schlafen.
Blätter Wirklichkeit. Wir können also vorläufig die Folgen dieses Erfolges ruhig abwarten.
London, 3. Januar. Zu der Besetzung des Ortes Douglas durch den Oberst Pilcher wird gemeldet: Die Ankunft der Kolonne Pilcher stellte das Vertrauen unter den Eingeborenen wieder her. Das Ergebnis des gestrigen Gefechtes war die vollständige Zerstreuung der Aufständischen, die in den letzten 6 Wochen das tanö beherrschten. Ihr Lager war zumeist von britischen Staatsangehörigen besetzt, welche bei der Ankunft eines Buren-Kommandos mit dem Feinde gemeinsame Sache gemacht hatten. Oberst Pilcher hatte Nachts ein Schreiben an den Landdrost gerichtet, worin er mttteut, er beabsichtige auf Douglas zu marschieren und worin er allen Waffen tragenden Aufständischen Strafen androht. Diejenigen, welche sich ergeben, würden den Zivilbehorden Kunden wurde, zu überantwortet werden. Eine Menge Munition und viele Briefe, worin die ganze Organisation des Distriktes ersicht
lich ist, wurden vorgefunden.
London, 3. Januar. Die Buren kehrten Dienstagnacht in ihre Stellungen bei Colenso wieder zurück. Sie erhielten nachts bedeutende Verstärkungen und eröffneten , ein heftiges Feuer auf die Engländer, welches diese jedoch kalt ließ.
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Telegramme des „Gießener Anzeiger".
Der neue „Sieg" der Engländer bei Colesberg.
Brüffel, 4. Januar. Nach hier eingetroffenen authen- I tischen Nachrichten stellt sich der sogenannte „Sieg" I des Generals French als eine regelrechte Nieder- I läge heraus. General French besetzte keine einzige I Buren-Stellnng, mußte sich vielmehr mit einem I Verlust von 140 Mann znrückziehen.
London, 4. Januar. Die heutigen Morgenblätter fabeln I noch immer von dem „Siege vor Colesberg" und stellen I denselben als befriedigend dar, obgleich sie zugeben, daß | dieser „Coup" nur einen schwachen Erfolg gegen die Buren I gehabt fjabe. — Aus dem Lager von Frere berichtet die I „Daily Mail", daß die Buren große Thätigkeit an den I Tag legen, besonders im Süden des Tugela-Flusses. Ein I Angriff wird stündlich erwartet. — „Daily Mail" meldet I aus Ladysmith, daß die Buren die Beschießung der Stadt neuerdings wieder begonnen haben, daß aber die Belagerten I gute Hoffnung haben, bis zum Entsatz aushalten zu können. I — „Daily Mail" meldet ausEustin, daß die Verbindung I zwischen dieser Station und dem Oranje-River augenblick- I lich wieder hergestellt ist.
Loudon, 4. Januar. „Daily Telegraph" meldet, daß I das Kriegs-Departement den General-Major Stuart, I Kommandanten der königlichen Artillerie und dem Leut- I nant Walford Befehl gegeben habe, sofort sich zum I Kriegsamt zu begeben, um dort gewisse Fragen über | die Artillerie zu beantworten. Das Kriegsamt be- I absichtigt die Neubewaffnung der Artillerie mit Geschützen neuester Konstruktion. lieber diese Pläne wird vollständiges Stillschweigen beobachtet. Das KriegSamt gibt aber zu, daß er die Frage der Anschaffung von Artillerie- Material im großen und ganzen in Erwägung gezogen habe. Sämtliche Blätter sind mit diesem Plane einverstanden, I ausgenommen „Morning Leader".
London, 4. Januar. Ein hiesiges Blatt will aus Gibraltar erfahren haben, das fliegende Geschwader habe Ordre, nach Südafrika zu gehen und die Delagoa- bai zu bewachen, sobald es bei Gibraltar vom Kanalgeschwader abgelöst werde.
London, 4. Januar. Die Lage vor Ladysmith scheint derart zu fein, daß General Buller gezwungen ist, einen neuen Vorstoß zu versuchen. Mehr Krankenträger werden aus Durban verlangt. Patrouillengänge und Re- kognoscierungen sind vermehrt. Artillerie beschießt die Punkte, wo Buren vermutet werden. Letztere sind nicht unthätig geblieben. Sie verschanzten sich bei Springfeld und haben ein Detachement südlich von dem wieder passierbaren Tugela-Fluß vertrieben.
