ein Vigilanz-Komitee zu bilden zur Bewachung Pretorias, ferner daß 1000 BurgherS von Johannesburg am Nachmittag zurückgekehrt sind.
Zürich, 2. Juni. Der Alt-BundeSpräsident Lachenal, etwa 30 National- und Ständeräte aller politischen Par- teien, zahlreiche hervorragende schweizerische Universitäts- Professoren und Juristen, sowie Vertreter der schweizerischen Groß Industrie erlassen einen offenen Brief an daS englische Parlamentsmitglied Courtney, Präsidenten des südafrikanischen VersöhnungS- KomiteeS, mit der Bitte, alles aufzubieten, um durch baldigen Abschluß eines ehrenvollen Friedens beiden Republiken ein selbständiges staatliches Leben weiter- hin zu ermöglichen.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. Juni. Die große Parade der Potsdamer Garnison sand heute vormittag im Lustgarten bei herrlichstem Wetter statt. Der Kaiser und die Kaiserin trafen 9 Uhr 50 Min. dort ein. Bald nach der Ankunft im Stadtschloß stieg der Kaiser im Schloßhof zu Pferde und ritt mit dem Kronprinzen von Griechenland in den Lustgarten ein. Beide waren mit dem Bande des Schwarzen Adler-Ordens geschmückt. Unter den Klängen des Präsentiermarschsss ritt der Kaiser die Front der Truppen ab. Die Kaiserin wohnte mit der Kronprinzessin von Griechenland, dem Prinzen Georg von Griechenland und dem Herzog und der Herzogin von Albany an einem Fenster des Schlosses der Parade bei. Es fanden zwei Vorbei-- Märsche statt. Beide Male führte der Kaiser das Regiment der Gardes du Corps an der Kaiserin vorbei. Nach der Parade hielt der Kaiser die Kritik ab und nahm militärische, Meldungen entgegen. Sodann begab sich der Kaiser nach dem Stadtschloß, wo ein Gabelfrühstück von über 100 Gedecken stattfand. Im Laufe des Nachmittags werden der Kaiser und die Kaiserin sich nach dem Neuen Palais begeben, um während der nächsten Tage dort zu verbleiben.
— Die Frühjahrsparade der Truppen von Berlin, C h a r l o t t e n b u r g, Spandau und Groß-Lichterfelde, die gestern des schlechten Wetters wegen ausgefallen war, ist auf morgen vormittag angesetzt worden.
— Das Kaiserpaar trifft in Homburg v. d. H. am 12. Juni ein.
— Wie der Londoner „Daily Telegraph" sich aus Berlin melden läßt, soll Kaiser Wilhelm der Königin Viktoria zu den Erfolgen Lord Roberts' in den wärmsten Ausdrücken gratuliert haben. Der Kaiser soll über das Glück der britischen Waffen äußerst erfreut sein.
— Der „Reichsanzeiger" meldet die Verleihung des Roten Adler-Ordens 4. Klasse an den Kapitän-Leutnantz Funcke, den Chef der nach dem Rhein entsandten Torpedoboots-Division.
— Wre man an zuständiger Stelle erfährt, beruht die Mitteilung über die angebliche Nichtbestätigung des zum zweiten Bürgermeister von Berlin gewählten Bürgermeisters Brinkmann-Königsberg lediglich auf Kombination. Die Frage der Bestätigung sei bisher überhaupt noch nicht zur Entscheidung gelangt. Man hält sogar in den Kreisen des hiesigen Magistrats die Bestätigung Brinkmanns für bevorstehend.
— Das älteste Redaktionsmitglied der „Kreuzzeitung", E. W. H e f f t e r ist heute vormittag gestorben.
— Für den Umbau des Plenarsitzungs- saales des preußischen Abgeordnetenhauses wird dem Hause demnächst ein Nachtragsetat zur Bewilligung der erforderlichen Mittel zugehen. Die Pläne liegen augen- blicklich dem Ministerium vor. Zu ihrer Ausführung sind et»oa fünf Monate erforderlich Die Kosten des Umbaues sind auf 200- bis 300 000 Mk. veranschlagt.
