, daß sich Las Luftschiff vollkommen lenkbar erwiesen und eine größere Eigengeschwindigkeit, als man von ihm er- wartete, erzielt habe. Von anderer fachmännischer Seite wird mir versichert, daß der erste Teil der Freifahrt wegen !>es erfolgreichen Manöverierens in horizontaler und vertikaler Richtung tatsächlich erfolgreich gewesen und ein Mißerfolg blos dadurch eingetreten sei, daß wegen des Bruches oder Versagens eines Hebels das eine Steuer nicht mehr funktionierte. Von diesem Augenblick an habe Zeppelin nur noch nach links steuern können. Die Landung sei tadellos glatt erfolgt; blos sei der Ballon quer gegen die Windrichtung zu liegen gekommen und gegen einen Pfahl getrieben worden, der ein Loch in die Ballonhülle riß. Als Das Floß herangebracht war, habe man den Ballon vorn entlastet. Leute auf dem Floß hätten zwei vom Ballon herabhängende Stricke erwischt und denselben dann auf das Floß gezogen, woraus erst die Jnsaffen aus den Gondeln hinausgesprungen seien. Die Freunde des Grafen behaupten, auch der Wind sei oben viel stärker gewesen als unten, woraus allerdings der langsame Davonflug des vorher ausgelassenen kleinen Versuchsballons nicht schließen ließ. Graf Zeppelin will, ehe er wieder aufsteigt, aus der gestrigen Fahrt Lehren ziehen und einige Aenderungen treffen, was wohl eine Weche dauern dürfte.
Wien, 3. Juli. Vier Wiener Touristen, die am Samstag einen Aufstieg auf den Dachstein unternahmen, sind bisher noch nicht zurückgekehrt.
* Pilsen, 3. Juli. Auf der Station JosephShütte suhr infolge falscher Weichenstellung ein Personenzug auf einen Lastzug aus. Eine Person wurde schwer, fünf leicht verletzt.
* Charkow, 3. Juli. Aus der Station Soszimowka der BalaichoSk Eisenbahn entgleiste infolge einer durch Regengüsse bewirkten Bahndammzerstörung ein Personenzug und stieß mit einem Güterzug zusammen. 8 Personen sind tot, 30 verwundet. Der Eisenbahnverkehr ist auf zwei Tage unterbrochen.
Universität uni» Hochschule.
Aus Heidelberg wird geschrieben: Der zweite hiesige Bürgermeister Dr. Ernst Walz wird sich nächstens als Privatdozent, vornehmlich für badisches Verwaltungsrecht, habilitieren. Dr. Walz ist der Ver- fasser eines Wertes über „Badisches Ortsstraßenrecht". — Der a. o. Professor Dr. C. Jung, Leiter des zahnärztlichen Instituts an der Heidelberger Universität, legt sein Lehramt nieder, um nach Hamburg überzufiedeln. — Aus Bonn wird geschrieben: Für das nächste Studienjahr wurde zum Rektor der hiesigen Universität der Geh. Med.-Rat Professor Dr. Freiherr v La Valette St. George gewählt. — Der Borstand der Juristischen Gesellschaft in Berlin, an deren Spitze der Reichsbankpräsident Wirk!. Geh. Rat Dr. Koch steht, hat Fräulein jur. Marie Raschke als Mitglied ausgenommen. Dabei wurde Lllerdings der Vorbehalt ausgesprochen, daß in ähnlichen Fällen die Zulässigkeit der Ausnahme einer Frau erneuten Erwägungen unterliegen soll.
Zan-urirtschast.
