Ausgabe 
4.2.1900 Erstes Blatt
 
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hinzugekommen sind. Die Ausstellung umfaßt nunmehr ea. 100 Gemälde. In kommender Woche kommt ein Teil der neu ausgestellten Gemälde wieder zur Weiterversendung, sodaß es sich empfiehlt, die Ausstellung frühzeitig zu be­suchen.

** Stadttheater. Gastspiel von C l a r a D r u ck e r. Von den-Bühnenwerken des alten Töpfer kennt die heutige Generation nur noch zwei: das eine ist das Lustspiel Rosen müll er uno Finke", das wir in diesem Winter mit einem vorzüglichen Gast, Herrn C. W. Büller, sahen, das andere istDer Pariser Taugenichts". Den Louis in letzterem hatte Frl. Drucker als zweite Gast­rolle gewählt, und sie brachte diesen Taugenichts, der sich im Verlaufe der Handlung zu einem so prächtigen, heroi­schen jungen Mann entwickelt, zu so vollkommener Dar­stellung, daß wir schließlich nur eins bedauerten, nämlich daß das Töpfersche Lustspiel nur vier Akte hat und wir daher gezwungen waren, uns schon nach knapp eindrei­viertel Stunden von dem Anblick dieses liebenswürdigen Taugenichts stand diesen beiden Rollen würdig zur Seite; zeigte uns Frl. Drucker ihr besonderes Talent für die Darstellung jugendlich frischer Gestalten, wir sahen sie da als Grille und als Vikomte von Letorieres. Ihr Pariser Taugenichts stand diesen beiden Rollen würdig zur Seite, wohl verdient war der stürmische Beifall, den ihr das Publikum, nicht zum wenigsten natürlich der jüngere Teil desselben spendete. Die Mitglieder unseres Stadttheaters trugen sämtlich ihr Teil zum guten Gelingen dieser in­teressanten Gastvorstellung bei, ausgenommen Frl. Rux, die in der Szene zwischen dem General und Louis zweimal die Zeit nicht erwarten konnte, zu welcher sie in das Zimmer wieder einzutreten hatte!

** Ch. Wohlthätigkeits - Konzert am Sonntag dem 4. Februar. Wir haben in Nr. 27 unseres Blattes in kurzen Worten des mitwirkendcn Pianisten Herrn Chr. Gerh. Eckel aus Frankfurt gedacht; es will uns aber scheinen, als müßten wir einen jungen Künstler, der hier zum erstenmale auftritt, empfehlend vorstellen. Wir glauben dieses nun am besten dadurch zu erreichen, daß wir die Kritiker anderer Städte, in welchen Herr Eckel sich hören* ließ, zu Worte kommen lassen. Aus der Fülle des uns vorliegenden Materials greifen wir ein Urteil derDarmst. Zeitung" heraus, welches wir im Wortlaut wiedergeben. Nachdem der Referent einiger anderen, in dem betreffenden Konzerte Mitwirkenden gedacht hat, äußert er sich über unseren Gast:Last not least ist Herr Chr. Gerh. Eckel zu nennen, der eine Reihe auserlesener Klavierstücke von Mendelssohn, Grieg, Schumann und Chopin spielte, und sich darin aufs neue als Pianist von hervor­ragendem Können und geläutertem Geschmack erwies, der über eine glänzende Fingerfertigkeit, brillanten Anschlag und viel Klarheit und Gewandtheit des musikalischen Aus­druckes verfügt. Der warme Beifall, womit man ihn aus- zeichnete, veranlaßte Herrn Eckel zu einer Zugabe. Ganz besondere Anerkennung gebührt dem Künstler auch für die musterhafte Klavierbegleitung einer Reihe von Gesangs- und Violin-Nummern, die er in liebenswürdigster Weise für den auf einer Reise begriffenen Herrn Kapell­meister Rehbock übernommen hatte." Übereinstimmend mit diesem Urteil lauten die Berichte der anderen, unS vor­liegenden Organe, sodaß wir sicher sind, in Herrn Eckel einen trefflichen Künstler gewonnen zu haben.