— Die in Koblenz begonnene Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft nahm zunächst den Bericht des Präsidenten, Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg, über die Entwickelung der Gesellschaft und ihre Thätigkeit im letzten Jahre entgegen. An oie Stelle des von seinem Amte zurücktretenden geschäfts- sührenden Vizepräsidenten Sachse, der zum Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt wurde, tritt Vize-Admiral Valois- Kiel. Sodann beschloß der Vorstand die Annahme einer Entschließung, in der es heißt: Der deutsche Landwirtschaftsrat ist dafür eingetreten, daß im Reichsamt des Innern eine Zentralstelle für Landwirtschaft geschaffen werde, die einmal die Berichte der den Kaiserlichen Vertretungen im Auslande beigegebenen land- und forstwirt- sschaftlichen Sachverständigen, sowie auch die landwirtschaftliche Fragen betreffenden Berichte der deutschen Konsuln zu sammeln, zu verarbeiten und nach Möglichkeit zu verbreiten hätte. Die Deutsche Kolonialgesellschaft erblickt in der Schaffung einer Reichs st elle für Landwirtschaft einen weiteren Schritt in dem Bestreben, im deutschen Volk das Verständnis für überseeische Landwirts chaf tliche Fragen und deren Einfluß auf das heimische Wirtschaftsleben zu erweitern. Sie ist der Ansicht, daß der internationale Charakter der heutigen Landwirtschaft und der immer sich steigernde Austausch landwirtschaftlicher Güter zwischen Ländern verschiedener Klimate und Zonen eine zusammenfassende Bearbeitung an einer Stelle erheischt, sowie daß es wünschenswert ist, dort den Produktionsverhältnissen und Absatzmöglichkeiten nicht nur der heimischen, sondern auch der Landwirtschaft in unseren tropischen und subtropischen Kolonieen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Der Vorstand der Deutschen Kolonialgesellschaft erklärt daher seine volle Uebereinstimmung mit den 'Wünschendes Deutschen Landwirtschastsrats hinsick)tlich der Errichtung einer landwirtschaftlichen Zentralstelle für das Reich. i
Eis en ach, 1. Juni. Die Königinnen Wilhelmine und Emma der Niederlande sind hier eingetroffen und haben sich^ vom Großherzog empfangen, nach der Wartburg begeben.
München, 1. Juni. In der Abgeordneten- kammer berührte der sozialdemokratische Aba. Adolf Müller den Kuppeleiprozeß Strauß und sagte, die Polizei sei nicht sehr findig gewesen, daß sie nicht bemerkte, wie gegenüber der Höhle des Löwen ein Haus der Freude eingerickstet war (die Strauß wohnte dicht bei der Polizei), in dem mehrere Jahre hohe, höhere und angebliche
noch höhere Personen, die obersten Mitglieder hervorragender Körperschaften und, wenn er recht unterrichtet sei, auch hervorragende Mitglieder der Polizei Gäste waren und der „freien Liebe" pflegten. Auch ein preußischer Gesandter in Berlin wurde genannt. Ein ähnliches Etablissement soll auch in der Kriegsstraße bestanden haben. Die Sache sei vertuscht worden. Auch im Prozeß sei die Sache, durch den strengen Ausschluß der Oeffentlichkeit, der Oeffentlichkeit möglichst entrückt worden. Der Minister des Innern erwiderte, er sei auf die «Anfrage nicht vorbereitet und deshalb nicht informiert; er müsse sich erst informieren.
ArÄmr-.
Paris, 1. Juni. Fürst Bibesco, der sich durch zwei Artikel Cassagnacs beleidigt fühlte, hatte C a s s a g - nac gefordert. Dieser hat das Duell abgelehnt.
— Im Senat entstanden bei der heutigen Beratung über die Amnestie-Vorlage heftige Seen en. Delpeche erklärte, das Projekt habe seinen ursprünglichen Charakter geändert. Man wolle die Verbrecher von der Strafe befreien. Unter ihnen sei ein Kriegsmi- nister. In diesem Augenblicke bricht ein heftiger Tumult los. General Mercier sitzt unbeweglich, mit gekreuzten Armen. Delpeche fährt fort: Auf der Galeere seien Verbrecher, die weniger strafbar seien als jene, auf die er hingewiesen habe. Unter heftigem Lärm verlangt Mercier-dws Wort: Er habe im Jahre 1894 seins Pflicht erfüllt und werde die Verantwortlichkeit zu tragen wissen. Riou beantragte Zurückverweisung des Gesetzentwurfs an die Kommission. Die Zahl der Prozesse, auf die sich daS Amnestieprojekt erstreckt, beträgt 25. Trarieux bekämpft die Vorlage. Es sei erforderlich, daß der unglückliche Dreyfus sick) verteidigen könne, und daß man ihm die letzte Hoffnung lasse. (Beifall links.) Die Weiter- beratnng wird auf morgen vertagt.