Darmstadt, 2. Juli. Nachdem von vielen Seiten Wünsche wegen Verlängerung des Anmeldetermins für verschiedene Abteilungen der landwirtschaftlichen Landesausstellung zu Darmstadt geäußert "urdm, hat die Ausstellungsleitung beschlossen, den J®?!$'Atwirtschast und Jagd, landwirtschaftliche Hilfsstoffe, landwirtschaftliche Rebengewerbe, Maschinen und Geräte und für dre w.ffenschastliche Abteilung bis 15. Juli zu verlängern. Der Umfang der bisherigen Anmeldungen läßt auf eine außergewöhnlich «L.kb, Beschickung der Ausstellung schließen. Insbesondere werden die Abteilungen für Maschinen und landwirtschaftliche Hilfsstoffe und Düngemittel die früheren Ausstellungen dieser Art an Umfang und Reichhaltigkeit wesentlich übertreffen, indem außer den bekanntesten Firmen des BroßherzogtumS auch solche aus den benachbarten Provinzen in großer Zahl vertreten sind. ö p
Frankfurt a. M., 4. Juli. Am 27. Juni tagte hier die Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Central-Darlehns- lvsse für Deutschland. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Gutsbesitzer Kaulen-Lövenich, leitete die Versammlung. Zunächst teilte er >nit, daß der langjährige General-Direktor Cremer aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt habe, und daß der Aufsichtsrat einstimmig auf ebenfalls einstimmig erfolgten Vorschlag des Vorstandes 9tn Verbandsdirektor Heller-Danzig zum Generaldirektor der Central- wiffe und damit zugleich des Generalverbandes ländlicher Genoffenschaften R^iffeisenscher Organisation für Deutschland zu Neuwied gewählt habe. . den scheidenden Generaldirektor Cremer wurde ein Begrüßungs- tejegramm, in dem ihm für die lanjährige, selbstlose Thätigkett herzlichster D»»nk ausgesprochen wird, gesandt. Der neue Generaldirektor erstattete darau, den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Jahresbericht für 1899,
aus dem die ständig wachsende Bedeutung der großen Raiffeisenorgani- sation hervorgeht. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die Bilanz und erteilte Entlastung. Auf Vorschlag des Aufsichtsrates wurde beschlossen, den Aktionären, als welche bekanntlich nur RaiffeiseN'Lereine mit unbeschränkter Haftpflicht zugelassen werden, eine Dividende von 4 Prozent zu zahlen. Schließlich wurden verschiedene Statutenänderungen ausgenommen, darunter als wichtigste die einstimmig beschlossene Erhöhung des Aktienkapitals auf 10 Millionen Mark.
Sport, Spiel, Jagd.
Dresden, 3. Juli. So weit die deutsche Zunge klingt, rüstet man sich in Schützenkreisen zur Reise nach der Hauptstadt des Sachsenlandes, um dort der Feier des 13. Deutschen Bundes- s ch i e ß e n s — 8. bis 15. Juli — beizuwohnen. Und das gastliche Dresden rüstet, um sich für die bevorstehenden Tage zu schmücken. Der Festplatz, mit Dampfschiff und von allen Stadtteilen aus mit elektrischer Straßenbahn in wenigen Minuten bequem zu erreichen, liegt in Dresden- Friedrichstadt, im sogen. Ostragehege.
Gerichtssaal.
-1. Gieße«, 3. Juli. Strafkammer. Eine durch das hiesige Untersuchungsamt zu Anfang d. I. vorgenommene Untersuchung von Wurfiproben hatte das Ergebnis geliefert, daß von fünf Lauterbacher Metzgrrn zwei zur Herstellung ihrer Wurstwaren einen Zusatz von Stärkemehl verwendeten. Es war deshalb gegen die beiden, und zwar gegen Jerome Rehn und Johs. Duchardt IV. wegen Vergehens gegen 8 101 des Nahrungsmittelgesetzes bezw. Uebertretung des § 3677 des Strafgesetzbuchs Strafantrag gestellt worden, sie waren jedoch vom Schöffengericht Lauterbach am 23. April d. I. freigesprochen worden. Die hiesige Strafkammer erachtet indes das von diesen Metzgern damals beliebte Publikationsmittel — eine neben der jeweiligen Fleischtaxe ausgehängte Schiefertafel, auf der mit Kreide die Worte verzeichnet waren: „Fleischwurst rc. mit Zusatz" — als gesetzlich nicht ausreichend und nimmt deshalb beide mit Rücksicht auf die genannten Paragraphen in eine Geldstrafe von je 20 Mk. — Dem Fabrikanten Ferd. Neitzert aus Fulda wird zur Last gelegt, eine belgische Firma zur falschen Deklaration ihrer Fabrikate bewegt und sich dadurch einer Zolldefraudation schuldig gemacht zu haben. Von