*" Sektion Gießen des D. u. Oe. Alpen Vereins. In der Monalsversammlung am 1. Februar sprach Herr Real­gymnasiallehrer Schierholz über seine vorjährige Reise. Rach einer Tour auf den Großen Feldberg im Schwarz­wald wird Basel, dann Bern erreicht. Einige Tage sind dem Genfer See und seiner lieblichen Uferlandschaft gewid­met. Dann gehts das Arvethal aufwärts nach Chamonix in das Montblancgebiet, dessen erhabene Schönheiten ein­gehende Schilderung erfahren. Ueber den Col de Balme führt die Wanderung ins Rhonethal. Ein Abstecher nach dem von der Pyramide des Matterhorns überragten Zer­matt vermittelt die Bekanntschaft mit jener unvergleichlich großartigen Eis- und Gletscherwelt, wie sie der Rundblick von der Aussichtswarte des Gornergrats dem geblendeten Auge zeigt. Neue Reize bietet die Wanderung über Leuker­bad, Gemmi, Kanderthal bis Interlaken. Durch das ro­mantische Haslithal gelangen wir zur Höhe des Grimsel- passes, und setzen den Marsch über Rhonegletscher, Furka, Gottharostraße zum Vierwaldstätter See fort. Luzern ist bequemer Ausgangspunkt für kleinere Touren. Wir be­suchen den Züricher See, genießen bei Schaffhausen das überwältigende Schauspiel des Rheinfalles und treten durch den Schwarzwald die Heimreise an. Morgen, Sonn­tag, findet die zweite diesjährige Sektionstour nach Marburg statt.

** Kaiser-Panorama. Wir machen auch an dieser Stelle unsere verehrt. Leser auf die reichhaltige Kollektion von Aufnahmen aus den Inseln Sardinien, Sizilien und Korsika aufmerksam, die in dieser Woche im Panorama, Neuen Bäue 1, zur Schau gestellt sind.

* Herr Kreisamtsdiener Egly begeht heute die Feier seines 25 jährigen Dienstjubiläums. Wir haben die Gewchhett, daß alle, die Herrn Egly kennen, sich unfern besten Glückwünschen anschließen. '

** Befitzwechsel. Es wird uns von beteiligter Seite rmtgeteilt, daß der Kaufpreis für das Haus Marktplatz 5, nicht 62 000 sondern 62 500 Mk. beträgt.

* Weltausstellung 1900. Der General-Direktor der französischen Zollverwaltung hat auf eine an ihn gerichtete Anfrage entschieden, daß die für die Ausstellung bestimmten Drucksachen jeglicher Art, mit oder ohne Illustrationen, welche von ausländischen Ausstellern nach Frankreich ein­geführt werden, ausnahmsweise Zollfreiheit unter folgenden Einschränkungen genießen sollen: 1. Die Versendung aus dem Ursprungslande darf nur durch den Aussteller selbst und nur an seinen in der Ausstellung befindlichen Vertreter erfolgen. 2. Die Drucksachen müffen einen streng indi­viduellen Charakter tragen, d. h. sie dürfen sich nur auf

die Ausstellung des Importierenden beziehen. Allgemeine Prospekte und Kataloge, beispielsweise solche, welche auf eine Ausstellungssektion in ihrer Gesamtheit Bezug haben, genießen obige Vergünstigung nicht. 3. Die Drucksachen dürfen nur unentgeltlich auf dem Terrain der Ausstellung verteilt werden.

* * Offene Stellen für Militär Anwärter im Bezirk des 18. Armeekorps. Laasphe, Magistrat, ,Nachtwächter, 250 Mk. Gehalt. Wächtersbach, Stadtbehörde, Flur­hüter, 300 Mk. Gehalt. Im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division. Königl. Eisenbahn Direktion in Frank­furt a. M., 10 Anwärter für den Bahnwärter- und Weichenstellerdienst, je 700 Mt. Gehalt und 60 bis 240 Mk. Wohnungsgeldzuschuß jährlich.

+ Butzbach, 3. Februar. Ein bereits öfter mit den Strafrechtsbestimmungen in Konflikt gekommener Vagant hatte sich gestern wegen Beschädigung von Obst- bäumen vor dem Schöffengerichte zu verantworten; hierbei gab derselbe als Motiv seiner That an, er hätte sich durch solche das mangelnde Obdach verschaffen wollen. Für die frevelhafte Handlungsweise erhielt der rohe Geselle drei Monate Gefängnis, abzüglich ein paar Wochen Untersuchungs­haft, zudiktiert. Möge diese gerechte Strafe den Uebelthäter auf bessere Pfade lenken. Für die Buren gingen an läßlich der Kaiser-Geburtstagsfeier bei der Sammelstelle hier wieder nennenswerte Geldbeträge ein.