Wien, 1. Juni. Leutnant Wessel richtete aus' Paris an die „Neue Freie Presse" einen Brief, in dem ep die Beschuldigung der Spionage kategorisch zurückweist und sich bereit erklärt, sich den deutschen Gerichten zu stellen, falls ihm die Oeffentlichkeit der Verhandlungen verbürgt wird.
Bukarest, 1. Juni. In hiesigen Regierungskreisen, hat die Uebersendung eines eigenen päp st Lichen Handschreibens n den König große Befriedigung hervorgerufen. Es wird dies als ein Zeichen vollständiger Aussöhnung zwischen der königlichen Familie und dem Vatikan angesehen.
Cettinje, 1. Juni. Hier fanden Verhaftungen politischer Persönlichkeiten statt, darunter der Offiziere K a r a c i und B o j o v i c, des Hofgardisten S p a d i c und des Bezirksjhauptmanns B a s ch o v i c.
Brüssel, 1. Juni. Ter belgische Thronfolger, Prinz Albert, verlobte sich mit der Herzogin Elisabeth von Bayern, der ztveiten Tochter des Herzogs Karl Theodor.
Aus Stadt und Kand.
** Kreislehrerkonferen z.?.Fr,Atäg, den 1. Juni fand in „Steins Garten" die diesjährige Kreislehrer-Konferenz des Kreises Gießen unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Geheimrat von Bechtold statt, woran die Oberbürgermeister G n a u t h und Kreisamtmann Freiherr SchenkzuSchweinsberg, sowie die Lehrerinnen und Lehrer des Kreises nahezu vollzählig teilnahmen. Nach Eröffnung der Konferenz und Begrüßung der Anwesenden seitens des Vorsitzenden brachte Kreisschlunispektor Professor Dr. Lucius zunächst eine Verfügung des Ministeriums, die Gutenbergfeier betreffend, zur Kenntnis der Versammlung, wonach am Geburtstage Gutenbergs eine entsprechende Schulfeier stattfinden soll, und gab sodann die statistischen Mitteilungen über das Schulwesen des Kreises im letzten Jahre bekannt. Danach beträgt' die Schülerzahl des KreiseK zurzeit 11229. Davon sind 5 336 Knaben und 5 693 Mädchen; 10 911 evang., 156 kathol. Konfession, 159 israelitischen und 2 anderen Bekenntnisses. Die Gesamtzahl der Lehret des Kreises beträgt zur Zeit 186, sodaß auf 1 Lehrer durchschnittlich 60,3 Schüler kommen, und zwar in der Stadt 49,8, auf dem Lande 63,1 Schüler. Von den Schulgemeinden des Kreises sind 40 einklassig, 21 zweiklassig, 9 dreiklassig, 5 vier- unid 4 mehr als vierklassig. Außerdem bestehen im Kreise 2 Privatbildungsanstalten, in denen zurzeit 33 Mädchen unterrichtet werden. An Lehrerpersonal traten 16 Lehrer und 1 Lehrerin in den Kreis neu ein, 17 Versetzungen fanden statt, 2 Lehrer wurden pensioniert, 6 definitiv angestellt und 3 sind gestorben. Nachdem die Versammlung der Aufforderung des Vorsitzenden, sich' zu Ehren der im letzten Jahre Verstorbenen von den Sitzen zu erheben, nach- gekommey war, hielt Oberlehrer Hahn-Gießen einen Vortrag: „Ueber den Unterricht geistig zurückgebliebener Kinder." Er teilt diese in drei Gruppen: Blödsinnige, Schwachsinnige und Mindestbefähigte. Da erstere naturgemäß einer Anstalt zu überweisen sind, beleuchtet Referent im weiteren zunächst die Ursachen und Kennzeichen des Schwachsinnes, woraus resultiert, daß der Lehrer in diesen Schülern Kranke vor sich hat. Dementsprechend sind nun auch Erziehung und Unterricht bei diesen Schülern zu gestalten, wiewohl auch bei ihnen als zu erstrebendes Ziel bleibt: Den Schüler wirtschaftlich möglichst selbständig zu machen. Um dies Ziel erreichen zu können, ist für diese Schüler ein besonderer Unterricht unbedingtes Erfordernis; und darum sind in größeren Schulkörpern für sie besondere Hilfsklassen resp. Hilfsschulen einzurAten, wie solcl>e zur Zeit