London, 4. Januar. DaS Büreau Dalziel meldet aus Durban: Ein aus der Delagoabai eingetroffener Reisender will beschwören, daß vor wenigen Tagen eine große Lieferung von Kanonen von Krupp und Creuzot für Transvaal dort gelandet worden sind. Die Kanonen seien in Kl av ierlist en verpackt gewesen,
Nom, 4. Januar. Der italienische Friedensverein veröffentlicht in den Zeitungen einen Aufruf an die Regierung, sie möge im Einvernehmen mit den alliierten Mächten England und Transvaal ihre Vermittelung anbieten.
Deutscher Keich.
Berlin, 3. Januar. Der Kaiser hörte heute morgen von 10 Uhr ab die Vorträge des Kultusministers Studt, des Finanzministers Miquel und des Chefs des Zivilkabinetts von Lucapus.
— Auf die nach London berichtete Reklamation der deutschen Regierung wegen der Beschlagnahme des Dampfers „Bundesrat" ist wie die „National-Zeitung" hört, bis heute Mittag noch keine Erwiderung eingegangen.
— Der Reichs-Kommiffar für die Pariser Weltausstellung, Geheimerat Richter, siedelt morgen nach Paris über.
— Der Direktor der Ostafrika-Linie, Konsul Wörmann war dem „Lokal-Anzeiger" zufolge gestern bei dem Dezernenten des Auswärtigen Amtes, traf aber den Reichskanzler nicht an. Er erhielt die Versicherung, daß die deutsche Regierung sich auf das eifrigste bemühe, die Interessen der Gesellschaft wahrzunehmen. Etwas Entscheidendes in der Angelegenheit der beschlagnahmten Schiffe sei aber noch nicht erfolgt und es könnten immerhin noch
I -Der RedakteurdeS „Ulf“, S.g«°r Mehr.ng wurde heute wegen eines au> die VerurteilunlI de-Dreyfits in R-nn-S anknüvfendcn Gedichtes worm eine JK schimpfung der Einrichtungen der katholischen Kirche g-
>n wurde su 6 Monaten Gefängnis verurteilt.
München, 3 Januar. Der im Elsaß «"Duell gefallene Leutnant vom 4. badischen Jns.-Reg. Schla tz wurde hier beerdigt. Der Bataillonskominandeur Major Deimling hielt dabei eine Ansprache, über welche die „Neue Bayerische Ztg." wie M berichtet. „Der Bataillonskommandeur dankte dem erschossenen Kameraden, indem er ihm zugleich den letzten Gruß d-S Regimen § brachte, dafür, daß er mit Treue bis in den 4,ob sein Leben geopfert habe, den A n s ch a u u n g e n t r e u, i n d e n e n ihn das Regiment erzogen habe. Das Regiment, so schloß Major Deimling seine kurze Apostrophe, dankt Dir dafür, und in diesem Bewußtsein magst Du ruhig
einig- Tag. vergehen, ehe über di- Entsch.idung^er An- «•*
Inseln überfallen und gepiunbet« [ »“Jb ' g^iffeS Kapitän und die gesamte Mannsch^t -> Sch N
erschlagen wurden. Das ausgeraubt- Schiss könnt- einen Händler der Firma Herrnsheim & geborgen
AustMtz.
Wien, 3. Januar. Die Meldung Budapester Blätter, daß die Kriegsverwaltung beabsichtige, noch in diesem Jahre eine wesentliche Erhöhung der Friedenspräsenzstärke der Armee vorzuneymen, wird von kompetenter Seite als willkürliche und tendenziöse Erfindung bezeichnet.
Budapest, 3. Januar. Die an der Börse verbreiteten Gerüchte, daß Ministerpräsident Snell zu demissionieren gedenke, sind unbegründet.
Paris, 3. Januar. Hiesigen Blättermeldungen zufolge soll Kaiser Wilhelm die Pariser Weltausstellung im Saufe des Sommers besuchen wollen. Derselbe würde in Begleitung eines größeren Geschwaders wahrscheinlich zu Anfang Juni in Havre eintreffen und sich von dort nach Paris begeben.
Paris, 3. Januar. Der „Politique Coloniale" zufolge werden die Prinzen Heinrich von Preußen und Waldemar von Dänemark am 15. Januar zu einem dreitägigen Besuch in Saigun erwartet. Der Generalgouverneur Do um er bereite ihnen einen festlichen Empfang vor.