Naunheim, 1. Februar. Ein schweres Unglück hat einen auf dem Garbenheimer Kalkwerk beschäftigten Arbeiter namens Jakob Bill von hier betroffen. Der junge Mann geriet mit seiner rechten Hand zwischen das Räderwerk einer Maschine und wurde ihm hierbei die Hand vollständig ab­gequetscht. Der Verunglückte wurde mit der nächsten sich darbietenden Gelegenheit in die Gießener Klinik geschafft.

C Nidda, 1. Februar. Im Jahre 1899 gab es in unserer Stadt 59 Geburten, 31 Sterbefälle, 7 Eheschließ­ungen. Seit einigen Tagen haben wir wieder Winter. Im Vogelsberg lagert wieder dicker Schnee, und ist bei Eintritt von Regenwetter wieder ein Anschwellen der Ge­wässer zu befürchten. Einen eigentümlichen Anblick gewähren auf unseren Wiesen Scharen von Staren, welche auf dem Schnee herumspazieren. Der grelle Witterungswechsel dieses Winters hat in einer Beziehung empfindlichen Schaden ge­bracht. Die verschiedenen Kohlarten, die man gewöhnlich in den Gärten in die Erde einschlug, oder, wie der krause Kohl, stehen ließ, um im Bedürfnisfalle davon zu haben, ist bei dem harten Frost bis ins Mark erfroren und beim Eintritt gelinder Witterung total verfault, sodaß auch die im Frühling aus den Stengeln kommenden Sprossen, ein beliebtes Gemüse, ausbleiben. In Unter-Schmitten hängte sich beim Aufziehen einer Hängelampe eine Kette aus, sodaß die Lampe herabstürzte und explodierte. Der entstandene Zimmerbrand wurde durch übergeworfene nasse Tücher erstickt. In Bad Salzhausen wird mit dem Frühjahr das erste Geschäft eröffnet werden eine Metzgerei.

K. Mittelgrüudau, 1. Februar. Vergangene nacht um V,2 Uhr ertönten hier Feuersignale. Es brannten die Scheuer und Stallungen des Landwirt Haas total nieder. Man vermutet Brandstiftung.

O Bleichenbach, 1. Februar. Unsere neue Quell­wasserleitung liefert täglich, nach angestellten Messungen, folgendes Wasserquantum: 130 Kubikmeter ----- 130000 Liter. Die Bevölkerung (900 Einwohner) braucht nur circa 45000 Liter, also täglich auf einen Kopf 50 Liter. Der Ueberschuß von 85000 Liter geht in die alte Röhrenleitung und speist den sogenannten Brauhausbrunnen, der mit 4 Röhren läuft.

Rebgeshain, 1. Februar. Gestern erhielt unser Der» ehrter Herr Lehrer Lentz ein Dekret an die 2. Klasse der Gemeindeschule zu Geiß-Nidda. Herr Lentz wirkte nahezu 3 Jahre segensreich an unserer Schule, und wird sein Weg­gang allgemein bedauert.

Darmstadt, 2. Februar. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin nebst I. Gr. H. Prinzessin Elisabeth sind gestern abend 8l/2 Uhr in bestem Wohlsein von Gotha hier eingetroffen.

** Den Besuchern der in der Zeit vom 3. bis 12. Februar d. Zs. in Darmstadt stattfiudendeu Marine-Ausstellung wird auf den sämtlichen Strecken unseres Bezirks in allen Per­sonen- und Schnellzügen 2. und 3. Wagenklasse Fahrpreis- Ermäßigung in der Weise gewährt, daß auf einfache Fahr­karten, wenn der Besuch der Ausstellung durch Abstempelung der Fahrkarte nachgewiesen wird, auch die Rückfahrt er­folgen kann. Soweit direkte Fahrkarten nach Darmstadt nicht aufliegen, sind gebrochene Karten zu lösen und alsdann beide Karten in der Ausstellung zur Abstempelung vorzu­zeigen.