in etwa 70 deutschen Groß- und,.Mjttelstädten bestehen, während aus dem Lande der Einzflyilssunterricht am Platze ist, in dem die Schwachsinnigen in etwa 8—10 Stunden wöchentlich von den übrigen Schülern getrennt zu unterrichten sind. In Gießen besteht schon seit Jahren eine Abteilung für Schwachbefähigte, in der zur Zeit zehn Kinder, sechs Knaben und vier Mädchen, unterrichtet werden. Dieselben erhielten im letzten Jahre wöchentlich acht Stunden Einzelunterricht, während sie in 16 Stunden mit der Klasse gemeinsam unterrichtet wurden. Auch ist bereits für sie die Errichtung einer Hilfsklasse mit besonderem Lehrer, sobald es die Schulräume gestatten, in Aussicht genommen. — Für die dritte Gruppe, die Mindestbefähigten, das sind Kinder, die in der Schule nur sehr schwer
ortzubringen, die aber nicht gerade schwachsinnig zu nennen sind, wäre eine sogenannte Abschlußklasse zu er richten, in der, wie in einer Hilfsklasse, eine beschränkte Anzahl Kinder bei beschränktem Lehrstoffe zu unterrichten wären. Die Schülerzahl einer Hilfsklasse dürfte etwa 15 bis 20, die einer Abschlußklasse 20 bis 30 betragen. Nach dem Oberlehrer Hahn noch betreffs des Unterrichts in diesen Klassen resp. Schulen auf die einzelnen Lehrgegenstände näher eingegangen, verliest er zum Schlüsse seines Vortrages den Rechenschaftsbericht des letzten Jahres für die in Gießen bestehende Abteilung für Schwachbeiähigte. Reicher Beifall und besonderer Dank des Vorsitzenden belohnten den interessanten und lehrreichen Vortrag. — Hieraus hielt Lehrer Lentz-Geilshausen noch einen Vortrag über „den Lehrer in der Litteratur". Nachdem er hervorgehoben, wie der Lehrer eine sehr verschiedene Beurteilung in der Litteratur gefunden, gliederte er seinen umfangreichen Stoff in drei Teile und behandelte dem- entsprschend in einer Blütenlese aus den bedeutendsten einschlägigen Werken: den Lehrer in Biographien, in der Roman- und in der dramatischen Litteratur. Auch Bet diesem mehr humoristischen, jedoch ebenso interessanten wie schönen Vortrag gab die Versammlung ihr Interesse durch lebhaften Beifall kund. Darauf schloß Geheimrat von Bechtold die Konferenz. — Ein einfaches Mittagessen in „Steins Garten" hielt die Teilnehmer noch, längere Zeit beisammen.
•• Angesichts der Reisezeit macht uns die hiesige Großh. Handelskammer aufmerksam auf die uns seit Jahren zuteil gewordene Verkehrserleichterung, die nicht allgemein bekannt ist, daß zur Benutzung der in Frankfurt a. M. und Hanau verkäuflichen Rundreisekarten nach der Schweiz, Süddeutschland rc. auch auf Station Gießen dorthin lautende Anschluß-Rückfahrkarten mit 45tägiger — im Verkehr mit Italien 60tägiger — Giltigkeitsdauer aufliegen. Zugleich mit dieser Rückfahrkarte ist ein Gutschein zu lösen, besten Betrag (für Frankfurt je nach der Wagenklasse 3—4 Mk., für Hanau 2—4 Mk.) bei Entnahme der betr. Rundreise- karte voll in Zahlung genommen wird, und zwar innerhalb der ersten zehn Tage, vom Lösungstage an gerechnet. Be sonders angenehm ist es, durch die gebotene Einrichtung sich auch die für kürzere Ausflüge, nach dem Odenwald, der Pfalz rc. an genannten Stationen aufliegenden Rundreisekarten unter gleicher Tarifermäßigung von hier aus nutzbar zu machen. Näheres ist aus dem von der Königl. Direktion herausgegebenen Süddeutschen Kursbuch zu ersehen, auch bei der hiesigen Fahrkartenausgabe zu erfahren
** Militärisches. Rehfeldt, Roßarzt vom Großh- Hess. Train-Bat. Nr. 25, auf seinen Antrag zum 1. Ium 1900 mit Pension in den Ruhestand versetzt.