Paris, 3. Januar. Der Staatsgerichtshof bejahte die Schuldfrage gegen Dvroulöde mit 136 gegen 37 Stimmen.
London, 3. Januar. Eine Washingtoner Drahtung des „Bureau Lassan" meldet: Die Erwerbung von Dänisch-Westindien werde jetzt in unterrichteten amtlichen Kreisen als gewiß betrachtet. Der Gesetzentwurf, welcher 3 Millionen Dollars für den Ankauf flüssig machen j soll, werde demnächst dem Kongreß unterbreitet, und nach seiner Annahme werde über den Ankauf unterhandelt werden.
Lokales und MovinMes.
Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen!
Gießen, 4. Januar 1900.
** Stadttheater. Morgen, Freitag, findet wiederum Operettenabend statt und zwar wird außer dem lustigen, unverwüstlich komischen Einakter: „Kaudels Gardinenpredigten" die vor Weihnachten mit großem Beifall begrüßte Operette von Franz von Suppo: „10 Mädchen und kein Mann" wiederholt. In derselben ist das gesamte Damenpersonal in hervorragender Weise beschäftigt. Besonders das Spiel der Damen auf den Holz- und Stroh- Instrumenten war bei der ersten Aufführung tadellos und wurde unter stürmischem Beifall da capo verlangt. Da tnele Theaterbesucher vor Weihnachten verhindert waren, durfte denselben es sehr willkommen sein, die Operette noch- mals auf dem Repertoir zu sehen. Die Vorstellunq findet im Abonnement und, unbeachtet der hohen Kosten, zu ae- wohnlichen Eintrittspreisen statt. B
** Radsport. Die Ehrengabe der Stadt Gießen ein prachtvoller echt silberner Spitzbecher, wurde zum ersten
Q!n 1? September v. I. auf dem hiesigen Sport- ium «u-trag gebracht. Der Ver- „“J hiJeo Vin ^-rst spannender gewesen
und d,e Zeitunterschiede der konkurrierenden Vereine aus Frankturt, Weisenau, Lollar und Gießen erwiesen sich als als es bisher zweifelhaft g-bliell-n war, wer
als endgiltiger ©leget angesehen werden müsse. Nunmehr des Deuticken Untersuchung der Sportausschuß
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Wahrend di- „Wanderer", G-R G faTUL
Hauptaugenmerk aus das glmeinschast L Z”™" ihr Wandersahren richten, haben ^dicse süns Herren den°R “nt> IS 5SSRS** - B»
** Polizeibericht. Der Wagenwärter Karl Klotz von hier fiel gestern abend zwischen Station Marburg und Marburg-Süd von dem Personenzug. Er trug hierbei derartige Verletzungen davon, daß er in die Klinik nach Marburg verbracht werden mußte. — Im Laufe des gestrigen Tages mietete ein bis jetzt Unbekannter, angeblich Karl Hohmann, Steuer-Assistent ans Koblenz in hiesiger Stadt ein Zimmer. Er verstand es, sich bei der neuen Hauswirtin einen Kredit von 100 Mk. zu erbitten, um feine Sachen, als Klavier rc. einzulöfen. Derselbe ist jedoch nicht wieder erschienen, und mit dem Hundertmarkschein verschwunden. — Gestern vormittag wurde in der offen stehenden katholischen Kirche der dortselbst befindliche Opfer stock gewaltsam erbrochen und seines Inhaltes, bestehend in 8 bis 10 Mark beraubt. — Dem Thäter ist man auf der Spur.
+ Nidda, 3. Januar. Heute nachmittag fand im Sitzungssaale des Großh. Amtsgerichts dahier durch Herrn Amtsrichter Röm Held ein interessanter Vortrag aus dem neuen Recht für die Großh. OrtsgerichtSvorsteher unseres Bezirks statt über deren Thätigkeit als Hilfsorgane der Gerichts- und der Vormundschaftsbehörde, sowie als Standesbeamte.
Offenbach, 3. Januar. In der Neujahrsnacht 12 Uhr hat sich der GeleitSstraße 28 hier wohnende Wirt Gerl ach in der Wirtsstube im Beisein der Gäste erschossen. Er gab mit einem Taschenrevolver einen Schuß in seine linke Schläfe ab und fiel dann entseelt nieder.