der Strafkammer vom 23. Januar d. I. wurde er fteigesprochen. Gegen dieses Urteil hatte der Staatsanwalt Revision eingelegt, weshalb die Sache zufolge d^r Entscheidung des Reichsgerichts zur nochmaligen Verhandlung vor die hiesige Strafkammer gelangte, die heute auf eine Ordnungsstrafe von 80 Mk. erkennt. — In Ober-Seemen hatten sich gelegentlich der bevorstehenden Bürgermeisterwahl zwei Parteien gebildet, die sich gelobten, für den ihrerseits in Aussicht genommenen Kandidaten durch dick und dünn zu gehen. Daß sie event. auch der Ausfechtung einerFehde nicht abgeneigt waren, bewiesen die charakteristischen Bezeichnungen, die sie sich beigelegt hatten, denn zwischen „Buren" und „Engländern", wie sie sich zu nennen beliebten, dürfte wohl kein allzu großes Einvernehmen vorauszusetzen sein. Zu einem offenen Kampfe kam es indes erst am Tage der Wahlschlacht, am 10. März d. I. oder vielmehr in der darauf folgenden Nacht. Die Hauptbeteiligten stehen heute in d r Person des Maurers Hch. Kipper und des Zimmermanns Hch. Herröder V. vor den Schranken des Gerichts, um sich gemäß ber SS223, 223awegen schwerer Körperverletzung zu verantworten. Nach einem vorausgegangenen, noch harmlosen Rencontre mit dem Schmied Johs. Lind verfolgten sie diesen, um chn für angeblich erlittene Unbill zur Rechenschaft zu ziehen. Wie aus der heutigen Zeugenvernehmung mit genügender Zuverlässigkeit hervorgeht — die Voruntersuchung hatte sehr widersprechende Aussagen zutage gefördert — gelang es dem Angeklagten Kipper, seinen Feind am Rocke festzuhalten, in dem Augenblicke, als dieser die zu seinem Hofe führende Treppe hinaufeilen wollte, während der Angeklagte Herröder mit einem gefährlichen Hiebwerkzeuge darauflos und seinen Gegner nahezu besinnungslos zu Boden geschlagen haben muß. Beide Angeklagte leugnen zwar, und behaupten mit großer Dreistigkeit, der Bruder des Verletzten, Wilhelm, habe mit einer Mistgabel dreingeschlagen und bei dieser Gelegenheit seinen Bruder getroffen Für diese Ausflüchte findet sich indes nicht der geringste Anhalt, int Gegenteil ist es als feststehend zu betrachten, daß Wilhelm Lind erst dann zur Mistgabel gegriffen hat, nachdem er seinen Bruder bewußtlos im Hofe liegend fand. Da einesteils der Verletzte infolge der erlittenen Mißhandlungen ca. 10 Wochen an das Zimmer gefesselt war, auch heute noch nicht völlig hergestellt ist, und voraussichtlich an den Folgen zeitlebens zu tragen haben wird, andernteils beide Angeklagte in angetrunkenem Zustande als gewaltthätige Menschen bekannt, und wegen ähnlicher Vergehen bereits vorbestraft find, erkennt die Straftammer dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend, auf eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten gegen Kipper und von 1 Jahr 6 Monaten gegen Herröder, und verfügt die sofortige Verhaftung des letztern, der s. Z. als scheinbar nur wenig belastet wieder auf freien Fuß gesetzt worden war.
Darmstadt, 3. Juli. Bor der Strafkammer stand gestern der frühere Bürgermeister, OrtSgerichtSvorsteher und Srandesbeamte Jakob Hofferberth von Hetschbach wegen Unterschlagung. Er hatte einige Jahre die genannten Aemter inne, obwohl er noch nicht selbständig, sondern im Brot seines VsterS war. Er liebte etwas die Geselligkeit und kam deshalb mit seinen Einkünften nicht auS. Jnfolgedeffen lieferte er wiederholt Gelder, die ihm anvertraut waren, nicht an die Gemeindekasse ab, sondern vrrwcnde'.e dieselben für sich. So unterschlug er in den letzten vier Jshren 400 Mk. Kaufschilltng, 49,25 Mk. Schafweidepschtgeld, 37,80 Mk. Einquartierungsgelder und 25,50 Mk. Erlös «ms einer Mobiliarversteigerung. Er ist in jeder Beziehung geständig und versuchte nur, sich auf Unzurechnungsfähigkeit hinauSzureden. Er fing dies aber so plump an, daß der Sachverständige, Kreisarzt Dr. Schäffer von Erbach, ihn durchschaute. Gestern gab er selbst zu, daß er habe täuschen wollen. Er wurde zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt, von der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aber abgesehen. Hofferberth hat die angegebenen Beträge der Kaffe erstattet. (Darmst. Tgbl.)