** Aus Starkenburg, 2. Februar. Unter der Spitzmarke:Wem gehört der Hase?" brachte derTägl. Anzeiger" in Darmstadt mehrere Korrespondenzen über einen Hasen, der in die Hofraite eines Darmstädter Ein­wohners lief und dort erlegt wurde. Juristen und Nicht­juristen versuchten die Frage zu beantworten, und siehe da! der Nichtjurist hat die richtige Antwort gefunden, welche lautet: Der Hase gehört demjenigen, in dessen Hof­raite er lies, und der ihn dort ergriff. Doch schießen darf der Besitzer in der Hofraite nicht, weil er sonst mit den polizei­lichen Vorschriften in Widerspruch gerät und gestraft wer­den kann, er mußte den Hasen schlagen, fangen, oder in irgendeiner Weise ergreifen. Ein solcher Fall kam meinem Freunde H. vor Jahr und Tag in der Wetterau vor. Es war Jagd, ein Langlöffel verirrte sich in den Holzstall meines Freundes, dieser schloß den Stall/erlegte den Hasen, und ließ ihn sich trefflich schmecken. Die Herren Waid- tnänner waren darüber erbost und erhoben Anzeige. Freund H. kannte jedoch die hier in Betracht kommenden Umstände; er ging ruhig ans Gericht und erklärte: in meinem Holzstalle habe ich das Jagdrecht, der Hase gehört mir und damit basta! Der Richter gab dem Steckenschützen recht, und die Sache war abgemacht. Da dieser Fall aus

der Praxis Interesse für Waidmänner und Nichtwaid­männer, für Juristen und Nichtjuristen haben dürfte, soll nicht unterlassen werden, ihn mitzuteilen.

* F r a n k f ur t, 1. Februar. Die Oberjustizkasse hatte eine außerordentliche Revision der Kasse des Klapperfeld- Gefängnisses angeordnet, ' die dem Inspektor Haber­mann, der gleichzeitig Kassenverwalter ist, völlig unver­mutet kam. Der Oberrevisor, ein Rechnungsrat, erschien am Dienstag vormittag im Dienstzimmer des Habermann. Habermann erblaßte, legte aber die Bücher vor. Die Re­vision, die zunächst bis ein Uhr dauerte, stellte einen nicht erheblichen Fehlbetrag fest, den Habermann durch einen Rechenfehler erklären wollte. Nach kurzer Pause erschien die Revisionskommission wieder, der Inspektor aber war verschwunden. Die Revision wurde bis 4 Uhr 30 Min. fortgesetzt, worauf nach gewaltsamem Oeffnen des Kassen­schrankes das Fehlen des Barbestandes konstatiert wurde. Habermann hat vermutlich den Rest der Kasse, dessen Höhe nicht -genau feststeht, M.sich genommen, und ist während dev Mittagpause flüchtig gegangen. Die Bücher wurden von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt; mit der einst­weiligen Führung der Jnspektoratsgeschäfte ist der lang­jährige Assistent Grawe betraut. Man vermutet, daß sich der Flüchtige nach der Schweiz gewendet hat. Habermann ist in Graudenz geboren, war Feldwebel im 81. Infanterie- Regiment und später bei den Bezirkskommandos hier und in Fulda, kam dann nach Hamburg in eine Strafanstalt, von dort nach Eberbach im Rheingau, im weiteren Verlauf nach Preungesheim, und von dort an das Klapperfeld-Ge­fängnis. Er ist etwa 40 Jahre alt. Bekannten ist in der letzten Zeit die Veränderung in dem Wesen des Mannes ausgefallen, der früher solid gelebt hat. Wie es heißt, hat Habermann seiner Frau in einem Briefe mitgeteilt, er werde sich das Leben nehmen.

m. Aus dem Kreise Ziegenhain, 1. Februar. Im Jahre 1899 wurde die Verpflegungsstation Ziegenhain von 2324 StationSgästen besucht, von denen alle Abendessen, Nacht­lager und Frühstück erhielten, 2241 außerdem Mittagbrot. Die verbleibenden 83 Mann erhielten bei ihrem Arbeit­geber das Mittagessen. In Arbeit wurden gebracht: in Ziegenhain 24 Mann, in Dittershausen 3, Rommershausen 4, Allendorf a d. Lahn 2, Neukirchen 5, Treysa 6 und Als­feld 20. Wanderscheine wurden 93 Stück ausgestellt, wo­von 41 Stück mit je 25 Pfg. bezahlt und 52 Stück durch zweistündige Arbeit erworben wurden. Die Kallen für Verpflegung und Verwaltung beliefen sich auf 1560,83 Mk., die Einnahme aus der geleisteten Arbeit der StationSgäste stellte sich auf 163,90 Mk. Für Abendessen berechneten sich die Kosten pro Kopf auf 9 Pfg., für Frühstück 6 Pfg., für Mittagessen 30 Pfg.