A Mainz, 3. Januar. Infolge der heftigen Niederschläge der letzten Tage ist der Rhein und Main innerhalb zweier Tage sehr bedeutend gestiegen. Von gestern auf heute ist der Rhein hier annähernd einen Meter gewachsen, und steigt noch merklich. Nach amtlichen Nachrichten ist seit verflossener nacht bei Würzberg das Maineis im Gange und verursacht starkes Steigen des Flusses. Da oberhalb viel Schnee gefallen ist, und das noch zugefrorene Erdreich die Waffermassen aus den Schneegegenden nicht aufnehmen kann, wird allgemein in den Niederungen des Rheines Ueberschwemmung befürchtet.
Mainz, 3. Januar. Passanten fanden am Sonntag in einem Gebüsche bei der Straßenbrücke die Papiere eines Kellners nebst Zettel mit folgendem Inhalt: „Ich gehe in den Rhein, der nimmt mich besser auf als die Menschen. Bitte Nachricht nach Frankfurt zu geben." Die Papiere lauteten auf den Namen Karl Julius Emil Bockat, geboren 1871 in Waffe, zuletzt in Frankfurt in Stellung. — Eine große Uederraschung wurde einem hiesigen Einwohner in der Sywesternacht beschert. Eine Botenfrau brachte ihm aus Frankfurt in einem Packet ein kleines Kind mit der Erklärung, dies Kind schicke die Mutter, die krank geworden fei, seinem Vater, damit er sich seiner annehme, sie könne nicht mehr dafür sorgen. Was der Mann, der, nebenbei bemerkt, verheiratet ist, zu dieser NeujahrS-Ueber- rüschun'g geäußert hat, wird nicht berichtet, vielleicht hat seine Gattin die Rede für ihn gehalten. — Heute mittag hat sich ein 16jähriger junger Mann, der schwermütig war, erscho ffen.
Vermischtes.
* Aus Nassau, 3. Januar. Neuerdings ist durch die Regierung zu Wiesbaden den Landratsämtern und Kreis- schulinspektdren ein Ministerialerlaß aus dem Jahre 1384 in Erinnerung gebracht worden. Danach darf von Fali zu Fall ein Jagdschein anLehrer nur verausgabt werden, wenn der Kreisschulinspektor nichts einzuwenden hat.
* Trier, 2. Januar. In großer Gefahr schwebte der um 11 Uhr 16 Minuten von hier nach Koblenz abfahrende Personenzug. Kurz vor seiner Durchfahrt durch den Kochemer Tunnel entdeckte ein Bahnwärter noch rechtzeitig im Tunnel einen Schienenbruch. Durch Signalschluß konnte der im vollen Fahren begriffene Zug noch zur rechten Zeit gewarnt werden und passierte nun die gefährdete Stelle durch vorsichtiges und langsames Fahren. 4
Chemnitz, 3. Januar. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich in dem hiesigen Elektrizitätswerk. Ein Maschinist hatte in gebückter Stellung eine Besorgung vorzunehmen und traf beim Aufstehen mit dem Kopf an einen Stromdraht. Er sank sofort tot zu Boden.
* Bunzlau, 3. Januar. In der zu den Siegersdorfer Werken gehörenden Braunkohlengrube bei Groß- Raescher bei Bunzlau ist ein unterirdischer Brand aus- gebrochen, der erst nach tagelangen Anstrengungen gedämpft werden konnte. Dabei ist auch eine Anzahl Bergleute ums Leben gekommen, die sich nicht rechtzeitig genug aus oer brennenden Grube retten konnten und teils erstickten, teils verbrannten. Man spricht von zwölf Leichen, von denen einzelne ganz verkohlt zu Tage gefördert wurden.
. . Flensburg, 3. Januar. Wie aus Faaborg gemeldet wird, ist me dortige Schoonerbrigg „Henriette" (Kapitän iaofen) auf ihrer Reise von Newcastle nach Drammen bei Sarfunb gestrandet. Die sieben Mann starke Besatzung sand den Tod in den Wellen.
* Wien, 1. Januar. Von einem Löwen zerrissen. Heu e vormittag, während zahlreiche Besucher im Wiener s»„x 1 “"toc'cnb waren, wurde ein Wärter namens Karl » udnowsli von einem erwachsenen Löwen im Käfig, den er 3’* m Stücke zerrissen. Eigentlich hätte Rud- L,r-VtntrClen f°öen- wenn sechs Löwen in den zweiten waren. Schon einmal ging er zu den sechs ben 6ifinbf’a8 J'e bur* eine F°llchur Heute hatte er @uroüaP3iJ tt^n' Ol8r sich die LowinSarah, die in
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