0 Befitzwechsel. Apotheker Victor May erwarb von der Konkursmasse das Oskar Höpfner'sche Haus Moltke- straße 8 für 55000 Mk. Herr May wird das von seinem Vorgänger begründete Institut für Orthopädie, schwedische Heilgymnastik und Massagekuren fortführen.
pf. Nidda, 1. Juni. Seit einigen Tagen bereisen 13 Studenten des Forstfachs mit 2 Professoren in Begleitung von Oberforstrat Dr. Walter und Prof. Schenk aus Darmstadt, aus dem Staate Nord-Carolina der Vereinigten Staaten von Nordamerika unsere Wälder, um sich über unsere Forstverhältnisse zu informieren. Gestern waren sie in der Gegend von Schotten, gingen hierauf nach Bad Salzhausen uud übernachteten in Nidda, wo sie abends im Hotel Traube mit den hiesigen höheren Forstbeamten zusammen waren. Auch das deutsche Schulwesen scheint sie zu interessieren; denn heute früh erbaten sich zwei der Herren die Erlaubnis, dem Unterricht in der obersten Volksschulklafse an wohnen zu dürfen. Sie verließen sehr befriedigt die Schule. Dem Vernehmen nach kommen dieselben aus Schweden und wollen auf ihrer Tour auch die Weltausstellung in Paris besuchen. w .
Friedberg, 31. Mai. Die Wiederherstellungsarbette« an unserer Stadtkirche nehmen gegenwärtig einen so raschen Verlaus, daß man bis zum Spätherbst dieselbe wieder einzuweihen, und dem gottesdienstlichen Gebrauch zu übergeben gedenkt. — Auch der Neubau des Gymnasiums geht rasch seiner Vollendung entgegen; derselbe so« ebenfalls im Spätherbst bezogen werden. Der Turnsaal ist unter Dach; über dem Hauptgebäude schlagen eben die Zimmerleute das Dach auf. DaS Ganze verspricht nach Plan und Anlage, wenn erst fertiggestellt, ein Bau zu werden, der allen Anforderungen der Neuzeit entspricht und zugleich eine Zierde der Neustadt wird. — Nunmehr ist auch für die neuen Straßen die Bauflucht abgesteckt, und deren Namen bereits angeschrieben, so vor dem Mainzer Thor die Leonhardsstraße und die Diefenbach- st raße (nach dem um die Altertumsforschung sehr verdiente» Professor Diefenbach benannt.) Ebenso ist eine Ringstraße vorgesehen; Schwierigkeiten macht noch die Berührung des israelitischen Friedhofs. Der Bauthätigkeit ist mit dem Bebauungsplan ein weiter Spielraum eröffnet. — Auch die Nebenbahn Friedrichsdorf —Friedberg geht allmählich ihrer Vollendung entgegen, wiewohl die Einführung in den hiesigen Bahnhof noch nicht fest- dClC93Raitw, 31. Mai. Ein Akt großer Roheit hat sich gestern mittag in einer hiesigen Bierbrauerei ereignet. Daselbst befand sich ein Hund, der zur Bewachung der Räume des Brauhauses diente. Gestern mittag saß dieser Huns an "bcr Brauerei, als einige Schulkinder an derselben vorbeigingen und den Hund neckten, worauf daS Tier, wie dies alle Hunde thun, zu bellen anfing. Ein etwa ^jähnger Braubursche der Brauerei, dem das Bellen des £)utu)c nicht gefiel, faßte den Hund, trug denselben über den Ho der Brauerei und warf das lebende Tier in die l?oernv Glut unter dem Braukeffel, wo eS bei lebendigem Lerbe verbrannte. Dem Braumeister gelang es am Abend, als e den Hund vermißte, erst nach vieler Muhe, zu ermittel», welches Schicksal das arme Tier gehabt hatte, trotzdem ore übrigen Brauburschen von der That Kenntnis hatten. (J)
m - Bert Prag, Dt. Fir «HS an Ve 1 „ M Aschen Ich 58 Iahrm. - Hochschule Dr in Braunschw Direktor desn -»ei ^tung der 5 nehmen. Sn l°0en. - Wei abgeschlossene simester zeigt -ommatrikulteri ,15 Hörerinnen -mWmtersemes ma[ wieder fast
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• ßmori White, Pros Pennsylvania, in Philadelphi des MrdcS b von ihnen Ne wollte von bei Wva.
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