Hersfeld, 29. Januar. Von Herrn Reichstags- und Landtagsabgeordneten Werner erhält dieHersf. Ztg." folgende Zuschrift:Auch die Abgeordneten des preußischen Landtages, soweit sie sich besonders für die Strecke Hers­feldTreysa interessieren, sind sehr enttäuscht, daß in der Sekuudärbahnvorlage, die kürzlich überreicht ist, die vorerwähnte Strecke nicht enthalten ist. Die Enttäuschung ist um so größer, als der Minister von Thielen im Vor­jahre verschiedenen Abgeordneten gegenüber die Einstellung der Bahnlinie HersfeldTreysa in die diesjährige Sekundär» bahnvorlage als sicher in Aussicht gestellt hat. Indes wird bei Beratung der Sekundärbahnvorlage alles aufgeboten werden, daß die Position noch nachträglich in der dies­jährigen Vorlage ausgenommen wird. Herr Minister von Thielen dürfte sich kaum diesem Wunsche ernstlich widersetzen. Im Interesse der Bevölkerung liegt cS, daß die Bahnlinie HerSfeldTreysa schleunigst in Angriff genommen werde.

Vermischtes.

* Paris, 1. Februar. Das Goldstück im Munde. In einem großen Restaurant wurde dieser Tage ein Kellner verhaftet, der ein besonderes schlaues Mittel gefunden hatte, die Kunden zu beschwindeln. Er legte nämlich ein Zehnfrankenstück unter die Zunge, steckte, wenn jemand ihm ein Zwanzigfrankenstück gab, dieses zwischen die Zähne und zahlte dann das Kleingeld auf 10 Franken heraus. Der Gast protestierte, aber der Kellner behauptete, nur einen halben Louis erhalten zu haben, zog die zehn Franken aus dem Munde und behielt Recht. Das ging so eine Weile fort, bis jemand die Gewißheit erlangte, daß der Mann betrüge, und ihn entlarven ließ.

* Die Buchführung der Revolution. Ein besonders in­teressantes Register, ein Guillotinregister, wird in Paris in neuer Auflage herausgegeben werden und zwar unter dem TitelListe generale et trds exacte de noms, äges, qualit6s, et demeuree de tous les conspirateurs, qui ont 6t6 oondamnes ä mort par le Tribunal revolutio­näre Stabli ä Paris par la loi du 11 aotit 1792 et par le second Tribunal 6tabli A Paris par la loi du 17 mars 1793, pourjuger tous les ennemis de la Patrie. Dieses Guillotinregister war seinerzeit in 10 Heftchen erschienen, deren jedes 15 Sous kostete, so daß diese Erbauungsbüchlein jedermann zugänglich waren. Hoffentlich wird man die neue Auflage möglichst luxuriös gestalten, damit das Werk in allen Boudoirs und Salons ausliegen kann und der wartende Besucher durch dasselbe in angenehme Betrach­tungen und Erinnerungen versenkt wird. Bei der von dem Herzoge von Orleans in England einberufenen Versamm­lung feiner Getreuen wird wahrscheinlich der Ankauf einer größeren Anzahl dieser Bände zur Auffrischung der glor­reichen Reminiszenzen an Philippe Egalitö beschlossen werden. Mit welcher Genugthuung über die Mitarbeiterschaft dieses Königssprößlings an dem Blutwerke der Robespierre und Marat müssen Sie in diesem Büchlein blättern! Da lesen sie beispielsweise:Nr. 23. Ludwig XVI., genannt Ca- pet, letzter König der Franzosen, geboren zu Versailles am 23. August 1754, 39 Jahre alt, überführt, gegen die Sou- veränetät des Volkes eine Verschwörung angezettelt zu haben, wurde vom Nationalkonvent am 20. Januar 1793 abgeurteilt und am 21. desselben Monats hingerichtet." Weiterhin:

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London, 1- teil Die Innung ihren Kunden bie J preiswegen des K bestens 12 Pfennig Ar wegen des Krieges ? vtetzger hatten Muhe, geben. Endlich sind sie Wiche tettbt verja' tox\ ÄlMch echyMN daher geringer nnd rv imfere Einnahmen \m eben Geschäft.

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