Stuttgart, 3. Juli. Eine Entscheidung von grundlegender Bedeutung traf das Stuttgarter Landgericht als Jnstanzengericht, indem es die Forderung der Stteikleitung des letzten Stuttgarter Möbel- arberterausftandes, daß die Streikbrecher gezwungen werden sollen, die aus der Stteikkaffe empfangenen Unterstützungen zurückzubezahlen, abwies. In der ausführlichen Begründung heißt es u. a.: Die eigenen Einräumungen des Klägers, daß vielleicht schon von Anfang an beabsichtigt gewesen sein möge, von denjenigen, welche beim Streik ausharren, die Beträge nicht zurückzuverlangen, daß aber die Geldempfänger gleich beim Empfang der Unterstützungen belehrt worden seien, daß jedenfalls von den Streikbrechern das Geld werde zurückverlangt werden, lassen erkennen, daß die Form des Darlehens lediglich zp dem Zweck gewählt worden ist, um zu verdecken, daß es sich bei den hingegebenen Bettägen uni Streikunterstützungen handelt, deren Rückforderung im Wege der Klage nach S 132 der Gewerbeordnung ausgeschlossen ist.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse gvem 3. JnlL
Wechsel auf New-York zu 4.2 01/»“21</|.
Prämien auf Kredit per ult Juli 2.202/0, do. per ult Aug. 3.70%, Diskonto-Kommandit per ult. Juli 2.20%, do. per ult. Aug. 3.50%, Lombarden per ult Juli 0.65%, do. per ult. Aug. 0.95%. Deutsche Bank per ult. Juli 2.60 %.
Notierungen: Kreditaktien 214 20-213.60-70, Diskonto- Kommandit 177.30-176.10-40-20, Staatsbahn 141 141.60, Gotthard 135.00, Lombarden 26.80-70, Ungar. Goldrente 96 20, Italiener 94.20, Sproz, Mexikaner 25.90 ex, Oesterr. Coupons 84.00, Arn erste. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 4* 8%
1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 213.60-10-60 bz., Diß- konto-Kommandit 177.20-176-176 70 bz., Staatebahn 140.40-50 bz., Lombarden 26.70 bz., 3proz. Portugiesen 23,90-24 bz.
Temperatur der Lahn und Luft nach Reamnur grmeffm am 4 Juli, zwischen 11 und 12 Uhr mittags: Wasser 15', Luft 14°. Rübsamen'sche Badeanstalt.
Neueste Meldungen.
Darmstadt, 4. Juli. (Priv.-Tel.-Meld. des „Gieß. Anz." 1 Uhr mittags.) Die Erste KammerderLand- stände wählte in ihrer.heutigen Sitzung den Grafen Erbach-Fürstenau zum zweiten Präsidenten und den Erb- grafen Solms- Lich zum Sekretär. .Hiernach wurden die neuen Kammermitglieder Erbgraf zu Lein in gen und Bischof Dr. Brück-Mainz in oie Kammer eingeführt und vereidigt.
Als Erwiderung auf die Botschaft des Großherzogs vom 25. Mai, betreffend das Ableben des Prinzen Wilhelm, wird eine Adresse an den Großherzog verlesen und beschlossen. Dieselbe wurde durch das Bureau und zwei weitere Kammermitgliede'r um 11 Uhr dem Großherzog überreicht.
Bei der Ergänzunaswahl für die Ausschüsse wurde Erbgraf Solms- Laubach in den ersten, Erbprinz zu L e i n i n g e n in den zweiten, Graf Kuno zu Stoiberg- Roßla in den dritten und Fürst Solms-Hohensolms- Lich in den vierten Ausschuß gewählt.
Die Gegenstände 1—11 der Tagesordnung (u. a. 1. Entschädigung für an Rausch- und Milzbrand gefallene Tiere, 3. dienstliche Stellung der Räte bei den Provinzialdirektionen, 5. Vorstellung der Hess. Militäranwärter bezgl. Anrechnung ihrer Dienstzeit als Besoldungs-Dienstzeit, 8. Vorstellung der Gymnasiallehrer Dr. Seidenberger und B ö l s i n g in' Friedberg bezügl. Regelung ihresj Besoldungsdienstalters, 9. Lehramtsassessoren an höheren Bürgerschulen) werden ohne Debatte entsprechend den Beschlüssen der Zweiten Kammer genehmigt. Bei der Beratung des Volksschullehrer-Gesetzes wird, nachdem das Staatsministerium erllärt hatte, daß die Beschlüsse der Zweiten Kammer für die Regierung unannehmbar seien, die Regierungsvorlage mit dem Zusatzantrag Molthan gegen die Stimmen der Kammermilglieder Kommerzienrats Michel-Mainz und Geh. Hofrats Kütteler angenommen. Professor Dr. Schmidt- Gießen und Bischof Dr. Brück-Mainz nahmen ebenfalls für die Regierungsvorlage Partei.
Berlin, 4. Juli. Gutem Vernehmen nach hat man sich im ReichS-Marineamt entschlossen, drei der älteren, kleinsten Torpedoboote dauernd auf dem Rhein zu stationieren. Vorläufig sind als Stationsorte Ruhrort, Köln und Bingen in Aussicht genommen, Man hofft, mit dieser Maßnahme der Rheinschiffahrt einen guten Dienst zu erweisen, denn die leicht beweglichen Boote sollen benutzt werden zu Hilfeleistungen, etwa wie man zu Lande die Pioniere heranzieht. ES kämen also in Betracht: Abbringen aufgefahrener und Heben gesunkemr Schiffe, Beseitigung von Wracks, nötigenfalls durch sachgemäßes Sprengen, Hilfe bei Hochwasser u. s. w. Verhältnismäßiger Wechsel der Besatzung ist vorgesehen.
Wilhelmshaven, 4. Juli. Der Generalstabschef Graf Schiessen ist gestern abend hier eingetroffen. — Der Kaiser inspizierte im Laufe des Nachmittags den nahezu seeklaren kleinen Kreuzer „Niobe".
Paris, 4. Juli. Eine Einigung zwischen dem Kriegsminister und dem Ausschuß der Armee zwecks Organisation eines neuen Korps algerischer Schützen ist zustande gekommen.______________________________________
Köstliche Gerichte.
So manche Hausfrau bereitet mühelos viele köstliche Gerichte von Brown und Polsons Mondamin. Bei geringer Mehrausgabe lassen sich leicht in kurzer Zeit Mondamin-Flammris, -Puddings, -Milch- und Eierspeisen, -Aufläufe,-Desserts schnell zurichten, Brown u. Polsons Mondamin, mit Milch gekocht, wird der leichten Verdaulichkeit wegen von Aerzten für Kinder und junge Mütter gern empfohlen. Mondamin ist überall käuflich. Brown und Polsons neue Rezepte sind als ein Büchlein bei deutlicher Adresse Berlin C. 2, kostenlos zu haben.
A R t (Hessen) zw. Darmstadt u. Heidelberg,
>£X Uw* WÜVU Hotel u. Pension „zur Krone**,
Sommerfrische. Pensionsprospekt u. Führ. grat. Les.: G. Diefenbach.
Jede sorgsame Mutter sollte auf den Rat de« Arztes hören und beim Waschen der Kinder die ärztlich empfohlene Patent-Mvrrholin-Seife anwenden. So schreibt z. B. ein bekannter Arzt: „Bei meinem Kindchen (z. Z. % Jahr alt) wegen oberfläch» Ucher Hautschrunden rc. zu Waschungen in Gebrauch genommen, hat sich großartig bewährt." Die Patent-Myrrhottn Seife, welche überall, auch in den Apotheken, erhältlich, ist bereits in vielen Familien unentbehrlich geworden.
Bei Todesfällen
übernimmt die Buchdruckerei des Giessener Anzeigers, Schnlstrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trauerbriefen und Danksagungskarten, welche auf Wunsch couvertlrt geliefert werden.
Kunst-Ausstellung.
ausstell ung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitglieder an Werktagen 50 Pfg. an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg.
giebt dem Bohnen-Kaffee erst den gewünschten angenehmen behaglichen Geschmack.
(Original-Marke in Dosen.)


